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Full text of "Annalen des Wiener Museums der Naturgeschichte"

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OF 






COMPARATIVE ZOÜLOGY, 






AT HARVARD COLLEGE, CAMBRIDGE, MASS. 




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jFounUea b£ jjrfbate suhscrfptfon, in 1861. 






DR. L. de KONINCK'S LIBRARY. 






No. f<7. 











ANNALBN 



DES 



WIENER MUSEUMS 



DER 



NATURGESCHICHTE, 



HERAUSGEGEBEN 



VOI¥ »Kit MRECTI03T DESSELBEN. 



Erster Band. 



WIEN. 

BEI ROHRMANN UND SCHWEIGER!) 

18 3 6. 



Sr, Apostolischen Majestät 

FERDINAND I. 

Kaiser von Oesterreich, 

König von Ungarn und Böhmen 



etc. etc. etc. 



Allerdurchlauchtigster , 



Allergnädigster Kaiser und Herr! 



Euere Majestät! 



Die vorliegenden Arbeiten, welche Euere Majestät unter die Aegide 
Ihres kaiserlichen Namens zu stellen gnädigst erlaubt haben , sind ein 
öffentlicher, vielfacher Hindernisse wegen leider nur zu verspäteter 
Beweis des bisher, immer nur nach Innen wirkenden, geistigen Lebens 
und der wissenschaftlichen Thätigkeit einer Anstalt, die der aufgeklär- 
ten Fürsorge des erlauchten Vaters Euerer kaiserlichen Majestät 
ihre Entstehung, und dem Schutze und der Aufmunterung, die Aller- 
höchstdieselben Selbst, mit angestammter Huld, den Wissenschaften 
persönlich gewähren, neue Belebung verdankt. 



Der allerunterthänigst Unterzeichnete, dem das Glück zu Theil 
wurde, von Sr. Höchstseligen Majestät, glorreichen Andenkens, 
den Auftrag zu erhalten, die von Ailerhöchstdenenselben mit 
kaiserlicher Freigebigkeit unterstützten und zum Theil selbst gegründe- 
ten Hof-Naturaliencabinette zu einem wissenschaftlichen Institute zu ge- 
stalten, und den hohen Erben Ihrer Reiche und Tugenden in das Gebiet 
einer Wissenschaft einzuführen, die von dem erlauchten Kaiserhause mit 
angestammter Neigung und Liebe von jeher gepflegt ward, und von allen 
Gliedern Desselben immerfort gepflegt wird, ist seit einer langen 
Reihe von Jahren Zeuge der persönlichen Hingebung und Sorgfalt , mit 
der Euere Majestät alle nützlichen, ganz besonders aber die Natur- 
Wissenschaften, umfassen und befördern. 



Und beglückt mit der Ausführung der besonderen Befehle und 
Aufträge Euerer Majestät, die nebst der Befriedigung der persönli- 
chen Vorliebe und Wissbegierde, stets das Wohl und die Beförderung 
der Wissenschaft und eine fruchtbringende Unterstützung und Beschäf- 
tigung von Wissenschaftsbeflissenen und Künstlern , zum hohen Zwecke 
haben: findet der allerunterthänigst Unterzeichnete nur in dieser ehren- 
vollen Bestimmung und in Aller höchstd er en Zufriedenheit damit 
und mit dem Gedeihen der ihm unterstehenden Anstalt, den ersehntes len 
Lohn, und glaubt in der Huld, mit der Euere Majestjst diese von der- 
selben ausgehenden Arbeiten entgegen zu nehmen geruhen , die si- 
cherste Gewähr für die Fortdauer des mächtigen Schutzes zu finden, 
dessen sich dieselbe auch in der Zukunft zu erfreuen haben dürfte, 



und deren zweckentsprechende Leitung , bereits während eines Zeit- 
raumes von dreissig Jahren, stets die wichtigste Bestimmung und das 
Glück seines Lebens ausgemacht hat, und , nach der Vorsehung Beschluss 
und Euerer Majestät Willen, bis an dessen Ende ausmachen soll. 

Euerer Majestät! 



Wien, am 27. März 1836. 



alleruiiterthäiiigsttreugehorsams 
Carl von Schreiber*. 



ter 



o r w o r t. 



Beinahe in allen Ländern Europas, und selbst in einigen Tlieilen 
Asiens und Amerikas, bestehen gelehrte Vereine, deren eigentlicher 
Zweck es ist, die wissenschaftlichen Bemühungen der Einzelnen zu 
vereinigen, den in den Naturwissenschaften nöthigen Austausch der 
Beobachtungen und Erfahrungen zu begünstigen, und die, während sie 
die wissenschaftliche Thätigkeit immer rege erhalten, zugleich die Mittel 
bieten, das durch Fleiss und Genie, mit Mühe und Anstrengung Errun- 
gene, zum Gemeingut der Mit- und Nachwelt zu machen. 

Oesterreich besitzt unter seinen wissenschaftlichen Anstalten mehr 
als ein Institut, welches ganz geeignet ist, die eben erwähnten Zwecke 
zu befördern, und viele jener Vortheile, die wir gelehrten Vereinen zu- 
gestehen müssen, in gewisser Beziehung um so sicherer zu gewähren, 
als sie keiner, jener oft sehr wesentlichen Nachtheile , die bei derglei- 
chen , in strenge Formen eingeengten Verbindungen unvermeidlich sind, 
ihrer Stellung und Einrichtung nach , treffen kann. 

Für die Naturwissenschaften namentlich, besteht in den mit kaiser- 
licher Munifizenz ausgerüsteten Hof-Naturalien-Cabineten eine Anslall, 
deren eigentliche Bestimmung nicht in der Zusammeiibringung und Auf- 
bewahrung einer grossen Anzahl von Naturgegenständen allein liegt, 
sondern die vor Allem ihren materiellen Reichlhum nur als das nölhige 
Mittel zur Förderung der Wissenschaft ansieht, und desshalb das emsig 
Vermehrte und sorgfaltig Erhaltene, nutzbringend zu machen streben muss. 

Ihrer Einrichtung nach, vorzugsweise für die beschreibende Natur- 
geschichte bestimmt, war man an dieser Anstalt von jeher bemüht, die 
in den einzelnen Abteilungen derselben angehäuften Schätze von Natur- 
gegenständen, wissenschaftlich zu bearbeiten; und wir könnten eine nicht 



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geringe Anzahl von naturhistorischen Schriften anführen, die entweder 
unmittelbar von dem k. k. Hof-Naturalien-Cabinete ausgegangen, oder 
wenigstens mit Hilfe desselben, theils von den bei demselben Angestellten, 
theils von andern, fremden und einheimischen Gelehrten bearbeitet worden 
sind , und zum Theile Epoche in der Wissenschaft gemacht haben. 

Dessen ungeachtet haben vorzüglich die jüngeren österreichischen 
Naturforscher , die grossen Theils aus der Schule dieses Institutes , wel- 
ches, ohne vomCatheder zu lehren, sich tüchtige Schüler zu bilden weiss, 
hervorgegangen sind, schon lange das Bedürfniss eines geeigneten Orga- 
nes , durch welches sie ihre Erfahrungen aussprechen , und die Resultate 
ihrer Beobachtungen bekannt machen könnten, schmerzlich gefühlt. 

Diesem Mangel abzuhelfen , ist die Bestimmung vorliegender Blatter, 
deren zwanglose Fortsetzung allein von dem Beifalle, der ihnen in der 
gelehrten Welt zu Theil werden dürfte, bedingt seyn wird; da es we- 
der an reichen und mannigfaltigen Materialien, noch an tüchtigen und 
thätigen Mitarbeitern gebricht. 

Sollte es uns gelingen, durch dieses Unternehmen, welches wir nicht 
ohne einige Zuversicht bei dem Publikum einführen, der Wissenschaft 
Nutzen zu bringen, und zu zeigen, dass Oessterreichs alter Ruhm in dem 
Gebiete der Naturwissenschaften, auch in einem jüngeren Geschlechte 
kräftig fortblühe ; so werden wir für Mühe und Opfer > die mit derglei- 
chen Unternehmungen nothwendig verbunden sind, uns reichlich ent- 
schädiget fühlen. 



Wien, im März 1836. 



Carl von Schreibers, 

I«. h. Hofrath und Director der k. k. Hof-Naturalien-Cabinete. 



ANNALEN 

DES 

WIENER MUSEUMS 

DER 

NATURGESCHICHTE. 



ERSTER BAND. 



MDCCCXXXVI. 



Inhalt des ersten Bandes. 



V^\. Versuch einer Monographie der Gattung Pentastoma, von Dr. Carl Moriz Diesing. Mit vier 

Kupfertafeln, p. 1_32. 
II. Acanthophyllum C, A. Meyer. Eine neue Pflauzengattung aus der Ordnung der Sileneen, näher er- 
läutert und von einer Charakteristik aller Gattungen der Alsineen begleitet, von Dr. Eduard Fenzl. 
Erste Abtheilung. Mit drei Steindrucktafeln, p. 33—68. 

III. Scaphirhynchus, eine neue Fischgattung aus der Ordnung der Chondropterygier mit freien Kiemen, 
beschrieben von Jacob Hecke 1. Mit einer Steindruektafel. p. 68 78. 

IV. Beiträge zur Kenntniss der lemäenartigen Crustaceen, von Vincenz Kollar. Mit zwei Kupferta- 
feln, p. 79_92. 

V. Ueber die sogenannten versteinerten Ziegenklauen aus dem Plattensee in Ungarn, und ein neues, 
urweltliches Geschlecht zweischaliger Conchylien, von Paul Parts eh. Mit zwei Steindruckta- 
feln, p. 93_102. 

VI. Entwurf einer systematischen Anordnung der Schildkröten nach den Grundsätzen der natürlichen Me- 
thode, von Leopold Fitzinger. p. 103 128. 

VII. Bemerkungen über die Flora der Südseeinseln, von Stephan Endlicher. Erste oder botanische 
Abtheilung. Mit vier Kupfertafeln, p. 129—190. 

AlII. Planaria Ehrenbergii, von Dr. Gustav Woldemar Focke. Mit einer Kupfertafel, p. 191 — 206. 
IX. Decas Orthopterorum novorum. Descripit Augustus Fridericus Comes Marschall. Mit 

einer Kupfcrtafel. p. 207—218. 
X. Ueber einige neue oder nicht gehörig unterschiedene Cyprinen , nebst einer systematischen Darstel- 
lung der europäischen Gattungen dieser Gruppe, von Jacob He ekel. Mit zwei Kupfer- und einer 
Steindrucktafel, p. 219—234. 
VXI. Monographie der Gattungen Amphistoma und Diplodiscus , von Dr. Carl Moriz Diesing. Mit zwei 

Kupfer- und einer Steindrucktafel, p. 235 260. 

XII. Monographische Darstellung der Gattung Acipenser, v. L. J. Fitzinger und J, Heckl. Mit 
sechs Steindrucktafeln, p. 2J^1 326. 

XIII. Species Insectorum Coleopterorum novae. Descripit Vincentius Kollar. 31it einer Kupfertafel, 
p. 327—336. 

XIV. Monographie der Mollugineen und Steudelieen, zweier Unterabtheilungen der Familie der Portulaceen. 
Nebst einem Zusätze zur Abhandlung über Acanthophyllum. Von Dr. Eduard Fcnzl. Mit einer 
Steindrucktafel, p. 337_384. 



VERSUCH 



E 1 N K n 



MONOGRAPHIK DER GATTUNG 



PENTASTOMA 



Dr. CARL MOR1Z DIESING. 



Mit 4 Kupiert a fe In. 



Einleitung. 

"er berühmte französische Veterinär Chabert war der Erste, der eine Art der Gattung Pen- 
tastoma in der Stirnhöhle eines Pferdes zu Paris im Jahre 1787 entdeckte, und unter den Na- 
men rrte/w'a lanceole beschrieb. Zwei Jahre spater machte Abilgard eine zweite Art bekannt, 
die er auf der Oberfläche der Leber eines Bockes gefunden hatte, und Taenia caprina nannte. 
In demselben Jahre (1789) fand Fr öl ich die dritte Art in der Lungensubstanz eines Hasen, 
die er unter den Namen Linguatula serrata beschrieb. Eine vierte Art wurde 1799 von A I e- 
xander v. Humboldt zu Cumana im mittägigen Amerika in den Lungen von Crptalm 
Durissus entdeckt, und zuerst als Echinorhynchus > dann als Distoma, und endlich als Poro- 
cephalus Crotali beschrieben. Die fünfte und letzte Art wurde von Le Gallo is zu Paris in 
den Lungen eines Meerschweinchens gefunden, und von Bosc im Jahre 1810 unter den Namen 
Tetragulus Caviae bekannt gemacht. 

Diess war die Gesammtzahl der bekannten Arten bis zu dem Zeitpunkte, wo durch Rndo 1- 
phi die Systematik der Binnenwürmer auf eine wissenschaftliche Basis begründet, und die früher 
zerstreuten Arten nach ihren gemeinsamen Merkmahlen in eine Gattung unter den Namen Pen- 
tastoma vereinigt wurden, ohne dass sich die Anzahl der Arten selbst durchRudolph i eines Zu- 
wachses zu erfreuen gehabt hätte. Erst fünf Jahre später wurde wieder ein Pentastoma von 
Creplin *) zu Greifswalde an der Oberfläche der Leber einer gemeinen Hauskatze aufgefunden, 
welches von ihm für eine neue Art gehalten und Pentastoma Ferae genannt wurde, obgleirh es, 
wie wir unten zeigen werden, von Pentastoma denticulatuni nicht verschieden ist. Im Jahre 
1828 endlich entdeckte mein verehrter Freund Herr Prof ess or Czermak in der Lunge von 
Python Tigris eine wirklich ausgezeichnet neue Art, die er der k. k. Sammlung zum Geschenke 
machte, und die von mir im Verlaufe dieser Blätter unter den Namen Pentastoma moniliformc 
beschrieben werden wird. 

Einem in der Schule des Wiener k. k. Hof - Naturalien-Cabinetes gebildeten, auch um 
andere Zweige der Zoologie hochverdienten österreichischen Reisenden war es vorbehalten, niehl 
nur die Anzahl der Arten von Pentastoma beträchtlich zu vermehren, sondern auch durch 
höchst genaue , in einem fernen Himmelsstrich während der Gefahren einer beschwerlichen und 
vieljährigen Reise angestellte Beobachtungen, die wichtigsten Erfahrungen über das Vorkommen 
dieser in unseren Klimaten so seltenen Thiere zu sammeln. Durch die von Herrn Johann Nat- 
ter e r während seiner auf Allerhöchsten Befehl in Brasilien unternommenen Reise für das k. k . 



*) Chabert Traite des maladies vermineuses dans les animaux. Sccond. edit. Paris. 1787. 8. A b i I g a a r d, Zoo- 
logia danica. Vol. III. Fröli cli, im Naturforscher, Band 24. und 25. Alex. v. Humboldt, \iiMchtcn der 
Natur. Tübingen. 1808 und 2. Auflage. 1826. Recueil d' observalions de Zoologie et d' anatomie comparii, f'asc. B et 
6. Paris. 1809. Bosc, Bulletin de la soc. Philomath. 1811. N. 44. Rudolphi, Synopsis cnto/.oorum. Bcroiin. 
1819. C r cplin, novae observaüones de entozois. Berolini, 1819. 

1 • 



H DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 

Hof- Naturalieu-Cabinet zusammengebrachte in ihrer Art ganz einzige Sammlung von Binnenwür- 
mern, über deren Umfang ich an einen andern Ort einige Notizen bekannt gemacht habe *), 
und mit deren Sichtung, Aufstellung und Bestimmung ich im Auftrage des Herrn Directors und 
Regiei ungsrathes Ritter von Schreibers, der dieser so wichtigen Abtheilung der k. k. Samm- 
lung seit ihrer eisten Begründung durch ihn , und durch meinen ho chgef eierten und unvergess- 
lichen Lehrer, Dr. Bremser, seine aufgeklärte Vorsorge ununterbrochen widmet , seit mehre- 
ren Jahren beschäftigt bin; wurde ich in Stand gesetzt eine Monographie dieser Gattung in 
nachfolgenden Blättern zu bearbeiten. Möge diess auf eine des mir zu Gebote stehenden Ma- 
teriales nicht unwürdige Weise geschehen sein. 

Ueber das Vorkommen der Gattung Pentastoma. 

Die Gattung Pentastoma ist meines Wissens bisher nur bei Thieren mit Skelet gefunden 
worden; doch macht davon eine höchst merkwürdige Ausnahme die ganze Classe der Vögel. 
wo nur in dem Magen von Ardea Cocoi dieses Thier einmal, und da nur parasitisch als Ueber - 
bleibsei eines schon halb verdauten Fisches gefunden wurde **). In Europa sind diese Thieie. 
übrigens nur in Säugethieren (meist Hausthieren) beobachtet worden , und kommen in densel- 
ben auch nur selten vor , während sie im. tropischen Amerika sowohl in Amphibien als 
Fischen häufig entdeckt wurden, wie denn überhaupt das Vorkommen dieser Gattung in der heis 
sen Zone Amerikas (über andere Welttheile fehlen uns leider noch alle Beobachtungen ***), bei 
\\ eitern häufiger ist als im gemässigten Himmelsstriche, und sich beinahe wie 6zul verhält. Die Ar- 
ten mit zusammengedrücktem Körper (P. taenioides „ subtriquetrum, denticulatum und serratum ; 
sind nach den bisherigen Erfahrungen allein auf Säugethiere beschränkt , und scheinen mit Ausnah- 
me von P. denticulatum, nur in Europa vorzukommen. Letztere Art ist zugleich in mehreren ame- 
rikanischen oder in Europa acclimatisirten Säugethieren (Cavia Cobajüj Hjstrix cristatiijC apra 
americanajrmd auch in unseren einheimischen Ochsen und in der gemeinen Hauskatze beobach- 
tet, und auch in Brasilien selbst, jedoch nur parasitisch im Magen des Bisamschweines gefun 
den worden. Pentastoma subtriquetrum, eine Art welche durch die Form ihres Körpers die Ab- 
theilung der plattgedrückten Pentastomen mit den stielrunden zu vermitteln scheint, ist ein ein 



') Ueber zwei neue Gattungen von Binnenwürmern aus Brasilien, in den medic. Jahrbüchern des k. k. oester- 
reichischen Staates, neuester Folge Band VII. St. 1. 

**) Auch andere Gattungen von ßinnenwürmern kommen ausser ihrem ursprünglichen Aufenthaltsorte bei an- 
deren Thieren, und zwar in solchen Organen, in welchen sie nicht zu hausen pflegen, parasitisch vor. Am 
häufigsten ist diess mit dem Biemenwurm {Ligida) der Fall, der ursprünglich in der Bauchhöhle von Fischen 
vorkommt, die er häufig ganz ausfüllt, und auch nicht seilen im Magen und Darmkanal fischfressender Vögel 
erscheint. Das Merkwürdigste dabeiist, dass er in diesen warmen seeundären Aufenthalte nicht nur eine 
geraume Zeit verlebt, sondern auch seine Organe eine Entwickelung und Ausbildung erreichen , wie diess in der 

Bauchhöhle von Fischen nicht zu geschehen pflegt. So fand ich im September 1826 im Magen eines Falco 

Buteo unter den Ueberbleibseln einer verschluckten Maus viele Individuen des Cysticercus longicollis. 
also dieSpecies einer Gattung, die nur bei Säugethieren und zwar nie im Magen, sondern zwischen den Muskeln, 
auf der Leber, und bisweilen im Auge angetroffen wird. Der Vogel war seit zwei Tagen todt , aber die er- 
starrten Würmer, in lauwarmes Wasser gebracht , lebten für kurze Zeit wieder auf und bewegten sich lebhafl. 

***-) Ueber das Vorkommen von Binnenwürmern in No rd-A f r i k a sehen wir den Mittheilungen des Herrn Prof. 
F.hrenberg, der eine grosse Menge derselben von seiner Reise mitbrachte, mit Ungeduld entgegen. 



DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. I 

ziges Mal im Rachen eines transatlantischen Krokodills gesehen worden. Dagegen sind die 
Arten mit stielrundem Körper ohne alle Ausnahme auf Amerika beschränkt, und kommen alle 
(ausser Pentastoma subcylindricum ^ welches nur in Säugethieren gefunden worden ist) nur in 
Thieren mit kaltem Blute vor. Bei Fischen ist bisher nur Pentastoma gracile gefunden worden ; 
wir besitzen diese Art jedoch auch aus Amphibien , in welchen sie aber ungleich seltener zu sein 
scheint. Pentastoma proboscideum _, oxjcephalum > megastomuni und furcocercum sind bloss 
bei Amphibien angetroffen worden, und zwar am häufigsten bei Ophidiern. 

Man findet diese Würmer bei Säugethieren in der Stirnhöhle , im Kehlkopf, in den Lun - 
gen und den Luftröhren , in der Brusthöhle , frei in der Bauchhöhle, oder auf der Leber einge- 
kapselt. Bei Amphibien in der Lunge , zwischen der Magenhaut und ausserhalb des Magens frei , 
oder in besondern Kapseln eingeschlossen, endlich im Gekröse, auf dem Darmkanal selbst, oder 
auf der Leber, und selbst zwischen den Muskeln. Bei Fischen (in welchen sie zuerst vonNatte- 
rer aufgefunden wurden) sind sie aussen auf dem Darmkanal einzeln in Kapseln eingeschlossen, 
auf dem Eierstock (Rogensack) j Gekröse, auf der Leber, meist von einer häutigen Hülle umge 
ben angetroffen worden. 

Anatomie der Gattung Pentastoma. 

Die erste anatomische Deutung der inneren Organe von Pentastoma verdanken wir Herrn 
Alexander v. Humboldt in seiner angeführten Abhandlung über Porocephalus Crotali, 
die zweite dem Freiherrn Cuvier, der sich über Pentastoma taenioides nur beiläufig aus 
sprach. Dieselbe Art wurde später von Herrn v. Nordmann zerlegt, das Resultat seiner Un- 
tersuchung jedoch nur im Allgemeinen mitgetheilt. Eine Arbeit des trefflichen, der Wissenschaft 
zu früh entrissenen Anatomen der Gattung Distoma , des Dr. Mehlis, über dasselbe Thier ist 
leider nicht bekannt geworden. Ich habe mich bemüht, in nachstehenden Blättern über den inneren 
Bau der Gattung Pentastoma das von Anderen bereits Beobachtete zu bestätigen und zu berich 
(igen, das Fehlende nach Möglichkeit zu ergänzen , und alles durch genaue Zeichnungen zu er 
läutern und zu versinnlichen, wobei ich den Beistand des vortrefflichen Künstlers Herrn 
Joseph Zehner, der mir hülfreich zur Seite stand, dankbar rühmen inuss. 

Zur Untersuchung wählte ich Pentastoma proboscideum und taenioides, von letzterer Art 
jedoch nur das Weibchen, bei welchem ich auch weniger umständlich verweilen zu dürfen glaub- 
te, da wir einer speciellen Arbeit des Herrn v. Nordmann, über diese letzte Art baldi^^ 
entgegensehen können. 

Die Aus sent he ile:Mund, Hacken gruben und Hacken, äussere männliche 
und weibliche Ges chl echtst h eile, After s / endlich die allgemeine Be- 
deckung, und über einen Theil des Gefässsysteins. 

Die bisher bekannt gewordenen Arten der Gattung Pentastoma zerfallen nach ihrer äusse 
ren Körperform in zwei leicht zu unterscheidende Abtheilungen ; bei einigen derselben ist 
nämlich der Körper drehrund , während er bei andern mehr oder minder zusammengedrückt, eine 
flache Bauchseite und eine schwächer oder stärker gewölbte Rückenseite darstellt. Alle Arten 
beider , durch zahlreiche Mittelformen verbundener Abtheilungen kommen darin überein , das* 
sieh das eine Ende des Körpers (welches wir Schwanzende nennen werden) alhnilich vi 



6 DIESL\G , MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 

schmälert, während das andere (das Kopfende) in grösserem oder geringerem Grade verdickt 

erscheint. 

Noch mit unbewaffnetem Auge , oder bei einer massigen Vergrösserung bemerkt man an 
der unteren Fläche des Kopfendes , vom äussersten Rande desselben mehr oder minder ent- 
fernt, eine fast kreisrunde Oeffnung (Mundoffnung) , und an jeder Seite derselben zwei spaltför- 
mige Vertiefungen , als Scheiden hornartiger , zurückziehbare Häckchen , die in ihrer Färbung, 
Form , Anzahl und relativen Stellung bei den verschiedenen Arten verschieden , zur Festhaltung 
des Thieres bestimmt sind. Am entgegengesetzten Ende des Körpers (dem Schwänzende) er- 
scheint eine zweite Oeffnung (der After), bei männlichen Thieren an der äussersten Spitze des 
Schwanzendes gelegen , bei weiblichen mehr von derselben entfernt und in einer Fläche mit der 
Mundöffnung , zugleich zur Ausmündung des Eierschlauches bestimmt. Unterhalb der Mund- 
öffnung und nicht weit von derselben entfernt , zeigt sich bei männlichen Individuen , in Forin 
einer kleinen Warze die Rulhe , welche die allgemeine Bedeckung durchbohrend , von dieser schei- 
denförmig wie von einer Vorhaut umgeben wird. 

Ringförmige Hautfalten, je nach den verschiedenen Arten, oder der Entwicklung der 
einzelnen Individuen, mehr oder weniger deutlich und zahlreich, bisweilen ganz und gar 
verschwindend , umgeben den Körper , ohne sich jedoch in das eigentliche Kopfende zu 
erstrecken. Die allgemeine Bedeckung erscheint dem unbewaffneten Auge vollkommen 
glatt, und erst bei einer starken Vergrösserung nimmt man auf den Hautringen eine grosse 
Anzahl warzenförmiger Erhöhungen, die wir mit Nordraann für Athemlöcher (stigmata) 
zu halten geneigt sind, wahr; bei einer einzigen Art (P. dentlculatum) sind diese Er- 
höhungen röhrenförmig verlängert , so dass die einzelnen Hautfalten wie kammförmig 
zerschlitzt erscheinen. Ausser diesen bei einigen Arten nur schwer wahrzunehmenden Er- 
höhungen auf den Hautfalten , zeigen sich bei anderen Arten sowohl an der obern als untern 
Fläche des Kopfendes deutliche, und mit einer gewissen Regelnlässigkeit gestellte warzen- 
förmige Erhöhungen, über deren Bedeutung und Verrichtung wir hier nicht abzusprechen wagen, 
die wir aber am liebsten für Analoge ähnlicher Gebilde halten möchten, die man bei Annulaten, 
und namentlich bei der Gattung liirudo > Planaria und endlich lernaeenartigeii Thieren 
geradezu Augen zu nennen , übereingekommen zu sein scheint. 

Die allgemeine Bedeckung ist weder bei allen Arten , noch bei den verschiedenen Individuen 
ein und derselben Art von gleicher Dicke. Hei Pentastoma taenioides ist der von beiden Seiten 
cgAas zusammengedrückte Leib von einer ganz feinen und durchscheinenden Haut umgeben, 
fjmiev welcher stellenweise deutliche Bündel von Querfasern erscheinen (T. IL Fig. \.)_, die 
einen grossen Theil des darunter liegenden rostfarbigen Eierschlauches , und zwar am deutlich- 
sten an der Rückenfläche durchscheinen lassen. Dagegen ist die Haut an den ziemlich scharfen, 
und durch das Hervorragen der Hautfalten gekerbten Kanten, an welchen Bauch und Rücken- 
fläche zusammenstossen , dermassen verdickt, dass sie hier undurchsichtig wird und alle Organe 
wie mit einem Rahmen umschliesst. Jede der Kerbungen dieser Kanten bildet nach Innen, mit 
der von den Querfaserbündeln freien Raum eine sackförmige Vertiefung. Weniger auffallend ist 
diese Verschiedenheit in der Dicke der Haut bei Pentastoma proboseideum > bei w elchem nur die 
Rückenfläche ein an der Spitze gabelförmiges Organ durchscheinen lässt. Bei anderen Arten ist 
die Dicke der allgemeinen Bedeckung an allen Theilen des Körpers gleichförmig undurchsichtig, 
wie bei Pentastoma denticulatum u. m. a., oder beinahe ganz durchsichtig, wie diess nament- 



DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 7 

lieh bei einer sehr merkwürdigen neuen Art, die wir Pentastoma furocercum genannt haben, 
der Fall ist. Die Färbung der allgemeinen Bedeckung wird übrigens von der Dichtigkeit dersel- 
ben, und dem geringeren oder stärkeren Durchscheinen der unter derselben liegenden Organe 
bestimmt; bei den Arten wo sie durchsichtig ist, zeigt sie verschiedene Abstufungen der brau- 
nen oder rostbraunen Farbe, während sie bei den undurchsichtigen milch- oder schmutzig-weiss 
erscheint. Uebrigens besteht diese allgemeine Bedeckung bei einer genaueren Untersuchung aus 
mehreren über einander liegenden Schichten, die obgleich sie auf das innigste mit einander ver- 
bunden sind, sich dennoch wenigstens zum Theil einzeln und gesondert darstellen lassen. 

Die äusserste Schichte oder Oberhaut (Epidermis) liess sich zwar nicht darstellen , muss 
aber der Analogie zu Folge als aligemein vorhanden angenommen werden , und ihre Existenz 
wird bei Entozoen noch insbesondere durch den Umstand erwiesen, dass bei mehreren Gat- 
tungen eine Häutung beobachtet worden ist. 

Die erste unter der Oberhaut liegende Schichte besteht aus einem häutigen Gebilde, an des- 
sen innerer Fläche röhrenartige, in der Mitte etwas erweiterte Körper entspringen , die mit dem 
einen ihrer verschmälerten Enden an dieser Schichte festsitzen, und sich durch ungemein zart- 
verästelnde Gefässe in die Hautsubstanz verlieren , während sie mit dem anderen Ende in die. 
nächste Schichte übergehen, und beide verbindend, bei einer künstlichen Trennung deiselben in 
der Mitte zerrissen werden (T. I. Fig. 3. a. und Fig. 4-. sehr vergrössert). 

Die zweite Schichte besteht aus einer unzähligen Menge kleiner, an einander gereihter Bläs- 
chen , zwischen welchen kleinere Gruppen drüsenartiger Körper erscheinen, die von den röh- 
renförmigen Organen eingeschlossen werden, und dürfte dem Malpighischen Schleimnetze (re- 
ticulum cutaneum oder corpus reticulare) zu vergleichen sein. (T. I. Fig. 3. b. und Fig. 5. sehr 
vergrössert.) In der innigsten Verbindung mit dieser Schichte steht ein Gewebe (die eigentli- 
che Hautj cutis) von sich wechselseitig durchkreuzenden Hautmuskeln , zwischen denen man 
das dem Malpighischen Schleimnetze vergleichbare Gew ebe, mit den in den Röhren eingeschlos- 
senen drüsenartigen Körpern erblickt. (T. I. Fig. 3. c. und Fig. 6. sehr stark vergrössert j mil 
fVcglassung der Drüsen.) 

Die letzte innerste Lage endlich bilden Gelasse , die aus Längsfasern bestehend, zu beiden 
Seiten der Bauchfläche in einen Bündel vereinigt liegen, und ohne sich zu verzweigen, in gerader 
Richtung vom Kopfende bis zur Schwanzspitze herabsteigen , wo sie eine Falte bildend, in der- 
selben den untersten Theil des Magens einschliessen. (T. /. Mg, 3. d. und Fig. 10. sehr ver- 
grössert. Fig. 7.) * 

Verdauungsorgane und G e f ä s s s y s t e in. 

Die Verdauungsorgane der ersten Wege zerfallen bei der Gattung Pentastoma in eine Spei 
»eröhre, einen Magen und in einen kurzen Darmcanal. 

Am Grunde der auf der Bauchseite etwas unter dem Kopfrande liegende Mundöffnung ent 
steht die nur seh"- kurze cylindrische Speiseröhre, die sich schief abwärts gegen die Rücken 
fläche erstreckend, in den kolbenförmigen, nach oben stark gewölbten Magen einmündet. (T. /. 
big. 8. und 9.) Der Magen, beinahe die ganze Körperlänge einnehmend, bei den Weibchen von 
dem Eierschlauche vielfältig umwunden, bei den Männchen aber von dem männlichen G< 
schlechtsapparate begleitet, verläuft, nachdem ei sich allmählich verschmälert, in einen ausseist 
kurzen Darmcanal, der bei den Männchen gerade in den an der Schwanzspitze gelegenen AJftei 



DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PEXTASTOMA 

mündet, bei den Weibchen aber schief abwärts nach der Bauchfläche gerichtet, diese Mündung 

erreicht. (T. I. Fig. 2. und & — \\.) An der inneren Fläche des Magens bemerkt man 13 15 

stark hervorspringende Längefalten, die sich in ihrem Verlaufe nicht selten sparrig theilen, an 
der äusseren Fläche des Magens gar nicht Mahrgenommen werden können , und wahrscheinlich 
durch die Verwachsung zweier Flächen der äusseren Magenwand entstellen; zwischen diesen 
Falten ist die Magenhaut durchsichtig. (T. I. Fig. 12j In der Magenhöhle selbst wurde eine 
braune geronnene Masse von unbestimmter Form gefunden. Den ganzen Magen umgibt eine 
äusserst zarte Gefässhaut, die an der Bauch- und Rückenseite auf das innigste mit der äussern 
Magenwand verbunden ist , nach Rechts und Links aber frei, etwas von derselben absteht , so 
dass sie bei flüchtiger Betrachtung einem am Magen herablaufenden Geiässstamme ähnlich sieht. 

(T. I. Fig. 13 ■) In diesem Gewebe bemerkt man Gruppen von 10 12 Gefässen, die nach 

einen Punkt sternförmig zusammenlaufend, von dort einen röhrenförmigen Fortsatz ausschicken, 
»ler in die eigentliche Haut reicht, und dort mit den erwähnten, die äusseren Hautschichten 
durchsetzenden röhrenförmigen Gefässen in Verbindung tritt, und als solche in der äussersten, von 
der Oberhaut unmittelbar bedeckten Schichte durch feine Verzweigungen endet. (T. I. Fig. 15 «J 

Die Lage und Gestalt der Verdauungsorgane bei Pentastoma hat die grösste Aehnlichkeit 
mit der Organisation der Rundwürmer _, und nur die Richtung und Einmündung der Speiseröhre 
ist verschieden, indem bei allen Gattungen der Rundwürmer die Speiseröhre, als Fortsetzung des 
an der äussersten Spitze des Kopfendes gelegenen Mundes, vollkommen gerade ist, während sie 
hier von der an der Bauchseite gelegenen Mundöffnung schief abwärts steigen muss , um den 
von der Schwanzspitze gerade aufsteigenden Magen zu erreichen. Ein wesentlicher Unterschied, 
auf den wir bei der Systematik zurückkommen werden. 

Was die Bedeutung der einzelnen Theile der so eben beschriebenen Verdauungsorgane be- 
trifft , so dürfte das den Magen einschliessende Gefässnetz dem Lymphsysteme höherer Thiere, 
die mit demselben in Verbindung stehenden drüsigen Körper dem Fettkörper der Insecten oder 
Gekrösedrüsen höher organisirter Thiere , endlich der an beiden Seiten des Magens herabstei- 
gende Bündel von Gefässen mit einer hier noch getrennten Speisesaftröhre (Cisterna chyli) ver- 
glichen werden. Lymphgefässe sind zwar den niederen Thieren ganz abgesprochen worden, es 
gibt jedoch eine Art von Gefässen an den Nahrungscanal des ScorpionSj die in sofern allerdings 
mit diesen Namen zu bezeichnen wären, als sie eine Art von Flüssigkeit aus jenen Canal in 
den übrigen Körper leiten *) . Auch bei Julus sabulosus sind ähnliche, jedoch nicht netzförmig 
iterzweigte Gefässe von G. A. Treviranus beobachtet worden, die an der äusseren Wand des 
Magens und Darmes entspringend , eine Rolle im Ernährungsprocesse zu spielen bestimmt 
scheinen * *) . 

Bei unsern Thieren scheint die in den Magen gebrachte Nahrung in Nahrungssaft umge- 
wandelt, und, während die nicht aufnehmbaren Stoffe durch den After abgehen, von den mit den 
Magenwänden in inniger Verbindung stehenden Lymphgefässen aufgesogen , und mit den 
drüsigen Organen , die sich in den Hautröhren eingeschlossen befinden, in Wechselwirkung ge- 



) G. R. Treviranus, über den Innern Bau der Arachniden. Nürnberg 1812. i 0, Tab. I. und Dr. Johannes 
Müller, Beiträge zur Anatomie des Scorpions, in Meckels Archiv für Anatomie und Physiologie. Leipzig 1828. 
'*) Treviranus, vermischte Schriften anatomischen und physiologischen Inhaltes. 1817. 2 St. 1. Heft p. 4*. 
T. VIII. Fig. 6. 



DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 9 

bracht zu werden. Wahrscheinlich erleidet der Nahrungssaft hier durch den Zutritt der atinos 
phärischen Luft vermittelst der auf der Oberfläche des Körpers vertheilten Athemlöcher eine neue 
Veränderung, die hier in Ermanglung eines eigentlichen Darmcanals mit der Chjlification ver- 
glichen werden dürfte. Höchst wahrscheinlich verbindet sich das dem Magen umgebende, und 
mit allen anderen Organen in Verbindung stehende Gefässnetz auch mit den oben erwähnten, 
an der Bauchseite herabsteigenden Gefässbündeln, die das untere Ende des Magens wie in einei 
Falte einschliessen , und die hier wahrscheinlich die Stelle einer SpeisesaftrÖhre vertreten. Lei- 
der waren wir nicht im Stande die Bedeutung dieser Gefässe mit Bestimmtheit zu ermitteln . 
da es uns nicht gelingen wollte, ihren Zusammenhang mit den übrigen Organen zu erschauen ; 
und sehen daher den von Nordmann an lebenden Thieren gemachten Beobachtungen mit Un- 
geduld entgegen. 

Ueber die Geschlechtstheile und die Eier. 
Die Gattung Pentastoma wurde von Rudolphi in eine Ordnung der Binnen würmer ge- 
stellt, welche sich durch das Vorhandensein zweier Geschlechter in einem Individuum auszeichnet. 
Neuere Untersuchungen namentlich von Cuvier, die später von Mehlis und Nordmann be- 
stätigt wurden, haben jedoch dargethan, dass die Thiere dieser Gattung getrennten Geschlechtes 
sind, und diese Stellung im Systeme als irrig erwiesen. In derThat besitzen sie einen in seiner in- 
neren Struktur deutlich geschiedenen, höchst zusammengesetzten Geschlechtsapparat , und der Ge- 
schlechtsunterschied kann sogar als ein äusserer angesehen werden, als nicht nur die etwas ver 
schiedene Lage des Afters bei beiden Geschlechtern, sondern auch das Hervortreten einer Ru- 
the bei den Männchen dieselben hinreichend charakterisiren, wozu noch der Umstand kommt : dass 
wenigstens bei einigen Arten die Weibchen grösser sind als die Männchen. 

1. Die männlichen Geschechtstheile. 

Die männlichen Geschlechtstheile bestehen aus äusseren und inneren. Von den äusseren . 
der unterhalb der MundöfFnung und innerhalb des ersten und zweiten Leibringes die allgemeine 
Bedeckung durchbohrenden, fast kegelförmigen Ruthe haben wir bereits gesprochen, und kün 
nen sogleich zur Beschreibung der inneren übergehen. In der Nähe des Afters entspringt der 
spindelförmige Hoden, der sich allmälich verdickend , dem Magen parallel gerade gestreckt , bei- 
nahe die Hälfte der ganzen Körperlänge erreicht. (T. I. Fig. 8 und 16. ) An den dickeren, et- 
was abgerundeten Ende desselben entsteht der Oberhoden (epididjmis), in Form einer feinen 
Röhre, die sich Anfangs nach Links wendet, dann wider nach Rechts abweichend gerade auf- 
steigt, und in ein beinahe herzförmiges Knötchen endet. ( T. I. Fig. 16 und 17 .) Ueber diesem Knut 
chen entspringt ein gabelförmig gespaltenes Organ, das ausführende Samengefäss (vas deferens 
sivc efferens), dessen fast cylindrische Schenkel beinahe von gleichem Durchmesser mit den 
eigentlichen Hoden sind, und die den oberen Theil des Magens umfassend, dort wo sie di« 
vordere , der Bauchseite zugekehrte Wand desselben erreichen, in die eiförmigen Samenbläschen 
übergehen, die von ihrer Basis eine wurmförmige Verlängerung, fast von gleicher Länge mit 
dem ausführenden Samengefäss ausschicken. (T. 1. Fig. 8, 16, 17 und 18 J. Seitlich an den 
Samenbläschen entsteht die getheilte Ruthe, deren Schenkel sich an ihrer Spitze verbindend 
die allgemeine Bedeckung durchbohren, und von derselben wie von einer Vorhaut umgehen, an 
der Oberfläche der Bauchseite in Form einer warzenförmigen Erhöhung erscheinen. (T. F. F/p. 8. 

2 



10 DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 

Am Grunde der Verbindung beider Schenkel der Ruthe bemerkt man noch zu jeder Seile der- 
selben einen kleinen birnförmigen Anhang , den man entweder für ein Analogon der Vorsteh- 
drüse (prostata), oder für ein zweites Samenbläschen halten kann. (Tab. I. Fig. 16., 17 und 18.J 

Die Gestalt der Samenblase und ihr wurmförmiger Fortsatz erinnert auffallend an den Bau 
dieses Organes, wie es von Bojanus bei Amphistoma triquetrum dargestellt worden ist *) . 
Bei diesen letzteren Thieren nämlich entstellen an der Samenblase acht gabelförmig getheilte 
Fortsätze, die 'bei einer anderen Art derselben Gattung (Ampi histoma conicum) unter sich zu 
einen kugelförmigen Körper verwachsen sind, und von L aurer irrig für einen Hoden gehalten 
wurden **). 

Im Hoden selbst wurde eine körnige Masse , die bei starker VergrÖsserung wieder aus klei- 
neren Kügelchen zusammengesetzt erscheint, gefunden. (T. L Fig. 19J Bei lebenden Exempla- 
ren von Pentastoma taenioides sah Melius wie auch Nord mann, sowohl im Hoden als in 
den Samengängen Spermatozoon von Cercarienform und nicht unbeträchtlicher Grösse, wie 
auch solche bei Eckinorhjnchus gigas _, polymorphus , und einigen Ascariden beobachtet 
worden sind. 

II. Die weiblichen Geschlechtst heile und die Eier. 

Nicht weniger zusammengesetzt und entwickelt als die männlichen Befruchtungsorgane sind 
die Geschlechtstheile des Weibchens. Am After beginnend erstreckt sich der gerade Eierstock 
an der Rückenseite des Magens weit über die Hälfte der ganzen Körperlänge , wo er sich ga- 
belförmig theilend, gerade wie die ausführenden Samengefässe des Männchens den Magen um- 
fasst, und sich nach der Bauchseite desselben wendet. Aeusserst feine Gefässe verbinden seine 
Rückenseite der ganzen Länge nach mit der innersten Schichte der allgemeinen Bedeckung, 
und entfernt man ihn von dieser, so bemerkt man an ihr eine lichtere Stelle. (T. I. Fig. 21 ■) 
Eine äusserst zarte Membran bildet die äussere Hülle dieses Eierstockes , innerhalb welcher der 
die Eier tragende Stamm aufsteigt. Dieser erscheint gerade und einfach, an den Rändern von 
den in kleine längliche Vierecke zusammengeballten Eiern bedeckt, während in der Mitte auf 
beiden Flächen eine leere Linie herabläuft. (T. IL Fig. ^.J Entfernt man die zusammengeball- 
ten Gruppen von Eiern , so erscheint der Träger als ein lang gestrecktes Gefäss , welches sei- 
nen Hauptstamin auf beiden Seiten in kurze, wieder vielfach getheilte Aeste verzweigt, an denen 
die Eier wie auf Stielen aufsitzen; der Hauptstamm, den wir einmal an einer Stelle zufällig 
gespalten gefunden haben, ist eine hohle Röhre. (T. IL Fig. 5.J Dort wo die Schenkel des, 
an seiner Spitze gabelförmig getheilten Eierstockes , die der Bauchseite zugekehrte Wand des 
Magens erreichen , münden sie in die zweihörnige Gebärmutter, die am Grunde der Speiseröhre 
noch über dem Anfange des Magens beginnt. (T. IL Fig. 2 und 3j Die Verbindungsstelle des Eier- 
stockes und der Gebärmutter ist meist ohne Eier, und daher durchsichtig. In der Mitte der Ge- 
bärmutter an der Verbindungsstelle der beiden Hörner derselben, beginnt der ausnehmend lange 
(bei Pentastoma proboscideum 3 % Schuh) Eierschlauch , der in unzähligen Windungen den 
Magen umschlingt , und gemeinschaftlich mit dem Darmkanal an den After mündet. (1\ L Fig. 2 , 
10 und 11. T. IL Fig. 2.) 



') Bojanus, Entliclniinthica ; in der Isis 1821. S. Heft, p. 1GC und 167 Tab. II. Fig. 16 und 17. 
**) L aurer, de Amphistomo conico. GripTii'ae, 1850 l 0, p. 1?>. Fig. St e e. Fig. 24 et 25 1> b. 



DIESING, MONOGRAPHIE DER GAT1ENG PENTASTOMA. »l 

An derselben Verbindungsstelle der Gebärmutterhörner , von welcher der Eierschlauch be- 
ginnt, befindet sich zu beiden Seiten desselben und parallel mit den Hörnern der Gebärmutter, 
ein anderes eigenthümliehes Organ von ovaler Form, und sowohl mit der Gebärmutter selbst, ate 
auch mit dein Eierschlauche in innigem Zusammenhang. (T. II. Fig. Sundl.) Den inneren Raun» 
dieser Körperchen erfüllt eine gleichförmige undurchsichtige Masse, die in den Eierschlauch 
übergeht. , (T. II. Fig. $.) Wahrscheinlich ist sie im Leben flüssig und durchscheinend, bei 
einen Individuum war sie nur in dem einen dieser Körper vorhanden , aus dem andern aber 
gänzlich verschwunden, bei einem Exemplar von P. taenioides aber bereits aus beiden vei 
schwunden. 

Was die Bedeutung dieses Organes betrifft, so scheint der verschiedene Zustand der 
Entwicklung der Eier, wie er im Eierstocke, der Gebärmutter und endlich im Eierschlaiuht 
bemerkt werden kann, darauf hinzudeuten; dass es zur Bildung des Eiklares und der ausser 
sten Hülle bestimmt sei. Die noch im Eiertocke befindlichen Eier bestehen nämlich aus einer 
einzigen sackförmigen Hülle, die am Grunde mittelst eines kurzen Stielchens an den Aestchen 
des Eierstockes befestiget ist *) . In der Gebärmutter ist dieses Stielchen bereits verschwunden 
und die noch einfache Hülle umschliesst eine innere körnige Masse (den Dotter), von der sie 
ganz erfüllt ist. Bei den bereits in den Eierschlauch gelangten Eiern aber ist die den Dotter 
umschliessende Haut bei weitem weniger straff anliegend, und wird von einer zweiten umgeben, 
und der Zwischenraum zwischen beiden Häuten, von denen man die äussere mit dem Chorion. 
die innere aber mit dem Amnion des Eies höherer Thiere vergleichen darf, wird von einer 
nicht unbedeutenden Menge von Flüssigkeit (Eierklar) erfüllt. Die unbestimmten Vermuthungen 
von Mehlis**) und Laurer***) über die allmählige Ausbildung der Eier von Distoma und 
Amphistoma in den verschiedenen Theilen des weiblichen Geschlechtsapparats, wird Avenigstens 
von unserer bestimmten Beobachtung der verschiedenen Zustände derselben bei Pentastoma hin 
länglich bestätiget. 

Der Bau der weiblichen Geschlechtsorgane von Pentastoma taenioides weicht von dem, wie 
wir ihn so eben aus Pentastoma proboscideum beschrieben haben, in mehreren unwesentlichen 
Puncten ab. Die Eier befinden sich bei dieser Art mehr an den Rändern des Eierstockes, sind 
gleichmässig über dieselben vertheilt, und nicht in Gruppen zusammengeballt; der leere Zwi- 
schenraum in der Mitte ist breiter, und einmal bemerkten wir, dass die beiden Randreihen siel] 
in der Mitte kreuzen. (T. II. Fig. \±.) Die Theilung des Eierstockes ist hier minder gab«]. 



") Eine ähnliche stiel förmige Verlängerung habe ich auch am Grunde des Eiersackes von Apidogasta 
limaeoides bemerkt und abgebildet, m. s. med. Jahrb. des k. k. ästen: Staates etc. , neueste Folge Vll. Bd. 
III. Stck. 1834. p, 420. sq. Die ovalen Eier von Monostonia verrueosum sollen nach C. Th. v. Siebold's Be- 
merkung sogar an beiden Enden einen ungeheuer langen dünnen Anhang besitzen, der an die Allantois <!<■> 
Wiederkäuer erinnert. M. s. Wiegmann's Archiv der Naturgeschichte J835. /. 56. in der Anmerkung. 
) Mehlis, D. Ed. Observationes anatomicae de Distomate hepatico et lanceolato. Goettingae, 1823. Polio < 
tab. aena. p. 30 et 34. Deutlicher erscheint dieses Organ in einer Abbildung des weiblichen Geschlcehlsappa- 
rates des Distoma haepalicum von Bojanus (Isis 1321. 2. Heft p. 178 T, 2. Fig. 21. n. o f. 23. n. o.), wo es auch 
mit der Gebärmutter in unmittelbarer Verbindung steht. Bojanus bedient sich des Ausdruckes vesiculat 
multißdae, ohne sie jedoch näher zu deuten. Ich zweifle nicht, dass sie mit dein Organe der Eierklarbil- 
dung bei Pentastoma von gleicher Bedeutung sind, und mache hier künftige Beobachter dieser Art auf dl. 
Verschiedenheit der Eier im Eierstocke und im Eierleitcr aufmerksam. 

* ■') Laurer, 1. c. p. 16 et 17. 



■> 



12 DIESENG, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 

förmig, indem die Schenkel desselben lange schlappe Fäden bilden, die den Magen umfassen, 
und an der Bauchfläche fortlaufend, in die ebenfalls etwas länger gedehnten HÖrner der Gebär- 
mutter ausgehen. Die an dein Vereiiiigungspuncte der beiden Gebärmutterhörner befindlichen 
sackförmigen Organe, sind hier lange schmale Beutel, die bis an die Theilung des Eierstockes 
heruntei hängen, und an ihren etwas auswärtsgebogenen Enden abgerundet sind. Auch wurden 
sie, wie bereits erwähnt worden, bei dieser Art leer und vollkommen durchsichtig gefunden. 
Die Dottermasse des Eies ist hier mehr in die Länge gezogen und von rostbrauner Farbe, 
während sie bei der vorigen Art mehr lichtgelb erscheint. Die gemeinschaftliche Dotterhaut liegt 
hier knapp an, die Ausmündung des Eierschlauches bietet keine Verschiedenheit dar. 

Der Eierschlauch von Pentastoma proboscideum ist, wie wir oben bemerkt haben, 3Y2 Schuh 
lang. In einem, eine Linie langen Stück desselben, zählten wir über 200 Eier, was für den 
ganzen Eierschlauch eine Gesammtzahl von 100,800 Eier gibt. Hierzu kommt noch die Zahl der 
Eier im Eierstocke und in der Gebärmutter, und wenn wir den, von einer gemeinschaftlichen 
Hülle umschlossenen körnigen Inhalt nicht als einfach, sondern wie diess bei Amphistoma, 
Distoma und mehreren anderen Binnenwürmern , endlich den meisten Zoophyten , vielen Mol- 
lusken, und mehreren Anneliden der Fall ist, aus vielen Dottern oder eben so vielen Embryonen 
zusammengesetzt , ansehen müssen ; so werden wir die Anzahl der letzteren in einem einzigen 
Thiere auf mehrere Millionen anschlagen können *) . 

Dass Thiere, die mit einen so ausgebildeten und deutlich getrennten inneren Geschlechts 
apparat und äusseren Geschlechtstheilen versehen sind, eine innige Geschlechtsverbindung ein- 
gehen, unterliegt um so weniger einem gegründeten Zweifel; als eine solche Verbindung bei 
mehreren Gattungen von Binnenwürmern, wie bei Phjsaloptera und Strongjhcs, die man nicht 
selten in dem Acte der Begattung angetroffen hat, wirklich beobachtet worden ist. Auf der 
anderen Seite ist es nicht in Abrede zu stellen, dass ein solches Zusammentreffen männlicher 
und weiblicher Individuen, die sehr oft vereinzeint und abgeschlossen in ganz verschiedenen und 
nicht zusammenhängenden Theilen des thierischen Leibes , den sie bewohnen, angetroffen wer 
den, in vielen Fällen nicht nur äusserst erschwert , sondern ganz und gar unmöglich gemacht 
werde. Man wird daher w ohl noch immer gezwungen sein , anzunehmen ; dass es ausser der 
normalen Entstehung durch befruchtete Eier, die ausserhalb des Mutterleibes durch die eigen 
thümliche Wärme des Organismus, den sie bewohnen, ausgebrütet werden , noch andere \ er 
mehrungsw eisen gebe, und ich zweifle keinen Augenblick, dass die schaffende Natur in solchen 
Theilen des Thierleibes , in welche, wie in die Bauch- und Brusthöhle, den Herzbeutel oder 
das Auge u. 111. a. , unmöglich ein Ei dringen kann; im Stande ist, aus formlosen Stoffen einen 
selbstständigen Organismus hervorzubringen ; obgleich ich sehr wohl weiss , wie sehr diese 
Ansicht der herrschenden Lehre der neuesten deutschen Schule entgegen ist, die durch Wieder 
aufnähme eines von unseren Vätern glücklich beseitigten Vormtheils . einen gefährlichen Schritt 
rückwärts in der philosophischen Ansicht der Natur gethan hat. 



*) Rei amphistoma conicum hat Laurer in jedem Eie gegen 60 Dotter gezählt. In den gestielten Eiern der Pla- 
narien die v. Raer Rapselchen nennt, sind i_8 Embryonen enthalten (Jet. nat. curiusos. Vol. XIII. 
pars IL p. 720) und nach Wcber's Reobachtungen entstehen aus jedem Eie des medicinischen Blutegels 
6—10 junge Thiere; {über die Entwkkeltmg des med. Bfmtegtfs , m Merkels Archiv über Anatomie und Phr- 
iiplogie. Jahrg. 1858. /;. 379.) 



RIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. f* 

Ueber den inneren Zusammenhang der Hacken. 

Von den vier unter dem Kopfende liegenden Hacken, ist jeder in das etwas abgeplattete 
der Bauchseite zugekehrte Ende eines beinahe kugelförmigen Körpers eingesenkt. (T. I. Fig. 22.) 
Es wäre wohl am geeignetsten diesen Körper für eine eigene Drüse zu halten y es lässt sich 
jedoch durchaus keine Gefässverbindung in denselben nachweisen, auch scheinen die Hacken 
weder hohl, noch an der Spitze mit einer OefFnung versehen zu sein, obgleich diess bei der 
Kleinheit des Gegenstandes nicht mit Bestimmtheit auszumitteln war. 

Unterhalb der Mittellinie dieses kugelförmigen Körpers, entspringen rings um denselben, 
an acht Stellen , eben so viele Bündel von Muskelfasern, die sich in eine, den Raum des Kopf- 
endes ausfüllende häutig-zellige Masse verlieren. Bei einem Exemplare, in welchem es gelun- 
gen ist, diesen Körper vollkommen zu trennen und gesondert darzustellen, zeigten sich am 
Rande der abgeplatteten, der Bauchfläche zugekehrten Seite, zwölf lanzetförmige Lappen, von 
«leren Spitze ebenfalls, jedoch etwas schmälere Bündel von Muskelfasern entspringen, die sich 
gleich den ersteren in das Kopfende vertheilen. (T. I. Fig. 23. ) Es kann keinen Zweifel unter- 
liegen , dass diese Muskel zum Ausschieben und Einziehen der in einer Scheide befindlichen 
Hacken bestimmt sind. Wirklich beobachtete C r e p 1 i n dieses Aus- und Einziehen der Hacken bei 
seinem Pentastoma Ferae, und ich hatte Gelegenheit dieselbe Erscheinung bei einer neuen 
Art (Pentastoma subtriquetrumj, die ich im Rachen des Brillenkrokodiils gefunden habe, zu 
sehen. 

Die Hacken selbst sind bogenförmig gekrümmt, und an ihrer fast kegelförmigen Basis von 
beiden Seiten zusammengedrückt, (F. I. Fig. 24-J Ausser den Muskelfasern laufen noch Ner 
venfäden vom Cerebralganglion nach diesen kugelförmigen Körper, wie diess gleich näher be 
schrieben werden soll. 

Ueber das Nervensystem. 

Gleich mehreren anderen Gattungen von Binnenwürmern besitzt auch Pentastoma ein deut 
lieh entwickeltes Nervensystem, dessen Gegenwart bei unserer Thiergattung zuerst von Cüvier 
entdeckt, und später von Mehlis und Nordmann bestätiget wurde. An derRückenseilc de> 
Wurmes, über den Magen, dort wo die Speiseröhre in denselben einmündet, erscheint ein sein 
grosses Cerebral - Ganglion j welches die Speiseröhre wie mit einen Ring umfasst, und zahl 
reiche Nervenfäden nach allen Seiten ausschickt. An dem oberen Segmente dieses Ringes ent- 
springen vier Nervenfäden, die sich an der Speiseröhre, gegen den Mund hinauf, fortsetzen. 
und dort dem Auge entschwinden. Nach unten erweitert sich dieser Ring in einen Lappen, von 
dessen Rändern beiderseits 6 — 8 Nervenfäden nach den kugligen Körpern, in denen die Hacken 
befestiget sind, ausgehen, und dessen Ende sich in zwei starke Nervenfäden verlängert, die 
an der Rückenseite bis an die Schwanzspitze herablaufen, und durch äusserst zarte Fäden, die 
an ihnen nach allen Richtungen entspringen, mit den zunächst liegenden Theilen in Verbin- 
dung stehen. Ausser diesen beiden Hauptstämmen entspringen am Grunde des Ganglions noch 
drei andere feinere und kürzere Nervenläden, von denen der eine in der Mitte der Haupt 
stamme in den Eierschlauch, die beiden seitlichen aber in die Hörner der Gebärmutter über 
gehen. (T. II Fi^\ 19 und 1.) 



n D1ESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 

Ganz ähnlich erscheint dieses Cerebral-Ganglion bei Pd/itastoma taenioides , nur mit dem 
Unterschiede , dass hier die aus denselben entspringenden Nervenfäden vielfältig verästelt sind , 
(T. I. Ftg. 20.J ein Umstand der wohl auch mit der bei dieser Art verschiedenen Körperform in 
Zusammenhang steht. 

Alexander v. Humboldt stellte mit einen, eine ganze Stunde lebenden Exemplar von 
P. proboscideu/n zu Cumana galvanische Versuche an, deren er sich als Mittel bediente um 
bei niederen Thieren die Nerven von anderen Organen zu unterscheiden, konnte aber kein Re- 
sultat erhalten, weil er das an der Rückenseite des Thieres durchscheinende gabelförmig getheilte 
Organ für einen Rückennerven ansah , folglich auf den Eierstock wirkte. 

Ueber die Stellung im System. 

Die nunmehr in der Gattung Pentastoma vereinigten Thiere wurden anfänglich nicht nur 
in den verschiedensten Gattungen untergebracht, sondern auch diese in verschiedene Ordnun- 
gen gestellt. Da sich die älteren und ersten Entdecker wenig um Systematik kümmerten , 
brauchen wir erst mit den Vätern der systematischen Helminthologie, mit Zeder und Rud o 1- 
phi zu beginnen. Zeder in seiner „Einleitung zur Naturgeschichte der Eingeweidewür- 
mer (1803), stellt die eine der damahls bekannten Arten in die Gattung Pol j Stoma , die an- 
dere aber in die vierte Familie , die Bandwürmer , unter die Gattung Halysis. R u d o 1 p h i 
vereinigt in seiner Historia Entozoorum (1809) beide Arten unter Poljstoma j welches er 
in die Ordnung der Trematoden stellte *) . Lamarck, welcher den Namen Linguatula von 
Frölich beibehielt, wies ihm (llist. nat. a/iim. sans. vertebr. 1816 J in der Abtheilung 
vers planulaires zwischen Ligida und Poljstoma einen Platz an. Im Jahre 1819 bildete 
R u d o 1 p h i die Gattung Pentastoma , die er bei den Trematoden beliess. Cuvier, der 
ebenfalls den Namen Linguatula beibehielt, bringt sie (Regne animal 1830J in seine Ord- 
nung Cavitaires , die Rudolphis Nematoideen entspricht , zwischen Liorhynchus , und Priono- 
derma, und durch letztere Gattung zunächst an Lernaea. Wiegmann endlich und Ruth, 
in ihrem Handbuche der Zoologie (1832) stellen Pentastoma , auf M e h 1 i s und Nordmanns 
Untersuchungen gestützt , ebenfalls in die Familie der Rundwürmer (Nematoidea) und zwar zu- 
nächst der Gattung Strongylus. 

Dass sich Pentastoma in einem wesentlichen Punkte seiner Organisation , wir meinen das 
Vorhandensein eines deutlich ausgesprochenen männlichen und weiblichen Geschlechtsapparates 
in verschiedenen Individuen , von der Familie der Saugewürmer unterscheide , ist bereits er- 
wähnt worden; aber eben so wenig scheint sie in der Familie der Rundwürmer (Nematoidea) 
wie diese von Rudolphi begränzt worden ist, verbleiben zu dürfen. Auch abgesehen von der 
inneren Strucktur und Lage der Theile , sind der wenigstens bei einigen Arten platt gedrückte 
Körper, die Stellung der Mundöffnung unter der Kopfspitze, die über die Leibringe vertheil- 
ten Athmenlöcher , u. m. a. hinlänglich, sie auch von den Rundwürmen zu trennen. 



') Pentastoma uud Poljstoma unterscheiden sich sehr wesentlich dadurch , dass bei ersterer Gattung vier Ha- 
ckengruben seitlich an der Mundüffnung stehen, während sich bei letzterer Saugnäpfe am Schwanzende be- 
finden. Zeder und Rudolphi haben aber das Schwanzende von Poljstoma , mit dem Kopfende verwechselt. 
Poly stoma gehört übrigens schon durch seinen Hermaphroditismus , wirklich zur Ordnuug der Sänge- 



DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA, 



15 



Vergleichen wir aber sowohl den äusseren als inneren Bau der Gattung Pentasto- 
ma , mit dem Bau der bereits untersuchten Gattungen der Saugewürmer (Trematoda) , und den 
Rundwürmern (Nematoldea) , so ergiebt sich eine wechselweise Annäherung beider Ordnungen, 
zwischen welchen Pentastoma als Verbindungsglied in der Mitte steht , und als solches die 
Aufstellung einer eigenen Ordnung , die wir vorläufig Acanthotheca nennen , rechtfertiget. 
Die von Rudolphi zwischen Nematoldea und Trematoda gestellte Ordnung Acan- 
thocephala muss dagegen an einen andern Ort untergebracht, und als Verbindungsglied zwi- 
schen Nematoldea und Cestoidea gestellt werden. Nehmen wir die Ordnung der Blasenwürmer 
(Cystlca), als die unvollkommenste in der Klasse der Binnenwürmer, und die Rundwürmer 
(Nematoldea) , als die meist entwickelte , und verbinden sie beiderseits mit den übrigen Ord- 
nungen; so erscheinen die Binnenwürmer als ein abgeschlossener Kreis von Organismen, die 
ihrer Mannigfaltigkeit und Verschiedenheit wegen, weder eine eigne Klasse, noch eine selbst- 
ständige Ordnung , unter den wirbellosen ungegliederten Thieren bilden , sondern in 6 Klassen, 
und eben so viele Ordnungen zerfallen. Nachstehende Uebersicht mag diese Ansicht anschauli 
eher machen. 



Nematoidea. 

Ascaris, Strongylus. Filarla. 
u. m. a. 



Acanthotheca. 

Pentastoma. 

Trematoda. 

Amphlstoma. Monostoma. I) Istoma. 
u. in. a. 



Acanthocephala. 

Echlnorhynchus. 

Cestoidea. 

Tetrarhynchus. Anthocephalus. Taenla. 
w. in a. 



C y stica. 

Echinococcus. Goenurus. Cysticercus. 

Auf der untersten Stufe der Entwickelung stehen demnach die Geschlechtslosen ; auf 
einei zweiten mehr entwickelten , die Zweigeschlechtigen ; und auf der höchsten endlich, die 
der getrennten Geschlechter. 

Oie Grundform der tiefsten Stufe ist die Sphärische, die Grundform der zweiten Stufe 
schwankt zwischen Länge und Breite , während die dritte entschieden als Linie erscheint. 

Das Verhältniss und die Verwandtschaft der Binnenwünner zu den übrigen wirbellosen 
ungegliederten Thieren, werden wir nächstens insbesondere zu besprechen Gelegenheit haben. 



IG DIESOJG, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PIAT ASTOAI \. 

Pentastoma.*) Rud. 

Tacniac spcc. Chab. Linguatula Fröl. Poroeephalus Ilumb. Tetraguliis Bosc. Echmorhynchi spec. 
Braun. Halyseris Zed. Frionoderma Rud. Polystoma Rud. 

Corpus teretiusculum vel depressum. Os inter porös utrinque binos hamulum siinplicem 
vel geminatum emittentes , varie dispositos. Genitale masculum simplex papilliforme. 

Sect. I. Hamuli simplices. Corpus depressum. 

1. Pentastoma taenioides. R. Tab. III. Fig. 1—5. 
F. lanceolatum , postice attenuatum , transverse plicatum , margine crenatum ; ore sub 
tjuadrato intermedio , foveis semilunatim positis ; mare femina % minore , spiculo simplici pa 
pilloso infra os posito. 

Tenia 1 an coole Chabert Maladies vermin. IL edit. p. 39 41. 

Taenia rhinaria Pilger Handbuch der Veterinär-Wissenschaft. 2. Bd. p. 1284 S5. Greve Krank 

• heilen der Hausthiere. 1. Bd. p. 184. 
Pol y stoma taenioides Rud. hist. entozoor. T. IL P. Lp. 441. Tab. XII. f. 8 12. Rud. Bemerkun- 
gen auf einer Reise durch Deutschland etc. 2 Th. p. 23. und 41. 
Frionoderma lanceolata Cuv. Regne animal. Ed. I. T. IV. p. 35. 
Lingua tu la taenioides Lam. Anim. sans verleb. T. III. p. 174. 6. Cuvier Regne animal. Ed. IL 

T. III. p. 254. 
Pentastoma taenioides R. Synops. p. 123.432. et 577. Deslongchamps Encyclop. meth.p. 612. 

Bremser Icones p. 8. T. X. Fig. 14 16. Gurlt path. Anat. d. Haussäug ethiere. I Th. p. 376. 

T. X. Fig. 5 7. Wiegmann und Ruthe Handbuch d. Zoologie, p. 577. 

Dieser Wurm wurde zuerst von C h ab er t, und zwar vorzüglich in den Zellen des Siebbeines , bei 
Pferden und Hunden gefunden. Chabert sagt, er finde sich selten allein, gewöhnlich in grösserer An- 
zahl, vorzüglich bei Hunden; er sah bis sechs in den Zellen des Siebbeines der einen Nasenhöhle, und 
nur sehr selten findet man sie gleichzeitig in beiden Nasenhöhlen. Bei Pferden wurde er weder in der Ve- 
terinärschule zu Wien, noch zu Berlin, bis jetzt wieder gefunden , so dass Bremser und R u d o 1 p h i 
sich bewogen fanden zu glauben, diese Art sei nur dem Hundegeschlecht eigen, jedoch fand sie Greve 
später in den Zellen des Siebbeines eines Maulesels. Ausserdem wurde er vor geraumer Zeit zu Wien 
am k. k. Hof-Naturalienkabinet, in der Stirnhöhle eines Wolfs entdeckt, und neuerlich fand ihn Colin 
(Recueil de med. veterin. Paris. 1824. Tom. I. p. 399.) , im Kehlkopfe des Hundes und Wolfes. 

Beschreibung. Ein Männchen der k. k. Sammlung aus der Stirnhöhle des Wolfes , ist 
lanzetförmig, 8 Linien lang , nach vorne 1 Linie , am Schwanzende Vs Linie breit, von 
weisser Farbe. Unterhalb der fast viereckigen Mundöffnung , und dem ersten scheinbaren Glie- 



*) Ob Pentastoma oder Pentastomum , Distoma oder Distomum etc. geschrieben werden soll, darüber ist ge- 
stritten worden. N i t 2 s c h {Beitrage zur Infusorienkunde, Seite 7 .") trat zuerst gegen die hergebrachte Schreib- 
weise auf, in welcher ihm, weil die griechische Endung einen Umlaut fordert, die Kakophonie anstössig 
war, wogegen v. Baer {Beiträge zur Kenntniss der nieder n Thiere, in den act. nat. curiosor. Band. XIII. 

2. Abth.) die alte Schreibart vertheidigt. Ich würde diese Unwesentlichkeit gar nicht berührt haben, 

wenn nicht überhaupt bemerkt werden müsstc , dass der Gattungname Pentastoma ganz und gar falsch 
gebildet sei; indem in den Ausdruck %öy.a. , hier zwei ihrer Natur nach durchaus verschiedene Organe zu- 
sammengefasst werden, nämlich die einfache , meist kreisrunde Mundü/Tnung (das eigentliche 50'pa) , und die 
an jeder Seite derselben zu zweien liegenden Spalten , aus denen die einfachen , oder gedoppelten Hacken 
hervortreten , die doch wohl keine Stomata sind. .Nichts desto weniger wäre es eine unnütze Belastung der 
Wissenschaft, den nun cinmahl allgemein angenommenen Namen zu ändern. 



DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 1? 

de, stellt in der Mitte die warzenförmige Ruthe , und auf jedem Gliede eine Quei reihe von 
Athemlöchern, auf beiden Flächen. 

Das grösste Weibchen der k. k. Sammlung , aus der Stirnhöhle eines Hundes , ist an «Ire! 
Zoll und acht Linien lang , nach vorne zwei Linien , nach hinten eine halbe Linie breit , von 
blaulich oder graulichweisser Farbe , und am Rücken und der Bauchfläche von dem durchscheinen- 
den Eierschlauche rostbraun. Der Körper ist lanzettförmig , nach vorne am Rücken fast gekielt, 
o-egen das Kopfende am breitesten, gegen das Schwanzende schnell sich verschmälernd, an bei- 
den Enden gleichmässig stumpf. Die Haut der Bauch- und Rückenfläche sehr zart und durch- 
scheinend, der Breite nach gleichmässig gefaltet , am Rande verdickt, undurchsichtig und ge- 
kerbt. In jedem der scheinbaren Glieder, weiche durch diese Falten gebildet werden, eine 
Querreihe von Athemlöchern, sowohl auf der untern als obern Fläche, wie auch am Rande; nur 
auf der feinen Haut, sowohl der Bauch- als Rückenseite konnte ich sie nicht bemerken. Ungefähr 
eine halbe Linie unter dem oberen Rande des Kopfendes steht in der Quere der elliptische 
Mund, welcher in der Mitte etwas zusammengeschnürt, die Form eines stumpfwinklichen Viel- 
eckes annimmt. Seine Ränder sind aufgeworfen. Zu beiden Seiten der Mundöffnung, und mit 
dieser in einer Reihe, stehen die obern zwei spaltförmigen Hackengruben , und etwas tiefer die 
zwei anderen. Aus jeder Vertiefung ragt ein einfaches , mehr nach rückwärts gerichtetes , ge- 
krümmtes Häckchen hervor. 

Ueber die krankhaften Erscheinungen , welche mit dem Vorhandensein dieses Wurmes 
bei Pferden und Hunden verbunden sind, hat Chabert (op. cit.J vieles gesammelt, und es 
mag hier genügen auf ihn zu verweisen. 

2. Penta Stoma s üb triquetr um. Tab. III. F. 6 8. 

P. corpore subtriquetro , lateribus dorsalibus convexiusculis laevibus , ventrali planiusculo, 
transversim rugoso margine crenato ; ore orbiculari supero , foveis semilunatim positis. 

Pentastoma proboscideum e Crocodili Scleropis fauce Brems, non Rud. Brems, icon. p. S. 
T. X. F. 19_21. 

Diese Art wurde im Oktober 1821, bei einer gemeinschaftlichen Untersuchung, von Herrn Prof. 
C asparFis c her undvonmirin dem Rachen eines weiblichen Brillenkrokodills (Champsa Sclerops Wagl.) 
am k. k. Hof-Naturalienkabincte gefunden. 

Beschreibung. Das Thier war im Leben 10 Lin. lang, und 3 Linien breit , elliptisch, 
gegen das Schwanzende etwas verschmälert, von lichtrother Farbe. Der Leib stumpf dreikantig. 
Die, durch die beiden etwas gewölbten glatten Rückenflächen gebildete Rückenkante, ist stumpf, 
die beiden scharfen Seitenkanten der breitesten Bauchseite sind gekerbt, jede Kerbung mit 

einem Athemloche versehen. Die Bauchfläche mit 26 28 Querstreifen , die am Schwanzende 

nach der Mitte zu convergiren. Der fast kreisrunde , etwas oberhalb der Hackengruben liegende 
Mund, zu beiden Seiten durch eine Falte, die nach den obern Rande verlauft, von densel- 
ben geschieden. Der äusserste Kopfrand ist wie abgeschnitten. Jede der vier halbmondförmig 
gestellten Hackengruben liegt innerhalb zweier solcher Falten , die ebenfalls am äusseren 
Kopfrande endigen. In jeder Grube befindet sich ein einfacher, lichtbrauner, massig gekrümmter 
Hacken. 

Diese Art wurde von meinem hochverehrten Lehrer Dr. Bremser mit Pentastoma pro- 
boscideum Ix. zu einer Art verbunden , unterscheidet sich aber hinlänglich durch die angege 
benen Merkmale. B re ms>e r glaubte die verschiedene Form dieser Art aus dem Rachen des 

3 



18 DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 

Brillenkrokodills , und jener aus der Lunge und den Luftröhren, die er T. X. Fig. 22 2 Z 1 in 

seinem früher bemerkten Werke, durch einen Missgriff auch als aus Crocodilus Sclerops in B r a- 
s i 1 i e n gesammelt abbilden Hess , sei durch Einwirkung des Weingeistes entstanden ; nun liegt 
aber auch diese Art schon seit 13 Jahren im Weingeiste aufbewahrt, ohne ihre ursprüng- 
liche Form verändert zu haben, ja sogar die rothe Färbung des Leibes hat sich noch zum Theil 
erhalten. Besässe die k. k. Sammlung mehr als ein Exemplar dieser Art, so Hesse sich auch 
ohne Zweifel im innern Bau ein hinlänglicher Unterschied nachweisen. 

3. Pentastoma denticulatum R. Tab. III. Fig. 9 13. 

P. clavatum, ventre complanatum, dorso convexiusculum , antice emarginatum, postice 
attenuatum, apice caudali interdum emarginato, transversim annulatum, annulis fimbriatis; ore 
elliptico intermedio, foveis semilunatim positis. 

Taenia caprina Abilgard Zool. Dan. Vol. III. p. 52. T.HO. Fig.k. 5. Gmelin syst. nat. />.3069. iV.89. 
Halyseris caprina Zed. Naturgesch. der Eingeweidew. p. 372. JV. 67. 
Echinorhynchus Caprae Braun, in lit. ad Rudolph, c. ic. 

Polystoma denticulatum R. Hist. enlozoor. Vol. II. P. I. p. 447. T. XII. Fig. 7. 
T etragulus Caviae Bosc. Nouv. Bulletin de la Soc. Philomat. N. 44. p. 269. T. 2. Fig. 1. 
Linguatula denticulata Lam. Anim. sans verleb. T. III. p. 174. 2. 
Pentastoma denticulatumR. Synops.p.i2 ! i. Deslongch. Encycl. meth. p. 612. Bremser, icon. pag. 8. 

T. X. Fig. 17 18. Gurlt path. Anatomie der Haussäug et h. 1 Th. p. 377. T. X. Fig. 8_ 9. 

Wiegmann und Ruthe , Handb. der Zoologie, p. 577. 
Pentastoma emarginatum R. Synops. p. 124. et 433. Horae berolin. p. 12. 13. Deslongch. Encycl. 

meth. p. 612. 
Pentastoma Fera Creplin Nov. observ. de entozois. p. 76. 

Diese Art wurde in folgenden Säugethieren (meist Hausthieren) gefunden : 

Auf der Oberfläche der Leber einer Ziege. (Capra Hircus.) A b i 1 g a a r d. In kranken GekrÖsdrüsen und 

in der Leber. Gurlt In der Leber der amerikanischen Ziege (Capra americana.) Flormann In der Lun- 
gensubstanz eines Meerschweinchens QCavia Cobaya.) Le Gallois (bei Gelegenheit seiner Versuche über 
den Einfluss der Nerven auf die Respiration) über 40 Exemplare. — In der Lungensubstanz eines Ochsen. 

Herrmann 1825 zu Wien. In einer kleinen weissen Erhöhung auf der Leber der gemeinen Hauskatze. 

Creplin. Auf der Oberfläche der Lunge des Stachelschweines (Hystrix cristala) Prof. 1 1 o zu Bresslau, 

nach einer Mittheilung an Creplin Parasitisch im Magen des Bisamschweines (Dicotyles torqualus) zu 

Ponte alta in Brasilien. Octob. 1823 Natterer. 

Beschreibung. Die Individuen der k. k. Sammlung sind alle von gleicher Grösse, an 
zwei Linien lang, nach vorne V? an der hinteren Spitze X U Linie breit, durchscheinend, milch- 
weiss. Der Körper ist keulenförmig, mit etwas gewölbtem Rücken und platter Bauchseite. Ander 
unteren Seite des Kopfendes bemerkt man nahe an der Spitze eine bogenförmige Vertiefung, 
deren Ränder zu beiden Seiten in eine knöpfchenförmige Erhöhung, welche über die Spitze des 
Kopfendes hervorragt, auslaufen. Unterhalb dieser Ausrandung steht in der Mitte der zwei 
oberen Hackengruben der elliptische, weit geöffnete Mund. Die andern beiden Hackengruben ste- 
hen etwas tiefer zur Seite der eben erwähnten, und geben daher der Lage sämmtlicher vier 
spaltförmiger Hackengruben die Form eines Halbmondes. Die Hacken ragen übrigens aus ihren 
Scheiden weit heraus, und sind von schmutzig Weisser Farbe. Die früheren Entdecker und 
Beobachter erwähnen nur eines einzigen Häckchens in jeder Vertiefung. Creplin will deren 
zwei bemerkt haben, einen gekrümmten und längern untern, und einen kürzern fast geraden 
obern. Nach Mehlis und Nordmann's Beobachtung sollen sogar drei in jeder Vertie- 



DIESING , MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 19 

fung vorhanden sein, wovon zwei als am Grunde vereinigt, der äussers'te aber als gesondert 
angegeben wird, wie sie auch von Gurl t abgebildet worden sind. Wiederholte sorgfältige Un- 
tersuchungen haben mir bei dieser Art jedoch immer nur einen Hacken in jeder Grube gezeigt, 
und ich muss daher die Beobachtungen der eben erwähnten Naturforscher als auf einer optischen 
Täuschung beruhend ansehen; gewiss ganz irrig ist es aber, wenn Wieg mann und Ruthe 
(Handb. der Zool. p. BIT) die Dreizahl der Hacken sogar in den Gattungscharakter von Pen- 
tastoma aufnehmen, gleichwie es falsch ist, wenn sie behaupten, dass P. denticidatum im 
Magen der Ziege gefunden worden sei. Der Körper ist seinem ganzen Verlaufe nach mit nahe 
aneinander gereihten, gleichweit von einander entfernt stehenden Ringen umgeben, die kamm- 
förmig geschlitzt, und mit der übrigen Hautsubstanz von gleicher Beschaffenheit sind. Diese 
Fransen vertreten wahrscheinlich die Stelle der Athemlöcher , oder sind vielleicht nur verlän- 
gerte und plattgedrückte Athemlöcher. Gegen das Schwänzende sind sie mehr abstehend, und 
daher am deutlichsten zu sehen; der äussere Rand erscheint durch sie scharf sägeförmig. Bosc 
und C r e p 1 i n zählten 80, letzterer bis 90 solcher Ringe, was ich auch bestätigt fand. Aeussere 
unterscheidende Charaktere für beide Geschlechter konnte ich nicht auffinden. 

Nach einer genauen Untersuchung mehrerer aus dem Meerschweinchen und aus der Ziege 
herstammender Exemplare, gehören die bisher als verschiedene Arten (P. denticidatum und 
emarginatum) angesehenen Formen, wie schon Rudolphi vermuthete, wirklich zusammen. 
Eben so P. Fera, was mir durch die Freundschaft des Herrn Dr. Creplin in einer genauen 
und richtigen Abbildung mitgetheilt wurde. Ich habe den älteren , die Art mehr bezeichnen- 
den Namen beibehalten. 

Nach Creplin's Beobachtung am lebenden Thiere, scheinen von den fünf halbmondför- 
mig gestellten Vertiefungen, fünf Canäle nach rückwärts sich in einen Canal zu verbinden, und 
dann am Rücken herabzulaufen. Creplin brachte das Thierchen in lauwarmes Wasser , es 
bewegte sich da mit vieler Lebhaftigkeit, streckte sich aus, legte sich bald auf den Rücken, 
bald auf die Bauchseite, unter welchen Bewegungen die Häckchen bald sichtbar wurden, bald wie- 
der verschwanden. 

4. Pentastoma serratum R. Tab. III. Fig. 14 15. (Eine Copie.) 

P. subellipticum planum, seriatim transversim denticulatum ; ore orbiculari intermedio. 
foveis semilunatim positis. 

Linguatula serrata Frölich im Naturforscher. 24. Bd. p. 148. T. 4. Fig. 14 15 und 25. Bd. p. 101, 

Gmelin syst. nat. p. 3052. Nr. 1. Lam. anim. sans. vert. T. III p. 173. 
Polystoma serratum Zed. Erster Nachtrag zur Naturgesch. der Eingeweidew. von Goeze. p. 203. 
Zeder Naturgesch. der Eingew eidew. p. 230. Nr. 1. Rudolphi hist. entozoor. Vol. II. P. 2. p.WJ. 
Pcntastoma serratum R. Synops.p. 124. Deslongch. Encycl. meth. p. 612. 

Fröhlich fand im December 1788, 5 — 6 bereits todte Individuen dieses Wurmes in der Lungensub- 
stanz des gemeinen Hasen (Lepus limidus). Seit dieser Zeit wurde meines Wissens dieses Thier nicht 
wieder gefunden, und ich bin daher genöthigt hier Fröhlich's Beschreibung zu wiederholen. 

„Die Würmer waren zwei Linien lang, am Vorderende % Linien, am Hinterende % Li- 
nie breit." 

„Der Körper war länglicht eiförmig oder zungenähnlich, flach, schneeweiss. Das Vorderende 
dicklicht, breiter, abgerundet, an der Spitze aber eine kaum merklich hervorstehende durch- 
sichtige Wulst, die sich an den Seiten in eine helle, weisse Haut verliert. Unter der Spitze des 

3 * 



20 DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 

Vorderendes in der Mitte eine deutliche runde helle Mündung, an welcher seitwärts zwei 
dunklere Nebenmündungen zu jeder Seite stehen. Diese vier Nebenmündungen sind von einan- 
der abgesondert, dunkler als die Hauptmündung , ausgehöhlt, und in ihrer Mitte zeigt sich ein 
dunkler schwärzlicher Punkt , der Anfang des Saugcanals. Die Oberfläche des Wurmes ist fein 
querlinirt, gleichsam gegliedert; an dem Vorderende sieht man sehr feine Häckchen, und seit- 
wärts vier tiefe Furchen, die den vier Nebenmündungen gerade entgegengesetzt stehen. Das 
Hinterende mehr zusammengezogen, flacher, abgerundet, deutlich querlinirt. Die Seitenränder 
des Wurmes mit einer sehr zarten, hellen, durchsichtigen Haut eingefasst, aus welcher sehr feine 
krvstallglänzende, scharfe Zähnchen hervorragen, und auf diese Weise die Seiten sägezähnig 
erscheinen , wie die Zunge der meisten Linneischen Sperlinge. Die Zähne setzen als feine 
Querlinien durch die Seitenmembran durch, und verlieren sich in die Querfalten des 
Wurmes." 

„In der Mitte hat der Wurm einen dunklen, länglichen Fleck, um den die Eier in Punkten 
herumstehen. Dieser dunkle Fleck in der Mitte , theilte sich bei einem Individuum unter dem 
Pressschieber in fünf feine Canäle, wovon vier sichtbar gegen die Seitenmündungen, und der fünfte 
dickere an die Hauptmündung aulwärts liefen." 

Auch von dieser Art vermuthet Rudolphi, das.s sie mit P. denticidatum gleichartig 
sei, sie mag hier übrigens noch als selbstständig bleiben, bis ein glücklicher Zufall sie wieder 
auffinden macht, und sie mit den bekannten Arten verglichen; entweder ihre Selbstständigkeit 
dargethan , oder einer schon bekannten Art einverleibt werden kann. 



See t, II. H a m u l i s i m p 1 i c e s , corpus i e r e t i u s c u 1 u 



iti 



5. Pentastoma oxyeephalum. Tab. III. F. 16 23. 

P. subclavatum, transverse lineatum , capite acuminato truncato deplanato , cauda obtusa; 
ore intermedio oblongo , foveis euneatim dispositis. 

Pentastoma proboseideum Crocodili Sclcropis R. Synops. Appendix p. 687. 

Diese Art wurde zuerst am k. k. Hof-Naturalienkabinete gleichzeitig mit P. subtriquelrum , in den 
Lungen eines weiblichen Brillenkrokodilles (Champsa Sclerops) , im Juli 1821 gefunden, wie auch in den 
Lungen eines ebenfalls weiblichen Kaimans QCrocodilus acutus), im October 1821. Später fand Nat- 
terer dieselbe Art häufig in den Lungen und Luftröhren von Ch. Sclerops, und zwar in einem Männchen 
zu Irisanga (im November 1822), in einen Mannchen und zwey Weibchen zu Cuyaba (im May 1824), 
in zwei Männchen zu Rio Cab acal (im August 1825), an 100 Exemplare, und in einem Weibchen zu 
Caissara (im März 1826). 

Beschreibung. Die Individuen sind meist von gleicher Grösse, 5 8 Linien lang, 

am dickeren Ende über eine , am schmäleren aber Vz Linie breit , von schmutzig weisser , 
nicht selten ins braune gehender Farbe. Der Körper ist keulenförmig, an seinem dickeren Ende 
(dem Kopfende) nach vorne verschmälert, etwas zusammengedrückt, und am Rande zu jeder 
Seite mit drei kleinen Erhöhungen versehen , wodurch dieser Theil an der Spiize wie an den 
beiden Seitenrändern ausgeschweift erscheint. Die in die Länge gezogene, am Grunde erweiterte 
MundöfFnung, liegt innerhalb der Mitte der zwei oberen Hackengruben; die zwei unteren sind 
so gestellt, dass sie mit den beiden oberen die Form eines abgestutzten Kegels vorstellen. 
Die Häckchen sind einfach und nach innen gekrümmt. Das Schwanzende ist abgerundet; der Kör- 



DIESING , MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. Si 

per mit schmalen Faltenringen umgeben , die mit zahlreichen Erhöhungen (Athemlöchern) be- 
setzt sind. Aeusserer Geschlechtsunterschied wurde nicht wahrgenommen. 

6. Pentastoma subcylindricum. Tab. III. F. 2^ — 36. 

P. subcylindricum , plicato-annulatum , postice subattenuatum , utrinque obtusatuin; ore or- 
biculari intermedio cum foveis in unam lineam dispositis. 

Natter er fand diese neue Art in folgenden Säugethieren : 
Midas chrysopyyus Natt. N. 32. (fem.) Auf der Leber und auf den Lungen , zu Y p an e m a, im Miirz 1822. 
Didelphys murina L. mas. et fem. Frei in der Brust und Bauchhöhle, zu Yp an e na a, im October 1821. 
Didelphys Philander L. Auf der Leber und auf dem Darmkanal in eigenen Häutchen eingeschlossen, der 

Körper in der Mitte zusammengebogen. 
Procyon cancrivorus Uliger. fem. Auf der Leber und auf dem Zwerchfelle fest, zu Cuyaba, im 

August 1824. 
Dasypus niyer Licht, fem. Frei aus der Bauchhöhle, zu Ypanema, im November 1821. 
Mus pyrrhorhinos Neuw. mas. Auf der Leber fest. Ypanema, im Juny 1822. 
Mus fuliyinosus Natt. N. 83. fem. In der Brust und Bauchhöle. Ypanema, im April 1822. 
Phyllosloma discolor Natt. N. 96. Aussen auf dem Magen , gerade ausgestreckt ohne Kapsel. Cuya b a • 

im Jänner 1825. 

Beschreibung. Der Körper ist fast cylindrisch , zuweilen bogenförmig gekrümmt , ge- 
gen das Schwanzende wenig verschmälert, 5 7 Linien lang, im stärksten Durchmesser et- 
was über eine Linie breit , gelblichweiss, undurchsichtig, an beiden Enden abgestumpft. Die den 
Körper umgebenden Faltenringe stehen gegen das Schwänzende sehr gedrängt an einander, 
werden gegen das Kopfende breiter , und verschwinden am obersten Ende gänzlich. Ihre Zahl 
ist über 80. Der Rand erscheint abgestumpft gekerbt , und ist mit Athemlöchern versehen. Die 
Mundöffnung ist kreisrund, in der Mitte der in einer Reihe liegenden Hackengruben. Aeussere 
Unterschiede für beide Geschlechter konnte ich nicht auffinden. 

Die kleineren noch nicht vollkommen ausgewachsenen Individuen sind meist S förmig ge- 
krümint , das Kopfende ein wenig flach gedrückt , und am oberen Rande eingezogen , wodurch 
die Stellung der Hackengruben so geändert wird, dass die zwei äusseren Hackengruben seitlich 
über die zwei inneren zu stehen kommen, und ihre Stellung dadurch die Form eines von der Kopf- 
spitze abgewendeten Halbmondes erhält. Je mehr sich diese Ausrandung verliert , desto gerader 
stehen die Hackengruben in einer Reihe , so dass sie bei ganz ausgewachsenen, und am Kopfende 
abgerundeten Individuen, in eine gerade Linie zu stehen kommen. 

7. Pentastoma proboseideum R. Tab. JI/.F.37— 41. Tab. IV. F. 1_10. 

P. clavatum, transverse plicatum , utrinque obtusum; ore orbiculari intermedio protracti- 
li , foveis subarcuatim positis : spiculo maris simplici papilliformi , cute externa in forma prae- 
putii cineto. 

Echinorhynchus Crotali Humboldt Ansichten d. Natur. 1. Auf. p. 162. 

DistomaCrotali Ilumb. Ans. d. Nat. 1. Auf. p. 227. Rudolph, hist. enloz. Vol. II. P. II. p. 433. 

Porocephalus Crotali Humb. Beceuil d? observations de Zooloyie , etc.fasc. 5 et G. N. XIII. p. 

298—304. /. 26. 
Pol y stoma proboseideum R. Magazin der Berl. Gesellschaft nalur forsch. Freunde. VI. Bd. p. 

106. JV. 63. 
Pentastomaproboscideum R. Synops. p. 124. et 434. Humboldt Ans. d. Nat. 2 Auf. 2 Bd. 

p. 6 <^73. Dcslongch. Encycl. meth.p. 613. Brems, icones. p. 8. /. X. f. 22-JI'a. 



22 DIESING , MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 

Alexander von Humboldt fand diese Art zuerst in den Lungen der tropischen Klapperschlange 
(Crotalus Durissus). Neuerlich wurde sie von Nattercr aus nachstehenden Amphibien ge- 
sammelt : 

Podinema Teguixin Wagl. 2 mar. 1 fem. Aus derBauchhöle,3 / "_6 / " lang. 

Boa Constrictor L. 2 war. Aus den Lungen. Cuyaba, im November 1824. 1%" und 2'" 4"' lang. 

Bothrops Jararaca Wagl. 2 fem. Aus d. Lungen und der Bauchhöhle. Ypanema, im Deccmber 1821. 
7"'_2" und 4'" lang. 

Crotalus horridus L. 1 mas. 1 fem. Aus d. Lunge und Bauchhöhle. Matogrosso, im July 1828. 4'" 1" 

und 5'" lang. 

Eunectes Scytale Wagl. 2 fem. Aus den Lungen. Rio Araguay, im October 1823. 1V 2 " lang. An 
einem Exemplar ist das Schwanzende wieder keulenförmig verdickt. 

Ophis Merremü Wagl. Aus der Luftröhre. 1" V" lang. 

Spilotes pullatus Wagl. 1 fem. Aus den Lungen. Ypanema, im September 1821. 

Beschreibung. Die Würmer sind von drei Linien, einen und einen halben Zoll und vier 

Linien lang, nach Verhältniss zu ihrer Länge nach vorne 1 3 Linien, nach hinten aber, von 

J/ 2 2 Linien breit. Der Körper ist rund keulenförmig, schmutzig weiss, durchscheinend , der 

Quere nach gefaltet , und an beiden Enden abgerundet. Auf jeder solchen ringförmigen, den gan- 
zen Körper umgebenden Querfalte stehen Athemlöcher von kreisrunder Form , mit aufgeworfenen 
Rändern. Am dickeren Ende (dem Kopfende) stehen am Rande vier warzenförmige gleich 
weit von einander entfernte Erhöhungen , in einer Linie neben einander. Unterhalb des Randes 
befindet sich die beinahe kreisförmige Mundöffnung , zu beiden Seiten von zwei Hackengruben umge- 
ben, und mit dieser eine schwache nach innen gebogene Linie bildend. In jeder solcher Grube 
befindet sich ein einziger orangenfarbiger stark nach innen gekrümmter Hacken , der herausge- 
streckt und eingezogen werden kann. Eine ähnliche Verlängerung und Verkürzung will v. 
Humboldt auch an der Mundöffnung bemerkt haben. 

Die ausgewachsenen Männchen sind um die Hälfte kleiner und schmächtiger als die Weib- 
chen , die Falten schärfer. Die Ruthe über der ersten Falte und unterhalb dem Munde warzen- 
förmig , und von der allgemeinen Bedeckung nach Art einer Vorhaut umgeben. 

Bei kleineren weiblichen Individuen aus der Bauchhöhle und Lunge einer Klapperschlange 
(Crot. horridus) ist der 4- 6 Linien lange Körper, mit zahlreichen nahe an einander stehen- 
den Querfalten umgeben. Diese Falten stehen in einem 1 Zoll langen Exemplare schon entfernter 
von einander, sind weniger deutlich , und verschwinden in einem zwei Zoll langen Weibchen 
gänzlich. Mit dem Verschwinden dieser Falten, hat auch wahrscheinlich das Thier seine grösste 
Ausdehnung erreicht. Die ganz kleinen Individuen sind zwar auch keulenförmig, aber nicht voll- 
kommen drehrund, sondern auf der Bauchseite flach, auf der Rückenseite aber etwas gewölbt. 

Das von Bremser abgebildete Thier wurde nicht, wie er und Rudolphi angeben, im 
Crocodilus Sclerops , sondern (von Natterer) in den Lungen von Bothrops Jararaca ge- 
funden ; das im Krokodille vorkommende Pentastoma ist schon oben als P. oxjcephalum 
beschrieben worden. Noch muss bemerkt werden, dass inBremser's Abbildungen die Stel- 
lung der Hackengruben zu sehr bogenförmig ist , ich habe sie meist in gerader Linie (wie sie 
auch v. Humboldt abbildet) , oder in einer nur sehr schwach gebogenen Linie gefunden. 

8. Pentastoma moniliforme. Tab. IV. F. 11 — 13. 
P. clavatum , moniliformi-articulatum , capite incrassato , obtuso , compressiusculo , cautla 
apice acuminata; ore orbiculari infero, foveis subarcuatim positis. 



DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 23 

Die k. k. Sammlung verdankt das einzige Exemplar dieser neuen Art der Güte des Herrn Dr. und Pro- 
fessors Jul. Czermak, der es in der Lunge des Tiger-Pythons {Python Tigris), im Octobcr 1823, 
gefunden. 

Beschreibung. Die Länge des aschgrauen Körpers beträgt einen und V2 Zoll und vier 
Linien , am dickeren etwas zusammengedrückten und abgerundeten Kopfende ist der Wurm zwei 
Linien breit, der schmälere Theil des Leibes misst etwas über eine Linie, und das letzte Glied 
des sich schnell verschmälernden Schwanzendes ist T A Linie breit. Durch Einschnürung er- 
scheinen hier an der ganzen Länge des Leibes (gegen das Kopfende aber verschwindend) , 20 
deutlich zu unterscheidende , fast gleichweit abstehende wulstige Ringe , die dem Körper das 
Ansehen eines Rosenkranzes geben , und die sämmtlich von einer feinen, durchsichtigen , etwas 
abstehenden Membran umgeben sind *) . Die Mundöffnung ist kreisrund , zu beiden Seiten etwas 
oberhalb derselben liegen, eine schwach gekrümmte Linie bildend, klaffende eiförmige Hacken- 
gruben, aus welchen einzelne kleine ein wenig nach innen gekrümmte lichtgelbe Häckchen her- 
vortreten. 

Diese Art steht wohl zunächst an P. proboseideum , unterscheidet sich jedoch durch den 
rosenkranzähnlichen Körper, durch die bei weitem geringere Anzahl der Ringe, und durch die 
unterhalb der Hackengruben liegende Mundöffnung. Sollte diese Art aber in der Folge mit der 
vorhergehenden verbunden werden müssen , so bleibt sie doch eine merkwürdige und nicht zu 
übersehende Abart. 

9. Pentastoma megastomum. Tab, IV,F.\!\ — 18. 

P. clavatum , transversim lineatum , capite incrassato obtuso , fornicato , cauda acumina- 
ta ; ore orbiculari maximo , subinfero , foveis semilunatim positis. 

Die k. k. Sammlung besitzt zwei Exemplare dieser neuen Art von Herrn Dr. und Prof. Aug. Fried. 
Schweigger, aus der Lunge von Phrynops Geoffroana. 

Beschreibung. Die Würmer sind an fünf Linien lang , am dicksten Kopfende eine Li- 
nie, am Schwanzende aber nur Va Linie breit, der Körper ist etwas bogenförmig gekrümmt. 
Das dicke und abgestumpfte Kopfende ist nach vorne ein wenig gewölbt. Die kreisförmige 
Mundöffnung ist verhältnissmassig sehr gross ; der oberste Bogenrand steht mit den zu beiden 
Seiten liegenden Hackengruben fast in gleicher Richtung , die zwei anderen stehen tiefer , und 
bilden dadurch mit der ersteren einen Halbbogen. Die Häckchen sind einfach. Am äussersten 
Kopfrande über der Mundöffnung stehen zwei warzenförmige Erhöhungen , und unterhalb der- 
selben in beinahe gleichweiter Entfernung , und mit diesen parallel zwei desgleichen. Der Kör- 
per ohne Ringfalten, aber mit deutlichen runden erhobenen den ganzen Leib rings umgebenden 
nahe aneinander stehenden Athemlöchern. Das sehr verschmälerte Schwanzende mit einer nach 
innen liegenden klaffenden elliptischen gemeinschaftlichen Eierschlauch- und Afteröffnung. 

Sect. III. Corpus teretiusculum. Hamuli geminati. 
10. Pentastoma gracile. Tab. IV, F. 19_23. 
P. corpore subcjlindrico , transversim annulato , plicato , capite obtuso clavato , apice caudali 
integro; ore suborbiculari infero , foveis linearibus integris euneatim dispositis, hamulis sub- 
aequalibus. 



*) Vielleicht steht diese Erscheinung mit einer bevorstehenden Häutung in Verbindung, die neuerlich \on 
Nordmann und Mehlis bei Rinnenvvürmern beobachtet wurde. 



24 DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PESTASTOMA. 

Diese Art wurde zuerst von Natt er er, in mehreren Amphibien und vielen Fischen, theils frei, theils 

in eigenen häutigen Kapseln eingeschlossen, in welchen sie mit dem gekrümmten Kopfende gegen die Bauch- 
seite gerichtet liegen, gefunden , und zwar in : 

Podinema Teguixin Wagl. 1 mas. 1 fem. Auf dem Magen und den Wanden der Bauchhöhle , und einzeln 
in Kapseln aussen fest auf den Lungen. Cuyaba, im April 1824. 3 4"' lang. 

Podinema n. sp.*) (]\. 146.) lfem. In Kapseln einzeln zusammengebogen im Mesenterium, zwischen den 
Magenhäuten und im Fleische zwischen den Rippen. Mato grosso, im November 1826. 2 3"' 

Bolhrops Jararaca Wagl. Einzeln in Kapseln auf dem Darmkanal. Cuyaba, im April 1824. 2 3'" lang, 

1 / 3 / ' / _4 breit. 

Elaps n. sp. (N. 10S.) 1 mas. 1 fem. Aussen auf dem Darmkanal einzeln und zusammengebogen in Kap- 
seln. Cuyaba, im April 1825. 3"' 1. V 2 /// _y 3 ;// br. 

Pseuderys] n. sp. (Nr. 140.) Einzelne in Kapseln in der Mitte zusammengebogen , aussen auf dem Ma- 
gen, Leber und Mesenterium, wie auch auf dem Darmkanal. Caicara, April 1826. Grösse 
w. b. d. v. 

Tropidonotus n. sp. (Nr. 149.) Im Mesenterium. M atogr o s so, im Dccembcr 1826. Grösse w. b. d. v. 

Coluber n. sp. (Nr. 152.) 1 mas. Einzelne in Kapseln aussen auf den Häuten des Magens. Matogrosso, 
im August 1S27. Grösse w. b. d. v. 

Eunectes Scytale Wagl. 1 fem. In Kapseln einzeln eingeschlossen und darin zusammengebogen , auf 
dem Magen, zwischen den Häuten desselben und auf dem Mesenterium fest. Caicara, im Jän- 
ner 1826. Grösse w. b. d. v. 

Salmo Saua Natt. (Nr. 60.) Aussen auf dem Darmkanal. Matogrosso , im November 1826. 4'" lang. 

Salmo aurafus Natt. (Nr. 9.) Aussen fest auf dem Darmkanal, im Fette des Darmcanals ohne Kapsel, und 
aussen auf der Schwimmblase. Cuyaba, im November 1824. 4 //y — 1" lang. 

Salmo erythrophlhalmus Natt. (Nr. 77.) 1 fem. In Kapseln einzeln aussen auf dem Darmkanal. Mato- 
grosso ,im November 1826. 3"' 4"'. 

Salmo Tamuco Natt. (Nr. 28.) 1 mas. Auf dem Darmkanal fest. Cuyaba, im October 1824. 3"'. 

Serrosalmo Pitanha Spix. 2 fem. Im Fleische, besonders zwischen den Rippen. Cuyaba, im Mai und 
November 1824. 3 // '_4" / . 

Erylhrinus Trahira Spix. 1 mas. lfem. In Kapseln zirkeiförmig zusammengebogen , aussen auf dem Darm - 
kanal. Villa Maria, im September 1825. 1". 



*) Es mag liier der schicklichste Ort sein, die von Rudolph! im Anhange seiner Synopsis einstweilen mit 
Zahlen angeführten brasilianischen Thiere, in welchen Entozoen gefunden wurden, nach den neuersten Re- 
stimmungen zu verzeichnen. Alcedo 82 = A. Amazona L. Amphisbaena. 30. = Siphonops annulataV?ag\r. _ 

Anas 197. = A. Ipecutiri Vicill. _ Ardea Egretta = A. Leuce Neuw. __. Eucco 79. = Monosa semicineta. 
Tem. Caprimulgus Urutau. = Nyctibius co rnutus. Vicill. Caprimulgus 94. = C. Sapiti Tem. — Colu- 
ber 12 (1. 21) = Liophis poecilogyrus Wagl. Coluber 15. = Herpedodrys laevicollis Roje. — Coluber 

16. = C. Lichtensteinii Neuw. _ Coluber J7.= Spilotes poecüostoma. Wagl. _ Coluber. 20. = Liophis milia- 
ris. Wagl. Cuculus seniculus. = Coccycus melacoryphusV\c\\\. Cuculus Tinguazu. = Coccycus caya- 

nus Vicill. Dasypus novemeinetus L. = D. niger Licht. Didelphis Qouiquiqua. = D. Quica Natt. 

_ Didelph. virginiana. = D. Azarai Tem. _ Emberiza brasiliensis. = Fringilla citrina Natt. _ Falco al- 

bicollis. = F. melanops. Daud. Himantopus melanopterus. = H. ffilsonii. Tem. — Hirundo 95. = Cypse- 

lus collaris Tem. _ Ilyla. 4. = Cephalophr actus occipitalis Fitz. _ Larus 199. = L.dominicanus. _ Musci- 
capa. 44. = Platyrchynchus olivaceus Tem. _ Muscicapa 123. = Thamnophilus suljaratus. Tem. _ Podi- 
ceps 196. = P. dominicensis. L. _ Psittacus 35. = P. leocotes. Licht. _ Rallus 180. = R. ». sp. _ Rallus. 
181. = R. plumbeus Tem. _ Rana cornuta. = Cevatophrys varia Neuw. — Rana musica. = Docidophryne 
Agua. Fitz. _ Rana. 1. = Cystignathus paehypus Wagl. _ Scincus, 9. = Euprepis auratusFhz. _Scolo- 
pax 188.'= S frenata. Licht. __ Silurus. 5. _ S. Herzbcrgii. El. _ Stellio. 10. = Tropidurtis torquatus. 
Neuw. _ Sterna 102. (1. 201.) = S. galer ieul ata Licht. _ Strix. 16. = S. atricapilla Natt. _ Sylvia 
163. = Thryothorus hypoxanthus. Vicill. _ Tanagra. 124. = T. olivascens. _ Tanagra 187. = Vanellus 
cayennensis Tem. _ Tetrao. 173. = Perdix dentata Licht. _ Tinamus. 171. = T. Tataupa. Tem. _ Tina- • 
inus. 172. = T. Tao Tem. _ Trigla. 19. = T. Carolina Bl. _ Turdus. 109. = Myiolhera campanisona Licht. 



DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 25 

Silurus Jahu Natt. (Nr. 36.) 2 mar. 2 fem. Aussen auf dem Darmcanal und Mesenterium, wie auch 
aussen auf dem Magen eingekapselt. Cuyaba, 1824. V 11 — !". 

Silurus Gerupoca Natt. (Nr. 32.) lfem. Aussen fest auf den Eierstöcken. Cuyaba, Jänner 1824. 2" / _3" / . 

Silurus Piratinga Natt. (Nr. 139.) lfem. Aussen fest auf dem Darmcanal. RioAraguay,im Octobcr 
1823. 3"'_1". 

Silurus megaeephalus Natt. (Nr. 30.) 2 fem. Aussen auf dem Darmcanal eingekapselt. Cuyaba, im Oc- 
tobcr 1824. 3'". 

Silurus fascialus L. 2 mar. 3 fem. Einzeln in Hautkapseln aussen auf dem Darmcanal und der Leber 
fest, jeder Wurm in der Mitte gebogen ; wie auch im Fleische zwischen den Rippen in Kapseln. 
Cuyaba, 1824. 2 ; "_1". 

Silurus Vituga Natt. (Nr. 37.) 1 fem. Aussen auf dem Darmcanal. Cuyaba, im Jänner 1824. 3"'. 

Silurus Pintado Natt. 1 mas. Auf der Leber und im Mesenterium, in Kapseln einzeln. Matogrosso, im 
December 1826. 3'". 

Pirarara bicolor Spix. 1 fem. In Kapseln zwischen den Magenhäuten. Matogrosso, im December 

1826. 3'". 

Pimelodes Pirarampu Spix. 3 mar. 1 fem. In Kapseln aussen auf dem Darmcanal , wie auch einzeln in 
Kapseln und darin zusammengebogen im Fleische. Cuyaba, 1824. 2'" 1". 

Sternarchus albifrons Schneid. Aussen auf der Haut des Darmcanals einzeln in Kapseln. C u y a b a , im Mai 
1825. 2'" — 3"'. 

Clupea Tobarana Natt. (Nr. 48.) 1 mas. In Kapseln einzeln auf dem Darmcanal. Matogrosso, im Juni 

1827. 2"'— 3"'. 

Raja Motoro Natt. (Nr. 45.) 1 fem. Einzeln in Kapseln zusammengebogen zwischen den Magenhäuten. 
Matogrosso, im December 1826. 3'" — 4'". 

Gymnolus Carapo Gmel. In Kapseln aussen auf dem Darmcanal fest. Cuyaba, im Jänner 1824. 2'" 3"'. 

Gymnotus electricus L. 1 fem. In Kapseln einzeln im Mesenterium und aussen auf den Häuten des Magens. 
Matogrosso, im November 1826. 2'" 4 / ". 

Gymnolus n. sp. (Nr. 70.) In Kapseln aus der Bauchhöhle. Caicara, im: Octobcr 1825. 3'". 

Synbranchus marmoratus Bl. Aussen auf der Leber und dem Darmcanal, einzeln in Hautkapseln. Cuyaba, 
im Jänner 1824. 2"'_4'". 

Synbranchus n. sp. (Nr. 89.) lfem. Einzeln in Kapseln zwischen den Häuten des Darmcanals. Mato- 
grosso , im August 1827. 2'" — 3'". 

Lobotes Monoculus Natt. (Nr. 65.) 1 fem. Auf dem Darmcanal. Villa 31a ria, im September 1S25. 2'". 

Beschreibung. Diese Art wird von zwei Linien bis etwas über einen Zoll lang, und 

im Verhältnisse zu dieser verschiedenen Länge, am dickeren Kopfende l /z Vz Linie, am 

Schwänzende Y* Vs Linie breit. Der Körper ist drehrund, am dickein Ende etwas breit ge- 
drückt, am entgegengesetzten verschmälert, gelblichweiss undurchsichtig, und seiner ganzen 
Länge nach , mit gleichweit von einander abstehenden Ringen umgeben , die durch Faltung der 
Haut entstehen. Diese Falten verschwinden auch bei den grössten Individuen nie gänzlich , bei 
kleineren hingegen sind sie schärfer und schmäler. Das Kopfende ist abgerundet, nach innen 
gewölbt, und hat unterhalb dem Rande, vier kegelförmig gestellte spaltförmige Vertiefungen, 
aus deren Mitte mehr nach aussen gekehrt, gepaarte, am Grunde mit einer wulstigen Hülle 
umgebene, fast gleichlange, gebogene orangenfarbige Häckchen hervorstehen. Innerhalb der 
Mitte der beiden unteren Hackengruben liegt die fast kreisrunde Mundöffnung. Ausserden jedes 
Glied ringförmig umgebenden Athemlöchern , bemerkt man noch unterhalb der Mundöffnung, 
vier warzenförmige Erhöhungen; zwei davon über dem ersten Gliede, und zwei im dritten, 
unter einander, beinahe ein Viereck bildend. Zwei andere ähnliche Erhöhungen stehen am 
äussersten Kopfrande und von dessgleichen an den Seiten des Kopfrückens in Form eines Kegels 

4 



26 D1ESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 

vertheilt; letztere sind unter allen die grössten und deutlichsten. Der Körper verschmälert sich 
allmählich in das etwas stumpfe , meist nach innen gebogene Schwänzende. Durch das allmäh- 
liche Verschmilern des Körpers, und durch das Verhältniss seiner Länge zur Breite, erhält 

diese Art ein sehr ausgezeichnetes schmächtiges Aussehen. Bei 2 3 Linien langen Individuen 

ist der Vordertheil übrigens weniger gewölbt, und die Häckchen treten nur selten hervor, die 
spaltförmigen Vertiefungen und die Mundöffnung aber lässt sich deutlich unterscheiden. 

Dass hier Gross und Klein zu einer Species gehören, dafür sprechen die vielen Ueber- 
gangsexemplare von allen Grössen, wie sie z. B. in Silurus Piratinga von Natter er 6, in 
S. fasciatas gegen 50 , in Pimelodes Pirarampu wo er an 60 und in Silurus Jahu über 100 
Individuen in einem Thiere , entweder frei oder in Bläschen eingeschlossen fand. Die in Bläs- 
chen eingeschlossenen Pentastomen dieser Art, sind bei Amphibien und Fischen immer schon 
zwei Linien lang, doch bei ersteren nie darüber, bei Fischen hingegen erreichen sie noch in 
der Kapsel in seltenen Fällen die Länge von fast einem Zoll. Einen Unterschied zwischen 
Minnchen und Weibchen nach äusseren Charakteren konnte ich nicht ausmitteln, vielleicht 
deutet die oft gekrümmte Schwanzspitze auf einen solchen Unterschied, was die Folge ent- 
scheiden mag. 

11. Pentastoma furcocercum. Tab. IV. Fig. 24 32. 

P. corpore subfusiformi transversim lineato, capite compressiusculo obtuse-triangulari, apice 
oaudali bifurco ; ore ovali margine calloso, extrorsum emarginato, terminali , foveis trilobis infra 
os, cuneatim dispositis , hamulis inaequalibus. 

Diese höchst ausgezeichnete Art fand Natter er in nachstehenden Amphibien: 
Coluber Lichlensteinii Neuw. 1 mas. In derBauchhöhle nahe bei den Lungen. Cuyaba, im October 1821. 

IV" lang V" breit. 
Spilotes n. sp. Nr. 109. 1 mas. Fest im Mesenterium, ausgesü ockt. Cuyaba, im März 1824. 1" und 

• 3'" lang V" breit. 
Amphisbaena flavescens Neuw. 1. fem. In den Lungen, ebenfalls zu Cuyaba, im April 1S24. 10 //; lang 
y»" 1 breit. 

Beschreibung. Die Würmer sind 9 — 10 Linien und darüber lang, und verhältniss- 
mässig nach vorne eine Linie und am Schwänzende Vz Linie breit, von aschgrauer Farbe und 
von den durchscheinenden Organen braun und röthlichweiss gefleckt. Der fast spindelförmige 
Körper ist mit linsenförmigen Ringen umgeben, die in der Mitte des Leibes am deutlichsten sind, 
gegen beide Ende zu aber allmählich verschwinden. Auf jedem Ringe viele Athemlöcher, in 
massiger Entfernung aneinander gereihet. Das etwas zusammengedrückte Kopfende ist stumpf 
dreieckig, an der Spitze mit einer eiförmigen, am Rande aufgeworfenen, nach aussen ausge- 
randeien Mundöffnung versehen. Die unter dem Munde zu beiden Seiten liegenden Hackengru- 
ben bilden die Form eines abgestumpften Kegels. Jede Hackengrube decken drei abgerundete 
Lappen, von denen zwei zur Seite, der Mittlere aber nach oben steht. In jeder Grube zwei 
Hacken, die wahrscheinlich am Grunde verbunden sind, und wovon einer über dem andern liegt. 
Der obere ist fast gerade und kürzer, der untere länger, mehr nach innen gebogen. Das 
Schwänzende in drehrunde Spitzen gespalten. Das Männchen unterscheidet sich vom Weibchen 
durch eine in der Mitte über dem ersten vorderen Ringe gelegene warzenförmige Ruthe. Ich 
fand an einem Weibchen die beiden Spitzen des Schwanzendes auseinandergesperrt; übrigens 
sind beide Geschlechter hier von gleicher Grösse. 



DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 



Systematische Uebersicht der Thiere, in welchen Pentastomen gefunden 

wurden*). 



M a m m a 1 i a. 

Quadrumana. 

Mi das chrysopigus Natl. No. 32. 

Pentastoma subcylindricum. hyd. pu. hyd. hep. 

C h i r o p t e r a. 

Phyllostoma discolor Na(t. No. 96. 
Pentastoma subcylindricum. ext. v. 

Carnivora. 

Procyon cancrivorus Uli ff. 

Pentastoma subcylindricum. hep. diaph. 
L utr a 'bra silicnsis Raj. 

Pentastoma gracile. v. parasit. 
Canis fa miliaris L. 

Pentastoma taenioidcs R. Fr. larynx. 
Canis Lupus L. 

Pentastoma taenioidcs. R. Fr. larxj. 
Felis Catus, domesticus. L. 

Pentastoma denticulatum R. hyd. hep. 

Marsupialia 

Didelpliys murina L. 

Pentastoma subcylindricum. th. a. 
Didelpliys Philander L. 

Pentastoma subcylindricum. hyd. hep. hyd. i. 

Glires. 

Hystrix cristata L. 

Pentastoma denticulatum R. hyd. pu. 
Mus fuliginosus Natt. No. 83. 

Pentastoma subcylindricum. th. a. 
Mus py r rhor hin o s Neuw. 

Pentastoma subcylindricum. hep. 
Lepns t i in i d u s L. 

Pentastoma serratum R. pu. 
C a v i a C o b a y a L. 

Pentastoma denticulatum R.pu. a. 

Br a dypoda. 

D a s y p u s n i g e r Licht. 

Pentastoma subcylindricum. a. 



Multungu la. 

Dicotylcs torquatus Cuv. 

Pentastoma denticulatum R. v. parasit. 

Bisulca. 

Capra Hir cus L. 

Pentastoma denticulatum IX. hep.mes. 
Capra americanal. 

Pentastoma denticulatum R. hep. 
BosTaur us, domesticus L. 

Pentastoma denticulatum R. pu. 
Equus Caballus L. 

Pentastoma taenioidcs R. Fr. 
Equus Mulus Briss. 

Pentastoma taenioidcs R. Fr. 

A v e s. 

Grall ato res. 

A r d e a C o c o i L. 

Pentastoma gracile. v. parasit. 

A m p h i b i a. 

Tes tudinata. 

Phrynops Gcoffroana Wayl. 
Pentastoma mcgastcmum./w. 

Loricat a. 

Champsa Sclcrops Wagl. 

Pentastoma oxyeephalum. pu. 

Pentastoma subtriquetrum. Fan. 
C r o c o d i 1 u s acutus Cuv. 

Pentastoma oxyeephalum. pu. 

S auri i. 

P o d i n e m a T c g u i x i n Wayl. 

Pentastoma prebeseideum K. :/.. 

Pentastoma gracile. hyd. pu. hyd, c. a. 
Podinema n. sp. No. 146. 

Pentastoma gracile. hyd. mes. tun. r. 
Amphisbacna l'lavcsccns Neuw. 

Pentastoma furcoccrcum. pu. 



*) Die Abkürzungen sind hier beibehalten worden , wie sie Rudolph i in seiner Synopsis enloxoorum />. 7iö sui 

Bezeichnung der einzelnen Organe, in welchen Fntozocn gefunden wurden, angegeben hat. 

i n. * 



28 



DIESING , MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 



O p h i d i i. 

E 1 a p s n. s p. No. 108. 

Pentastoma gracilc. hyd. i. 
ColuberLichtensteinii Neuw. 

Pentastoma furcocercura. a. 
C o 1 u b e r n. s p. No. 152. 

Pentastoma gracile. hyd. v. 
Spilotcs pullatus Wagl. 

Pentastoma proboscideum R. pu. 
Spilotcs n. sp. No. 109. 

Pentastoma furcocercum. mes. 
OphisMeremii Wagl. 

Pentastoma proboscideum. R. tra. 
Bothrops Jararaca Wagl. 

Pentastoma proboscideum R. pu. a. 

Pentastoma gracile. hyd. i. 
Pseuderys n. sp. No. 140. 

Pentastoma gracile. hyd. v. hyd. hep. hyd. mes. 
Tropidonotus n. s p. No. 149. 

Pentastoma gracile. 
Cr otal us Duri ss us L. 

Pentastoma proboscideum R. pu. 
Crotalus horridus L. 

Pcntastoma proboscideum R. pu. a. 
Boa Constrictor L . 

Pentastoma proboscideum R. pu. tra. 
Python Tigris Daud. 

Pentastoma moniliforme. pu. 
EunectesScytale Wagl. 

Pentastoma proboscideum R. pu. 

Pentastoma gracile. hyd. v. hyd. tun. v. mes. 



P i s c e 



s. 



Acanthopterigii. 

Lobotcs Monoculus Natt. No. 65. 
Pcntastoma gracile. i. ext. 

Malacopterigii. 

Silurusfasciatus L. 

Pcntastoma gracile. hyd. i. 
S i 1 u r u s Gcrupoca Natt. No. 32, 

Pcntastoma gracile. ov. 



SilurusJahu Natt. No. 36. 

Pentastoma gracile. i. ext. 
Silur us megacephalus Natt. No. 30. 

Pentastoma gracile. hyd. i. 
Silurus Piratinga Natt. No. 139. 

Pentastoma gracile. «'. ext. 
Silurus Pintado Natt. 

Pentastoma gracile. hyd. hep. hyd. mes. 
Silurus Vituga Natt. No. 37. 

Pentastoma gracile. i. ext. 
Pirara bicolor Spix. 

Pentastoma gracile. hyd. tun. v. 
Pimelodes Pirarampu Spix. 

Pentastoma gracile. hyd. i. 
Salmo auratus Natt. No. 9. 

Pentastoma gracile. i. ext. 
Salmo erythrophthalmus Natt. No. 77. 

Pentastoma gracile. hyd. i. 
Salmo Sau-a Natt. No. 60. 

Pentastoma gracile. i. ext. 
Salmo Tamucco Natt. No. 28. 

Pentastoma gracile. i. ext. 
Serrosalmo Piranha Spix. 

Pentastoma gracile. car. 
ClupeaTobarana Natt. No. 48. 

Pentastoma gracile. hyd. i. 
Erythrinus Trahira Spix. 

Pentastoma gracile. hyd. i. 
Synbranchus marmoratus Bl. 

Pentastoma gracile. hyd. hep. 
Synbranchus n. sp. No. 89. 

Pentastoma gracile. hyd. tun. i. 
Gymnotus Carapo Gmel. 

Pentastoma gracile. hyd. i. 
Gymnotus electricus L. 

Pentastoma gracile. hyd. mes. hyd. v. 
G y m n o t u s n. s p. No. 70. 

Pentastoma gracile. hyd. i. 
Sternarchus albifrons Schneid. 

Pentastoma gracile. hyd. i. 

Chondropterygii. 
Raja Motoro Natt. No. 45. 
Pcntastoma gracile. hyd. tun. v, 



Erklärung der Abbildungen. 



Tab. I. 
Anatomie des Pentastoma proboseideum. 

Fig. 1. Ein massig vergrössertes Weibchen in Umrissen dargestellt. In der Mitte des dickeren Kopf- 
endes der fast kreisrunde Mund , mit den zu beiden Seiten zu zweien liegenden Hackengruben und deren 
Hacken. Am schmälern Schwanzende eine Vertiefung, in welcher Eierschlauch und After enden. 

Fig. 2. Ein Weibchen in natürlicher Grösse ; die allgemeine Bedeckung ist hier weggenommen, und 
man sieht den unter ihr am Rücken verlaufenden, nach vorne gabelförmig getheilten Eierstock; den viel- 
fältig gewundenen Eierschlauch, und stellenweise einen Theil des vom Eierschlauche nicht umwundenen 
Magens. 

Fig. 3. Ein Theil der vergrösserten allgemeinen Bedeckung. 

a. Die äussere Haut, die mit der Oberhaut innigst verbunden ist. An der inneren Flache abgerissene 
fast becherförmige Gefässe, die mit ihrem vorderen Ende in dieser Haut sich verzweigen. 

b. Das malpighische Schleimnetz; ein Gewebe aus kleinen Bläschen (oder vielleicht Gefässen), und grös- 
seren zusammengesetzten drüsenartigen Organen bestehend , die von Gefässen eingeschlossen werden , die 
am Grunde sich verästelnd, endlich in die oberste Hautschichte verlaufen. Der unter der äusseren Haut lie- 
gende Theil ist hier zur Seite gelegt. 

c. Die eigentliche Haut (cutis), aus wellenförmig sich durchkreuzenden Hautmuskelfasern zusammenge- 
webt, die mit den anliegenden malpighischen Schleimnetze zum Theil noch innig verbunden ist. 

d. Ueber diesem Gewebe, und zwar zu beiden Seiten der Bauchseite liegende Bündel von Gefässen , die 
der ganzen Länge nach herunter laufen ; innerhalb ihrer Mitte erblickt man einen freien Raum, in welchem 
die Muskelhaut wieder zum Vorschein kommt. 

Fig. 4. Ein einziges oben abgerissenes, am vorderen Ende sich verzweigendes Gefäss von Fig. 3. a. bei 
stärkster Vergrösserung. 

Fig. 5. Ein eben solches Gefäss mit der eingeschlossenen Drüse, in derselben Vergrösserung, wie 
Fig. 3. 6. 

Fig. 6. Die Muskelhaut wie Fig. 3. c. bei stärkster Vergrösserung dargestellt, der drüsige Körper ist 
hier weggeblieben, und endlich 

Fig. 7. Vereinzeinte Gefässe von Fig. 3. d. bei stärkster Vergrösserung gesehen. 

Fig. 8. Seitendurchschnitt eines Männchens. Den äussersten Rand bildet die allgemeine Bedeckung. 
In der Mitte liegt der Magen, an dessen Rande Gefässe entspringen; an seinem dickeren Ende verlauft die 
seitlich liegende Speiseröhre nach aussen in den Mund. Am untern Ende verlauft der Magen in eine feine 
Spitze, die wir dem Mastdarme vergleichen. An der Rückenseite des Magens, und ihn nach oben zu bei- 
den Seiten umgebend , liegt der Geschlechtsapparat. Zwischen der Speiseröhre und den Magen liegt das 
Cerebral- Ganglion, welches die Speiseröhre ringförmig umgibt, und Seitenäste ausschickend mit zwei 
dicken Fäden unterhalb und seitlich am Magen her abläuft. 

Fig. 9. Der Magen mit der Speiseröhre für sich dargestellt, um die daraus entspringenden Seitenge- 
fässe noch anschaulicher zu machen; an seiner unteren Spitze befindet sich noch ein kurzer Theil des hier 
weggelassenen Geschlechtsapparates. 

Fig. 10. Ein Theil der Schwanzspitze eines Weibchens, in einem Durchschnitte von der Rückenseite 
gesehen. In der Mitte liegt ein Theil des Magens, der zu beiden Seiten von einer von den Langsgefässen ge- 
bildeten Falte eingeschlossen wird. Dem Magen zur Rechten erscheint der hier etwas nach der Seite ge- 
legte Eierstock, zur linken Seite aber ein Theil des Eierschlauches. 



SO DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 

Fig. 11. Derselbe Gegenstand in einem Seitendnrchschnitte. Der dicke Rand stellt die allgemeine Be- 
deckung, mit einer seitlich liegenden Vertiefung zur Aufnahme des Darmes und Eierschlauches dar. In der 
Mitte liegt ein Theil des Magens , mit dem sicli in die Vertiefung mündenden Darm und Eicrschlauch. 
An der Seite ist noch ein Theil des Eierstockes zu sehen. 

Fig. 12. Ein Stück der inneren Magenfläche , mit den sich stellenweise gabelförmig theilendcn Ma- 
gcnfaltcn. 

Fig. 13. Ein Stück der äusseren Fläche des Magens, mit den ihn umgebenden Gefässnetze, und den 
Fig. 9. nur angedeuteten Seitenästen. 

Fig. 14. Ein Theil dieses Gefässnetzes , bei stärkster Vergrößerung. 

Fig. 15. Idealischer Durchschnitt sämmtlicher Lagen der allgemeinen Bedeckung, um den Verlauf der 
Seitengefässe des Magens bis in die äusserstc Hautschichte noch anschaulicher zu machen. 

Fig. 16. Das männliche Geschlechtssystem ausser aller Verbindung. Nach unten der spindelförmige 
Hoden Qtesticulus) , mit den aus ihn entspringenden geschangelten Oberhoden (epididymis), und zu beiden Sei- 
ten seines verdickten Endes , das sich theilende zurück oder ausführende Samengcfäss (vas deferens sive 
efferens). An jeder Spitze dieses Samengefässes befindet sich die, mit einem wurmförmigen Fortsatze ver- 
sehene Samenblase (vesicula seminalis) ,und seitlich entspringt die noch getheilte ltuthe (penis sioe spicu 
lutri), die sich an der Spitze zu einem Ganzen verbindet. Unterhalb ihrer Verbindimg die beiden eiförmi- 
gen Verstehdrüsen (pros(atae') . 

Fig. 17. Derselbe Gegenstand etwas mehr vergrössert, nach oben auseinander gelegt; unten ist nur 
noch ein Theil des Hodens zu sehen. 

Fig. 18. Die Speiseröhre und der Magen, mit den nach rückwärts liegenden männlichen Gcschlechts- 
theilcn; der die Speiseröhre umfassende Nervenring; und die zu beiden Seiten herablaufenden Fäden dos 
Cerebral- Ganglions. 

Fig. 19. Körnige Masse aus dem Hoden , sehr stark vergrössert. 

Fig. 20. Der Magen mit dem nach oben liegenden Eierstocke, und einen kurzen Theil des Eierschlauch es. 

Fig. 21. Ein Theil der inneren Fläche der allgemeinen Bedeckung mit den beiden Gefässstämmen und 
links eine lichte, linienfönnigc Stelle, welche durch kurze Fäden mit dem Eierstocke in Verbindung stellt. 

Fig. 22. Kugligcr Körper in dessen, nach vorne abgeplatteter Seite der Hacken eingesenkt ist. Unter- 
halb der Mitte des äusseren Randes entspringen Muskclbündel. 

Fig. 23. Der kugelige Körper ist hier weggenommen, und man sieht die am Rande entspringenden Ian- 
zetförmigen Lappen, von deren Spitzen Muskelbündel ausgehen. 

Fig. 24. Sehr vergrosserter Hacken. 

Tab. II. 

Fig. 1. Ansicht eines Theiles der inneren Fläche des Pentasloma taenioides. An der linken Seite, und 
am Grunde der Rechten ist die allgemeine Bedeckung nicht weggenommen. Im inneren Räume bemerkt 
man die qucrliegenden Muskelbündel, die einen elliptischen durchsichtigen Raum einschliesscn, der mit 
einer buchtigen Vertiefung am undurchsichtigen und gekerbten Rande in Verbindung steht; endlich die zu 
beiden Seiten herablaufend cn-Nervenstämme des Cerebral -Ganglions. 

Fig. 2. Dasselbe Thier. Die allgemeine Decke ist hier weggenommen, und man erblickt in der Mitte 
den Magen, mit den ihn umwindenden Eierschlauche, und den am Rücken liegenden , hier etwas zur Seite 
gelegten Eierstocke. 

Fig. 3. Das weibliche Geschlechtssystem von Pentastoma proboseideum. Der gabelförmig getheilte, in 
die zweihomige Gebärmutter übergehende Eierstock. Am inneren Rande jedes Hernes das Organ zur Bil- 
dung des Eiwcisses und der äusseren Schale. Aus der Mitte des untern Randes der Gebärmutter entspringt 
der Eicrschlauch. 

Fig. 4. Ein Theil des Eierstockes bei sehr starker Vergrösserung. 

Fig. 5. Das nach Wegnahme der Eier sich verästelt zeigende Gcfäss des Eierstockes, (das an einem 
kurzen Theile des Eierstockes zufällig gespalten war und hier auch so gezeichnet wurde, um die Echtheit 
des Gefässes zu erweisen.) 



DIESING , MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 31 

Fig. 6. Ein Stück des Eierschlauches mit den durchscheinenden Eiern. 

Fig. 7. Stellt die Verbindung der Gebärmutter und des Eicrschlauchcs mit einigen Zweigen des Ce- 
rebral -Ganglions dar, wie auch den Verlauf dieser Nerven in die Muskelbündel des Hackenkörpers. 
Fig. 8. Die geronnene Masse aus dem Organe für Bildung des Eiweisses und der äusseren Schale. 
Fig. 9. Ein noch gestieltes Ei, aus dem Eierstocke. 
Fig. 10. Vollkommen rund gewordenes Ei , aus der Gebärmutter. 

Fig. 11 13. Eier aus dem Eierschlauche. 

Fig. 14. Ein Stück des Eierstockes von Pentastoma taenioides. 

Fig. 15. Geschlechtssystem desselben Thieres in Verbindung mit einem Thoilc des Cercbral-Ganglion. 

Fig. 16. Dasselbe von rückwärts gesellen , noch überdiess mit einem Stück des Magens in Verbindung. 

Fig. 17. und 18. Eier aus dem Eierschlauchc von Pentastoma taenioides. 

Fig. 19. Das Cerebral- Ganglion von Pentastoma proboseideum. 

Fig. 20. Das Cercbral-Ganglion von Pentastoma taenioides. 

Tab. III. 

Fig. 1 5. Pentasloma taenioides. Aus der Stirnhöhle eines Wolfs. (Canis Lupus.") 

Fig. 1. Ein Männchen in natürlicher Grösse. 

Fig. 2. Ein Weibchen in natürlicher Grösse, mit den vier Hackengruben und innerhalb ihrer Mitte 
der Mund. 

Fig. 3. Vergrössertes Kopfende des Männchens, mit der unterhalb dem Munde hervorstehenden Ruthe. 

Fig. 4. Vergrössertes Kopfende eines Weibchens. 

Fig. 5. Ein Theil der Haut mit den Ath einlöchern, sehr vergrössert. 
Fig. 6 — 8. Pentasloma subtriqitetrnm. Aus dem Rachen eines Brillenkrokodilles. (Champsa Sclerops.) 

Fig. 6. Natürliche Grösse des Wurmes , von der Rückenseite. 

Fig. 7. Derselbe Wurm vergrössert, von der Bauchseite gesehen. 

Fig. 8. Die Haut mit den Athemlöchern. 
Fig. 9 — 13. Pentasloma denliculalum. Aus den Lungen des Meerschweinchens. (Cavia Cobai/a.) 

Fig. 9. Natürliche Grösse. 

Fig. 10. Vergrössertes Kopfende , von der Bauchseite gesehen. 

Fig. 11. Vergrössertes Kopfende, von der Rückenseite dargestellt. 

Fig. 12. Ein Stück der allgemeinen Bedeckung mit ihren Fransen. 

Fig. 13. Schwänzende, welches zuweilen ausgerandet erscheint. 
Fig. 14 — 15. Pentastoma serratum. Aus den Lungen eines Hasen. (Lcpus timidus.j Eine Copie nach 
Frölich, der Verfasser gibt dazu nachstehende Erklärung: 

Fig. 14. Am obern Rande die Hauptmündung. Unter dieser die vier halbmondförmigen Nebenmündun- 
gen mit ihren hellen, einwärts gekrümmten Kanälen. Am Rande die durchsichtige Mem- 
brane, aus der die spitzigen Sägezähne hervorragen , und fast in der Mitte des Wurmes 
ein heller Sack, um den die Eier herum liegen. 

Fig. 15. Dieselbe Vergrösserung , der Wurm aber im natürlichen Zustande _ nicht gepresst. Die 
; Hauptmündung mit den vier dunkleren Nebenmündungen. 
Fig. 16_23. Pentastoma oxycephalum. Aus den Lungen des Brillenkrokodilles. (Champsa Sclerops.) 

Fig. 16_19. Natürliche Grössen des Wurmes. 

Fig. 20 — 21. Vergrösserte Kopfende. 

Fig. 22. Seitenansicht eines vergrösserten Kopfendes. 

Fig. 23. Schwanzende mit den Athemlöchern. 
Fig. 24—28. Pentastoma subeylindricum. Aus der Bauchhöhle des Mäuse -Bcutclthiere*. (Didcfp/iys 
murina.) 

Fig. 24. Natürliche Grösse. 

Fig. 25. Dasselbe vergrössert. 

Fig. 26. Vergrössertes Kopfende. 



32 DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNG PENTASTOMA. 

Fig. 27. Vergrösserte Haut mit den Athemlöchern. 

Fig. 28. Ein noch in einem durchscheinenden Häutchen eingeschlossener Wurm in natürlicher Grösse. 

Fig. 29 36. Pentastoma subeylindricum. Aus der Oberfläche der Leber des Philander- Bcutelthieres. 

(Didelphys Philander.^ 

Fig. 29 — 33. Verschiedene Formen dieses Wurmes in natürlicher Grösse. 

Fig. 34 — 36. Die Ausrandungen am Kopfende. 
Fig. 37 41. Peniastoma proboseideum. Aus der Lunge der Lochadder. (Bothrops Jararaca.) 

Fig. 37. Ein Männchen in natürlicher Grösse. 

Fig. 38. Seitenansicht eines vergrösserten Kopfendes mit der Ruthc. 

Fig. 39. Ein Weibchen in natürlicher Grösse. 

Fig. 40. Vergrössertes Kopfende eines Weibchens , von der Bauchseite. 

Fig. 41. Vergrösserte Haut mit den Athemlöchern. 

Tab. IV. 

Fig. 1 10. Pcntastoma proboseideum. Aus der Bauchhöhle des Teiu. (Podinema Teguixin.) 

Fig. 1 6. Natürliche Grösse in verschiedenen Formen. 

Fig. 7. Stark vergrössert, die Querfalten sind hier noch sehr deutlich. 

Fig. 8 9. Ein nach innen etwas gewölbtes Kopfende , wodurch die Hacken nicht in eine Reihe zu 

stehen kommen , sondern nach aufwärts halbmondförmig stehen. 

Fig. 10. Vollkommen entfaltetes Kopfende, mit den vier Warzen am äusseren Kopfrande. 
Fig. 11 13. Pentastoma moniliforme. Aus der Lunge des Tiger -Python. (Python Tigris.^) 

Fig. 11. Das Thier in natürlicher Grösse. 

Fig. 12. Vergrössertes Kopfende. 

Fig. 13. Ein vergrösserter Theil der Haut, mit den Athemlöchern. 
Fig. 14 18. Pentastoma megastomum. Aus der Lunge des Krötenkopfs. (Phrynops Geoff'roana.') 

Fig. 14. Natürliche Grösse. 

Fig. 15. Vergrössertes Kopfende von vorne gesehen, mit den am oberen und unteren Rande der Murul- 
öffnung zu zweien stehenden Warzen. 

Fig. 16. Derselbe Wurm von der Seite gesehen. 

Fig. 17. Vergrösserte Schwanzspitze mit der Aftergrube. 

Fig. 18. Ein Theil der allgemeinen Bedeckung mit den Athemlöchern. 
Fig. 19 23. Pentastoma gracile. Aus der Oberfläche des Darmkanals der Gold-Forelle. (Salmo auratusJ) 

Fig. 19. Natürliche Grösse. 

Fig. 20. Vergrössertes Kopfende, mit vier Warzen am äussern Kopfrande, und vier an der innern Flache 

Fig. 21. Dasselbe von der Seite gesehen. 

Fig. 22. Vergrössertes Kopfende von der Rückenseite mit den zwei Warzen am äusseren Kopfrande, 
und vier auf der Rückseite. 

Fig. 23. Ein Theil der allgemeinen Bedeckung mit den Athemlöchern. 
Fig. 24 32. Pentastoma furcocercum. 

Fig. 24. Natürliche Grösse , aus der Nähe der Lunge der Lichtenstein'schen Natter. (Coluber Lieh- 
tensteinii.) 

Fig. 25. Ein mehr vergrössertes Individuum , aus dem Mesenterium des Spilotes No. 109. 

Fig. 26. Kopfende von der Bauchseite gesehen. 

Fig. 27 29. Die Lappen der Hackengruben in verschiedenen Stellungen. 

Fig. 30. Vergrössertes Schwanzende mit gerade verlaufenden Spitzen; wahrscheinlich eines Männchens. 

Fig. 31. Vergrössertes Schwanzende, vermuthlich eines Weibchens , mit auswärtsstehenden Schwanz- 
spitzen. 

Fig. 32. Ein Stück der allgemeinen Bedeckung mit den Athemlöchern, 



ACANTHOPHYLLUM 

C. A. MEYER 

EINE 

NEUE PFLANZENGATTUNG AUS DER ORDNUNG DER 

SILENEEN, 

NÄHER ERLÄUTERT UND VON EINER 

CHARAKTERISTIK ALLER GATTUNGEN DER ALSINEEN 

B E GL E I T E T 

V O N 

Dr. EDVARD F E N Z h. 



(ERSTE ABTHEILUNG) 

Mit 3 Steindrucktafeln. 






Wenn man die Ordnung der Caryophyllaceen, so wie sie Jussieu im Jahre 1789 in 
seinem unvergänglichen Meisterwerke den »gener a plantar um« aufstellte, in Bezug auf die 
natürliche Verwandtschaft der sie bildenden Pflanzengeschlechter unter sich , mit ihrem gegen- 
wartigen Zustande vergleicht, so wird man in ihrer Zusammensetzung wohl bedeutende Verän- 
derungen wahrnehmen, zuletzt aber finden , dass die ganze Reform, die die Ordnung erlitten, 
sich bloss auf die Ausscheidung einiger wenigen Gattungen reducirt , deren abweichender , dem 
Verfasser damals kaum recht bekannter Fruchtbau, sie anderen Ordnungen näher zugesellt; 
denn jene Genera , welche später zu den Paronjchieen wanderten , sind in jeder Beziehung 
so nahe mit den eigentlichen Caryophyllaceen verwandt , dass Jussieu sie anderswo nie 
besser hätte unterbringen können. 

Die ganze Ordnung zerfällt nach ihm in sieben Tribus , deren letztere die Gattungen : 

Rotala j Frankenia _, Linwn und Lechea enthaltend er damals schon , von der Notwen- 
digkeit ihrer später erfolgten Trennung überzeugt, von den übrigen gleichsam durch die Auf- 
schrift: »gener a afßniaa aussclüoss. In den vier ersten Abtheilungen finden sich bloss Gattungen, 
die einen getheilten, in der fünften und sechsten solche, die einen röhrenförmigen Kelch besitzen. 
Die Erste durch drei Staubgefässe und einen einfachen oder dreitheiligen Griffel bezeichnet, be- 
greift folgende Genera: Ortegiaj Loefüingia_, Polycarponj MollugOj Holosteunij Minuartiaj 
Queria und Donatiay- die zweite auf die Vierzahl der Staubgefässe und Griffel oder die Zwei- 
zahl der letzteren gestützt, die Gattungen: Bitffonia und Sagina; die dritte die Gattungen 
mit fünf oder acht Staubgelassen und zwei , drei oder vier Griffeln , wie : Alsinej Pharnaceunij 
Moehringia und Elatine ; die vierte endlich die Gattungen mit zehn Staubfäden und drei oder 
fünf Griffeln, als: Bergia _, Spergula „ Cerastium _, C herler ia j Arenaria, Stellaria. Die 
fünfte Tribus durch einen röhrigen Kelch , zehn Staubfäden und zwei , drei oder fünf Griffeln 
von den vorigen geschieden , begreift die Gattungen : Gypsophila _, Saponaria j Dianthus 3 
Silenej Cucubalas _, Lychnis und Agrostemma ; die sechste endlich von der vorhergehenden 
durch eine geringere Anzahl von Staubgefässen als zehn und zwei oder drei Griffeln getrennt, 
die Gattungen : Velezia _, Drypis und Sarothra. 

Zehn Jahre später wurde diese Anordnung Jussieu's beinahe ohne Aenderung von Ven- 
tenat *) wiederholt, nur wird der Gattung Donatia in der ersten Tribus, Sarothra in der 
sechsten , und Rotala in der siebenten gar nicht erwähnt. 

So blieb diese Anordnung, ohne eine bedeutende Reform 2 ) zu erleiden, bis zum Jahn 
1815 stehen, in welchem St. Hilaire in seiner berühmten Abhandlung über die Placentatio 
centralis die Notwendigkeit einer Sichtung der Caryophyllaceen bewies, und. nachdem er 



*) Ventenat, Tableau du regne vegetal. Paris 1799. T. III. p. 233 etc. 

) Der Gattung Linuni wies DeCandolle schon im Jahre 1813 in seiner Theorie elemenl. T. I. p. 81? ihren 
bestimmten Platz als eigene Ordnung an. 



3G FENZL , ÜBER ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. 

der Gattung Donatio, ihren Platz unter den Saxifrageen und Saroihra *) unter den Geh- 
tianeen angewiesen, die Bildung der neuen Familie, der Paronychieen vorschlug 2 ). Dieser 
wurden nun, mit Jussieu's Zustimmung 3 ), nebst mehreren Amarantaceen und Portu- 
laccen (Juss.) folgende Caryophylleen einverleibt, als: Loefßingia^, Polycarpon_, Minuartia 
und Queria. 

In dem im Jahre 1823 erschienenen dritten Bande des Dictionaire classique d'histoire 
naturelle p. 238, erschien von Ach. Richard eine veränderte Uebersicht der nunmehr in 
zwei Tribus vereinigten Gattungen der Caryophylleen *), von welchen die erster e »Dian- 
iheae^ fast alle Jussieu'schen Gattungen der fünften und sechsten Tribus, nebst den sämmt- 
lich unhaltbaren, von Säene_, Lychnis und Agrostemma abgetrennten, wie Hedone Loureiro 5 ) , 
Otites Rieh, und Githago Desf. umfasste. Die zweite Abtheilung »Alsineae,« aus den Resten 
der vier ersten Tribus nach St. Hilaires Reformen bestehend, erhielt an Stipulicida Michx., 
Spergulastrum Michx. (MicropetalumPers.), Torena Adans. und Hymenogonum Juss. 6 ) einen 
Zuwachs. Der Gattungen Elatine und Bergia wurde unter den Alsineen weiter nicht mehr erwähnt. 

Seringe behielt in dem ersten Bande vonD e C an doli es Prodromus{\ 824) obige Einthei- 
lung fast unverändert bei, nur erhielt die erste Tribus statt »Diantheae« den Namen »Sileneae« 
und an Banffya Baumg. einen eben nicht erheblichen Zuwachs. Besser erging es den Alsineen, 
die mit Gouffeia Robill. et Cast. , Physa Pet. Thou. , Larbrea St. Hill. (Diagnosi generica et 
speeif. erronea, in Vol. 3. p. 365 demum emendata), Drymaria Willd. und dein, am Ende der 
Ordnung fraglich angeführten Hydropityon Gaertn. , bereichert erscheint. Stipulicida ,, Torena 
und Hymenoganum bleiben weg ; Ortegia.j, Bergia und Elatine werden aber noch, wiewohl zwei- 
felnd an der Richtigkeit ihrer Stellung, unter den übrigen aufgeführt, und die Ehrhard'sche 
Gattung Honckenya einige Jahre später als Adenarium Rafin. im dritten Bande nachgetragen. 

Von allen noch anklebenden fremdartigen Bestandtheilen reinigte diese Familie aber erst 
Bartling in seiner trefflichen Abhandlung über den Bau und die Verwandtschaften der Alsi- 
neen (1825) 7 ), indem er, beide Tribus zu eigenen Familien gleichen Namens erhebend, aus 
den Alsineen alle mit Nebenblättern versehenen Arten ausschied , und diese zweckmässig den 
schon bestehenden Paronychieen einverleibte. Eine vollständige Aufzählung aller Gattungen, 
gab der Verfasser aber erst im Jahre 1830 in seinen ))Ordines plant arum.« Die von St. Hi- 
laire, Jussieu und De Candolle zu den Paronychieen gezählten Genera Minuartia und 
Queria wurden mit vollem Rechte wieder den Alsineen einverleibt, und die Zahl derselben mit 



*) Die Gattung Rotala erklärte St. Hilairc bei dieser Gelegenheit für eine Salicerie, und Frankenia für das 
Glied einer eigenen Familie. Die Gattung Lechea endlich, die einzige, die aus der siebenten Jussieu'schen Tri- 
bus noch erübrigte, wurde von Dunal im Jahre 1824 in De Candolles Prodr. T. Lp. 285 den Cisüneen 
einverleibt. 

2 ) Rob. Brown sprach sich für die Bildung einer neuen Familie, die er Illecelreen nennen wollte, schon im 
Jahre 1810 aus, gab aber keine ausführliche Aufzählung der sie zusammensetzenden Gattungen ; Jussieu's 
dritte Tribus seiner amarantaceen sollte dazu gezogen werden. Prod. ß. nov. Holl. p. 413. 

3 ) Juss. Mem. du Mus. I. p. 387 (1815). 

*) De Candolle proponirtc diese Eintheilung schon früher in seiner Flore fvancaise. 

5 ) Lychnis grandiflora Jacqu. L. coronata Thunb. 

c ) Diese beiden letzteren Gattungen finde ich nirgends beschrieben, nicht einmal T ore n a in Adanson's Familles 

des plantcs. 
7 ) Beitrüge zur Botanik von Barth und W e n d 1 a n d. Heft II. 



FENZL , ÜBER ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. 87 

Strephodon Ser. *), Triplateia Bartl. und Colobanthus Bartl. 2 ) vermehrt. Bergla und Elatine 
trennte im Jahre 1829 schon Cam bessert es als eigene Ordnung 3 ). 

Nach dieser geschichtlichen Darstellung aller wesentlichen Veränderungen ), die diese 
beiden sehr natürlichen Familien seit dem Jahre 1789 bis zum gegenwärtigen Augenblicke er- 
fahren, sei es mir erlaubt, eine neue mit Dianthus und Drjpis gleich nahe verwandte Gattung 
der Sileneen, welche Herr Dr. C. A. Meyer in Petersburg in seiner Aufzählung der kauka- 
sischen und kaspischen Pflanzen im Jahre 1831 zuerst aufstellte, näher zu beschreiben, und bei 
dieser Gelegenheit mich über Einiges, die Sichtung der Gattungs-Charaktere in den beiden ge- 
nannten Familien Betreffendes , aussprechen zu dürfen. 



Acanthophyllum C. A. Meyer. 

Character di ff er entiali s: Calyx tubulosus , inaequilonge 5 dentatus, rigidus, 

bracteolis spinescentibus 2 6 imbricatis inclusus. Petala 5 , cuneata angusta unguiculata, la- 

mina integerrima vel emarginata, fauce nuda. Stamina 10 capillaria, tubum longe superantia, hy- 
pogyne anthophoro cum petalis inserta. Ovarium 1 loculare, 4- ovulatum, placenta 
basali, columella centrali evanida. Styli duo. Capsula obovato - cylindrica , duplici 
stylorum numero apice dehiscens, oligosperma. Semina compressa oblonga, h i 1 o a p i c all. Embryo 

rectus, cotyledonibus incumbentibus. Fruticuli ramosissimi diffusi rigidi, habitu Drypidis; 

foliis oppositis acerosis pungentibus , abortu ramulorum saepe pseudovei ticillatis ; floribus minu- 
tis glomerato-fasciculatis, fasciculis in bractearum axillis per paria nunc in spicam interruptam 
capitulo terminatam, nunc in corymbum capitatum dispositis. — Genus Dianthum inter et Dry 
pidem in medio haerens. 

Species duae , desertorum Asiae septentrionalis temperatae cives. 

Acanthophyllum mucronatum. Tab. V. 

A. ramulis scabriusculis , foliis acicularibus succulentis mucronato pungentibus , floribus 
glomerato-fasciculatis, fasciculis per paria in bractearum axillis sessilibus interrupte spicatis , ul- 
timo capituliformi, bracteolis 4 6 apice patulis calycem nudum aequantibus, petalis albis emar- 

ginatis. 

Acanthophyllum mucronatum CA. Meyer Verzeichniss der Pflanzen des Kaukasus etc. p. 210. 
Arenaria verticillata Willd. Sp. 2. p.725. _ DC. Prod. \.p. 408. _ Sprengel Syst. reg. 2. p. 402. 
Alsine orientalis, fruticosa saxatilis, foliis et floribus vert icill atis Tournef. 
Cor.p. 18. 



*) Cerastii sp. capsulae dentibus circinatis. Als Gattung unhaltbar. 

2 ) Steht richtiger bei den Portulaceen. M. s. die Gründe dafür im Verlaufe dieser Abhandlung bei der Gal- 
tung Sagina. 

3 ) Mem. du Mus. V. 18. p. 225. 

) Die Vereinigung der Poljgoneen, Sclerantheen, Portulaceen, Paronychieen und mehrerer AJsineen zu einer 
Ordnung, wie sie Hofrath Reichenbach in der flora excursoria bei der Familie der Portulaceen ver- 
suchte, widerspricht zu sehr der Natur und den Principien einer natürlichen Pflanzenordnung, als dass man 
sie für eine neue Reform der gedachten Familien ansehen könnte. 



SS FENZL , ÜBER ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. 

Arenaria verticillata Herb. Willd.No.S76i. 

Crcscit in locis lapidosis aridis montium T a 1 ü s c h prope pagum Swant, all. 4020 ped. (C.A.Meyer) 
In Armenia inter Erzerum etTokat(Gundelsheimcr in herb. Willd.) 

D e s c r i p t i o. Fruticulus ramosissimus rigidus difFusus nodosus , intemodiis plurimis se- 
miuncialibus et brevioribus ; ramis senioribus teretibus, cortice laevi facile secedente cinerascenti- 
badio tectis ; junioribus paliidis crassitie fili emporetici tenuioris , foliosis , inferius scabriusculis, 
ad inflorescentiae internodia pube brevissima reflexa densa exasperatis. Folia internodia subae- 
quantia vel parum superantia , opposita , acicularia mucronato-pungentia sueculenta glabra , basi 
laeviter connata, ideoque facile labentia , patentia, reeta , in ramulis sterilibus saepius arcuata, 
ramulorum non effoetorum fasciculis axillaribus facie verticillata. 

Inflorescentia mixta, composita e fasciculis axillaribus et terminali capituliformibus rigidis, 
niole pisi majoris , per paria in bractearum axillis sessilibus , vel brevissime pedicellatis , in spi- 
ram interruptam (thyrsum spieiformem DC. Organgr.) confertis. Rachis fascicu- 

lorum singulorum angulata , 2 & florum sessilium paria alens , flosculo centrali cymae dicho- 

tomae, nullibi perfecte evolutae , terminata. 

Bracteae eunetae foliaceae spinescentes , fasciculum aequantes , divergentes demumque diva- 
ricatae, facie canaliculatae , basi in membranam ciliolatam dilatatae. Bracteolae calycem inclu- 
dentes in flore centrali 4 , in reliquis 6 , bracteis similes , longitudine tubi , basi aretissime im- 
bricatae apice patulae, extimae saepius arcuatae, pungentes, nudae , margine sub lente cilio- 
latae. — Calyx tubulosus 2'" longus 5 dentatus laeviter costato-striatus glaber, dentibus inaequi- 
longis late subulatis acuminatis , basi submembranaeeis , per aestivationem imbricatis. 

Corolla 5 petala, petalis cum staminibus anthophoro brevissimo insertis; petala linearia- 
euneata, V3 //y lata, calyce fere sesquilongiora, lamina horizontali exapendiculata imberbi, apice 
emarginata sinu acuto , alba. 

Stamina 10, filamentis capillaribus g'labris, calycem fere triplo superantibus , antheris de- 
lapsis vario modo contortis, basi eglandulosis. Antherae .... Pollen dodecaedrico-pentago- 
num, faciebus medio foratis. 

Ovarium parvum obovatum uniloculare, e carpophyllis duobus conflatum, in stylos distinetis- 
simos duos filiformes erectos arcuatos staminibus parum breviores, intus stigmatos os, sepalis (den- 
tibus) exterioribus oppositos, desinens. Stigmata subtilissime papulosa. 

Ovula 4, oblonga ereeta sibi invicem adpressa, funiculis umbiiiealibus brevissimis placentae 

basali, columella centrali evanida, afFixa. Capsula obovata - cylindrica membranacea 2 — 4- 

sperma, duplici stylorum numero apice in dentes (serius forte in valvas perfeetas) dehiscens 1 ) . 

Semina perfecte matura non visa; maturescentia minima compresso - trigona , opaca fusca. 
Embryo rectus viridescens ; radicula prominula hilum apicalem speetans; cotyledones oblongae 
ineumbentes. 



Die mir zur Ansicht vorliegenden Exemplare, von Gundelsheime r, Tournefort's treuem 
Begleiter auf seiner Reise in Armenien, zwischen Erzerum und Tokat gesammelt, sind 
dieselben, nach welchen Will den ow die Beschreibung seiner Arenaria verticillata machte. 



*) Pfequaquam circurascisse dehiscens. Meyer 1. c. 



FENZL , ÜBER ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. 39 

Ich verdanke sie der ausnehmenden Güte meines Freundes Dr. Klotzsch, Custoden 
am königlichen Museum in Berlin, der auf meine Bitte mir, zum Behufe einer monographischen 
Bearbeitung der Familie der Alsineen , die betreffenden Abtheilungen des Willd enow'sohen 
Herbariums sammt jenen des Herb, generale, die einen Schatz von seltenen und ausge- 
zeichneten neuen Arten in sich schliessen , zur Ansicht anvertraut hat. 

Eine zweite , der genannten sehr nahe stehende Art , wurde von Olivier in Persien 
gesammelt, und von Desfontaines schon im Jahre 1802 als Dianthus spinosus in den Mem. 
du Mus. (V. 1. p. 198. T. 16. Fig. \.) und in neuester Zeit als Saponaria pungens von 
Bunge in Ledebours Icones pl. fl. ross. alt. (V. l.T.^) trefflich abgebildet, und aus- 
führlich in dessen Flora altaica (V.. 2. p. 133J beschrieben. Sie unterscheidet sich von den- 
selben durch viel stärkere, dornige, dickere, mehr dreiseitig als rundliche, horizontal abstehende 
Blätter, kürzere Blätterbüschel und durch das aus diesem Grande fehlende Ansehen einer 
quirlförmigen Stellung derselben an den Knoten; durch gestielte in einen doldentraubigen Strauss 
(Thjrsus corymbiformis) , nicht aber in einen ähren- oder traubenähnlichen , zusammenge- 
drängte grössere Blüthenbüschel; durch längere mit einer geringeren Anzahl Deckblättchen ein- 
geschlossene Blümchen und rosenfarbe ganzrandige Blumenblätter. Die D esf o ntaines'sche 
Pflanze ist zuverlässig, wie Dr. Meyer am angeführten Orte bemerkt, dieselbe Art, und 
höchstens eine Varietät mit noch dichter in ein Köpfchen zusammengedrängten Blüthenbüscheln, 
etwas breiteren und längeren Deckblättchen als die Kelchröhre und minder spitzen Kelchzäh- 
nen. Die Behaarung der ganzen Pflanze und die Richtung der Kelchzähne, welche nach 
Meyer bei A. mucronatum etwas abstehend, und bei A. spinosum gerade sein sollen, schei- 
nen weniger beständig , als die übrigen Merkmahle zu sein ; denn an allen von mir untersuchten 
Blümchen des A. mucronatum, waren im Widerspruche mit Meyer's Angabe, sämmtliche 
Kelchzähne aufrecht, wogegen sie in der Abbildung Ledebour's von A. spinosum gerade, etwas 
nach aussen gekrümmt, dargestellt sind. 

Was die Stellung der Gattung Acanihophyllum zu den übrigen aus der Familie der 
Sileneen betrifft, so ist es augenfällig, dass sie das Mittelglied zwischen Dianthus und der 
noch immer etwas vereinzelt gestandenen Drypis bildet. Letzterer im Habitus, durch Blattbil- 
dung und Form des Blüthenstandes eben so ähnlich, als in dieser Hinsicht einem Dianthus 
unähnlich, bieten dennoch alle, von den Blüthen und Frucht-Organen entlehnten Charaktere, so 
wenige wesentliche Unterschiede dar , dass eine Trennung von Dianthus kaum zu rechtfertigen 
wäre , wenn man nicht die , durch ein constantes Fehlschlagen des Mittelsäulchens bestimmte 
Anzahl der Eierchen und die Lage des Hilus an dem spitzigen Ende des Samens, während 
dieser bei Dianthus sich in der Mitte einer Kante befindet, als wesentliche Charaktere in dieser 
Familie annehmen müsste. Auffallender sind die Unterschiede in den Fructifications-Charakteren 
zwischen Acanihophyllum und Drypis. AIS Unterschiede ersteren Ranges müssen angesehen 
werden, bei: 

Acanihophyllum Drypis 



eine Capsula apice in dentes dehiscens. 
— embryo rectus. 



eine Capsula circuinsoisse dehiscens. 
embryo spiralis. 



iO FENZL , ÜBER ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. 

Als Charaktere zweiten Ranges:» 
Acanthophyllum D r y p i s 

ein calyx membranaceus anthesi peracta non in- 
durascens ; 

petalorum lamina fauce exapendiculata ; 

stamina 10, styli 2. 



ein calyx induratus capsulam includens: 

— petalorum lamina fauce appendiculata : 

— stamina 5 , styli 3. 



Ich muss hier auf die Berichtigung eines abweichenden , das Aufspringen der Kapsel in 
Acanthophyllum betreffenden Charakters, wie ihn Meyer gegeben, aufmerksam machen, der 
sehr leicht zu neuen Zweifeln und falschen Vermuthungen führen dürfte, und zwar um so 
leichter, als er auf einer Täuschung bei der Untersuchung der Frucht beruht, die mir selbst 
bei ähnlichen Gelegenheiten in dieser und den verwandten Familien nicht fremd geblieben. 
Dr. Meyer sagt ausdrücklich im Char acter genericus _, die Kapsel wäre eine »Capsula 
circumscisse dehiscens.« Ich fand dagegen alle beim Trocknen unversehrt gebliebe- 
nen, selbst nicht einmal vollkommen reifen Kapseln, nach ihrer Erweichung in Wasserdämpfen, 
regelmässig an ihrer Spitze in Zähne aufspringen. Dieser Widerspruch in unseren Beobachtun- 
gen dürfte höchst wahrscheinlich seine Lösung in dem Umstände finden, dass in den von 
Dr. Meyer untersuchten, sicherlich nur halbreifen 1 ) Früchtchen die obere, sich zuerst ver- 
härtende halbkugelige Kapselhülle von der unteren, in dieser Periode sehr zarten und während 
des Trocknens verschrumpfenden, schlauchförmigen Hälfte, ganz oder zum Theile lostrennte 2 ) . 
Dieses ziemlich regelmässige Abspringen der oberen Kapselhälfte beobachtete ich schon mehr- 
malen bei der Untersuchung ganz kleiner, unreifer, zu scharf oder zu wenig gepresster Frücht- 
chen von Alsineen; und, was meine Vermuthung noch mehr bestärkt, auch an zwei sehr 
jungen Fruchtknoten von Acanthophyllum. 

Mit Velezia ist diese Gattung nur in so ferne verwandt, als jene es mit Dlanthus zu- 
nächst ist , von welchem Genus sie sich, den ganz abweichenden Habitus abgerechnet, der eher 
an Buffonia als an Dianthus erinnert, nur schwer durch Fructifications-Merkmale trennen lässt. 
Der wesentlichste Differenzial-Charakter beruht auf der Beschaffenheit des Mittelsäulchens, wel- 
ches eine »columella filiformis exsucca longissima, ovulis discretis," bei 
Dianthus hingegen eine »columella fungosa crassa Capsula fere dimidio bre- 
vior, ovulis aggregatis« ist. Ferner auf die der Samen, die bei Dianthus an der Innenseite 
genabelt (s e in i n a peltata) und flach, bei Velezia hingegen der zusammengerollten Ränder 
wegen tief gefurcht erscheinen. Von geringerem Werthe, aber mehr in die Augen fallend sind 
folgende Charaktere : ein Calyx tubulosus basi ebracteolatus , und stamina isomeria 5 — 6. 

Die Schwierigkeit, die Masse der zahllos^, über den ganzen Erdball zerstreuten indivi- 
duellen Formen, deren allgemeinste Uebereinstimmung im Fruchtbaue und Habitus, die bei- 
den Familien der Sileneen und Alsineen schuf, natürlich zu ordnen, die ähnlichsten, leider 



1 ) Was mich zu dieser Voraussetzung berechtiget, ist das Stillschweigen, welches der Autor über die nähere 
Beschaffenheit der Samen beobachtet, die er bei seiner, auf jeder Seite des Berichtes beurkundeten Genauig- 
keit, anzugeben gewiss nicht unterlassen, wenn er reife Samen zu sehen Gelegenheit gehabt hätte. 

2) Vide Tab. V. Fig. 7. 



FFNZL, ÜBER ACANTIIOPHYLLÜM UND ALSINEEN. 41 

nur zu sehr vervielfältigten Arten, in Gattungen zusammenzufassen und diese möglichst scharf 
zu begränzen, bestimmt mich, bei der allgemein anerkannten Unsicherheit der verwendeten 
Charactere, etwas länger bei den Principien zu verweilen, die mich bei der Aufstellung neuer 

Gattungen und näherer Bestimmung schon bestehender, leiteten. Das constante Verwachsen- 

sein der Blätter an ihrem Grunde , der vorherrschende Parallellismus der drei oder fünf Haupt- 
Gefässstränge des Blattgerüstes, welcher jede Theilung des Parenchyms verhindert, und um 
die allmähliche Erweiterung zur Ellipse und zur Kreisform zulässt, in "Verbindung mit der r< 
gelmässigen centrifugalen Entwicklung des Blüthenstandes, bedingen nebst der Einfachheit' ihrer 
vielgestaltigen Combinationen , in welchen der Urtypus nie durch Asymetrie einzelner Theile 
unkenntlich gemacht wird, eine solche Regelmässigkeit in der Bildung der Fructifieations- 
Organe, dass das Aufstellen haltbarer und durchgreifender Gattungs-Charaktere zu einem der 
schwierigsten Probleme gehört, das immernoch verwickelter zu werden droht, je grösser des 
Zuwachs an neuen Formen und JVrten werden wird. Untersuchungen vieler Arten überzeugten 
mich sehr bald, dass keine der bekannten Gattungen durch die auffallende Beschaffenheit eines 
Blüthenorganes charakterisirt werden könne, die sich nicht gleichfalls an Arten anderer Genera 
wiederholte. Ich richtete . nun mein Hauptaugenmerk auf den Gegensatz, der zwischen der 
Formen - Combination der Vegetations- und Fructifications- Organe, oder was dasselbe ist>. 
zwischen dem Habitus und dem Blüthenbaue der ähnlichsten Arten-Gruppen Statt findet, und 
sich oft auffallender als jedes andere Merkmal kund gibt; suchte die verschiedenen Arten orga- 
nischen Gegensatzes festzuhalten, und den Formenkreis zu bezeichnen, den jedes einzelne Organ 
innerhalb einer solchen gegebenen Combination durchlief. So erhielt ich in jeder derselben, natür- 
liche Categorien der Formbeständigkeit aller Theile. Die constantesten aus der Organen -Reihe 
des Vegetations- wie des Fructifications-Systems in jeder Combination , wurden nun, gleichsam 
als die Repräsentanten der übrigen, hervorgehoben und gegenseitig verglichen. Ihre Ueberein- 
stimmung entschied für die Vereinigung der betreffenden Gruppen zu einer Gattung, das Ge- 
gentheil bestimmte ihre Trennung, Unterordnung unter andere, oder ihre selbstständige Stellung 
als solche zu den übrigen. Auf diese Weise erhielt ich für jede einen natürlichen,, wiewohl ziemlich 
weitläufigen char acter naturalis > in welchem die vegetativen und täppische» Charaktere, sich 
gegenseitig bedingten , eine zweckmässige Unterordnung nach ihrer morphologische» Rar.gorel- 
nung zuliessen, und das Herausfinden eines Char acter differentialis möglich machten, der 
für sich genommen von sehr geringer Wichtigkeit erscheinen mag, in der bestimmten Com- 
bination aber als der einzige allgemein ausschl-i essende für die zunächst stehenden Gattungen er 
scheint. — Die Rangordnung, in der die Fructifications - Organe-, nach ihrer Beschaffenheit, 
Richtung und Zahl als Differential- Charaktere benützt, zu einander stehen, so wie sie sich 
von selbst aus dem char acter naturalis hei ausstellte y sei mir noch iu> Allgemeinen anzugeben 
erlaubt. Erhebliche Unterschiede in der Stellung der Carpellarblätter zu den Sepalen l ), in der 
Aufklappungsweise und dem inneren Baue der Kapsel, der Bildung des Mittelsäulchens , der 
Nabelstränge 2 ), des Embryo und der Samen,, konnten gewöhnlich als Charaktere erster Ord 
nung benützt werden. Unterschiede in der Gestalt und Consistenz der Kapsel, des Kelches 



*) Sie lässt sich durch die Stellung der Griflfclbasis _ nicht der Spit/.en. die fast immer etwas gedrehl erschei 

neu _ und der Rückennaht zu den Sepalen erkennen. 
2 ) Vorzugsweise ihrer arillusartigen Ausbreitungen am Hilus. 



tZ FENÄL, ÜBEB LCANTHOPHYLLUM UND JLLSINEEN. 

und der inneren Fläche der Petalen bewahrten sich immer nur als Charaktere zweiter Ordnung, 
so wie die Zahl der Blüthentheile und Griffel, die Beschaffenheit des Blumenblattrandes, die 
Insertion und Gestalt des perigynischen Ringes sich jederzeit nur als Charaktere dritter Ord- 
nung erwiesen. Wenn bei dem Mangel an Charakteren der beiden ersten Categorien, nur einer 
oder der andere der letzten , sich als Differenzial-Charakter bei manchen Arten herausstellte, so 
kann man sicher sein, dass demselben kein charakteristischer Habitus entspricht, und dass sie 
sich ganz ungezwungen einer oder der anderen Gattung anschliessen lassen. 

Wollte man aber letztere Charaktere in den genannten Familien aus dem Kreise der übri- 
gen, als überflüssige verbannen, da sie nie einen entscheidenden Werth behaupten, und sich bloss 
auf die ersteren allein beschränken, so wird man sich sehr bald versucht fühlen, ja sogar beinahe 
genöthigt sehen, die meisten Gattungen zu cassiren, und in einige wenige, durchaus künstlich geschie- 
dene, zu vereinigen. Hält man hingegen jene schon für hinreichend, Gattungen zu charakterisiren, 
so w ird man zuletzt gezwungen sein, jede kleine Gruppe und jede gegenwärtig noch vereinzelt ste- 
hende auffallendere Art zur Gattung zu erheben, für deren Unterscheidung, Stellung und Ver- 
wandtschaft zu den übrigen, am Ende sich der Autor selbst kaum verbürgen möchte. Bei dem er- 
steren Verfahren gewinnt, genauer betrachtet, die Schärfe der Charakteristik gar nicht viel mehr, 
als sie schon besitzt, und der Welt wird nur der alte aufgewärmte Brei auf einem grösseren Teller 
aufgetischt. Die neue Gattung w ird uns keinen klareren Begriff von ihrer Zusammensetzung und 
Begränzung geben , als ihn die Charakteristik der Familie im Allgemeinen schon erzeugte, mit 
letzterer in eines zusammenfallen , und eine breite Zusammenstellung von Arten liefern , an 
deren natürlichen Verbindung unter sich ohnediess Niemand zweifelte. Eine Charakteristik der 
Art wird dem Anfänger , w ie dem Geübten , wenn letzterem nicht zufällig eine Masse von 
Arten zu Gebote steht, weder die Auffindung von Arten erleichtern, noch ihn bei der Bildung 
natürlicher Gruppen, noch bei der Vergleichung mit verwandten Gattungen derselben oder an- 
derer Familien leiten können, noch vor der unseligen Manie schützen, in jeder unbedeutenden 
F'ormverschiedenheit einzelner Theile einer Pflanze, oder einer kleinen Veränderung der ganzen, 
die jedes Jahr und jeder Standort erzeugen kann, den Angelhacken zu dem Fischfange einer 
neuen Species aus dem Ocean der individuellen Formen zu erblicken. Endlich würde ein sol- 
ches Verfahren geradezu der Pflanzengeographie die Lebensfäden abschneiden, und jenem ande- 
ren Theile der Wissenschaft von deren Ausbildung die menschliche Gesellschaft einst die 

schönsten praktischen Früchte zu erwarten berechtiget ist, und der alle Bestrebungen der Syste- 
matik zugewandt sein müssen , wenn diese nicht anders todt und unfruchtbar für die Welt , Mo- 
nopol einzelner Gelehrten und ein Spielball der Speculation in alle Ewigkeit bleiben will — zu 
einem geist- und zwecklosen Pflanzenprotokoll verdammen, das nicht mehr Nutzen brächte, als 
ein Städte - Register aller Reiche, in die der Continent zerfällt. Dass die Vervielfältigung der 
Gattungen in einer Familie, wie die der Caryophjllaceen , deren constituirende Glieder so 
wenig ausgezeichnete Formen im Ganzen darbieten, zu einer nutzlosen Zersplitterung der Ma- 
terie führen muss, ohne dabei das Auffinden der Arten zu erleichtern, und eine Uebersicht über 
den Formenkreis zu gewähren, innerhalb welchem sich letztere bewegen, liegt so klar am Tag, 
dass es unnütz erscheinen müsste, ein Wort weiter darüber zu verlieren. Eine leichte und zugleich 
klare Uebersicht über die Vegetations-Verhältnisse der Arten jeder einzelnen Gattung erhält man 
durch ungezwungene Gruppirung derselben nach ihrem Habitus — dessen Bildung aber näher als 
durch ein Paar nichtssagende Termina erläutert werden muss — durch genaue Beschreibungen ihrer 



EENZL, ÜBER ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. 43 

Varietäten, und der durch Localitäts-Verhältnisse bedingten Uebergangs-Formen , weit sicherer, 
als durch jene Gattungs - Verkleinerung , die das Uebel durch die noch erbärmlichere Species- 
Multiplication , welche sie jedenfalls nach sich zieht, bloss vergrössern hilft. 

Uebersicht aller Gattungen der natürlichen Familie der Alsineeu, ihrer 
allgemeineren geographischen und verwandtschaftlichen Verhältnisse, 
nebst einigen Bemerkungen über freie Placentarbildung mit beson- 
derer Berücksichtigung jener der Caryophyllaceen und dem muth- 

masslichen Grunde der jedesmaligen Richtung der Radicula gegen die 
Micropyle> und des Cotyledonar - Theiles am Pflanzen - Embryo gegen 

die Basis der Eihäute. 

S a g i n a Linn. 

(Saginae et Spurgulae sp. exstipulatae L. et auct. Sp ergella Reich, ß. eoc- 

curs. p. 794.) 

Character essentialis: 

Calyx 4 — 5 partitus. Corolla 5-petala 1. subnulla, petalis integerrimis. Stamina 4 5 

aut nuraero dupla, fertilia, subhypogyna. Ovarium 1-loculare, polyspermum, e carpophyllis 
4 — 5 conflatum, stylis sepalis alternis. Capsula tenuissime membranacea, simplici 
stylorum auraero in valvas sepalis opp ositas margine infiexas usque ad basim de- 
hiscens. Cotyledones ineumbentes. 

Character naturalis t 

Fvuctificatio: Flores hermaphroditi fertiles minuti. 

Androceum. Calyx ad basiin usque 4 5 partitus, anthesi horizontaliter expansus, gros- 

sificationis periodo arctissime clausus; sepala per astivationem simpliciter aut quincunciatim im- 
bricata, obtusa, herbacea 1. carnosula. 

Corolla 5-petala minuta 1. subnulla; petala tenerrima, elliptica v. subovata, integer- 
rima, alba. 

Stamina 4 — 5 aequilonga, si numero dupla alterna sublongiora sepalis anteposita imaque 
basi anulo merabranaceo obsoleto inserta; fdamenta setiformia, calyce breviora, longiora glandula 
nectarifera exigua, poro transversali postico, suffulta. 

Antherae globulosae, versatiles, biloculares; loculis oppositis parallelis, rima longitudina- 
liter dehiscentibus ; pollen dodecaedrico-pentagonum , faciebus medio foratis. 

Gynaeceum. Ovarium 1-loculare polyspermum, e carpophyllis l i 5 conflatum, in 

stylos totidem arcuatos breves, intus stigmatosos, sepalis alternos, desinens. Stigma papilloso- 
barbatum. Ovula numerosa funiculis umbilicalibus distinctis columellae centrali elongatae affixa. 

Capsula ovoidea 1-locularis, tenuissime membranacea, e calyce parum exserta, simplici 
stylorum numero in valvas usque ad. basim dehiscens; valvae obtusae margine inflexae, sepalis 
oppositae. 

Semina numerosa, minutissima globulosa, testa rugulosa opaca. Embryo periphericus anula- 
ris, »adieula tereti, cotyledonibus incumbentibus filifoimibus subaequilonga, hilum attingens. 

6 * 



44 tffeNZIiV'ÜßE& A GASTHOF! IYLLUM l \'D AESlXEEtt. 

Veg et atio. 

Stirpes annuae vel perennes, herbaceae, tenerae, radice fibrillosa, cauliculis filiformibus 
basi jam ramosis , humo adpressis , radicantibus , rarius adsccndentibus , caespitosis. 

Folia minuta uncia vix unquam longiora et ultra lineam latiora , opposita, basi membrana 
tenui connala, carnosula nunc rigidula feie ecarinata, glabra 1. puberula, mutica 1. aristata , in 
axülis infimis fasciculis ramulorum hondum evolutorum plurinium aucta. 

Inflorescentiae axillares solitariae, rarius terminales, cvmam dichotomam siraplicem aut subi- 
teratam formantes. Pedicelli, spectata florum minutie sat longi, erecti, anthesi peracta plurimum 
apice uncinato - cernui. 

Die Summe aller Arten beläuft sich, selbst nach Einverleibung der nicht mit Nebenblättern 
versehenen Spergulen Linne's und der meisten späteren Autoren , kaum auf zwölf. Dessen un- 
geachtet ist ihre Verbreitung über das Festland der alten und neuen Welt , Neuholland ausge- 
schlossen, fast eben so gross als die ihrer artenreichen Schwester-Gattung Alsine. Einige der- 
selben trifft man beinahe in allen Hauptzonen. Besonders einheimisch ist diese Gattung in dem 
kälteren Theile der gemässigten nördlichen Eidhälfte, wo ihre Arten über die ungeheuren Land- 
sti ecken und Gebirge, im Osten Japans angefangen bis zu dem Ausflusse des Columbia im 
AVesten Amerika'«, zerstreut gefunden weiden. Nur die weitverbreitetsten unter ihnen reichen 
tiefer noch in die Polar zone hinein, treten an den entgegengesetzten Puncten in der Süd- 
hälfte unter fast gleichen Isothermen wie im mittleren Europa, in Chili, der cispla- 
tini sehen Republik und den Malouinen, wieder auf, und behaupten selbst in der Tro- 
penwelt auf den Hochgebirgen Mexico'« und NepaPs die Ansprüche, in Gesellschaft neuer 
Verwandter aus anderen Gattungen , ihre Existenz zu sichern. Dieses Aufsuchen milderer Tem- 
peraturen von allen Arten dieses Genus gibt sich schon ziemlich auffallend im südlicheren Europ a 
und auf den canarischenlnseln kund, an welchen Puncten sie allenthalben die höheren Berge, 
in eigenthümliche Formen gekleidet, hinansteigen, und viel seltener in der Ebene getroffen werden. 

Wollte man für die climatischen Verhältnisse jener ungeheuren Landstrecken und Höhen- 
punete , die der Verbreitung der Mehrzahl der Arten besonders zusagen , einen allgemeinen 
numerischen Ausdruck bestimmen, so dürfte eine mittlere Temperatur des Jahres mit +7° 
und eine des Sommers von -f- 17 — 18° C. *), als derjenige anzusehen sein, der ulle mit ihm 



*) Diese Ziffern sind das Resultat einer allgemeinen approximativen Berechnung der mittleren Temperaturen 
jener LandstrecKen Europas, Asiens und Amerikas, die für die eigentlichen Ileimatsherde ihrer Verbreitung 
anzusehen sind. Eine Durchschnittsrechnung der Art, auf die mittleren Temperaturen P et e rs b urg s, Chri- 
stianias, Wiens und Montpelliers gestützt, gab mir den Ausdruck der climatischen Verhältnisse für 
den, dieser Gattung entsprechenden Theil Europas, eine gleiche aus den Temperaturen Pekings, Bar- 
nauls und Kasans , lieferte sie mir für die entsprechende Ländcrmasse Asiens, und eine dritte aus jenen 
Oucbecks, Uticas, Washingtons uad Chapc 1-lJill in Nord-Carolina sollte mir die ihres 
stärksten Verbreitungs-Bezirhes in Amerika verschaffen. Ich wählte die genannten Puncte unter vielen an- 
dern desshalb, weil sie einmal ■ziemlich gleichmässig auf der Area vertheilt, auch die, den nördlichen und 
südlichen Verbreitungsgränzen dieser Gattung sich annähernden Temperaturen ausdrücken, und im Allgemei- 
nen jeder dieser Puncte, als ein Repräsentant der, für die dazwischen liegenden Landstrechen entfallenden 
climatischen Verhältnisse angesehen werden kann. Für die ungeheure Strecke Festlandes in Asien musste ich 
leider mehr einer einzigen, als einer Bande von Isothermen folgen; doch verschlägt dieser Uebelstand , wie 

mir die Berechnung zeigte, bei der grossen Allgemeinheit derselben fast gar nichts. lieber die mittleren 

Temperaturen dieser Puncte gab mir J. Löwenberg's Zusammenstellung derselben in dem Anhange zu den 
»Flamme nten einer Geologie und Klimatologie slsiens* vom Freiherrn A. v. Humbol dt die erforderlichen 

' >»achwcisungcn. 



FENZL , ÜBEft ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. 4.> 

««gleich gegebenen Lebensbedingungen zur Fortdauer dieser Gattung in sich schliesst. — Was 
die Beschaffenheit der Standorte betrifft, so sind: spärlich bewachsener , trockener Lehm- und 
Sandboden, Hutweiden, Brachfelder, Sanddünen die eigentlichen Standplätze der in der Ebene 
vorkommenden Arten, die man jedoch gar nicht selten auch auf lichten Wald- und ab- 
schüssigen Ufersteilen kleiner Gebirgs - Wässer in den Niederungen zu treffen pflegt. Sehr 
wenige lieben Moorgründe und vom Seesalze getränkte Uferstellen vorzugsweise. Alle übri- 
gen suchen humusreiche, etwas feuchte, und vor dem stärkeren Sonnenlichte geschützte 
Punete, auf höheren Bergen und Alpen. Höher aber als 5000° über dem Meeresspiegel sah 
ich, wenigstens auf unsern steirischen Alpen, keine Art steigen. 

Wenn man bei Bestimmung naher verwandtschaftlicher Verhältnisse zweier Gattungen der- 
selben oder zunächststehender Familien, die Uebereinstimmung im Habitus ihrer Arten für 
eben so wichtig, als die im Blüthen- und Fruchtbaue halten will , so muss man ohne Wider- 
rede zugeben, dass Sagina den Portulaceen näher, als jeder anderen Gattung in ihrer eigenen 
Ordnung steht. Sie schliesst sich in dieser Beziehung dem Genus Colobanthus so nahe an, 
dass nur die Insertion der Staubgefässe zwischen den Sepalen, sie und die beiden Familien 
zu scheiden vermag. Ein würdiges Gegenstück zu dieser Verwandtschaft findet man zwischen 
Paronychieen und Alsineen, in den Gattungen Älsine und Stellaria einer-, wie m Spergu- 
laria *) und Drymaria 2 ) andererseits. Hier fällt beinahe jeder Unterschied im Blülhen- und 
Fruchtbaue, ja selbst im Habitus weg, und der character differentialis der Familien, wie 
der genannten Gattungen, ist auf den rein vegetativen, ,,die An- oder Abwesenheit der 
Nebenblätter" zurückgeführt. Vergleicht man ferner in derselben Beziehung die Portulaceen., 
wie sie De C and olle in seinen Prodromus (V. 3 p. 351 sqq.) aufgestellt mit jenen Paro- 
nychieen , welche sich vor den übrigen durch vollkommenere Organisation ihrer Blüthentheile 
auszeichnen , so erscheint die Gattung Ginginsia nur als die einzige unter allen , deren Species 
eine so frappante Aehnlichkeit mit manchen Arten von Pharnaceum besitzen, dass sie sich von 
letzteren hauptsächlich nur durch die den Portulaceen eigne Insertion ihrer Staubfäden , gerade 
so wie die Colobanthus und Saginen, unterscheiden lassen. Das Fehlen der Stipüla an den 
Arten dieser, das Auftreten derselben hingegen an jenen der beiden zuerst genannten Gattun- 
gen, bei sonst gleichem Differential- Charakter, muss die Wichtigkeit dieser Organe, als Fami- 
lien. - Charakter einerseits eben so verdächtigen, als die richtige Stellung jener Gattungen untei 
den Portulaceen andererseits zweifelhaft machen. 

Eine richtige Deutung der Natur jener häutigen Nebenblättchen und ihrer Erscheinung in 
diesen Ordnungen müsste die Lösung der ersten Zweifelsfrage, und mit dieser vielleicht auch 
die der zweiten herbeiführen. Aber gerade in der Erklärung jener Organe liegt die grösste Schwie- 
rigkeit, und ich gestehe offenherzig, dass mir weder ihr Ursprung, noch ihr Verhältniss , in 
welchem sie zu den Blättern und zum ganzen Vegetations -Processe der betreffenden Arten ste 
hen, bis jetzt ganz klar geworden. Ich kann mich mit der fast allgemein angenommenen An- 
sicht, die Nebenblätter immer als die frei gewordenen Ränder des latenten (Vaginal-) Thei- 
les der Hauptblätter bei ihrer Scheidung vom Stamme, zu betrachten, nicht recht befreunden. 
Ganz wohl mag ich mir auf diese Art die Bildung der Slipidae bei den Papiliouaceen , Rosa- 



l ) Arcnariae sp. stipulatae L. et auet. 

*) Stellariae et Holostci sp. stipulatae L. et auet. 



46 FENZL, ÜBER ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. 

ceen und anderen denken, wo die Theilung des Blattes in besondere Blattscheiben als Typus 
erscheint; selbst die Bildung- der Ochreen bei den Polygoneen und die Scheiden der Potamoge- 
tonen mögen sich noch auf diese Weise erklären lassen, aber anders verhält es sich wahrschein- 
lich damit bei den Rubiaceen und wieder anders bei den Paronjchieen, Bei den letzteren möchte 
ich die Nebenblätter lieber für selbstständige auf der Stufe der Vaginalbildung stehen gebliebene, 
den Gemmar-Schuppenanaloge, Blattpaare halten, deren regelmässige Wiederholung am Ende eines 
jeden Intermediums nur dadurch auffallender wird, dass das nächste Blattpaar auf Rosten seines 
latentbleibenden Interfoliar-Theiles sich ausbildet, und in eine Ebene mit dem ersteren zusammen- 
fallt, wodurch diese das täuschende Ansehen wahrer Nebenblätter erhalten 1 ). Die Richtigkeit 
dieser Thatsache, mittlerweile vorausgesetzt, dürfte der auf diese eigenthümliche Blattentwick- 
lung basirte Charakter, immerhin eine grössere Bedeutsamkeit gewinnen, als er sonst gewöhn- 
lich zu haben pflegt, und dessen ohngeachtet, keinen störenden Einfluss auf die Vereinigung 
von, in der Beziehung geschiedener Gattungen unter einer dritten Ordnung — sobald diese 
durch andere höhere Rücksichten geboten wird ausüben , weil seiner Natur nach der stufen- 
weise Uebergang einer tiefer stehenden Blattbildung zu einer höheren , wie er bei den Alsineen 
erscheint, nicht ausgeschlossen wird. 

Bei drei im gleichen Grade verwandten Ordnungen sehen wir also dasselbe Organ in einer 
fehlen, in der anderen allgemein und in der dritten wie zufallig, aber im Gegensatz zu den 
beiden anderen mit einer eigenthümlichen Staubfaden-Insertion combinirt , erscheinen. Welchen 
dieser Trennungs - Merkmale soll man nun bei der Stellung, in der sich Colobanthus wie Gin- 
ginsia gegen die beiden anderen Familien befinden denen sie sich in Gestalt und Beschaf- 
fenheit aller Organe näher als jeder der übrigen Portulaceen anschliessen den Vorzug ein- 
räumen? Natürlicher steht offenbar Ginginsia bei den Paronjchieen, und Colobanthus bei den 
Alsineen; aber wie dann die Portulaceen charakterisiren und mit derselben Schärfe trennen, 
als diess der Fall bei den beiden anderen Ordnungen ist , wenn man den Unterschied in der 
Insertions- Weise der Staubfäden in den Hintergrund stellt? Alle noch übrig bleibenden Cha- 
raktere, wie: ein »calyx 2-sepalus vel 3 5-lobus, stamina indefinita, « ein »Stylus simplex apice 

divisus,« eine »Capsula circumscisse dehiscens« sind dann nicht mehr im Stande, da sie theils 
weder an sich eine besonders wichtige morphologische Bedeutung haben , noch allgemein genug 
in der ganzen Ordnung sind, selbe ausschliessend gegen die verwandten hin zu begränzen. 
Dessen ohngeachtet hat jede der, die Portulaceen gegenwärtig zusammensetzenden Gattungen, 
so viel Eigenthümliches in ihrem ganzen Wesen, dass man keine, ohne sich gegen die Natur 
und die Principien einer natürlichen Methode zu versündigen, besser anderen Ordnungen bei- 
gesellen, als unter der Combination begreifen möchte, in welcher sie uns als vereinzelte Glie- 
der einer selbstständigen , dermalen noch nach keiner Seite hin scharf begränzten Ordnung er- 
scheinen, die man so lange wird beibehalten müssen, bis durch neu aufgefundene Zwischen- 
glieder die Lücken ausgefüllt, und den einzelnen Gattungen alsdann ihre natürlichen Stellungen 
angewiesen werden können. Ich glaube daher, dass es besser ist, den künstlichen Charakter da 



*) Die nähere Anführung der Gründe und Thatsachen, welche mir diese Bildungsweise wahrscheinlicher als 
jede andere machen, so wie die Folgerungen, die sich daraus für die häufig vorkommende wirtelartige Blatt- 
stellung und einige Modifikationen des Blüthenstandes bei vielen Paronjchieen ziehen lassen, würden mich 
gegenwärtig zu weit führen, und ich erlaube mir in der Hinsicht auf eine kleine Abhandlung über die Gattun- 
gen Spergularia und Spcrguta zu verweisen , die nächstens an einem anderen Orte mitgetheilt werden soll. 



FENZL, ÜBER ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. 47 

beizubehalten, wo ein natürlicher, eben so scharf als dieser die Ordnung von andern scheiden- 
der, für den Augenblick ermangelt, und die Bedeutung des Organes oder dessen Stellung, auf 
die sich ersterer stützt, nicht hinreichend noch in's Klare gesetzt ist, wie diess mit der aus- 
nahmsweise erscheinenden Insertion der Staubfäden zwischen den Kelchabschnitten bei den 
Portulaceen der Fall ist *). Dort hingegen, wo sich zwischen zwei verwandten Ordnungen ein 
eben so scharfer als natürlicher Differential- Charakter ausspricht, wie zwischen Alsineen und 
Paronjchieen, ist diesem der Vorzug zu geben, er mag nun in morphologischer Beziehung eine 
geringere Bedeutung haben, als in künstlicher, noch sich einer dritten verwandten Ordnung 
gegenüber , oder in jeder andern als haltbar erweisen. Dem zu Folge müssten Ginginsia und 
Colobanthus einstweilen noch den Portulaceen ') beigesellt bleiben, obgleich Bartling jene 
Gattung den Paronjchieen, diese den Alsineen einverleibt wissen will. 

Es ist nun aber hohe Zeit , nach dieser langen Digression zu unserer Gattung und ihren 
anderweitigen Beziehungen zurückzukehren. Gegen die Paronjchieen hin zeigt Sagina im Ha- 
bitus ihrer Arten eine weit geringere Verwandtschaft als zu den Portulaceen ; übrigens noch 
die nächste unter denselben zu Spergula, der sie sich durch Sagina nodosa (Sperg. nodosa L.) 
anschliesst. In der Stellung der Carpellar-Blätter zu den Sepalen, die eine alternirende ist, stim- 
men beide Genera hingegen vollkommen überein , und nur durch diesen Charakter allein lässt 
sich Spergula von Spergularia, so wie Sagina von Alsine trennen, welche sich mit ihren 
kleinsten meist alpinischen Arten und Varietäten von A. verna , als : A. rubella Wahlenb. 
(Aren, quadrivalvis R. Br. — Sagina decandra Reich.) , A. Rossii (Ar. Rossii R. Br.) , A. stricta 
Wahlenb. (Ar. uliginosa Schleich. — Ar. lapponica Spr.) und A. arctica (Ar. arctica Stev.) , 

an erstere noch am besten unter den übrigen Alsineen anreiht. Da die einfache Vierzahl der 

Blüthentheile auch anderen Alsineen zukommt, als jenen Arten von Sagina allein, aufweiche 
Linne's Gattungs - Charakter passt , so konnte es nicht fehlen, dass sich manches Fremdartige 
schon zu seiner Zeit und später noch bei der wachsenden Menge neuentdeckter Species , um 
so leichter einschlich, als derselbe von den meisten Autoren unverändert adoptirt wurde. 
So figurirt in Linne's Sp. pl. eine Gentianee ^Centaurella autumnalis Pursh (Bartonia tenella 
Mühlb. , Andrewsia autumnalis Spr.) « als Sagina virginica L. , und seine Sagina erecta fin- 
det sich selbst noch in De Candolles Prod. , nachdem Ehrhardt sie als Moenchia früher 
schon getrennt, und als Gattung von P e r s o o n und anderen Floristen angenommen wurde. Dem 
ungeachtet kann sie aus Mangel an Charakteren erster Ordnung, nicht als solche betrachtet 
werden, sondern muss neben Cerastium manticum genanntem Genus einverleibt werden. Sa- 
gina cerastoides Sm. ist ein Cerastium, und kaum als Art, geschweige erst als Gattung zn ver- 
meidigen, zu der sie Hofrath Reichenbach in seiner Jlora excursoria p. 793 als Esmar 
chia qualificirt. Sagina Quitensis H. B. Kunth wurde als Colobanthus von Bartling aus 

*) Dass selbe für metamorphosirte Blumenblätter zu halten seien , will ich gern zugeben , aber damit ist noch 
gar nicht das Fehlschlagen des ersten Staubfadenkreises vor den Kelchabsclinitten und die bedeutende An- 
häufung derselben vor den Blumenblättern erklärt, wenn sie nebst diesen in Mehrzahl vorhanden sind, 
■wie diess bei Portulaca, Anacampseros und Talinum der Fall ist. 

2 ) Hooker machte auf die Versetzung von Colobanthus unter die Portulaceen zuerst aufmerksam in seinen 
Miscel. III. p. 336. _ Aylmeria Mart. {Amarant, p. 68), in De Ca n dol 1 es prodr. III. p. 363 fraglich zu den 
Portulaceen gezogen, ist eine wahre Paronychiee, und vielleicht kaum von Polycarpeu zu trennen, wie mich 
die Untersuchung eines Blüthenköpfchens der A. violacea belehrte, das ich der besonderen Freundschaft des 
Herrn Hofrathes von Martius selbst verdanke. 



48 FENZL, ÜBER ACANTIIOPHYLLUM UND ALSINEEV. 

geschieden, und erhält uiSpergula apetala Labill einer jener nicht mit Nebenblätter versehe- 
nen Arten, die der Fünfzahl ihrer Blüthentheile wegen, zu den übrigen Spergulen wandern 
mussten — einen Zuwachs. Spergula laricinah., auch eine aus jener Categorie, gehört zur Gat- 
tung Alsirie Wahlenb. et Koch (excl. sp. stipul.) . Eine gelegentliche Uebersicht sämmt- 

lieher Arten von Colobanthus dürfte , der nahen Verwandtschaft mit der eben abgehandelten 
Gattung, als auch des Umstandes wegen, dass sie, ungeachtet ihrer grossen Verbreitung, noch 
sehr wenig bekannt sind, nicht ohne Interesse sein. Ich kann mich um so eher an selbe wagen, 
als ich das Glück hatte, durch die ausnehmende Güte Seiner Excellenz des Herrn Grafen 
Caspar vonSternberg, die Alsiiieen des H ä n k e'schen H e r b a r s zu untersuchen , so wie 
vom Herrn Professor Kunth und M. Bentham deren reiche Sammlungen auf meine Bitte 
zur Ansicht zu erhalten, und in den letzteren die schätzbarsten Beiträge zu den B artli ng'schen 
Arten zu entdecken 1 ). 



*) Colobanthus Bartl. (ord. plant, p. 305.) 

(S a g i n a e et Spergulae sp. auct. Colobanthus Bartl. in reliqu. Haenk. V. II. p. 13.) 

Calyx 4 5 partitus. Petala nulla. Stamina 4 5 sepalis alterna, manifeste perygina anulo membranaceo 

eglanduloso obsoleto inserta. Ovarium 1-loculare polyspermum e carpophyllis 4 5 conflatum , stylis sepalis 

oppositis y ovulis columellae ccntrali filiformi per poclospcrmia longa afTixis. Capsula menibranacea ovoidea, 
simplici stylorum numero in valvas sepalis alternas dehiscens. Semina nitidula, embryone anulari peripherico, 

cotyledonibus incumbentibus. Ilerbae pcrennantes multicaules caespitosae. Caulici internodiis creberrimis 

brevissimis, berbacei rarius lignescentes , in foliorum vaginis, longis amplis 1. strietis semet excipientibus, 
absconditi. Folia opposita exstipulata , earnosula linearia plana, marcescentia , v-el rigida ovato- lanceolata 
triquetra arctissime imbricata persistentia. Inflorescentiae axilläres, floribus terminalibus solitariis minutis, 
vel geminis in cymam dichotomam imperfectam confertis. 

Ameri'cae m er id i o n al is tarn aequatorialis, quam extratropicae et antarcticae, nee non Australa- 
siae cives, in editioribus Andium jugis, torrentium ripas, in insulis pelago saeviente pulsatis, litora et aprica 
incolunt, redieibuas in arena mobili phirimum defossis. 

1. C. Quitensis Bartl. Reliqu. Haenk. V. 11. p. 13. 

C. multicaulis, ramulis florigeris axillaribus biarticulatis , internodio primo multo longiori , altero pedi- 

cello disseminationis periodo 4 7-plo breviori; foliis angustissime linearibus glabris subaristatisj calyce car- 

nosulo 5-partito, laciuiis ovato -lanceolatis acutis , stamina 2 - plo superantibus; Capsula ovoidea calycem V3 
parte superante. 

«. Cauliculis sesquiuncialibus erecliusculis laxe caespitosis ; foliis 1" et ultra longis, directione varia, in 
vaginas amplas hyalinas coaütis; vaginulis parium duorum foliorum in ramis florigeris internodio conspicuo 

discretis; pedicillis V2 IV2" disseminationis tempore longis , foliola multo superantibus; inflorescentia sim- 

plicissima ad florem centralem redueta, rarius geminis in cymam imperfectam confertis, pedicello floris cen- 
tralis alari tunc semper breviori. V. s p e c. li e r b. Haenk. et W i 1 1 d e n o w i i. 

G. quitensis Bartl. /. c. T. 49. Fig. 2. *__C. aretioides GUI. Msc. in Hook. Bot. Miscell. V. 111. 
p. 336. 

Sagi na. quitensis H. B. Kunth. gen. et sp. am. V. VI. p. 19* _ B-C. Prodr. V.l. p. 389. _ Spr. 
Syst. V. I. p. 497. 

Sagina magellanica: foliis linearibus r flare iongioribus ff'illd. herb. No, 3210. 

Hab. in ripa arenosa Bio BlancoNovae-Granadae, altit. 9480 _ 9600 ped. {Humboldt.)— Cordile- 
ras de Chile. {Hänke.) _ Los Horraillos, El Paramillo, San Isidoros, Andes deMendoza, 
{Dr. Gilles.) _ Fretum Mageil an. {Vahl in herb. Willd.) 

Obs. Badix nisi perennis tarnen biennis , nee annua, Kunthio et Bartlingio 1. c. ita volcntibus. 

ß. Cauliculis copiosioribus confertis, vix semiuncialibus , foliis ejusdem longitudinis; vaginulis parium 
duorum foliolorum in ramis florigeris confertis imbricatis, internodio scilicet brevissimoj pedicellis capillaribus, 
disseminationis periodo 3_4'" longis foliola superantibus y inflorescentia ad florem centralem semper redueta. 

Sagina procumbens Hook. Bot. Miscell. V. III. p, 147. No. 90. (speeim. collect. Cuming No. 21, 
non Gillesii.) 

Obs. Vidi in herbario cl. Bentham caespitulum elegantem collectionis C u m i ngianae , adscripto num- 
mero a cl. Hooker citajto, in pulvillo Jungermaniae speciei sleriüs nidulantem. Monet cl. Hooker 1. c. spo- 



FENZL , ÜBER ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. IB 

Malachium Fries. 

(Cerastii sp. Lin et auct Stell ariae sp. Scop My os oton Moench melk 

Malachium Fries ß. Hall. p. 77. (1817); Novit. Suec. Ed. IL p. 121. — Larbreae sp 
Ser. in DC. prod. V. I. p. 395 (excl. syn.) non St. Hill. 
Char acter essentialis: 

Calyx 5-partitus. Petala 5 bipartita v. bifida. Stamina 10. Ovariuin 1-loculare, oo ovula- 
tum, e carpophyllis 5 conflatum, stylis sepalis alternis. Capsula 1 - locularis ovoidea mem- 
branacea, duplici stylorum numero apice valvato-dent ata dehiscens, valvis se- 
palis oppositis, dentibus r e c u r v a t i s. 



cimina (Sag. procumbentis) e Chiloc relata caespites densiores exhibere et folia distinctius mucronulata, 
quam illa a Dr. Gilles in domorum tectis Buenos Ayres, nee non in Europa alias leeta. Spccimina 
Gillesiana mihi non visa. 

2. C. saginoides Bartl. Rel. Haenk. V. II. p. 14*. 

C. dense caespitosus, cauliculis numerosissimis fasciculatim confertis brevibus ; florigeris, singulo foliorum 
pari munitis, simplicissimis et dichotomis, ramulis exiguis unifloris ; foliis lanceolato-linearibus mucronulatis ; 

pedicellis internodium 2 3 plove superantibus ; calyce 4-partito, laciniis latc ovatis obtusis; staminibus calyei 

subaequilongis ; Capsula 4 - valvi calycem aequante. 

Caules ramosi filiformes in orbem digesti, cauliculis florigeris confertissimis erectis, semi -pollicaribus et 
parum ultra longis. Folia crassiuscula, longissimis vix semipollicaribns , Ulis C. quitensis latiora. Valvulae 
obtusae calycem vix superantes. Hab. in Chili {Nee) Ti v. <j" non 0. V. sp> Herb. Haenk^ 

Obs. Pars epigaea cauliculorum in speeimine viso humo pingui nigro inquinata deprehenditur ,. dum illac 
speciei sequentis et C. quitensis arena silicea subtilis undique adhaeret. 

3. C. Billardicri. 

C. caulibus ternatim compositis , cauliculis apice fasciculatis j foliis late lincaribus subulatis mucronulatis, 

pedicellos aequantibus nunc superantibus, vaginis amplissimis-; calyce 4 5 partito , laciniis ovato - lanceola 

tis subulatis, stamina plus dimidio superantibus; Capsula 4 5 valvi calycem subaequante. 

«. Caules in arena mobili nidulantes, crassitie fili fortioris, anotinis vaginarum consumtarum vestigiis conspur- 
catis, cauliculis foliis dense velatis apice ramorum fasciculatis, semiuncialibus etultralongis. Folia glaucacarno- 
sula plana glaberrima, in vaginam amplissimam connata, patentissima, cauliculos fruetiferos magis minusve su- 
perantia. Inflorescentia simplicissima ad florem centralem, nunc ad cymam imperfeetam 2 rarius 3-floram re- 
strieta , pedicellis 1 — 3 lincaribus, vaginam paris foliorum subjeeti disseminationis periodo subsuperanübus. 
Calyx carnosulus 4-partitus, laciniis ovato -lanecolatis subulatis saepissime inacquilongis, apice inflexis, facit 
enerviis. Torus glandulose incrassatus. Stamina 4, calyce plus dimidio breviora , filamentis subulatis planis, 
annulo perigyno obsoleto margine membranaeeo ante sepala in squamulam rotundatam *), sub lente solum 
conspicuam , ampliato insertis. Antherae globulosae vcrsatiles , 2- locularcs , loculis oppositis parallelis , riina 
longitudinali latcraliter dehiscentibus. Styli 4 brevissimi patentes, intus stigmatosi. Capsula ovoidea tenuissime 
membranacea, in valvas obtusiusculas ultra medium dehiscens, polysperma. Scinina minutissiina ovoidea 
fusca , nitidula. 

Sagina crassifolia D'Urville Flore des Malouines p. 15 No- 103. 

Hab. in insula Soledad (Malouines) et litore Mag e Ilanico, in Immidis frequens, V25 partem areae et 
vegetationis phanerogamicae ibidem (Soledad) oecupans. (D'Urville) U F. speciniina WUrvHliana in herb 
cl. Kunth. 

ß. Varietas procerior, foliis pedicellos aequantibus; antheris ferrugineis; calyce 5 interdum 6 -partito, 
staminum stylorum valvularumque numero quinario vel senario. 

Spergula apetala Labill. nov. Holl. V. II. p. 112. T. 1*2. 

Hab. in capite Van Diemen (Labillar dier) . 

4 C. B en thami an us Fcnzl msc. in Endlich. Äldkt. T. 49. 

C. caulibus ramosis numerosissimis lignescentibus in caespitem pulvinarem echinatum aretatis; foliis confer- 
tissime inabricatis patentibus, late subulatis canaliculatotriquetris pungentibus , apice inflexis, nitidis, vaginis 

Huilimentum forsan staminum scrici grimae ;>.borti\ ;ic. 



30 FENZL, ÜHER ACAKTIIOPHYLLÜM UND ALSINEEN. 

Character naturalis: 

Androeceura. Calyx 5 partitus , herbaceus, sepalis ovatis conravis. 

Corolla 5 -petala, petalis calycem excedentibus profunde bifidis vel bipartitis, segmentis 
linearibus patentibus. 

Stamina 10 imo calyci annulo subhypogyno incerta; filamenta subulata, longiora 5 sepalis 
opposita basi in glandulam nectariferam incrassata. 

Antherae versatiles ellipticae, lividae , biloculares, loculis rima longitudinali lateralilei 
dehiscentes. 

Pollen dodecaedrico-pentagonum, faciebus medio foratis. 

Gynaeceum: Ovarium 1 -loculare, oo ovulatuin, e carpophyllis 5, in stylos totidem arcua- 
tos intus stigmatosos , sepalis alternos, desinentibus , conflatum. Stigma papillosum. 

Ovula numerosissima , trophospermiis distincte biserialibus cuique carpophyllo oppositi« 
placentae centrali fungosae affixa. 

Capsula ovoidea 5-gona, membranacea calyce exexta apice duplici stylorum nummero val- 

vato-dentata dehiscens ; valvae dentibus revolutis sepalis oppositae. Semina numerosa subglo- 

bosa tuberculata opaca. Cotyledones incumbentes. 
Vegetatio: 

Herba perennis mollis flaccida decumbens , in dumetis scandens , caule di-trichotome ra- 
moso, obsolete tetiagono, ad genicula tumida saepe infracto. 

Folia opposita leviter connata, ovato - cordata , infima in petiolum attenuata reliqua ses- 
silia. Inflorescentia terminalis cymam foliosam dichotomam, flaccido-squarro.^am, multoties itera- 
tam , effusam referens. 



Pedicelli anthesi peracta divergentes etreflexi, apice cum fructu cernui. 



arctis; ramulis florigeris apice cauliculorum confertis, foliis brevioribusj calyce 4 partito , sepalis ovato-lan- 
ceolatis acuminatis pungentibus; Capsula ovoidea 4-valvi triente longioribus. 

Sagina subulata D'Urville Fl. des Malouines p. 51. No. 104. 

Caules unciales et breviores humifusi in caespitem echinatum glomerati, vaginis foliorum nitidis arctis 

3 5-ies semet excipientibus inclusi, apice florum et foliorum radiatim confertorum mole clavati. Folia, 3 6'" 

longa V2 1"' lata, lamina vagina aequilonga, lanceolato-subulata, facie canaliculato-triquetra pungentia nitida 

apice conniventia, serius lignescunt et ramulos florigeros exiguos supremis ad nodum simplicem bibractcatuni 

rcductis in axillis vaginarum absconditos fovent, lapsumquc pedicelli et capsulae emareidae praeeaventia 

seminum inclusorum germinationem salvam et incolumem inter tot coeli antaretici calamitates mirifica simpli- 
eitate tuentur, primisque plantae maternae infixis radiculis invigilant. Inflorescentia axillaris simplicissima 
ad floreni centralem redueta. Pedicelli brevissimi , vagina foliolorum paris subjeeti inclusi , calyeem longitu- 
dine rarius adaequant. Calyx 4-partitus, anthesi patentissimus, peracta clausus conicus, linea vix longior; 
sepalis frequcnlius inaequilongis, foliorum supremorum laminis omni respectu aequantia, ovato-lanceolata pun- 
gentia , apice inflexa. Petala nulla. Stamina i annulo perigyno obsoleto, ante sepala in squainulam rotundatam, 
sub lente conspicuam, membranaceam clevato, inter calycis lacinia inserta iisque diinidio breviora , ftlamen- 
tis sjetaeeis, antheris globulosis versatilibus bilocularibus. Pollen minimum dodecaedrico-pentagonum, faciebus 
medio foratis. Germen globosum minimum , stylis 4 brevibus filiformibus patentibus, intus papilloso - stigma- 
tosis coronatum. Capsula ovoidea, calyce triente brevior, in valvas 4 obtusas ultra medium dehiscens. Semina 

indefinita 6 10, ovoidea pallide fusca nitidula, sub lente fortiori solumodo subtilissime granulata, radicula 

prominula- Embryo periphericus annularis , cotyledonibus ineumbentibus. Habitus Azorellae lycopodioides 

(teste D'Urville). 

Hab. in apricis insulae Soledad, (3/o'ouines) V33 partem areae et V 2 5 vegetationis phanerogamicae in 

loco stationario ..idem oecupans. {D'Ut ville) S t a a t c n 1 a n d, Terra del Fucgo. (sec. herb. Soc. I.oitic. 

Londinensis). V sp. in herb. cl. Bentham, 



FENZL, ÜBER ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. öl 

Das Verdienst , zuerst auf die Bildung dieser Gattung aufmerksam gemacht zu haben , ge- 
bührt Herrn Professor Fries. Niemand wollte jedoch selbe als Gattung berücksichtigen , ob 
man gleich im steten Zweifel über die richtigere Anreihung der einzigen Art an Cerastium 
oder Stellaria war 1 ) . Das Alterniren der Carpellarblätier und ihrer Styli mit den Kelchab- 
schnitten ist der wesentlichste Differential-Charakter, an den sich die Art des Aufspringens der 
Kapsel in zweizähnige Klappen, welche den Sepalen gegenüberstehen, zunächst anschliesst. 
Abgesehen von dem ganz differenten Habitus unterscheidet sich diese Gattung dadurch von 
Sagitia , mit der sie die Stellung der Fruchtblätter gemein hat. Mit Cerastium hat sie ausser 
der Fünfzahl der Griffel wenig oder fast gar nichts Gemeinschaftliches. Den Stellarien und 
vorzugsweise jener Gruppe , die in Europa durch St. nemorum und in Amerika durch St. cus- 
pidata (Hb. B. Kunth) repräsentirt wird, nähert sie sich am meisten im Habitus, und in der 
Beschaffenheit der Blumenblätter , so wie in der Consistenz und Form der Kapsel. Das Auf- 
springen derselben geschieht aber bei Stellaria in vollkommen gleiche Klappen in der dop- 
pelten Anzahl der Griffel , deren meistens drei , selten vier oder fünf in einzelnen Blümchen 
vorhanden sind 2 ). Wie es übrigens Herrn Hofrath Reichenbach beifallen konnte, am 
angeführten Orte , das im Habitus und Blüthenbau wie Tag und Nacht verschiedene Cerastium 
manticum mit Malachium aquaticum in eine Gattung zusammenzustellen , begreife ich wahr- 
haftig nicht! 

Die Verbreitung dieser , gegenwärtig nur durch die einzige perennirentle Art »M. aqua- 
tieum Fries,« (Cerast. aquat. ~L.J repräsentirten Gattung ist bedeutend gross. Ganz Europa. 

die nördlichere Hälfte Asiens die Polargegenden beider Continente ausgeschlossen und die 

Gebirge Nepals , sind ihre Heimat. Auf der Nordküste Afrika's fand man sie gleichfalls , nur 
in Amerika scheint sie zu fehlen. Feuchte schattige Stellen, Abzugsgräben, Bach-, Fluss- und 
Teichufer, Auen und Waldbrüche sind vorzugsweise ihre Standorte. Viel seltener findet man 
einzelne Exemplare , kümmerlich vegetirend und bis zum Unkenntlichen ihre gewöhnliche Form 
verändernd, zwischen SteingerÖlle, an trocknen Stellen und höher gelegenen Puncten inEuropa. 



B uffo i\ i a Sauv. 

(Buffonia Sauv. meth, fol. 141. Lin. gen. No. 225.} 

Char acter essentialis. 

Calyx 4 - partitus , sepalis inaequilongis , externis brevioribus. Petala 4 minuta. Stamina > 
subhypogyna. Ovarium 1-loculare stylis duobus sepalis externis oppositis. Capsula lenticularis 
compressa, simplici stylorum numero in valvas dehiscens , 2-sperma. Cotyledones semiteretes 
aecumbentes. 



1 ) Hofrath Reic henbach war der einzige unter den Floristen, der sie als solche aufnahm. Fl. excurs. p.79ä. 

2 ) In keiner anderen Gattung habe ich so oft, als bei Malachium, Blümchen mit fünf Kclchabschnitten, eben so 
vielen Kronenblättern aber sechs Griffeln beobachtet. Das Stellungsverhältniss derselben so wie der Frucht- 
klappe zu den Sepalen ist dann bis zum Unkenntlichen verändert, und nur selten geschieht das Aufklappen 
der Kapsel regelmässig in sechs zweizähnige Valvcln; meistens bleibt die sechste schmäler als die anderen und 
an. der Spitze ungethcilt. 



7 



* 



52 FENZL, ÜBER ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. 

Cliaracter naturalis: 

Androeceum: Calyx 4-partitus, exsucco - glumaceus, anthesi peracta e duobus laterihus 
eompressus , sepalis inaequilongis, externis brevioribus, acuminalis. 

Corolla 4:-petala minuta, petalis integris vel inaequali bidenlatis linearihus, calyce breviori- 
bus. Siamina 4, imo calyci anulo hubhypogyno membranaceo obloseto inserta. Filamenta seti- 
formia. Antherae subglobosae exiguae , versatiles. 

Gj-Haeccum. Ovarium 1-loculare oligospernmm subcompresso-globosum, e carpophyllis 
duobus conflatum , in stylos totidem brevissimos , intus penicillato - stigmatosos , sepaiis externis 
oppositos desinentibus. Ovula ^ , duobus abortu hebetatis minimis , fundo ovarii , eolumella 
centrali evanida, fuuiculis umbilicalibus brevissimis affixa, et filis conductoriis 4 tenerrimis facie 
endocarpii ad ovula descendentibus, post foecundationem rumpentibus subspiraliter contortis, basi 
stylorum nexa. 

Capsula membranacea, lenticularis compressa , 2 - sperma, simplici stylorum numero ad an- 

gulos dehiscens-, valvis obtusis margine subinflexis. - Semina oblonga, compressa, forma ferri 

equini, concentrice seriato-granulata, opaca. Embryo periphericus annularis ; radicula recta hilum 
versa , cotyledonibus semiteretibus oblique et simpliciter accumbentibus aequilonga. 

Vegetatio: Herbae annuae et perennes, habitu Junco buffonio luxurianti similes. 

Caules paniculato-ramosi nudiusculi , ramis filiformibus. 

Folia subulata perangusta rigida. 

Inflorescentia terminalis et ramorum , longitudine sensim decrescentium, plurimorum effor- 
mata, paniculam, floribus inferius laxius racemoso-fasciculatis, terminalibus in cymas dichotomas 
simplicissimas confertis , compositam refert. Pedicelli filiformes breves , semper erecti. 

Eine ganz kleine aber ausgezeichnet natürliche Gattung, welche gegenwärtig bloss vier 

Arten zählt, wovon zwei _ kaum mehr als blosse Varietäten einer und derselben Species 

steinige , öde , von der Sonne verbrannte Gegenden und kahle Felsenpartien in Spanien, dem 
südlichen Frankreich, derSchweiz, Piemont undTaurien, die beiden andern von 
Olivier in Persien entdeckten, die ähnlich beschaffene Landstrecke zwischen Isp ah an 
und Teheran bewohnen. 

Sämmtliche Arten weichen im Habitus und Fruchtbaue von den übrigen Alsineen so auf- 
fallend ab, dass es schwer hält, ihre nächste und natürlichste Verwandtschaft mit einer dersel- 
ben anzugeben. Die Fruchtbildung bringt sie der Gattung Gonffeia näher als jeder andern, 
der Habitus erinnert hingegen mehr an einige Arten von Alsine , welche mit den Minuartien 
Linne's ein Subgenus dieses Namens bilden müssen. Die merkwürdigste Erscheinung im Frucht- 
baue von Biiffbnia bleibt, nächst der in der ganzen Ordnung nur dieser Gattung eigenen Lin- 
senform der Kapsel , die Vierzahl der Leitungsfäden (Befruchtungs- , Pistillarstränge sonst noch 
genannt) bei zwei Griffeln , deren Herablaufen zu den Eierchen an den Wänden , statt in der 
Richtung der Achse des Ovariums , und das fast spiralförmige Aufrollen derselben nach vollen- 
deter Befruchtung; in welchem Zustande man sie losgerissen von der Spitze des Pericarpiums 
an der Aussenfläche der Samen am Hilus angedrückt findet, und gewöhnlich noch einen 
oder den andern Faden an der inneren Fläche einer Klappe klebend trifft. Erst bei vollständi- 
ger Samenreife und geschehener Aufklappung verschwinden sie bis auf die letzte Spur *) . Aus- 



*) Siehe Erklärung der Tafel VI. Fig. 5. 



PENZL , ÜBER ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. 53 

serdem abortirt schon im jüngsten Zustande des Ovariums, jedem Carpellarblatte entsprechend, 
immer eines der zwei Eierchen , die man später als kleine staubähnliche dunkler gefärbte Körn- 
chen , zur Seite der beiden anderen zur Entwicklung gelangten Samenkörner in reifen Früchten 
sehr oft noch gewahrt. Das Vorkommen von vier Leitungsfäden bei einem Auftreten der Zwei- 
zahl in den Griffeln *), so wie deren excentrische Stellung scheint mir mit der Conformation 
der Carpellarblätter und dem Erlöschen der Formation des freien Samensäulchens , in welcher 
eine innerhalb des Ovariums sich fortsetzende Achsenbildung sich kund gibt, im engen Zusammen- 
hange zu stehen. Da nämlich der Fruchtknoten bei Baffonia aus zwei, an ihrem Rücken kan- 
tig zusammengedrückten, einander gegenüberstehenden Carpellar-Blättern gebildet wird, deren 
Ränder ohne eine Spur von Einwärtsschlagung mitsammen verwachsen, und die Bildung eines 
Mittelsäulchens, wegen des unmittelbaren Ueberganges der centralen Gefässbündel des Blüthen- 
stielchens an ihrer Spitze in die Nabelstränge der Eierchen, nicht zu Stande kommt, muss jede 
gemeinsame Berührung der ernährenden und befruchtenden Organe, zu welchen sich die 
innersten zelligen Ränder des Endocarpiums in jedem Carpophylle umbilden 2 ) , im Centro des 
Ovariums aufhören. Die Leitungsfäden eines centralen Anheftungspunctes entbehrend, sind 
daher gezwungen, an der Innenfläche der Carpellar-Wandung zu verlaufen, und scheinen bei 
ihrer nicht ganz freien Losung von dem übrigen Gewebe des Mesocarpiums , keine seitliche 
Verschmelzung mit dem Nachbarstrange , wiewohl beide sehr nahe neben einander verlaufen, 
einzugehen. Ich lege übrigens auf letzteren Umstand gar kein Gewicht, glaube auch, dass eine 
beiderseitige Verschmelzung sehr leicht beobachtet werden dürfte, besonders in dem Falle, wo 
es noch einem dritten Eichen gelänge, sich auszubilden. Ich vermuthe nämlich, dass die voll- 
kommnere Ernährung und Ausbildung des Ovulums vor der Befruchtung, an und für sich schon 
anregend auf die vollkommnere Entwicklung des, mit demselben in Berührung stehenden lei- 
tenden Zellgewebes wirke , und dass letzteres weniger lebenskräftig zur Zeit der Anthese in 
ihrer Verrichtung, bald für das einzelne Ovulum bald für eine ganze Reihe derselben sich er- 
weist, sobald in diesen der Vegetations - Prozess weniger als in den benachbarten belebt ist. 
Diess ist nun ganz besonders bei unserer Gattung der Fall, bei welcher nur ein Ei in jedem 
Carpophylle zur Ausbildung gelangt , und das andere, kaum gebildet, auch schon verkümmert. 
Ich glaube daher , dass das Freibleiben der nachbarlichen Leitungsfäden in diesem Falle bloss 
auf einer ungleichen organischen Ausbildung derselben beruht, und alsobald eine Verschmelzung 
zu einem auf jeder Seite der Carpellarwandung Statt finden würde, sobald alle vier Ovula zu 
fällig zur Ausbildung gelangten. 



Fast möchte es überflüssig scheinen, nach den vortrefflichen und erschöpfenden Untersu- 
chungen über den Bau der Placenta , der Leitungsfäden und der Stellung der Samen in den 
Früchten der Caryophyllaceen, wie wir sie den Herren St. Hilaire 3 ) und Bartling *) 



1 ) Bei allen Carjophyllaceen trifft man die von der Spitze des Samensäulchens in die Griffel sich fortsetzenden 
Leitungsfäden immer nur in gleicher Anzahl mit letzteren, ja selbst zu einem einzigen bisweilen (wirklich?) 
verschmolzen. 

2 ) Ich hoffe diese Behauptung im Laufe dieser Abhandlung rechtfertigen zu können. 

3 ) St. Hilaire Memoire sur la placenta central libre etc. 

4 ) Bartling Beiträge zur Botanik, Heft 2. p, 193. etc. Bau und Verwandtschajt der Alsinecn. 



§4 FEKZL, UBEB ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. 

verdanken, nur ein Wort mehr über dieses Thema zu verlieren. Gleichwohl wage ich es, das- 
selbe wieder aufzunehmen, doch nur in der Absicht, einige meiner Beobachtungen bekannt zu 
machen , die als erläuternde Nachträge zu manchen in den angeführten Abhandlungen berührten 
Puncten angesehen werden mögen. Ich werde mich desshalb auch nur auf die Wiederholung 
jener Thatsacheh beschränken, deren Anführung zur Erklärung des Ganzen unerlässlich ist, und 
verweise in jeder weiteren Beziehung auf die genannten unentbehrlichen Originalquellen l ) . 

Bekanntlich erscheint das Ovarium der Carjophjlleen mit fünfteiligem Kelche aus zwei, 
drei oder fünf C arpophjlle/i , nur in einzelnen Blümchen, an keiner Species aber charakteri- 
stisch, aus vier und noch seltener aus sechs gebildet, und von derselben Anzahl freier Griffel ge- 
krönt, deren Richtung dein Rücken des Carpellarblattes entspricht 2 ). Bei jenen mit viertheili- 
gem Kelche ist die Normalzahl der Fruchtblätter, mithin auch der Griffel , zwei oder vier, 
höchst selten drei. Die seitlich verwachsenen eingeschlagenen Ränder derselben, bilden sich 
bald zu mehr oder minder vollkommenen Scheidewänden aus, bald verkümmern sie ganz, so 
dass kaum oft eine seichte, nach innen in eine sehr stumpfe Kante vorspringende Furche an 
der Basis des Germens oder der Kapsel die Stelle der Einwärtsschlagung andeutet. Die voll- 
kommen ausgebildeten berühren sich in der Achse des Ovariums nur so weit genau, als das 
Samensäulchen und die damit verknüpfte Eier-Production reicht; über dasselbe hinaus bis zur 
Spitze des Fruchtknotens ziehen sie sich mehr oder minder gegen die allgemeine Fruchthaut 
zurück, so dass in dem obersten Theile des Ovariums, die Verbindung zwischen den Griffeln 
und dem Samensäulchen lediglich durch die freistehenden Leitungsfäden vermittelt wird, wel- 
che aus einem homogenen, weissen, schwammigen, rundzelligen , sehr zarten Gewebe be- 
stehen, das nie eine Spur irgend eines Gefässes zeigt. Von gleicher Anzahl mit den Griffeln 
und unter sich frei oder nur in ganz wenigen Fällen in einen Faden zusammenklebend, entspre- 
chen sie genau der Richtung der wirklichen oder präsumtiven Scheidewände, und stehen so 

wie diese mit der der Griffel als der dem Carpellarrücken entsprechenden — im Gegensatze. 

Führt man gleich über dem Grunde des Fruchtknotens einen Horizontalschnitt auf das Mittel- 
säulchen, so wird man im innersten, den Carpellarrücken gegenüberstehenden Winkel eines 
jeden wirklichen oder präsumtiven Loculus, eine doppelte scheinbar oft mehrfache Eier- 
reihe entspringen sehen, deren Nabelstränge ihre Gefässbündel aus mehreren centralen Bündeln 
beziehen, die unmittelbare Fortsetzungen der innersten Gefässstränge des Pedicellus sind, und auf 
dem Schnitte als eben so viele, strahlenförmig gegen die Eierchen hin gerichtete dunkler punctirte 
Streifen erscheinen , als St vli vorhanden sind. Jeder Reihe zur Seite verläuft , lose mit der etwas 
dichteren und meist dunkler gefärbten Zellmasse des Mittelsäulchens verbunden , ein zarter, 
weisser, markiger Streifen, der an der Basis jedes Carpells seinen Ursprung aus dem innersten 
Rande des eingeschlagenen Carpellarblattes nimmt, oder vielmehr als eine sehr zarte markige Auf- 
lockerung des das Samensäulchen berührenden Mesocarpiums der Scheidewände erscheint , letz- 
teren bis an die Spitze des Mittelsäulchens folgt, und an dem Puncte, an welchem das Zurück- 
ziehen derselben Statt findet, mit seinem Nachbar an der andern Fläche desselben Dissepiinentes 



J ) Vergleiche dazu Erklärung der Tafel VI. Fig. 6 _ 9. 

2 ) Da bei längeren Griffeln eine Neigung zur aestivatio contorta unverkennbar ist, so traue man ja nicht bei der 
Bestimmung ihrer Stellung zu den Sepalen der Richtung ihrer Spitzen, sondern schneide lieber die Styli 
dicht an ihrem Grunde ab; man kann dann erstere weit sicherer bestimmen, und verliert keine Zeit mit sieh 
widersprechenden Untersuchungen. 



FENZL, ÜBER ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. 55 

zu einem Faden verschmilzt, der als Befruchtungsleiter sich in die Narben fortsetzt. Bei den 
Caryophyllaceen mit unvollkommnen oder fehlenden Scheidewänden findet dieses Verschmel- 
zen schon am Grunde des Mittelsäulchens Statt, und wird durch eine sehr seichte Furche ange- 
deutet , welche man zuweilen an dem untersten Theile eines solchen Leitungsfadens auf dem 
Horizontalschnitte nnter dem Microscope wahrnimmt. Jeder Leitungsfaden, als aus zwei Hälften 
bestehend, dient znr Befruchtung der genäherten Eierreihen zweier aneinanderstossenden Carpo- 
. phylle , während die der Eierreihen desselben Carpophylles begreiflicher Weise getrennt blei- 
ben , und sich erst an der Spitze des Fruchtknotens , da wo sie sich durchsetzen , seitlich be- 
rühren und zum entsprechenden Narbentheil in dem Griffel verschmelzen. Sie sind in der Bezie- 
hung mit den Randnerven eines Blattes zn vergleichen, die sich an der Spitze desselben mit 
den Mittelnerven zum Mucro vereinigen. Durch diese an dem Durchgangspuncte Statt findende 
Auflösung jedes Leitungsfadens in seine homonymen Hälften und deren Verschmelzung und Um- 
staltung zum Stigma, ist die entgegengesetzte Stellung der Griffel zu den ersteren natürlich 
erklärt. 

St. Hilaire und Bartling, insbesondere letzterer, halten Narbe und Griffel bei den 
Caryophyllaceen für ein und dasselbe Organ, nur mit dem Unterschiede, dass der Narben- 
theil die innere Fläche des letzteren einnimmt , wofür äusseres Ansehen und gegenseitige Ver- 
bindung in der That zu sprechen scheinen. Untersucht man aber die Griffel einiger der grösse- 
ren Sileneen, z. B. die von Lychnis vespertina j L. ßos cuculi _, Jgrostema coronaria _, Gi- 
thagOj Silene pendula j chlor aefolia etc. etwas genauer in verschiedenen Perioden ihres Lebens, 
am besten nahe zur Zeit der Fruchtreife und während derselben , wo nur mehr die die Spitze 
der Kapsel krönenden Reste derselben vorhanden sind, so wird man an der Innenseite dieser 
verhärteten Rudimente schon mit freiem Auge eine deutliche, zur Aufnahme der jetzt vertrock- 
neten Narbe bestimmte Furche gewahren , welche sich durch das Pericarpium in die Kapsel- 
höhle fortsetzt. Beim Aufspringen derselben spaltet sich dann jeder Griffelrest in zwei Hälften, 
die nicht selten noch einige Zeit an der Spitze zusammenhängen, und ihren Ursprung aus der 
Substanz des Carpellarblattes ausser allen Zweifel setzen. Bei jenen Arten hingegen, bei wel- 
chen der untere Theil ihrer Griffel nicht so bedeutend , wie bei den genannten verhärtet , da 
lässt sich freilich diese zusammengesetzte Organisation nicht so deutlich erkennen, da beide 
Theile nach geschehener Befruchtung zu vertrocknen anfangen , und selbst der letzte Rest bei 
dem Aufklappen der Kapsel abgeworfen wird. 

Das Samensäulchen ist bei allen C aryophyllaceen als eine wahre , von jeder Verbindung 
mit den Carpellarrändern unabhängige, Eier tragende Verlängerung der Blüthenachse anzusehen, 
wie diess die Vertheilung ihrer Gefässbündel beweiset. Führt man nämlich durch das Säulchen 
auf den Blüthenboden und den Blumenstiel einen Vertikalschnitt, so gewahrt man gleich unter- 
halb des Ursprunges der Carpellarblätter eine dichte Masse Zellgewebes , die ein starker Kreis 
Gefässbündel umschliesst, welche nach oben zu sich zusammendrängen, und deren äusserste sich 
abbiegend in die Mittelschichte des Pericarpiums und der Scheidewände, wenn welche vorhan- 
den sind, fortsetzen und verzweigen, während die innersten, ohne den geringsten Zusammen- 
hang mit den ersteren zu zeigen, in der Achse des Ovariums summt dem Theile der sie umge- 
benden Zellgewebs- Masse aufsteigen. Sie durchsetzen letztere, je nach der Anzahl der Car- 
pellarblätter, als 2 — 6 flache bandförmig zusammengedrückte Bündel ihrer ganzen Länge nach fä- 
cherförmig in der Art, dass die stärksten derselben im Centro zusammengerückt, die schwäche 



56 EENZL, ÜBER ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. 

ren gegen die Peripherie hin gestellt erscheinen. Hier angelangt, löst sich jedes Bündelchen in 
2 6 einfache Stränge auf, die mehr horizontal und meist etwas gewunden nebst einer Partie Zell- 
gewebe sich in die Nabelstränge umstalten, in deren Mitte sie sich bis zur Chalaza, die hier mit dem 
Hilus zusammenfällt , fortsetzen. Auf einen Horizontalschnitt erscheinen diese bandförmigen Ge- 
fässbündel (PlacentenJ als dunkelgefärbte Radien, die sich an der Spitze des Säulchens als unter- 
brochen -punctirte, näher an der Basis aber, der grösseren sie bildenden Gefäss- Menge we- 
gen, als ununterbrochene, an ihrem äusseren Ende zweigablige Streifen darstellen x ) . Ihre 
Richtung, und mithin auch die der Eierreihen, ist die gegen den Rücken der Carpophylle. Es 
findet daher weder eine Eierproduktion aus dem Blattrande, noch eine Gemmar-Placentation in 
den Achsen der Carpellarblätter im Sinne Agar dh's, sondern lediglich eine höher potenzirte Ach- 
senfortsetzung Statt , deren quirlförmig gestellte Blättchen , zu Eierchen umgewandelt , in eine 
von eben so gestellten seitlich verwachsenen Deckblättern gebildete Höhle eingeschlossen sind. 
Endlicher hat auf diese Art von Placentation schon früher in seiner Abhandlung über 
Ceratotheca 2 ) bei den Sesameen und Pedalineen aufmerksam gemacht, und die Meinung aus- 
gesprochen, dass es allerdings Fälle geben dürfte, wo man bald die eine bald die andere der 
drei Arten von Placentarbildung werde^ annehmen müssen. Es freut mich um so mehr, seiner Mei- 
nung beipflichten zu können, als gerade die Familie der Caryophylleen es ist, die sowohl in 
ihren einzelnen Gattungen und Arten , als auch durch ihre verwandtschaftlichen Verhältnisse zu 
den Paronychieen , Amarantaceen und Chenopodeen eine Menge Beispiele bietet , die ein 
allmäliges Zurücksinken des Eier tragenden freien Mittelsäulchens zur einfachen endständigen 
Eiknospe beweisen. Als solche Belege mögen die Gattungen Buffibnicij, Brachystema 3 ) 3 das.Sub- 

genus Schizotechium (Stellaria crispata Wallich St. monosperma Hamilt.) und Queria unter den 

Alsi/iecn, die Gattungen Acanthophyllum und Drypis unter den Sileneen, die einsamigen schlauch- 

früchtigen Paronychieen, und das Heer der echten Chenopodeen der entfernten verwandten Po- 

lygoneen kaum gelegentlich zu erwähnen angesehen werden. Wenn bei den Sesameen und Pe- 
dalineen der Griffel als Verlängerung des Säulchens zu betrachten ist *) , und dessen Narben mit 
den Carpellarücken sich kreuzen , während gerade das Gegentheil bei den Caryophyllaceen 
Statt findet — indem hier die GrifFelbildung den Carpellarblättern angehört und die Richtung 
beider dieselbe ist — so beweist dieses Factum nicht mehr , als dass dieser Art von Placentar- 
bildung im Allgemeinen keine bestimmten Bildungs- und Stellungsverhältnisse besagter Organe 
entsprechen. — Was die Stellung der Eierchen bei den Caryophylleen unter sich betrifft, so 
wird diese durch die der Leitungsfäden bestimmt, welche wie gesagt die Stelle der Scheide- 
wände einnehmen , oder längst denselben am Säulchen verlaufen. Ihnen muss die Micropyle 
der Eierchen des Befruchtungs-Actes wegen zugekehrt, mithin das Würzelchen im reifen Samen, 
das bekanntlich derselben immer entspricht, den Wänden des eigenen Faches, und somit auch 
dem Würzelchen des entgegengesetzten Samenkornes im Nachbarfache zugewendet sein. Eine 



1 ) Diese von St. Hilaire sehr gut beobachtete Bifurcation an der Stelle, wo sie in die Nabelschnüre über- 
gehen, ist indessen nur optische Täuschung , welche darauf beruht , dass man, durch die Durchsichtigkeit 
des Zellgewebes der Nabelstränge irregeführt, den etwas tiefer liegenden Strang des daneben liegenden 
Eichens der zweizeiligen Beihe derselben, in gleicher Ebene mit dem obersten zu sehen glaubt. 

2 ) Linnaea V. VII. p. 38. 

3 ) Endl. Atakta p. 17. T. 16. 

*) Endl. in Linnaea V. VII. p. 36. 



FENZL , ÜBER ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. 

weitere Folge dieses Zuwendens der Micropylen von Eierreihen je zwei und zweier Placenten zu 
einem Leitungsstrange ist, dass , besonders bei längeren Nabelschnüren , die Ovula derselben 
Placenta unter sich entfernter, als zu jenen der benachbarten zur Rechten und Linken stehen. 
Dieses nachbarliche Zusammenrücken der Ovula ist am deutlichsten an den einfächerigen vieJ- 
samigen Früchten der grösseren Sileneen und Alsineen zu sehen , indem da die fehlenden 
Scheidewände dasselbe besonders auffallend machen. Bei cyclischen Embryonen divergi- 
ren daher in den beiden Eierreihen einer und derselben Placenta deren 
Würzelchen, und convergiren deren Cotyledonar -Enden. 

Die entgegengesetzte Stellung der Eierchen, ihrer Micropylen, mithin auch ihrer Radicular- 
Enden bei zwei Samenreihen in demselben Fache, also die convergiren de, fand ich bei 
jenen Familien, bei welchen die Nabelstränge im innern Winkel des Faches ganz deutlich aus 
den Carpellarrändern und nicht aus einem freien, mit Gefässbündeln versehenen Mittelsäulchen 
entspringen, wie bei den Hermaiiiaceen _, Malvaceen und Ledocarpeen *) . Hier erscheint 
die im Centro der Fruchtachse aufsteigende verlängerte Marksäule des Blüthenstielchens, 
welche sich zwischen je zwei und zwei Eier tragenden Carpellarrändern im innersten Winkel 
eines jeden Faches, in Gestalt eines dünnen zelligen Streifens, dem beiderseits die Micropylen 
der Ovula zugekehrt sind, hindurchdrängt als leitende Zellmasse 2 ). An halbreifen Früchten 
von Hibiscus sjriacus kann man sich am besten von der Bildung dieses ganz gefässlosen Mit- 
telsäulchens , so wie von dem Entspringen der Eierchen aus den Randnerven der eingeschla- 
genen Carpellarblätt er überzeugen, besonders wenn man sie einige Zeit einer Maceratipn in 
verdünnter Salpetersäure aussetzt, wodurch das Zellgewebe ganz entfärbt und von den dunkles 
erscheinenden Gefässen leicht abgetrennt werden kann. Mit geringer Mühe lassen sich alsdann 
alle Carpellen von dem centralen Markkörper trennen, der nach der verschiedenen Anzahl der- 
selben eine drei-, vier- oder fünfkantige Säule vorstellt, deren Flächen dem anliegenden Kiei 
tragenden Rande der Scheidewände, und deren Kanten den Carpellarrücken der einzelnen Fächei 
entsprechen. Die Scheidewände werden von der gefässlosen , zum pergamentartigen Endocai 
pium sich umstaltenden Innenhaut der eingerollten Carpellar-Blätter und ihrer gegenseitig v« ? 
schmolzenen gefässreichen Mittelschichten (Mesocarpium) gebildet, indem sich deren Aussen 
fläche an den Verwachsungs- Stellen nicht weiter nach innen fortsetzt, sondern als Epicarpiuin 
alle gleichförmig überzieht. Alle Gefässbündel der Dissepimente müssen daher, als zu zwei 
Carpophjllen zugleich gehörend, nothwendig doppelt sein und am innersten Rande derselben 
in unmittelbarer Verbindung mit dem markigen Mittelsäulchen stehen, weil die freiere Ausbrei 
tung der Zellgewebsmasse des Mesocarpiums gegen die Fruchtachse hin, durch die gegenseitige 
Näherung der beiden Endocarpiums - Ränder im inneren Winkel eines jeden Carpelles besonders 
begünstiget wird. Die Vertheilung der Gefässbündel in den Carpellarblättern ist ganz dieselbe, 
wie man sie an dem gamosepalen Kelche dieser Blumen trifft. Dem Mediannerven des Sepa 
lums entspricht der Rückennerve des Carpophylles , jedem der beiden schwachen Seitennerven 
des ersteren, der gedoppelte Gefässstrang in der Furche an der Einhiegungsstellc der zusam 



*) Meyen Reise um die Erde. Tbl. I. p. 308. 

2 ) Vergleicht man damit die ganz entgegengesetzte Placentarbildung der Caryophyllaceen , so wird man also- 

bald einsehen, wie sehr die gegenseitige Lage der Embryonartheile der Samen in demselben CarpeHe kuf- 

sohlüssc über die Art der Placentarbildung zu geben im Stande sein dürfte. 

8 



58 FEKZL, ÜBER ACANTHOPJJYLLUM UND ALSIftEEN. 

menstossenden Carpellai flächen und den beiden ziemlich starken Randnerven der Kelchzipfel, 
die gleichfalls doppelten mächtigen Gefässbündel am innersten Rande der Scheidewände, welche 
an ihrer Ursprungsstelle bandförmig verwachsen neben einander, nach oben zu aber etwas schief 
hintereinander, wahrscheinlich des vermehrten gegenseitigen Druckes wegen, stehen. Von 
jedem dieser zwei Gefässbündel löst sich nun ein feiner Strang um den anderen an seinem obe- 
ren Ende in verschiedener Höhe los, und trägt, gleichsam zur selbststandigen Achse entbun- 
den, gegen die Höhlung seines entsprechenden Carpelles gewendet, das Ovulum als seine 
Endknospe. Ich muss hierbei noch bemerken, dass die meisten der feineren, in der Mittel- 
schichte der Scheidewände verzweigten Gefässe, sich ebenfalls von diesen Eier gebährenden 
Randnerven der Carpellarblätter abzweigen, wodurch, wie ich glaube, auf das Bestimmteste 
die Existenz eines unabhängigen freien , Ovula tragenden Achsengebildes, so wie die Annahme 
einer Knospenbildung in der Achsel eines jeden Carpophjlles , in dem gegenwärtigen Falle 
widerlegt wird. Minder deutlich als bei Hibiseus und allen Malvaceen mit mehrsamigen Frücht- 
chen erscheint diese Randplacentation bei den Gattungen mit einsamigen Carpellen. Abgesehen 
von der grösseren Feinheit der Eier tragenden Gefässe der C ' arpophyllen , stehen jene mit 
einer dichten Zellgewebsmasse des nach innen verdrängten Mesocarpiums umgeben , ziemlich 
entfernt von dem sehr stark eingerollten, und bis auf den Durchgangspunct des Nabel- und 
Leitungsstranges ganz verwachsenen Endocarpium nach Innen ab , und erscheinen nicht selten, 
besonders bei einigen ^Ithaea- Arten, mit den benachbarten Bündeln verschmolzen und hie und 
da etwas unregelmässig gestellt. — Mich noch weiter über die sehr interessante Formation 
ihrer Carpellen, Griffel und Narbenbildung, so wie über die Art des Aufspringens dieser Ab- 
theilung der Malvaceen zu verbreiten, erlaubt mir der Zweck meiner Abhandlung nicht, und 
nur das Einzige sei mir noch in Bezug auf die GrifTelbildung in dieser Ordnung im Allgemeinen 
zu bemerken erlaubt, dass ihre Styli zum grösseren Theile Fortsetzungen des markigen Mit- 
telsäulchens zu sein scheinen , und der Länge nach gespalten bei Hibiseus syriacus wenig- 
stens eine nach abwärts sich immer mehr verengernde schlauchförmige Höhlung zeigen , die 

ich mehrmalen mit dem Inhalte der Pollenkörner nach der Befruchtung ganz übersät fand. 

Zum Schlüsse dieser langen Digression, zu der mich der eigenthümliche Fruchtbau von Bitffb- 
nia verleitete, will ich es noch wagen, meine Ansicht über die verschiedenen Arten der Pla- 
centar- Bildung und die muthmassliche Entstehungsweise des Embryo im Pflanzeneie im Allge- 
meinen auszusprechen. Ferne sei es übrigens von mir, den Erfahrungen und Aussprüchen so 
gründlicher und genialer Forscher in diesem Zweige der Wissenschaft , wie R o b. Brown, 
De Candolle, Agardh, Nees und Anderer , durch die folgenden Bemerkungen nur im 
Geringsten nahe treten zu wollen, oder zu glauben , etwas Wesentliches zur näheren Kennt- 
niss dieses Gegenstandes dadurch beitragen zu können. Meine Absicht ist nur die , auf die 
Möglichkeit einer mehrfachen Bildungsweise desselben Pflanzenorganes bei verschiedenen Fami- 
lien aufmerksam zu machen. 

Ich vermuthe, dass jeder Gefässstrang einfach oder zusammenge- 
setzt der in die Bildung eines Carpophjlles eingeht, oder als Ver- 
längerung der B lüthen achs e innerhalb eines geschlossenen Carpellar- 
Kreises auftritt, nach Verschiedenheit des individuellen Pflanz eno rga- 
nismus, für sich fähig sei, frei zu werden, und als ein, seiner erzeugen- 
den Achse analoges Organ, im Stande sei, an seiner Spitze eine Knospe 



FENZL, ÜBER ACANTHOPIIYLLUM UND ALSINEEN. 59 

zu treiben, die sich zum Pflanzeneie ausbildet. Diess vorausgesetzt, können, je 
nachdem die Hauptgefässbündel der centralen Fortsetzung der Blüthenachse , oder der periphe- 
rischen in die Carpophyllen angehören , folgende Fälle Statt finden. 

Erstens können die Gefässe einer Blüthenachse zur Bildung einer einzigen endständigen 
einfachen Knospe 1 ) verwendet werden, deren äussere Blätter (Schuppen) sich zur Fruchthülle, 
deren innere hingegen unmittelbar sich zum Eie umbilden. Diess wäre die einfachste Placen- 
tationsweise ganz im Sinne Agardh's, wie sie z. B. beiden Chenopodeen j Sclerantheen^ 
Polrgoneen _, vielen Paronjchieen und anderen angetroffen wird. 

Zweitens können die Centralgefässe der Knospe sich innerhalb der Fruchthülle frei 

fortsetzen und in einfache Stränge Achsen auflösen, welche an ihrer Spitze die Ei- 

knospe producieren, wie diess bei den Sesameen ., Pedalineeitj Prunulaceen, Carjophyl- 
laceen und Portulaceen der Fall ist. 

Drittens kann es geschehen, dass innerhalb des oder der zu einem Pistille vereinigten 
Carpellen sich keine freien Centralgefässe fortsetzen, sondern von den, die Randnerven eines 
Carpelles bildenden Gefässsträngen einer oder mehrere frei werden und Ovula tragen ; wie bei 
den Hermaniaceen j Mahaceen _, Rosaceen^, Drjadeen _, Amygdaleen und Leguminosen (?). 

Viertens können ausser den Gefässbündeln der Randnerven der Carpophyllen, noch 
der grösste Theil ihrer Seitennerven zur Eierbildung verwendet werden, wie diess ganz unbe- 
zweifelt bei Papaver der Fall ist. 

Fünftens dürfte bei einer Fruchtbildung, wie ich sie im vorhergehenden Falle andeu- 
tete, einzig nur der Rückennerve des Carpellarblattes sich in Eierstränge auflösen, dagegen 
weder Seiten- noch Randnerven Ovula tragen, sondern sich einfach im Mesocarpio verästeln. 
Diese eigenthümliche Art von Placentation scheint bei den C ucurbitaceen aufzutreten. Wenig- 
stens fand ich in dem unbefruchteten Ovarium von Cucumis sativa , nach vielmaligen und mit 
der ängstlichsten Genauigkeit angestellten Untersuchungen die Placenten immer auf diese Weise 
gebildet, und zweifle auch gar nicht, sie eben so .beschaffen bei den übrigen Gattungen zu 
treffen. Vielleicht ist es mir erlaubt, späterhin meine Untersuchungen über diesen Fall spe- 
cialer bekannt zu machen 2 ) . Ob es ausser diesen fünf Arten von Placentarbildung noch Fälle 
gibt , wo alle Gefässe eines Carpelles Theil an der Eierbildung nehmen, oder wo eine parietal« 
und centrale zugleich in einer Frucht auftreten sollte , darüber habe ich noch keine Erfahrungen 
gesammelt, halte aber den letzteren Fall für weit weniger wahrscheinlich als den erster en. 
Wenn es zulässig schiene, den Fruchtbau der Faaren mit dem der höher gestellten Gela^s 



1 ) Ich will in diesem und den folgenden Fällen einzig nur die das Pistill bildende Knospe verstanden wissen, und 
abstrahire somit ganz von der Bildung der übrigen Blüthentheile. 

2 ) Fast bin ich geneigt, dieselbe Placentarbildung bei den Orchideen zu vermuthen. Wäre es denn nicht mög- 
lich anzunehmen, dass das Ovarium derselben aus sechs Carpellarblättern gebildet werde, wovon aber nur 
drei zur vollkommenen Entwicklung gelangen und Eier tragen, während die drei anderen bis auf ihren Mit- 
telnerven reducirt, zur Zeit der Fruchtreife sich als die drei bekannten Rippen, frei von den übrigen ablös- 
ten? Bei der vorherrschenden Dreizahl aller Blüthentheile und ihrer sich daraufstützenden Stelhingsveihalt- 
nisse, muss ich glauben, dass die drei abortirenden Fruchtblätter zugleich die drei äusseren des sechsHied 
rigen Carpcllarkreises sind. _ Sollten die beiden knöchernen Bänder des Replums der Cruciferen nicht 
etwa auch eine ähnliche morphologische Deutung zulassen, wie die Fruchtrippen der Orchideen? Mein ver- 
ehrter Freund Schott war so gütig, mich auf diese leicht mögliche Art von Fruchtbildung bei beiden Fami- 
lien aufmerksam zu machen. 

8 * 



60 FENZL , ÜBER ACANTUOPHYLLUM UND ALSINEEN. 

pflanzungen zu vergleichen, so dürfte es gar nicht überraschen, jeden Hauptgetässbündel eines 
Carpophjlles für sich oder in Verbindung mit den übrigen zur Eierproduktion verwendet zu 
treffen, indem Seiten-, Rand- und Mittelnerve des Faarenwedels an der Bildung der Sori 
verschiedentlich Theil nehmen; am wenigsten aber, wenn man geneigt sein wollte mit Agar dh 
die Faarenkapsel (sporangium) für einen wirklichen Samen und die in derselben eingeschlosse- 
nen Sporulae für Embryonen anzusehen x ). Ich zweifle übrigens sehr, dass diese Deutung der 
Faarenfrüchte die morphologisch richtige sei, indem ein Blick auf die meisterhafte Darstellung 
der Gattung Nephrodium in Schott's »ge/iera Jüiciunu jeden Zweifel über die wahre Samen- 
natur der Sporulae beseitigen muss. 

Was die Bildung des zweiten , meist integrirenden Theiles der Placenta (sensu latiori) 

die Leitungs-, Befruchtungs-, Pistillarstränge 2 ) , Stylisci 3 ) , leitenden Fäden 4 ) , das zuführende 
Zellgewebe 5 ) betrifft , so ist es wohl erwiesen , dass dieses Organ aus einer reinen Zell- 
masse besteht , ob selbe aber für eine Fortsetzung der Fruchtachse oder des Carpophylles 
zu erklären sei, darüber scheint man noch nicht ganz im Klaren zu sein. Meinen Untersu- 
chungen zu Folge muss ich sie , je nach dem verschiedenen Ursprünge der Eierchen , bald 
für Fortsetzungen der einen , bald der andern Zellgewebsmasse erklären. In den Fällen Eins, 
Zwei und Vier schien mir die Bildung der Leitungsfäden dem Zellgewebe der Carpophylle, im 
Falle Drei unbezweifelt und in Fünf sehr wahrscheinlich der der Biüthenachse anzugehören ; bei 
den Cucurbitaceen dürften die Leitungsstreifen sogar einem Verschmelzen des centralen Zell- 
gewebes mit dem allmählig gegen die Fruchtachse hin verdrängten des in Eierstränge aufge- 
lösten Carpellar-Rückennerven ihre Entstehung verdanken. 

Es ist so ziemlich allgemeine Meinung, wohl selbst Ueberzeugung , dass das Pfianzenei, 
als eine in ihrer höchsten Metamorphose begriffene Knospe anzusehen sei , deren Basis durch die 
Chalaza und deren Spitze durch die Micropyle bestimmt wird. Die Chalaza mag aber nun in einen 
Punct mit dem Hilus zusammenfallen, oder von ihm entfernter liegen, und die Micropyle bald am 
gegenüberliegenden Ende, bald in "dessen Nähe, wie diess bei den verschiedenartigen Krümmungen 
der Eihäute so häufig der Fall ist , sich befinden , immer wird ihr das untere Endtheil des Em- 
bryo das Würzelchen — zugekehrt sein und der Basis der Eiknospe , auf diese Weise, ent- 
gegengesetzt die des Embryo zu liegen kommen. Die Richtigkeit dieser Thatsache ist nicht zu 
läugnen, sie findet in jeder Untersuchung ihre Bestätigung, aber ein Problem anderer Art ist 
die Erklärung dieses, wie es scheint, nothwendigen Gegensatzes der sich in der Lage des Ra- 

dicula zum Grunde der Eihäute kund gibt. Agardh hält den Embryo für die Axillarknospe 

der Samenhaut, die ihm einen Blatt analog erscheint 6 ). Wenn diess der Fall wäre, müsste ja 
die Radicula als unteres Endtheil der Embryonar- Knospe, wie überall, der Basis ihres Alar- 
Blattes, mithin der Chalaza und nicht der Micropyle, als der, dem Eindringen des Befruchtungs- 
stoffes geöffneten Spitze desselben zugewendet sein! Bisch off erklärt hingegen den Keim 

für das letzte Erzeugniss der reproductiven Thätigkeit der Pflanze, für das innerste selbst wieder 



*) Agardh, Organogr aphie. üebers. p. 203. sqq. 

2 ) De Cand. , Organogr. IL p. 60. pro parte. 

3 ) Agardh, Organogr, Uebers. p. 368. 
*) St. H i 1 a i r e , l. c. 

5 ) Tissu conducteur Brongn. Erzeugung des Embryo in liob. Brown, vermischt. Schriften V. IV. p. 225. sqq. 
°) Agardh, Organogr. p. 370. 



EENZL, ÜBER ACANTHOPHYLLUM UND ALSIIVEEIV. Gl 

zur Knospe umgestaltete Blatt der Eiknospe, das sich allmählig von den übrigen lösend und gleich- 
sam für sich ihrer endlichen Ausbildung im Eie zueilend, die künftige Bestimmung, als neue 
Pflanze ihren Lebenslauf fortzusetzen anzeigt *) . Im Ganzen pflichte ich dieser Erläuterung der 
Embryonar -Bildung lieber als der Agardh'schen bei, finde aber die umgekehrte Lage des 
letzteren zum Grunde der Eiknospe desshalb noch immer nicht erklärt. Wenn nicht die Schwie- 
rigkeit, das Entstehen und die weitere Ausbildung der einzelnen Theile im Eie zu beobachten 
so allgemein bekannt wären, und für sich nicht schon genügten, das Misslingen einer Erklärung 
derselben hinreichend zu entschuldigen , so würde es mir w ahrlich nicht in den Sinn kommen. 
besonders nach so umfassenden und preiswürdigen Untersuchungen über diesen Punct, wie sie 
die Wissenschaft den Bemühungen eines Roh. Brown, Mirbel, Richard, Brongniart 
und Treviranus verdankt, nur im Entferntesten an einen Versuch zur Lösung dieses Problems zu 
denken. So aber möge er gewagt und zum Mindesten des Autors reiner Wunsch und Wille, der 
Wahrheit näher zu rücken , in dem Folgenden nicht verkannt werden. 

Gleichwie im jugendlichsten Zustande einer Blattknospe die Anlage ihrer inneren Blatt- 
kreise kaum zu erkennen ist, eben so schwer hält es in der unbefruchteten Eiknospe die Schichten 
der zu Samenhäuten undEikern sich umstaltenden Blattanlagen, bei ihrer zellig-flüssigen Beschal- 
fenheit, zu bestimmen. Bei der einen wie bei der andern schreitet nur allmälig mit der Ent- 
wicklung der äusseren Blättchen auch die der innersten fort. In der Blattknospe lolgt 
die Entwicklung aller Theile der Richtung des einzigen belebenden Im- 
pulses der zuströmenden Säfte, und die Cohäsion derMasse schreitet von 
derBasis desBlättchens nur allmälig gegen die noch immer zarter eSpitze 
fort, während Licht undWärme nebst den übrigen tellurischen Lebensele- 
menten, als schwächere Gegensätze des innerenLeben, di e G es taltung der 
Form und Materie auf das Mannigfaltigste modificiren. Die Eiknospe 
hingegen bleibt durch die Fruchthülle von der unmittelbaren Einwir- 
kung dieser Elemente fast ganz abgeschlossen; dafür tritt aber dem 
lebendigen Impulse der ihr von unten auf zuströmenden Säfte, der fei- 
nere geistigere Ausfluss des mysteriösen Befruchtungsactes von oben 
her, durch ihre Spitze, mit überwiegender Kraft entgegen; und so wie 
in der Blattknospe die Bildung und Cohäsion der Masse der Richtung 
des zuström enden, die Ein Wirkung der äusseren Elemente überwältigen 
den Lebenssaftes folgte, so folgt auch hier die Morphose und die Mas 
senbildung des innersten Blattkreises dem nach abwärts gerichteten 
mächtigeren Impulse der befruchtenden Materie mehr, als dem relativ 
schwächeren der ernährenden. Wie in der Blattknospe der erste Act 
des gesteigerten Lebens sich durch Verwachsung der gegenüberstehen- 
den fast noch formlosen Blattbasen bei den D icotjledo nen, und der 
Ränder des den Lebensknoten einfach um seh Hessen den Blattes, bei 
den Monocotyledonen kundgibt, eben so däucht es mir, führt das an 
der Spitze der Eiknospe höher geweckte Leben, eine Verdickung und 
Verschmelzung der obersten Puncte des, aus der plastischen noch ganz 

*) Biachoff in seinem trefflichen Lehrlnic/ie der Botanik V. 1. p. 3/9. 



FENZL, ÜBE« ACAM'HOrilYLLLM UND ALSINEEN. 

flüssigen Masse sich eben herausbildenden, innersten Blattes oder 
Blattpaares herbei. Hat dieser Bildungsprozess an dieser Stelle ein- 
mal Statt gefunden, so schreitet er in der gegebenen Richtung weiter 
fort, und führt, gleichwie das Zusammenziehen der Blattbasis zum Inter- 
foliartheil in der Blattknospe die polare Entfaltung derSpitze zurBlatt- 
fläche bedingt, in der Eiknospe die all mahl ige Lösung und Entfaltung 
der Blattbasis zum C oty 1 e do na r -Th e il herbei. Auf diese Weise erkläre 
ich mir bis jetzt die Bildung und die noth wendig umgekehrte Lage des 
Embryo zur Basis der Eihäute. 

Wenn es sich um Thatsachen handelt, die die Bildung des Embryo auf gedachte Weise 
wahrscheinlich machen sollten, so können sich diese sowohl auf analoge Vorgänge in der Bil- 
dung und Entwicklungsweise morphologisch zunächst verwandter Organe stützen, als auch auf 
aussergewÖhnliche Veränderungen desselben Organes, die ihrer qualitativen Beschaffenheit nach 
bald für Erzeugnisse einer progressiven Metamorphose, bald für die einer regressiven (Ana- 
morphose) gelten, und ihre einfachste Erklärung in der zu beweisenden Theorie selbst finden 
müssen. Trüglicher, und ihrer überzeugenden Kraft nach Beweisen letzterer Art nachstehend, 
sind die der ersten Ordnung; immerhin aber des durch sie erweiterten Kreises der Anschauung 
und \' ergleichung wegen nicht ganz zu verwerfen. So dürfte z. B. der angedeuteten Bildung 
des Würzelchens und des Cotyledonar - Theiles des Embryo analog, das Verhalten der Carpel- 
larblätter in der Fruchtknospe vieler Pflanzen zur Reifezeit zu stellen sein, bei welchen ihres 
stärkeren Zusammenhanges an der Spitze unter sich, oder mit einer Fortsetzung der Blüthen- 
achse wegen , die Trennung der Fruchtklappen , ja selbst der ganzen Carpellen , an ihrer Basis 
geschieht, wie diess bei den meisten Cruciferen , manchen Leguminosen , den U/nbelliferen_, 
Geraniaceen und anderen der Fall ist. Mehr aber als diese und ähnliche , auf die unter ge- 
wissen Umständen erfolgende freie Lösung der Blattbasis, gestützte Analogie, scheinen zu Gun- 
sten meiner Theorie gewisse Veränderungen des Pflanzeneies zu sprechen , die offenbar Folge 
einer prädominirenden Rückbildung desselben zur gewöhnlichen Blattknospe sind. Ich meine 
nämlich das oftmalige mehr oder minder vollkommen gelingende Lebendiggebähren neuer 
Pflänzchen innerhalb der Fruchthüllen , statt der Eierchen , und wohl selbst mit denselben zu 
gleicher Zeit, wobei die Beschaffenheit der Carpellarblätter schon jedes Mahl die Rückkehr 
zur gewöhnlichen Blattbildung beurkundet. In diesen Fällen scheint entweder gar keine Be- 
fruchtung, eine an sich unkräftige, oder zur vegetativen Lebenskraft des Eichens relativ zu 
schwache Statt zu finden, und die Ausbildung aller Theile der Eiknospe einzig nur dem Impulse 
der letzteren zu folgen. Sie bilden sich daher auch, nach Massgabe der, durch vielfache Bil- 
dungen fast erschöpften , noch übrigen Reproductions -Kraft zu einfachen blattartigen Organen 
aus, wozu ihre Organisation sie schon bestimmt. Aber selbst in dieser verkümmerten Knospe 
tritt zum öfteren Mal noch das innerste Blättchen oder Paar mit einer grösseren Lebensfrische 
als die äusseren auf, und scheint, gefesselt an diese, von welchen sie sich loszureissen strebt, 
in dem letzten Aufflackern ihres ersterbenden Lebens uns einen bedeutsamen Wink über ihre 
eigentliche höhere Bestimmung zu geben. 



FENZL , ÜBER ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. 63 

DOLOPHRAGMA *). 

(Cherleriae sp. Don Prodr. flor, Nepal p. 21*. — Arenariae sp. Wallich 
Caial. herb. Ind.). 

Character essentialis: 

Calyx 5-partitus. Corolla 5 - petala , petalis integris. Stamina 10, subhypogyna. Ovarium 
oligospermum, oblosete triloculare, septis a columella retractis (e carpophyllis tribus conflatum) 
stylis sepalis externis oppositis. Capsula subglobosa- trigona, imperfecte 3-locularis , siinplici 
stylorum numero in valvas dehiscens. 
Character naturalis. 

Androecoeum: Calyx 5-partitus inembranaceus , sepalis rotundatis 1. acuminatis. 

Corolla 5 -petala, petalis unguiculatis obovatis 1. linearibus -oblongis integris, calyce lon- 
gioribus, interdum coloratis. 

Stamina 10, annulo subhypogyno inserta, subaequilonga , longioribus sepalis oppositis 
basi glandula bigibbosa nectarifera distincta suffultis ; filamenta subulata tenuissima calycem sub- 
aequantia 1. longe superantia ; antherae ovales versatiles , biloculares , rima longitudinali latera- 
liter dehiscentes. 

Gynaeceum: Ovarium ovoideo-sphaericum trigonum , e carpophyllis 3 , marginibus in- 
flexis in dissepimenta spuria concretis , conflatum, in stylos totidem teretes breves intus stigina- 
tosos, sepalis externis oppositos desinens. Ovula plura columellae centrali parvae per podos 
permia brevissima affixa. 

Capsula calyce inclusa globulosa - trigona , semitrilocularis , septis membranaceis a colu- 
mella retractis , simplici stylorum numero in valvas dehiscens. Semiva pauca 

Vegetatio. 

Herbae perennes depressae caespitosae rigidae. Folia persistentia , densissime conferta 
sexfariam stellatim expansa 1. deflexa, late subulata pungentia nitida. Cauliculi florigeri breves, 
terminales et axillares, inflorescentia simplicissima ad florem centralem reducta; pedicelli bre- 
vissimi , bractearum pari inclusi. 



1. D. globiflorum. Caespite pulvinari densissimo echinato; foliis ovato - lanceolatis et 
lanceolato - linearibus rigidis mucronatis pungentibus , margine scabris basi ciliolatis , confertis- 
simis sexfariam imbricatis, patentissimis ; sepalis cuneato - rotundatis latissimis, margine late sca- 
riosis subtilissime eroso denticulatis ; petalis obovatis -oblongis latis, calycem parum excedenti- 
bus, roseis; filamentis sepalis subaequilongis , purpureis. Tab. VII. Fig. I. 

Cherleria grandiflora Don. prodr. ß. Nepal, p. 21*. 

Arenaria globiflora Wallich. Catal. No. 639. 

Radix longissima lignosa fusca. Caules numerosissimi pollicares et breviores in caespitem 
pulviriarem echinatum densissimum conferti, foliis persistentibus ocultati; florigeri distincti 

terminales erecti unciales et breviores, internodiis distinctis foliorum paria 2 * vix subaequau- 

tibus, molliter puberulis. Folia surculina * 6 fariam imbricata, opposita, in vaginulam brevem 

. iNomcn c gvacco io'Xc^ dolus et c^po'-//;», disscplmcntum , quasi disscpiincntum decipiens, d 1 i:m 



64 FENZL, tBER ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. 

connata, patentissima, ovato -lanceolata, vel lanceolato-linearia mucronata pungentia, 2 5'" 

longa , subtus carinata , facie concaviuscula nitida , nervo valido marginata ibique scabriuscula, 
basi ciliolata; caulina iate elliptica in mucronem pungentem acuminata, pubescentia ciliata , Ul- 
timi paris in bracteas conversa conchata saepiusque subcolorata, margine scarioso denticulato, den- 
ticulo ajncali rigidulo producto. Flos solitarius , terminalis breviter pedicellatus grandiuscuJus, 
globosus. Calyx 5-partitus, quasi inflatus, sepalis latissime cuneato -rotundatis, medio eleganter 
reticulato- venosis ecarinatis puberulis, margine scarioso subtilissime eroso - denticulato. Corolla 
rosea calycem parum excedens ; petala cochleata late obovato-oblonga, rarius ovata integra, apice 
interdum retusa , ungue intensius colorato. Stamina 10 subaequilonga , calycem feie aequantia, 
incurva, annulo subhypogyno inserta; longiora basi glanduloso incrassata gibbis duobus nectari- 
feris posticis distinctis ; filamenta subulata purpurea incurva glabra ; antherae ovales flavae bilo- 
culares. Ovarium sphaericum, e carpophyllis tribus , in stylos breves terctes subclavatos intus 
subtilissime punctato - stigmatosos desinentibus , conflatum, imperfecte triloculare, dissepi- 
mentis tenuissime membranaceis ab axi retractis. Ovula plura columellae centrali brevi per 
podospermia minima affixa. Capsula matura non visa; maturescens ovoideo - globulosa , distinc- 
tissime trigona 3 - sulca , apice cartilagineo simplici stylorum numero in valvas dehiscens, 
valvis medio septiferis. Semina in quovis loculo duo, teste Don. V. sp. Wallichiana in 
herb. Benth. et Kiuith. 

Hab. in Nepalia, Gossai n-Than. (Wallich.) U. 

2. D. juniperinum. Cauliculis ramosissimis 2 — 4 poliicaribus fragilibus dense folio- 
sis , in caespitem magnum complicatis ; foliis confertissimis 6 - fariis , vaginis imbricatis , la- 
minis late lanceolatis subulatis acuminatis rigidis, deflexis, glaberrimis; floribus axillaribus 
et terminalibus solitariis minutis , foliis brevius pedicellatis ; sepalis ovatis acutis 1. obtusis 
glabris; petalis linearihus oblongis , calyee 2-plo longioribus; staminibus petala superantibus. 
Tab. VII. Fig. II. 

Cherleria juniperina Don Prodr. ß. Nepal, p. 2V±. 

Arenaria densissima Wallich Catal. No. 64:0. 

Radix longa lignescens. Caules ramosissimi procumbentes 2 — ^ pollicares in caespitem 
magnum densum complicati , foliorum vaginis penitus inclusi, rigiduli fragiles. Folia confertis- 
sima persistentia , 6-fariam disposiia, in vaginas arete imbrjeatas connata, fere omnia emareida 
fuscescentia, suma viridia, glaberrima nitida, laminis vaginas 2 — 3-plo superantibus 2 — 3 linea- 
ribus, arcuato - reflexis apice ineurvatis, omnibus 7 2 1'" latis 5 lanceolato - subulatis acuminatis 

rigidis pungentibus , subtus carinatis, facie coneaviusculis , nervis marginalibus elevatis firmis- 
siniis. Flores solitarii minuti , magnitudine Saginae procumbentis, cauliculis exiguis terminalibus 
et axillaribus in vaginis foliorum reconditis, duobus foliolorum paribus munitis, pedicello min- 
nimo suffulti, insidentes. Bracteolae ellipticae coneavae mucronatae. Calyx 5-partitus per anthesim 
patulus, sepalis ovatis acutis, hinc inde obtusis, carinatis, laevibus , V" vix longioribus. 
Petala 5 linearia- oblonga, apice integerrima, calyee duplo longiora, alba. Stamina 10 annulo 
subhypogyno inserta , calycem subtriplo superantia , filamentis capillaceis , longioribus sepalis 
oppositis basi in glandulam conicam , gibbis lateralibus duobus neetariferis instruetam , incras- 
satis. Antherae minimae ovoideae atrae (»Don«) . Ovarium minimum forma et struetura prae- 
tedentis. V. spec. Wallich, ßoridum in herb. Benth. 

Hab. in Nepalia, Goss ain-Th an. (Wallich.) U. 



FFNZL, ÜBER ACANTHOPIIYLLUM UND ALSINEEN. 6S 

Die Zahl aller bekannten Dolophragmeii beschränkt sich gegenwärtig bloss auf die beiden 
eben genannten Arten; wahrscheinlich aber werden sich später noch einige Zwischenglieder zu 
diesen beiden, in Gestalt, Grösse ihrer Blüthentheile und Habitus verschiedenen Species, aul' 
den Hochgebirgen Nepals und Inner -Asiens finden. Ich bin diess zu glauben um so mehr ge- 
neigt, als diese Gegenden ziemlich reich an Alsineen zu sein scheinen, und in dieser Familie, 
so wie in der ganzen Classe der Caryophyllinen, ein charakteristisches, für den Monogra- 
phien aber wahrhaft peinliches Ineinanderlaufen der Formen in allen stationären Puncten 
Statt findet. 

Dolophragma bildet das schönste Mittelglied zwischen den Gattungen Alsine _, Honcke- 
nya ^ Merkia und Arenaria. Am natürlichsten steht sie zwischen Alsine und Arenaria dem 
Habitus und der Blattstruktur nach, im Fruchtbaue nähert sie sich am meisten der Gattung 
Merkia, die gleichfalls eine kugelige unvollkommen mehrfächerige Kapsel besitzt, und Hon- 
ckenya durch die Kapselform, der Art des Aufklappens, der ausgesprochenen drüsigen Be- 
schaffenheit des perigynischen Ringes und der geringen Samenzahl. In Betreff der Blattform 
und Rasenbildung lässt sich D. globißorum ganz gut mit Alsine Arduini (Aren. Arduini Vis. 

A. clandestina Portenschi.) , und A. tetragyna (Aren. H. B. Kunth) so wie mit Arenaria 

grandiflora L. A. lycopodioides und A. decussata H. B. Kunth vergleichen» 



Erklärung der Abbildungen. 



Tab. V. 

Acanthophyllum mucronatum. 

Fig. 1. Ein Blüthenköpfchcn etwas vergrössert. 

Fig. 2. Achselständiges Blümchen mit sechs Deckblättchen am Grunde des Kelches. 

Fig. 3. Kelch um das Doppelte vergrössert. 

Fig. 4. Ausgebreiteter Kelch sammt halbreifer Kapsel, um die Aestivation der ungleichlangen Keleh- 
zähne, und die hypogyne Insertion der abgeschnittenen Staubläden am kurzen Anthophoro deutlicher 
zu sehen. 

Fig. 5. Blumenblatt. 

Fig. 6. Ein Theil des Staubfadenkreises. 

Fig. 7. Ovarium, dessen untere Hälfte zusammengeschrumpft, die obere dagegen halbkugelig ausge- 
bildet erscheint. 

Fig. 8. Halbreife Kapsel zur Hälfte getheilt , um die vier Samen zu sehen. 

Fig. 9. Narbcntheil mit Pollenkügelchen bedeckt. 

Fig. 10. Die Samen ausgebreitet mit ihren kurzen Nabelsträngen. 

Fig. 11. Querschnitt eines halbreifen Samens. 

Fig. 12. Eierchen. 

Fig. 13. Embryo. 

Fig. 14. Querschnitt der Cotylcdoncn. 

Fig. 15. Diagram eines achselständigen Blümchens; a. Pedicellus des Central - Blümchens ; b. Deck- 
blatt; c. die sechs Deckblättchen am Grunde des von ihnen eingeschlossenen Kelches; d. gamosepalcr 
Kelch; e. Blumenblätter; f. Staubfadenkreis; ff. Ovarium sammt der Lage der Eierchen und der den Car- 
pellarrücken entsprechenden Richtung der Styli. 

Tab. VI. 

Fig. 1.2. Linsenförmig zusammengedrückte, halbreife Kapsel von Buffonia lenuifolia, etwas ver- 
grössert. 

Fig. 3. Ovarium derselben Pflanze im jugendlichsten Zustande , die Fruchthülle zur Hälfte wegge- 
nommen , um den Verlauf der doppelten Leitungsfäden aa. an der äusseren Fläche der beiden Eierchen bb. 
und deren gegenseitige Stellung zu sehen; c. der kurze dicke Nabelstrang; d. Micropyle des länglichen 
Ovulums, dem Grunde der verschmolzenen Leitungsfäden zugekehrt; e. Vcrcinigungsstclle der beiden Paare 
am Durchgangspuncte an der Spitze der Fruchtblätter zum Narbcntheil. 

Fig. 4. Verticalschnitt auf beide Flächen des jugendlichen Ovariums in der Richtung des kleinsten 
Durchmessers. Die Eierchen sind entfernt, und man sieht nebst den, an den Carpellarwänden sich in die 
Narben fortsetzenden Paaren von Leitungsfäden aa. , die Nabclstränge bb. der beiden sich entwickelnden 
Eierchen, und neben denselben die Rudimente der beiden andern verkümmerten dd. ; die Richtung der 
Narben ee. entspricht dem Rücken der beiden Carpellarblätter. 

Fig. 5. Reife geöffnete Kapsel; an der Wand der beiden auseinandergezerrten Klappen sieht man 
die fast spiralförmig verschrumpfenden Leitungsfaden kleben. 



FENZL, ÜBEB ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. 67 

Fig. 5. Dreifächeriger Fruchtknoten von Silene pendula zur Zeit der Befruchtung. Ein Fach er- 
scheint durch einen von der Spitze des Germens auf dessen Basis geführten Schnitt geöffnet, und man sieht 
den, dem Rücken des weggenommenen Carpcllarblattes im inneren Winkel des Faches entsprechenden Pla- 
centartheil des Mittelsäulchens mit den Nabelstriingen, von welchen die Ovula entfernt wurden; ferner 
die den Eierchen zur Seite liegenden Leitungsfaden desselben Carpelles ««., welche an dem Puncte, wo 
die Scheidewände bb. sich zurückziehen , und mit jenen des Nachbarfaches in einen Faden verschmelzen, 
der am Durchgangspuncte an der Kapsclspitzc mit den beiden andern sich vereinigt, wobei die, jedem 
Carpophylle entsprechenden homonymen Hälften zum Narbentheil zusammenflicssen , der sich in einer 
Furche des Stylus nun weiter aufwärts fortsetzt. 

Fig. G. Horizontaler Durchschnitt dieses Fruchtknotens ; a. Mittelsäulchen mit den drei strahlenarti- 
gen, das sie umgebende Zellgewebe durchsetzenden Gefässbündcln 6, die an ihrem Ende scheinbar 
gablicht getheilt sich in die Nabelstränge c fortsetzen; d'd Leitungsfäden aus dem innersten Rande des 
Mesocarpiums der Scheidewände gebildet; d'd' und dd homonyme Hälften derselben in jedem Fache, zwi- 
schen welchen die doppelten Eierchen sich durchdrängen; e. Eierchen; f. Micropyle derselben mit dem 
an die Leitungsfäden angedrückten Befruchtungswärzchen; g. Gefässbündel des Mesocarpiums. 

Fig. 7. Horizontaler Durchschnitt eines eintächerigen Ovariums von Maine lariclfolia; a. Gefässbün- 
del des Mittelsäulchens, die sich in die Nabelstränge auflösen; b. Leitungsfäden den genäherten Eierchen 
je zweier Carpophyllen entsprechend; cc. Eierchen desselben Carpelles; die Cotyledonar-Enden derselben 
convergiren , während die Micropylen divergiren. 

Fig. 8. Verticaler Schnitt auf die Columella einer fast reifen Kapsel von Lychnis dioiea. Die Gcfässc 
derselben, welche sich in Nabelstränge auflösen, sind unmittelbare Fortsetzungen der innersten Gefäss- 
bündel des Blumenstielchens; «.Gefässbündel, die sich in das Mesocarpium, die Staubfäden, Blumen- 
und Kelchblätter fortsetzen, aber keine Verbindung mit den centralen eingehen. 

Fig. 9. Verticaler Durchschnitt einer fünffächrigen Kapsel von Hibiscus syriacus; aa. kantige Fort 
setzung des leitenden Marksäulchens; bb. dazwischenliegende Furche desselben zur Aufnahme des inner- 
sten Eier tragenden Randes der Scheidewände; c. Samen; d. Scheidewände mit netzförmiger Verzweigung 
ihrer Gefässbündel; ee. Gefässbündel, welche sich peripherisch in das Mcsocarpium der Carpophyllen 
und ihrer eingeschlagenen Ränder (Dissepimente) fortsetzen und Eier tragen; f. Markmasse des Pedun- 
culus, die sich als Mittelsäulchen und Lcitmigsgewcbe zugleich bis an die Spitze der Kapsel und die Styli 
fortsetzt. 

Fig. 10. Horizontaler Durchschnitt eines unbefruchteten Ovariums derselben Pflanze; aa. Scheide 
wände; das Mesophyllum derselben erscheint noch sehr schwammig, und mehrere Zellen in der 3Jitte bb. 
sind mit einer gallertartigen farbelosen Substanz angefüllt, die später ganz aufgesogen, vielleicht auch 
zur Ernährung der Eierchen verwendet wird, und eine Verdünnung der Wunde bei ganzer Fruchtreife an 
dieser Stelle zur Folge hat; cc. Eierchen eines Carophylles aus dem innersten eingeschlagenen Rande 
desselben entspringend, und mit ihren convergirenden Micropylen der, zwischen sie sich durchdrängenden, 
kantigen Fortsetzung des leitenden Marksäulchens d. zugewendet; ee. Gefässbündel des Mesocarpiums. 

Fig. 11. Verticaler Durchschnitt einer halbreifen Frucht von Malva rotundifolia ; aa. Carpellen an 
ihrem inneren Winkel in eine halbmondförmige dünne Scheidewand b. seitlich verwachsen. Bei voller Fracht- 
reife lösen sich die Carpellen im Umkreise dieser Scheidewände ab, und letztere bleiben mit dem saft- 
losen, meist etwas holden Mittelkörper und dem unteren verhärteten Griffelrcstc c. stehen, dd. Sehr zarte 
sclvwammige, leitende Zellmasse, eine Fortsetzung der Marksubstanz des Blumenstielchens, die unter- 
halb des Nabelstranges sich durch das, nach Innen gedrängte, dichtere Zellgewebe des Mesophyllums e. 
der dünnen Scheidewände , in den Carpellarraum zur abwärts gekehrten Micropyle/*. des Eierchens drängt i 
gg. Gefässbündel des Carpellarrückens ; h. Gefässbündel der eingeschlagenen Carpcllarflachrn und der 
Scheidewände, den Seitennerven des Blattes entsprechend; n. die mit der dichteren verdrängten Zellmassc 
des Mesocarpiums stark nach Innen gerückten Randnerven der Carpophyllen, aus welchen ein sehr kurzes 
Gefäss zum Nabelstrange k. sich umstaltet und in der Höhlung des Carpells das Ovulum trägt; nach oben 
vereinigt sich die Fortsetzung dieses Bündels mit dem des Rückonnervens und endet in den crs)orc!i Thei - 
len des Stylus. 

9 * 



68 FENZL , ÜBER ACANTHOPHYLLUM UND ALSINEEN. 

Fig. 12. Horizontaler Durchschnitt dieser Frucht, etwas unter der Mitte derselben; aa. Scheide 
wände ; bb. Gefässbündel des Rücken- und der Seitennerven der Carpellen ; cc. nach Innen gedrängte von 
dichter Zellmasse d. umgebene gedoppelte Gefässbündel der Randnerven je zwei und zwei zusammenge 
wachsener eingeschlagener Carpophyllarränder; e. leitendes centrales Gewebe, dass sich strahlenförmig 
in die Carpellarhöhlen fortgesetzt. Alles bedeutend vergrössert. 

Tab. VII. 

Fig. I. Bolophragma globiflorum. 
Fig. 1. Blüthenstengel von B. globiflorum mit geöffnetem Kelche von rückwärts. 
Fig. 2. Geöffnete Blume. 
Fig. 3. Kelchblüthen von rückwärts. 
Fig. 4. Dasselbe von Innen. 
Fig. 5. 6. Blumenblätter. 
Fig. 7. Kürzerer Staubfaden von Innen. 

Fig. 8. Längerer Staubfaden mit der Honigdrüse und den Anhaltspuncten der Blumenblätter von 
rückwärts. 

Fig. 9. 10. Fruchtknoten von der Seite und von oben gesehen. 

Fig. 11. Unreife geöffnete Kapsel. 

Fig. 12. Oberstes Deckblättchen. 

Fig. 13. Ein unteres. 

Fig. 14. Diagram der Blume. 

Fig. II. Bolophragma juniperinum. 
Fig. 1. Blühendes Stengelchen. 

Fig. 2. Blume zur Hälfte getheilt um die Insertion der Blüthentheile zu sehen. 
Fig. 3. Blumenblatt mit zwei längeren und einen abgeschnittenen kürzeren Staubgefäss von Innen. 
Fig. 4. Ein längeres Staubgefäss mit der Nektardrüse von rückwärts. 



SCAPHIRHYNCHUS 

EINE 

NEUE FISCHGATTUNG AUS DER ORDNUNG DER 
CHONDROPTERYGIER MIT FREIEN KIEMEN 

BESCHRIEBEN 

VON 

JACOB HE CKE L. 



Mit einer Steindrucktafel. 



JOei genauer Untersuchung- der verschiedenen Arten von Acipenser zum Behüte einer Mono- 
graphie dieser Fischgattung , die ich in Gemeinschaft mit Herrn Leopold Fitzinger bear- 
beitet habe, und die nächstens in diesen Blättern mitgetheilt wird, fand ich mich veranlasst, 
einen sehr merkwürdigen, bei dem ersten Anblicke für einen Stör zu haltenden Fisch, von 
diesen zu trennen , und als eigene Gattung aufzustellen, welche der schaufeiförmigen Form ihres 
Kopfes wegen, zwischen Acipenser und Platjrostra Lesueur *) einzuschalten wäre. 

Drei vollkommen mit einander übereinstimmende Exemplare dieses merkwürdigen Fisches, 
welche das k. k. Museum, in Weingeist aufbewahret, besitzet, bothen mir hinreichende Gelegen- 
heit ihn genau zu untersuchen und zu vergleichen. Der Mangel an Spritzlöchern, die keiner bis 
jetzt bekannten Acipenser- Species fehlen; sein hinter den Flossen flachgedrückter, wie bei 
Loricaria beschuppter Körper, und das von keiner Flosse umgebene nackte Schwanzende, 
sind, wie ich glaube, hinreichende Merkmahle, wodurch sich unser Fisch von der Gattung 
Acipenser Cuvier unterscheidet, und ich nehme daher keinen Anstand, ihn als ein den 
Acipensern zunächst verwandtes, aber ganz verschiedenes Genus zu betrachten, welches ich 
Scaphirhjnchus , Schaufelnase (als Uebersetzung des Namens, den er bei den Anwohnern 
des Ohio und Mississippi führet) genannt habe. 

Durch den flachgedrückten, auf ähnliche Art wie bei Loricarien beschuppten Hintertheil 
des Körpers, bildet der Scaphirhjnchus ein interessantes Verbindungsglied zwischen Acipen- 
ser und den Siluroiden, welche bisher im Systeme ziemlich weit von einander stehen. 

Scaphirhynchüs, Schaufclnase. 

Spiracula (foramina temporum) nulla. Corpus fusiforme; caput supra scutatum , rostro por- 

recto, ore infero , edentulo. Cirrhi anteriores quatuor penduli. Corpus usque ad piunas 

seriebus quinque scutorum pentagonum , pone pinnas depressum undique squainatum; spirta 
dorsalis apice filiformis, nuda. 

Keine Spritzlöcher; der Körper spindelförmig; der Kopf von oben gepanzert, mit vorra- 
gender Schnauze; der Mund zahnlos, unter der Schnauze, vor ihm vier Bartfäden herabhan- 



*) Pia tyrostra, Lesueur Jovrn. Je. Nat. Sc. Philadelphia Vol. I. pag. 22t). 

Planirostra edentula Bafmcsque Ichthyologia ohie/isis. Lexington. 1820. pag. 83. 

Das k. k. Museum besitzet von dieser Fisch -Species ein etwas schadhaftes Exemplar aua dem Ohio. 
Dieser Fisch scheint dein, nach Rajin. I. c. , weniger seltenen Pulyodon folium Lacepede sehr ähnlich zu 
sein, unterscheidet sich aber hinreichend durch seine zahnlosen Kinnladen, den gegen das Fndc breiteren, 
dann stark abgerundeten, gleichfalls flachen Fortsatz seiner Schnauze, dessen Zwischenräume mit netzför- 
migen Maschen , jede aus sechs conccntiisehcn Fäden bestehend , ausgefüllt sind , und durch die Stellung der 
Flossen. Ich hoffe, durch die genaue Beschreibung und Abbildung dieses merkwürdigen Fisches nächstens 
einen ferneren Beitrag zur Benntniss der Bewohner des noch wenig erforschten Elementes, im Fort) 
dieser Bläter mitt heilen zu können. 



72 HECHEL: SCAPHIRHYNCHUS, EINE REUE FISCHGATTL \(,. 

gend ; der Leib bis zu den Flossen dureli fünf Längereihen von Knochenschildern fünfeckig, 
nach ihnen nachgedrückt und ganz beschuppt; die Wirbelsäule endet fadenförmig von keiner 
Flosse umgeben. 

Scaphirhynchus Rafinesquii, Rafiiiesques Schaufelnase. 

Rostro ovato , depresso , palaeformi , labiis papillis octo ciliatis , cirrhis ori propioribus, 
( iliatis ; pinna anali ano magis aproximata quam caudae. 

Der Kopf mit einer niedergedrückten, ovalen, schaufeiförmigen Schnauze ; der Mund mit 
acht warzig gefransten Büscheln auf den Lippen, die Bartfäden dein Munde genähert und ge- 
franset , die Afterflosse dem After näher als dem Schwänze. 

Ich benenne diese Art nach dem um die Ichtyologie hochverdienten Naturforscher Herrn 
Ftafinesque, welcher sie in seiner Iclithjologia Ohiensis. Lexington ., 1820./?. 80 zuerst 
unter den Namen Accipenser platorjnclius , Esturgeon pelle beschrieben hat. Rafinesque 
macht in seiner Beschreibung jedoch auf den Mangel der Spritzlöcher gar nicht aufmerk- 
sam, sei es nun, dass er diesen ganz übersehen hat, oder wenig Gewicht darauf zu legen ge- 
neigt war. 

Beschreibung. Der Kopf beträgt den vierten Theil der ganzen Körperlänge, ist breit, 
nach Vorn und den Seiten abgeflacht, mit vorgestreckter, breiter, durchsichtiger Schnauze, in 
Gestalt einer flachen, stumpfzugespizten Schaufel, deren sehr dünne aber weiche Ränder, von 
der Spitze nach Aussen gebogen , und weiter auseinander stehen , als die Breite des übrigen 
Körpers beträgt, dann sich wieder etwas nähernd, hinter den Augen bei der Anheftung des 
Kiemendeckels , in eine kurze , hervorstehende , scharfe Knochenspitze oder Hacken enden, 
welcher zuweilen noch mit einem Seitenzahne versehen ist. Von oben ist der Kopf dem der 
Sture ähnlich , mit sieben grösseren , langgestreckten , und vielen gegen die Schnauzenspitze 
zu kleiner werdenden, sehr fein concentrisch-gestrahlten Schildern dicht bedeckt; sie sind wenig 
rauh , und haben in der Mitte des Kopfes und der Schnauze nur sehr wenige Schleimöffnungen 
zwischen sich , diese Schleim Öffnungen werden jedoch viel häufiger gegen den breiten flachen 
Rand, zu beiden Seiten der Schnauze. Erstere sieben grössere, länglichte Kopfschilde lassen 
sich zwar eben so wie bei den Stören deuten , nur sind ihre Gränzen viel schwerer zu bestim- 
men, weil die Näthe, welche sie trennen, im frischen Zustande oder eben aus dem Spiritus ge- 
nommen , fast unkenntlich sind. Die zwei mitten dicht neben einander stehenden und grössten 
dieser Kopfschilder, den Scheitelbeinen (Ossa parietalia) entsprechend, umfassen mit ihren 
oberen Enden . das keilförmig bis gegen die Hälfte zwischen sie eindringende Hinterhaupt- 
Schild (Os occipitale), dessen erhabene Schneide mit dem ersten Rückenschilde eiue fortlau- 
fende Linie bildet, nach aussen stossen dieselben oberen Enden an das obere Schulterblatt- 
Schild; die unteren Enden dieser Scheitelschilder aber dringen mit einem oder zwei kleinen 
Zwischenschildchen vor ihren Spitzen, zwischen die ganz flachen Stirnschilder (Ossajrontaha) 
ein. Die Mittelpuncte der Scheitelschilder, in welche sich ihre Strahlen concentrisch vereinen, 
sind wenig erhaben , meist mit einem kleinen, nach rückwärts gebogenen Hacken versehen, und 
stehen einander um die Hälfte jener Entfernung näher, welche sie von dem oberen Rande der 
Kiemenspalte trennt, sie lassen eine flache, wenig vertiefte Furche zwischen sich, die vor ihnen 
sogleich wieder verschwindet. Den Scheitelschildern zur Seite liegen die Schläfe-Schilder (Ossa 



HECKEL : SCAPHIIUIYNCHUS , EINE NEUE FISCIIGATTUNG. 75 

temporaria) mit ihren flachen Mittelpuncten in gleicher Reihe mit den vorigen gestellt , sie 
haben in ihrer Anfügung eine nackte Stelle mit Schleimöffnungen zwischen sich, ihr oberes 
Ende schliesset sich gleichfalls dicht an das obere Schulterblatt- und ihr unteres an das Hinter- 
augenrand-Schild und das Stirnschild an; die Centralpuncte dieser Schläfeschilder sind von 
jenen der Scheitelschilder lV 2 so weit entfernt, als die letzteren es von einander sind. Den 
Stirnschildern zur Seite , welche nach oben sich zwischen Scheitel- und Schläfeschilder ein- 
schieben , und nach unten mit den kleineren Schnauzenschildern in Verbindung stehen , liegen 
viele SchleimÖffnungen, die sie von dem schmalen, knöchernen Oberaugenrande trennen; vor 
den Stirnschildern stehen also ihnen ähnliche, gestreckte und gestrahlte, allmählig kleiner wer- 
dende Schildchen, sie sind dicht in einander verschoben, und lösen sich endlich vor der wei- 
chen Schnauzenspitze , in einzelne, rauhe Erhabenheiten auf. Diesen gestreckten, dicht getilg- 
ten Schildchen in der Mitte der Schnauze, folgen zu beiden Seiten derselben, gegen den brei- 
ten, dünnen Rand zu, andere allmählig in eine mehr runde Gestalt übergehende, etwas stern- 
förmige Schildchen, welche in lockerer netzförmiger Verbindung stehend , die vielen Schleim- 
Öffnungen zwischen sich haben , von welchen bereits die Rede war. 

Die Schnauze ist von unten ganz flach, vollkommen glatt und weich, vor dem Munde 
halbmondförmig ausgeschnitten , wie bei den Stören durch eine Scheidewand der Länge nach 
getheilt, welche aber nur fühlbar ist, und nirgends hervortritt; diese ganze untere Flächt 
der Schnauze mit Ausnahme der Scheidewand, ist zwischen netzförmigem Gewebe, mit vie- 
len in Maschen stehenden Schleimöffnungen besetzt. Hinter dem bogenförmigen Ausschnitte 
der Schnauze, und zwischen ihren hackenförmigen Fortsätzen, liegt der vorschiebbare Mund, 
er ist massig gross, seine Oeffnung beträgt beinahe ein Drittheil der Entfernung seines oberen 
Randes zu der Schnauzenspitze, oder die Hälfte der Breite zwischen den beiden Hacken am 
hinteren Schnauzenrande. Der innere Mundrand bildet , ohne Ausbuchtung oder Schweifung, 
einen nach vorn convexen, flachen Bogen, und ist sehr bemerkenswerth und ausgezeichnet durch 
den ihn umgebenden, oben eingeschnittenen, unten ganz getrennten Lippenwulst, der gleich- 
sam wie zum Ansaugen geschaffen , durch acht warzige , am Rande gefranste , fleischige Lap- 
pen , ausgebuchtet ist, wovon zwei in den Mundwinkeln, vier an der Oberlippe und die zwei 
grössten an den in der Mitte nicht zusammenstossenden Enden der Unterlippe sitzen. Eben so \^\ 
der vorschiebbare Gaumen, nicht nur an seinem äusseren, die obere Kinnlade bildenden Rande 
warzig, sondern in seiner Wölbung noch mit sieben Reihen Warzen in der Quere besetzt, de- 
ren mittere am grössten sind, auch die untere Kinnlade ist warzig an ihrem Rande. Vier Bart- 
fäden in einer Reihe, und gleichweit aus einander stehend, hängen parallel vor dem Munde, 
im ersten Drittheile der Schnauze herab ; die äusseren reichen zurückgelegt nicht ganz bis zum 
Munde, die mitteren sind wenig kürzer, alle etwas flach gedrückt und längs ihren Kanten 
bis zur Spitze, durch zwei Reihen kleiner Anhänge gefranset. 

Die Augen stehen in senkrechter Linie mitten ober dem vorderen Mundrande, liegen ein 
wenig nach oben sehend, ziemlich hoch im Kopfe, von einer nackten Haut umgeben, die wenige 
Schleimöffnungen hat; sie sind klein , etwas länglicht, und fünf ihrer Länge- Durchmesser von 
einander entfernt. 

Vor den Augen liegen auf jeder Seite zwei Nasenlöcher über einander, so wie diese, mit 
einer nackten, glatten Haut umgeben, das obere ist kleiner, oval, wagrecht mit dem Auge 

10 



74 HECREL: SCAPHIRIIYNCIIUS , EINE NEUE FISCIIGATTÜNG. 

in gleicher Höhe, das untere einer Spalte ähnlich und länger, hat lV 2 Durchmesser des 
Auges, und bildet in einer schief abwärts gerichteten Lage, mit dem oberen Nasenloch, einen 
spitzen Winkel gegen das Auge. 

Die Höhle, in welcher die Kiemen liegen, und daher ihr Rand, an welchem der Kiemen- 
deckel angeheftet ist, ist viel länger und weniger hoch als bei den Stören; die etwas rauhen 
Kiemendeckel, unter den Schläfen von keinem Spritzloche durchbohret, haben an ihrem freien, 
häutigen Rande, dem Schultergliede gegenüber, ein halbes nach aussen gestrahltes Knochenschild, 
dessen nicht erhöhter Mittelpunct an seinem nach dem Auge zugekehrten Rande steht. Die 
kiemendeckel sind übrigens von unten wie bei Stören mit einer fleischigen Haut verbunden, 
welche auf dem Schlüsselbein angeheftet ist, und schliessen eben so wenig wie bei jenen, die 
Kiemenspalte vollkommen zu. 

Das obere Schullerblatt bildet mit dem viel kleineren, dicht darauf folgenden unteren 
Schulterblaüe, den oberen Rand der KiemenöfFnung, und gleichet den Kopfschildern an Grösse; 
es schliesset sich nach aussen, nebst seiner schon erwähnten Verbindung mit den Scheitel- und 
.Schläfeschildern, gleichfalls ganz dicht an das erste Rückenschild an , und lässt nur zwischen 
sich selbst und dem Hinterhauptschilde , für Schleimöffnungen einen glatten Raum , von der 
Grösse des Auges; beide Schulterblattschilder sind concentrisch gestrahlet, das obere aber 
regelmässiger als das untere , und aus beider nicht erhöhter Mitte, entspringt ein kleiner, nach 
rückwärts gerichteter, spitzer Hacken. 

Das Schlüsselbein decken zwei grosse, neben einander liegende, glatte Schilder, sie sind 
nach vorn gegen die Kiemenöffnung beiderseits tief ausgeschnitten, und nach hinten jedes für sich 
eiförmig zugerundet; beide sind concentrisch fein gestrahlet, und ihre flachen Centralpuncte 
stehen halb so weit auseinander als die Augen. 

Der Leib ist schlank, spindelförmig, und obgleich sein Durchmesser nach dem Schulter- 
gliede schon abnimmt, so bleiben doch Höhe und Breite, bis zu den Bauchflossen einander 
gleich; sein grösster Durchmesser übertrifft nur wenig den Raum zwischen den oberen Rändern 
der Kiemenspalten, welcher 13V 2 ma l m der ganzen Länge des Fisches enthalten ist; er erhält 
durch fünf Reihen starker Knochenschilder bis zu den Bauchflossen und der Rückenflosse eine 
fünfeckige Gestalt; nach diesen Flossen ist er flachgedrückt, gross beschuppt, mehr verdünnt 
und viel länger als bei Stören. Die Afteröffnung liegt mitten zwischen dem Schultergliede und 
dem Anfange der Schwanzflossen. 

Fünfzehn bis sechzehn durch kleine Stacheln rauhe , starke , sattelähnliche Schilder bilden, 
dicht nach einander folgend, die Rücken-Firste; sie sind kaum gestrahlet , die ersteren breiter 
als lang , alle hinten an der Basis ausgeschnitten, längs ihrem Rücken mit einer schief aufstei- 
genden scharfen Schneide versehen , welche nach hinten in eine freistehende Spitze hackenähn- 
lich endet , das erste Rückenschild ist das grösste und flacheste , mit dem Hinterhaupts- und den 
beiden obern Schulter -Schildern dicht verbunden , seine Rückenschneide ist wenig hervortre- 
tend ; das zweite ist das kürzeste, das sechste, siebente, achte, neunte, zehnte, eilfte, 
am höchsten, das letzte schmäler als die vorigen und am längsten, es decket mit seinem gespalte- 
nen Ende , das breite , die Rückenflosse schützende Schild , die niedere Schneide endet schon 
in seiner Hälfte zum Hacken. 

Die Schilder der Seitenreihen, 44 bis 46 an der Zahl, sind einigermassen schief durch- 



HECKEL: SCAPHIRIIYNCIiUS, EINE NEUE FISCIIGATTUNG. 75 

schnitten en Rauten ähnlich, und folgen in einer schiefen Lage dicht nach einander; sie sind 
ebenso wie die Riickenschilder, mit einer scharfen, in eine Spitze auslaufende Schneide gekielt, 
kaum gestrahlet, durch viele kleine Häckchen oder Dornen rauh, welche besonders an ihrem 
hinteren Rande wie Zähnchen hervortreten, das eilfte, zwölfte, dreizehnte sind die breitesten, 
so breit wie die darüberstehenden Rückenschilder ; unter der Rückenflosse geht ihre verscho- 
bene, kurze und breite Gestalt, alhnählig in eine gleichförmigere, lange und schmale über, 
jedes Schild endet dann mit zwei Lappen , welche den Anfang des folgenden Schildes decken, 
und machen durch ihre scharfen erhabenen Kiele, den nach der Rückenflosse flachgedrück- 
ten Körper , zweischneidig. 

Die Schilder der Bauchreihen von zehn bis zu dreizehn abwechselnd, sind jenen der Rücken- 
firste ganz ähnlich, nur schwächer gekielt; sie beginnen bald nach den Brustflossen, folgen 
dicht aufeinander bis zu den Bauchflossen , welchen das letzte und grösste zur Stütze dient , sie 
sind nicht gestrahlet, und anstatt der vielen Häckchen, durch welche die Rücken- uud Seiten- 
Schilder rauh erscheinen , mit stumpfen Erhabenheiten besetzt. 

Die Haut zwischen diesen fünf Schilder-Reihen , ist ober und unter der Seitenlinie, mit 
kleinen rautenförmigen, durch kleine Stacheln rauhen , etwas gekielten Schildchen bedeckt, alle 
schliessen dicht an einander, jene zwischen Rücken- und Seiten-Reihen nehmen immer an Grösse 
zu, je näher sie der Rückenflosse zu stehen kommen, und verändern ihre Gestalt durch allmählige 
Uebergänge, in grosse, lange, abgerundete, flache Schuppen, die an ihrem Rande hie und da ein- 
gebogen, dachziegelartig sich deckend, in einer verschobenen Doppelreihe , von Ende der 
Rückenflosse an, bis zu dem Schwänze, den flachen Rücken dicht bepanzern. Das erste dieser 
zehn bis eilf grossen Schuppen-Paare hinter der Rückenflosse, ist mit dem zweiten das grösste. 
oft länger als die grössten Knochenschilder der Rückenfirste, die folgenden nehmen gegen den 
Schwanz zu alhnählig ab. Zwischen den Seiten- und Bauchreihen, sind die rautenförmigen Hmt 
schildchen kleiner, und beginnen erst nach den Bauchflossen , unter dem Anfange der Rücken- 
flosse, in grössere und spitzere Schuppen überzugehen; auf dem Bauche sehen diese Hautschild- 
chen zwar wenig grösser, aber mehr schuppenartig aus, sind gleich Anfangs nach de n Schlüssel- 
bein am kleinsten, bleiben nachher bis vor den Brustflossen beinahe unverändert, zwischen wel- 
chen sich dann, schnell grösser werdende Schuppen aus ihnen bilden, deren grösstes Paar den 
After umgibt; dieses sowohl als die darauffolgenden beiden etwas kleineren Paare, sind an ih- 
ren Enden ausgerandet , das vierte oder letzte Paar ist abgerundet; jede Schuppe ist längs ih- 
rer Mitte etwas gewölbt, so dass von dem After, bis zu der breiten, die Afterflosse stützenden 
Schuppe, eine flache Rinne entsteht; auf jeder Seite dieser vier Schuppen -Paare, welche an 
Grösse jene hinter der Rückenflosse oft übertreffen , schliesset sich eine Reihe kleiner, spitzer 
Schuppen an, die bald durch die angränzenden , zunehmenden Hautschi ldcheji vermehret, den 
ganzen Raum bis zu den Schildern der Seitenlinie ausfüllen, die Afterflosse dicht umschliessen, 
und sich nach ihr zu grossen abgerundeten Schuppen gestalten. Diese bedecken dann dachziegel- 
törmig als verschobene Doppelreihe von zehn bis eilf Paaren, nebst noch zwei sich anschlies- 
senden Seiten - Reihen spitzerer Schuppen, den unteren, etwas weniger flachen Theil des Kör- 
pers, von der Afterflosse an bis zu dem Schwänze, und ihre schwache Wölbung gestattet längs 
seiner Mitte, eine flache Rinne, als Fortsetzung jener nach dem After beginnenden. Alle diese 
grösseren Schuppen, welche sowohl von oben als von unten den Körper hinter den Flossen so 

10 * 



76 JIECKEL: SCAPIIIRHYNCUUS, EINE NEUE FISCIIGATTUNG. 

dicht umschliessen, dass ihm im Leben wenig Bewegung vergönnt sein mag, sind sehr hart und 
knöchern, ohne besondere Textur, glatt und nur an den Rändern durch kleine Stacheln et- 
was rauh. 

Die Flossen sind insgesammt jenen der Sture ähnlich; die Brustflossen gross, breit und 
abgerundet, ihr grösster Durchmesser übertrifft jenen des Leibes, ihr erster Stachel bei weitem 
nicht so stark und knöchern als bei Stören, ist dünn, nur an der Basis hart, und reichet bis auf 
% der Flossenlänge. Bauch- und Afterflossen sind an Gestaltsich gleich, schmal und lang, an 
ihren Enden schief abgeschnitten, mit abgerundeten Ecken , ihre Länge gleichet dem Durchmes- 
ser des Leibes ober den Bauchflossen , welche dicht vor dem After stehen , die andere ist dem 
After um die Länge ihrer Basis näher als der Schwanzflosse ; die Mitte der Afterflosse steht unter 
dem Ende der Rückenflosse, diese ist wiederum um drei Längen ihrer Basis von der Schwanz- 
flosse entfernt, nur weniger hoch als breit, und an ihrem Rande schief ausgeschweift. Die 
Steuerflosse oder Schwanzflosse bekleidet den , im entgegengesetzten Sinne mit dem Körper zu- 
sammengedrückten , mit zugespitzten Schuppen bedeckten Schwanz, nur bis 2 / 3 seiner ganzen 
Länge; ihr unterer, in eine stumpfe Spitze zugerundeter Lappen gleichet einem Drittheile dieser 
Schwanzlänge, wodurch der ganze Flossenrand tief ausgeschweift erscheint, und nach oben 
sichelförmig endet; die harten zugespitzten Stützenstrahlen, welche von oben den Schwanz dach- 
ziegelartig bedecken , reichen nicht ganz so weit als die Steuerflosse ; nach beiden läuft die 
Wirbelsäule in ein rundes, glattes, fadenförmiges Ende aus. 

In der Brustflosse 3 ungetheilte, 41 getheilte Strahlen 

Bauchflosse 9 — 16 — 

Afterflosse 9 — 9 _ __- 

_ Rückenflosse 10 _ 22 _ __ 

Steuerflosse 10 — 46 — 

nebst 28 ungetheilten Stützenstrahlen auf der oberen Seite des Schwanzes. 

Die Farbe des ganzen Fisches ist von oben blass gelbbraun, von unten weiss, mit kleinen 
bläulichen Tupfen auf dem Rücken, welche aber bei in Weingeist aufbewahrten Exemplaren ver- 
schwinden; die Pupille der Augen ist schwarz, die Iris kupferfarbig. 

Die Eingeweide dieses Fisches sind eben so wie bei den Stör- Arten beschaffen, ich fand die 
grosse Schwimmblase , das in eine Masse vereinigte Pancreas und die Spiralvalvel des Darm- 
kanals. Die Kiemen bieten gleichfalls keinen Unterschied dar, als dass ihre Blättchen kürzer sind 
als wie bei den Stören. 

Die Schaufelnase soll nach Rafinesque im Ohio, Wabash und C u m b e r 1 a n d , zur 
Frühlings- und Sommerszeit gemein sein; aber selten bis zu der Höhe von Pitts burgh auf- 
steigen, man findet sie auch im Mississippi und Missouri, wo sie sich gern auf Klippen 
aufhält. Der flache Kopf dieses Fisches, mit den weichen dünnen Rändern, scheint weniger zum 
Wühlen im Schlamme geschaffen zu sein (was auch seine mit dem Rücken gleich gefärbte nicht 
abgenützte Oberseite bestätigt) , als vielmehr dazu zu dienen, die ihm entgegen strömenden Fluthen, 
welche er bei seinen schwachen Ruderflossen , und wenig biegsamen Hinterleibe , nur schwer 
überwältigen kann, leichter zu zertheilen, und um ferner durch dieselben mittels der ihnen 
entgegen gehaltenen schiefen Fläche seines Kopfes , fest auf seinem Ruheplatze niedergedrückt 
zu bleiben ; auch dürften ihm die Hacken zu beiden Seiten des Kopfes in dieser Hinsicht sehr 



7 7 



HECKEL : SCAPHIRHYNCHUS , EINE NEUE FISCHGATTUNG. 

dienlich sein. Die Bartfäden, als Organe des Gefühles, müssen wegen der zarten Fasern oder 
Fransen , mit welchen sie versehen sind , einen hohen Grad von Empfänglichkeit für äussere 
Reize haben, und deuten daraufhin, dass der Fisch sich von kleineren Thieren nähre, deren 
Gegenwart ihm diese Fäden anzeigen, und die er dann mit vorschiebbarem Munde verschlingt, 
ich fand auch wirklich in seinem Magen, noch unversehrt , die Larve eines libellenartigeii In- 
sekts , nebst mehreren Fliegen- und Käfer-Larven , die im Wasser leben. 

Er erreichet eine Grösse von zwei bis drei Schuhen, gewähret eine gute Nahrung, und 
hat von den Bewohnern am Ohio mehrere Namen erhalten, welche sich alle auf die Gestalt 
seines Kopfes beziehen, als: Spade - Fisch j ShoveUFisch , Shovel-head, Flat-heaä J Fiat- 
nose etc. Die Franzosen am Miss i ssippi nennen ihn: la pelle oder poisson pelle. 



Ausmass der einzelnen Theile, nach Wiener Zollen und Linien. 



Totallänge . . . . 

Länge des Kopfes bis zu der Kiemenspalte 

Breite des Kopfes zwischen den obern Rändern der Kiemenspalte 

Breite des Kopfes zwischen den Augen . 

Länge der Schnauze bis zu dem Hacken 

hinteren Augenrande 

vorderen Mundrande 

Breite der Schnauze zwischen den Hacken 

— vor dem Munde 

— — — bei den Bartfaden 
Hohe der Schnauze ober den Bartfäden . 
Länge der äusseren Bartfäden 
Entfernung der Bartfäden von der Schnauzenspitze . 

— — — dem vorderen Mundrande 

Durchmesser der inneren Mundbreite 

Durchmesser des Auges ...... 

Grösster Durchmesser des Leibes .... 

Breite des Leibes einen Zoll vor dem Schwänze 
Höhe des Leibes einen Zoll vor dem Schwänze 
Entfernung des Afters von der Schnauzenspitze 

— der Rückenflosse von der Schnauzenspitze 

— — Bauchflossen von der Schnauzenspitze 

— — Afterflosse von der Schnauzenspitze 
Länge der Brustflossen . 
Breite der Brustflossen an ihrer Basis 
Länge der Bauchflossen . 
Breite der Bauchflosse an ihrer Basis 
Länge der Afterflosse 
Breite der Afterflosse an ihrer Basis 



Zoll 


Linien 


25 





6 


— 


1 


10 


1 


6 


4 


* 


3 


9 


3 


6 


2 


6 


2 


8 


2 


5 


— 


6 


1 


3 


2 


2 


1 


4 


1 


3 


— 


37, 


2 


— 


— 


7 


— 


3 


12 


6 


U 





11 


9 


15 





2 


6 


1 


1 


1 


S 





9 


1 


8 


^ mt ^ m 


8 



7ö 



HECHEL: SGAPIIIBIIYKCHUS, EINE NEUE FISCHGATTÜNG. 



Zoll Linien 



Länge der Rückenflosse .... 
Breite der Rückenflosse an ihrer Basis 
Länge des Schwanzes bis zu der Spitze . 
Breite der Steuerflosse .... 
Länge des unteren Lappens der Steuerflosse 
Länge des nackten Schwanzendes 



BEITRÄGE ZUR KENNTNISS 



DER 



LERNAENARTIGEN CRUSTACEEN 



VON 

VINCENZ KOLLAR. 



(M i t z w ei Ku p f e r t af e 1 n.) 



JLfie sonderbaren Formen, sowohl von Crustaceen als Helminthen, welche parasitisch auf 
verschiedenen Theilen der Fische vorkommen und auf die in der neuesten Zeit Prof. v. Nord- 
mann *) durch seine interessanten Beiträge die Aufmerksamkeit der Zoologen in hohem Grade 
gelenkt , erregten auch in mir den Wunsch, nach und nach alle diejenigen Fisch-Species, welche 
auf unseren Fischmarkt gebracht werden, in Bezug auf ihre Schmarotzer zu untersuchen. So 
flüchtig und oberflächlich auch meine Nachforschungen, wegen Mangel an Zeit, bisher sein 
konnten , so lohnten sie dennoch die darauf gewandte Mühe mit einem nicht ungünstigen Er- 
folge. Ich war so glücklich, die meisten Formen der von Nordmann beschriebenen Etito- 
mostraccen und Lernäen auf den Süsswasser- Fischen wieder zu finden. Von Helminthen sah 
ich die meisten in den Augen der Fische wohnenden Species, und den höchst sonderbaren 
Kiemenbewohner des Cyprinus JBrama, das Diplozoon paradoxum Nordin., welches seiner 
ungewöhnlichen Form wegen selbst bei den Laien Interesse und Staunen erregen muss. Ich 
fand übrigens diesen Binnenwurm seltener auf Cyprinus Brama, als auf anderen Karpfenarten 
am häufigsten aber an den Kiemen des Cyprinus Nasus. 

Obgleich die meisten bisher gefundenen Fischparasiten bekannte Formen waren, so kamen 
sie mir doch sehr willkommen, da sie zum Abbilden für Se. Majestät den Kaiser Fbrdinahd l. 
den erhabenen Beschützer und Förderer der Naturwissenschaften bestimmt wurden , und einen 
nicht uninteressanten Beitrag zu Allerhöchstdessen Sammlung von Abbildungen der Naturpro- 
ducte der österreichischen Monarchie lieferten, welches Unternehmen der Leitung des k. k. 11« 
gierungsrathes und Directors der Hof - Naturaliencabineie Herrn Ritter von Schreiben 
anvertraut ist. 

Es gelang mir indess, auch zwei neue Lernäen zu entdecken, und gemeinschaftlich mit 
Professor Leuckart aus Freiburg einen neuen, sehr ausgezeichneten Binnenwurm an t\v\\ 
Kiemen des Acipenser stellatus Fall, zu finden. Dieser Wurm passt in keine der bestehenden 
Gattungen; er erhielt den Namen Diklibothrium crassicaudatum und dürfte im Kurzen \on 
meinem sehr geschätzten Freunde bekannt gemacht werden. 

Die neuen Lernäen- Arten gehören zu der ausgezeichneten Nord man n'schen Gattung 
Tracheliastes j, welche nun, durch drei Arten fester begründet, dasteht. 

Herr Prof. Burmeister in Berlin, hat vor Kurzem **) eine systematische Eintheilung 
aller Schmarotzer - Krebse versucht, und sowohl die Familien, als Gattungen sehr deutlich 
auseinander gesetzt. Nach ihm gehört die Gattung Tracheliastes Nordin. zur zweiten Familie 
der Schmarotzer-Krebse, die er Lemaeoda nennt. 

Ich habe, freilich nur nach weiblichen Individuen, einen ausführlicheren Charakter für 



*) Mikrographische Beiträge zur Naturgeschichte der wirbellosen Tliiere von Alex. v. Nord mann. I II Hefl 

t. Berlin, 1832. 
**) Beschreibung einiger neuen oder weniger bekannten Schmarotzer • Krebse u. s. w Acta Acad Caes I eo , 

Carol. Nat. Cur. Fol. XFII p. I. ' ''' 

11 



32 HOLLAR, ÜBER LERNÄENARTIGE CRUSTACEEN. 

die Gattung entworfen, der seiner Zeit, wenn die Männchen entdeckt werden sollten, ergänzt 
werden muss. 

Tracheliastes Nord m. 

Femina. Corpus elongatum subeylindricum. Caput breve retractile; ore infero orbiculari 
ciliato; antennis duabus obsolete articulatis subconicis, mandibulis sat validis , apice foreipatis, 
palpis brevibus apice bis terque partitis. Cephalothorax subcylindricus vel cordatus. Pedes 
quatuor; anterioribus brevissimis uncinatis, inter posteriores positis ; posterioribus (brachiis) 
longissimis , cylindrico - conicis , apice coaiitis stilum simplicem apice dilatatura emittenti 
bus, quo piscium variis partibus adhaeret. Abdomen elongatum, cylindricum vel depressum, 
apice nonnunquam tuberculatum vel lobatum. Ovaria longitudine corporis, saepius longiora, 
cylindrica. 

Tracheliastes stellifer Kllr. Tab. IX. Fig. 1 8. 

Cephalothorace brevi, subcordato , abdomine cylindrico, subdepresso , versus apicem pro- 
funde inciso, utrinque obtuse angulato; brachiis longissimis, stilo apice dilatato stelliformi; 
ovariis corpore longioribus, cylindricis. 

Habitat in Silur o glanide, areubus branchialibus , vel ori affixus. 

Nicht minder interessant, als der von Profes sor Nordmann in seinen mikrographischen 
Beiträgen beschriebene Track, poljcolpus , ist gegenwärtige Lernäen - Art , sowohl ihrer son- 
derbaren Bildung, als ihrer Grösse wegen. 

Ich fand im October 1834, nach andern Parasiten in den Kiemen des Welses auf unserem 
Fischmarkte forschend, zufällig ein Exemplar davon im Schleim gehüllt an den Kiemenbögen 
dieses Fisches hängend. Von dieser Zeit an gelang es mir fast jeden Freitag, wo nämlich Fisch- 
markt gehalten wird, ein oder mehrere Stücke zu finden; jedoch stets Weibchen ohne Eier- 
säcke ; bis ich endlich im Monat Januar 1835 ein mit Trauben versehenes Individuum , und 
im Monat März desselben Jahres noch mehrere anzutreffen das Glück hatte. Obgleich sehr 
viele Welse _, oder Schaiden ^ wie sie bei uns genannt werden, aus Ungarn hieher gebracht 
werden, so ist es dennoch nicht leicht, sich eine grössere Anzahl von diesen Parasiten zu ver- 
schaffen , da er hauptsächlich nur an sehr grossen , mehrere Zentner schweren Individuen ange- 
troffen wird. Das Männchen, welches ich sowohl in dem Schleime der Kiemen, als auch am 
Weibchen mühsam suchte, konnte ich noch nicht entdecken. 

Die Weibchen hängen, wie ich es bereits erwähnt habe, mittelst der sehr verlängerten 
Arme an den Kiemenbögen, am liebsten in der Nähe der Hautzähne; seltener findet man sie in 
der Mundhöhle am Gaumen sitzend. Die Haut ist an dieser Stelle durchbohrt, und sie dringen 
nicht selten bis an den Knorpel oder Knochen des Kiemenbogens selbst, an welchem dann der Ab- 
druck des sternförmigen Saugnapfs sichtbar ist. Dieser Saugnapf ist breiter, als die Oeffnung in 
der Haut über ihm , und kann daher nicht durchgezogen werden ; er muss erst später , nach- 
dem der Parasit bereits angeheftet war, an Umfang zugenommen haben. Die Lernäe kann auf 
diese Art den einmahl gewährten Ort nicht mehr verlassen , wenigstens dann nicht, wenn sie 
ein gewisses Alter erreicht hat; denn in der Jugend sollen sie nach Nordmann's Erfahrungen 
frei herumschwimmen. Für den Fisch müssen sie eine grosse Plage sein und ihm heftige 



KOLLAR, ÜBER LERNAENARTIGE CRUSTACEEN. BS 

Schmerzen verursachen, weil die Stellen, wo sie sitzen, gewöhnlich entzündet und stark mit 
Blut unterlaufen sind. 

Die Länge des Körpers vom Kopfe bis zum After beträgt fünf bis sechs Linien , seine 
grösste Breite lV 2 Linie, vom Saugnapfe der Arme an bis zum Ende der Eiersäeke, massen die 
grössten Exemplare fünfzehn bis sechzehn Linien. Fig. A. 

Die Substanz des Körpers gleicht einer verknorpelten Gallerte und ist gelblich weiss, bis 
auf den einfachen Stiel der Arme und seinen sternförmigen Saugnapf, die aus einer festeren knor- 
pelartigen Masse bestehen und bläulich weiss erscheinen; im Weingeist bekommen diese ein 
rostfarbiges Aussehen. Das ganze Thier besteht so zu sagen, aus einem einzigen Stücke, man 
bemerkt am Hinterleibe keine Segmente, und die Extremitäten sind nicht wie bei Insekten oder 
andern Crustaceeti eingelenkt und gegliedert, sondern sprossen wie Zweige aus dem Stamme, 
höchstens hier und da durch einen Eindruck verengt, hervor. Den Leib kann man in den Kopf, 
den Hals oder Cephalothorax und den Hinterleib eintheilen , obschon keine deutlichen Glänzen 
zwischen den einzelnen Theilen sichtbar sind. 

Der Kopf ist dreieckig, kurz und kann schnabelartig in den Cephalothorax eingezogen 
und wieder vorgestreckt werden. Fig. 2. a. Fig. 3. f. An seiner unteren Seite befindet sich der 
Mund, eine kreisrunde Oeffhung, an den Rändern mit einem steifen Borstenkranze versehen, 
diese Borsten oder Fransen haben eine horizontale Lage und verschliessen die Mundöffnung 
Fig. 4:. ; durch einen sanften Druck treten sie heraus und werden deutlich sichtbar Fig. 5. Auf 
der oberen Seite entspringen am Grunde des Kopfes aus dem Cephalothorax zwei fadenförmige 
Fühlhörner, die bis zum vorderen Rande des Kopfes reichen, durch zwei Eindrücke drei 
gliederig erscheinen, am Grunde etwas verdickt und gegen die Spitze dünner und mit einigen 
kurzen Borsten versehen sind. Fig. 2. b. b. Fig. 3. g. g. 

Dem Kopfe zur Seite entspringen die Kiefer , mandibidae ., sie bestehen aus einem einzi- 
gen dicken Gliede Fig. 2. c. c. Fig. 3. h. h., das an der Spitze zangenförmig in zwei Fort- 
sätze getheilt ist. Der äussere Fortsatz ist an der Basis kugelförmig angeschwollen und läuft 
in einen nach Aussen gebogenen Hacken aus Fig. 2. d. d. Fig. 3 i* 1. , welcher in zwei dar- 
unter stehende Spitzen hineinpasst; etwas tiefer sieht man noch eine grössere zahnformige 
Hervorragung; der innere Fortsatz ist am Ende mit drei Spitzen versehen. Fig. 2. e. c. 
Fig. 3. k. k. Auf der unteren Seite entspringen unter der Mundöffnung zwei Taster; sie sind 
kürzer als die Fühlhörner, kegelförmig, eingliederig, am Ende in drei Spitzen auslaufend, von 
denen die mittlere die längste ist. Fig. 3. I. I. Fig. 6. Die Kiefer ragen nur wenig über den 
vorgestreckten Kopf hinaus, die Fühlhörner reichen bis zu seinem vorderen Rande und die 
Taster reichen bloss bis zur Mundöffnung und sind schwer zu sehen, weil sie dicht ah dem 
Kopfe anliegen. 

An allen diesen Theilen war während des Lebens eine kaum merkliche Bewegung wahrzu- 
nehmen, wie überhaupt das Thier selbst äusserst träge erschien, und höchst selten nur durch 
Aufheben des Hinterleibes und Verkürzen der Arme ein Lebenszeichen gab. 

Der Hals oder Cephalothorax ist verhältnissmässig kurz, am Grunde dicker und breiter, treffen 
den Kopf zu dünner, fast herzförmig, ganz glatt. Auf der Oberseite beinahe in der Mitte ist eine 
Gruppe kleiner rother Puncte sichtbar, die nicht etwa von dem aus der Speiseröhre durchscheinen- 
den Blute, sondern von einem Pigmente unter der Haut herrühren, da sie sich seihst im Weinreist. 
längere Zeit hindurch erhalten. Aus dem Grunde des Halses entspringen seitwärts die langen 

II * 



8t KOLLAR , ÜBER LLRKÄI.INARTIGE CRUSTACKFN 

Hinterbeine oder Arme. An der Stelle ihres Ursprungs ist ein bedeutender runder Hügel sichtbar. 
Die Arme selbst sind an der Basis, wie durch eine Einschnürung, etwas verengt, erweitern sich aber 
gleich wieder, werden walzenförmig, nach oben allmählig dünner und Blossen endlich am Ende 
zusammen. Aus ihrem Vereinigungspuncte entspringt ein einlacher dünner, eine Linie langer Stiel, 
der sich an der Spitze zu einen sternförmigen, fünflappigen Saugnapfe ausbreitet, mittelst wel- 
chem die Lemäe festsitzt. Die Arme laufen nicht ganz gerade aus, sondern biegen sich erst an 
der Basis sanft nach abwärts. Sie sind an den Rändern durchsichtig und hohl, übrigens mit dem 
Leibe von gleicher Consistenz, nur der Stiel und der Saugnapf sind fester, ganz knorpelartig, letz- 
terer an seiner oberen Fläche etwas ausgehöhlt. 

Zwischen den Hinterbeinen sitzen auf der unteren Seite des Cephalothorax die sehr kurzen 
Vorderbeine, gleichsam nur durch Rudimente angedeutet; sie sind eingliederig, kegelförmig, in eine 
nach innen gebogene Spitze auslaufend , haben eine gegen einander geneigte Stellung, und sind 
iiberdiess am Innenrande noch mit einer längeren und kürzeren zahnförmigen Spitze versehen, 
Fig. 7. tn- m - F'g> 8. Der Hinterleib ist anfangs , unmittelbar hinter der Anheftung der Arme 
ziemlich verengt, erweitert sich allmählig, nimmt bald eine walzenförmige bald eine schwach 
plattgedrückte Form an, je nachdem er mehr oder weniger von Eiern strotzt. Gegen das hintere 
Ende befindet sich beiderseits ein tiefer Einschnitt. Vor diesen Einschnitten läuft das Abdomen 
in zwei stumpfe Ecken aus , und erreicht an dieser Stelle seine grösste Breite. Das Stück hinter 
den Einschnitten ist schmäler , auf der Oberseite ganz am Ende mit einem in der Mitte durch 
eine seichte Furche getheilten Höcker versehen. Zu beiden Seiten mehr gegen die untere Fläche 
gerichtet , befindet sich ebenfalls eine doppelhüglige Erhöhung , und diess ist die Stelle , an 
welcher die Eiersäcke aus dem Hinterleibe heraustreten; sie ist durch eine gelbliche Narbe 
angedeutet , wenn keine Eiersäcke daran hängen. Ganz am Ende ragt in der Mitte der Alter als 
ein kurzer Stiel hervor. 

Wenn der Hinterleib keine Eier enthält, was ich bis jetzt erst einmahl beobachtet habe, so 
erscheint er ganz durchsichtig ; man sieht dann sehr deutlich den Darmcanal beinahe in seinem 
ganzen Verlaufe. Er geht vom Munde bis zum After in gerader Richtung herab , ist cylindriseh. 
bis in die Hälfte des Hinterleibs von gleicher Dicke, von durchscheinender Nahrung gelblich. Ein 
ganz kurzes Stück in seiner Mitte ist etwas mehr erweitert und dürfte der eigentliche Magen 
sein; gleich hinter dieser erweiterten Stelle wird er plötzlich dünner, verändert seine Farbe und 
erscheint weiss, diese Form und Farbe behält er dann bis zurAfteröffnung. Es ist an dem Darmca- 
nal keine andere Bewegung wahrzunehmen , als ein rhythmisches Schwingen von einer Seite zur 
andern , gleich dem Perpendickel einer Uhr. Diese Bewegung wird durch einen breiten Muskel- 
bündel bewirkt , welcher beiderseits mit einem Ende am Magen und mit dem anderen an der in- 
neren Wand der Bauchhöhle angeheftet ist. 

Die Eiersäcke sind so lang, bisweilen sogar um die Hälfte länger, als der Hinterleib; sie 
sind vollkommen walzenförmig , entspringen an den seitlichen Höckern in der Nähe des Afters 
aus dem Hinterleibe, und werden von einem zarten durchsichtigen Häutchen gebildet. Die Eier 
liegen reihenweise neben und über einander, sie sind vollkommen rund und weiss. Nie habe 
ich noch einen Embryo in ihnen entdecken können; auch ist es mir noch nicht gelungen trotz 
aller Mühe und Sorgfalt von den mit Eiersäcken versehenen Weibchen Junge zu erhalten; denn 
sie sterben gewöhnlich den zweiten oder dritten Tag, nachdem sie von dem Fische abgelöst 
worden sind. 



KOLLÄR, ÜBER L.ERNÄENARTIGE CRÜSTACEEN. 8S 

Tracheliastes maculatus Kllr. Tab. IX. Fig. 9 — 12. 

Cephalothorace elongato , cylindrico, antice angustato ; abdomine cylindrio apice crassiore, 
lerrugineo maculato ; brachiis elongatis cylindricis apice coalitis , stilum tenuem apice campanula- 
tum emittentibus. 

Habitat in Cyprino Brama, sqnamis affixus. 

Erst ein einziges Mal, im Monat December 1834 fand ich sechs Individuen von diesem 
iernäenartigen Krebse auf dem Brachsen, Cyprinus Brama Linn. Sie sassen in verschie- 
denen Gegenden des Körpers , alle an den Schuppen fest gesogen. Es waren Weibchen ohne 
Eisersäcke, die Eier befanden sich noch im Hinterleibe und leuchteten durch die zarte Haut deut- 
lich hindurch. 

Sowohl in der Grösse als in der Hauptform hat diese Species viel Aehnlichkeit mit dem 
Tracheliastes poljcolpus Nordm. , den ich ebenfalls und zwar häufig beobachtet habe. 

Sie unterscheidet sich indess hauptsächlich durch ihre Farbe, durch einen längeren Stiel, 
der von der Vereinigung der Arme ausgeht, und endlich durch ihren Aufenthalt, sowohl in Be- 
ziehung auf dieFisch-Species, auf welcher sie lebt, als auch des Anheftungsplatzes. DenTrachc- 
liastes polycolpus fand ich immer an demCyprinus Nasus, und zwar stets an den Flossen, tief 
in die Haut zwischen den Strahlen der Flosse eingebohrt, so dass ein wulstiger Ring um den Stiel 
der Arme zu sehen war. 

Der Tracheliastes maculatus sitzt flach an den Schuppen angeheftet , sehr fest zwar, aber 
man sieht keinen aufgeworfenen Ring um den Stiel der Arme , welcher bei dieser Species auch 
etwas länger ist als bei der andern. Die Farbe des ganzen Thieres ist bläulich weiss und am Hin- 
terleibe befinden sich mehrere unregelmäsige ziemlich grosse rostfarbige Flecke. 

Die Mundtheile und der Cephalothorax stimmen im Wesentlichen bei beiden Arten überein ; 
das Abdomen ist dagegen bei unserer Species cylindrisch, nach hinten etwas dicker. DerDarmcanal 
war durch die zarte Haut als eine cylindrische Röhre sichtbar, in welcher sich runde Körner auf- 
und abwärts bewegten; man konnte an ihm sehr deutlich Querstreifen unterscheiden, welche 
wahrscheinlich Muskelfasern sind. Zu beiden Seiten des Darmcanals liegen die inneren Ovarien, 
die sich beinahe bis an die Basis des Hinterleibes erstrecken. 

Die Arme oder Hinterbeine sind eben so lang als bei Tracheliastes polycolpus, walzenför- 
mig, nach oben verjüngt und fast durchsichtig; sie sind mit einer Menge runder Zellen ange- 
füllt. Der einfache Stiel , welcher aus ihrer Vereinigung entspringt , ist sehr fein , durchsichtig, 
mit Längsstreifen, wahrscheinlich Muskelfasern, versehen; er erweitert sich am Ende in einen 
glocken- oder trichterförmigen Saugnapf, dessen Anheftungsfläche mit einer Menge kleiner Würz 
chen versehen ist. Die Vorderbeine, ebenfalls nur durch sehr kurze Rudimente angedeutet, 
sitzen in der Mitte zwischen den Armen; sie sind an der Basis dick, nach oben spitzig 
zulaufend, und am Ende mit einem nach innen gebogenen Hacken versehen. Fig. 10. 
Fig. 11. Fig. 12. 

Bemerkungen zu Tracheliastes polycolpus Nordm. 

Diesen merkwürdigen Schmarotzer fand ich den ganzen Winter von 1834 auf 1835 , theils 
einzeln theils in mehrfacher Anzahl an dem Näsling _, Cyprinus Nasus Linn., einer dvr ge- 
meinsten Fisch-Species, die auf den Markt gebracht wird. Anfangs traf ich bloss Weibchen ohne 



86 KOLLAR, ÜBER LERNÄENARTIGE CBUSTACEE.X. 

Eiersäcke, und in diesem Zustande wichen sie von Nord mann' 8 Beschreibung und Abbildung 
so sehr ab, dass ich sie für eine eigene Species halten zu müssen glaubte. Der Körper war weiss 
undurchsichtig; der Hinterleib walzenförmig nach hinten verdickt, man bemerkte an ihm keine 
Spur von Vertiefungen und Erhöhungen, deren Nordmann erwähnt. Der Cephalothorax erschien 
glatt, steif, ohne Krümmungen. »Sie sassen an allen Flossen des Fisches ohne Unterschied. Erst 
am 20. März 1835 überzeugte ich mich von der Identität meiner Lernäe rmtTracheliastes poly- 
colpus , da ich nämlich, nebst mehreren Weibchen ohne Eiersäcken, auf drei Individuen mit voll- 
kommen ausgebildeten Trauben an demselben Fische fand. Sie stimmten mit Nordmann's Ab- 
bildung ganz überein , sowohl in Gestalt als Farbe. 

Die Eindrücke und Erhöhungen des Hinterleibs, welche ich früher nie bemerkt hatte, sind 
eine Folge des Austrittes der Eier in die Eiersäcke. So lang die sehr bedeutende Menge von 
Eiern im Hinterleibe liegt, erscheint er walzenförmig; sind diese ausgetreten, so zieht er sich 
stellenweise zusammen und wird durchsichtig. 

Die Fühlhörner , welche Norilmann sehr kurz und lanzetförmig beschreibt , sah ich et- 
was verschieden; sie reichten, wenn der Kopf ausgestreckt war, bis zu seinem vorderen Rande; 
ihre Form war nicht lanzetförmig, sondern conisch mit einer sanften Ausbuchtung nach Aussen. 
Es ist merkwürdig, dass man diese Lernäe selten rein antrifft, gewöhnlich ist sie mit einer 
langgestielten grünen Vbrticella besetzt, vielleicht Vorticella monadica Ehrenb., die bisweilen alle 
Theile des Fischparasiten so dicht einhüllt, dass man gar nichts davon ausnehmen kann. Man 
glaubt dann einen Bündel einer grünen Conferi'e an dem Fische hängen zu sehen, und übersieht 
leicht die an sich nicht seltene Lernäe. 

Am lebenden Cyprinus Jeses , wo sie Prof. Norilmann zuerst entdeckt hat , habe ich 
sie noch nicht gefunden, da ich überhaupt noch nicht viele Individuen dieses Fisches zu unter- 
suchen Gelegenheit hatte; ein einziges Individuum fand ich an einem Weingeistexemplar unse- 
rer Sammlung. Im Monat April fand ich dagegen auch ein weibliches Individuum mit Eiersäcken 
an dem Cyprinus Barbus j, welches bloss durch eine dunklere Färbung von denen des Cyprinus 
A 7 asus verschieden war. 

ßasanistes Huchonis Nordm. Tab. X. 

(L e r n a e a Huchonis Sehr.) 

Der Mangel an einer guten Abbildung dieser merkwürdigen Lernäen-Art , und der Um- 
stand, dass ich Gelegenheit gehabt habe, ihre Entwicklung zu beobachten, veranlassen mich, 
zu Nordmann's vortrefflicher Beschreibung des Weibchens *) einige Nachträge zu liefern, 
und die Abbildung sowohl des vollkommenen Thieres , als der Larve in mehreren Entwicke- 
lungsperioden zu veranstalten. 

Basanistes gehört nach Burmeister's Eintheilung ebenfalls in die zweite Familie der 
Schmarotzerkrebse, Lernaeoda **), und die Gattung dürfte vorläufig nach dem Weibchen 
allein , auf folgende Art charakterisirt werden : 



*) L. c. S. 87. 
**) L. c. 



KOLLAR , ÜBER LERAÄENARTIGE CRÜSTACEEN. 87 

Bas a niste s. 

Femina. Corpus gelatinoso - cartilagineum, quadrangulare, tuberculatum {Fig. 1. 2. 3). 
Caput deflexum , rostratum {Fig. 2. «.) ; antennis duabus brevissimis , obsolete triarticulatis, 

conicis , articulo ultimo setis 3 ^ instructo {Fig. 4> a. «.); mandibulis brevibus , apice bipar- 

titis {Fig. 4. b. b.) , processu externo biuncinato , interno subclavato , tuberculato ; palpis bre- 
vibus obsolete triarticulatis, articulo ultimo setis aliquot instructo {Fig. 4. C. c); ore orbicu- 
lari , ciliato {Fig. 4-. o.) . Pedes quatuor, anteriores brevissimi, articulis duobus compositi, 
basali crassiore, apicali unguiformi introrsum inclinato {Fig. 2. b. Fig. 4. d. rl.); posteriores 
longiores, teretes, rugosi, arcuati , apice coaliti laminaque orbiculari instructi, ex qua stilus 
obconicus enascitur, quo animal pisci adhaeret {Fig. 2. C.) . Ovaria externa cylindrica longitu- 
dine corporis, imo longiora. {Fig. 1. a. a. Fig. 3. #. «.) • Ductus intestinalis cylindricus, nigro 
brunneus, motu horizontali rhythmis aequalibus gaudens. 

B. Huchonis. Corpore tuberculato; tuberculo capitis valde elevato , dorsi tribus mino- 

ribus, lateralibus utrinque tribus sat elevatis , posteriore maximo. Longit. 2 — 2 1 /J"- Lat. 1 

1 / 2 '". Habitat in Salmonis Huchonis operculo branchiali , lateri interno affixus. 

Larva ovo cxclasa Cyclopibus similis, valdc agilis, aquae plerumquc dorso innatans, subovata, cauda 
elongata instructa. (.Fig. 5.) Corpus supra laeve convexiusculum, subtus planum. Antennae duae, sat elon- 
gatae , eylindricae, obsolete triarticulatae , basi et apice setosae. (Fig. 5. a. a. Fig. 6. a.) Mandibular 
validae , apice bipartitae, processu externo uncinato, interno suclavato. (Fig. 6. b. b.~). Palpi brevissimi 
cjlindrici, apice setis brevissimis instructi. Os rostratum, foramine orbiculari instructuin. (Fig. 5. o. 
Fig. 6. o.). Pedes octo, anteriones quatuor araplexorii, articulis duobus compositi, basali crassiore, apicali 
unguiformi (Fig. 5. b. b. c. <?.); posteriores natatorii, apice bipartiti, setis longioribus ciliatis instructi. 
(Fig. 5. d. d. e. e. Fig. 7. a. b.). Cauda segmentis tribus composita, ultimo furcato, setis ciliatis instructo 
(Fig. 5. f. f. Fig. 8. a. «.). Tubut intestinalis globulis albicantibus repletus, macula nigricante intcr pede» 
anteriores — an ventriculus an cor'? (Fig. 5. g.*). 

Das Weibchen. 

Zu der musterhaften Beschreibung, welche Prof. v. Nord mann nach Exemplaren, die 
in Weingeist aufbewahrt waren , geliefert hat , sind nur einige unbedeutende Berichtigungen 
rücksichtlich der Farbe und Grösse bei lebenden Individuen zu machen. Die Thiere sind im 
lebenden Zustande schmutzig weissgrau, mehr oder weniger ins röthliche spielend; ihre Eier- 
säcke oder Trauben haben eine blendend weisse Farbe, und werden dann erst bräunlich, wenn 
der Embryo in den Eiern sich der Reife nähert. Der Darmcanal leuchtet weniger deutlich, als 
bei andern Lernäeti , als ein dunkel rothbrauner Streif durch die äussere Bedeckung; sein«: 
Bewegung sind langsame rhythmische Schwingungen von einer Seite zur andern. In der Grösse 
ändert diese Lernäe bedeutend ab, die meisten Individuen, welche ich gesehen, massen in 
der Länge sammt den Trauben 4 Pariser Linien, einzelne erreichen 6 Linien; ohne Trau 
ben ändert die Länge des Körpers zwischen 2 und 2 1 /* Linie ab ; die Breite beträgt 1 bis 
IV» Linie. 

Die Larve u n d i h r e E n t w i c k e l u n g. 

Die Eiersäcke, welche Anfangs weiss sind, färben sich nach und nach, so wie der Em- 
bryo vollkommener wird, und erhaltet« ein bräunliche« Ansehen. Unter dem Microscope ist 



SS KOLLAB , ÜRER LERNÄENARTIGE CRUSTACEEN. 

dann in jedem Ei eine braune Contur des Embryo mit einer dunkleren runden Stelle am vor- 
deren Ende sichtbar; der von dieser Contur eingeschlossene Raum ist mit runden Bläschen 
erfüllt. (Fig. 9J. 

Obschon ich im Herbste 1834- und den ganzen Winter 1835 hindurch diese Lernäe fast 
alle Wochen lebendig zu seilen Gelegenheit hatte, so glückte es mir doch erst am 3. April 
1835 mehrere weibliche Individuen mit bereits braun gefärbten Trauben zu erhalten. Von ihrem 
Wohnorte getrennt, bleiben die Weibchen nur kurze Zeit am Leben; nach 24: Stunden waren 
bereits alle todl, obschon ich das Wasser fleissig wechselte. Dessen ungeachtet entwickelten sich 
auch nach dem Tode der Mutter die Jungen. Nach drei Tagen sah ich die Traubenhaut, welche 
sämmtliche Eier einschliesst, an einzelnen Stellen bersten, und die Eier in dem Wasser zu 
Boden sinken. 

Die abgelösten Eier waren rund , ihre Haut hell , durchsichtig und der Embryo desshalb 
darin viel deutlicher sichtbar, als während sie in der gemeinschaftlichen Hülle eingeschlossen 
waren, Fig. 10. Man sah am oberen Ende, nahe am Rande eine runde lichtere Stelle , unter 
ihr, fast in der Mitte des Körpers einen schwärzlichen Fleck, noch tiefer nach unten kommen 
runde Bläschen zum Vorschein. Von Gliedmassen erschienen oben die Fühlhörner ziemlich 
deutlich , sie waren aber noch an die Ränder des Leibes angeschlossen ; unter ihnen sah man 
die Füsse durch schwache Vorsprünge zu beiden Seiten angedeutet. 

War die Eihaut geplatzt, so erschien das Junge unter der Gestalt bei Fig. 11. Man konnte 
bereits die Fühlhörner und die vier Vorderfüsse deutlich unterscheiden, die Hinterfüsse und 
das Schwanzende hingen noch in einen Klumpen vereinigt beisammen; das Thier lag gekrümmt 
auf einer Seite , und äusserte nur bisweilen eine schwache Bewegung mit seinen Extremitäten. 

Endlich erschien am vierten Tage, beiläufig nach 80 Stunden, vom Anfange der Beobach- 
tung an gerechnet, die erste Larve mit allen ihren Theilen vollkommen ausgebildet. (Fig. 5J- 
Ob übrigens die Larve nach einer vorhergehenden Häutung aus dem Zustande unter Fig. 11 
in den letzteren übergegangen, oder bloss in Folge einer Entwicklung der in einen Klumpen 
vereinigten Extremitäten, kann ich mit Gewissheit nicht angeben, weil ich in meiner Beobach- 
tung unterbrochen worden bin. 

Die Larve misst gleich nach der Entwicklung vom Kopfe bis zum Schwanzende eine halbe 
Linie, und ihre grösste Breite beträgt ungefähr den dritten Theil der ganzen Länge. Sie hat viel 
Anhänglichkeit Cjclops und Ergasilus Nordm. , schwimmt meistens auf dem Rücken und ihre 
Bewegung geschieht stossweise wie bei manchen Daphnien. Der ganze Körper besteht aus ei- 
nem ovalen Leibe, an welchem die Gliedmassen befestigt sind, und aus einem am Ende gabel- 
förmig getheilten mit mehreren Borsten versehenen Schwänze. 

Der Leib ist oben sanft gewölbt , unten flach ; am Kopfende befindet sich mehr am \ oi - 
derrande eine lichtere, fasst durchsichtige runde Stelle, die auf der unteren Fläche ausgehöhlt 
zu sein scheint und den verlängerten Säugrüssel aufnimmt. An dieser Stelle scheint Prof. Nord- 
mann bei den Luven von Tracheliastes und Achteres das Auge gesehen zu haben, welche ich 
bei meiner Larve nicht entdecken konnte. An jeder Seite des Kopfes befindet sich ein ziemlich lan- 
ges Fühlhorn (Fig. 5. a. a. Fig. 6. a.) das nach vorn zwei sanfte Ausschnitte hat. wodurch die 
drei Glieder, aus denen die Fühlhörner gewöhnlich bestehen, angedeutet werden. An der Basis 
der Fühlhörner befinden sich zwei , an der Spitze sechs deutliche Borsten. 

Der Säugrüssel ist cylindrisch, kann vorgestreckt und eingezogen werden; an seinem obe- 



KOLLAR, ÜBER LERNÄENARTIGE CRUSTACEEN. 

ren Ende ist eine Oeffnung, der Mund sichtbar (Flg. 5. o. Fig. 6. o.) Ob dieser Rüssel ein< 
einfache Röhre sei , oder aus mehreren Theilen zusammengesetzt , war bei der Kleinheit des 
Objectes nicht möglich auszumitteln; überdiess stand mir bei meiner Untersuchung nur ein Exem- 
plar zu Gebote, das ich durch Quetschung nicht vernichten wollte. Neben dem Säugrüssel lie- 
gen die Kiefer (Fig. 6. b. b.J, sie sind verhältnissmässig sehr stark, scheinen aus einem einzi 
gen Stücke zu bestehen, das oben in zwei Fortsätze getheilt ist, einen äusseren mit einem Ha- 
cken versehenen und einen inneren abgerundeten, an welchem sich einige Borsten befinden; diese 
Theile sind während des Lebens der Larve in beständiger Bewegung. Zwischen den Kiefern und 
dem Saugrüssel stehen die Palpen, beiderseits eine, sie sind eingliedrig , fast cylindrisch , an 
der Spitze mit einigen Borsten versehen. (Fig. 6. c. c.) 

Am Ende des eisten Drittheils des Leibes sind zwei Paare von Füssen befestigt; es sind 
ihrer Gestalt nach wahre Klammerfusse. Sie bestehen aus einem dicken Basalgliede und einer 
an der Spitze hackenförmig gebogenen Kralle; das erste Paar (Fig. 5. b. b.) ist grösser und 
stärker, seine Kralle länger und nach einwärts gebogen; das zweite schwächer mit nach vor- 
wärts gerichteter Kralle. (Fig. 5. c. c.J Zwischen diesen Füssen ist im Inneren des Leibes ein 

schwärzlicher Fleck sichtbar, an dem ich keine Bewegung wahrgenommen habe soll es etwa 

der Magen sein ? oder das Herz ? Darunter sieht man den Darmcanal als einen ziemlich breiten 

Schlauch, der sich nach unten verschmälert und mit runden Bläschen angefüllt ist. An der Stelle, 
wo der Schwanz anfängt, befindet sich die AfteröfTnung. 

Am letzten Drittheile des ovalen Leibes ist beiderseits ein Paar von Schwimmfüssen , blatt- 
ähnlich gebildet, am Ende in zwei Lappen getheilt, die an ihrem Ende mit feinen gewimperteu 
Haaren oder Borsten versehen sind. (Fig. 5. d. d. e. e. Fig. 7. a. b.) So lange das Thier 
ruhig liegt , sind die Schwinimfüsse an die Seiten des Leibes gelegt , beim Schwimmen werden 
sie stossweise ausgestreckt, wobei auch der Schwanz bald eingezogen, bald ausgestreckt erscheint. 

Der Schwanz, seiner Gestalt nach ein wahres Ruderorgan, misst in der Länge ein Dritt«! 
des Leibes und besteht aus drei Gliedern oder Segmenten. (Fig. S.J Das erste Glied ist rautenför- 
mig, an jeder Seite mit zwei Borsten versehen; das zweite Glied ist länglich rund und zugleich 
das kürzeste; das dritte, das längste, am Ende gabelförmig getheilt; jeder Fortsatz mit ei- 
nigen kürzeren und zwei langen divergirenden und gewimperteu Borsten versehen. (Fig. 5. f. f. 
Fig. 8. a. a. 

Die Larve lebte in öfter gewechseltem Wasser kaum 2^ Stunden lang und erlitt wahrend die 
ser Zeit keine weitere Veränderung. Ich fand sie in der so eben beschriebenen Gestalt noch 
nicht an dem Kiemendeckel von lebenden Huchen, sei es, dass sie vielleicht an andern Thei- 
len des Fisches lebt, oder dass sie mir wegen ihrer Kleinheit bei den Untersuchungen entschlüpfte. 
Dagegen traf ich unter mehreren vollkommen ausgebildeten und mit Eiersäcken versehenen 
Weibchen ebenfalls im Monat April die unter Fig. 12 vorgestellte Form in einem einzigen le- 
benden Exemplare. Ich glaubte anfangs das Männchen entdeckt zu haben, aber der Mangel sowohl 
an äusseren als inneren Geschlechtsorganen, die verwachsenen Hinterfüsse oder Arme, und end- 
lich der Umstand, dass ich das Thier nicht frei sitzend oder au einem Weibchen hängend was 
bei den Männchen verwandter Gattungen der Fall zu sein pflegt, sondern mit dem an (]vn Annen 
befindlichen Stiele am Zellgewebe angeheftet sah, lassen mit ziemlicher Gewissheit schliessen 
dass es ein junges, in der Entwicklung noch ziemlich tief stehendes Weibchen »ei. Ol. übrigen* 
die Larve unter Fig. 5 nach ihrer ersten Verwandlung unmittelbar diese Form annimmt 

12 



90 KOLLAR, ÜBER LERNÄE1YARTIGE CRÜSTACEEN. 

oder ob es noch eine andere Zwischenform gibt, muss bei späteren Untersuchungen ebenfalls 
der Zufall Lehre*. 

Die Larve auf einer höheren Entwicklungsstufe. 

Diese so eben erwähnte Larve Fig. 12. ist etwas über eine halbe Linie lang, sehr schlank, 
ihr Leib noch nicht knorpelig - , sondern aus einer zarten Haut gebildet, nach vorn etwas verdickt 
nach hinten dünner, fast walzig mit vielen Querfalten versehen. Die Farbe ist bläulich weiss, nur 
der vordere Theil , oder Cephalothorax ist rothbraun gefleckt. 

An dem nach abwärts gerichtetem Kopfe Fig. 12- a. Fig .13. sind alle diese Theile mit 
unbedeutenden Abweichungen sichtbar, die bei dem vollkommenen "Weibchen angeführt wurden, 
nur die Palpen konnten nicht entdeckt werden , statt ihrer machten sich an den Rändern der 
YlundöfTnung 2 Paare Spitzen Fig. 13.«. bemerkbar, die vielleicht nichts anders, als die ver- 
missten Palpen ersetzten, wenn es nicht etwa Wimper der Mundränder waren. 

Fast in der Mitte des Cephalothorax entspringen 2 Paar Füsse , von denen das vordere 
Paar Fig, 12. b, länger, unter einem mehr oder weniger stumpfen Winkel nach vorn gebogen 
und am Ende mit zwei Klauen versehen ist. Fig. 12 c. Fig. 14r. von denen die obere länger 
und gegen die untere hackenförmig gebogen ist. Aus dem Baue dieser Füsse geht hervor , dass 
sie zum Fassen uud Festhalten bestimmt sind, auch sah ich das Thier kleine Klümpchen Schleim 
damit halten und daran nagen. 

Das zweite Fusspaar stimmt ziemlich mit dem des vollkommenen Weibchens überein ; die 
einzelnen Schenkel sind am Ende mit einander vereinigt und aus ihrer Vereinigung entspringt ein 
rundes Knöpfchen mittelst w elchem die Larve in dem Zellgewebe hängt ; Fig. 12. d. die knor- 
pelige Platte ist erst schwach angedeutet. Dieses Fusspaar dient mit seinem unteren Ende den 
Vorderfüssen zur Stütze, bisweilen streckt sie das Thier sogar nach hinten aus , so dass man ge- 
neigt wäre, sie eher für Hinter- als Vorderfüsse zu halten. 

Auf dem Rücken des Cephalothorax ist ein Höcker, hinter welchem der schlankere Hin- 
terleib anfängt , der mit vielen Falten versehen und ganz durchsichtig ist. Durch seine Wände 
kann man deutlich den Darmcanal sehen, der einen einfachen Schlauch bildet; in welchem sich 
die Nahrung als bräunliche Kügelchen auf und abwärts bewegt. Am Ende des Hinterleibs konnte 
man einen schwachen bogenförmigen Ausschnitt sehen, in welchem sich die AfterÖfFnung be- 
findet. Eine freie selbstständige Bewegung des Thieres im Wasser , wo ich es mehrere Tage 
hindurch lebend erhielt , konnte ich nicht wahrnehmen ; um so lebhafter waren die Bewegungen 
der Mundtheile. 

Einige Zeit später fand ich die Larve dieser Lemäe bereits weit mehr entwickelt; sie 
glich in Allem dem vollkommenen Thiere ; nur fehlten noch die Höcker auf dem Rücken und 
an den Seiten ; unter Fig. 15. ist sie in Umrissen vorgestellt. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tab. ix. 

Fig. 1. Tracheliastcs stellifer KUr. ; von der Rückenseite gesehen, vergrössert. 

A. Die natürliche Lange des Thieres mit den Armen und Eiersäcken. 

Fig. 2. Der Kopf mit der Ansicht von oben. a. Der Kopf, welcher in den Cephalothorax eingezogen 
und ausgestreckt werden kann. b. b. Die Fühlhörner, c. c. Die Kiefer, Mandibular d. d. Der äussere Fort 
satz der Kiefer, e. e. Der innere Fortsatz derselben. 

Fig. 3. Der Kopf von unten gesehen, f. Die MundöfFnung mit den Borsten oder Wimpern am Rande. 
ff. ff. Das letzte Glied der Fühlhörner, h. h. Die Kiefer, i. i. Der äussere Fortsatz der Kiefer, k.k. Ibr innc 
rer Fortsatz. I. I. Die Taster am Ende in drei Spitzen auslaufend. 

Fig. 4. Die Mundöffnung sehr stark vergrössert mit den Wimpern in horizontaler Lage. 

Fig. 5. Der Rand des Mundes gewaltsam herausgepresst, um die Wimper deutlich zu seilen. 

Fig. 6. Ein Taster stark vergrössert. 

Fig. 7. Der untere Theil der Hinterfüsse oder Arme mit den dazwischen liegenden Vorderfüssen m. m. 

Fig. S. Ein Yorderfuss stark vergrössert. 

Fig. 9. Tracheliastcs maculalus KUr. , von der Rückenscite gesellen , vergrössert. 

Fig. 10. Dasselbe Thier mit der Ansicht von der Unterseite. 

B. Die natürliche Länge mit ausgestreckten Armen. 

Fig. 11. Der untere Theil der Hinterfüsse mit den dazwischen liegenden sehr kurzen Vorderfüssen. 
Fig. 12. Ein Yorderfuss stark vergrössert. 

Tab. X. 

Fig. 1. Der Basanistes huchonis JNordm. , von der Rückenseite gesehen, vergrössert; a. a. die liier 
sät ke oder Trauben. 

A. Die natürliche Länge des Thieres mit den Eiersäcken. 

Fig. 2. Eine Seitenansicht desselben Thieres noch mehr vergrössert, ohne Biersäcke; a. der Mund: 
b. ein Vorderfuss ; c. die Hinterfüsse. 

Fig. 3. Dasselbe Thier von der Unterseite gesellen; a. a. die Eiersäeke dunkler als bei Fig. 1. . weil 
der Embryo bereits mehr entwickelt ist. 

Fig. 4. Der Kopf mit der Ansicht von unten, stark vergrössert; a. a. die Füblhörner; b. 0. die Kicfei 
mit den zwei Fortsätzen; c. c. die Taster; o. die Mundöffnung; d. d. das vordere Fusspaar. 

Fig. 5. Die Larve in den erstcren Tagen ibres Lebens, stark vergrössert; a. a. die Fühlhörner; 
o. die Mundöffnung; b. b. das erste Paar der Klammerlusse; c. c. das zweite Paar; d. d. das erste Paar 
der Schwimmfüsse ; e. e. das zweite Paar; f. f. die gewimperten ScliM;inzborsten ; g. eine dunkle Stelle 
im Inneren des Körpers, ob Magen? ob Herz? _ 

C. Die natürliche Grösse der Larve. 

Fig. 6. Der Kopf der Larve mit allen seinen Tlieilen , sebr vergrössert; a. das Fühlhorn; b. b. die in 
zwei Fortsätze getheiltcn Kiefer; c. c. die Taster; o. die Mundöffnung. 
Fig. 7. Die Schwimmfüsse ; a. der Vorder- b. der Hinterfuss. 
Fig. 8. Der Schwanz der Larve; a. a. die Dorsten daran. 

12 * 



KOLLAH. ÜBER LERNÄENARTIGE CRÜSTACEEN 

Fig. 9. Ein Ei noch im Eiersacke, oder unmittelbar, nachdem es aus dein Sacke gelallen, mit der 
Oontur des Embrjo. 

Fig. 10. Ein Ei, in welchem der Embryo bereits mehr entwickelt ist. 

Fig. 11. Die Larve, gleich nachdem sie die Eihülle verlassen, mit noch in einen Klumpen vereinten 
Schwimmfüssen und unentwickeltem Schwanzende. 

Fig. 12. Die Larve in einer höheren Entw icklungsstufe stark vergrössert ; a. der Kopf mit den Fühl- 
hörnern und Kiefern; b. die langen Vordcrfüsse; c. ihr vorderes Ende mit der lungeren gebogenen und der 
kürzeren geraden Kralle; d. die Hinterrusse am Ende vereinigt und mit einem Knopfe versehen. 
B. Die natürliche Grösse der Larve in dieser Periode. 

Fig. 13. Der Kopf, stark vergrössert; a. der Mund mit den vier Spitzen an seinen Randern. 

Fig. 14. Das vordere Ende eines Vorderfusses , sehr vergrössert, um die Krallen zu sehen. 



ÜBER DIE SOGENANNTEN 

VERSTEINERTEN ZIEGENKLAUEN 



\ ! 8 1) E M 



PLATTENSEE IN UNGARN, 



l S f) E I X 



NEUES, UR WELTLICHES GESCHLECHT ZWEISIHALIGER 

CONCHYLIEN, 



V O R 

PA UL PAR TSC IL 



Mit zwvx Sieindrucktafeln 



Mä\x den urweltlichen organischen IJeberresten, welche durch auffallende Gestalt und Häufig- 
keit die Aufmerksamkeit des Volkes auf sich gezogen haben , gehören gleich den Ammonshör- 
nern _, Belemniten j Numuliten , Hjsterolithen _, Sandalithen und anderen auch die soge- 
nannten versteinerten Ziegenklauen , eine, dem Platt ens ee eigenthümliche, in Ungarn sehr 
bekannte und vielfach besprochene Versteinerung , die auch , gleich den siebenbürgischen Nu- 
muliten fden Ladislaus-Pfennigen) ihre Legende hat. 

Der König von Ungarn Andreas L, nach der Vertreibung vom Throne in grosser Noth 
an den Ufern des Plattensee's herumirrend, begehrte von einem reichen Hirten, den er mit 
einer grossen Herde Ziegen am Ufer des See's traf, eine Summe Geldes zu leihen. Der 
Hirt antwortete: Gott weiss es, dass ich kein Geld habe. Andreas erwiederte : Ja, Golt 
weiss es; wenn du aber lügst, so strafe er dich ob deines Geizes. Unmittelbar nach dieser 
Rede stürzten sich Hirt und Herde wie wahnsinnig in den See, der nach Stürmen noch jetzt 
die versteinerten Klauen der Ziegen auswirft. 

Die Ziegenklauen vom Plattensee gehören noch immer zur Zahl der unbekannten 
Versteinerungen, oder besser gesagt, derjenigen, deren Natur und Verwandtschaft mit ande- 
ren organischen Körpern bisher noch nicht ausgemittelt ist. An mitunter sehr sonderbaren Ver- 
muthungen hat es nicht gefehlt. C. D. Bartsch, Verfasser der »Bemerkunge/i über den 
Plattensee« im zweiten Bande des ungarischen Magazins j Pressburg 1782, der erste, wel- 
cher eine genügende Notiz und Abbildung von den Ziegenklauen gab, findet sie ähnlich mit 
Born's Cornu copiae (einer Monstrosität von Hei ix asper sa Müller) mit der Pileopsis hiuiga- 
rica Lamarck und der Calceola sandalina Lam. (dreien unter einander höchst verschiedenen 
Gegenständen) und spricht endlich seine Meinung dahin aus , dass sie zum Geschlecht Ostrca 
Linne zu gehören scheinen. Diese Meinung ist nicht ganz verwerfenswerth , wenn Bartsch, 
worüber er sich jedoch nicht ausspricht, sich in den Ziegenklauen etwa die Spitzen von 
Arten aus der Nähe von Ostrea Cornu copiae Lin. dachte. Für abgebrochene, und durch den 
See abgerollte Spitzen einer grossen Art Auster , hält sie auch Herr Beudant (Voyage mine- 
ralogique et geologique en Hongrie, 2. Band,, Paris „ 1822., Seite 4-98J. Auch für Chainitcn 
und sogar für Fischzähne hat man sie gehalten. 

Vor mehreren Jahren brachte Herr Doctor Johann Bis, damals Bruunenarzt zu 
Füred in Ungarn, von dem Director der k. k. Hof-Naturaliencabinete Herrn von Schrei- 
bers zur Ausmittlung der Natur und des Vorkommens der Ziegenklauen aufgefordert, von 
dem Dorfe Tihany am Plattensee, dem Fundorte der Ziegenklauen , zwei Arten fossiler Mu- 
scheln nach Wien, die er für die Körper ausgab, aus welchen durch Ausfüllung der Höhlung 
die Ziegenklauen, die somit Steinkerne wären , entstanden sein sollen. Eine genauere l ntcr- 
suchung überzeugte mich, dass die Ziegenklauen wirklich Abkömmlinge dieser Bivalven sind, 
die ich damals für Miesmuscheln (MytiliJ hielt; ich konnte die Ziegenklauen aber keineswegs 



96 PARTSCH, ÜBER EIN NEUES GESCHLECHT FOSSILER CONCHYLIEN. 

für Steinkerne , sondern für die abgerollten Fragmente des spitzen und stärkeren Theiles einei 
Art dieser Miesmuscheln erkennen *) . 

Wir wollen nun die fraglichen Muscheln von Ti ha ny, unter welchen sich zwei Arten 
befinden , dann eine dritte verwandte Art aus der Gegend von Wien nach den ihnen gemein- 
schaftlichen Merkmalen beschreiben. 

Die Schalen sind gleich, ungleichseitig, schief; länglich, spathelförmig oder dreieckig; 
an einem Ende zugespitzt; die Wirbel etwas nach der Hinterseite gebogen; die Schalen an die- 
ser Seite mehr oder weniger klaffend ; das Schloss zahnlos ; unterhalb des Wirbels ein drei- 
eckiges Grübchen, das sich auf einem, dem Rande der Schalen parallelen, scheidewandarti- 
gen , mehr oder weniger ausgedehnten Plättchen befindet , wodurch an der Spitze eine grössere 
oder kleinere Höhlung oder Kammer entsteht; innerhalb des Randes der Vorderseite eine linien- 
förmige Rinne ; diese und das Grübchen unter dem Wirbel nahmen das Ligament auf, welches 
somit doppelt war; ein grosser Muskulär - Eindruck seitwärts am oberen oder breiteren Theil 
der Schalen und ein zweiter kleiner auf einer Hervorragung unterhalb des Schlossgrübchens, 
von welcher eine erhabene, etwas gedrehte Linie bis an den Grund der Höhlung, die der 
Spitze des Wirbels entspricht, fortsetzt. 

Bei Vergleichung dieser Charaktere mit jenen des Geschlechtes Mytilus Lamarck. wird 
eine grosse Uebereinstimmung ersichtlich ; die Unterschiede gründen sich aber auf ein Paar 
sehr wesentliche Merkmale, erstens die Anwesenheit eines zweiten Ligamentes , das in einem 
Grübchen auf einem mehr oder weniger deutlichen Plättchen unterhalb des Wirbels befestiget 
war, da Mytilus nur ein Ligament in einer länglichen Rinne unter dem Vorderrande besitzt; 
zweitens in einem zweiten Muskular-Eindruck , welcher zwar auch bei Mytilus vorhanden, hier 
aber unmittelbar unter der Spitze befindlich und mit dem grösseren durch einen Pallealeindruck 
verbunden ist **), bei unseren Muscheln aber auf einer von dem scheidewandartigen Plättchen 
ausgehenden, gleichsam löffelartigen Vorsprunge liegt, welcher durch eine erhabene Linie bis 
an den innersten Grund der Schalen fortsetzt und dem Vorsprunge gleichsam als Stütze dient. 

Alle so eben angegebenen Charaktere finden wir mit Ausnahme der Beschaffenheit des 
Wirbels und der den Habitus ganz veränderten Form der Schale bei einer grossen, merkwür- 
digen Muschel des terziären Beckens von Wien wieder, die schon seit mehreren Jahren die 
Aufmerksamkeit der Geologen auf sich gezogen hat, aber bisher noch nirgends beschrieben 
und abgebildet worden ist. Herr Boue erwähnte ihrer zuerst in dem Memoire geologique sur 
le sol tertiaire des alpes allemandes im Journal de Geologie _, Tome II. Paris 1830 , Seite 
375, wo er mehrere Arten fossiler Conchylien anführt, die in Gesellschaft grosser Bivalven 
von einem neuen Geschlechte vorkommen. »Die letzteren,« sagt er, »haben die äussere Ge- 
stalt von Isocardia mit einem verschiedenen Schlosse.« Herr Beshayes in einem von Herrn 



y ) Ein Aufsatz, den ich damals darüber niederschrieb, erschien in's Ungarische übersetzt, und mit Remerkun- 
gen von Doctor Ris begleitet, in dem Journal: Tudomdnyos Gyüjtemeny , Jahrgang 1820 , 11. Tieft, 
Seite 37_47. 

**) Die Muskular-Eindrücke, vorzüglich der tmterhalb der Spitze, sind an den meisten Arten von Mytilus nicht 
deutlich wahrzunehmen; am schönsten, sammt der Pallealverbindung zeigen sie grosse Exemplare von Myti- 
lus edulis Lin. Früher rechnete man das Genus Mytilus zu den einmuskeligcn Bivalven, da der zweite klei- 
nere Anheftmuskcl unter der Spitze selbst noch von Lamarck übersehen wurde. Cu vier machte zuerst 
auf ihn aufmerksam. 



PARTSCH, ÜBER EIN NEUES GESCHLECHT FOSSILER CONCHYLIEN. 97 

Boue im dritten Bande des Bulletin de la Societe geologique de France, Paris j 1832 ä 
1833 mitgetheilten Verzeichnisse der fossilen Conchylien des terziären Bodens von Oesterreich 
spricht Seite 124: von dem Vorkommen der Melanopsis Martiniana Ferussac zu Matzleins- 
dorf, einer Vorstadt von Wien, »in Begleitung von Mjtilus - Arten oder einem neuen Ge- 
schlecht, einer Mittelgattung zwischen Isocardia und Mytilus.it Man erfährt hier auch neben 
bei, dass Graf Münster in Baireuth dieses neue Genus Enocephalus , und eine Species 
Enocephalus carditaeformis nenne. 

Wir haben dieses Geschlecht schon seit Langem Congeria (von congeries , einer Zusam- 
menhäufung von Aehnlichkeiten mit mehreren anderen Geschlechtern) genannt, und können, 
mit Einschluss der eben erwähnten, hochgewölbten , beinahe kugelförmigen, und einem, wie 
bei Isocardia stark umgebogenen Wirbel versehenen grossen Bivalve, die Merkmale dieses 
neuen Geschlechtes nunmehr folgender Massen festsetzen : 

Congeria. 

Testa fossilis, aequivalvis, latere posteriore plus minus ve hians. 
Valvulae i naequilatera e , convexae, obliquae, argute aut obsolete cari 
natae; spathuiatae, trianguläres aut subsemiglobosae; basi ut plurimum 
acutae et hinc intrinsecus lamina nonnunquam septiformi instructae; 
nates plus minusve inflexae et subtortuosae; cardo edentulus; ligamen 
tum intern um, duplex; unura in rima longitudinali marginis anterioris 
valvularum, alterum in fovea triangulär i sub apice; impressiones mus- 
culares duae, una magna sublateralis in parte superioreet latiore val- 
vularum, altera parva in prominentia subcochleariformi sub fovea liga- 
menti apicalis, linea elevata, subflexuosa, ad basin decurente, fulcrum 
quasi simulante instructa. 

Dieses Geschlecht urweltlicher Conchylien zeigt im Habitus oder in einigen der wesentliche 
ren Merkmalen grössere oder geringere Aehnlichkeit oder Verwandtschaft mit Mjtilus Lam.. 
Isocardia Lam., Cardita Lam., Hippopodium Conybeare, Megalodon Sowerby und Mj r oconcha 
Sow. Die Schalen der kugeligen Art gleichen auch der unteren Schale von Exogyra Say. 

Es sind uns bisher vier zu diesem Geschlechte gehörige Arten bekannt geworden. 

1. Congeria subglobosa. Nobis. 
Tafel XL Figur 1 bis 10. 

Testa subglobosa, apicibus incurvatis, semitortis, appendice tumescente, semilunari in- 
structis. 

Diess ist die von den Herren Boue und Deshayes erwähnte merkwürdige Art, deren Ha- 
bitus allenfalls die Aufstellung einer Untergattung rechtfertigen würde. Wir geben in der 2. Figur 
der 11. Tafel die Ansicht der Vorderseite. Die hier sichtbare Oeffnung rührt von dem ver- 
schwundenen, halb äusseren Ligament her. Die Schalen sind an dieser Seite jedoch meistens völ- 
lig geschlossen, wie uns später aufgefundene, vollkommen gut erhaltene Exemplare lehrten. 
Die Längenfurche, in welcher einst das grössere Ligament enthalten war, nimmt an der Vordei 

13 



06 PARTSCII, ÜBER EIN NEUES GESCHLECHT FOSSILER CONCHYLDEN. 

seite das Drittel des liier sichtbaren halben Umfanges der Muschel ein, und tritt mit dem an die 
Ränder angränzenden Theile der Schalen mehr oder weniger, gleichsam fliigelartig hervor, welch' 
letzteres an dem von vorne abgebildeten Exemplare nicht ganz deutlich ist, und besser an der, 
von der Seite in Fig. 4r. abgebildeten Schale gesehen werden kann. In der Ansicht der Rückseite 
Fig. 1 sind das Berühren der Wirbel, der sonderbare wulstige, halbmondförmige Anhang unter- 
halb der Wirbel, und die OefFmmg, aus welcher der Byssus heraustrat, wahrzunehmen. Nicht 
alle Exemplare zeigen, wie das hier von der Vorder- und Rückseite mit verbundenen Schalen ab- 
gebildete, eine so bemerkbare, an der Rückseite jedoch immer stärkere, durch das Wachsen der 
Schale bedingte Einfurchung. Die Structur der Schalen ist ausgezeichnet blättrig. Merkw ürdig ist 
an dieser , überhaupt grossen Abänderungen unterliegenden Species , die oft auffallend ungleiche 
Dicke zwischen der Vorder- und der Rückseite der Schalen. Wir haben Exemplare gefunden, wo 
die Dicke der Rückseite zehn bis eilf, die der Vorderseite dagegen nur zwei bis drei Wiener Linien 
beträgt. Diese auffallende, meist bis an die Mitte der Wölbuug fortsetzende Verstärkung der 
Schalen, die dann auf der innern Fläche , wie z. B. bei Fig. 7. zusehen, vorzüglich gegen 
den Grund zu kielartig vertieft sind, ist Ursache, dass man diese Hinterhälften an Orten, 
wo Zertrümmerung und Hinwegführung durch Gew ässer Statt fanden , viel häufiger, und oft als 
Mache Geschiebe antrifft. An vielen Exemplaren ist jedoch diese Ungleichheit in der Dicke der 
Schalen nicht auffallend. Ueberhaupt treten bei dieser Art so viele Verschiedenheiten auf, dass 
für sie auch der Specialname variabilis ganz passend wäre. Man könnte, wenn man nur wenige 
Stücke von den Extremen zur Hand hätte, leicht verführt werden, mehrere Arten zu machen. 
Eine grosse Reihe von Abänderungen, die wir uns verschaffen konnten, lernte uns jedoch 
alle Uebergänge kennen. Von den Varietäten in Form und Grösse stellen unsere Abbildungen 
Taf. XI. Fig. 3 bis 9 die vorzüglichsten dar. 

An jungen Exemplaren ist an der Faickseite von Innen eine hervorragende Kante vorhan- 
den (Fig. 10J. Alte Exemplare zeigen an dieser Stelle meist einen flachen, undeutlichen Höcker 
oder eine grössere Verdickung der Schale , zuweilen mit noch merkbarer Kante, wie die Schale 

/v£. 3. An dem Wirbel eines jüngeren Exemplars fanden wir Spuren von Färbung und 

Zeichnung. Die Schalen scheinen parallel den Wachsthumsansätzen braun und bandartig ge- 
streift gewesen zu sein; diese Bänder sind rechtwinkelig in der Richtung vom Wirbel zum 
Umfang der Schale von Linien durchschnitten , die an den Durchschnittspuncten verstärkt sind, 
und in der Form eines spitzen Dreieckes allmählig wieder dünner werden. 

Wir haben die Congeria subglobosa bisher bloss zu Wien und in seinen Umgebungen 
gefunden; am häufigsten in den Lehmgruben der Ziegelöfen nächst Brunn am Gebirge, 
unweit des zwei Meilen von Wien entfernten Marktes Mödling. Sie liegt dort meist in ein- 
zelnen sehr gebrechlichen, seltener mit verbundenen Schalen, in unzähliger Menge in einem 
gelben feinen Quarzsand, der einige Fuss mächtige Lager im Tegel oder dem blaulichen plastischen 
Mergel, der Basis des Wiener terziären Beckens, bildet. Eckige, zuweilen auch gerollte Trüm- 
mer dieser Art von Congeria liegen nebst den sogleich namhaft zu machenden Conchylien in 
dem die Schalen ausfüllenden Sande. Im Tegel sind diese Congerien weit seltener, aber meist 
gut erhalten und beinahe stets mit verbundenen Schalen zu finden. Sie und ihre stete Beglei- 
terin, die Melanopsis Martiniana Fer., bringt beinahe jede Brunnengrabimg zu Tag, die in 
der Stadt und den Vorstädten Wien's bis in die Tegelunterlage zur Aufsuchung von Quellwas- 
sei ausgeführt wird. 



PARTSCH, ÜBER EIN NEUES GESCHLECHT FOSSILER CONCHYLIEN. 

Diese und die noch zu beschreibenden Arten von Congeria dürften, nach der Mehrzahl der 
sie begleitenden Conchylien zu urtheilen, Bewohner süsser oder halbgesalzener Wässer gewe- 
sen sein. Ausser Wirbelbeinen und anderen Knochen von Fischen sind folgende Conchyiien 
der Congeria subglobosa in den Ziegeleien zu Brunn am Gebirge zugesellt: zwei nein 
Arten von Carclium, eine zweite Art von Congeria, die wir später als Congeria spathulata 
kennen lernen werden, eine neue aber seltene Art von Unio, mit U/iio batavus Lam. ver- 
wandt, Melanopsis Martiniana und Melanopsis Bouei Ferussac (beide Arten in grosser 
Menge), dann eine dritte neue kleine Art von Melanopsis ; eine Neritina, verwandt mit 
Neritina ßuviatilis Lam. , manchmal mit ei haltener Zeichnung; ein kleiner Piano r bis , ähnlich 
jungen Exemplaren von Planorbis maginatus Draparnaud, endlich als Seltenheit eine Heiioc, 
mit Helix arbustorum Lin, verwandt. Von diesem sonderbaren Gemenge von Meer-, Süsswas- 
ser- und Land-Conchylien haben wohl nur die Cardien , Congerien und Melanopsidcn in einem 
Fluidum zusammengelebt; die Schalen der anderen Mollusken dürften durch die Bäche der l i 
zeit herbeigeführt worden sein. 

2. Congeria tr {angularis. Nobis. 
Tafel XII. Figur 5 bis 8. 

Testa triangulari , alata , argute carinata, apertura minima lanceolata. 

Diese ausgezeichnete Art hat die Form eines beinahe gleichseitigen Dreieckes. Der schar- 
fen, kielförmigen Kante an der Aussenseite , der eine zweite wulstförmige Erhöhung parallel 
geht, entspricht von Innen eine rinnenförmige Vertiefung. Die Oeffnung für denByssus ist kaum 
merkbar. 

Ich habe von dieser Art bisher nur zwei vollständige und gut erhaltene Exemplare gesellen. 
Sie befanden sich unter den Exemplaren der nachfolgenden Art, die Doctor Ris von Tili an v 
am Plattensee hierher brachte. Verbrochene Exemplare grösserer und dickschaligerer Individuen, 
als die abgebildeten sind, fand ich zwischen Gaya und Bisenz in Mähren und auf der 
Hohenleithen zwischen Wolker s d o r f und Gauners dorf im Kreist- l n t et- M a u 
hartsberg von Niederösterre ich. Beide Localitäten gehören der Fortsetzung des W i i 
ner Terziär- Beckens an. Gleich denen von Tihany gehören auch die mährischen und öster- 
reichischen dem grossen Sanddepot an, das zwischen dem Tegel und dem jüngsten Grobkalke, 
dem sogenannten Leithakalke , liegt. 

Unbezweifelbar ist es diese Species von der die Ziegenklauen (Taf. XII. Fig. 1 bis [ 
stammen. Sie sind die abgebrochenen Spitzen oder der stärkere Theil der Schale, wo sich das 
Ligament-Grübchen und die Hervorragung zur Anheftung des kleineren Muskels befinden. Bei- 
des ist an dem noch weniger abgerollten Exemplar Fig.. 2. deutlich zu sehen. Diese Figur 
mit der Spitze der unter "Figur 6 abgebildeten Schale verglichen, wird eine vollkommen« 
Identität zeigen. Die Spitzen derrCongeria triangularis kommen am Ufer des Plattensee« 
von allen Graden der Abrollung vor; zuweilen auch ohne alle Abreibung und von ganz frischem 
Bruche, der eine doppelte, erstlich eine schalige und dann eine fahrige Zusammensetzung 
wahrnehmen lässt. An den meisten Exemplaren sind noch Spuren des Ligament - Grübchens 
sichtbar. Der ausgezeichnete Kiel von Aussen und der ihm entsprechende Einschnitt im Innern 
lassen in Reihen, die man leicht nach allen Stufen der Abrollung zusammenstellen kann, Keinen 

13 * 



100 i PABTSCH, ÜBER EIA T NEUES GESCHLECHT FOSSILER CONCHTLIEN. 

Zweifel übrig, dass es nur diese und nicht eine der noch zu beschreibenden zwei Arten von 
Congerien sei, aus deren Verstümmlung die Ziegenklauen hervorgehen. Wie bei Congeria 
subglobosa die ganze hintere Seite, so ist bei Congeria triangularis der Theil mit dem Wir- 
bel oder die Spitze ungleich stärker, als die anderen Theile der Schale, und bricht daher leicht 
ab. Bei aufmerksamem Suchen am Seeufer von Tihany wird man wohl auch noch unbescha 
digte grössere Exemplare der Congeria triangularis, als die abgebildeten, und mit der gewöhn 
liehen Grösse der Ziegenklauen im Missverhältniss stehenden finden. Sie müssen einer tiefe 
ren , unter dem Niveau des Sees liegenden Sandschicht in grosser Anzahl eingebettet , aber, 
da bisher noch kein grösseres, unbeschädigtes Exemplar uns zu Gesicht gekommen ist, sehr 
gebrechlich sein. Sonderbar ist es, dass ich auch bei Bisenz und Wolkersd o rf bloss ver- 
brochene Exemplare mit frischem Bruche fand. 

Diese Species scheint dem Baron Ferussac bekannt zu sein. In seiner Monographie 
des especes vivafites et fossiles du genre Melanopside (im 1. Bande der Memoires de la 
Societe cfhistoir naturelle de Paris, 1823J spricht er Seite 156 vom Vorkommen der Mela- 
nopsis Martiniana bei Bisenz in Mähren in Begleitung »eines unbekannten Geschlechtes 
zweischaliger Conchylien aus der Familie der Miesmuscheln (Mjtilus).^ 

3. Congeria balatonica. JVobis. 
Tafel XII. Figur 9 bis 12. 

Testa elongata, subtriangulari , obsolete carinata , apertura ovata. 

Diese Species, aus welcher Doctor Ris die Ziegenklauen durch Ausfüllung mit Kalk ent- 
stehen lässt (in dem erwähnten Aufsatz in Tudomünjos Gjüjtemeny) , ist mit der vorhergehen- 
den zwar am nächsten verwandt, aber durch die verlängerte, unvollkommen dreiseitige Form, 
durch den undeutlichen Kiel und die ausgezeichnete, weit grössere, eiförmige Byssus-Oeffnung, 
unterschieden. Im Innern ist die scharfe Rinne unter dem Wirbel, welche die vorhergehende 
Art und die Ziegenklauen auszeichnet, nicht vorhanden. Das scheidewandartige Plättchen 
unter der Spitze mit dem Ligamentgrübchen ist bei der Congeria balatonica weit grösser und 
deutlicher, als bei der vorhergehenden Art. Die Schale ist von ziemlich gleichförmiger Dicke. 

Ich kenne diese Art bloss von Tihany am Plattensee (Balaton) , wo sie, wie es scheint, 
nicht selten mit der vorhergehenden Species in Begleitung der nämlichen neuen Arten \on Car- 
dium j welche die Congeria subglobosa bei Wien begleiten, einer schönen Species von Palu- 
dina , die wahrscheinlich ident ist mit Paludina lenta Deshayes (Helix lenta Brander , Vivi- 
para lenta SowerbyJ und eines kleinen Planorbis im gelben Quarzsand vorkommt. 

1 ir. Congeria spathulata. Nobis. 
Tafel XII. Figur 13 bis 16. 

Testa oblonga , oblique spathulata , incurva , latere anteriore rotundata , obsolete carinata ; 
apertura minima, lineari; apice et fovea ligamenti productis, apicibus subcucullatis. 

Diese Art ist durch ihre Form, den schmalen Byssusausschnitt , und durch die langgezo- 
gene, dutenförmige Spitze von den zwei vorhergehenden Arten leicht zu unterscheiden. Die 
Rinne mit dem Seitenligament ist bei ihr unter allen Congerien - Arten am längsten; sie nimmt 



PARTSCH, ÜBER EIN NEUES GESCHLECHT FOSSILER CONCHYLIEN. 10J 

V 3 der Länge der Schalen ein. Wo die Rinne zu Ende geht, und bei den beschriebenen drei 
Arten ein mehr oder weniger deutlicher Winkel sich bildet, ist die Schale bei dieser Speciee 
zugerundet. Bei älteren Exemplaren nimmt auch die Ligament -Rinne eine Biegung an. Eine 
Tendenz zur Krümmung der ganzen Schale zeichnet viele Exemplare aus. 

Wir haben diese Art in allen Altersstufen und von der verschiedensten Grösse von zwei 
Linien bis zwei Zoll, und auch noch Bruchstücke grösserer Exemplare gefunden. Die löffeiför- 
mige Hervorragung unter der Ligamentalgrube macht auch die jüngsten Exemplare als Conge- 
rien kennbar. Diese Art im jugendlichen Zustande ist es wahrscheinlich, die Herr Boue und 
andere Geologen als den fossilen Mjtilus poljmorphus Pallas (Mjtllus fVolgae Chemnitz. 
Mytilus Chemnitzii Ferussac , Mjtilus Hagenü Baer) bezeichneten. Sie hat in der Form und 
anderen Merkmalen wirklich viele Aehnlichkeit mit dieser, in letzerer Zeit vielbesprochenen 
Bivalve , welche nach einer, mit dem Bewohner vorgenommenen anatomischen Untersuchung 
Herr Van B e n e d e n zu Löwen zu einem neuen Genus unter dem Namen Driesseua poly- 
morphe!, erhebt. (Siehe die Verhandlungen der königlichen Academie der Wissenschaften zu 
Brüssel in den Blättern No. 97 und 102 des in Paris erscheinenden Journals V Institut vom 
Jahre 1835.) Diese wegen ihres Vorkommens sowohl in dem gesalzenen Wasser des caspi- 
schen und schwarzen Meeres , als in dem süssen mehrerer europäischen Flüsse und Seen merk 
würdige Muschel ist unserem Geschlechte Congeria sowohl als dem Genus Mytilus nahe ver- 
wandt; von letzterem jedoch bloss durch die Beschaffenheit des Thieres verschieden, welche 
sie mehr der Familie der Chamaceen anschliesst. 

Die Congeria spathulata findet sich als Begleiterin der Congeria subglobosa in grossei 
Menge bei Brunn am Gebirge, seltener an anderen Orten der Wiener Gegend im Tegel. 
und dem diesem eingebetteten Quarzsande. Ungewöhnlich grosse und dicke Exemplare sind bei 
Grabung eines Brunnens im botanischen Garten am Rennwege ebenfalls in Gesellschaft ungewöhn 
üch dicker Exemplare von Congeria subglobosa zum Vorschein gekommen. Ganz junge 
Exemplare mit Farbe und Zeichnung sind im Tegel aller Orts nicht selten. Auch in einer Zie 
gelei bei Oe den bürg in Ungarn haben Mir diese Art gefunden. 

Diess sind die uns bisher bekannt gewordenen Arten eines neuen, durch seine Merkmale 
und sein Vorkommen gleich interessanten Mollusken - Geschlechts , dessen Anerkennung, nach- 
dem sich Conchyliologen wie Baron Ferussac, Deshayes und Graf Münster schon 
vorläufig dafür ausgesprochen, wohl allgemeine Zustimmung erhalten dürfte; auch glauben wir 
nebstbei die Natur der bisher problematisch gewesenen sogenannten versteinerten Ziegenklauen 
ausser Zweifel gesetzt, und den ihnen in der Reihe der Naturkörper gebührenden Platz hinrei- 
chend festgestellt zu haben. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tab. XI. 

Congeria subglobosa. Nob. 

Fig. 1. 2. Ansicht der Muschel mit verbundenen Schalen von der Vorder- und Rückseite. 

Fig. 3. bis 9. Einzelne Schalen von der Aussen- und Innenseite in verschiedenen Abänderungen. 

Kig. 10. Eine jugendliche Schale. 

Tab. XII. 

Fig. 1 bis 4. Die sogenannten versteinerten Zicgenklauen vom Plattensee. 

Fig. 5 bis 8. Congeria triangularis. Nob. 

Fig. 9 bis 12. Congeria balatonica. Nob. 

Fig. 13 bis 16. Congeria spathulata, Nob. 



ENTWURF 

EINER SYSTEMATISCHEN ANORDNUNG 



D E R 



SCHILDKRÖTEN 



NACH DEN 



GRUNDSÄTZEN DER NATÜRLICHEN METHODE 



V O N 



LEOPOLD FITZINGER. 



W enn eine kritische Sichtung der Gattungen in irgend einem Zweige der Zoologie für not- 
wendig erkannt werden muss, so ist eine solche unstreitig in der Herpetologie von der grössten 
Wichtigkeit. 

Schon ein flüchtiger Hinblick auf die Arbeiten der neueren Naturforscher in jener Wissen- 
schaft, gibt den auffallendsten Beweis von der Unverhältnissmässigkeit der Zahl der aufgestellten 
Gattungen , im Vergleiche zur Masse der bisher bekannt gewordenen Arten. 

Bedenkt man aber, dass eine Wissenschaft, welche bis zum Beginne des neunzehnten Jahr- 
hunderts kaum als solche bestanden, in dem kurzen Zeiträume von einigen Decennien, diu <h 
den eifrigen Betrieb, wenn gleich nur weniger Naturforscher, so rasch vorgeschritten ist, dass 
sie von ihrer Vollkommenheit nicht mehr sehr ferne sein kann, so ist es auch erklärlich, dass hei 
der grossen Masse , der seit jener Zeit , durch die rastlosen Forschungen so vieler Reisenden, 
aus den verschiedensten Weltgegenden bekannt gewordenen neuen Gegenstände, die Zahl dei 
Gattungen bedeutend zugenommen habe. 

Eine natürliche Folge hiervon war der gänzliche Umsturz der alten, früher bestandenen Sy- 
steme, und das Aulblühen so vieler neuen, welche bei der stets zunehmenden Masse neuer Bil- 
dungen, die in jene Systeme nicht passen konnten, wenn auch nicht alle in ihren Grundpfeilern, 
doch wenigstens in ihren weiteren Anordnungen nicht wieder erschüttert, oder gar vernichtet wurden . 

Alle Naturforscher, welche der neueren Schule angehören, fühlten die Wichtigkeit, bei Aul- 
stellung der Gattungen engere Gränzen zu ziehen, um sie hierdurch schärfer von einander zu 
unterscheiden. 

Sie erkannten sehr wohl, dass die zur Aufstellung von Gattungen in früherer Zeit gewähl- 
ten Merkmale nicht zureichend seien, und fühlten sich gezwungen, viele Kennzeichen, auf 
welche bis dahin gar keine Rücksicht genommen wurde , in die Charakteristik aufzunehmen, und 
die Gränzen derselben allmählich zu erweitern. 

So entstanden nach und nach die Trennungen der alten Gattungen, die man anfangs sehr 
richtig mit der Benennung: Unter - Gattungen bezeichnete, und zum bequemeren Gebrauche fin- 
den Gelehrten vom Fache, auch mit eigenen Namen belegte. Viele derselben haben sieh aber in 
der Folge als selbstständige Gattungen bewährt; und diess hat die meisten Naturforscher ver- 
leitet, ohne Unterschied alle diese Untergattungen zu eigenen Gattungen zu erheben, und auf 
fernere Trennungen bedacht zu sein. 

Eine nothwendige Folge hiervon war eine endlose Zersplitterung, welche durch eine streng« 
Beobachtung des Grundsatzes der Consequenz, ihren höchsten Grad erreichte. 

Wiewohl nicht zu verkennen ist, dass durch eine solche Theilung der Gattungen die Cha- 
ractere immer schärfer werden und Gruppen entstehen müssen , welche durchaus nur Gleichar 
tiges in sich fassen, die Wissenschaft daher bei genauer Betrachtung m gewisser Beziehung 
offenbar hierdurch nur gewinnen kann, so ist es andererseits doch nicht in Abrede zu stellen, 
dass durch die ungeheure Anhäufung der Synonyme und die zahllose Menge von Namen jener kiel 

1% 



^06 1 ITZIKCER , SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCHILDKRÖTEN. 

nen Gattungen, derselben andererseits hierdurch grosser Nachtheil erwachst; indem Viele, 
welche sich bei einer beschränkten Anzahl von Gattungen der Wissenschaft widmen würden, 
hiervon gewaltsam zurückgeschreckt werden, und jene, welche sich nicht auf einen einzelnen Zweig 
allein beschränken wollen, um ihn zum Gegenstande ihrer Forschungen zu machen, in ein Chaos 
fremder Namen eingeführet werden , welche das Gedächtniss nicht wohl , am wenigstens aber 
für die Dauer fassen kann. 

Eine durchgreifende Zersplitterung war indess nöthig, um die bekannt gewordenen Natur- 
körper in allen ihren Theilen genau kennen zulernen, und hierdurch die Grundlage zu einem 
Systeme für die Dauer zu legen ; und hat dieselbe sich überhaupt in der Naturgeschichte als noth- 
u endig bewiesen, und mehr oder minder alle Zweige der Zoologie getroffen, so ist sie wohl un- 
streitig bei der Classe der Reptilien mehr, als bei irgend einer anderen zu rechtfertigen ; da sie 
als Glieder der einzigen Uebergangsclasse höherer Thierstufen, unbezweifelt unter allen Thierbil- 
dungen die auffallendsten , mannigfaltigsten und zugleich verschiedenartigsten Formen , sowohl 
in ihrer Gesammtheit, als in den Einzelntheilen zeigen. 

Offenbar ist man aber hierin zu weit gegangen, und hat den eigentlichen Zweck des Stu- 
diums verfehlt; denn jede Trennung, welche man für nothwendig erkannt, und welche recht 
gut hätte als Abtheilung einer wahren Gattung bestehen können, wurde unbedingt zu einer eige- 
nen, selbstständigen Gattung erhoben; wodurch nicht nur jeder Ueberblick des Ganzen vernich- 
tet, sondern auch das gemeinsame Band gelöset wurde, welches die einzelnen Abtheilungen 
nothwendig zusammen halten muss. 

Es ist nunmehr der Zeitpunct gekommen, diese Theilungen wieder unter grössere, aber mit 
bestimmteren Merkmalen wie bisher bezeichnete Abtheilungen , unter eigentliche Gattungen zu 
bringen , in welchen sie immerhin als einzelne Gruppen bestehen können und sollen , da sie sich 
als solche bewährt haben und mit jedem Tage durch neue Entdeckungen, welche die Zahl der 
zu jeder einzelnen dieser kleinen Gruppen gehörigen Arten vermehren , neu bewähren. 

Sie mögen immerhin mit Namen bezeichnet werden , welche jedoch nur für jene Naturfor- 
scher vom Fache zu gelten haben, die sich ausschliesslich mit einem Zweige der Wissenschaft be- 
schäftigen , ohne dass diese Namen jener kleinen Gruppen , welche doch nur Abtheilungen in der 
Gattung bilden, den Artbenenungen vorgesetzt werden , sondern jene Namen , welche die grös- 
seren Abtheilungen, die eigentlichen Gattungen führen. 

Nur durch eine solche Zusammenziehung kann einem wesentlichen Mangel in der Wissenschaft 
abgeholfen und dieselbe wieder zugänglich gemacht werden; und dieses Ziel in der Herpetolo. 
gie, wo diese Zersplitterung am fühlbarsten ist, zu erreichen, habe ich zu meiner Aufgabe 
gemacht. 

Die vorliegende Abhandlung, welche die Schildkröten umfasst, soll die Reihe meiner Ar- 
beiten beginnen, deren Fortsetzung diesen Blättern gewidmet ist. 

Eine genaue Charakteristik der Familien , Zünfte , Gattungen und ihrer Abtheilungen, 
oder <ler sogenannten Untergattungen , wird den Gesichtspunct bezeichnen, von welchem ich 
hierbei ausgegangen, und die Grundsätze beleuchten, welchen ich gefolgt. 

Ich hielt es auch für eben so erwünscht als nöthig , am Schlüsse dieser Charakteristik eine 
Reihe der bisher bekannten Arten beizufügen, mit Anführung der Untergattungen, zu welchen 
sie gehören. 

Eine gedrängte Uebersicht der Haupt - Eintheilung der ganzen Classe, worin sich meine 



FITZINGER, SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCHILDKRÖTEN. Im; 

Ansicht über das System derselben ausspricht, dürfte liier an ihrem Platze sein; und ich erlaube 
mir dieselbe der Darstellung der Charaktere der Schildkröten vorauszusenden. 

Es scheint mir eine ausgemachte Sache, dass die Classe der Reptilien oder Lurche iti 
zwei Ordnungen zerfallen müsse, deren eine dieEinfachathmer, Monopnoa umfast; d. i. jene 
Reptilien, welche während ihrer ganzen Lebensdauer nur mit Lungen allein athmen ; die andere 
die D oppelathmer, Dipnoa; d. i. jene Reptilien, welche entweder in ihrer ersten Lebenspe- 
riode , oder durch das ganze Leben hindurch mit Lungen und Kiemen zugleich athmen. 

Jede dieser Ordnungen theilet sich wieder in mehrere Unterordnungen ; und zwar jene 
der Einfachathmer , nach der Verschiedenheit in der gesammten Organisation, meiner An- 
sicht gemäss in fünf: die Schi ld- Lurche , Testuclinata (Schildkröten), die Vogel- 
Lurche, Ornithosauri fPterodactylusJ, die Wall- Lurche, Cetosauri (Plesiosaurus 

und Ichthyosaurus) j die Panzer-Lur che, Loricata (Krokodile), und die Schup- 
pen-Lurche, Squamata (Eidechsen und Schlangen) ; — jene der D o p p e 1 a t h in e r, nach 
dem Gestaltwandel in zwei: die Frosch-Lurche, Heteromorpha (Frösche), bei welchen 
sich in den verschiedenen Lebensperioden eine wesentliche Veränderung in der Form ergibt, 
und die Mo Ich -Lurche, Homomorpha (Salamander, Sirenen und Blindwühlen), bei welchen 
während der ganzen Dauer des Lebens keine wesentliche Gestaltveränderung eintritt. 

Die Schild-Lurche oder Schildkröten , welche zu den Ur- Typen der Reptilien gehö- 
ren, und denen zunächst diese Abhandlung gewidmet ist, zerfallen in drei natürliche Familien : die 
schwielenfüssigen oder Landschildkröten, Tylopoda, — die schwimmfüssigen oderFluss- 

Schildkröten, Steganopoda , und die ruderfüssigen oder Seeschildkröten, Oiaco- 

poda; und unter diesen, die Familie der Flus s schil d kr öten, wieder in drei Zünfte: di< 
Schnabel-, Laden- und Lippen-Flussschildkröten, Rostrata , Mandibulata und 
Labiata. 

Nachstehendes Schema , welches ich der Charakteristik voraussende , soll eine deutliche 
Uebersicht der systematischen Eintheilung der Schildkröten geben. 

TeSTUDINATA. 

Cutis fornici clor sali et sterno agglutinata, cornea aut coriacea, in 
paucas aut vix ullas lamellas divisa. 

Pedes ambulatorii, digitigradi , digitis obvolutis . . . 1. Farn. Tylopoda. 

Pedes ambulatorii , plantigradi, digitis exsertis, palmatis . //. Fant. Steganopoda. 

Labia nulla. Os rostratum. Ramphotheca cornea . . 1. Tribus. Bot tr ata. 

Labia milla. Os mandibulatiun. Ramphotheca cutanea . 2. Tribus. Mandibulata. 

Labia distincta. Os rostratum. Ramphotheca cornea . 3. Tribus. Labiata. 

Pedes natatorii, pinniformes, digitis obvolutis , . . III. Fant. Oiacopoda. 

I. Familia: Tylopoda. 

Metathorax valvatus ; parte postica , inter scutum tertium et 
quartum vertebrale , secunduin et tertium costale , nee non 
scutellum septimum et oetavum marginale articulata , mobili . /. Gen. C i n i \ \ - 

14 * 



K>s - FITZINGER, SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCHILDRRÖTEN. 

Scutclla marginalia viginti quatuor; nuchali distincto . 1. Sect. Cinothorax. 
Scutclla marginalia viginti tria ; nuchali nullo . . 2. Sect. C i n i x y s s. s t r. 

Mctathorax solidus. Scutellum nuchale nulluni . . .11. Gen. Geochelone. 

Scuta stcrni undccim; gulari unico, connato, scutcllo in- 
tcrgulari nullo. Margo thoracis lateralis arcuatus . . . 1. Sect. Cylindr aspi s. 

Scuta sterni duodccim; gularibus duobus, scutello intcr- 
gulari nullo. Margo thoracis lateralis arcuatus . . .2. Sect. Chelonoidhs. 

Scuta sterni duodccim; gularibus duobus, scutello inter- 
gulari nullo. Margo thoracis lateralis angulatus . . .3. Sect. Geochelone s. str. 

Metathorax solidus. Scutellum nuchale distinetum . . 111. Gen. Testudo. 

Sternum solidum. Scuta sterni undeeim; gulari unico, con- 
nato , scutello intergulari nullo. Scutclla marginalia viginti 
quatuor; caudali unico , integro 1. Sect. Chersina. 

Sternum solidum. Scuta sterni duodeeim ; gularibus duo- 
bus , scutello intergulari nullo. Scutclla marginalia viginti 
sex ; caudali unico , integro 2. Sect. C h e r s o b i u s. 

Sternum solidum. Scuta sterni duodeeim ; gularibus duo- 
bus , scutello intergulari nullo. Scutclla marginalia viginti 
quatuor ; caudali unico , integro 3. Sect. P s a m m o b a t e s. 

Sternum solidum. Scuta sterni duodeeim; gularibus duo- 
bus, scutcllo intergulari nullo. Scutclla marginalia viginti 
quatuor; caudali unico, partito 4. Sect. Testudo s. str. 

Sternum valvatum ; lobo postico, inter scuta abdominalia 
et femoralia articulato , mobili. Scuta sterni duodccim ; gula- 
ribus duobus , scutello intergulari nullo. Scutclla marginalia 
viginti quatuor; caudali unico , integro . . . . .5. Sect. Chcrsus. 

Sternum valvatum; lobo antico, inter scuta pectoralia 
et humeralia articulato, mobili. Scuta sterni duodeeim; gula- 
ribus duobus , scutello intergulari nullo. Scutclla marginalia 
viginti quatuor; caudali unico , integro . . . . .6. Sect. Pyxis. 

IL Fa miliar Steganopoda. 

I. Tribus: Rostrata. 

Collum retractile. Sternum ligamentis metathoraci adnexum. 

Pelvis mobilis /. Gen. Emys. 

Sternum scutis abdominalibus metathoraci adnexum . 1. Sect. Pyxidemys. 
Sternum scutis pectoralibus abdominalibusque metatho- 
raci adnexum 2. Sect. Emys s. str. 

Collum retractile. Sternum per symphysin metathoraci af- 

iixuui. Pelvis mobilis 11. Gen. Clemmys. 

Sternum dilatatum , solidum. Nasus prominulus . . 1. Sect. Clemmys s. str. 
Sternum dilatatum, solidum. Nasus protractus . . 2. Sect. Rhinocl c mmys. 
Sternum dilatatum, valvatum; lobo antico, inter scuta 
abdominalia et pectoralia articulato, mobili. Nasus protractus ? 3. Sect. P e 1 u s i o s. 

Sternum dilatatum, valvatum; lobo antico et postico, in- 
ter scuta abdominalia et pectoralia, nee non inter abdominalia 
et femoralia articulato, mobili. Nasus protractus . . .4. Sect. C inos ternon. 



FITZINGER, SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCHILDKRÖTEN. 109 

Sternum angustatura , valvatum ; lobo antico et postico, 
inter scuta abdominalia et pectoralia, nec non inter abdomi- 
nalia et femoralia articulato, mobili. Nasus protractus . . 5. Sect. S tern otha o r u s. 

Sternum crueiforme, valvatum; lobo antico, inter scuta 
gularia et femoralia articulato, mobili. Nasus protractus . 6. Sect. Staurolypu*. 

Coltum versatile. Sternum per symphysin metathoraci affi- 
\um. Pelvis immobilis III. Gen. Hydraspis. 

Sternum crueiforme , solidum. Digiti antipedum unguibus 
quinque, seclidum quatuor. Scuta disci tredeeim; vertebralia 
quinque. Nasus protractus. Pedes scutellis contiguis . . 1. Seci. Chelydra. 

Sternum dilatatum , solidum. Digiti antipedum sceli- 
dumque unguibus quinque. Scuta disci tredeeim; vertebralia 
quinque. Nasus prominulus. Pedes scutellis contiguis . . 2. Sect. Pelomedusa. 

Sternum dilatatum, solidum. Digiti antipedum unguibus 
quinque , scelidum quatuor. Scuta disci quatuordeeim ; verte- 
bralia sex. Nasus prominulus. Pedes scutellis contiguis . . 3. Sect. II y dro me d h s i. 

Sternum dilatatum, solidum. Digiti antipedum unguibus 
quinque, scelidum quatuor. Scuta disci tredeeim; vertebralia 
quinque. Nasus prominulus. Pedes scutellis singulis . . 4. Sect. Podocnemi» 

Sternum dilatatum, solidum. Digiti antipedum unguibus 
quinque, scelidum quatuor. Scuta disci tredeeim ; vertebralia 
quinque. Nasus prominulus. Pedes scutellis singulis . . 5. Sect. Phrynops. 

Sternum dilatatum, solidum. Digiti antipedum unguibus 
quinque, scelidum quatuor. Scuta disci tredeeim; vertebra- 
lia quinque. Nasus prominulus. Pedes scutellis contiguis . 6. Sect. P 1 a t c m y s. 

Sternum dilatatum solidum. Digiti antipedum unguibus 
quinque, scelidum quatuor. Scuta disci tredeeim; vertebralia 
quinque. Nasus protractus. Pedes scutellis contiguis . . 7. Sect. H li in cm y >. 

Sternum dilatatum, solidum. Digiti antipedum sccli- 
dumque unguibus quatuor. Scuta disci tredeeim; vertebralia 
quinque. Nasus prominulus. Pedes scutellis contiguis . . 8. Sect. Hydraspia >. vir. 

Sternum dilatatum, solidum. Digiti antipedum sceli- 
dumque unguibus quatuor. Scuta disci tredeeim; vertebralia 
quinque. Nasus proboseideus. Pedes scutellis singulis . . 9. Sect. Tctronj \. 

II. Tribus: Mandibulat a. 
>ia$us proboseideus /. Gen. Chelys. 

III. Tribus: Labiata. 

Metathorax limbo cartilagineo flexibili /. Gen. Trionyx. 

Ossicula marginalia distineta. Os cervicale vertebralibus 
conjunetum, in tota superfieie rugosum. Ossa costalia postica 
contigua 1. Sect. Trionyx >. s i r. 

Ossicula marginalia nulla. Os cervicale vertebralibus con- 
junetum, in tota superfieie rugosum. Ossa costalia postica 
contigua 2. Sect. Aspidonectcs. 

Ossicula marginalia nulla. Os cervicale vertebralibus 
conjunetum , in medio tantum rugosum. Ossa costalia postica 
contigua 3. Sect. Platypcltif. 



110 FITZINGER, SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCHILDRRÖTLN 

Ossicula marginalia nulla. Os cervicale a vertebralibus 
separatum, in medio tantum rugosura. Ossa costalia postica 
rontigua 4. Sect. Pclodisrus. 

Ossicula marginalia nulla. Os cervicale a vertebralibus 
separatum, in medio tantum rugosum. Ossa costalia postica 
interpositis vertebralibus discrcta 5. Sect. Am) da. 

III. Familia: Oiacopoda. 

Thorax scutis corneis tectus /. Gen. C h e 1 o n i a. 

Scuta sterni trcdccim, scutello intergulari distincto . 1. Sect. Chclonia s. str. 

Scuta sterni duotlecim, scutello intergulari nullo . . 2. Sect. Thala s sochelys. 

Thorax corio vibicoso tectus II Gen. Dermatochelys. 

Subordo I. Testudinata. 

C ha r acter essentialis: 

Cutis fornici dorsali et sterno agglutinata, Cornea aut coriacea, in 
paucas aut vix ullas lamellas clivisa. 
Character naturalis: 

Corpus testatum. Os edentulum, rostratum, rarius mandibulatum. Lingua immobilis, tota 
mento afFixa. Labia nulla, rarius distincta. Pori glandularum mentaliuin nulli. Nares in parte 
antica rostri, vaivula nulla. Oculi aperti. Palpebrae tres. Membrana nictitans distincta, ab antica 
oculi parte ad posticam mobilis. Arnes latentes. Membrana tympani cute communi tecta. Ani 
orificium circulare. Penis simplex, imperforatus. Vagina simplex. Pedes distincti, obvoluti, qua- 
tuor, infra costas trunco inserti, digitis distinctis. Cauda distincta, longitudinem trunci nunquam 
aequans. Cutis fornici dorsali et sterno agglutinata , Cornea aut coriacea , in paucas aut vix Ul- 
las lamellas divisa. 

Cranium omnino solidum. Ossa faciei concreta , imrnobilia. Gnathidia mandibulae apice per 
symphysin conjuucta. Narium aperturae anticae, in utroqueossisintermaxillaris latere sitae. Orbita a 
tergo clausa. Cavum tympani distinctum. Cochlea imperfecta. Ossicula auditoria distincta. Os tym- 
pani et temporale cum cranio connatum. Os parietale duplex, ansam omnino nullam emittit. Ossa 
palatina a se invicem remota, choanis narium canalem brevem praebent. Ossa pterygoidea a sphe- 
noideo diremta , postice longissime divergentia. Trabecula ossea nulla. Thorax perfectus. Verte- 
brae dorsales cum costis per materiam intermediam osseam immobiles. Vertebrae colli et caudae 
mobiles; postice condylis instructae, antice concavae, plurimis vertebris colli tarnen exceptis; 
secunda et tertia quidem antice convexa, postice concava; quarta et octava antice et postice convexa; 
et sepüma antice et postice cavitatibus glenoideis duplicibus instructa. Costae spuriae ante et post 
pedes sitae. Sternum distinctissimum , longissimum, latissimumque. Scapulae atque claviculae 
»listinctae, ossibus coracoideis iongissimis instructae. Pelvis distincta, aut mobilis, aut im- 
mobilis. 

Cor ventriculo biloculari. Pulmones duo, separati , cellulosi, abdomen intrantes, aequales. 
Bronchi ad finem pulmonum penetrantes, in ramos divisi. Trachea ex annulis cartilagineis con- 
flata. Diaphragma nulluni. Vesica urinaria distincta, abdominalis nulla. 

Multiplicatio per ova. Ova putamine aut duro , aut molli. Proles numerosae. 



FITZINGER, SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCHILDRRÖTEN. 1 11 

Familia I. Tylopoda. 

Character essentialis: 
Pedes ambulatorii, digitigradi, digitis obvolutis. 

Character naturalis: 
Caput gibbum. Os rostratum. Maxillae serratae. Ramphotheca cornea. Labia nulla. Thorax 
gibbus, cum sterno inaxima ex parte consolidatus. Sternum perfectum. Articulatio in aliquibus me- 
tathoracis, in aliis sterni, ex ligamento subelastico. Pedes ambulatorii , digitigradi, torosi, lon- 
gitudine aequales ; digitis adpositis, obvolutis. Antipedes scelidesque pentadactyli *). Ungues fos- 
sorii , obtusi, acuminati. Cauda teres. 

Terrestria. Herbivora. Utriusque orbis incolae. 

Genus I. Cinixys. 

Character essentialis: 
Metathorax valvatus; parte postica, inter scutum tertium et quartuni 
vertebrale, secundum et tertium costale nee non scutellum septimum 
et oetavum marginale articulata, mobili. 

Character naturalis: 
Caput gibbum, scutellis tectum. Ingluvies papillis nullis. Nasus abbreviatus. Collum re- 
tractile, granulatum, medioere. Thorax gibbus, scutis corneis tectus. Metathorax valvatus; parte 
postica, inter scutum tertium et quartum vertebrale, secundum et tertium costale, nee non 
scutellum septimum et oetavum marginale articulata, mobili; limbo osseo. Scuta disci tredeeim ; 
vertebralia quinque, costalia utrinque quatuor. Scutella marginalia aut viginti quatuor; caudali 
. unico, integro, nuchali distineto (rn.Cinothora.ee) , aut viginti tria; caudali unico, integro, nuchali 
nullo (in Cinixyde s. str.) . Sternum scutis pectoralibus abdominalibusque per symphysin meta- 
thoraci affixum, dilatatum, solidum. Scuta sterni duodeeim; gularibus duobus, scutello inter- 
gulari nullo. Scuta pectoralia et abdominalia regulariter sita, inter se conjuneta. Margo thoracic 
lateralis arcuatus. Pelvis mobilis. Pedes retractiles , scutellis contiguis. Digiti antipedum ungui- 
bus quinque, scelidum quatuor. Cauda plus minusve brevis , scutellata , integra. 

Sectio 1. C i n o t h o r a x. 

Scutella marginalia viginti quatuor; nuchali distineto. 

Sectio 2. Cinixys s. str. 
Scutella marginalia viginti tria ; nuchali nullo. 

Genus IL Geociielone. 

Character essentialis: 
Metathorax solidus. Scutellum nuchale nulluni. 

Character naturalis: 
Caput gibbum, scutellis tectum. Ingluvies papillis nullis. Nasus abbreviatus. Collum retrac- 
tile, granulatum, medioere. Thorax gibbus , scutis corneis tectus. Metathorax solidus , limbo 

T ) Die von Duraeril und ßibron in ihror Evpetologie generale T. Lp. 357 aufgestellte Gattung Efoinopua 
soll nur vier Zehen an den Vorder- und Hintcrfüsscn haben. Ich habe diese Gattung, deren Typus ich nicht 
Kenne, aus dem Grunde in diese Uebersicht nicht aufgenommen, weil das gegebene .Merkmal sehr leicht uul 
einer Täuschung beruhen, und lediglich nur das Slielet hierüber JLafschluss i^ehen kann. 



112 I1TZINGER, SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCHILDKRÖTEN. 

osseo. Scuta disci tredecim; vertebralia quinque, costalia utrinque quatuor. Scutella niarginalia vi- 
gintitria; caudali unico, integro, nuchali nullo. Sternum scutis pectoralibusabdominalibusqueper 
s ymphy sin metathoraci affixum , dilatatum, solidum. Scuta sterni vel undecim; gulari unico, con- 
nato, scutello intergulari nullo (in Cjliiidraspide) ; vel duodecim ; gularibus duobus, scutello 
intergulari nullo (in Chelonoide et Geochelone s. Str.). Scuta pectoralia et abdominalia regula- 
riter sita , Inter se conjuncta. Margo thoracis lateralis vel arcuatus (in Cjliiidraspide et Ch lo- 
noide) _, vel angulatus (in Geochelone s. str.) . Pelvis mobilis. Pedes rectractiles, scutellis conti- 
guis. Digiti antipedum unguibus quinque , scelidum quatuor. Cauda plus minusve brevis , scu- 
tellata , integra. 

Sectio 1. Cy lin dr aspis. 

Scuta sterni undecim; gulari unico, connato, scutello intergulari nullo. Margo thoracis lateralis 
arcuatus. 

Sectio 2. Chelonoidis. 
Scuta sterni duodecim; gularibus duobus, scutello intergulari nullo. Margo thoracis lateralis ar- 
cuatus. 

Sectio 3. Geochelone s. str. 
Scuta sterni duodecim; gularibus duobus, scutello intergulari nullo. Margo thoracis lateralis an- 
gulatus. 

Genus III. Testudo. 

Character essentialis. 

Metathorax solid us. Sc u teil um nuchale distinetum. 
Character naturalis: 

Caput gibbum, scutellis tectum. Ingluvies papillis nullis. Nasus abbreviatus. Collum retrac- 
tile, granulatum, medioere. Thorax gibbus , scutis corneis tectus. Metathorax solidus , limbo 
osseo. Scuta disci tredecim; vertebralia quinque, costalia utrinque quatuor. Scutella niargina- 
lia aut viginti quatuor ; caudali unico , vel integro (in Chersina j Psammobate , Cherso et Py- 
xide) , vel partito (in Testudine s. str.) , nuchali distineto ; aut viginti sex ; caudali unico , inte- 
gro , nuchali distineto , (in Chersobio) . Sternum scutis pectoralibus abdominalibusque per sym- 
physin metathoraci affixum, dilatatum; aut solidum (in Chersina j Chersobio , Psammobate et 
Testudine s. str.) aut valvatum; vel lobo postico, inter scuta abdominalia et femoralia articulato (in 
Cherso), vel antico, inter scuta pectoralia et humeralia articulato (in Pjxide) , mobili. Scuta sterni 
vel undecim; gulari unico, connato, scutello intergulari nullo (in Chersina) ; vel duodecim; gu- 
laribus duobus, scutello intergulari nullo (in Chersobio _, Psammobate _, Testudine s. str. Cherso 
et Pjxide). Scuta pectoralia et abdominalia regulariter sita, inter se conjuncta. Margo thoracis 
lateralis angulatus. Pelvis mobilis. Pedes retractiles, scutellis contiguis. Digiti antipedum ungui- 
bus quinque , scelidum quatuor. Cauda plus minusve brevis , scutellata , integra. 

Sectio 1. Chersina. 
Sternum solidum. Scuta sterni undecim; gulari unico , connato, scutello intergulari nullo. Scutella 
niarginalia viginti quatuor; caudali unico, integro. 

Sectio 2. Chersobius. 
Sternum solidum. Scuta sterni duodecim; gularibus duobus, scutello intergulari nullo. Scutella niar- 
ginalia viginti sex; caudali unico, integro. 



FITZINCER. SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCHILDKRÖTEN, III 

Sectio 3. Ps ammobates. 

Sternum solidum. Scuta sterni duodeeim ; gularibus duobus , scutcllo intergulari nullo. Scutella mar 

ginalia viginti quatuor; caudali unico , integro. 

Sectio 4. Testudo s. str. 

Sternum solidum. Scuta sterni duodeeim; gularibus duobus, scutcllo intergulari nullo. ScutelJa m;ir- 

ginalia viginti quatuor; caudali unico, partito. 

Sectio 5. Cher su s. 

Sternum valvatum; lobo postico, inter scuta abdominalia et femoralia articulato, mobili. Scuta sterni 

duodeeim; gularibus duobus, scutcllo intergulari nullo. Scutella marginalia viginti quatuor; caudali unico, 

integro. 

Sectio 6. Pyxis. 

Sternum valvatum; lobo antico, inter scuta pectoralia et lmmeralia articulato, mobili. Scuta sterni 

duodeeim; gularibus duobus, scutello intergulari nullo. Scutella marginalia viginti quatuor; caudali unico, 

integro. 

Familia IL Steganopoda. 

Character essentialis: 

Pedes ambulatorii, plantig radi, digitis exsertis, palmatis. 
Character naturalis: 

Caput vel depressiusculum , vel depressum. Os aut rostratum, aut mandibulatum. Maxi IIa« 
vel seratae, vel integrae. Ramphotheca aut comea, aut cutanea. Labia vel nulla, vel distineta. Thorax 
vel subgibbus, vel depressiusculus, vel depressus , brevi in parte cum sterno connexus. Sternum 
aut perfectum, autimperfecturn. Articulatioinaliquibus stemi, ex ligamento subelastico ; metathoracis 
nulla. Pedes ambulatorii, plantigradi, exiles, longitudine aequales; digitis adpositis, exsertis, paI-> 
jnatis. Antipedes scelidesque pentadaetyli. Ungues falculares , acuti, acuminati. Cauda teres. 

Fluviatilia aut lacustria. Carnivora. Utriusque orbis incolae. 

T RIß US I. Ho ST RATA. 

Character essentialis: 
Labia nulla. Os rotratum. Ramphotheca comea. 

Character naturalis: 
Caput vel depressiusculum, vel depressum. Os rostratum. Maxillae aut serratae, aut inte- 
grae. Ramphotheca cornea. Labia nulla. Thorax vel subgibbus, vel depressiusculus, vel depres- 
sus. Sternum perfectum. Articulatio in aliquibus sterni , metathoracis nulla. 
Fluviatilia aut lacustria. Utriusque orbis incolae. 

Genus L Emys. 

Character essentialis: 
Collum retra etile. Sternum ligamentis metathoraci ad n ex um. Pelvis 
mobili s. 

Character naturalis: 

Caput depressiusculum , corio tectum. Ingluvies papillis.nullis. Nasits prominulus. Collum 

retractile, granulatum, medioere. Thorax vel subgibbus {\t\Pyocideniyde) , vel depressiusculus (in 

bmjde s. str.), scutis corneis tectus. Metathorax solid us, Jimbo osseo. Scuta disci tredeeim; 

vertebralia quinque, costalia utrinque quatuor. Scutella marginalia viginti quinque ; caadalibas 

15 



jll KITZINGER, SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCHILDKRÖTEN. 

duobus j nuchali distincto. Sternum aut scutis abdominalibus (in Pyxidemyde) , aut pectoralibus 
abdominaiibusque (in Emyde s. str.) ligamentis metathoraci adnexum, dilatatum, valvatum; lobo 
antico et postico, inter scuta abdominalia et pectoralia articulato, mobili. Scuta sterni duodecim; 
gularibus duobus, scutello intergulari nullo. Scuta pectoralia et abdominalia regulariter sita, in- 
ter se conjuncta. Margo thoracis lateralis angulatns. Pelvis mobilis. Pedes retractiles , scutellis 
contiguis Digiti antipedum unguibus quinque, scelidum quatuor. Cauda aut brevissinia (in Pyoci- 
demyde), aut mediocris (in Emyde s. str.), scutellata, integra. 

Sectio 1. Pyxidemys. 
Stcrnum scutis abdominalibus metathoraci adnexum. 
(Thorax subgibbus. Canda brevissinia). 

Sectio 2. Emys s. str. 
Sternum scutis pectoralibus abdominaiibusque metathoraci adnexum. 
(Thorax depressiusculus. Cauda mediocris). 

Genus IL Clemmys. 

Char acter essentialis: 
Collum retractiie. Sternum per symphysin metathoraci affixum. Pel- 
vis mobilis. 

Char acter naturalis: 
Caput depressiusculum, corio tectum. Ingluvies aut papillis nullis (in Clemmyde s. str. ttRhi- 
uoclemmyde), aut distinetis (in Pelusio? Cinosterno, Sternothaero et Staurotypo)» Nasus aut 
prominulus (in Clemmyde s. str.), aut protractus (in Rhino clemmy de _, Pelusio ? Cinosterno. 
Sternothaero et Staurotypo) Collum retractiie, plus minusve granulatum vel verrueosum, me 
dioere. Thorax depressiusculus, scutis corneis tectus. Metathorax solidus, limbo osseo. Scuta 
disci tredeeim; vertebralia quinque, costalia utrinque quatuor. Scutella marginalia aut viginti quin- 
que; caudalibus duobus, nuchali distincto (in Clemmyde s.str. et Rhino clemmyde) , aut viginti 
quatuor; caudalibus duobus, nuchali nullo (in Pelusio) ; aut viginti tria, caudalibus duobus, nuchaii 
distincto (in Cinosterno, Sternothaero et Staurotypo) . Sternum aut scutis pectoralibus abdo- 
minaiibusque (in Clemmyde s. str. Rhino clemmyde et Staurotypo) , aut abdominalibus (in Pt- 
lusio, Cinosterno et Sternothaero) , per symphysin metathoraci affixum; vel dilatatum, solidum 
(in Clemmyde s. str. et Rhino clemmyde) , vel dilatatum, valvatum ; aut lobo antico, inter scuta 
abdominalia et pectoralia articulato (in Pelusio) , aut lobo antico et postico, inter scuta abdomina- 
lia et pectoralia, nee non inter abdominalia et femoralia articulato (in Cinosterno) , mobili; vel an- 
gustatum, valvatum, lobo antico et postico, inter scuta abdominalia et pectoralia, nee non inter ab 
dominalia et femoralia articulato (in Sternothaero) , mobili; vel crueiforme, valvatum, lobo antico. 
inter scuta gularia et femoralia articulato (in Staurotypo), mobili. Scuta sterni vel duodecim ; gu- 
laribus duobus, scutello intergulari nullo (in Clemmyde s. str. Rhinoclemmydc et Staurotypo): vel 
tredeeim; gularibus duobus, scutello intergulari distincto (in Pelusio); vel undeeim; gulari unico. 
scutello intergulari nullo (in Cinosterno et Sternothaero) . Scuta pectoralia et abdominalia aut 
regulariter sita, inter se conjuncta (in Clemmyde s. str. R. hü w clemmyde _, Pelusio,, Cinosterno _, 
et Sternothaero) , aut irregulariter sita, atque humeraiia cum femoralibus conjuncta (in Stauro- 
typo) . Margo thoracis lateralis angulatus. Pelvis mobilis. Pedes aut retractiles, vel scutellis con- 
tiguis (in Clemmyde s. str. et Rhinoclemmyde), vel s-i;igulis (in Pelusio? et Cinosterno); aut 



FITZINGER , SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCHILDKRÖTEN. 1 1 

non retractiles, scutellis singulis (in Stemothaero et Staurotypö). Digiti antipedum unguibu«, 
quinque, scelidum quatuor *) . Cauda plus minusve brevis * *) , aut scutellata(in^/e/»/»^fife s. str. M 
Rhino clemmy de) , aut verrucosa (in Pelusio? Cinosterno,, Stemothaero et Stcmrotypo) . int, - , 

Sectio 1. Clemmys s. str. 

Stermim dilatatum, solidum. Nasus prominulus. 

(Ingluvics papülis nullis. Scutella marginalia viginti quinque; caudalibus duobus , nuchali distincto. 
Sternum scutis pectoralibus abdominalibusque metathoraci affixurn. Scnta sterni duodecim; gularibus duo- 
bus, scutello intergulari nullo. Scuta pectoralia et abdominalia regulariter sita, inter se conjuncta. Pcdes 
retractiles, scutellis contiguis. Cauda scutellata). 

Sectio 2. Rhino clemmys. 

Sternum dilatatum solidum. Nasus protractus. 

(Ingluvics papillis nullis. Scutella marginalia viginti quinque ; caudalibus duobus, nuchali distincto. 
Sternum scutis pectoralibus abdominalibusque metathoraci affixurn. Scuta sterni duodecim; gularibus duo- 
bus, scutello intergulari nullo. Scuta pectoralia et abdominalia regulariter sita , inter se conjuncta. Pedes 
retractiles, scutellis contiguis. Cauda scutellata). 

Sectio 3. Pelusio s. 

Sternum dilatatum valvatum; lobo antico , inter scuta abdominalia et pectoralia articulato , mobili. 
iNasus protractus'? 

(Ingluvies papillis distinctis ? Scutella marginalia viginti quatuor; caudalibus duobus, nuchali nullo. 
Sternum scutis abdominalibus metathoraci affixurn. Scuta sterni tredecim; gularibus duobus, scutello in 
tergulari distincto. Scuta pectoralia et abdominalia regulariter sita, inter se conjuncta. Pedes retractiles, 
scutellis singulis'? Cauda verrucosa?) 

Sectio 4. Cinosternon. 

Sternum dilatatum, valvatum; lobo antico et postico, inter scuta abdominalia et pectoralia. nee non 
inter abdominalia et femoralia articulato , mobili. Nasus protractus. - 

(Ingluvies papillis distinctis. Scutella marginalia viginti tria; caudalibus duobus, nuchali distincto. 
Sternum scutis abdominalibus metathoraci affixurn. Scuta sterni undeeim; gulari unico, scutello intergu 
lari nullo. Scuta pectoralia et abdominalia regulariter sita, inter se conjuncta. Pcdes retractiles, scutellis 
singulis. Cauda verrucosa). 

S e c t i o 5. S t e r n o t h a e r u s. 

Sternum angustatum, valvatum; lobo antico et postico, inter scuta abdominalia et pectoralia, 
non inter abdominalia et femoralia articulato, mobili. Nasus protractus. 

(Ingluvies papillis distinctis» Scutella marginalia viginti tria; caudalibus duobus, nuchali distincto. 
Sternum scutis abdominalibus metathoraci affixurn. Scuta sterni undeeim; gulari unico, scutello intergu- 
lari nullo. Scuta pectoralia et abdominalia regulariter sita, inter se conjuncta. Pedes non retractiles , scu 
tellis singulis. Cauda verrucosa). 

Sectio 6. S t a n r o t y p u s. 

Sternum crueiforme, valvatum; lobo antico, inter scuta gularia et femoralia articulato, mobili. Nasus 
protractus. 

(Ingluvies papillis distinctis. Scutella marginalia viginti tria; caudalibus duobus, nuchali distincto. 
Sternum scutis pectoralibus abdominalibusque metathoraci affixurn. Scuta sterni duodecim; gularibus duo- 
bus, scutello intergulari nullo. Scuta pectoralia et abdominalia irregulariter sita, atque humeralia eun 
femoralibus conjuncta. Pedes non retractiles, scutellis singulis. Cauda verrucosa). 

*) Nach D umeri 1 und Bihron soll Pelusios, welcher ihrer Gattung Steraothaerus entspricht, tünt Klauen 

an den Vorder- und Hinterfüssen haben. 
**) Eine cauda elongata scutellata kommt der von Gray im Plülos. Magaz. 1831 aufgestellten Gattung Platj- 

sternon zu, welche wahrscheinlich eine eigens Abtheilung im Genus Clemmys bildet. Da die angeführten 

Merkmale aber nicht zureichend sind, sie in diese Uebcrsicht gehörig einzureihen, so begnüge ich mich, dies« lb< 

hier nur anzudeuten. 

15 * 



h; 1 ITZINGEB, SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DEU SCHILDIiRÖTEN. 

Genus III. Hydraspis. 

CharacteT essen tialie: 
Collum vors utile. Stern um per symphysin metathoraci affixum. Pelvis 
i in m o bili s. 

C h a r a c ter naturalis: 
Caput vel depressiusculum , corio ter tum (in Cheljdra) , vel depressum, aut scutellis (in 
Pelomedusa , Pödocnemide ., Platemyde et Rhinemyde), aut corio (in Hydromedusa , Phry- 
nope • , Hydraspide s. str. et Tetronyche) tectum. Ingluvies vel papillis distinctis (in Chelydra, 
Pödocnemide, Phrynope, Platcmyde et Rhinemyde), vel nullis (in Pelomedusa, Hydromedusa, 
Hydraspide s. str. et Tetronyche) . Nasus aut protractus (in Chelydra et Rhinemyde) / aut prominu- 
lus (in Pelomedusa , Hydromedusa , Pödocnemide, Phrynope, Platemyde et Hydraspide s. str) ; 
aut proboscideus (in Tetronyche). Collum versatile, plus minusve granulatum aut verrucosum ; 
vel elongatum (in Chelydra, Pelomedusa. Pödocnemide, Platemyde et Rhinemyde) , vel longissi- 
•n um (in Hydromedusa, Phrynope, Hydraspide s. str. et Tetronyche). Thorax vel depressius- 
culus (in Chelydra) , vel depressus (in Pelomedusa , Hydromedusa, Pödocnemide , Phrynope , Pla- 
temyde 3 Rhinemyde, Hydraspide s. str. et Tetronyche) , scutis corneis tectus. Meiathorax solidus, 
limbo osseo. Scuta disci aut tredeeim; vertebralia quinque, costalia utrinque quatuor (in CAe/;Y//Yi!, 
Pelomedusa, Pödocnemide •, Phrynope , Platemyde , Rhinemyde, Hydraspide s. str. et Tetro- 
ny die); aut quatuordeeim ; vertebralia sex, costalia utrinque quatuor (in Hydromedusa) . Scu- 
tella marginalia vel viginti quinque; caudalibus duobus, nuchali distineto (in Chelydra^ Phrynope , 
Platemyde , Rhinemyde , Hydraspide s. str. et Tetronyche) ; vel viginti quatuor ; caudalibus 
duobus, nuchali nullo (in Pelomedusa, Hydromedusa et Pödocnemide). Sternum aut scutis 
ubdominalibus (in Chelydra) , aut pectoralibus abdominalibusque (in Pelomedusa , Hydrome- 
dusa , Pödocnemide, Phrynope, Platemyde, Rhinemyde, Hydraspide s. str. et Tetro- 
nyche), per symphysin metathoraci affixum ; vel crueiforme, solidum (in Chelydra) , vel dila- 
tatum, solidum (in Pelomedusa , Hydromedusa, Pödocnemide, Phrynope, Platcmyde, Rhi- 
nemyde, Hydraspide s. str. el Tetronyche) . Scuta sterni aut duodeeim; gularibus duobus, 
scuteilo intergulari nullo (in Chelydra et Tetrony che)-, aut tredeeim; gularibus duobus, scu- 
tello intergulari distineto (in Pelomedusa, Hydromedusa, Pödocnemide, Phrynope, Platemyde, 
Rhinemyde et Hydraspide s. Str.). Scuta pectoralia et abdominalia aut irregulariter sita, atque 
pectoralia cum femoralibus conjuneta (in Chelydra), aut regulariter sita, inter se conjuneta (in 
Pelomedusa, Hydromedusa, Pödocnemide , Phrynope, Platemyde , PJiiuemyde, Ilydras- 
pide s. str. et Tetronyche) . Margo thoracis lateralis angulatus. Pelvis immobilis. Fedes vel 
iioii retractiles , scutellis contiguis (in Chelydra) , vel retractiles ; aut scuteilis contiguis (in 
Pelomedusa, Hydromedusa, Platemyde, Rhinemyde et Hydraspide s. Str.), aut singulis 
(in Pödocnemide , Phrynope et Tetronyche) . Digiti aut antipedum unguibus quinque , sceli- 
dum quatuor (in Chelydra , Hydromedusa, Pödocnemide, Phrynope, Platemyde et Rhine- 
myde); aut antipedum scelidumque unguibus quinque (in Pelomedusa); aut antipedum sceli- 
dumque unguibus quatuor (in Hydraspide s. Str. et Tetronyche) . Cauda vel elongata, scu- 
tellata, cristata (in Chelydra); vel brevis, aut scutellata (in Pelomedusa) , aut verrucosa (in 
Pödocnemide et Phrynope), integra; vel brevissima, aut scutellata (in Hydromedusa, Plate- 
myde , Rhinemyde et Hydraspide s. Str.), aut verrucosa (in Tetrony che), integra. 



FlTZINGER, SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCHILDKRÖTEN. 117 

Sectio 1. Chelydra. 
Sternum cruciforme, solidum. Digiti antipedum ungiiibus quinque , scclidum quatuor. Scuta disci trc- 
dcrim; vertebralia quinque. Nasus protractus. Pedes scutellis contiguis. 

(Caput depressiusculum , corio teotum. Ingluvies papillis distinetis. Collum elongatum. Thorax dc- 
pressiusculus. Scutella marginalia viginti quinque; caudalibus duobus, nuchali distineto. Sternum scutis 
abdominalibus metathoraci affixum. Scuta sterni duodeeim; gularibus duobus, scutcllo intergulari nullo. 
Scuta pectoralia et abdominalia irregulariter sita, atque pectoralia cum femoralibus conjuneta. Pcdes non 
retractiles. Cauda elongata, scutellata, cristata). 

Sectio 2. Pelomedusa. 
Sternum dilatatum , solidum. Digiti antipedum scelidumque unguibus quinque. Scuta disci tredeeim; 
vertebralia quinque. Nasus prominulus. Pedes scutellis contiguis. 

Caput depressum, scutellis tectum. Ingluvies papillis nullis. Collum elongatum. Thorax depressus. 
Scutella marginalia viginti quatuor; caudalibus duobus, nuchali nullo. Sternum scutis pectoralibus abdo- 
minalibusque metathoraci aiFixum. Scuta sterni tredeeim; gularibus duobus, scutcllo intergulari distineto. 
Scuta pectoralia et abdominalia regulariter sita, inter se conjuneta. Pedes retractiles. Cauda brevis, sru 
tellata, integra). 

Sectio 3. Hydromcdusa. 
Sternum dilatatum, solidum. Digiti antipedum unguibus quinque, scclidum quatuor. Scuta disci qua 
tuordeeim ; vertebralia sex. Nasus prominulus. Pedes scutellis contiguis. 

(Caput depressum, corio tectum. Ingluvies papillis nullis. Collum longissimum. Thorax depressus. 
Scutella marginalia viginti quatuor; caudalibus duobus, nuchali nullo. Sternum scutis pectoralibus abdo 
minalibusque metathoraci affixum. Scuta sterni tredeeim; gularibus duobus, scutcllo intergulari distineto. 
Scuta pectoralia et abdominalia regulariter sita, inter se conjuneta. Pedes retractiles. Cauda brevissima. 
scutellata, integra). 

Sectio 4. Podocnemis. 
Sternum dilatatum, solidum. Digiti antipedum unguibus quinque. scclidum quatuor. Scuta disci tre 
deeim; vertebralia quinque. Nasus prominulus. Pedes scutellis singulis. 

(Caput depressum, scutellis tectum. Ingluvies papillis distinetis. Collum elongatum. Thorax dcpics- 
sus. Scutella marginalia viginti quatuor; caudalibus duobus, nuchali nullo. Sternum scutis pectoralibus 
abdominalibusque metathoraci affixum. Scuta sterni tredeeim; gularibus duobus, scutcllo intergulari dia 
tineto. Scuta pectoralia et abdominalia regulariter sita, inter se conjuneta. Pcdes retractiles. Cauda brevis. 
verrucosa, integra). 

Sectio 5. Phrynops. 

Sternum dilatatum, solidum. Digiti antipedum unguibus quinque, seelidum quatuor. Scuta disci tre 
deeim; vertebralia quinque. INasus prominulus. Pcdes scutellis singulis. 

(Caput depressum, corio tectum. Ingluvies papillis distinetis. Collum longissimum. Thorax depres- 
sus. Scutella marginalia viginti quinque; caudalibus duobus, nuchali distineto. Sternum scutis pectorali 
bus abdominalibusque metathoraci affixum. Scuta sterni tredeeim; gularibus duobus, scutcllo intergulari 
distineto. Scuta pectoralia et abdominalia regulariter sita, inter se conjuneta. Pedes retractiles. Cauda 
brevis, verrucosa, integra). 

Sectio 6. Platcmys. 
Sternum dilatatum, solidum. Digiti antipedum unguibus quinque, scclidum quatuor. Scuta disci Ire 

deeim ; vertebralia quinque. Nasus prominulus. Pedes scutellis contiguis. 

(Caput depressum, scutellis tectum. Ingluvies papillis distinetis. Collum elongatum. Thorax depres 
sus. Scutella marginalia viginti quinque; caudalibus duobus, nuchali distineto. Sternum scutis pectoralibua 
abdominalibusque metathoraci affixum. Scuta sterni tredeeim; gularibus duobus , scutcllo intergulari di> 
tineto. Scuta pectoralia et abdominalia regulariter sita, inter se conjuneta. Pedes retractiles. Cauda bre 
vissima, scutellata, fafcegra). 



IIS FITZINGER , SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCHILDKRÖTEN 

Sectio 7. Rhinemys. 

5>tcrnumJ dilatatum , solitlvm. Digiti antipedum unguibus quinquc, scelidum quatuor. Scuta disci t rt: 
deeim; vertebralia quinquc. >asus protractus. Pedes scutcllis contiguis. 

(Caput depressum, scutcllis tectum. Ingluvics papillis distinetis. Collum elongatum. Thorax depres- 
sus. Scutclla marginalia viginti quinquc; caudalibus duobus , nuchali distineto. Sternum scutis pectoralibus 
abdeminalibusque metathoraei affixum. Scuta sterni tredeeim; gularibus duobus , scutello intergulari dis- 
tineto. Scuta pectoralia et abdominalia regulariter sita , inter sc conjuneta. Pedes retractilcs. Cauda bre- 
vissima, scutcllata integra). 

Sectio 8. H y d r a s p i s s. s t r. 

Sternum dilatatum, solidum. Digiti antipedum scelidumque unguibus quatuor. Scuta disci tredeeim; 
vertebralia quinquc. Nasus prominulus. Pedes scutcllis contiguis. 

(Caput depressum, corio tectum. Ingluvies papillis nullis. Collum longissimum. Thorax depressus. 
Scutclla marginalia viginti quinque; caudalibus duobus, nuchali distineto. Sternum scutis pectoralibus ab- 
dominalibusque metathoraei affixum. Scuta sterni tredeeim; gularibus duobus, scutello intergulari dis- 
tineto. Scuta pectoralia et abdominalia regulariter sita, inter sc conjuneta. Pedes retractilcs. Cauda brevis 
sima, scutcllata, integra). 

Sectio 9. Tetronyx. 

Sternum dilatatum, solidum. Digiti antipedum scelidumque unguibus quatuor. Scuta disci tredeeim ; 
\ crtcbralia quinque. Nasus proboseideus. Pedes scutcllis singulis. 

(Caput depressum, corio tectum. Ingluvies papillis nullis. Collum longissimum. Thorax depressus. 
Scutclla marginalia viginti quinque; caudalibus duobus, nuchali distineto. Sternum scutis pectoralibus ab 
dcniinalibusque metathoraei affixum. Scuta sterni duodeeim; gularibus duobus, scutello intergulari nullo. 
Scuta pectoralia et abdominalia regulariter sita, inter sc conjuneta. Pedes retractiles. Cauda brevissima. 
verrucosa, integra). 

Tribus IL Mandibulata. 

Character essentialis: 
Labia nulla. Os mandib ulatum. Ramphotheca cutanea. 

Character naturalis: 
Caput depressum. Os mandibulatum. Maxillae integrae. Ramphotheca cutanea. Labia nulla. 
Thorax depressiusculus. Sternum perfectum. Articulatio nee metathoracis , nee sterni. 
Fluviatilia. Novi orbis incolae. 

Genus I. Chelys. 

Charaeter essentialis: 
Nasus proboseideus. 

Character naturalis: 
Caput depressum, corio tectum. Ingluvies papillis distinetis. \asus proboseideus. Collum 
versatile , verrueosum atque papillosum , elongatum. Thorax depressiusculus , scutis corneits 
tectus. Metathorax solidus , limbo osseo. Scuta disci tredeeim; vertebralia quinque, costalia 
utrinque quatuor. Scutella marginalia viginti quinque; caudalibus duobus, nuchali distineto. 
Sternum scutis pectoralibus abdominalibusque per symphysin metathoraei affixum , angustatum, 
solidum. Scuta sterni tredeeim ; gularibus duobus , scutello intergulari distineto Scuta pecto- 
ralia et abdominalia regulariter sita, inter se conjuneta. Margo thoracis lateralis angulutus. Peivis 



KITZINGER, SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCHILDKRÖTEN. 119 

iminobiüs. Pedes non retractiles, scutellis singulis. Digiti antipedum unguibus quinque, sceli 
dum quatuor. Cauda brevis , verrucosa, integra. 

Tribus III. Labiata. 

Character essenti alis: 
Labia distincta. Os rostratum. Ramphotheca Cornea. 

Character naturalis: 
Caput depressum. Os rostratum. Maxillae integrae. Ramphotheca Cornea. Labia distincta. 
carnosa, mollia. Thorax depressus. Sternum imperfectum. Articulatio nee metathoracis , nee 
sterni. 

Fluviatilia. Utriusque orbis incolae 

Genus I. Trionyx. 

Character essentialis: 
Metathorax limbo cartilagineo flexibili. 

Character naturalis: 
Caput depressum, corio tectum. Ingluvies papillis nullis. Nasus proboseidens. Collum 
retractile, laeve, longissimum. Thorax depressus, corio laevi tectus. Metathorax solidus, limbo 
cartilagineo, flexibili. Ossa disci aut viginti quatuor; cervicale unum, vertebralia Septem, cos 
talia utrinque octo (in IVionyche s^str.j, Aspidonecte et Pelodlsco) ; aut viginti unum; cervi- 
cale unum , vertebralia sex , costalia utrinque Septem (in Platypelti) ; aut viginti quinque ; 
cervicale unum; vertebralia octo, eostalia utrinque octo (in Amyda). Os cervicale aut verte- 
bralibus conjunetum (in Trionyche s. str. > Aspidonecte et Platypelti) , aut ab illis sepa- 
ratum (in Pelodisco et Aniyda) ; vel in tota superMcie (in Trionyche s. str. et Aspidonecte). 
vel in medio tantum rugosum (in Platypelü „ Pelodisco et Aniyda). Ossa costalia postica aut 
contigua (in Trionyche s. str. j, Aspidonecte ^ Platypelti et Pelodisco), aut interpositis 
vertebralibus discreta (in Amyda). Ossicula marginalia vel distincta, imperfecta, rudimentiformia. 
viginti quatuor; caudalibus duobus , lateralibus viginti duobus, nuchali distineto (in Trionyche 
s. str.), vel nulla (in Aspidonecte j Platypelti _, Pelodisco et Aniyda). Sternum proeessubu^ 
parasterni superioris atque inferioris per synchondrosin metathoraci affixum, vel dilatatum (in 
Trionyche s. str.), vel augustatum (in Aspidonecte j Platypelti „ Pelodisco et Amyda) 
flexile. Margo thoracis lateralis acutus. Pelvis mobilis. Pedes vel retractiles (in Trionyche 
s. str.), vel non retractiles (in Aspidonecte „ Platypelti , Pelodisco et Aniyda). laeve» 
Digiti antipedum scelidumque unguibus tribus. Cauda vel brevissima (in Trionyche s. Str., ./ 
pidonecte t Platypelti et Pelodisco), vel brevis (in Amyda) he\\s. int: 

Sectio 1. Trionyx s. str. 

Ossicula marginalia distincta. Os cervicale vertebralibus conjunetum, in tot) superfiric rugos i 
Ossa costalia postica contigua. 

'Ossa disci viginti quatuor; vertebralia Septem, costalia utrinque octo. Ossicula marginalia im, 
lecti. rudimentiformia , viginti quatuor; caudalibus duobus, lateralibus viginti durbus, mit hall di 9 tili et 

Sternum dilatatiim. P^es retractiles. Ciudi brevissima.. 



120 FITZ1NGER, SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DKH SCHILDKBÖTEW 

Sectio 2. Aspidonectes. 

Ossicula marginalia nulla. Os cervicale vertebralibus conjunrtum, in tota superfieic rugosum. Ossa 
costalia postica contigua. 

(Ossa disci viginti quatuor; vertebralia septem, costalia utrinque octo. Sternum angustatum. Pedes 
non rctractiles. Cauda brevissima). 

Sectio 3. Piatyp eltis. 

Ossicula marginalia nulla. Os cervicale vertebralibus conjunetum , in medio tantum rugosum. Ossa 
costalia postica contigua. 

(Ossa disci viginti unum; vertebralia sex , costalia utrinque septem. Sternum angustatum. Pedes non 
rctractiles. Cauda brevissima). 

Sectio 4. Pelodiscus. 

Ossicula marginalia nulla. Os cervicale a vertebralibus separatum, in medio tantum rugosum. JÜsaa 
costalia postica contigua. 

(Ossa disci viginti quatuor; vertebralia septem, costalia utrinque octo. Sternum angustatum. Pedes 
non rctractiles. Cauda brevissima). 

Sectio 5. Amyda. 

Ossicula marginalia nulla. Os ccrvicalc a vertebralibus separatum, in medio tantum rugosum. Ossa 
costalia postica interpositis vertebralibus discreta. 

(Ossa disci viginti quinque; vertebralia octo, costalia utrinque octo. Sternum angustatum. Pedes non 
rctractiles. Cauda brevis). 

FAMILIA III. OlACOPODA. 

Character essentialis: 
Pedes natatorii, pinniformes, digitis obvolutis. 

Character naturalis: 
Caput gibbum. Os rostratum. Maxillae aut serratae, aut integrae. Ramphotheca cornea. 
Labia nulla. Thorax depressus, brevi in parte cum sterno connexus. Sternum imperfectum. Ar- 
ticulatio nee metathoracis , nee sterni. Pedes natatorii, pinniformes, compressi , longitudine in- 
aequales ; anteriores multo longiores; digitis adpositis , obvolutis. Antipedes scelidesque pen- 
tadactyli. Ungues falculares, acuti , acuminati. Cauda teres. 
Marina. Herbivora. Utriusque orbis incolae. 

Genus I. Chelonia. 

Character essentialis: 
Thorax scutis corneis tectus. 

Character naturalis: 
Caput gibbum, scutellis tectum. Ingluvies papillis nullis. Nasus protractus. Collum retrac- 
tile , vibicosum , breve. Thorax depressus , scutis corneis tectus. Metathorax solidus , limbo 
osseo. Scuta disci aut tredeeim ; vertebralia quinque , costalia utrinque quatuor (in Chelonia 
S. Str.); aut quindeeim; vertebralia quinque, costalia utrinque quinque (in Thalassocheli). 
Scutella marginalia aut viginti quinque ; caudalibus duobus, nuchali distineto (in Chelonia s. Str. 
et partim in Thalassocheli) ; aut viginti septem ; caudalibus duobus, nuchali distineto (partim 
in Thalassocheli). Sternum aut scutis humeralibus, pectoralibus , abdominalibus et femorali- 



FITZINGER , SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCHILDKRÖTEN. 121 

bus (in Chelonia s. str.) , aut pectoralibus , abdominalibus et femoralibus (in Thalassocheli), 
per synchondrosin metathoraci affixum ; vel dilatatum (in Chelonia s. str.) , vel cruciforme (in 
Thalassocheli) , solidum. Scuta sterni aut tredecim ; gularibus duobus , scutello intergulari 
distincto (in Chelonia s. Str.), aut duodecim; gularibus duobus, scutello intergulari nullo (in 
Thalassocheli). Scuta pectoralia et abdominalia regulariter sita , inter se conjuncta. Margo 
thoracis lateralis angulatus. Pelvis mobilis. Pedes non retractiles , scutellis contiguis. Digiti an- 
tipedum scelidumque aut unguibus duobus (partim in Chelonia s. str. et in Thalassocheli) , aut 
solitariis (altero plerumque caduco, partim in Chelonia s. Str.). Cauda brevissima, vibicosa, integra. 

Sectio 1. Chelonia s. str. 

Scuta steint tredecim , scutello intergulari distincto. 

Scuta disci tredecim; vertebralia quinque, costalia utrinque quatuor. Scutella marginalia viginti 
quinque. Sternum scutis humeralibus , pectoralibus, abdominalibus et femoralibus metathoraci affixum. 
dilatatum. Digiti antipedum scelidumque aut unguibus duobus, aut solitariis (altero plerumque caduco). 

Sectio 2. Th alass ochelys. 

Scuta sterni duodecim , scutello intergulari nullo. 

(Scuta disci quindeeim; vertebralia quinque, costalia utrinque quinque. Scutella marginalia aut 
viginti quinque , aut viginti septem. Sternum scutis pectoralibus , abdominalibus et femoralibus metatho- 
raci affixum , cruciforme. Digiti antipedum scelidumque unguibus duobus.) 

Genus IL Dermatochelys. 

Character essentialis: 
Thorax corio vibicoso tectus. 

Character naturalis: 
Caput gibbum, corio vibicoso tectum. Ingluvies papillis nullis. Nasus protractus. Collum 
retractile, vibicosum, breve. Thorax depressus, corio vibicoso tectus. Metathorax solidus, 
limbo cartilagineo flexili. Sternum processubus parasterni superioris et inferioris per synchon- 
drosin metathoraci affixum, dilatatum flexile. Margo thoracis lateralis angulatus. Pelvis mobilis. 
Pedes non retractiles, vibicosi. Digiti antipedum scelidumque inermes. Cauda brevissima, vibi- 
cosa, integra. 

Conspectus specierum Testudinatorum hueusque cog- 

nitarum. 



Testudinata. 

(Testudo. Linn. Clielonii. Brong — Sinnen-Lurche, 

Trutteln , Schildkröten. Oken. Fornicata. Haworth 

Sterrichrotes. Ritgen. Testudines. Wagl.) 

1. Familia: Tylopoda. 

(Testudines terrestres. Gmel Amydae. Oppel.^xt. 

_ Digitata. Mevrem. part. Augen-Schildkröten. Oken. 

— Cryptopodi. Latr. Testudinoidea. Fitz. Podoche 

lones, Chersochelones seu Dysmydae. Ritgen. part. 

Testudinidae. Bell. _ Tylopodes. Wagl. _ Tcstudinina. 
Bonap. part. _ Chersinae. fViegm. _ Terrestres seu 
Chersites. Damer. et Bibron.) 



I. Genus : CINIXYS. Wagl. (Testudo. Brong. Oppct 

et Fite. part. Kinixys. Bell, Gray, Wiegm. Dumer, 

et Bibron.) 

1. Sectio: Cinothorax. 

1. C. hotneana, Wagl. (Kinixys Homeana. 
Bell.) 

2. C. belli an a. (Kinixys Belliana. Gray. 

2. Sectio: Cimxys s. str. 

3. C. c a s t a n e a. (Test, denticulata. Shaw 

part. Test, erosa. Schweigg. Test. Sehöplü. 

Filz. — Kinixys castane.i. Bell. Kinixys erosa. 

Gray.) 

16 



FITZINGER, SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCHILDKRÖTEN. 



122 

II. Gems: GEOCHELONE. (Testudo. Brong. Oppel, 

Fitz. Bell, Gray, Wiegm. Dumer. et Bibron.jtart 

Chersine. Merrem et Ritgen. part.) 

1. Sectio: Cymndraspis. (Testudo. Wagl. part.) 

1. G. Perraultii. (Test, indica. Gmel Cher- 
sine retusa. Merrem. part.) 

2. G. V o s m a e r i. (Test, indica Vosmaeri. Schöpf. 
Chersine retusa. Merrem. part. — Test. Vos- 
maeri. Fitz.) 

2. Sectio: Chelonoidis. (Testudo. Wagl. part.) 

3. G. gigantea. (Test, gigantea. Schweigg. — 
Test, tabulata? Wagl. Test. Indica. Gray, part.) 

k. G. tabulata. (Test, lutaria. Linn. part. — 

Test, tabulata. Walb. Test, tesscllata. Schneider. 

Chersine tesscllata et tetradaetyla. Merrem. part. 

Test. Hercules , sculpta , carbonaria et Cagado. 

Spix. Test. Polyphemus. Bonap. part.) 

5. G. Boiei. (Test, tabulata. Schöpf, part. — 
Chersine tesscllata. Merrem. part. — Test, carbo- 
naria. Filz, et Bell. Test. Boiei. Wagl. — Test. 

Hercules et Pardalis. Gray, part.) 

3. Sectio: Geochelone s. str. (Testudo. Wagl. part.) 

6. G. d e n t i c u 1 a t a. (Test, denticulata. Linn. 

Chersine denticulata. Merrem. — Test, tabulata. 

Wagl. part.) 

7. G. rotunda. (Test, orbicularis. Bonnat. part. 

Test, rotunda. Latr. part. Test. Europaea. 

Shaw. part. Test, flava. Daudin. jtart. Chersine 

rotunda. Merrem. — Emys europaea. Cuv. part. 

Emys lutaria? Bonap.) 

8. G. s teil ata. (Test, geometrica. Lmw. part 

Test, elegans. Schöpf, part Test, stellata. Schweigg. 

— Chersine elegans. Merrem. part. Test, actino- 

dcs. Bell.) 

9. G. s u 1 c a t a. (Test, sulcata. Miller. Test. 

calcarata. Schneid, Test, elegans. Shaw. Cher- 
sine calcarata et elegans. Merrem. part. Test, ta- 
bulata. Wagl. part. Test, radiata, senegalensis. 

Gray. Test, stellata. Gray. part. — Test, parda- 
lis? Bell.) 

10. G. p a r d a 1 i s. (Test, gracca. Daudin. part. 

— Test, pardalis. Bell. Test. Schweiggeri. Gray 

Test, bipunetata et biguttata. Cuv.) 

11. G. Schweiggeri. (Test, indica? Daudin. 

— Test. Schweiggeri. Fitz. Test, elephantopus. 

Harlan. — Test, californica. Quoy. Test, nigra. 

(Juoy et Gaimard. Test. Indica et Hercules. Gray. 

part.) 



III. Genus: TESTUDO. (Testudo. Brong. Oppel, 

Filz. Bell, Wiegm. Dumer. et Bibron. part. 

Chersine. Merrem et Ritgen. part.) 

1. Sectio: Chersina. Gray. (Testudo. Wagl. part.) 

1. T. angulata. Dumer. (Test, tabulata, afri- 
cana. Schweigg. — Test. Bellii. Gray. __ Chersina 
angulata. Gray, part.) 

2. S e c t i o : Chersobius. (Testudo. Wagl. et Gray, part.) 

2. T. s i gn a t a. Schöpf. (Test, denticulata. Gmel. 

part. — Test, juvencella. Daudin. Chersine sig- 

nata. Merrem. part.) 

3. T. cafra. Daudin. (Chersine signata.il/er- 
rem. part. Testudo signata? Gray.) 

4. T. fasciata. Daudin. (Chersine fasciata. 
Merrem. Testudo areolata ? Gray.) 

3. Sectio: Psammobates. (Testudo. Wagl. et 

Gray, part.) 

5. T. D u s s u in i e r i. Schlegel. (Test, indica. 
Dekay. Test. Indica. Gray, part.) 

6. T. radiata. Shaw. (Test, geometrica. Linn. 

part. — Test, madagascariensis. Commers. Test. 

elegans ? Schöpf. Test. coui. Daudin. Chersine 

calcarata. Merrem. part.) 

7. T. geometrica. Shaw. (Test, geometrica. 

Linn. part. — Test, luteola. Daudin. Chersine 

geometrica. Merrem. Chersine areolata? Merrem. 

_ Test, tentoria. Bell.) 

8. T. areolata. Thunb. (Test, lutaria et pu- 
silla. Linn. part. — Chersine areolata etpusilla. Mer- 
rem. part. Chersina angulata. Gray, part.) 

9. T. Polyphemus. Daudin. (Testudo Caro- 
lina. Linn. part. — Emys polyphemus. Schweigg. 

Emys clausa. Schweigg. part. — Test, tabulata Bell. 
part. Test, depressa. Lesueur et Cuv.) 

4. Sectio: Testudo s. str. (Testudo. Wagl. part.) 

10. T. graeca. Linn. (Test. Carolina etpusilla. 

Linn. part. — Test. Carolina. Hermann. Test. 

Hermanni. Gmel. Chersine graeca et pusilla. Mer- 
rem, part.) 

5. Sectio: Chersus. Wagl. (Testudo. Gray, part.) 

11. T. m arg in ata. Schöpf. (Test, campanu- 

lata. Walb. Test, graja. Hermann. Chersine 

marginata. Merrem. Chersine graeca. Merrem. 

part. Test, graeca. Bonap. part. Chersus mar- 

ginatus. Wagl.) 

6. Sectio: Pyxis. Bell. 

12. T. ar achnoi des. (Pyxis Arachnoidcs. ße/J. 

Pyxis aranoides. Gray. Pyxis arachnoidea. 

Wiegm.) 



FITZINGER, SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCIIILDRRÖTEN. 



188 



Species fossiles e familia Tylopodorum. 

a. Testudo Lamanonii. Gray. (Tortue des 
environs d'Aix. Cuv.) 

b. T e s t u d o N e r a u d i i. Gray. (Tortue de 
l'Isle de France. Cuv.) 

c. T e s t u d o a n t i q u a. Bronn. 

d. T e s t u d o C u vi e r i. (Testudo radiata ? fos- 
silis. Cuv.) 

e. Testudo Sellovii. (Tcstudinites Sello- 
vii. Weiss.) 

II. Familia: Steganopoda. 

(Testudines fluviatiles. Gmel. Amydac. Oppel, 

part. Digitata. Merrem. part. Gymnopodi. Latr. 

part Phyllopodochelones, Chersydrochelones scuAmy- 

dae et Podochclones , Chersochelones seu Dysmydae. 
Ritgen. part. Steganopodes. Wagl.) 

I. Tribus: Rost rata. 

(Ohren -Schildkröten. Oken. Emydoidea. Fitz. — 

Emydidae. Bell. part. Sternothaerina. Bell Emydae 

seu Emydidae. Gray, Chelydae seu Chelydidae. Gray. 

part. Testudinina. Bonap. part. — Fluvialcs seu Elo- 

riites. Dumer. et Bibron. part.) 

1. Genus: EMYS. Wagl. (Emys. Brong. part Cis- 

tuda. Flemming et Say. part. Terrapene. Bell. part. 

Emy&.Wiegm, Cistuda. Gray, Dumer. et Bibron.) 

1. Sectio: Pyxidemys. (Terrapene et Emys. Merrem. 

part Terrapene. Fitz, et Bitgen. part. Kinoster- 

non et Sternothaerus. Bell. part. Sternothaerus. 

Wagl. Cistuda. Bonap.) 

1. E. Schneideri. Schweigg. (Test, lutaria et 

pusilla. Linn. part. Test, pulchella. Schöpf. — 

Test, clausa. Schöpf, part. Test, carinata? Shaw. 

Emys pulchella. Schweigg. Terrapene clausa. 

Merrem. part. Terrapene nebulosa. Bell. Emys 

clausa. Bonap. part Cistuda Carolina etEuropaea. 

Gray, part.) 

2. E. B e al e i. (Cistuda Bealei. Gray.) 

3. E. virgulata. Schweigg. (Test, carinata 

Linn. — Test, clausa Schöpf, part. Test, incarce- 

rata. Bonnat. Test, virgulata. Daudin. Terra- 
pene clausa. Merrem. part. Terrapene virgulata. 

Filz. — Terrapene maculata. Bell. Emys clausa. 

Bonap. part. — Cistuda Carolina. Gray, part.) 

k. E. clausa. Cuv. (Test. Carolina. Linn. part. 

_ Test, clausa. Bloch. Test, brevicaudata. La- 

cep. — Test, incarcerato- striata. Bonnat. Emys 

clausa. Schweigg. part Terrapene clausa. Merrem. 

part Cistuda clausa. Say. Terrapene Carolina. 

Bell. — Cistuda Carolina. Gray, part.) 



5. E. trifasciata. (Sternothaerus trifascia- 
tus Bell. Emys trifasciata. Voigt. Cistuda tri- 
fasciata. Gray.) 

6. E. Co uro. Lechenault. (Test, amboinensis. 
Daudin. — Emys amboinensis. Schweigg. Terra- 
pene amboinensis. Merrem. Terrapene Couro. 

Fitz. Kinosternon ainboinensc et Terrapene bi- 

color. Bell. Emys clausa. Bonap. part. Cistuda 

Amboinensis. Gray.) 

2. Sectio: Emys s. str. Bonap. (Emys. Merrem. et 
Fitz, part.) 

7. E. capensis. 

8. E. Ilofmanni. (Emys hellenica etorbicula- 
ris. Val.) 

9. E. curopaea. Schtceigg. (Test, orbicularis. 

Linn. . Test, curopaea. Schöpf, part. . Test. 

flava. Daudin. part. Emys lutaria. Schtceigg. part. 

Terrapene europaea. Bell. part. Cistuda Euro- 

paea. Gray. part. Emys pannonica. Michahelles.) 

II. Genus: CLBMMYS. (Emys. Brong. part.) *). 

1. Sectio: Clemmys s. str. (Emys Merrem, Fitz. 

Bell, Gray , Dumer. et Bibron. part. Clemmys. 

Bilgen, Wagl. et Wiegm. part. Terrapene. Bo- 
nap. part.) 

1. C. s p i n o s a. (Emys spinosa. Bell.) 

2. C. Hasseltii. (Test. Gronovii. Merrem. 

— Emys Hasseltii. Bote. Emys Dhor et dentata. 

Gray. 

3. C. Spengleri. (Test. Spengleri. Walb. 

Test, serrata. Shaw. Emys Spengleri. ScAweigy. 

— Test, tricarinata. Bory. _ Chelonura serpentina. 
Bonap. part.) 

4. C. cras sicollis. (Emys crassicollis. lieft. 

— Emys Belangen. Lesson.) 

5. C. Hamiltonii. (Emys Hamiltonii et sut 
tata. Gray. Emys Piquotii. Lesson.) 

6. C. T h u r gi i. (Test. Thurgii. Hamilt l'.my s 

Thurgii. Gray. Emys flavonigra. Lesson. 

7. C. trijuga. (Emys trijuga. Schweigg. 

8. C.Herman n i. (Emys Hcrrmanni. Schweigg. 

9. C teeta. (Test. Dura, Katuya , Pangshure 

et Khagraskata. Hamilt Emys teeta. Bell Emys 

Tectum et Kachuga. Voigt. Emys trigibbos;«. 

Lesson.) 

10. C. lincata. (Emys lineata. Gray., 

11. C. Batagur. (Test. Bat^igur et Haska. Un- 
mut. Emys Bat.igur et Baska. Gray, 



*) Hier muss wohl Platystcmon tnegacephaltun • 
eingeschaltet werden. 

16 * 



iU 



FITZINGER, SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCIIILDRRÖTEN. 



12. C. Rcevosii. (Emys Recvesii. Gray.} 

13. C. porphyrea. (Test, porphyrea. Daudin. 
Emys porphyrea. Schweiyy.) 

14. C. 1 u t a r i a. (Test, lutaria. Linn. part. — 

Test, europaea. Schöpf, part. Emys lutaria. 

Schweiyy. part. . Terrapene europaea. Bell. part. 

Emys vulgaris. Gray. Emys caspica. Gray. 

part. Emys Sigriz. Michahelles. Emys syriaca. 

Mus. Berol. Terrapene Sigriz. Bonap. — Emys 

iberica. Val.) 

15. C. caspica. (Test, caspica. Gmel. — Emys 

caspica. Schiveigy. Emys lutaria. Merrem. part. 

Clemmys caspica. Wayl. part. — Terrapene ca- 
spica. Bonap. Emys rivulata. Val.') 

16. C. melanocephala. (Test.melanoeephala. 
Daudin. Emys melanocephala. Schweiyy Clem- 
mys melanocephala. Rityen. — Emys Thurgii ? Gray.} 

17. C. p u n c tu 1 a ri a. (Test, punetularia. Dau- 
din. Emys punetularia. Schweiyy. — Chersine 

punetularia. Merrem.) 

18. C. Muhlenbergii. (Test. Muhlenber- 

gii. Schöpf. Emys Muhlenbergii. Schweiyy. — 

Chersine Muhlenbergii. Merrem. — Testudo fusca. 

Lesueur. Emys biguttata. Say. ^_ Emys fusca. 

Cuv. Terrapene Muhlenbergii. Bonap. — Emys 

Muhlenbergi. Gray.) 

19. C. p u n c t a t a. Wayl. (Test, orbicularis. Gmel. 

part. Test, guttata. Schneid. Test, punctata. 

Schöpf. Emys guttata. Schweiyy. Emys punctata. 

Cuv. Clemmys punctata. Rityen. Terrapene 

punctata. Bonap.) 

20. C. p i c t a. Wayl. (Test, pieta. Hermann. _ 
Test, cinerea Brown Emys pieta et einer. Schweiyy. 

— Test, oculifera. Kühl. Emys marmorea. Spix. — 

Terrapene pieta. Bonap. Emys Kuhlii. Gray.) 

21. C. concinna. (Test, concinna. Le Conte. 

Emys reticularia. Say. Emys concinna. Cuv. 

Terrapene concinna. Bonap. Emys vittata et 

kinosterneides. Gray. Emys reticularia. Gray. 

part.) 

22. C. geographica. (Test, geographica et 

pseudogeographica. Lesueur. Test, geographica. 

Le Conte Emys geographica. Say — Emys pseudo- 
geographica. Cuv. Terrapene geographica. Bonap. 

— Emys Lesueuri. Gray.) 

23. C. Bellii. (Emys Bellii. Gray.) 

24. C centrata. (Test, palustris. Gmel. _ 

Test. Terrapin. Schöpf. Test, centrata. Bosc. — 

Test, concentrica. Shaw Emys centrata. Schweiyy. 

Clemmys centrata. Rityen. Emys Terrapen. 



Voiyt. — Terrapene palustris. Bonap. Emys 

concentrica. Cuv.) 

25. C. ins eulpta. (Test, insculpta. Le Conte. 
_. Emys pulchclla. Cuv. part. _ Emys retieulata. 

Filz. — Terrapene scabra. Bonap. part. Emys 

speciosa Gray.) 

26. C. retieulata. (Test, retieulata. Bosc. 

Emys retieulata. Schweiyy. Terrapene retieu- 
lata. Bonap. Emys reticularia. Gray, part.) 

27. C. s er rata. (Test, scabra. Thunb Test. 

scripta. Schöpf — Test, serrata. Daudin. Test. 

rugosa. Shaw. part. — Emys serrata. Schweiyy. part. 

_ Emys scripta. Schweiyy. Terrapene serrata. 

Bonap. — Terrapene scabra? Bonap. Clemmys 

caspica. Wayl. part. — Emys decussata. Gray.) 

28. C. f'loridana. (Emys serrata. Schweiyy. 

part. — Test, floridana. Le Conte. Terrapene flo- 

ridana. Bonap. — Emys serrata. Gray, part.) 

29. C. ru briventri s. (Test, rugosa. Shaw. 

part. — Emys serrata. Schweiyy. part. Test, ru- 

briventris. Le Conte Emys serrata. Say. Emys 

rubriventris. Cuv. — Terrapene rubriventis. Bonap. 

Emys rugosa. Gray.) 

30. C. ornata. (Emys ornata. Bell. __ Emys 
annulifera. Gray.) 

31. C. lepros a. (Test, leprosa. Schöpf. 

Emys leprosa. Schweiyy.) 

32. C. lutesecns. (Emys lutescens. Schweiyy.) 

2. Sectio: Rhixnoclemmys. (Emys. Merrem, Filz. 
Bell, Gray, Dumer. et Bibron. part. Clemmys. 

Wayl. et Wieym. part Terrapene. Bonap. part.) 

33. C. dorsata. Wayl. (Test, amboinensis et 

scabra. Linn. Test, verrucosa. Walb. Test. 

orbicularis. Gmel. part. Test, dorsata et scabra 

Rctzii. Schöpf. Test, lutaria. Shaw, part Emys 

dorsata. Schweiyy. Emys scripta? et Terrapene 

tricarinata? Merrem. part. Emys dorsualis. Spix. 

— Terrapene scabra. Bonap. part. Emys scabra 

et Sebae. Gray.) 

34. C. Orbignyi. (Emys d'Orbignyi. Dumer.) 

3. Sectio: Pelusios. Wayl. (Terrapene. Merrem et 

Rityen. part. Sternothaerus et Knisternon. Bell. 

part. Sternotherus. Gray. Sternothaerus. Du- 
mer. et Bibron. Cinosternon. Wieym. part.) 

35. C. subnigra. (Test, subnigra. Lacep. — 

Emys subnigra. Schweiyy. Terrapene nigricans. 

Merrem. Kinosternon nigricans. Bell. — Emys 

clausa. Bonap. part Pelusios subniger. Wayl.\tdirt. 

Sternotherus subniger. Gray.) 



FITZINGER , SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCIHLDRRÖTEN. 



ij:> 



36. C. castanca. (Test, subnigra. Baudin. part. 

Emys castanca. Schweigg. Sternothaerus Lea- 

chianus. Bell. Emys Lcachii. Voigt. Pelusios 

castaneus. Wagl. Pelusios subniger. Wagl. part. 

Sternotherus castaneus. Gray.') 

4. Sectio: Cinosternon. (Terrapene. Merrem, Rit 

gen et Filz. part. Cistuda. Flemming et Say. part. 

Kinosternum. Spix. , Kinostcrnon. Bell et Gray, 

part. Sternothaerus. Bell. part. Kinosternum. 

Bonap. part. Cinosternon. Wagl. Wiegm. Dumer. 

et Bibron. part.) 

37. C. hirtipes. (Cinosternon hirtipes. Wagl. 

Kinosternon hirtipes. Gray. Cinosternon pen- 

sylvanicum. Wiegm. part.) • 

38. C. pensylvanica. (Test, pensylvanica. 

Gmel. Test, pensylvanica , sterno mobili. Schöpf. 

Emys pensylvanica. Schweigg. part. Terrapene 

pensylvanica et Boscii. Merrem, Kinostcrnon pen- 

sylvanicum et Sternothaerus Boscii. Bell. Kinos- 
ternum pensylvanicum et odoratum. Bonap. part. — 
Cinosternon pensylvanicum. Wagl.) 

39. C. scorpioidea. (Test, scorpioides. Linn. 

Test, tricarinata. Retzius. Test, tricarinata 

Retzii. Schöpf. — Test, fimbriata? Schöpf. — Test. 

lletzii. Baudin. Test. Pensylvanica. Shaw, part 

Emys scorpioidea et Retzii. Schweigg. Chersine 

scorpioides. Merrem. Terrapene tricarinata. Mer- 
rem. part Kinosternum longicaudatum et brevicau- 

datum. Spix. Terrapene scorpioidea et Retzii. Filz. 

Kinosternon Shavianum, longicaudatum et brevi- 

caudatum. Bell. — Emys tricarinata. Cuv Emys tri- 

porcata, odorata et Test, amboinensis. Voigt, part. 
Kinosternum pensylvanicum? Bonap. Cino- 
sternon scorpioideum et Clemmys tricarinata. Wagl, 

— Staurotypus triporcatus. Wagl. part. — Kinosternon 
scorpioides. Gray.) 

5. Se ctio: Sternothaerus. (Terrapene. Merrem et 

Fitz. part. — Emys. Merrem. part. Clemmys. Rit- 

gen.^-dxt — Cistuda. Flemming et Say. part. Ster- 
nothaerus. Bell. part. Kinosternum. Bonap. part. 

— Cinosternon. Wagl. Wiegm. Dumer. et Bibron. 

part. — Kinostcrnon. Gray, part.) 

40. C. odorata. (Test. pensylvanica, sterno im- 
mobili Schöpf. _ Test, odorata et glutinata. Baudin. 

_ Emys odorata. Schweigg. Emys pensylvanica. 

Schweigg. part. __ Emys glutinata et Terrapene 

odorata. Merrem. _ Clemmys glutinata. Ritgen 

Sternothaerus odoratus. Bell. _ Kinosternum odora- 



tum et pensylvanicum Bonap. part. Kinostcrnon 

odoratum. Gray. Kinostcrnon Pensylvanicum. 

Gray, part.) 

6. Sectio: Staurotypus. Wagl. (Terrapene et Ci- 
nosternon. Wiegm. part. Kinosternon Gray, part.) 

41. C. triporcata. (Terrapene triporcata. 

Wiegm. Emys triporcata. Voigt. Staurotypus 

triporcatus. Wagl. part. Kinosternon triporcatum. 

Gray.) 

III. Genus: HYDRASPIS. (Emys. Brong. part.)*). 

1. Sectio: Chelydra. Schweigg. (Emys Merrem. 

part. — Saurochelys. Latr Chelydra. Fitz. Wagl. 

Gray et Wiegm. Chclonura. Flemming, Say et 

Bonap. — Rapara. Gray. Emysaurus. Dumer. 

et Bibron.) 

1. II. serpentina. (Test, serpentina. Linn. 

Chelydra serpentina etlacertina. Schweigg. Emys 

serpentina. Merrem. Chclonura serpentina. Say. 

— Rapara serpentina. Gray. Saurochelys serpen- 
tina. Latr.) 

2. Sectio: Pelojwedusa. Wagl. (Emys. Merrem et 

Fitz. part. — Clemmys. Ritgen. part. Hydraspis. 

Bell et Gray. part. Clemmys. Wiegm. part. 

Pentonyx. Dumer. et Bibron.) 

2. H. Adansonii. (Emys Adansonii. Schweigg. 
Emys senegalensis ? Voigt.) 

3. H. oliv ac ca. (Emys olivacea. Schweigg. 

Test, senegalensis. Daudin Emys senegalensis. 

Cuv. Hydraspis galeata. Bell. part. Hydras 

pis subrufa. Gray, part.) 

4. II. subrufa. (Test, subrufa. Lacep. 

Test, badia. Bechst. Emys subrufa. Schweigg. 

Clemmys subrufa. Ritgen. Hydraspis galeata. Bell. 

part. — Pelomcdusa subrufa. Wagl. Hydraspis 

subrufa. Gray part.) 

5. II. p 1 anitia. (Test, planitia. Gmel. Emys 

planitia. Schweigg. Chersine planitia. Merrem.) 

6. II. galeata. (Test, scabra. Retzius. Tes- 
tudo scabra Retzii. Schöpf, part Test, galeata. Dau- 
din — Test.Galeata. Shaw — Emys galeata. Schweigg. 
Hydraspis galeata. Bell, part Emys scabra. Cur. 

— Emys scripta. Voigt, part. Pelomcdusa galeata. 

Wagl. Hydraspis subrufa. Gray, part.) 



*) Zu welcher Abtheilung von Hydraspis, Cuvicr's 
Emys caruneulata und tritentaculata , so wie Boie's 
Hydraspis paehyura zu ziehen seien . nage ich nicht 
zu entscheiden. 



126 



FITZINGER , SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCHILDKRÖTEN. 



3. Sectio: Hvdromedusa. Wayl. (Chclodina. Filz. 

part Hydraspis. Bell et Gray. part. — Clemmys. 

Wiegm. part. Platemys. Dumer. et Bibron. part.) 

7. II. M a xi m ili a n i. Gray. (Emys Ma\imiliani. 

Mikan. Chclodina Maximilani. Fitz. Hydrome- 

dusa Maximiliaiii. Wayl.) 

4. Sectio: Podocnemis. Wayl. (Emys. Fite, part 

Hydraspis. Bell et Gray. part. Clemmys. Wieym. 

part. Podocnemys. Dumer. et Bibron.) 

8. H. Tracaxa Bell. (Emys Tracaxa. Spix. 

Emys expansa. Voiyl. part. Podocuemis Tracaxa. 

Wayl. Emys bitentaculata. Cuv. — Emys barba- 

tula. Gravenh. Hydraspis barbatula. Gray. 

Hydraspis expansa. Gray. part. — Hydraspis biten- 
taculata. Gray. Hydraspis Dumeriliana ? plani- 

ceps ? Gray.) 

9. II. dumeriliana. (Emys Dumeriliana. 

Schweiyy. Emys macrocephala. Spix Hydraspis 

macrocepbala. Bell. Emys expansa. Voiyl. part 

Podocncmis Dumeriliana. Wayl. Hydraspis Du- 
meriliana. Gray.) 

10. II. expansa. (Emys expansa. Schweiyy. 

Emys Amazonica et erytbrocephala. Spix. Hy- 
draspis Amazonica. Bell. Podocncmis expansa. 

Wayl. Hydraspis expansa. Gray, part.) 

11. H. lata. Gray. 

12. H. gibba. (Emys gibba Schweiyy. Rhi- 

nemys gibba. Wayl. Hyd. Cayenncnsis. Gray, part.) 

13. H. cayenncnsis. (Emys cayenncnsis. 
Schweiyy. Hydraspis Cayenncnsis. Gray, part.) 

5. Sectio: Phryimops. Wayl. (Chclodina. Fitz. part. 
Hydraspis. Bell et Gray, part Clemmys. Wieym, 

part Platemys. Dumer. et Bibrqn. part.) 

14. H. Macquarii. (Emys macquaria. Cuv — 
Emys Macquaria. Voigt. Hyd. Macquarrii. Gray.) 

15. 11. d i s c o 1 o r. (Test, discolor. Thunb Emys 

discolor. Schweiyy. — Hyd. planiceps. Gray, part.) 

16. H. g e o f f r o a n a. (Emys geoffroana. Schweiyy. 

— Emys viridis. Spix. Chclodina geoffroana. F*7& 

— Hydraspis viridis. Bell Emys nasuta. Voiyt. part. 

— Phrynops Geoffroana. Wayl. _ Hydraspis plani- 
ceps. Gray, part.) 

6. Sectio: Platemys. Wayl. (Emys. Merrem et Fitz. 

part. — Clemmys. Rityen. part. Chclodina. Cuv. 

part. _ Hydraspis. Bell et Gray. part. _ Clemmys. 
Wieym. part _ Platemys. Dumer. et Bibron. part.) 

17. H. p 1 a n i c e p s. Bell. (Test, planiceps 
scu platycephala. Schneid. _ Testudo martinella. 
Daudin. — Emys planiceps. Schiveiyy. __ Clemmys 



planiceps. Rityen. — Emys canaliculata. Spix. 

Emys platiccphala. Cuv. — Platemys planiceps et 
canaliculata. Wayl.) 

7. Sectio: Rhinemys. Wayl. (Emys. Merrem. part. 

Chclodina. Filz, et Cm\part Hydraspis. Bell vi 

Gray. part. Clemmys. Wieym. part. Platemys. 

Dumer. et Bibron. part.) 

18. II. c o n s t r i c t a. Gray. (Emys constrieta et 
contraeta. Cuv.) 

19. H. r a d i o 1 a t a. Gray. (Emys radiolata. Mi- 
kan. Emys depressa. Spix — Chclodina radiolata. 

Fitz. Hydraspis depressa. Bell. Rhinemys ra- 
diolata. Wayl. Hydraspis planiceps. Gray, part.) 

20. II. depressa. Gray. (Test, orbicularis. 
Gmel. part. Emys nasuta. Schweiyy. — Test, de- 
pressa. Pr. Maximil. Emys depressa. Merrem. — 

Emys galeata ? Merrem. Emys stenops. Spix. — 

Rhinemys nasuta. Wayl. Hyd. rufipes. Gray, part.) 

21. H. rufipes. Bell. (Emys rufipes. Spix. — 

Emys nasuta. Voiyt. part. Rhinemys rufipes. Wayl. 

Hydraspis rufipes. Gray, part.) 

8. Sectio: Hvdrasris s. st. (Emys. Merrem. part. 

Chclodina. Filz. Cuv. Dumer. et Bibron. part. 

Hydraspis. Bell, part Clemmys. Wieym. part 

Chclodina. Gray.) 

22. H. 1 o n g i c o 1 1 i s. Bell, (Test. longicollis.ÄÄ«?/-. 

Emys longicollis. Schweiyy. Chclodina longi- 

collis. Fitz, et Gray.) 

9. Sectio: Tetronyx. Lesson. (Chclodina. Dumer. 

et Bibron part.) 

23. II. Lessonii. (Trionyx Cuvieri. Gray. _ 
Tetraonyx et Tetronyx longicollis. Lesson.) 

Species fossiles e tribu Rostratorum. 

a. Clemmys? Grayi (Emyde du Jura. Cuv. 

part. Emys Hugi. Gray. — Emys Jurensis. Ke- 

ferst. part.) 

b. Clemmys? Mantellii. (Emyde de Sus- 
sex. Cuv. _ Emys Mantelli. Gray.) 

c. Clemmys? Cuvieri. (Emyde des Molas- 
ses de la Dordogne et de la Suisse. Cuv. _ Emys 
Cuvieri. Gray.) 

d. Clemmys? Parkinsonii. (Emyde de 
Sheppey. Cuv. Emys Parkinsonii. Gray.) 

e. Clemmys? Hugii. (Emyde du Jura. Cuv. 

part. Emys Hugii. Gray Emys Jurensis. Ke- 

fest. part.) 

f. Clemmys? triony choide s. (Emyde du 

Jura. Cuvier part. Emys Trionychoides Gray. — 

Emys Jurensis. Keferst. part.) 



FITZINGER, SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SCHILDRRÖTEN. 



J:»? 



ff. C 1 e m m y s ? C a m p e r i. (Emyde de Bruxel- 
les. Cuv. Emys Camperi. Grat/.) 

h. Clcrarays'? L uc iL (Emyde Deluc. Bourde. 

Emyde des Sables d'Aste. Cuv. Emys Lucii. 

Gray. Emys Delucii. Ke ferst.) 

i. Clemrays? Parisiensis. (Emyde des Pla- 
trieres de Paris. Cuv, — Emys Parisiensis. Gray.) 

k. C 1 e m m y s ? Wagler L (Eurysternum. Wagl.) 

I. Clemmys?Kargii. (Test, orbicular. ? Karg.) 

m. Clemrays? Bravardii. 

n. Clemrays? Cliftii. 

0. Clemrays? Schlothcimii. 

p. Hydraspis? Ocningensis. (Chelydra 
Oeningensis. Bell.) 

IL Tribus: Mandibulata. 

(Nasen -Schildkröten, Oken. Chelydoidea. Fitz. 

Emydidae Bell. part. Chelydae seu Chelydidae. Gray. 

part. Chelina. Bonap. Chelydae. tf'iegm. __ Fluvia- 

les seu Elodites. Dumer. et Bibron. part.) 

I. Genus: CHELYS. Dumer. (Matamata. Merrem et 

Bitgen. Clielys. Oppel, Cuv. Fitz. Bell, Wagl. 

Gray et Wiegm.) 

1. C. fimbriata. Dumer. (Test, fimbria. Gmel. 

Test, fimbriata. Schneid, part. — Test. Raparapa. 

Fermin. Test, matamata. Daudin — Cbelys spec. 

nova? Geoffr. Matamata fimbriata. Merrem. 

Chelys Matamata. Oppel, Wagl. et Gray. Chelys 

fimbria. Guerin.) 

An huc Test, bispinosa. Daudin Chelys bispi- 

nosa. Schweigg. Matamata bispinosa. Merrem. ? 

III. Tribus: Labiata. 

(Zungen-Schildkröten. Oken. Trionychoidea. Fitz. 

Trionychidae. Bell. Trionycidae seu Trionychidae. 

Gray. Chilotae. IViegm. Paludini seu Potamites. 

Dumer. et Bibron.) 

I. Gejjus: TRIONYX. Geoffr. (Amyda. Schweigg. _ 

Trionyx. Schweigg. Oppel, Merrem, Bitgen, Cuv. 

Fitz. Bell et Wiegm.) 

1. Sectio: Trionyx s. str. (Trionyx. Wagl. et Wiegm. 
— Emyda. Gray. Cryptopus. Dumer. et Bibron.) 

1. T. granosus. Schweigg. (Test, granosa. 

Schöpf, part. Test, granulata. Daudin. Trionyx 

Coromandelicus. Geoffr Emyda punctata. Gray.) 

2. Sectio: Aspidonectes. (Aspidonectes. Wagl. et 
Wiegm. part. — Trionyx. Gray. part. Gymnopus. 

Dumer. et Bibron. part.) 

2. T. javanicus. Geoffr. (Test, cartilaginea. 
Schlosser et Boddaert. _ Test, membranacea. Blu- 
menb. — Test. Boddacrti. Schneid. Test, rostrata. 



Thunb. Test, rostrata. Schöpf, part. Test. Fc- 

rox? Shaw. — Trionyx stellatus. Geoffr. et Merrem. 

Trionyx carinatus. Geoffr. et Merrem. part. 

Trionyx javanicus. Schweigg. et Gray. Trionyx ja 

vensis. Oppel — Trionyx aegyptiacus. Sc hweigg. part. 

Aspidonectes javanicus. Wagl. Test. Gotaghol. 

Hamilt. _ Trionyx JViloticus ? Gray.) 

3. T. aegyptiacus. Geoffr. (Test, triunguis. 

Forskai. Test, rostrata? Schöpf. Test, granosa?. 

Schöpf, part Test. Ferox? Shaw Test, rostrata. 

Daudin. part. Trionyx Aegyptiacus. Schweigg. 

part. Aspidonectes aegyptiacus et niloticus. Wagt 

Trionyx JN'iloticus. Gray, part.) 

4. T. Hurum. Gray. (Test. Hamm, Chim et 
ocellata. Hamilt Trionyx occllatus. Voigt Trio- 
nyx gangeticus. Guerin et Lesson.) 

5. T. in dien s. Gray. (Trionyx gangeticus. Cur. 

Aspidonectes gangeticus. Wagl. Trionyx Egyp- 

tiacus, Indicus. Hardw. Test. Chitra. Hamilt.) 

3. Sectio: Platypeltis. (Aspidonectes. Wagl. et 
Wiegm. part. — Trionyx. Gray. part. Gymnopus. 

Dumer. et Bibron. part.) 

6. T. Brongniarti. Schweigg. (Trionyx cari- 
natus. Geoffr. part. — Aspidonectes carinatus. Wagl. 
— Trionyx ferox. Gray, part.) 

7. T. ferox. Schweigg. (Test, ferox. Gmel. 

Test, ferox et verrucosa. Schöpf. Test, mollis. Bon 

nat. Test. Ferox. Shaw. part. Test, ferox et 

Bartrami. Daudin. Trionyx Georgiens et Chelys 

species. Geoffr. — T. spiniferus et occllatus. Lesueur. 
Aspidonectes ferox. Wagl. T. ferox. Gray, part.) 

4. Sectio: Pelodiscüs. (Aspidonectes. Wagl. et 
Wiegm. part. Trionyx. Gray. part. Gymnopus. 

Dumer. et Bibron. part.) 

8. T. sinensis. Wiegm. (Aspidonectes sinen 
sis. Wiegm.) 

9. T. labiatus. Bell. 

5. Sectio: Amyda. (Aspidonectes. Wagl. et Wiegm. 
part. Trionyx. Gray. part. Gymnopus. Dumer. 

et Bibron. part.) 

10. T. subplan us. Geoffr. (Aspidonectes suh- 
planus. Wagl. Trionyx granosus? Voigt.) 

11. T. muticus. Lesueur. (Aspidonectes mu 
ticus. Wagl.) 

12. T. e u p h r a t i c u s. Geoffr. (Test, euphra - 
tica seu Rascht. Olivier.) 

Species fossiles e tribu Labiatoruin. 
a. Trionyx Parisiensis. Gray. (Triony v 
des Platriercs de Paris. Cuv.) 



128 



FITZINGER , SYSTEMATISCHE ANORDNUNG DER SC1IILDRRÜTEN. 



b. Trionyx M a nno ir i. (Trionyx Maunoir. 

Bouräel. Trionyx des Platricres d'Aix. Cuv. 

Trionyx Manouri. Gray.*) 

c. Trionyx L a u r i 1 1 a r d i i. Gray. (Trionyx 
des Molasses de la Gironde. Cuv.) 

d. Trionyx Amansii. Gray. (Trionyx des 
graviers de Lot et Garonne. Cuv.) 

e. Trionyx D o d u n i i. Gray. (Trionyx des 
graviers de Castelnandary. Cuv.) 

f. Trionyx Lockardi. Gray. (Trionyx des 
Sables d'Avaray. Cuv.) 

y. T r i o n y x M a n t e 1 1 i i. (Trion. Mantelli. Gray.) 
h. Trionyx Partschii. (Trionyx aus dem 
Leytha-Grcbkalke. Part seh.) 
i. Trionyx Cliftii. 
k. Trionyx S chlo th ei in ii. 

III. Familia: Oiacopoda. 

(Testudincs marinae, Gmel. Chelonii. Oppel. 

Pinnata. Merrem. Haut- Schildkröten. Oken. Gym- 

nopodi. La.tr Eretmochelones seu Halichelones. Rügen. 

Phyllopodochelonc-s , Chersydrochelones seu Amydae. 

Ritgen. part. Carettoidea. Fitz. Cheloniadae et Sphar- 

gidae. Bell. Oiacopodes. Wagl. Chelonina et Sphar- 

gidina. Bonap Cheloniadae. Gray Chelonae. Wiegm. 

Marini seu Thalassites. Dinner, et Bibron.) 

I. Genus: CHELONIA. Bell. (Chelonia. Brony. et 

Oppel. part Chelonia. Cuv. Wayl. Gray, Wiegm. 

Dumer. et Bibron. Caretta. Merrem et Filz.) 

1. Sectio: Chelonia s. str. (Caretta et Chelonia. 
Rityen. Chelone. Rityen. part.) 

1. C. imbricata. Cuv. (Test, imbricata, Ca- 
retta et Mydas. Linn. part. Test. Caretta et My- 

das. Daudin. part. Chelonia imbricata. Schweigg. 

part. Caretta imbricata. Merrem. Caretta na- 

sicornis. Merrem. part. Chelonia imbricata. Wagl. 

et Gray. Chelonia pseudo-caretta. Lesson.) 

An huc Test, rngosa. Van Ernest! 

2. C. v i r g a t a. Dumer. (Test, semimembranacea. 

Herrn. Test. Caretta. Daudin. part. Chelonia 

virgata. Schweigg. et Cuv. Chelonia virgata. Wagl. 

part. — Chelonia Mydas, virgata. Gray. Chelo- 
nia bicarinata. Lesson.) 

3. C. maculosa. Cuv. (Chelonia lachrymata. 
Cuv. — Chelonia Mydas, maculosa et lachrymata. 
Gray. — Chelonia Mydas. Lesson. part.) 

4. C. cepedeana. (Test, alba Schlössen. Bod- 
daert. — Test, eepediana. Daudin. Chelonia My- 
das. Schweigg. et Gray. part. Caretta Cepedii. 

Merrem. — Caretta esculenta et nasicornis. Merrem. 
part. Chelonia Caretta. Gray, part.) 



An huc Test, japonica. Thunb. Chelonia ja- 

ponica. Schweiyy. et Rityen. Caretta Thunbcrgii. 

Merrem. Chelonia Mydas, Japonica. Grayl) 

5. C. Mydas. Cuv. (Test, macropus. Walb. — 

Test. Mydas. Linn. part. Test. Mydas et Caouana. 

Daudin. part. Chelonia Mydas. Schweigg. et Gray. 

part. Caretta esculenta, nasicornis et Ccphalo. 

Merrem. part. Chelonia Midas. Wayl. — Chcl. 

pseudo-mydas. Lesson Chcl. Mydas. Lesson. part.) 

2. S e c t i o : Thalassochelys. (Chelone. Ritgen. part.) 

6. C. a t r a. (Test. Gigas. Walb. _ Test. atra. Linn. 

Test. Mydas. Linn. et Daudin. part — Chel. Mydas. 

Schweigg. et Gray. part. _ Caretta atra. Merrem. _ 
Chelonia Pelasgorum. Val.) 

7. C. oliv ac ca. Eschholtz. (Chelonia Caretta, 
olivacca, Gray.) 

8. C. Caouan a. Schweigg. (Test. corticata. Ron- 
del. _ Test, arcuata. Catesby. _ Test. Caretta, Mydas 

et imbricata. Linn. part. Test. Cephalo. Schneid. 

_ Test. Caretta. Schöpf. _ Test. Caouana. Lacep. 

_ Caretta Cephalo et nasicornis. Merrem. part 

Chelonia Caretta et radiata. Cuv. _ Chelonia vir- 
gata. Wagl. part. _ Chelonia Mydas, radiata. Gray. 
Chelonia Cephalo. Ijesson.) 

II. Genus: DERMATOCHELYS. Wagler. (Chelonia. 

Brong. et Oppel. part. Sphargis. Merrem , Fitz. 

Ritgen, Bell, Cuv. Gray, Wiegm. Dumer. et Bibron. 

Dermochelys. Blainv. et Lesueur — Scytina. Wagl. 

Coriudo Flemming.) 

1. D. coriacea. (Test, coriacea seu Mercurii. 
Rondel. Test, tnberculata. Pennant. — Test, co- 
riacea. Linn. Chelonia coriacea. Schweiyy. — 

Sphargis mercurialis. Merrem et Bell. — Dermato- 

ehelys porcata. Wagl. Chelonia Lyra. Bory. — 

Sphargis tubercul. Gravenh. — Sph. coriacea. Gray.) 

2. D. atlantica. (Dermoch. atlantica. I>eswewr. 
_ Sphargis atlantica. Cuv. __ Sph. Atlantica. Gray.) 
Species fossiles e familia Oiacopodorum. 

a. Chelonia H o f in a n n i. Gray . (Chelonie de 
Maestricht. Cuv. _ Chelonia cretacea. Keferst.) 

b. Chelonia Knorrii.(Chel. de Glaris. Cuv._ 
Chelonia Knorri. Gray. _ Chel. glaricensis. Keferst.) 

c. CheloniaCu vieri. Gray. (Chelonie de Lu- 
neville. Cuv. Chelonia Lunevilliensis. Keferst.) 

d. Chelonia Mantellii. 

e. Chelonia Wagleri. 

f. Chelonia Harvicensis. Gray, 
y. Chelonia antiqua. Gray. 

h. C h e 1 o n i a F i s c h e r i. (Chel. radiata.F/scÄ.) 



BEMERKUNGEN 



ÜBER DIE 



FLORA DER SUDSEEINSELN 



V o s 



STEPHAN ENDLICHER. 



(ERSTE ODER BOTANISCHE ABTHEILING) 

Mit vier K u p fe rt afein. 



17 



Die unzählige Menge grösserer und kleinerer Inseln, welche über das zwischen den Küsten 
Asiens und Amerikas wogende Weltmeer, welches man gewöhnlich mit dem \amen des stil- 
len Oceans zu bezeichnen pflegt, zerstreut sind, werden von den Geographen mit Recht 
als zu zwei verschiedenen Systemen gehörig betrachtet; indem sie die theils vereinzelten, th< ils 
in Gruppen gesammelten Inseln, die in grösserer Entfernung von den beiden Continenten, von 
den Eisfeldern der südlichen Polar-Zone bis zum 40° N.B. angetroffen werden, als ein Ganzes, 
unter den Namen Australien oder Oceanien begreifen, während sie die andern, weicht 
vom 40° N. B. bis zur arctischen Region, meistens in der Nähe des festen Landes gefunden 
werden , entweder zu Asien oder zu Amerika rechnen. 

Als Glänzen der Inselwelt Australiens oder Oceanien s, werden im Süden die an- 
tarktische Polar-Zone, im Osten die Westküste Amerikas, im Norden der 40° V B., 
im Westen aber die Meerenge von Malacca, das chinesische Meer und die Ostküsten 
der Insel F ormosa, der Liou-kiou-Inseln und Japans bestimmt. 

Der berühmte französische Weltumsegier Capitän Duinont d'Urville hat vorzüg- 
lich zum Behufe seiner Untersuchungen über die Vertheilung der Menschen -Racen auf den 
Inseln der Süd -See, und zum Theile aliein auf diese gestützt, eine Eintheilung Oceanien s 
in vier Regionen : Ost-Oceanien oder Polynesien, Nord -Oceanien oder Micronesicn , 
West-Oceanien oder Malaisien, und S ü d - O c e a n i e n oder Melanesien vorgeschlagen * ). 

Ost-Oceanien oder Polynesien j welches nach d'Urville die Archipele der San d- 
wichs-, Marquesas-, Fischer-, Ges eil seh afts- und F r eun d s ch afts - 1 us e I n 
nebst Neu-Zeeland begreift, wird von einer olivenfarbigen Menschen - Race bewohnt, die 
der geheimnissvollen Superstition des Tahou unterworfen, den Gebrauch von Bogen und Pfeil 
nicht kennte aber aus gährenden Pflanzenstoffen ein berauschendes Getränk (Kawa) zu berei- 
ten versteht, und in einem geregelten gesellschaftlichen Zustande lebt. 

Nord -Oceanien oder Micronesien , welches aus den K i n g s m i 1 1- , Gilbert-, 
Marshall-, Radak- und P el e w- In se In, den Carolinen und Mariannen besteht, 
hat keine ganz homogene Bevölkerung. Die Bewohner dieser Inseln, von lichterer Farbe, 
schmächtigerem Körperbaue und einem längeren Schnitte des Gesichtes als die Polynesier, 
wissen nichts von den Gebräuchen des Tabou ; Bogen und Pfeil sind ihnen jedoch gleichfalls 
unbekannt, und zum Gebrauche des Kawa kommt auf den östlicheren Inseln noch der Genuss 
des Betel und Acec. 

West-Oceanien oder Malaisien _, wie es Herr d'Urville genannt hat, besteht aus 
den Sun dai sehen Inseln, den Molukken und Philippinen. Die Bewohner dieses 
Theiles von Oceanien sind in. zahlreiche Völkerschaften , die zum Theile ganz verschiedene 



*) Notice sur les lies du Grand-Ocean, lue ä ki societc de Geographie deParis, dans sa seaiuc du 3. Jauv. 1832. 
Voyage de la Corvette l'Astrolabe, Hisloire du Foyage. Tom. IL />. 611 _ 630. 

17 * 



ir,2 ENDLICHE«, ÜBEB DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 

Sprachen reden, zersplittert; scheinen aber sämmtlich zum grossen Stamme der Malayen zu 
gehören. Reis ist ihre Hauptnahrung; sie sind dem Genüsse des Betel und Opium ergeben, 
und ein Theil von ihnen hat den Islam angenommen, der auf einigen der östlicheren Inseln, 
mit einheimischem Aberglauben auf eine seltsame Weise gepaart ist. Auf den Philippinen 
wird die tagaus che und bisayische Sprache gesprochen, während auf den Sun- 
dais c h e n Inseln und auf den M o 1 u k k e n , w enigstens an den Küsten, das Malayische 
Idiom vorherrschend zu sein scheint. 

Süd-Oceanien oder Melanesien, von wilden, häufig mit Bogen und Pfeil bewaffneten 
schwarzen Völkerschaften, die grösstentheils zu einem Zustande der tiefsten geistigen und physischen 
Entwürdigung herabgesunken sind, bewohnt, begreift ausser Neu-Holland (Australien) 
mit der Insel Van-Dieinen (Tasmanien) , noch Neu-Guinea, Neu-Caledonien, die 
Archipele der Louisiade, Neu -Britannien, Neu-Ireland, die Salamons-In- 
seln, die Inseln von Santa Cruz (Nitendi) , die Neuen-Hebriden, die Loyal ty- 
Island's und den Archipel Viti oder Fidgi. 

Bei einer Untersuchung über die Verbreitung der Pflanzen auf den Inseln der Süd -See, 
wie wir sie in den nachfolgenden Blättern anzustellen die Absicht haben, muss das Gebiet 
von Oceanien jedoch nicht nur in bei weitem engere Gränzen eingeschlossen werden, son- 
dern wir werden auch gezwungen sein, das über eine so ungeheuere Strecke des Weltmeers 
zerstreute Land in mehrere Regionen einzutheilen ; eine Eintheilung , deren Begründung frei- 
lich erst aus den Resultaten der ganzen Untersuchung hervorgehen kann, hier aber nothw endig 
vorausgesetzt werden muss. 

D'Urvilles Melanesien _, welches eine grössere Ausdehnung festen Landes in sich be- 
greift, als das ganze übrige Oceanien zusammengenommen *), kann schon aus diesem Grunde 
nicht mit in den Kreis unserer Untersuchung gezogen werden; indem hier, wo es ganz eigent- 
lich darauf ankommt, den Einfluss des Inselklimas auf die Vegetation in seiner eigenthümlich- 
sten Besonderheit aufzufassen, ein vom Meere umflossenes Land, von so ungeheuerer Ausdeh- 
nung wie Neu-Holland, nimmermehr als eine Insel angesehen werden darf. Ueberdiess 
besitzen wir aus der Feder eines der grössten jetzt lebenden Naturforschers, eine auf die reichste 
Selbstanschauung gebaute, eben so umständliche , als eindringliche Schilderung der merkwür- 
digen Küstenvegetation Neu-Hollands, mit Einschluss der Van Diemens-Insel, dass 
wir diese, als in ihren Resultaten für die Pflanzen-Geographie allgemein bekannt, werden vor- 
aussetzen können 2 ). 

Neu-Guinea, welches nach den wenigen Daten, die erst ganz neuerlich über die reiche 
Flora dieser Insel von 13400 □ M. Ausdehnung, zu unserer Kenntniss gelangt sind 3 ) , die 



') Wir rechnen auf Melanesien etwa 106,900 □ Meilen, auf Malaisien 40,000 □ Meilen, auf das übrige Oceanien 
65,000 □ Meilen. 

2 ) General Remarks geographica! and systematical on tlie Botany of terra Australis by Rob. Brown Esq. in 
Capt. Flinder's Voyage to Terra, Australis Lond. 1814. Vol. 2. App. III. />.533_613. (11. Brown' 's verm. Schrift. 

Thl. I. S. 1 166.) View of the Vegetation on the shores of Swan - River by R. Brown Esq. in Journal of 

t/te royal geograp/tical Society. Lond. 1831. Vol. I. p. 17_21. (Verm. Schrift. Thl. V. p. 301_312.) Als ergän- 
zender Anhang zu Brown's Bemerkungen über die Vegelationsverhältnisse auf N e u -H o 1 1 an d ist noch ein 
Aufsatz Cunn inghams im Anhang zu Capt. Rings Beise (Lond. 1827. Vol. II. p. 497_533) zu nennen. 

') Nachstehendes Verzeichniss der von Zippelius (m. s. Konst. en Letlerbodc 1829. 8. MaiNo.9 und Flora 
oder botanische Zeitung 1829. Vol. I. p. 281. ss.) Macklock (m. s. Bydragen tot de nat. wetensk. V. No. 11. 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜD SEEINSELN. 133 

Vegetation der tropischen Nord - Ost - Küste Neu-Hollands mit der 8 fid - 1 n d i en s zu ver- 
mitteln scheint, ist noch viel zu wenig bekannt, um in eine mehr in's Besondere eingehende 
Untersuchung gezogen zu werden ; und muss gleich den anderen Vorlanden Asiens, den Sun- 



p. 142. 1830. und Bulletin des scienc. nat. XXI F. 67.) und Lesson (Foyage de l'Astrolabe. Scrlum Astrola- 

bianum p. XVI XXIII.) auf verschiedenen Puneten der Rüste von Neu - Guinea gesammelten Pflanzen, mag 

einen Vorgeschmack der Flora dieser Insel geben. 

PLANTAE CELLULARES. Lichenes. Parmelia perlata Ach. (L.) _ Collema Röttleri Ach. (L.) _ 
Hepaticae. Jungermann ia atrata Sw. (L.) Musci. Hypnum delicatulum Bvid. (L.). 

PLANTAE VASCÜLARES. ENDOGENAE. Lycopodiaceae. Lycopodium Ürvillei Bory Coq. t. 25 (L.) 

— Fimces. Asplenium pteropus Kaulf. (L.) Nephrodium propinquuin R. Br. (L.) Aspidium 

glaberrimum A. Rieh. sert. Astrolab. p. XVIII. (L.) A. ürvillei Bory. (L.) _ A. Linnaei Bory. (L.) _ 

Asplenium cyatheaefolium A. Rieh. I. c. (L.) Vittaria zosteraefolia Bory. (L.) Acrostichum spe- 

ciosum Willd. (L.) Lygodium circinnatum Sw. (L.). (Filicum spp. 25 ex Zippelio.) Gramineae. Eleu- 

sine indica L. (31.) _ C ento theca lappacea Des/. (L.) __ Poa latifolia Poir. (L.) _ Orthopogon com- 

positus R. Br. (L.) C ench ru s spinifex? Cav. (L.) Panicum hirsutum Poir. (L.) P. multinode Lam. 

(L.) _ (Panici 2 spp. ex Zipp.J _ Saccharum spontaneum L. (L.) _ Nastus plicatilis 31. (M.) B a m- 

busae arundinaceae var. (31.) Olyra officinalis 31. (31.) Coix lacryma L. (L.) _ Cyperaceve. Cype- 

rus longifolius Poir. (L.) _ Ryllingia monoeephala L. (L.) _ (Kyllingiae. sp. M. Caricineai Zipp.J _ 

Jüncaceae. Flagellaria indica L. (L.) (Junceae 1 sp. Zipp.J Commelyvaceae. Commelyna sp. (L.)_ 

Asphodeleae. Sanseviera scandensM. (M.)_Asparageae. Forrestia hispida A. Rieh. sert. Astrolab 1. 1. 

Smilaceae. Ripogonum latifolium M. (Sinilax latifolia Bl.) (31.) _ Orciiideae (Spp. 2. ex Less. Spp. 25. 

ex Mackl. Spp. 50. ex Zipp.) Scitamixeae. Maranta dichotoma L. (L.) Phrynium dichotomum 

Roxb. (L.) — Thalia cannaeformis Forst. (L.) Alp in iae sp. (L. Z.) Cos t i spp. (Z.) Gl o b ba c spp. 

(Z.) _ Amomi sp. (Z.) _ * Calypteris miniata Zipp. (Z.) _ * Nyct oph y 1 ax alba Zipp. (Z.) _ Aroi- 

deae. Dra conti um tenerum Wall. (L.) Pothos scandens L. (L.) P. amplissima 31. (31.) P. euneata 

31. (31.) _ P. subulata 31. (31.) _ P. vaginata 31. (31.) _ P. nigrescens 31 (31.) _ Pavhaveae Pandanus 
odoratissimus L. (L.) _ P. latissiinus M. (31.) _ P. pendulinus 31. (31.) _ (Pmdaneae 6 spp. ex Zipp.) _ 

Palm VE. Sagus Rumphii L. (L.) S. microcarpa M. (M.) S. microsperma AI. CM.) Areca oleracea /.. 

(E.) — A. communis M. (M.) A. procera 31. (M.) _ A. macrocalyx ^/. (M.) Cocos nueifera L. (L.) _. 

Licuala pendulifera M. (M.) _ Ceratolobus plicatus ilf . (M.) __ Calamus barbatus 3f. (M.) _ C. lu-- 
teracanthus 31. (M.) _ * Orania regalis Zipp. (Z. M.) __ D ry m o ph 1 a e i 2 spp. (Z.) _ (LrUrlea lepros < 
und monogyna) (M.) _ Cycadeae. Cycas circinalis L. (L.). 

EXOGENAE. Taxineae. Podocarpus thevctiaefolius Zipp. (Z.) * Sarcocalyx ininiatus Zipp. ('/..) 

— Gasuariheae. Casuarina equisetifolia Forst. (M.) Amentaceae. Fagi sp. (Z.) Urticeae. Scia- 

philae sp. (Z.) _ Procris canescens? Vent. (L.) _ (Procris 3 sp.) (Z.) _ (Urticeae spp. 10) (M.) _ 

Artocarpeae. Artocarpus incisa L. (L) _ Ficus Novae Guincae Zipp. (Z.) __ F. rubra L. (Z.) F. poli- 

toria L. (Z.) _ F. heteroneura Bl. (Z.) _ F. cuspidata Bl. (Z.) _ F. angustifolia £/. (Z.) _ F. graewiaefolia #/. 

(Z.) — Moreae. Morus altissima 31. (M.) Amarvntaceae. Achyranthes prostrata Lam. (Im.) ßsGO*u- 

ceae. Begonia hispidissima 31. (M.) (2 spp. ex Zipp) _ Laurineae. Cryplocarya lnacrophvlla M. (M.)_ 
Persea xanthonora M. (M.) _ Myristiceak. Myristica leptocarpa 31. (M.) _ M. microcarpa M. (M.) _ 
M. macrophylla 3I.(M,)_M. pennaeformis 31. (M.)_ M. glaucestens 31. (M.)_ Tiiymeleae. D a i s parviflorn M. 
(M.) _ D. macrophylla^/ (M.) _ Passerina littoralis 31. (M.) _ Proteaceak. Embothrium? lcucocar- 
inim M. (M.) _ Synamtherae. Ca sal ia soncliifolia Willd. (L.) _ B ide ns cliinensis Willd. (M.) flüdens 1 sp. 
L-) — Vernonia lilacina M. (M.) (Vernonia 1 sp. I.) ._ Adenostemma viscosum Forst. (L.) _ Vcrbc- 
sina littoralis 31. (TVI.) (V. nodißora? L. Less.) _ Loiieliaceye. Scacvola tomentosa .)/. (M.) _ Sc.Rünigii 

Vahl. (L.) — Erexaceae. Diospyros maritima 1/. (M.) Sai-otaceae. Sideroxylon orichalciuin Zipp. 

(Z. et M.) __ Lucuma ferruginea 31. (M.) _ L. lanceolata M. (M.) — L. pomifera 31. (31.) _L. tomentosa )/ 
(^•) — Chr y s o phy llum stamineum M. (M.) <_ Ch. f'errugineuin J/. (31.) 31\usim:ae. Aegiceras ni- 
gricans A. Rieh. sert. Astrolab. t. 21. _ (Avicenniae 1 ^.Zf/)/)J_Baeobotrys verrucosa^/. (31.) _ B. vir- 
gata 31. (31.) — Sapotaceae. Inocarpus cdulis Forst.— Acavthvceae. Justicia repens ? L. (L.) _ J.lon- 
giflora Fahl. (L.) _ J. albiflora 31. (31.) _ Era nthe m u m subhastatum 31. (31.) _ E. brcvtaolkkn .)/. ( 11.) 
E. gandarussaefolium 31. (31.) _ Ruellia discolor Bl. ('/..) _ R. mutabilis Zipp. (R. variabilis 31?) _ Stro- 
bilanthes virgata Bl. ('/..) _ Vekbexaceve. Clerodendrum infortunatum /.. (L.^ _ Callicarpa ma- 
crophylla Fahl. ? (L.)_ C. lanceolaria Roxb. ? (L.)_ C. attenuata IV all. (L.)_C. Cnmata 31. (31.) _ Pro m n ;. 



134 ENDLICHER, ÜBEB DIE FLORA DEU SÜDSEEINSELN. 

d a i s < hj&n Insel n, den INI o 1 u k k e n und P hi 1 i p p i n e n (d'U r v i 1 1 e s Malaisie/i), die theils 
wegen ihrer Ausdehnung, iheils auch wegen ihrer geringen Entfernung unter einander und vom 

cuspidata 31. (31.) _ Vo 1 lt a nieri a inermis L. (L.) Tcctona grandis L. (L.) Labiatae. Ocyraum 

sanctuin L. (L.) Scutellaria rupestris Bl. (31.) Bignoniaceae. Bignonia rhodacantha M. (M.) 

B. poincelantha M. (31.) Tecoma rubieunda 31. (31.) Ec crem o c arpus excclsus M. (31.) Convol- 

vülaceaf. Convolvulus nymphaeacfolius Bl. (31.) Soj.axaceae. Solanum lasiocarpum Dun. (L. 31.) _ 

S. verbascifolium L, (L.) _ S. elegans 31. (31.) S. altissimum 31. (M.) _ * Cotylantlicra tenuis Zipp. 

(Z. M.) Heliotropiceae. Tourncfortia argentea L. (L.) T. heliotropiflora 31. (31.) Log.yniacf.ae. 

Fagraea recurvirostra M. (31.) Asclepiadeae. Hoya albiflora 31. (31.) H. recurvifolia 31. (31.) (Hoya 

sp. 1 L.J Apocyneae. Aiyxia macrocarpa 31. (31.) _ Cerbera nereifolia M. (31.) C. densifolia 31. (31.) 

— Rauvvolfia .macrophylla 3/. (M.) Bubiaceae. Mussaenda tomcntella 31 (31.) M. frondosa L. (L.) 

— Psychotria fastigiata 31. (31.) P. macrostipula 31. (31.) Port 1 and i a tetrandra Forst. {'L. 31.) _ II y- 

tlnoph) tum loasifolium i»/. (M.) II. longifolium 3/. (M.) H. crassulaefolium 31. (31.) H. lanccola- 

tuni 31. (31.) Morinda papoensis 31. (31.). _ M. citrifolia L. (L.) __ Oleinae. Olea procera 31. (31.) _ 

Jasmineae. Jasminum rupestre 31. (31.) Loranthaceae. Viscum chrysophyllum 31. (31.) V. longifo- 
lium M. (M.) _ V. pisicarpum 31. (31.) _ Loranthus viridiflorus 31. (31 .) _ L. salicifolius 3/. (31.) _ 

L. globiflorus 3/. (31.) L. campanulatus M. (31.) _ L. polyanthus 31. (31.) L. compactus M. (31.) _ 

L. deasiflorus 31. (31.) Araliageae. Gussonia simplieifolia 31. (31.) Capparideae. Crataeva religiosa 

L. (31.) Flacouhtianeae. Flacour tia cerasifera 31. (31.) Bixaceae. Bixa Orellana L. (L.) Poi/tga- 

leae. Polygala accedens 31. (31.) Gutjiferae. Haemocharis xanthocarpa M. (31.) Xanthochy- 

mussp. 1. (L.) Riiizophoreae. Rbizophorae sp. 1. (Z.) Bruguie-rae sp.l. (Z.) 3Iemec\leae. P e- 

taloma sp. 1. (Z.) _ Melastomaceae. Melastoma sylvaticum Bl. (Z.)— 31. bicallosum 31. (31.) _ 3Iedi- 
nilla braeteata Bl. (Z.) _ Myrtaceae. 31yrtus auriculata 31. (31.) _ 31. lilacina 31. (31.) _ 31. littoralis M. 
(M.) __ 31. ilicifolia 31; (31.) _ 31. elegantissima 31. (31.) _ Calyptr a nth e s cauliflora 31. (31.) _ Sonne- 

ratia aeida L. (L. Z.) B arringtonia specio&a L. (L.)? *31elanium rupestre Zipp. (Z. 31.) 

Diptkkocarpeae. Dipterocarpus parviflorus Zipp. (Z.) TEr.vsTiiihHACEAE. Saurauia altissima 3f.(3I.) 

S. brevirostris M. (31.) __ Ejlaeocarpeae. Elaeacarpus eyaneus L. (31.) Dicera rhamnifolia 31. (31.) 

I). lanceolata M. (31.) 3Ialvaceae. Hibiscus tiliaecus L. (L.) H. rubieundus 31. (31.) Siercvmaceae. 

Sterculia arbutiflora 31. (31.) St. foetida L. (M.)_ Balsamineae. B alsamine cordipetala3/.(31.) _ B. por- 

phyrata 31. (31 ) Ampelideae. Cissus purpurascens 31. (31.) C. pisicarpa 31. (31.) Vitis multibracteosa 

31. (31.) Leeaceae. Leea simplieifolia L. (31.) 3Ialpigiiiageae. Tristellatcia australis A. Rieh. t. 15. 

(L.) — 3Iemaceae. Epichar is ltunthiana Adr. Juss. (Herb. Ruth.) E. trichostyla 31. (31.) E. la>siocarpa 

3/. (AI.) — Xylocarpus maritimus 31. (M.) Samkdaceae. Ornithrophe serrata DC. (L.) Hypelate 

pianata M. (31.) Hippocraticeae. Hippocratea ovalifolia 31. (31.) S a 1 a ci a prinoides M. (31.) 

S. ulopetala 31. (31.) Rhamiveae. Zizyphus spec. (31.) Edpiio-riiiaceae. Homalanthus Lechenaul- 

tianus Adr. Juss. (Z.) _ 31elanth.es rhamnoides Bl. (Z.) _ Glocbidium mpestre 31. (M.) _ 3Iappa 
Tanaria Adr. Juss. (Z.) _ Rottler a paniculata Bl. (Z.) _ R. viseida Bl. (Z.) _ A dis c a Zippelii Bl. (Z.) _ 
Erythroehilus indicus. Bl. (Z.) _ E. longifolius Bl. (Z.) _ Cr o ton Tigh'um L. (Z.) ._ C. argyratum 

Bl.{Z.) _ Euphorbia pilifera L. (L.) Antidesma cuspidata 31. (31.) Rutaceae. Evodia longifolia 

.^/. Äj'cA. ^erf. Astrolah. t. 22. Aurastiaceae. G 1 y e o s m is maritima 31. (31.) Tereiuvthaceae. Cana- 

r i u in laxillorum 31. (31.) C. rigidum 3/. (31.) Legvmikosae. Hedysarum gangeticum ? //. (L.) — D c s- 

io o d i i sp. (L.) Stizolobiuin maritimum 31. (31.) St. cauliflorum 31. (31.) St. coccineum 31. (31.) 

^ St. ptyebopterum 31. (31.) Adenanthera rosea 31. (31.) Glitoria Tcrnatea L. (L.) Macrolo- 

bium excelsum 31. (31.) E n de mp er i n e u m (Dalbergia) echi natura 31. (31.) Pterocarpi spec, (L.) 

— Po i n c i a n a pulcherrima L. (L.) Ca e sa Lp in i a quadrifida 31. (31.) C a s s i a planisiliqua ? //. (L.) 

^_ Inga grandiflora 31'. (31.) I. ochroloba Zipp. (Z.) (Mimosae sp. Less-J Rosaceae. Eriobotrya to- 

mentosa 31. (3L) Raviinculaceae. Clematis sp. (L.) Axsonaceae. Artrobotrys inodora 31. (M.) 

Uno na glauca Zipp. (Z. 31.) U. ehloroxantha 31. (31.) U. daetylocarpa 31. (31.) Xylopia tricho- 

carpa 31. (31.) Asimina aurantiaea 31. (31.) Plajjtae Dvriae Sedis. Aphclia littoralis 3t. (31.) 

A„ superba 31. (31.) A. micrantha 3L (31.) A. pterida 31. (31) Rerteroa cernuiflora M. (31.) 

Borca speciosa M. (3L) Bureea tiliaefolia 31. (31.) Carpocalymna variabilis Zipp. (Z.) Chon- 

drolobium cauliflorum 31. (31.) Gyrtonora leucoehlyda 31: (31.) — Diacaecarpium glutinosum 

31. (3I.) X _ D. glanduliferum 31. (31.) Lemnopsis mnioides Zipp. (Z.) Leucantha procera 31. (31.) 

_ L. stipularis 3/ (31.) Nangha amplifolia 31- (M..) _ Pcltocarpus cauliflorus 3/. (31.) Stepha- 
nost oma tomentosum 37.(31.) Thanatophorus erythrospermus 31. (31.). 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER 9ÜDSEEINSELN. 133 

festen Lande, hier nicht in Betracht kommen können, wo von der eigentlichen Inselwelt c e a- 
n i e n s die Rede sein soll , ausgeschlossen werden. 

Die östlichen Bestandtheile von d'Urvilles Melanesien (zwischen dem 10 18° S. B. 

und 155 180° O. L.) nämlich Neu- C aledonien, mit seinen südlichen Neben- Inselchen, dter 

Archipel der N euen-H ebri d en , und die berüchtigten Vi ti- oder Fi dgi -Ei la n de, 
deren Vegetation die Flora des eigentlichen O ceaniens mit der vonNeu-Guinea und den Mo- 
Luken zu verbinden scheint, werden dagegen als ein Bestaudtheil unseres Gebietes angesehen 
werden müssen; obgleich es schon hier nicht mit Stillschweigen übergangen weiden darf, wie 
die eben genannten Inseln, welche ein integrirendes Glied der V ulcan enkett e, die sich 
von der Südspitze Neu-Zeelands bis Japan erstreckt, und die Ostküsten Neu -Hollands 
und Asiens wie mit einem Walle umschliesst, in jeder Beziehung von den innerhalb der Wen- 
dekreise in zahlloser Menge zerstreuten, oder um E r he b u ngs-K rat er e gruppierten Insel- 
chen , verschieden seien; eine Verschiedenheit, auf die vorzüglich L e o p o 1 d von Buch und 
neuerlich Lesson aufmerksam gemacht haben *) . 

Unser Gebiet wird also Polynesien, Micronesien, und den Östlichsten Theil M e 1 a- 
nesiens in sich begreifen , wogegen ganz Malaisien und der grösste Theil von M e I a n e- 
sien davon ausgeschlossen bleibt; nichts desto weniger werden wir fortfahren, dasselbe mit dem 
allgemeinen Namen öceanien zu bezeichnen. 

Weiter theil en wir Öceanien in drei Regionen; die Inseln zwischen dem Wendekreise 
des Steinbockes und dem Aequator, nennen wir C entral-O ceani en; die nördlich vomAequa 
tor gelegenen bis zum Wendekreise des Krebses, (die Flora der nördlicheren Inseln ist noch gänz- 
lich unbekannt) Nord-Oceanien; die südlichen aussertropischen aber , Sü d- O c eanien. 

Süd -Öceanien begreift die beiden grössten Inseln des ganzen Gebietes [Ikanamawi 

und Tawai Pounamou Wi 176° W. L. 34° 12 48' S. B.), die nur durch einen schmalen Canal 

von einander geschieden , gewöhnlich unter der gemeinschaftlichen Benennung von Neu-Zee 
land [Tasmanien einiger neueren Geographen) begriffen werden. 

Ueber die Vegetation von Neu-Zeeland verdanken wir den Begleitern des Capitän 
Cook auf seiner zweiten grossen Reise, den beiden Forst ein undS parr mann, die wichtig- 
sten , Nachweisungen 2 ) , die neuerlich von französischen Naturforschern, namentlich von den 
Herren d'U r v i 1 1 e und Lesson nicht unbeträchtlich vermehrt , und von Herrn A c h i 1 1 e s 11 i 
chard zu einem Ganzen verarbeitet worden sind 3 ). 

Von der wie es scheint sehr reichen Ausbeute der Gefährten C o o k's auf seiner ersten Erdum- 
seglung, der Herrn Banks und Solander, ist leider nur sehr Weniges bekanntgeworden; und 



') L. v. Buch, Beschreibung der canarischen Inseln S.360. ss. Lesson, Coup-<rocIl sur les iles Oceanieancs cl 
sur lc grand Ocean. Annales des scienc. nat, 1825. tont. V. p. 172. ss. 

-) Characteres generum plantarum, quas in itinere ad Insulas Maris Australis collegerunt, desnipserunt , dc- 

linearunt Joannes Keinoldus Forster et Georgius Förster Londini, 177G. K Decas plantarum 

n ovar um ex Insulis Maris Australis, auet. Georg. Forst er. Act. Academ. Upsal. III. />. 171 _ 186. _ Flo- 
rulae Insularum Australium Prodromus, auetore Georgio Forster. Göttingae 1786. S. Georgii For- 
st er de Plantis esculentis Insularum Oceani Australis commcntalio botanica. Berolini, 1786. 8. Herbarium 

austräte seu catalogus Plantarum exsiccatarum quas in Florulac Insularum Australium prodrumo dcscripsil 
Georg. Forst er. Göttingae 1797. 8. 

3 ) Voyage de l'Astrolobc. Botanique. Part. I. Essai d'unt Ihre de la JSouvelle- Zcelande par V Richard, 
Paris , {1832. 8. 



136 ENDLICHER, ÜBEB DIE FL.OBA DEH SÜDSEEINSELN. 

von den Sammlungen des thätigen Menzies, des Begleiters Vancouver's, hat bisher bloss 
ein Theil der cryptogamischen Pflanzen einen Bearbeiter gefunden *). Von den Bemühungen 
des vortrefflichen englischen Botanikers Herrn Allan Cunningham, der vor einigen Jahren 
durch längere Zeit auf Neu-Zeeland verteilte, sind wir weiteren Autklärungen über die 
Flora dieser Insel entgegenzusehen berechtigt. 

Die östlich und südlich vonN eu-Z e eland gelegenen kleinen Inselgruppen : B r oughto n 
{Chatam, 33" -'±8' - S. B. 179° 18* O. L. und Pitt), Bounty (4-7° W S. B. 171° V O. L.), 
Antipodes ^9° 49' S. B. 171° 20' O. L.) , Campell, Aukland {Juki and 50° 43' 
S. B. 162° 41' und Etickrby) , und Macquarie (Judge 54° 12' S. B. 157° 29' O. L. Mac 
quarie 54° 42' S. B. 157° 39'. O.L. Bishop and Clerc 55° 20' S. B. 157° 40' O.L.), sind in 
botanischer Hinsicht noch gänzlich unbekannt; eben so wenig wissen wir über den nordöstlichen 
Archipel Kermandec {Raoul la Recherche 29° 15' 45" S. B. 179° 35' 40" W. L. Macau- 
ley 30° 16' S. B. 179° 7' W. L. Curtis 30° 36' 15" S. B. 179° 6' O. L.), wogegen die Flora 
der nordwestlichen Norfo lks-Iu sei (29° V 45" S. B. 165° 50' O.L.), durch einen längeren 
Aufenthalt unseres berühmten Landsmannes Ferdinand Bauer auf derselben, ziemlich genau 
bekannt geworden ist 2 ). 

Unter dem Namen Central-Oceanien oder Polynesien werden wir sämmtliche zwi- 
schen dem Aequator und Wendekreise des Steinbockes gelegene Inseln umfassen. Der westliche 
Theil dieser Region {West-Polynesien), der einen Bestandtheil von d'Urvilles Melanesien 
ausmacht, und als ein Glied der grossen vulkanischen Kette, von der wir oben Erwähnung ge- 
than haben, mittelst der Norfolks-Insel mit Neu-Zeeland in Verbindung steht, besteht 
aus der grossen Insel N eu-Cale doni en , (nach Neu-Zeeland der grössten Oceaniens in un- 
serer Begränzung , von beiläufig 325 D Meilen Ausdehnung, 20° 26' 30" S. B. 164° 31' 50" 
W. L. 20" 9' S. B. 161° 39' W. L.) mit mehreren in der Nähe derselben gelegenen Insel- 
chen und Inselgruppen, unter denen die Ile de Pins (22° 38' S. B.) und B otany-Isla n d 
(22° 26' S. B.) für uns besonders merkwürdig sind, und aus dem Archipel d e r N e u e n - H e b r i- 
d e n (Australia del Espiritu Sajito), von dessen Bestandteilen hier vorzüglich die Inseln T a n n a 
(19° 32' 25" S. B. 166° 59' 56" O. L.> Erromango (18° 46' 30" S. B. 166° 37' 21" 
O. L.), Mallicolo (16° 25' 30" S. B. 165° 11' 51" O. L.) und Ambrym (16° 9' 30" S. B. 
165" 31' 21" O. L.) genannt werden müssen. Noch rechnen wir zu diesem Archipel die Insel 
Tikopia (12° S..B. 166° O. L,), und die durch Lanerou&ens Schiffbruch zu einer trauri- 



*) Musci evotici; containihg figures and d'escri'prions of new or little known foreign mosses and other- 
cryptogamic subjects, by William Jackson Hook er. London, 1S18 1820. 8. 2 Vol. 

2 ) Prodlomus Florae Norfolkicac, sive Catalogus Stirpium quae in Insula Norfolk annis 180i et 1805 
a F er di n an d o B auer colleetae et depictac, nunc in museo palatino rcrum naturalium Vindobonae servan- 
tur, auctore Stephan o Endlicher. Vindobonae, 1833. 8. Der Verfasser der gegenwärtigen Abhandlung 
ist der alleinige Verfasser des »Prodromas Florae IVorfolkicae», -was hier ausdrücklich bemerkt werden muss, 
indem der Titel dieses Buches von einem englischen Journalisten in der Weise missverstanden worden ist, 
dass er dasselbe für ein postluunes Werk des berühmten Pflanzenmalers Ferd. Bauer erklärt. Der Verfas- 
ser würde sich der höchsten Undankbarkeit gegen Bauer schuldig machen, wenn er ihn auch nur für eine 
der zahlreichen UnvoUkommenheitcn dieser Arbeit mit verantwortlich machen wollte. Leider standen ihm 
durchaus keine schriftlichen Aufzeichnungen B au er's, ausser Angabe des Standortes und der Blüthenzeit auf 
der Bückseite der Tafeln, dabei zu Gebote, und seines Wissens hat Bauer überhaupt nie etwas geschrieben, 
indtm bekanntlich auch die einleitende Erklärung zu seinen: »Illustrationes plantarum Novae- Hollandiac,' 
aus Bob. Brown's Feder geflossen ist. 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SUDSEEINSELN. 137 

gen Berühmtheit gelangte Gruppe von Vanikoro (11° 40' 24" S. B. 164° 16' 29" O. L), 
welche in einer gewissen Beziehung die Neuen-Hebri d en mit dem von unserem Gebiete aus- 
geschlossenen Archipel der Salomons-Inseln vermittelt. 

Auf einigen Puncten der Ostküste von Neu-Caled o ni en, so wie auf den kleinen Cy- 
pressen und Botany-Eiiand, haben die beiden Forster in S p a r r m a n n s Gesellschaft 
herborisirt, und ihre Ausbeute in ihren bekannten Schriften über die Flora der Süd -See -Inseln 
niedergelegt. Nach ihnen wurde dieses Land nur noch von Labillardier auf seiner Reise mit 
d'E ntr e casteux besucht; ihm verdanken wir ein treffliches Werk über die Flora von Neu- 
Caledonien 1 ). 

Die wenigen Daten, welche wir über die Vegetation auf den Inseln des Archipels der 
Neuen-Hebri den besitzen, verdanken wir ausschliessend den Naturforschern der zweiten 
Cookschen Erdumseglung ; da von Commersons Entdeckungen, welcher im Jahre 1768 mit 
Capitän Bougainville auf einer derselben (lle des Lepreuoc) verweilte, beinahe nichts be- 
kannt geworden ist. 

Der Archipel von Vanikoro wurde erst neuerlich, bei Gelegenheit der Reise des Astro- 
labes, von Lesson in botanischer Hinsicht untersucht; demselben Naturforscher verdanken wir 
ein Verzeichniss von beiläufig zwanzig Pflanzen -Arten, die er während eines einstündigen Auf- 
enthaltes (12- Februar 1828) auf Tikopia zu sammeln Gelegenheit hatte 2 ). 

Oestlich von den Neuen-Hebri de n und beinahe in gleicher Breite mit denselben, liegt 
der zuerst von Abel Tasman entdeckte Archipel der Vit i- oder F i d g i - 1 n s e 1 n, eine de r 
grösseren Inselgruppen des grossen Oceans, und zugleich das östlichste von der schwarzen Men- 
schenrace bewohnte Land Oceaniens (17° S. B. 175° O. L.), welches den Seefahrern selbst 
noch äusserst unvollkommen bekannt ist, und über dessen Vegetation wir weiter nichts wissen, 
als dass es reiche Waldungen von Sandelholz besitzt. 

Bei weitem besser bekannt ist dagegen der südöstlich von den Fidgi- Inseln gelegene \ i 
chipel der Fre unds cha fts-Inseln, den man nebst den Archipelen voiiHamoa 
{Navigatoren) , den C o o k's- und Roggeween-Inseln, unter der Benennung Mi 1 1 e 1 - P o- 
lynesien zusammenfassen kann. Der Archipel der Freundschafts-Inseln besteht ;ui* 
vier Inselgruppen: Tonga (Tonga-Tabou oder Amsterdam 21° 7' 35" S. B. 177° 33' 1*" 
W. L. und^W oder Middleburgh 21° 26' 20"S.B. 177° 14> 30" W. L.), Namouka (TJoMcv- 
dam 20° 15' 3" S. B. 177° 16' 39" W. L.), Hapai (Ylas de don Jose de Galvez 19° oV 
S. B. 176° 42' 26" W. L.) und Babao (Ylas de don Martin de Major ga oder Lord IIa 
wes Islands 18° 38' 45" S. B. 176° 18' W. L.). Die nördlichste Insel des Archipels ist 
Amargura (Gardners Island 17° 57' S. B. 177° 37' W. L.), die südlichste Pylstaert- 
Island (Sola 22° 23' S. B. 177° 59' W. L.). 

Die Gruppe von Tonga gehört durch einen längeren Aufenthalt der beiden Forste r. 
Labilladiers 3 ) und der Naturforscher des Astrolabes *) , zu den in botanischer 

») Sertum Austro-Caledonicum auctore J. J. La bi 1 1 a r di er e. Paris, 1825_1826. Fol c. tabb. 80. 

2 ) Voyage de l'Astrolabe. Sertum Astrolabianum par A. Richard p, XXXIII_XLII. 

3 ) Voyage a la Becherche de Laperouse par Labillardiere Vol. II. p. 81. ss. 

*) Voyage de l'Astrolabe, Sertum Astrolabianum par A. Richard p. V. ss. In einem Aufsätze des Capitä n 
Waldgravc (Extracts from a Private Journal kept on Board of H. M. S. Scringapatam in the Pacific, 1830. 
{Journal of the royai geographical Society of London. Fol. III. p. 168_196) finden sich ebenfalls einige \n- 
gaben über die Flora von Tonga-Tabou und Taiti. 

18 



138 ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 

Hinsicht besser bekannten des ganzen Gebietes. Namouka ist bloss von den Forstern 
besucht worden. Von B a b a o sind einige wenige Pflanzen durch den Begleiter Mala 8- 
pina's, Ludwig Nee nach Europa gelangt, die von Cavanilles beschrieben wor- 
den sind. 

S avage-Islan d, beinahe in gleicher Breite im Osten von Babao (18° 58' 35'' 

19° 10' S. B. 172° 2' 18"_172° 14-' 53" W. L.), hat die Sammlungen der von den Ein- 
wohnern feindlich begrüssten Naturforscher der Resolution, nur mit wenigen Pflanzen berei- 
chert. Die Officiere der Coquille, denen wir die genauere Bestimmung der Lage dieser In- 
sel verdanken 1 ) , scheinen nicht gelandet zu sein. 

Die natürliche Beschaffenheit der von Bougain vill e, Laperouse und neuerlich 
von O. v, Kotzebue 2 ) besuchten Gruppe von Hamoa (Isles des Navigateurs oder Bau- 
man-Inseln 13° 30'_14r 9' S. B. 172° 3^—169° 34r'W.L.), ist gänzlich unbekannt. Auch 
von den übrigen, zwischen den Navigators- und Freundschafts-Inseln, und dem 
Archipel von T a i t i gelegenen Gruppen : Cook's -Archipel, Roggeweens-In- 
s e 1 n und den nördlichen , bis zum Aequator hin zerstreuten Sporaden, ist nichts be- 
kannt geworden. 

Die Archipele vonTaiti (Gesellschaftsinseln), Toubouai, Poumoutou (niedere 
Inseln) und Nouka-Hiwa (Marquesas und Washington" 1 s - Inseln) nebst der Oster -Insel, 
wei den wir unter dem Namen Ost-Polvnesien zusammenfassen. 

Der Archipel von Taiti (Totti 17° 29' 17" S. B. 151° 50' 30" W. L. _ 

Tethuroa 17° 6' S. B. 151° 52' W. L Eimeo 17° 30 S. B. 152° 13' W. L. _ Mai- 

tea 17° 35' 5'' S. B. 150° 25' 2*" W. L. _ Huaheine 16° 4:2' 45" S. B. 153° 30' 
W. L. __ Raiatea oder Ulietea 16° 4:9' 15" S. B. 153° W W. L. _ Taha 16° 32' 
30" S. B. 153° 53' W. L. _ Borabora 16° 32' S B. 15^° 11' 50" W. L. _ Maupiti 
16° 26' 30" S. B. 154:° 32' W. L. __ und Toubouai Manou 17° 28' S. B. 153° 20' W. L.), 
ist seit seiner Entdeckung so häufig von Seefahrern und Naturforschern besucht worden, dass 
man die Flora dieser Inseln ohne Widerrede, für die am besten bekannte von ganz Ocea- 
nien erklären kann. Commerson, Banks und Solander, Johann Rein hold und 
Georg Forster mit Sparrmann, der Gärtner Nelson, Parkinson 3 ), Menzies, 
Labillardier, und neuerlich die Offiziere der Coquille und des Blossom sind es vor- 
züglich , denen wir unsere Kenntniss von den Naturproducten dieser in so vielerlei Bezie- 
hungen merkwürdigen Gruppe verdanken. Leider ist bisher bloss die Ausbeute der zweiten 
Cookischen Expedition und des Blossom *) in ihrem ganzen Umfange bekannt 
geworden. Der Beendigung des herrlichen, über die von den Naturforschern der Coquille 
gesammelten Pflanzen von Hrn. Adolph Brongniart begonnenen Werkes, sehen wir mit 



1 ) Voyage de la corvette La Coquille. Hydrographie par Duperrcy. Atlas pag. 12. 

2 ) Neue Reise um die Welt in den Jahren 1823_26 von Otto von Rotzebu e. Vol. I. p. 141. ss. 

3 ) Sidney Parkinson, Journal of a Voyage to the South-Sea, p. 37_50. 

*) The Botany of Capitain Bcechej's Voyage; compraising an account of the Plauts collected by Messrs. 
Lay and Collie and others officiers of the cxpcdition, during the Voyage to the Pacific and Beering's-Strait, 
performed in H. M. Ship Blossom under the command of Capitain J. W. Beechey, in the years 1825, 
1826, 1327, and 1828. By William Jackson Hooker and P. A. Walker Arnott. London. 1831. ss. 4. 
Fase. 1_4. 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 139 

Ungeduld entgegen *). Die Sammlungen, welche unser Landsmann Thaddäus Hänkc, 
■während seines Aufenthaltes auf den Gesellschafts-Inseln mit Malaspina im Jahre 1793 an- 
gelegt hat 2 ), scheinen leider unwiederbringlich verloren; und erst neuerlich hat die Wissenschaft 
überhaupt, und insbesondere unsere Kenntniss der Flora O ceani ens, durch das traurige Schick- 
sal des trefflichen B ert er o, der eben im Begriffe war, mit seiner gewohnten rastlosen und 
einsichtsvollen Thätigkeit die Untersuchung dieser Inseln zu beginnen, als er in den Fluthen 
des Weltmeeres sein frühzeitiges Grab fand, einen schwer zu ersetzenden und tief beklagten 
Verlust erlitten. 

Der Archipel von Toubouai, in siid - Östlicher Richtung von den Freundschaftsinseln 
(Toubouai 23° 25' S. B. 151° 40' W. L. _ Broughton 23° 43' S. B. 151° 32' W. L. _ 
Rouroutou oder Ohiteroa 22° 26' S. B. 153° 8' W. L. _ Rimatara 22° 37' S. B. 15V 
22' W. L. _. Ruiravae 23° 51' S. B. 150° 12' W. L. _ und Routoui 20° 20' S. B. 
162° 1' W. L.) , gehört zu denen , die für uns noch ganz unbekannt sind. 

Vom 125° bis 153° W. L. zwischen dem 25° und 14:° S. B. erstreckt sich in südwestli- 
cher Richtung der grösstentheils aus Corallen - Inseln bestehende Archipel Pomoutou 
(Archipel der nieder n Inseln), von denen wir hier bloss diejenigen nennen wollen, auf denen bei 
Gelegenheit der Reise des CapitänsBeechey auf dem B 1 o s s o m, die Herren L a y und Colli« 
eine kleine botanische Sammlung angelegt haben ; es sind die Inseln : G a m b i r - 1 s 1 a n d (23" 12' 
S. B. 137° 18' W. L.), Crescent (23° 22' S. B. 136° 48' W. L.), Ho od (21° 36' S. B. 
137° 42' W. L.), Heyou (Bow- Island oder de la Harpe 18° 18' S. B. 138" 16' W. L.), 
ClermontTonnere (18° 33' S. B. 138° 38' W. L.) , Barrow Tonnere (19° 40' S. B 
138° 2' W. L.), Byam Martin (20° 45' S. B. 137° 43' W. L.), Coükburn (22° 15' S. B. 
36° 19' W. L.), Mathilda (Osnaburgh 21° 53' S. B. 136° 13' W. L.) und Whitsundaj 
19° 26' S. B. 140 32' W. L.). 

Es wird bei unseren Untersuchungen durchaus keinen Uebelstand verursachen, die ebenfalls 
nur von den Officieren des Biosso m besuchten Inseln Ducies (24° 40' 20" S B. 122' 
15' W. L.), Elisabeth (24° 21' S. B. 125° 48' W. L.) und Pitcairn (25° 22' S. B. 
135° 41' W. L.), welches durch die Schicksale seiner weissen Bevölkerung so merkwürdig ge- 
worden ist, obgleich sie ein Paar Grade südlich vom Wendekreise des Steinbockes liegen, als 
Bestandtheile dieses Archipels zu betrachten. 

Die Romanzoffs -Insel (14° 57' S. B. 146° 54' W. L.), von der unser vortrefflicher 
Freund Chamisso etwa ein Dutzend Pflanzen mitgebracht hat 3 ) , dürfte als die nördlichste 
der uns bekannten niedern Inseln (Insulae deiner sae Forst.) angesehen werden. 

Auch der durch die Ausdehnung und Höhe seiner Inseln für uns wichtige A r ch i p e I 



*) Voyage autour du Monde execute par ordre du Roi sur la Corvette de S. M. La Coquillc, pendanl les 
annees 1822, 23, 24, 25 par M. J. L. J. Dupcrrey. Botanique par MM. d'Uruille, Bory de St. Vincent ei 
Ad. Brongniart. Part. I. Cryptogamie par M. Bory de St. Vincent. Paris, 1828. Part. II. Phanerogainic pai 
Ad. Brongniart. Paris, 1829. ss. 4. et Fol. Von diesem Werke konnten bei gegenwärtiger Arbeit nur die Lie- 
ferungen 1 15 benützt werden. 

2 ) Reliquiae Haenkeanae Vol. I. praef. 

3 ) Bemerkungen und Ansichten von A. v. Chamisso in Kolzebue's erster Reise um die Weh. J'ol. Hl 
p. 138. ss. — De plantis in e*peditione speculatoria Romanzoffiana collectis in Linnaea I. 1. et ss. — Lnunit 
ratio Filicum, quas in itinere circa terram legit Ada lbe rt us de Chamisso, auetore J. F. Kaulfu 
Lipsiae, 1824. 8. 

18 * 



140 ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSEL A 

von Noukahiwa, gehört zu ihn in Bezug auf seine Naturproducte weniger bekannten Thei- 
len Oceaniens. Er besteht aus zwei Gruppen, von denen die südöstliche (Mar q u es as 
de Meiidaiina) im 16. Jahrhunderte von Spaniern, die nordwestliche aber von Nord- 
Amerikanern im Jahre 1791 entdeckt, den Namen der Washingtons-Inseln führt. Zu 
der ersteren gehören die Inseln: Tatouiva (St Magdalena 10° 25' S. B. 138° 4:9' W. L.), 
Tahouata (St. Cristina 9° 55' 30" S. B. 141° 28' 40" W. L.) und Hivaoa (Oevahoa, 
St. Dominica 9° 40' 40" S. B. 1*1° 21' 55" W. L.) ; zu der letzteren: Ouapoa (Adams, 
oder Tradition 9° 21' S*. B. 139° 9' W. L.), Ouahouga (Washington 8° 58' S. B. 
139° 13' W. L.), und Nouka-Hiva (Feder al- Island oder Ile Beaux 8° 54' 36" S. B. 
139° 39' 45" W. L.). lieber die Vegetation auf Hivaoa verdanken wir den Forstern, über 
die auf N o ukahiwa Herrn von Langsdorff einige Nachrichten x ). 

Die arme Flora der geheimnissreichen Insel Wa i h o u (Oster -Insel 27° 8' 30" S. B. 
112° 11' 30" W. L) — des südöstlichsten uns bekannten Landes von Oceanien, ist vorzüg- 
lich durch Forster und Cham is so einigermassen aufgeklärt worden "). 

Die zwischen dem Wendekreise des Krebses und dem Aequator gelegenen Inseln, haben wir 
oben unter dem Namen von N o r d - O c e a n i e n zusammengefasst. Nord -Oceanien zerlällt 
Mieder in drei Regionen: Nord- We st- ceanien, welches aus der Gruppe von Hawaii 
(Sandwichs- Inseln) besteht; C entral-Nord-Ocea nien oderMi er onesi en, welches die 
Gilbert-Radak und Ralik-Ketten, den Archipel der Carolinen, und als öst- 
lichsten Punct die Pele w-Ins el n, so wie die südwestliche, ein Paar Grade südlich vom 
Aequator sich erstreckende Kingsmill-Gruppe umfasst ; und Ost-Nord -Oceanien oder 
den Archipel der Mariannen. 

Die zwischen den Sandwichs-Inseln und den Mariannen (zwischen 15° bis 40° 
N. B. 135" O. L. bis 165° W. L.) und südwestlich von ersteren (zwischen bis 30° N. B. 
und 180° bis 120° W. L.) in grosser Menge zerstreuten Inseln, sind als für uns noch gänzlich 
unbekannt anzusehen. 

Nord- West-Ocea nien oder die Gruppe von Hawaii (Sandwichs- Inseln _, nämlich : 
Hawaii oder Owaihi, Nsp. 20° 17' N. B. 158° 19' W. L. _ Mowi Osp. 20° 50' 30" N. B. 
158° 22' 45" W. L. _ Morotai 21° 10' N. B. 159° 37' W. L. _ Wahou oder Owahou 
Wsp. 21° 45' N. B. 159° 53' W. L. _ Tawai oder Atowai 21° 57' N. B. 161° 59' W. L. _ 
und Onihou 21° 46' 30" N. B. 162° 33' 30" W. L.) gehört ihrer Ausdehnung nach zu den 
grössten des Gebietes, und wird in dieser Beziehung vielleicht nur von Neu- Z eela nd und 
Neu-Caledonien übertroffen. Die merkwürdige Flora dieser beinahe unter dem Wende- 
kreise des Krebses gelegenen Inseln, mit hohen die Glänze des ewigen Schnee' s erreichenden 
Gebirgen, ist von vielen Botanikern, namentlich von V a n c o u v e r , Ga udi ch aud 3 ), Cha- 
in i s s o *), Lay und Collie, Meyen 5 ) und anderen sorgfältig untersucht worden; muss aber 

1 ) Bemerkungen auf einer Reise um die Welt (1803_1807) von G. H. v. Langsdorff. Vol. I. p. 83. s>s. 

2 ) M. vergl. Charaisso, Bemerkungen und Ansichten p, 1'iO. 

8 ) Voyage autour du Monde, execute sur les corvettes de S. M. l'Uranie et la Physicienne pendant les annees 
1817__1820 par Louis de Freycinet. Botanique par Charles Gaudichaud. Paris, 1826. *. 

*) Charaisso, Bemerkungen und Ansichten, p. 142. ss. 

5 ) Reise um die Erde, ausgeführt auf dem königl. preussischen Seehandlungsschiff Prinzcss Louise, com- 
mandirt vom Capitän VY. Wen dt, in den Jahren 1830, 1831, 1832, von Dr. F. J, J. Meyen. Berlin, 1835. 
4°, 2 Vol 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. \U 

bei der grossen Höhe und Ausdehnung, der nicht für jeden der erdumseglenden Naturforscher 
zugänglichen Gebirge, noch immer zu den weniger bekannten Oceaniens gerechnet werden; 
obgleich wir hoffen können, bei dem alle Jahre zunehmenden Verkehre zwischen Europa und die- 
sen Inseln, die bereits eine gewisse politische Bedeutung erlangt haben, immer genauer mit den 
Naturproducten derselben bekannt zu werden. 

Vom 15° N. B. bis zum 3° S. B. zwischen dem 165° und 175° O. L. erstreckt sich in südwest- 
licher Richtung eine ungeheuere Kette kleiner, meist niederer Inselchen, die durch eine grosse 
Anzahl anderer, die vom 4° S. B. bis zum 15° S. B. zwischen dem 180" und 175° O. L. ange- 
troffen werden, Nor d- Oce anien mit den Archipelen Viti und Hamoa verbinden. Es sind 
diess die Archipele: Kingsmill (0 Ü _ 2° S. B. 172° — 174-° O. L), Gilbert (0° 6'_ 
2° V N.B. 170° 27' _172° 48' O. L), Mars ha 11 {Gruppe von Mulsgrave und Bonkam 
5° 48'_6° 19' N.B. 167° 6' — 169° W O.L.), Radack (8° 18'_9 U 28' N.B. 167° 39'_ 
168° 51' O. L.) und Ralik (7° 20' _ 9° 4' S. B. 163° 42' _ 166° 16' O. L.), die wir in der 
Folge mit dem gemeinsamen Namen Micron e s i en bezeichnen wollen. 

Beinahe in gleicher Richtung mit dem Aequator, zwischen dem 4° und 15° N. B. und 135" 
bis 160° O. L. erstreckt sich der grosse Ar chipel der Carolinen oder Neuen Ph i l ip- 
pinen, grösstentheils aus niederen Inseln, nur aus wenigen höheren, von denen wir Eap 
(Yap oder Yapa 6° S. B. 136 9 O. L.), die Gruppe von Hogoleu (Loiigoulou) und die 
Insel Oualan (5° N. B. 160° O. L.) besonders anführen müssen. 

Im Westen der Carolinen, zw ischen diesen und M indana o, liegt der Archipel von 
Palaos (Pelew -I nseln), der westlichste BestandtheilNo rd-0 c eani ens, den wir nebst den 
Carolinen und M i c r o n e s i e n, mit dem gemeinsamen Namen C e n t r a 1 - N o r d - O c e a n i e n 
bezeichnen wollen. 

Die Flora der Gruppe von Radack, namentlich der Insel Otida, ist durch Chamis- 
s o's Aufenthalt auf derselben, unter allen anderen dieser Region am besten bekannt, und 
von ihm in Gemeinschaft mit dem Verfasser dieser Abhandlung, zum Gegenstande einer spe 
ciellen botanischen Arbeit, die wir recht bald dem Publikum übergeben zu können horten, ge 
macht worden. 

Die Carolinen, obgleich seit langer Zeit den Europäern bekannt, um\ einst zum Theile 
unterworfen, sind in Bezug auf ihre Naturproducte noch höchst unvollkommen gekannt. Nur die 
Flora der Insel Oualan ist von den Naturforschern der Coquille einigermas^en genauer er- 
forscht, ihre Ausbeute aber noch nicht in ihrem ganzen Umfange bekannt geworden 

Capitän Wilson war viel zu wenig Naturforscher, um befriedigende Nachrichten von dem 
Zustande der Vegetation auf den Palaos-Inseln mittheilen zu können. 

Der nordöstlichste Bestandtheil Oceaniens ist der seit Jahrhunderten den Europäern unterwor 
fene vulkanische Ar chip e 1 der Mariannen {Ladronen), der aus 17 Inseln besteht, die sich 
vom 13° 10' bis zum 20° 13' N. Breite, in beinahe gerader Richtung, zwischen «lern 1'13" und 
145° O. L. erstrecken , nach Norden ziemlich rasch an Erhebung abnehmen , und unter de 
nen die südlichsten: Guam (St. Jean\%° 10' N.B. 144° 3*' O.L.), Rota (Sarpanl oder St. 
Anna 140° N. B. 145° O. L.), Tinian {Buena-Vista, St.Marianna 14° 55' N. B. 113° -10' 
O. L.) und Saypan {St. Jose 15° 2' N. B. 143° 49' O. L.) wegen ihrer grösseren Aosdeh 
nung besonders erwähnt werden müssen. 

Ausser einigen älteren spanischen Naturforschern, haben in den letzten 15 Jahren die Herren 



142 ENDLICHER, ÜBER DIE FLORi i>£R SÜDSEEINSELN. 

Ga udicliaud 1 ), Chamisso 2 ), Lesson und d'Urville 3 ), die FJora dieses Archipels un- 
tersucht; und eine nicht unbeträchtliche Anzahl von mariannischen Pflanzen nach Europa ge- 
bracht; so dass sie zu den am besten bekannten unseres Gebietes gerechnet werden kann. 

Die von T h a d d ä u s II ä n k e von den Mariannen nach Europa geschickten, nicht unbe- 
trächtlichen botanischen Sammlungen, sind durch die aufgeklärte Fürsorge S r. Excellenz 
des Grafen Caspar von Stern berg, dem Untergänge entrissen, und durch die Bearbei- 
tungen mehrerer deutschen Botaniker, namentlich unseres Freundes des Prof. C a r 1 B o r. P r e s 1 
in Prag, bereits zum Theile ein Gemeingut der Wissenschaft geworden ). 

Die Summe dessen , was wir aus den Berichten der einzelnen Reisenden und aus einigen 
wenigen noch ungedruckten Materialien, über den Zustand und die Verhältnisse der Vegetation 
auf den Inseln des grossen O c e a n s überhaupt, und auf jeder der hier genannten Inselgruppen 
insbesondere , zusammenzubringen im Stande waren , soll hier in drei verschiedenen, sich wech- 
selseitig bedingenden und ergänzenden Abhandlungen, nach dem Vorbilde, welches unser 
Freund Prof. Ernst Meyer in Königsberg in seiner vortrefflichen Schrift: »de plantis 
labradoricis« aufgestellt hat, dargestellt werden. 

Indem wir hier in einer einleitenden Abhandlung sämmtliche bisher auf den Südsee- 
Inseln aufgefundene Pflanzen , in so ferne diess zu unserer Kenntniss gelangen konnte , über- 
sichtlich in die Fächer des Systemes vertheilen , und die nöthigsten literarischen und geographi- 
schen Notizen beifügen, gewinnen wir eine sichere Basis, um die Vegetation auf den einzelnen 
Inselgruppen, nachdem wir die Lage und natürliche Beschaffenheit jeder derselben werden 
geschildert haben, in einer zweiten Abhandlung zu betrachten, und dadurch zu den allgemei- 
nen Resultaten über Verbreitung und Vertheilung der einzelnen Pflanzenfamilien, die in einer 
dritten und letzten Abhandlung ausgesprochen werden sollen , zu gelangen. 

Bei der systematischen Aufzählung der Pflanzen der Südseeinseln, auf die wir uns einstwei- 
len beschränken wollen, haben wir uns der grÖssten Genauigkeit und Kürze beflissen ; und es wird 
hier nicht unnÖthig sein, zu bemerken , dass wir ausser den sämmtlichen, von unseren hochver- 
ehrten Freunden, den beiden deutschen Erdumseglern v. Chamisso und Meyen auf der 
Oster- und Romanzoff- Insel, auf den Radack- und Sandwichs -Inseln, so wie auf den Ma- 
riannen gesammelten Pflanzen , bei weitem auch den grössten Theil der Forste r'schen P f 1 a n- 
zen in den königlichen Herbarien von München und Berlin, so wie in der Sprengli- 
schen Sammlung zu Halle zu sehen Gelegenheit gehabt haben. 

Einige wenige rein botanische Bemerkungen , die wir in einen Anhang verwiesen haben, 
und deren Anzahl leicht beträchtlich hätte vermehrt werden können , wenn nicht der Raum 
die grÖsste Beschränkung geboten hätte , werden hoffentlich keiner Entschuldigung bedürfen. 

*) Voyage de l'Uranie. Botanique par G a udich aud p. 64. 

2 ) Chamisso, Bemerkungen und Ansichten p. 77. 

3 ) Voyage de l'Astrolabe. Sertum Aslvolabianum par A. Richard p. XLIII. 
*) Reliquiae HaenKeanae. Fol. I. Pragae 1885. Fol. Fol. II. Fase. 1. 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



i i:i 



Synopsis Florae Insularum Oceani Australis. 
A. Plant ae Cellulares. 



I. NOSTOCHINAE. 

1. Nostoc commune Agardli syst. 18. Insulae Ma- 
ri a n n a e. (Gaudich.) 

2. Nostoc quoyi Agardh syst, 22. Insulae Ma- 
ri an na e. (Quoy, Gaudich.) 

II. CONFERVACEAE. 

3. Scytonema figuratum Agardh syst. 38. Insulae 

Marianna e. (Gaudich.) 

4. Conferva arborum Agardh syst. 88. Insulae 

VT oriannae, (Gaudich.) 

5. Conferva funicularis Agardh syst. p. 91. In 

fluvio Agana insulae Guam e Mariann is. (Gaudich.) 

6. Conferva sandwicensis Agardh syst. 92. In flu- 
vio insulae Movi archipelagi Sandwicensis. 
(Gaudich.) 

7. Conferva ansomi Agardh syst. 95. In fönte An- 

sonii insulae Tinian e Mariannis. (Gaudich.) 

8. Dictyonema membranaceum Agardh syst. 85. In- 
sulae Marianna e. (Gaudich.) 

9. Hydrodyction umbilicatum Agardh syst. 85. In- 
sulae Sandwicenses. (Gaudich.) 

10. Thorea gaudichaudii Agardh syst. 56. spec. II. 126. 

In üuvio de Pago insulae Guam e Mariannis. 

(Gaudich.) 

III. CERAMIEAE. 

11. Ceramium rubrum Agardh spec. II. 146. Ad in- 

sulas Sandwicenses. (Gaudich.) 

IV. ECTOCARPEAE. 

12. Sphacelaria minuta Agardh spec. II. 33. Ad in- 

sulas Sandwicenses. (Gaudich.) 

V. CHARACEAE. 

13. Chara fibrosa Agardh syst. 129. _ In fluvio 
Agana insulae Guam e Mariannis. (Gaudich.) 

14. Chara armata var. diaphana Meyen Reise II. 131. 
Insulae S an dwi ce ns e s, (Meyen.) 

15. Chara oahuensis Meyen Reise II 131. Insulae 

Sandwicenses. (Meyen) 

VI. ULVACEAE. 

16. Vaucheria australis Agardh syst. 1/6. — Ad in- 
sulas Navarchorum, iles de F Amiraute. (Gaudich.) 

17. Vaucheria fastigiata Agardli syst. 178. _ Ad in- 
sulas Marianna e. (Gaudich.) 

18. Valonia intricata Agardh spec. I. 430. — Ad in- 
sulas Mariannae. (Gaudich.) 

19. Caulerpa plumaris Agardh spec. I.\ 436. Fucus 
taxifolius Turn. hist. 1. 436. _ Oceanus australis. 
(Gaudich.") 



20. Caulerpa clavifera Agardh spec. I. 443. Fucus 

clavifer et Lamourouxii Turner hist. t. 57. 229. Ad 

insulas Mariannae. (Gaudich.) 

21. Caulerpa freycinetii Agardh spec. I. 446 Ad 

insulas Ma ri annae. (Gaudich.) 

22. Ulva compressa Linn. Agardli spec. I. 420. Ad 

oras insularum Sandwicensium, et inrivulissalsis ins 
sularum Mariannarnra. (Gaudich.) 

23. Ulva clathrata Agardh spec. I. 422. Ad oras 

insulae Guam cMariannis. (Gaudich.) 

VII. FLORIDAE. 

24. Sphaerococcus salicornia ß. simplicior Agardh 
spec. I. 232. Ad insulas Mariannae. (Gaudich.) 

25. Sphaerococcus chondrophyllus Agardh spec.I. 251 
Fucus chondrophyllus R. Brown apud Tum. hist. t 222. 

Ad Novam Zcelandiam, Bai de Wangari 

(Less.) 

26. Sphaerococcus abscissus Agardh spec. 1. 252. Fucus 
abscissus Turn, hist t. 223. Ad Novam Zcelan- 
diam. (Banks et Sol.) 

27. Sphaerococcus papillatus Agardh ic. t. 19. spec. I. 
267. Ad insulas Sandwicenses. (Cham.) 

28. Sphaerococcus alveatus Agardli spec. I. 272. Fu- 
cus alveatus Turn, liist. t. 239. Ad Novam Zcelan- 
diam. (Banks et Sol.) 

29. Sphaerococcus lividus Agardh spec. I. 2G7, Fucus 
lividus Turn. t. 254. Oceanus australis (Menz.) 

80. Sphaerococcus coxcinnus Agardh spec. 312. Fucus 

concinnus Turn. hist. t. 153. Archipelagus Societa- 

t i s. (Lay et Coli.) Insulae Sandwicenses. (Cham. 

Gaudich.) 

31. Sphaerococcus musciformis Agardh spec. I. 826. 

Fucus museifbrmis Wulf. Turn. hist. 1. 127, Ad N o v a m 

Zcelandiam. (Banks et Sol.) 

32. Sphaxrococcbs intiucatus Agardh spec. I. 333. 
Ad insulas Sandwicenses. (Gaudich.) 

33. Sphaerococcus laciiniatiis Lyngb. Hydroph. 12. t. 
4. Sph. Chauvinii Bory ad Duperr. I 165. t. 20. Fucus ci- 
liatus Linn. Esp. Fuc. I. 4. Ad Nova in Zcelan- 
diam. (Less. et d'Urv.) 

34. Sphaerococcus corallinus Bory ad Duperr. I. 175. 
t. 16. Ad Novam Zcelandiam. (Less.) 

35. Sphaerococcus radicans Bory ad Belang, n. 32. 
Ad Novam Zcelandiam. (Less ) 

36. Chondria OBTUSATA Agardh spec. I. 840. Fucus 

obtusatus Turn. hist. t. 21. Ad Novam Zeclan- 

d i a m. (Banks et Sol.) 

37. Chondria forsteri Agardh spec.I. 3i3. Fucus For- 
sten Turn. hist. t. 77. Ad Novam Zcelandiam. 

(Forst.) 



H4 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



38. Chondria papulosa Agardh spec. I. 344. Fucus 

thyrsoides Tum. hist» t. 19. Ad Novam Zcelan- 

] .i ii (1 i a in. (Banks et Sol.) 

39. Thamnophoka corallorhiza Agardli spec. I. 235. 

Fucus cirrliosus Turn. hist. t. 63. Ad Novam Zee» 

landiairij Dusky-Bay. (Andrews.) 

40. Thamnophora tri angularis Agardh spec. I. 226. 

Fucus triangularis Linn. Turn, hist- £.33, Ad Novam 

Zeclandiam. (Banks et Sol) 

41. Rhodomela pinastroibes Agardh spec. I. 381. 

Fucus pinastroidcs Gmel. Turn. hist. t. 2. Ad Novam 

Zeclandiam. (Bankset Sol.) 

42. Halymenia dubia Bory ad Belang, n. 32. Ad 

Novam Z e e 1 a n d i a m. (Less.) 

43. Amansia glomerata Agardh spec. I. 191. Adin- 

sulas Sandwicenses. (Gaudich.) 

44. Amansia multibiba Agardh spec. I. 192. Fucus li- 
nearis Turn, hist. t. 201. Ad Novam Zeelandiam, 

(Banks et Sol.) 

VIII. FUCACEAE. 

45. Zonaria roska Agardh syst, 264. Insulae Ma- 
ri a n n a e. (Gaudich.) 

46. Zonaria pavonia a. fusccscens Agardh spec. I. 125. 
Insulae Mariannae. (Gaudich.) 

47. Zonaria pavonia ß. tenuis Agardh spec. I. 125 

Insulae Mariannae. (Gaudich .) 

48. Laminaria pygmaea A. Rieh. seit. Astrolab. p. 139. 
Ad Novam Zeelandiam (Less.) 

49. Laminaria biruncinata Bory ad Duperr. t. 10. 

Ad Novam Zeelandiam. (Less.) 

50. Laminaria flabelliformis A. Rieh, Flor. Nov. Zeel. 

p. 8. t. 1 2. Ad Novam Zeelandiam, Bai Wan- 

gari el Biviere Tamise. (Less,) 

51. Laminaria radiata Agardh syst. 1. 113. Fucus 

radiatus Turn, hist, 1. 134 Ad Novam Zeelandiam. 

{Less.) 

52. Dlrvillea utilis Bory ad Duperr. 1. 65. t. 1 et 
2. Fucus antareticus Chamiss. in Choris Voy. pittor. 
p. l.t.l. — Ad Novam Zeelandiam, Cap Rawa. 
Rawa. (Less.) 

53. * Fucus rabaccensis Meistens ex Chamiss. Bemerk. 
et Ansicht, p, 107. — Ad insulas Radack. (Chamiss.) 

54. Splachnibium rugosum Grev. sjnops. Alg, p. 
XXXVI. Fucus rugosus Turn, hist, t. 185. _ Ad Novam 
Zeelandiam. (Less.) 

55. Turbinaria denubata Bory ad Duperr. 1. 117. 
Fucus turbinatus Turn. hist. t. 24. Ad Novam Zee- 
landiam. (Less.) 

56. Cystoseira quercifolia Agardh spec. 1. 70. Fucus 
ouercifolius Turn. hist. t. 151. _ Ad Novam Zeelan- 
diam. (Less.) 

57. Cystoseira retroflexa Agardh spec. 1. 74. Fucus 
retroflexus Labill. Nov. Holl. t. 290. _ Ad N ovam Zec- 
landiam , Bai Shouraki. (Less.) 

58. Cystoseira sieberi * Moniliformia Sieberii Bory 
ad Duperr. 1. c. _ Ad Novam Zcelandiara,(iew.) 



59. Cystoseira billarbikri * Moniliformia Billardie- 
rii Bory ad Duperr. 1. 133. Monilia Billardierii A. Rieh. 
Flor. Nov Zeel. p. 19. Fucus moniliformis Labillard. 
Nov. Holl. t. 262. _ Ad Novam Zeelandiam, Bai 
Wangari. (Less.) 

60. Cystoseira torulosa Agardh spec. 1.75. Fucus 
torulosus Turn. hist. t. 157. Ad Novam Zeelan- 
diam. (Less.) 

61. Macrocystis hiimbolbti Agardh spec. 49. M. pomi- 

fera Bory ad Duperr. 1. 94. t. 9. Archipelagus So- 

c i e t a t i s. (Lay et Coli.) 

62. Macrocystis communis Bory ad Duperr. 1. 90. 
Fucus pyriferus Turn. hist. t. 110. Ad Novam Zee- 
landiam, Bai Ravva-Rawa. (Less.) 

63. Macrocystis angustifrons Bory ad Duperr. 1.93. 

t. 8. Ad Novam Zeelandiam, Bai Rawa - Rawa. 

(Less.) 

64. Macrocystis comosa Agardh spec. I. 48. Fucus 
comosus Labill. Nov. Holl. t. 1. 258. non Poir. Ad No- 
vam Zeelandia m. (Less) 

65. Sargassum vulgare Agardh spec. 3. Ad Novam 

Zeelandiam. (L«w.) Archipelagus Sandwicen- 

s i u m. (Lay et Coli.) 

66. Sargassum longifolium Agardh spec. 1. 17. Fucus 
longifolius Turn. hist. t. 104. Ad Novam Zeelan- 
diam. (Less.) 

67. Sargassum granuliferum Agardh spec. I. 3. Alg. 
t. 11. Ad Novam Zeelandiam, (Less.) 

68. Sargassum plumosum A. Rieh, sert. Astrolab. 
p. 136. a. S. capillifolium A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. p. 16. 

t. 5. Ad Novam Zeelandiam. (Less.) ß. S. penni- 

gerum A. Rieh. op. cit. 16. t. 6. _ Ad N o vam Z e el an- 
d i a m , Bai Houa-Houa. (Less.) 

69. Sargassum phyllanthum A. Rieh. Flor. Nov. Zeel, 
p. 17. t. 7. S. phyllanthum et maschalocarpum Agardh 
spec. I. 309. Fucus phyllanthus et masclialocarpus Turn. 
hist, t. 205. 206. Carpophyllum flexuosum et maschalocar- 
pum Grev. sjnops. Alg. p. XXXII. — Ad Novam Zee- 
landiam. (Less.) 

70. Sargassum boryanum A. Rieh. sert. Astrolab. p. 

138. Ad Novae Zeelandiae rupes submarinas. 

(Less.) 

71. Sargassum uryillianum A. Rieh. Sert Astrolab. 
p. 135 Marginaria ürvilliana A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. 

p.lO.t.3. Ad Novam Zeclandiam, Bai Kawa- 

Kawa. (Less.) 

72. Sargassum lessonianum A. Bich. sert. Astrolab. 
p. 137. Marginaria Gigas A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. p. 10. 

t. 4. Ad Novam Zeelandiam, Cap Rawa -Rawa. 

(Less.) 

IX. BYSSACEAE. 

73. Himantia NüBiLOSA Pers. apud Gaudich. ad 
Fre.yc. 181. Insulae Mariannae. (Gaudich.) 

74 Coenogonium linkii Ehrenb. in Hör. phys. berol. 
120. t. 27. C. controversum Pers. apud Gaudich ad Frey c . 
p. 214. _ Nova Z e el and ia (d'Urv.) _ Insulae Ma- 
riannae. (Gaudich.) 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN 

X. LICHENES. 

a. Idiothaiami. 
75. Arthronia violacea Pers. apud Gaudich. ad Fr eye 



145 



Insulae 



p. 187. Insulae Mariannae. {Gaudich.) 

76. Graphis scripta Achar. synops. 81 
Mariannae. (Gaudich) 

77. Opegrapha cymbiformis Flörk, var. Pers. apud 
Gaudich. ad Freyc. p. 184. _ Insulae Mariannae. 
(Gaudich.) 

78. Opegrapha cincta Pers. in Wetterauer Annal. 
t. 10. f. 1. Insulae Mariannae. (Gaudich.) 

79. Opegrapha unicolor A. Rieh. sert. Astrolab. p. 
XXVIII. _ Vanikoro.(Im.) 

b. Gasterothalami. 

80. Porina tessellata Pers. apud Gaudich. ad Freyc. 

p. 183. P. rufescens Delise msc. Insulae Mari an na e. 

(Gaudich.) 

81. Pyrenula variolosa Pers. apud Gaudich. ad 
Freyc. 181. Insulae Mariannae. (Gaudich.) 

82. Pyrenula gaudichaudii Pers apud Gaudich. ad 
Freyc. p. 182. Verrucaria Gaudichaudii Fee Lieh. exot. 

p. 87. t. 22. /. 4. V. tropica Achar. synops. 91 Insulae 

Mariannae. (Gaudich.) 

83. Verrucaria tessella Pers. apud Gaudich. ad 

Freyc, p. 183. Tcsella marianna Pers. msc. Insulae 

Mariannae. (Gaudich) 

84. * Emblemia contexta Pers. apud Gaudich. ad Freyc. 
p. 184. Insulae Mariannae. (Gaudich.) 

85. Ctesium album Pers. apud Gaudich. ad Freyc. 
p. 186. Insulae Mariannae. (Gaudich.) 

86. Ctesium rugosum Pers. I. c. Insulae Marian- 
nae. (Gaudich.) 

c. Hymenothalami. 

87. Collema itlvaceum Pers. apud Gaudich. ad Freyc. 
p. 203. Insulae M ari annae. (Gaudich.) 

88. Collema stellare Pers. apud Gaudiah. ad Freyc. 
p. 205. C. scabridulum Delise msc. _ Insulae Marian- 
nae. (Gaudich.) 

89. Collema mariannum Pers. apud Gaudich. ad Freyc. 
p. 203. C. atrovirens Delise wi.se. Insulae Mariannae. 

(Gaudich.) 

90. Collema peltigera Pers. apud Gaudich. ad Freyc. 
p. 204. C. Lactuca Delise msc. Insulae Mariannae. 

(Gaudich.) 

91. Collema turneri Hook, et Arn. ad Beecheyp. 77. 
_ Taiti. (Lay et Collie.) 

92. Collema nigrescens Linn. suppl. 451. Ach. Li- 

chenogr. 646. Nova Zeelandia, hävre de l'Astrolabe, 

(Less. et d'Urv.) 

93. Collema tremelloides Achar. Lichenogr. 655. 

Nova Zeelandia, hävre de \' Kstroi&be. (Less. et d'Urv.) 

94. * Coccocarpia molybdea Pers. apud Gaudich. ad 
Freyc. p. 206. Parmelia arcolata Delise msc. P. plumbea 
Achar ? Insulae Mariannae. (Gaudich.) 

95. * Coccocarpia iNcisAPers. I.e. Insulae Marian- 
nae. (Gaudich.) 



96. * Coccocarpia smar.vgdina Pers. I.e. Collema sma- 
ragdinum Delise msc Insulae Mariannae. (Gaudich.) 

97. Lecidea furfiracea Pers. apud Gaudich. ad 
Freyc. p. 192. Insulae Mariannae. (Gaudich.) 

98. Lecidea cocobs Swartz Lieh, anier. p. 2. t. I. 
Taiti. (Lay et Collie.) 

99. Stereocaiflon ramulosum Achar. Lichenogr. 580. 
A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. t. 9. / 3. _ Nova Zeelan- 
dia, rivierc Tamise. (Less. et d'Urv.) Archipelagus 

Sandwiccnsium. (L. et C.) 

100 Stereocaulon maorocarpum A. Rieh. Flor. Nov. 

Zeel. 34. t. 9. f. 4. Nova Zeelandia, hävre de 

l'Astrolabe. (Less. et d'Urv.) 

101. Stereocaulon denidatifm Flörke ex Pers. apud 
Gaudich. ad Freyc. p. 211. St. nuduin Delise msc Ar- 
chipelagus Sandwicensis. (Gaudich.) 

102 Stereocaulon rubiginosifm Pers. apud Gaudich. 
ad Freyc. p 212. A. sanguineum Delise msc. Archi- 
pelagus Sandvviccn si um (Gaudich.) 

103. Cenomyce retipora Achar. synops. 284. Baeomy- 
ces retiporus Lab. nov. Holl. t. 254. f. 2, _. Nova Z ee- 
1 a n di a , hävre de l'Astrolabe. (Less. et d'Urv.) 

104. Cenomyce furcata Ach. Lichenogr. 560 Nova 

Zeelandia, hävre de l'Astrolabe. (Less. et d' Urv.) 

105. Cenomyce rangif.erina Achar. Lichenogr. 516. 

Nova Zeelandia; hävre de PAstrolabc. (Less. et 

d'Urv.) 

106. Cenomyce eangiferina var. ß. alpestris Achar. 
Pers. apud Gaudich. ad Freyc. p. 212. _ Archipelagus 
Sandwicensium. (Gaudich.) 

107. Cenomyce fimbriata Achar. synops. 254. — Ar- 
chipelagus Sandwicensium (Lay et Coli.) 

108. Cenomcye ecmocyna Achar. Lichenogr. 549. — 
Nova Zeelandia. (Less. et d' Urv.) 

109. Parmelia pannosa Achar. synops. 329 P. strigosa 
et sandwichiana Pers. apud Gaudich. ad Freyc />. 198. 199. 

Pannaria erythrocarpa ßory ad Duperr. 66 T a i t i. (Li) 

et Coli.) _ Insulae Mariannae. (Gau^c/i.) _ Archipe- 
lagus Sandwicensium. (Gaudich.) 

110. Parmelia perforata Achar Lichenogr. 459. — 
Archipelagus Sandwicensium. (Meyen) I.eku. — 
Insulae Mariannae. (Gaudich.) 

111. Parmelia aurea A. Rieh. Fl. Nov. Zeel. p. 83. t. 
8. f. 1 Nova Zeelandia. (Less. et d"Urv.) 

112. Parmelia pilverulenta Achar. Lichenogr . 473 
_ Nova Z e elandia, detroit de Cook. (Less. et d'Urv.) 

113. Parmelia perlata Achar. Lichenogr. 459. _ X \ a 
Zeelandia, hävre de l'Astrolabe. (Less. et eFUrv.) _ 
Insula Norfolk. (Ferd. Hauer.) 

114. Parmelia caesia Achar. Lichenogr. 216. — Insula 
Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

115. Parmelia aipolia? Achar. synops. 215. Insulae 

Mariannae. (Gaudich.) 

116. Parmelia obesa Pers. apud Gaudich. ad Frey c. 
p. 195 Archipelagus Sandwicensium. (Gaudich. ) 

117. Parmelia crispa Achar. synops. 312. _ Insula« 
Mariannae. (Gaudich.) 

19 



146 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



118. Parmelia endocrocea Pers. apucl Gaudich. ad 

fr eye. p. 196. Archipelagus Sandwiccnsium. 

(Gaudich) 

119. Parmelia maura Delise ctpttd Gaudich. ad Freyc. 
p. 198. Archipelagus Sandwiccnsium. (G(h«/icA.) 

120. Parmelia latiloba A. Rieh. seit. Aslrolab. p. 
XXVIII. _ Vanikoro. (Less ) 

121. Sticta mougeotiana Delise monogr. 62. t. 5./. 13. 
Nova Z eeland i a, rivicre Tamise. (Less et d'Urv.) 

122. Sticta latifiions A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. 27. I. 

8. f. 2. Nova Zeclandia, havre de l'Astrolabe. 

(Less. et d'Urv.) 

123. Sticta cinnamomea A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. 28. 

t. 8. f. 3. Nova Zeclandia, liävre de l'Astrolabe. 

(Less. et d'Urv.) 

124. Sticta variabilis Dclise monogr. 119. t. 11. f. 

48. Nova Zeelandia, havre de l'Astrolabe. (Less. 

et d'Urv.) 

125. Sticta xanthosticta Pers. op. cit. p.201. St. auri- 
gera var. <x. Rory ex Delise Monogr. p. 54. t. S.j". 8. Ar- 
chipelagus Sandwicensium. (Gaudich ) 

126. Sticta aurata Achar. Lichenogr. 448. Delise mo- 
nogr. 49 t. 2. f. 5. NJova Zeelandia, havre de 

l'Astrolabe. (Less. et d'Urv.) _ Ins ula Nor folk. (Ferd. 
Bauer.) 

127. Sticta leucosticta Pers. apud Gaudich ad Freyc. 
p. 200. St. crocata var. a. Delise monogr. 56. t. 'k.f. 10. 
Archipelagus Sandwicensium. (Gaudich) 

128. Sticta filicina Ach. Lichenogr* 145. Delise mo- 
nogr. 120. t. 12. f. 49. Liehen Forst, prodr. n. 584. _ 
Nova Zeelandia. (Forst.) 

129. Sticta carpoloma Delise monogr. 159. A. Rieh. 

Flor. Nov. Zeel. 30. t . 9. /. 1 N o v a Z e e 1 a n d i a, havre 

de l'Astrolabe. (Less. et d'Urv ) 

130. Sticta dissecta Swartz Lieh, americ. t. 6. Ar- 
chipelagus Sandwicensium. (Lay et Coli.) 

131. Sticta lurida Meyen Reise um die Erde II. 124. 
— Archipelagus Sandwicensium. (Meyen.) 

132. Sticta thouarsii Delise monogr. 25. t. 8. f. 29. 
_ Taiti. (Less. et d'Urv.) 

133. Nephroma australe A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. 31. 
t. 9./. 2. _ Nova Zeelandia. (Less. et d'Urv.) 

134. Peltidea venosa Achar. Lichenogr. 415. Ar- 
chipelagus Sandwicensium. (Lay et Coli.) 

135. Peltidea aphthosa HofTm. Lichenogr. t. 6. f. 2. 
Archipelagus" Sandwicensium. (Lay et Coli.} 

136. Peltidea sp. (P. hymeninae ajfinis) A. Rieh. 
seit. Astrolab.p. XXVIII. Vanikoro. (Less.) 

137. Bamalina farinacea Achar. Lichenogr. 606. Phys- 

cia farinacea Pers. apud Gaudich. ad Freyc. p. 208. 

Nova Zeelandia, hävre de l'Astrolabe. (Less. etd'Urv.) 

Insulae Mariannae. (Gaudich.) 

138. Bamalina geniculata Delise msc. Physcia fasti- 
giata Pers. apud Gaudich. ad Freyc. p. 208. _ Insulae 
Mariannae. (Gaudich.) 

139. Ramalina humalba Achar. Liehen. 608. _ Taiti. 
(Lay et Collie.) 



140. Alectoria crinalis Achar. Lichenogr. 594. 

Nova Zeelandia. (Less. et d'Urv.) 

141. Cohnicularia cauleata Achar. Lichenogr. 612- 
-Nova Zeelandia, havre de l'Astrolabe. (Less. et 
d'Urv.) 

142. Cetraria glauca Achar. synops. 227. Nova 

Zeelandia, havre de l'Astrolabe. (Less. etd'Urv.) 

143. Evernia melaxantha Endl. prodr. Flor. Nor f. 2. 
Usnca melaxantha Achar. Lichenogr. 415. Insula Nor- 
folk. (Ferd. Bauer.) 

144. Usnea ceratina Achar. Lichenogr. 619. Nova 

Zeelandia, hävre de l'Astrolabe. (Less. et d'Urv.) 

145. Usnea australis Fries in Vet. Acad.Handl.i82i. 
Archipelagus Sandwicensium. (Meyen.) 

146. Usnea hirta Hoffm, Lichenogr. t. 30. f. 1 Ar- 
chipelagus S a n d w i c e n si u m. (Lay et Coli.) 

147. Usnea Florida Achar. Lichenogr. p. 620 Nova 

Zeelandia, Bai des lies. (Less. etd'Urv.) Archipela- 
gus Sandwicensium. (Lay et Collie.) 

148. Usnea microcarpa Pers. apudGaudich, ad Freyc. 
p. 210 — Archipelagus Sandwicensium. (Gaudich.) 

XI. FUNGI. 

a, Pyrenomycetes. 

149. Sphaeria profuga Ehrenb. in Hör. phys. berol. 
92. 1. 19./ 10. __ Insulae Radack Microneslae. (Cham.) 

150. Sphaeria laguncula Pers, apud Gaudich. ad 
Freyc. 181. Insulae Mariannae. (Gaudich.) 

151. Sphaeria für Ehrenb. Hör. phys. berol. 92. f. 19. 
f. 11. Insulae Radack Mic ron es iae. (Cham.) 

152. * Sphaeria tuberosa Pers. apud Gaudich, ad 

Freyc. p. 180. non Sowerb. Insulae Sandwicenses. 

(Gaudich.) 

b. Gasteromycetes. 

153. Lvcogala marianna Pers. apud Gaudich, ad 
Freyc. p. 179. Insulae Mariannae. (Gaudich.) 

154. Phallus (hymenophallus) daemonüm Rumph. Amb, 
FL t. 56. f. 7. Hook, ad Beech. t. 20. _ Taiti, archipelagi 
Societatis. (Beech.) 

c. Hymenomycetes. 

155. Stictis dispar Pers. apud Gaudich. ad Freyc, 
p. 178. Insulae Mariannae. (Gaudich.) 

156. Auricularia cornea Ehrenb. Hör. phys. berol. 
91. t. 19./. 9. Excidia cornea Frxe&syst.II. 222. __Owahou 
e Sandwicensibus. (Cham.) 

157. Aijricularia ornata Pers. apud Gaudich. ad 
Freyc. p. 177. t. 2. f. 4 Insulae Mariannae. (Gaudich.) 

158. Auricularia AMPLAPers. apudGaudich. adFreyc. 
p. 177. Insulae Mariannae. (GanÄc/i.) 

159. Polyporus sanguineus Linn. spec. 1646. Fries 

syst. 1. 371. Insulae Radack Mi c r on esi a e. (Cham.) 

Insulae Mariannae. (Gaudich.) 

160. Polyporus xanthopus var. repanda Fries syst. I. 
505. Boletus Ratui Ehrenb. in Hör. phys. berol. 92. t. 19. 
/ 10. Insulae Badack Micronesiac. (Cham.) 

161. * Polyporus saccatus Pers. apud Gaudich. ad 
Freyc. p. 169. t.l.f.3. _ Insulae Mar i an na e. (Gaudich.) 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEESINELN. 



162. * Polyporus flaccidits Pcrs. apud Gaudich. ad 
Freyc. p. 171. lnsulae Marianna e. (Gaudich.) 

163. * Polypori/s fvsco-badius Pers. apud Gaudich 
ad Freyc. p. 172. lnsulae M a r i a n n a e. (Gaudich.) 

164. * Polyporus scabrosus Pers. apud Gaudich. ad 
Freyc. p. 172. lnsulae Mariannae. (Gaudich.) 

165. * Polyporvs mariannus Pers. apud Gaudich. ad 
Freyc. p. 173. lnsulae Marianne. (Gaudich.) 

166. Schizophyllum commune Fries syst. I. 320. Sca- 
phophorum agaricoides Ebrenb. in Hör. phys. berol. Aga- 
ricus alneus Linn. Flor. suec. 1242 lnsulae Marian- 
nae (Gaudich.) In Panclanorum eaudicibus insulae 

Radack , Micronesiac. (Cham ) 

XII. MUSCI HEPATICI. 

167. JUNGERMANNIA TAMARISCI LillU. SpeC. 1600. In. 

sulae Sandwicenses et Mariannae. (Gaudich.) 

168. JUNGERMANNIA CLAVIGERA Hook. IllUSC . eXöt. t. 70. 

Nova Zeelandia, Dusky bay. (dlenz.) 

169. JUNGERMANNIA PALPEBRIFOLIA Hook. UIUSC. e.VOt. 

t. 71. Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

170. JUNGERMANNIA LAGENIFERA Schwägr. apiid Gail- 

dicli. ad Freyc. 217. Insulae M ari anna e. (Gaudich.) 

171. JUNGERMANNIA NOBILIS Hook. UIUSC. eXot. t. 11. 

Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

172. Jungermannia securifolia Nees in Eiidl. prodr. 
Flor. Nor f. n. 14. _ Insula Norfolk. (Fercl. Bauer.) 

173. Jungermannia glaucescens Hook, inusc. exot. 
t. 39. Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

174. Jungermannia appendiculata Hook. musc. exot 
t. 15. Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

175. Jungermannia dubia Nees in Endl. prodr. Flor. 
Nor/, n. 15. _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

176. Jungermannia flagellifera Hook, musc. exot. 
t. 59. Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

177. Jungermannia transversalis var. ß. minor 

Schwägr. apud Gaudich. ad Freyc. p. 217. Insulae 

Marianna e. (Gaudich.) 

178. Jungermannia stolonifera Swartz prodr. 116. 
Insulae Sandwicenses. (Gaudich.) 

179. Jungermannia billardieri Schwägr. prodr-. 19. 

Hook, musc exot. t. 61. Nova Zeelandia, Dusky 

bay. (Menz.) 

180. Jungermannia coalita Hook. musc. exot. t. 123. 
Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

181. Jungermannia arguta Nees in Endl. prodr. Flor. 
Nor/, n. 12. _ Insula Norfolk (Ferd. Bauer-.) 

182. Jungermannia sqvarrosa Hook. musc. exot. t. 78. 
Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

183. Jungermannia sinuosa Hook. musc. exot. t. 113. 
Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

184. Jungermannia endlicheriana Nees in Endl. prodr. 
Flor. Norf. n. 13. Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

185. Jungermannia trilobata Linn. Hook. brit. Jun- 
germ. t. 76. Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

186. Jungermannia pendulina Hook. musc. exot, t. 60. 
— Nova Zeelandia Dusky bay. (Menz.) 



147 

t. 



187. Jungermannia microphylla Hook musc. exot. 
80. Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

188. Jungermannia tomentella Ehrh. Hook. brit. Ju/t- 
germ. t. 36. — Nova Z e e 1 a n d i a. ( Lcss. et d' Urv.) 

189. Jungermannia pulchella Hook. musc. exot. t. 94. 
NovaZeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

190. Jungermannia lanata Hook. musc. exot t. 46. 

Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

191. Jungermannia conchifolia Hook, et Aru.adi?eec//. 
p. 110, t, 23. Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli ) 

192. Jungermannia pinnatifolia Hook. musc. exol. I. 
94. Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

193. Jungermannia bicuspidata var. Linn. Insulae 

Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

194. Jungermannia conjugata Hook. musc. exol. i. 91. 
Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

195. Jungermannia adianthoides Swartz Flor. Ind. 
Occid. 1842. Hook. musc. exot. t. 90. Nova Zeelan- 
dia, Dusky bay. (Menz ) 

196. Jungermannia saccata Hook. musc. exot. t. 16. 

Nova Zeelandia, Dusky bay. (Alenz ) 

197. Jungermannia scolopendra Hook. musc. exot. I. 
40. NovaZeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

198. Jungermannia falcata Hook. musc. exot. £.89. 

NovaZeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

199. Jungermannia ramosissima Hook. musc. exot, t. 
92. Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

200. Jungermannia gigantea 7/ook. musc. exot. t. 93. 
Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

201. Jungermannia sPHAGNivar. minor. Schwägr. apud 

Gaudich. ad Freyc. 217. Insulae Sandwicenses, 

(Gaudich.) 

202. Jungermannia multifida Linn. spec. 1600. 

Archipelagus Societatis et Sandwiccnsis. (La} 
et Coli.) 

203. Jungermannia phyllanthus Hook. musc. exot. t. 95. 

Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) Insular 

Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

204. Jungermannia hymenophyllum Hook. musc. exot. 
t. 14. __ Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

205. Jungermannia flabellata Labill. nov.Holl. t 854, 
/. 1. Hook. musc. exot. t 13._No va Z ec I and i a, Dusliy 

bay. (Menz.) 

206. Jungermannia krio<\ui.a Hook. musc. exot.t. 72. 
_ Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

207. Marchantia hirsuta Swartz prodr. 116. — In- 
sulae Sandwicenses. (Gaudich.) 

208. Marchantia platycnemo-i Gaudich. ad Freyc. 

p, 218. Insulae Mariannae et Sandwicenses 

(Gaudich.) 

209. Anthoceros laevis Linn. spec. 1600. Insular 

Societatis. (Lay et Coli.) 

210. Anthoceros nov. spec. Gaudich. ad Freyc. 
p, 221. Insulae Sand wie en s es. (Gaudich.) 

211. Anthoceros giganteus Lebm. pugill. IV. 25. — 
Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 



148 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



112. Monoclea forsteri Hooh. niusc. exot- t. 174 An- 

thoceros univalvis Forst, tnsc. Nova Zeelandia. 

(Forst.) 

XIII. MUSCI FRONDOSI. 

213. Leptostomum ehectum R.Brown in Linn.Tr ans- 
äet. X. 320. Gymnostomum Leptostomum Hook. musc. 
exot. t. 169. _Nova Zeelandia, hävre de l'Astro- 
labe. (Less. et d'Urv,) 

214. Leptostomum macrocarpum La Pylai e Journ. Bot. 
1813 V. p, 15. Brytun macrocarpum Hedw. musc, frond. 
III. t, 10. _ Taiti archipelagi Societatis. (Forst,) 

215. Leptostomum cr agile Menz. R. Brown, in Linn. 
Tr ansäet. X. 320. Schwägr. suppl, t, 104. Gymnostomum 
gracile Hook. musc. exot. t.22. _ Nova Zeelandia, 
Dusky bay. (Menz.) 

216. Octoblepharum albidum Hedw. musc. frond. III. 

15. t, 6. Insulae Sandwicenses (Lay et Coli.) 

Insulae Societatis. (Lay et Coli.) Insulae Mar i an- 

n a'e. (Gaudich.) 

217 * Syrrhopodon higescens Schwägr. apud Gau- 
dich. ad Fr eye. p. 262. Insulae Ma r i a nn a e.(Gatidich.) 

218. Leicophanes fragile Brid. Bryolog. I. 765 In- 

sula Oualan e Carolinis. (d'Urv.) 

219. Holomitrium vaginatum Bi'id. Bryolog. I, 227. 

Trichostomum vaginatum Hook. musc. exot. f. 57. Taiti 

archipelagi S ocietatis. (Menz.) 

220. Holomitrium perichaetiale Brid. Bryolog. I. 227. 

Trichostomum perichaetiale Hook, musc, exot. t. 36. 

Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz,) 

221. Eremodon radians Brid. Bryolog. I. 236. Weissia 
radians Hedw. spec.i. 13. Bryum radians Paus prodr. 49. 
Insulae Oceani australis. (Forst.) 

222. Orthotuichum prokepens Hook, musc, exot. t. 64. 

Leiotheca prorepens Brid. Bryolog. I. 305. Nova 

Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) _ Insula Norfolk. 
(Ferd, Bauer.) 

223. Macromitrium longirostre Schwägr. suppl. 1. 112. 

Orthotrichum longirostrum Hook. musc. exot. t, 72. 

Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

224. Macromitrium apiculatum Brid. Bryolog. I. 311. 
Orthotrichum apiculatum Hook. musc. exot t. 45. In- 
sulae Societatis. {Lay et Coli.) 

225. Macromitrium gracile Schwägr. suppl. t. 112. 

Orthotrichum gracile Hook. musc. exot. t, 27. Nova 

Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

226. Macromitrium longipes Schwägr. suppl. t. 139. 

Orthotrichum longipes Hook. musc. exot. t. 24. Nova 

Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

227. Macromitrium phiferum Schwägr. suppl. II. 65. 
t. 172. __ Insulae S o ci e tat is. (Lay et Coli.) _ Insulae 
Sandwicenses. (Menz. Gaudich.) 

228. Dicranum billadieri Brid. spec. 1. 228. Sehwägr. 
suppl. i. 121. Oncophorus Billardieri Brid. Bryolog. I. 
401. •_ Nova Zeelandia. (Less. et d'Urv.) 

229. Dicranum glaucum Linn. Schwägr. suppl. t. 48. 
_ Nova Zeelandia. (Less. et d'Urv.) _ Insulae 
Sandwicenses, (Gaudich.) 



230. Dicranum mf.galophyllum Brid. mant. 67. Sphag- 
num javense Schwägr. suppl. t. 102 Insulae Sandwi- 
censes. (Lay et Coli.) 

231. Dicranum fasciatum Hedw. spec. t. 28. Cecaly- 

phum fasciatum Palis. prodr. 51 Insulae Oceani pa- 

c i fi ci. (Forst ) 

232. Thysanomitrium umbellatum Walk. Arn. disp. 
34. Trichostomum umbellatum Schwägr. apud Gaudich. 
ad Fr eye. p. 224. Insulae San dwicense s. (Gaudich.) 

233. CoDONOBLEPHARON MENZIESII Schwägr. SUppl. IL 

142. t. 137. _NovaZeelandia. (Menz.) 

234. Bryum canaribnse Brid. spec. 111 29. Insula 

Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

235. Bryum dichotomum Hedw. spec. 183. t. 42. Milium 

dichotomnm Palis. prodr. 74. Nova Zeelandia. 

(Menz.) 

236. Bryum giganteum Walker - Arn. disp.ü. Mnium 
giganteum Schwägr. apud Gaudich. ad Fr eye. 227. In- 
sulae Sandwicenses. (Gaudich.) 

237. Bartramia pendula Hook. musc. exot. t. 21. Phi- 
lonotis pendula Brid. Bryolog II. 27. Mnium pendulum 
Smith in Linn. Transact. VII. 262. Nova Zeelan- 
dia, Dusky bay. (Menz.) 

238. Bartramia uncinata Schwägr. suppl. I. 2. p. 60. 
t. 57. Philonotis uncinata Brid. Bryolog. II. 22. Fabro- 

nia marianna Gaudich. ad Freyc, p. 277, Insulae M a- 

r i a n n a e. (Gaudich.) 

239. Cryptopodium bartramioides Brid. Bryolog. II 
31. 735. Bryum bartramioides Hook. musc. exot. t, 18. 

Schwägr. suppl. t. 160. Nova Zeelandia, Dusky 

bay, (Menz.) Insulae Sandwicenses. (Gaudich.) 

240. Polytrichum piliferum Schieb, spie. 74. Menz. 

in Linn. transact. IV. 75. Insulae Oceani austra- 

1 i s. (Menz.) 

241. Polytrichum tenuirostre Hook musc. exot. t. 75. 

Catharinea tenuirostris Brid. Bryolog 11. 101. Nova 

Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

242. Pogonatum dendroides Brid. Bryolog. II. 112. 
Polytrichum dendroides Hedw, spec. 102. Nova Zee- 
landia, Dusky bay. (Menz.) 

243. Pogonatum subulatum Brid. Bryolog. 122. Poly- 
trichum subulatum Menz, in Linn. Transact. IV. 303. 
Nova Zeelandia. (Nels.) 

244. Pogonatum tortile Brid. Bryolog. II. 108. Poly- 
trichum tortile Swartz Fl. Ind. Occ. 1839. P. convolutum 
Hedw. spec. tAO Insulae Sand wicense s. (Gaudich.) 

245. Leucodon calycinus Hook. musc. exot. t. 17. 
Schwägr. suppl. t. 124. Dicnemon calycinum Brid. Bryo- 
log. IL 215. _Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

246. Neckera setosa Hedw. spec. 43. t. 5. _ N o v a 
Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

247. Neckera pknnata Hedw. musc. frond. III. 47. 

t, 19. Taiti, archipelagi So c ie ta t is. (d'Urv.) — 

Oualan e Carol i ni s. (d'Urv.) 

248. Neckera undulata Hedw. musc. frond. III. t. 21. 
_ Insulae Societatis. (Lay et Coli.) _ Insulae M a- 
r i a n n a e. (Gaudich.) 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



149 



249. Neckera macropoda Hedw. musc.frond. III. t. 23. 
Insulae Oceani australis. {Forst.) 

250. Neckera filicina Hedw. musc. frond. III. t. 18. 
Pilotrichum filicinum Paus, pvodv. 83. Brid, Bryolog. IL 
257. _ Insulae S o c i e t a t i s. (Lay et Coli.) 

251. Climacium neckerioibes Brid. Bryolog. IL 276. 

Neckera dendroides Hook. musc. exot. t. 69. Insula 

Owaihi e Sandwicensibus. (Menz, Lay et Coli.) 

252. Trachyloma plamfolium Brid. Bryolog. IL 278. 
Neckera planifolia Hedw. spec. t. 48. Hook. musc. exot, 
t. 23. Nova Zeelandia, Dusky bay. (Forst.) 

253. Leskea ericoibes Hook. musc. exot. t.28. Sclrwägr. 
suppl. t. 140. _NovaZeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

154. Leskea flabellata Brid. Bryolog. IL 325, Hoo- 
keria flabellata Smith in Linn. Transact. IX, 280. t. 23. 
Insulae Sand« icenses, (Gaudich.) 

2o5. Leskea inflectens Brid. Bryolog, II. 331. — 

Taiti, archipelagi S o c i e t at is. (d'Urv.) Vanikoro. 

(Less.) 

256. Leskea cristata Hedw. spec, 211. t. 49. Chaete- 
phora cristata Brid. Bryolog. IL 339. _ Insulae Oceani 
australis. (Forst.) 

257. Leskea lucens Schwägr. suppl. t. 84, Hypnum 
lucens Hedw. spec. 243. Nova Zeelandia. (Menz.) 

258. Leskea pungens Swartz Fl. Ind. Occ. 1806. Hyp- 
num pungens Hedw. spec. t, 60. __ Insulae Sandwi- 
censes, (Gaudich.) 

259. Pterygophyllum microcarpon Brid. Bryolog, IL 

342. Hypnum microcarpon Schwägr. suppl, I. 197. 

Insulae Oceani australis. (Forst.) 

260. PterygophymiTim quabrifarium Brid. Bryolog. IL 
347. Hookeria quadrifaria Smith in Linn. Transact. LX. 
277. t. 23. yT 1. Hook. musc. exot. t. 109. _ Nova Zee- 
landia, Dusky bay. (Menz.) 

261. Pterygophyllum arcuatum Brid. Bryolog. II. 348. 

Hypnum arcuatum Hedw. spec, t. 62. Insulae Oceani 

australis. (Forst. ) 

262. Hypnum proliferum Murr. syst. XIV. 950 In- 
sulae Sandwiccnses. (Lay et Coli. Gaudich,) In- 
sulae Mar i a n n a e. (Gaudich.) 

263. Hypnum bifarium Hook, musc. exot. t, 57. Iso- 
ihecium bifarium Brid. Bryolog, IL 356. Nova Zee- 
landia, Dusky bay. (Menz.) 

264. Hypnum flexile Swartz Fl. Ind. Occ, 1830. Hook. 
musc. exot. t. 110. Leskea flexilis Hedw. spec^ t. 58. Hoo- 
keria flexilis Smith in Linn. Transact. IX. 281. Isothe- 
cium flexilc Brid. Bryolog. II. 362. Nova Zeelan- 
dia, Dusky bay. (Menz.) Insulae Sandwiccnses. 

(Gaudich.) 

265. Hypnum arbuscula Hook. musc. exot. 1. 112. Hoo- 
keria arbuscula Smith in Linn. Transact, IX, 280. 2.23. 

Isothecium arbuscula Brid. Bryolog. II. 212., Nova 

Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

266. Hypnum neckeroides Hook. musc. exot. t. 58 

Isothecium neckeroides Brid. Bryolog. IL 373. Nova 

Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

237. Hypnumu menziesii Hook, musc. exot. t, 33. Iso- 



thecium Menziesii Brid. Bryolog. IL 376 Nova Zec. 

landia, Dusky bay. (Menz.) 

268. Hypnum intortum Schwägr. suppl. I. 2. p. 270. 
t. 92. Isothecium intortum Brid. Bryolog. II. 384. In- 
sula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

269. Hypnum spinineryium Hook. musc. exot. t. 29. 

Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

270. Hypnum spiniforme Linn, spec. 1587. Hedw. 

musc. frond. III. t. 25. Insula Norfolk. (Ferd. 

Bauer.) Insulae Sandwiccnses, (iay rt Co//.) 

271. Hypnum minutulum Hedw. musc.frond. IV. £.84. 
Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

272. Hypnum circinale Hook, musc, exot. t. 107. 

Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

273. Hypnum recuryans Schwägr. suppl, I, 2. p. 289. 
Insulae Mariannac. (Gaudich.) 

274. Hypnum cupressiforme Hedw. musc. frond. IV. 
59. t. 23. Insulae Marianna e. (Gaudich.) 

275. Hypnum aciculare Schwägr. suppl, I. 280. t. 92. 
Insulae Oceani australis. (Forst.) 

276. Hypnum tenuirostre Hook. musc. exot. t. 111. 
Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

277. Hypnum cuspibigerum Schwägr. apud Gaudich. 
ad Freyc, p, 229. Insulae Mari an na e. (Gaudich.) 

278. Hypnum ckamissonis Hornsch. in IIor.phys.be- 
rol.66. t. 13. f. 1_5. Insulae S o cietatis. (Lay etCotl.) 
Insulae Radack Micronesiae. (Cham.) 

279. Hypnum distichum Swartz in Sehrad. Journ. IV. 
179 t. 3. Rhizogonium distichum Brid. Bryolog. IL 665. 
Nova Zeelandia, Dusky bay. (Menz.) 

280. Hypnum mougeotianum A. Rieh. Flor. Nov. Zeel, 
p. 57. — Nova Zeelandia. (Less. et d'Urv.) 

281. Hypnum flayescens Hook, et Arn. ad Bcech. p. 
76. t. 19. Insulae S o c i e ta tis. (Lay et Coli.) 

282. Hypnum sandwicense Hook, et Arn. ad Bee< h 
p. 109. Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

283. Fissidens bryoibes Hedw. musc. frond. III. t. 
29. Dicranum bryoidcs Roth Fl. germ. III. 181. _ In- 
sulae Societatis. (Lay et Coli.) 

284. IIypopterygium ciliatum Brid. Bryolog, II. 710. 
Pterygynandrum ciliatum Hedw. spec. 84. t. 22. Pterogo- 

niuin ciliatum Schwägr. suppl. I. 108. Insulae Oceani 

australis. (Forst.) 

285. IIypopterygium concinnum Brid. Bryolog. II. 711. 
Leskea concinna Hook. musc. exot. t. o'i. Nova Zee- 
landia 1 , Dusky bay. (Menz.) 

286. IIypopterygium filjculiforme Brid. Bryolog. II. 

712. Leskea filiculiformis Hedw. spec. 202. t. 51. Hooke- 
ria filiculiformis Smith in Linn. Transact. IX, 278. 

Insulae Oceani aus t ra 1 i s. (Forst.) 

287. IIypopterygium rotulati m Brid. Bryolog, IL 

713. Leskea rotulata Tlcdw.spec. 213. t. 51. Hookeria rotu- 

lata Smith in Linn. Transact. IX. 279 Insula« O c c a h i 

a us tr a 1 i s. (Forst.)- 

288. IIypopterygium tamariscinum Brid. Bryolog. II. 
715. Hookeria taniariscina Smith in Linn. Transact. I\ 

20 



150 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



279. Ilypnum Tamarisci Swartz Fl. Ind. Occ. 1825. _ [n- 
sulac tropicis incltisae. {Forst.) 

289. Racopilum tomentosum Brid. Biyolog. II. 718. 

Hypnum tomentosum Hedw. musc. frond. IV. t. 19 In- 

sula Norfolk. {Ferd. Bauer.) 

290. Cyatiioj-jiokum pennatum Brid. Biyolog. IL 722. 



C. pteridioides Palis. Mem. soc. Linn. paris. I. t. 8. Hoo 
Leria pennata Smith Linn. Transcat. IX. 277. Hook. 
musc. exot. t. 163. Leskea pennata Labill. Nov. Hol/. 
t. 253. Schvvägr. suppl. I. 16. Anocctangium bulbosum 
Hcdw. spec. t. 5. _ Insulae Oceani australis 
(Forst.) 



B. Plantae Vasculares. 

I. CRYPTOGAMAE. 



XIV. LYCOPODIACEAE. 

291. Psilotum complanatum Swartz synops. 414. t. 4. 
f. 5. Owahou archipelagi Sandwicensis. (Macvae) 

Archipelagus Societatis. (Lay et Coli.) 

292. Psilotum triq_uetrum Swartz synops. 187. Bern- 

hardia dichotoma Willd. Insulae Sandwicenses. 

(Lay et Coli.) Arcliipelagus Societati s. (Lay et Coli.) 

Radack Mi c r o ne si a e. (Cham.) 

293. Tmesipteris foksteri ~End\. prodr. Flor. JSovf. n. 
16. Tmesipteris tannensis Bernli. in Sclivad. Journ. 1801. 
/. 131. t. 2. /, 5. Schkuhr Fil. t, 165. b. non Labill. Lyco- 
podium tannense Spreng, apud Schrad. I. c. p. 267. Os- 

niundoides Forst, in Herb. Spreng. Nova Zeelan- 

d i a. (Forst. Fräser, nec in insula Tanna) Insula Nor- 
folk. (Ferd. Bauer.) 

294:. Lycopodium acerosum Swartz Fl. ind. occ. III. 
1575. L. verticillatum Swartz synops. 175. excl. synon. 
Linn. L. setaceum Lani. diel. III, 625. non Don. L. fili- 
forme Swartz synops. 398. t. 4./. 3. Radd. Fil. bras.tA. 

bis f. 1. L. tenue Humb. apud Willd. sp. V. 55 Insulae 

Sandwicenses. (Menzies ) 

295. Lycopodium subulifolium Wall. cat. n. 114. Hook, 
et Grev, ic. t. 38. Vanikoro. (Less.) 

296. Lycopodium deivsum Labill. Nov. Holl. II. 104. t. 251. 

f. 1. Nova Zeelandia, Bai des Isles. (Fräser.) Cfr. 

sp. sequentem. 

297. Lycopodium lessonianum A. Rieb. Fl. Nov. Zeel. 

n. 113. Nova Zeelandia. (Less.) An praecedentis 

varietas? An Lycopodium densum e Nova Zeelandia ad 
hanc speciem referendum? 

298. Lycopodium cernum Linn. sp. 1566. L, marianum 

Willd. sp. V. 31. Archipelagus S o ei e t a t i s. (Lay 

et Coli.) Insulae Mariannae. Insulae Sandwi- 

c c n s e s. (Lay et Coli.) 

299. Lycopodium hquarrosum Forst, prodr. n. 479. 
Swartz synops. 177. non Fl. ind. occ. L. Hippuris Desv. 
in Poir. suppl. III. 559. L. Forsleri Poir. op. cit. III. 554. 
Archipelagus Societatis. (Forst.) 

300. Lycopodium flagellaria Bory ad Duperr. I. 248. 

t. 26. L. acrostaehyum Hook, et Grev. ic.t.lSL. Nova 

Zeelandia. (Less. et d'Urv.) 

301. Lycopodium laterale R, Brown prodr. 165. 
Labill. Nov. Calecl. t. 15. _ N o va C al e don i a. (Labill.) 

302. Lycopodium pjilegmaria Linn. sp. 1564. L. mira- 
bile Willd. sp. V. U. L. australe Willd. I. c. L. myrti- 
fölium Forst, prodr. n. 485. No va Zeel an di a, Dusky 



bay. (Menz.) _ Taiti archipclagi Societatis. (Less. 
et d'Urv.) _ Coral Islands Polyncsiae orienta- 
1 i s. (Lay et Collie) __ Archipelagus Marianna e.(Cha\ 
miss. Gaudich.) _ Vanikoro. (Less.) 

303. Lycopodium polytrichoides Raulf. enum. 6. _ 
Owaihi , archipelagi Sandwicensis. (Cliamisso.) 

304. Lycopodium varium R. Brown prodr. 165. Hook, 
et Grev. ic, t. 112. L. polystaehyon Desv. in Poir. suppl. 
III. 544. _ Taiti archipelagi Societatis. (Menz.) 

305. Lycopodium phyllanthum Hook, et Arn. ad Bee- 
chey. p. 102. _ Insulae Sandwicenses. (Lay et 
Collie.) 

306. Lycopodium heterophyllum Hook, et Grev. ic. 
t. 113. non alior. __ Owaihi, archipelagi Sandwicen- 
sis. (Menzies.) 

307. Lycopodium paniculatum Desv. in Poir. suppl. 
V. 543. _ Archipelagus Mariannae. (teste Desvaux.) 

308. Lycopodium volubile Forst, prodr. n. 482. Hook, 
et Grev. ic. t. 170. _ Nova Zeelandia. (Baxt. et 
Fräser.)^ Archipelagus Socio t a tis. (Forst.) _ Owaihi, 
archipelagi Sandwicensis. (Menzies.) 

309. Lycopodium durvillaei Bory ad Duperr. I. 247. 
t. 25. L. caudatum Desv. in Poir. suppl. III, 558. _ 
Muscus fruticescens Rumph. Jmb. VI. 86. t. 39. Va- 
nikoro. (Less.) _ Nova Zeelandia. (Less.) 

310. Lycopodium scariosum Forst, prodr. n. 484. 

P o 1 y n e s i a. (Forst.) 

311. Lycopodium menziesii Hook, et Grev. Mise. bot. 
II. 390. L. arbuscula Hook, et Grev. ic. t. 200. (non 
Raulf.) — Owaihi (Menz.) et Owahou archipelagi Sand- 
wicensis. (Lay et Collie.) 

312. Lycopodium arbuscula Raulf. enum. 19. V a- 

nikor o. {Less.) Rorabora archipelagi Societatis. 

(Less. et d'Urv.) _ Oualan archipelagi Carolinae. 
(Less. et d'Urv.) _ Owahou archipelagi Sandwicensis. 
(Chamiss. Lay et Collie.) 

XV. OPHIOGLOSSEAE. 

313. Ophioglossum pendulum Linn, spec. 1518. Hook, et 
Grev. ü'c.f.19. Ophioderma pendulumBIum. enum.pl. Jav. 
II. 259. _ Insulae Societatis. (Lay et Coli.) _ Insulae 
Sandwicenses. (Lay et Coli.) Owaihi. (Nels.) 

XVI. MARATTIACEAE. 

314. Marattia alata Smith ic. pl. tA6. Owahou, 

archipelagi Sandwicensis. ((Macrae.) 

315. Marattia attenuata Labill. Nov. Caled. p. 9. t. 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



151 



13 et 14. M. acuminata Willd. ex Kauf/, enum. 33. _ 
Nova Cale d onia. (Labill.) 

316. Maratia elegans Endl. prodr. Flor. Nor/, n. 17. 
Insula Norfolk (Ferd. Bauer.) 

317. Angiopteris evecta Hoffm inComm. gö'tt. XII. 29. 
t. 5. Schkuhr Fil. t. 150. Hook, et Grev. ic. t. 36. Clemen- 
tea palmiformis Cav. praelect. n. 1164. Polypodium evec- 

tum Forst, prodr, 438. Insulae S oci e tat is. (Forst 

Lay et Coli.) Taiti (Menz.) Bora bora (d'Urv.) _ Insula 
Guam e Maria nn is. (Gaud.) 

218. Angiopteris longifolia Hook, et Grev. Bot. misc. 

III, 227. Archipelagus Societatis et insula Pit- 

cairn. (Lay et Coli.) 

XVII. GLEICHENIACEAE. 

319. Gleichenia semivestita Labill. Nov. Caled, f. 11. 
Nova Caledonia. (Labill.) 

320. Gleichenia flabellata R. Brown prodr. 161. 
Labill. Nov. Caled. (.12, _Nova C ale don i a. (Labill.) 

321., Mertensia dichotoma Willd. Act. .Acad. Hohn. 
1804. p. 167. Polypodium dicliotomum Tbunb. Jap. 338. t, 
37. Forst, prodr. n. 450. pl. esc. n, 49. Schkuhr. Fil. t. 
148. Gleichenia Hcrmanni R. Brown prodr. 161. Hook, et 

Grev. ic. t. 14. Nova Zeelandia. (Forst.) Insulae 

S ocie tat \s. (Forst.) Insulae Ma r ian nae. (Gaudich.) 

Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

XVIII. OSMUNDACEAE. 

322. Todea hymenophylloides A. Bich. Flor. Nov. Zeel. 

p.91,t,16 Todea pellucida Carmich. ex Hook, el Grev. 

Bot. misc. III. 232. Nova Zeelandia. {Less. et 

d'Urv.) 

323. Schizaea dichotoma Willd. spec. V, 87. Hook, et 
Grev. ic. t. 17. — Insulae Societatis. (Lay et Coli) 

324. Schizaea bifida Swartz synops. 151. Nova 

Zeelandia. (Less et d' Urv.) 

225. Schizaea forsteri Spreng, syst. IV. 30. Seh. 
cristata Willd. spec. V. 11. Acrostichum dicliotomum Forst. 
prodr. n 415. Iasulae Societatis. (Forst.) 

326. Lygodium articulatum A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. 
p. 96. 1. 15. Nova Zeeland ia. (Less et d'Urv.) 

327. Lygodium circinnatum Swartz synops. 153. V a- 

nikor o. (Less.) 

328. Lygodium jreticulatum Schkuhr Fil. 36. Ar- 
chipelagus Amicoru m (Forst.) 

329. Lygodium scandens Willd. sp. V. 11. Ugena mi 

crophylla Cav. ic.t. 505. Vanikoro. (Less.) Insulae 

Societatis. (Lay et Coli.) Borabora. (d'Urv.) Insulae 

Mar i a n n a e. (Gaud. Haenk.) 

330. Lygodium dichotomum Swartz synops. 154. Hook. 

et Grev. ic. t. 55. Ugena dichotoma Cav. ic. t. 594. 

Insulae Mar i an na e. (Nee.) ' 

XIX. FILICES VEBAE. 

331. Acrostichum splendens Bory ex Willd. spec. V. 
104. — Archipelagus Sandwicensis. (Gaudich. Lay 
et Coli.) 

332. Acrostichum crassifolium Gaudich. ad Freyc. 
303. — Insulae S an dwicen ses. (Gaudich.) 



333. Acrostichum reticulatum Raulf. enum. 6i. — 
Owahou e Sandwiccnsibus. (Cham.) 

334. Acrostichum aemulum Raulf. enum. 63. . Owa- 
hou e Sandwiccnsibus. (Cham ) 

335. Acrostichum gorgoneum Raulf. enum. GS. — Owa- 
hou e Sandwicensibus. (Cham.) 

336. Acrostichum aureum Linn. spec. Schkuhr Fil.t. 1. 

Insulae Societatis. (Lay et Collie) Taiti (Less. et 

d'Urv.) Guam &Mariannis, (Haenk. Cham.) 

337. Acrostichum speciosum Willd. spec, V. 107. — 
Guam e Mariannis, (Lew.) 

338. Acrostichum inaequale Willd. spec. V. 117. 

Insulae Mariannae, Guam, Rota , Tinian. (Gaudich.) 

339. Gymnogramme calomelanos Raulf. enum. 76. Acro- 
stichum Calomelanos Linn spec. Schkuhr Fil. t. 5. Ar- 
chipelagus Societatis. (Lay et Collie.) 

340. Antrophyum plantagineum Raulf. enum 197. ß. Les- 
soni Hook, ad Beechey 74. A. Lessoni Bory ad Duperi. 
255. t. 28. /. 2. A. plantagineum Blum. Fil. Jav. t. 30. — 
Archipelagus Societatis. (Lay et Collie.) Borabora 

(Less. et d'Urv.) Insulae M ar i a n n a e.(Cham t Gaudich.) 

7. Durvillaei Bory ad Duperi: I.e. Taiti (Lew. et d'Urv.) 

341. Antrophyum pumilum Raulf. enum. 147. Hcmio- 
nitis immersa Bory in Willd. spec. V. 127. Vani- 
koro (Less.) 

342. Antrophyum reticulatum Raulf. enum. 198. Hc- 
mionitis reticulata Forst, prodr. n. 423. Schkuhr Fil. t. 6. 
Insulae Societatis. (Forst.) 

343. Grammitis scolofendkina Rory ad Duperi'. 257, 
t.SO.f.l. _ Nova Zeelandia. (d'Urv.) 

344. Asplenium nidus Linn, spec. 1173. Forst, prodr. 

n. 425. Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) Insulae 

Societatis. (Lay et Collie.) Taiti (Less. et d'Urv.) 

Archipelagus Sandwicensis, (C/m/«. Gaudich.) In- 
sulae Mariannae. {Cham. Gaudich.) 

345. Asplenium vittaeforme Cav. praelect. n. 628. — 
Insulae Mariannae. (Nee.) 

346. Asplenium frotbnsum Raulf. enum 167. Owa- 

hou, archipelagi S an d wi ce n si um. (Cham.). 

347. Asplenium oblio^uum Forst, prodr. n. i29. Schkuhr 
Fil. t.li. A. lucidum Forst, prodr. «.427. Schkuhr Fil. t. 7:.». 
_Nova Zeelandia. {Forst. Less. et d'Urv.) _ Insulae 
Sandwicenses. (Lay et Collie.) 

348. Asplenium falcatum Swartz synops. 77. R. Brown 
prodr. 150. A. cultralum Gaudich. ad Fi ey< . 317. _ 
NovaZeelandia. (Less. etd'Urv.) Raontaye. _ Insula 
Norfolk. (Ferd. Bauer.) _V an ikoro. (Less ) _ Insu- 
lae Maria nnac.(G an dich.) 

349. Asplemi m nBTisiiiM Forst. prodr. n 130. Labill. 

Nov. IIoll. t. 2 12. Wo v a Zeelandia. (Forst) _ I n- 

sulae Societatis. (Lay et Coli.) 

350. Asplenium tknerum E'orst. prodr. «.431. Swarlz 
synops. 78. Schkuhr Fil. t. 69. _ Insulae Societatis 
(Lay et Collie.) 

351. Aspi.kmum kloscatum Swarlz synops. 79. A.cait 
datum Cav. praelect. n. 632. non Forst. _ Insulae M i 
riannae. 



152 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER St DSEEINSELN. 



352. Asplenium pellucidlm Lam. dict. II. 310. In. 

sulae Mariannac, 

353. Asplenium contiguum Kaulf. enum. 172. Gaudich. 

ad Freyc. p, 318. Owahou, archipelagi S an dwi cc n- 

sinm. {Cham. Gaudich. Lay et Collie.) 

354. Asplenium polyodon Forst, prodr. n. 428. Swartz 
synops. 77 Nova Z e elan di a. {Forst.) 

355. Asplenium resectum Smith ic. inedit. t. 72. 

Insulae Sandwicenses. {Lay et Collie.) 

356. Asplenium hirtum Kaulf. enum. 169. A. Torre- 

sianum Gaudich. ad Freyc. p. 317. Guara e Marian- 

n i s. {Cham. Gaudich.) 

357. Asplenium erectum Bory in Willd. spec. V. 328. 
Insulae Sandwicenses. {Gaudich.) 

358. Asplenium macraet Hook, et Grev. ic. t. 217. 
Owahou arcliipelagi Sandwicensis. {Macrae.) 

359. Asplenium menziesii Hook, et Grev. ic. 1. 103. 

Owaihi arcliipelagi Sandwicensis. {Menz.) 

360. Asplenium horridum Raulf. enum. 173. Gaudich 

ad Freyc. 318. Owahou, archipelagi Sandwicen- 

sium. {Cham. Gaudich. Lay et Collie.) 

361. Asplenium filiforme Kaulf. enum. 172. Owa- 
hou, archipelagi S a n d wi c e n s ium. {Cham. Lay et 
Collie.) 

362. Asplenium difforme R. Brown prodr. 151. 

Insula Norfolk. {Ferd. Bauer.) 

363. Asplenium caudatum Forst, prodr, n. 432. In- 
sulae tropicis inclusae. {Forst.) 

364. Asplenium bulbiferum Forst, prodr. n. 433. 

Schkuhr Fil. t. 79. A. laxum R. Brown prodr. 151. 

Nova Zeelandia. {Forst.) Hävre de l'Astrolabe. {Less. 
et d'Urv.) Manamana. 

365. Asplenium patens Kaulf. enum. 174. Gaudich. rtf£ 

Freyc. 320. Owahou, S a n d wi c e n s ium. {Cham. 

Gaudich. Lay et Collie.) 

366. Asplenium diplazioides Hook, et Arn, ad Beech. 
p. 107. Insulae Sandwicenses. {Lay et Coli.) 

367. Asplenium laserpitiifolium Lam. dict. II. 310. 
Swartz synops. 85. Insulae Mariannae. {Gaudich.) 

368. Asplenium assimile Endl. prodr. Flor. Norf. 
n. 30. Insula Norfolk. {Ferd. Bauer.) 

369. Asplenium poiretianum Gaudich ad Freyc. 321. 

t. 13. Owaihi Sandwicensium, {Gaudich. Lay et 

Collie.) 

370. Asplenium viridans Labill. Nov. Caled. t. 3. 

Caenopteris viridans Spreng, syst. IV. 91. NovaCa- 

1 e d o n i a. {Labill.) 

371. Asplenium diversifolium Cunningh. Endl. prodr. 
Flor. Norf. n. 29. _ Insula Norfolk. {Ferd. Bauer.) 

372. Asplenium flaccidum Forst, prodr. n. 428. Cae- 
nopteris flaccida Swartz synops. 87. Darea flaccida Willd. 
spec. V. 295. Schkuhr t. 82. A. hcterophyllum A. Rieh. 

Flor. Nov. Zeel. p. 74. excl.syn. Nova Zeelandia. 

{Forst. Less. et d'Urv.) Insulae Sandwicenses. 

{Lay et Coli.) 

373. Diplazium arborescens Swartz synops. 92. Bory 
ad Duperr. I. 271. Insulae S o c i e t a t i s. {Lay et Collie.) 



374. Allantodia australis R Brown prodr. 149. 

Insula Norfolk, {Ferd. Bauer.) 

375. Allantodia scandicina Kaulf.' enum. 179. Aspi- 

dium scandicinum Willd. spec. V. 285. Owahou e 

Sandw i c e nsibus. {Cham.) 

376. Nephrobium exaltatum Smith. Aspidiuin cxalta- 
tum Swartz Synopsis. Willd. spec. V. 229 — Insulae S o- 

c i e t a t i s. {Lay et Collie.) Insulae Sandwicenses. 

{Cham. Lay et Collie.) 

377. Nephrodium propinqjjum B. Brown prodr. 148. 
Bory ad Duperr. I. 269. Aspidium patens Swartz sy- 
nops 49. _ Insulae Societatis. {Lay et Collie.) Taiti. 

{Less. et d'Urv.) Insulae S an dwice nse s. {Lay et 

Collie.) 

378. Nephrodium nymphale Hook, ad Beechey 74. Po- 
lypodium nymphale Forst, prodr. n. 442. Schkuhr Fil. t. 34. 
Insulae Societatis, {Lay et Collie.) 

379. Nephrodium resiniferum Hook, et Arn. ad Beechey 
p. 105. Aspidiuin resiniferum Kaulf. enum. 237. — Insulae 
Sandwicenses. {Cham. Lay et Collie.) 

380. Nephrodium Dubreulianum Hook, et Arn. ad 
Beechey p. 105. Polyslichum Dubreulianum Gaudich ad 

Freyc, Aspidium cyatheoides Kaulf. enum. 234. Insulae 

Sandwicenses. ( Cham Lay et Coli.) 

381. Nephrodium apiifolium Hook, et Arn. ad Beechey 
p. 105. Aspidium apiifolium Schkuhr Fil. i. 56. b, ? A. sinua- 
tuiu Gaudich ad Freyc. non Labill. Insulae Sandwi- 
censes. {Gaudich. Lay et Coli.) 

382. Nephrodium squamigerum Hook, et Arn. ad Bee- 
chey p. 10S. Insulae Sandwicenses. {Lay et Collie.) 

383. Nephrodium microsorum Endl. prodr. Flor, Norf. 
n. 24. Aspidium microsorum Kaulf. in Sieb, synops. fil» 
n. 101. Insula Norfolk. {Ferd. Bauer.) 

384. Nephrodium calanthum Endl. prodr. Flor. Norf, 
n. 25. Insula Norfolk. {Ferd, Bauer.) 

385. Nephrodium unitum Swartz synops. 47. Aspidiuin 
unitum Willd. spec. F. 241. Schkuhr Fil. t. 33. Polypodium 
unitum Linn, _Vanikoro {Less.) _ Guara e Marian- 
ni s. {Less.) 

386. Nephrodium odontocarpos A. Eich. seit. Astrolab. 
XLIV. _ Guara e Marian nis. {Less.) 

387. Nephrodium riparium A. Bich. sert. Astrolab. 
XLV. Aspidium riparium Bory in Willd. spec. V. 250. _ 
Guam e M a r i a n n i s. {Less.) 

388. Nephrodium palmoides Bory ad Belang, n. 73. _ 
Vanikoro. {Less.) 

389. Nephrodium multifidum A. Bich. sert. Astrolab. 
XXXIX. _ Vanikoro {Less.) 

390. Aspidium sinuatum Labill. Nov. Caled. t. i. _ 
Nov a C al edon i a. {Labill.) 

391. Aspidium velutinum A. Bich. Flor. Nov. Zeel. 
p. 70. _ Nova Zeelandia. {Less. et d'Urv.) 

392. Aspidium coriaceum Swartz synops. 57. Schkuhr 
Fil. t. 50. Polypodium adiantiforme Forst, prodr. n. 449. 
_ Nova Zeelandia. {Forst. Less. et d'Urv.) _ Insula 
Norfolk. {Ferd. Bauer.) 

393. Aspidium aristatum Swartz synops. 53. Schkuhr 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA. DER SÜDSEESINELS. 



jjö 



Fil. t. 42. Polypodium aristatum Forst, prodr. n. 448. 

Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) Insulae tropi' 

c a e. (Forst.) 

394. Aspidiijm pennigerum Swartz synops. 49. Polypo- 
dium pennigerum Forst, prodr. n. 444. Schkuhr Fil. t. 22. 
Nova Zeelandia. (Forst. Less. et d'Urv.) Pihon. 

395. Aspidium vestitum Swartz synops. 53. Schkuhr 
Fil. i. 43. Polypodium vestitum Ferst, prodr. n. 445. _ 
Nova Zeelandia. (Forst.) 

396. Aspidium Serra Swartz synops. 74. Schkuhr 
Fil. t. 33. _ Nova Zeelandia. (Forst.) 

397. Aspidium proliferum R. Brown prodr. 147. 

Nova Zeelandia. (Less. et d' Urv.) 

398. Aspidium hispidum Swartz synops. 56. A. setosum 
Schkuhr Fil. t. 49. Polypodium setosum Forst, prodr. 
n. 447. Nova Zeelandia. (Forst. Less. et d' Urv.) 

399. Aspidium glaberrimum A. Rieh. seit. Astrolab. 
XLV. Guam e Mariann is. (Less.) 

400. * Aspidium attenuatum Swartz synops. 48. Po- 
lypodium dissectum Forst, prodr. n. 441. Insulae 

tropicis inclusae. (Forst.) 

401. Aspidium dicksoniaefolium A. Rich.serf. Astrolab. 
XXXIX. _Vanikoro. (Less.) 

402. Adenophorus bipinnatus Gaudich ad Freyc. 
p.365t. 8. Hook, et Grev. Ic.Fil. t. 174. 175. Polypodium ta- 

mariscinum Raulf. enum. 117. Owahou archipelagi Sand- 

w i c e n s i s. (Cham. Lay et Collie.) 

403. Adenophorus hymenophylloides Hook, et Grev. 
Ic. Fil. t. 176. A. minutus Gaudich. ad Freyc. p. 365. Po- 
lypodium hymenophylloides Kaulf. 118. Owahou archi- 
pelagi S andwi cen s i s. (Cham. Lay et Collie.) 

404. Niphobolus varius Kaulf. enum. 125. Guam e 

Mariannis. (Cham.) 

405. Niphobolus serpens Endl. prodr. Flor. Norf. 
n.2i. N. bicolor Raulf. enum. 128. Hook, et Grev. ic. f. 44. 
N. rupestris Spreng, syst. IV. 44. Hook, et Grev. ic. t. 93. 
Polypodium serpens Forst, prodr. n. 435. P. stellatum 
Vahl symb. III. 104. P. rupestre R. Brown prodr. 146. 

P. elaeagnifolium Bory ad Duperr. 259. t. 31. Nova 

Z eelandia. (Forst.) _Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

406. Niphobolus glaber Raulf. enum. 127. Acrostichum 
lanceolatum Linn. spec. 1523. Polypodium acrostichioides 
Forst, prodr. n. 434. _ Nova Zeelandia, passe des 

Fransais. (Less.) Vanikoro. (Less.) _ Insulae S o c i e- 

t atis. (Forst.) 

407. Niphobolus macrocarpus Hook, ad Bcechey 74. 
t. 18. — Insulae S o c i eta ti s. (Lay et Collie.) 

408; Polypodium evenium Spreng, syst. IV. 46. P. ener- 
ve Cav. praelect. 245. _ Insulae Marianna c. (Nee.) 

409. * Polypodium peltatum Cav. praelect. 244. _ 
Insulae Mariannae. (Nee.) 

410. Polypodium percussum Cav. praelect. 243. Raulf. 
enum. 90. _ Insulae Mariannae. (Cham.) 

411. Polypodium immersum Vahl symb. III. 26. _i V a- 
nikoro. (Less.) 

412. Polypodium latifolium Forst, prodr. n. 457. 
Schkuhr Fil, t. 24. _ Insulae S o ci e t a t i s. (Lay et Collie.) 



413. Polypodium Spectrum Raulf. enum. 94. Polypo- 
dium Thouinianum Gaudich Owahou archipelagi Sand- 

w i c e n s i s. (Cham. Lay et Collie.) 

4J4. Polypodium Hemionititis Cav. praelect. 248. _ 
Insulae Mariannae. (Nee.) 

415. Polypodium phymatodes Linn. meint. 306. Jacq. ic. 
rar. t. 637. Schkuhr crypt. t.S. d. 17. P. grossum Willd. 

spec. V. 168. Nova Zeelandia. (Forst. Less. et 

d'Urv.) T iko p i a. (Less.) Van i kor o. (Less.) 

Insulae Societatis. (Lay et Collie.) Radak Mi c r ei- 
ne siae. (QJiam.) Insulae Mariannae. (Haenk. 

Less.) 

416. Polypodium altermfolium Willd. sp. V. 168. 

Bory ad Duperr. 261. Insulae Societatis. (Lay et 

Collie.) 

417. Polypodium quercifolium Linn. spec. 1547. 
Schkuhr Fit. t. 13. Insulae Mariannae. (Haenk.) 

418. Polypodium scandens Forst, prodr. n. 437. 

Insulae Societatis. (Forst.) 

419. Polypodium pellucidum Raulf. enum. 101 Owa- 
hou archipelagi Sandwicensis. (Cham. Lay et Collie.) 

420. * Polypodium cyathoides Swartz synops. p. 37 

Insulae Mariannae. 

421. Polypodium attenuatum R. Brown prodr. 146. __ 
Nova Zeelandia. (Less. et d'Urv.) 

422. Polypodium tenellum Forst, prodr. n. 440. 
Schkuhr. Fil. t. 16. _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 
Insulae Societatis. (Forst.) 

423. Polypodium Billardieri R. Brown, prodr. 147. 
P. scandens Labill. Nov. Hol/, t. 240. non Forst. _ Insula 
Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

424. Polypodium rugosulum Labill; Nov. Holl. II 92. 
t. 241. Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

425. Polypodium atropunctatum Gaudich ad Freyi 

346. Pleopcltis elongata. Raulf. Insulae S andwi cen- 

s e s. (Lay et Collie.) 

426. Polypodium setigerum Hook, ad Becchey I. 21. 
f. a. Insulae S a n d wi c e n s es. (lay et Collie.) 

427. Polypodium Pseudo-Grammitis Gaudich adFi < r< 
345. Hook, ad Becchey p. 103. t. 21. f. b. Grammitis tcnclla 

Kaulf. Insulae Sa n d w ic c n sc s. (Lay et Collie. 

Cham.) 

428. Polypodium Adenophorus Hook, ad Beechty t . 22 
P. pendulum Gaudiel), ad Freyc p. 3W. Adenophorus 
pinnatifidus Gaudich. op. cit. /></£. 86.5 _ Insular Sand 
w i c e n s e s. (Lay et Collie.) 

429. Polypodium polycarpon Hook, ad Beechey />. 104 
Insulae Sandwicense s. (Lay et Collie.) 

430. Polypodium Sandwicense Hook, ad Beechey p. 101 
Insulae Sa n d wi c c n s e s. (Luv et Collie) 

431. Polypodium unidbntati m Hook, ad Bcechey p. 108. 
Insulae Sandwicense s. (Lay et Co'lie.) 

432. Polypodium Crinale Hook, ad Bcechey p, 105 
Insulae Sandwicenses. (Lay et Collie.) 

433. Pteris esculenta Forst, prodr. n. 418. Plant 
esc. p. 47. Schkuhr Fil. t. 97. Labill. Nov. Holl. ' 8*8.— 
Nova Zeelandia (Forst. Less. et d'Urv.)— Insula 

21 



i.v* 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN 

Insulac Societatis, 



N o rfol k. (Ferd. Bauer.) 
{Forst.) 

434. Pteris affinis A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. p. 81. 
Nova Zeelandia. (Less. et d'Urv.) 

435. Ptkris ritgulosa Labill. Nov. Caled. t. 8. — 
Nova Caledonia. (Labill.) 

436. Ptkris rotundifolia Forst, prodr. n. 420. Swartz 

synops. 102. Nova Zeelandia. (Forst.) Havre de 

l'Astrolabe. (Less. et d'Urv.) 

437. Ptkris comans Forst, prodr. «.419. Schkuhr Fil. 
«.92. Nova Zeelandia. (Forst.) _ Insula Nor- 
folk, (Ferd. Bauer.) 

438. Ptkris brunoniaina Eiull. prodr. Flor. Norf. n. 
38. _ Insu!a Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

439. Ptkris macilknta A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. p.82. 
t. 12. N o va Ze elandia. (Less. et d'Urv.) 

440. Ptkris scaberila A.Rich. Flor. Nov. Zeel. p. 82. 
t. 13. Nova Zeelandia. (Less. et d'Urv.) 

441. Ptkris kingiana Endl. prodr. Flor. Norf. n. 40. 
Insula Norfolk (Ferd. Bauer.) 

442. Ptkris alata Gaudich. ad Freyc. 391. t. 19. P. 

irregularis Raulf. emun. 189. Insulae Societatis. 

(Lay et Collie.) Owahou, Sandwicensium. (C/wra. 

Gaudich.) 

443. Ptkris nemoralis Willd. spec. V. 386. In- 
sulae Societatis. (Lay et Collie.) Guam c Marian- 
ni s. (Less.) 

444. Ptkris excelsa Gaudich. ad Freyc. 388. In- 
sulae Sandwicenses. (Gaudich.) 

445. Pteris angulata Presl reliq. Haenk. 54. Lindsaea 
lanceolata Labill. Nov. Holl. t. 248./. 1. _ Insulae Ma- 
ri a n n a e (Haenk.) 

446. Pteris pedata Forst, prodr. n. 417» R. Brown 
prodr. 155. Langsd. et Fisch, ic. t. 20. Insulae So- 
cietatis. (Forst.) Insulae Sandwicenses. (Cham, 

Lay et Collie.) 

447. Pteris baiferiana Dies. msc. Endl. prodr. Flor. 
Norf. n. 37. _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

448. Pteris zahlbruckneriana Endl. prodr. Flor. 
Norf. n. 41. _ Insula Norfolk. (F"erd. Bauer.) 

449. Pteris trattinickiana Endl. prodr. Flor. Norf 
n. 42. _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

450. Pteris spinesckns Presl reliq. Haenk. 56. In- 
sulae Mariannae (Haenk.) 

451. Pteris tripartita Swartz synops. 100. Insulae 

Mari anna e. (Haenk.) 

452. Pteris tkrnifoha Hook, et Grev. Ic. Fil. t 126. 
Insulae Sandwicenses. (Menz.) 

453. Ceratopteris gai dichaidii Brongn. in Bullet, 
soc. philomat. 1821. p. 184. Elloboearpus cornutus Raulf. 

enum. 148. Pteris cornuta Paus. Flor. d'Owar t. 38. 

Insulae Mariannae. (Cham. Gaudich.) 

454. Blkchnum straminkvm Labill. Nov. Caled. t 3. 

Nova Caledonia (Labill.) 

455. Blkchnum Orientale Linn. spec. 1535. Schkuhr 
Fil. t. 109. _ Insulae Societatis, (Forst. Lay etCol- 



Guam c M a r i a n- 



Ue.) _ Taiti. (Less. et d'Urv.) 
nis. (Gaudich.) 

456. Blkchnum lomarioides Gaudich. ad Freyc. 396. _ 
Guam e M a r i a n n i s. (Gaudich.) 

457. Blechnum pectinatum Presl reliq. Haenk. 51. ? 
B. elongatum Gaudich. ad Freyc. 395. __ Insulae Ma- 
riannae (Haenk. Gaudich.) 

458. Blechnum occidentale Linn. Insulae Socie- 
tatis. (Lay et Collie.) 

459. Sadleria cyathodes Raulf. enum. 162. Blechnum 

fontanesianum Gaudich. ad Freyc. 1. 15. Insulae Sand- 

w i c e n s e s. (Cham. Lay et Collie.) 

460. Sadleria pallida Hook, ad Beechey p. 75. 

Insulae Societatis. (Lay et Collie.) Insulae Sand- 
wicenses. (Lay et Collie.) 

461. Hymenolepis opiiioglossoides Raulf. enum. 146. 
Lomaria spicata Willd. spec. V. 289. Onoclea spicata 
Swartz synops. 110. Acrostichum spicatura Linn. suppl. 

444. Smith, ic- ined. t. 49. Guam e Maria nnis. (Cham. 

Gaudich.) 

462. Doodia kunthiana Gaudich. ad Freyc. 401, 1. 14. 
Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) Insulac Socie- 
tatis. (Lay et Collie.) Insulac Sandwicen s es. (Lay 

et Collie.) 

463. Doodia aspera R. Brown prodr. 151. Nova 

Zeelandia, Bai des lies. (Less. et d'Urv.) Poukou- 
Poukou. 

464 Doodia caudata R. Brown prodr. 115. Hook. 
exot. Flor. t. 25. Woodwardia caudata Cav. demonstr. 
n. 655. Nova Zeelandia. (dUrv.~) Insula Nor- 
folk. (Ferd. Bauer.) 

465. Stegania procera R. Rrown prodr. 153. Os- 
munda procera Forst, prodr. n. 414. Rlechnum proce- 

rum Labill- Nov. Holl. t. 247. Insulac Societatis. 

(Lay et Coli.) Var. ß. Stipulosa A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. 

t. 13. Nova Zeelandia. (Forst.) Bai des lies. (Less 

et d'Urv.) 

466. "Stegania lanceolata R. Brown prodr. 152. 

Nova Zeelandia, hävre de l'Astrolabe. (Less. et 
d'Urv.) Nini Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

467. Stkgania discolor A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. p. 
87. Osmunda discolor Forst, prodr. n. 413. Lomaria dis- 
color Swartz synops. 111. Hemionitis discolor Schkuhr 
Fil. t. 6. _Nova Zeelandia. {Forst) 

468. Stkgania gibba * Lomaria gibba Labill. Nov. Ca- 
led. f. 4. 5. _ N o v a Caledonia. (Labill.) 

469. Stegania obtusata * Lomaria obtusata Labill. 
Nov. Caled. t. 6. _ Nova Caledonia. (Labill.) 

470. Adiantcm affink Willd. spec V. 448. A. trape- 
ziforme Forst, prodr. n. 460. Schkuhr Fil. t. 121. non 

alior. Insulae tropicis inclusae. (Forst.) Nova 

Zeelandia. (Forst.) Hävre de l'Astrolabe. (Less. et 
d'Urv.) Insula No rf o l'k. (Ferd. Bauer.) 

471. Adiantum formosum R. Brown prodr. 155. 

Nova Zeelandia, havre de l'Astrolabe. (Less. et 
d'Urv.) 

472. Adiantum hispidvlvm Swartz synops. 124. A. 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN 



155 



Rieh. Flor. Nov. Zeel. p. 88. Nova Zeclandia, 

hävre de l'Astrolabe. {Less. et d'Urv.) 

473. Adiantum pubescens Schkuhr Fil. t. 116. A. pe- 

dalum Forst, prodr. n. 458. non L. Nova Zeelan- 

dia, Bai des lies. {Less. et d'Urv.) Insula Nor folk. 

{Ferd. Bauer.) Insulae S oc i et a t i s. {Forst. Lay et 

Collie) 

474. Adiantum PULVERUiiENTiJMLinn. spec 1559. Plum. 
Fil. t. 55. Insulae Societatis. {Lay et Collie.) 

475. Adiantum lunulatum Burm. Willd. spec. V. 430. 
Hook, et Grev. Ic. Fil. t. 104. A. arcuatum Swartz sy- 
nops. 122. Insulae Marianna e. {Cham.) 

476. Adiantum capillus veneris Linn. spec. 1558. 

Insulae Sandwicenses. {Gaudich.) Karoure. 

477. Cheilanthes tenuifolia Swartz synops. 129 
Schkuhr Fil. t. 125. Pteris hurailis Forst, prodr, n 421. 
Nova Zeelandia. {Forst. Less. et d'Urv ) 

478. Cheilanthes ambigua A. Rieh Flor. Nov. Zeel. 

p. 84 Nova Zeelandia, Bai des lies. {Less. et 

d'Urv.) 

479. Cheilanthes dissecta Hook, ad Beechey p. 75. 
_ Insulae Societatis. {Lay et Collie.) 

480. Cheilanthes arborescens Swartz synops. 336. 
Lonchitis tenuifolia Forst, prodr. n. 24. Insula Nor- 
folk. {Ferd. Bauer.) _ Tanna NovarumHcbridum. 

{Forst.) 

481. Cheilanthes dicksonioides Endl. prodr. Flor. 
Nor/, n. 43. _ Insula Norfolk. {Ferd. Bauer.) 

482. Notochlaena distans R. Brown prodr. 146. La- 
bill. Nov. Caled. t. 7. N. remota Raulf. enum. 138. _ 
Nova Caledonia. {Labill.) 

483. Notochlaena pilosa Hook, ad Beechey 74. _ In- 
sulae Societatis. {Lay et Collie.) 

484. Vittaria rigida Raulf. enum. 193. Bory ad Du- 

perr. 274. — Insula Norfolk. {Ferd. Bauer.) Insulae 

S oc ie t a t i s.{Lay et Collie ) Owahou, S an d wie c n- 

s i u m. {Cham.) 

485. Vittaria elongata Swartz synops. 109. In- 
sulae Sandwicenses. {Lay et Collie.) 

486. Vittaria ensiformis Swartz synops. 109. V a- 

nikoro. {Less.) Insulae Mariannae. {Haenk) 

487. Vittaria isoetidifolia Wijld. ex Kaulf. enum. 
193. Guam e Mariannis. {Cham.) 

488. Lindsaea lessonii Boev ad Duperr. 278. t. 37. 
/. 2. -Nova Zeelandia, hävre de l'Astrolabe et Bai 
des lies. {Less.) 

489. Lindsaea linearis Swartz synops. 118. t. 3. f. 8. 
L. lunata Willd. spec, V. 421. _ Nova Zeelandia. 
{Less. et d'Urv.) 

490. Lindsaea trichomanoides Dryand. in Linn. Trans- 
act. III. 43. t. 11. Schkuhr Fil. t. 114. Adiantum eunea- 
tura Forst, prodr. n. 461 . _Nova Zeelandia. {Forst.) 

491. Lindsaea elongata Labill. Nov. Caled. t. 9. _ 
Nova Caledonia. {Labill.) 

492. Schizoloma billardieri Gaudich. ad Freyc. 1. 17. 
Lindsaea lanceolata Labill. Nov. Holl. t. 248. _ Guam e 
Mariannis. {Gaudich.) 



493. Davallia heterophylla Swartz synops. 180. 
Hook, et Grev. Ic. t, 230. Humata ophioglossa Cav. prae- 
lect. n. 678. Insulae Mar i a n na e. {Nee.) 

194. Davallia pinnatifida Schwartz synops 130. Hu- 
mata pinnatifida Cav. praelect. n. 679. Insulae Ma- 
riannae. {Nee. Gaudich.) 

195. Davallia pectinata Smith Mem. de Turin V. 414. 
Hook, et Grev. Ic. Filic. t. 139. Nephrodium Gaimardia- 
num Gaudich. ad Freyc. 335. t. 12. f. 1. _ Vanikoro. 

{Less.) Insulae Societatis. {Lay et Collie.^ T a i t i 

{Menz. Less. et d'Urv.) 

496. Davallia serrata Willd. spec. V, 467. Insu- 
lae Mariannae. 

497. Davallia contigua Swartz synops. 130. Hook, et 
Grev. Ic. t. 141. Trichomancs conliguum Forst, prodr. 
n. 463. Insulae Societatis. {Forst.) 

498. Davallia solida Swartz synops. 132. Schkuhr 

Fil. t. 126. Trichomancs solidum Forst, prodr. n. 475. 

Insulae Societatis. {Forst. Lay et Collie.) __ Insu- 
lae Mariannae. {Gaudich.) 

499. Davallia pvxidata Cav. praelect. 694. R. Brown 
prodr. 157. Guam e Mariannis. {Cham.) 

500. Davallia elata Swartz synops. 131. Trichoina- 

nes elatum et epiphyllura Forst, prodr, n 471 et 474. 

Insulae tropicis inclusac. {Forst.) Vanikoro 

{Less.) 

501. Davallia gibberosa Swartz synops. 134 Schkuhr 
Fil. t. 128. Trichomancs gibberosum Forst, prodr. /t.470, 
Insulae Societatis. {Forst. Lay et Collie ) 

502. Davallia retusa Swartz synops. 133. Insulae 

Mariannae. {Haenk.) 

503. Davallia macraeana Hook, et Arn. ad Beechey 

p. 108. Insulae Sandwicenses. {Micrae. Lay et 

Collie.) 

504. Davallia remota Raulf. enum. 223. Owahou, 

Sandwicensium. {Cham. Lay et Collie.) 

505. Davallia cu>eiformis Swartz synops. 133. Tri 

chomanes euneiforme Forst, prodr. n. i69. Insulae 

tropicis inclusae. {Forst.) 

506. Davallia tenuifolia Swartz synops. 133. D. vc- 
nusta Schkuhr Fil t. 128. Adiantum clavatum Forst. 

prodr. n. 459. A. tenuifolium Lam. dict. 1. 136. Insulae 

tropicis inclusae. {Forst.) 

507. Davallia flaccida R. Brown prodr. 157. Polypo- 
dium speluncae Linn. spec 1546. P. nudum Forst, prodr. 
n. 446. Insulae tropicis inclusae. {Forst.) 

508. Davallia hirta Raulf. enum. 223. Owahou 

Sandwicensium. {Cham. Lay et Collie.) 

509. Dickshma sqi ark(».*a Swartz synops. 136. Tricho- 
manes squarrosum Forst, prodr. n. 479. Insulae tro- 
picis inclusae. {Forst.) 

.510. Dicksonia flaccida Swartz synops. 187. Trichoma- 
nes üaeeidum Forst, prodr. n. 472 Insulae Sandwicen- 
ses. {Forst. Lay et Collie.) 

511. Dicksoma straminea Labill. Nov. Caled, t. 10. 

N o va C a 1 c don i a. {Labill.) 

512. Cibotium Chamissoi Raulf. enum. 230. C. glaucum 



156 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



Hook, et Arn. ad Beechey p. 108, Plnonia splendens Gau- 
dich. ad Freyc. t. 21. Owahou Sand wi c cns i um. 

{Cham. Lay et Collie.) 

513. Depakia prolifera Hook ad Beechey p. 108. D. 
Macraei Hook, et Grev. Ic. Fil. £.154. Dicksonia prolifera 

Kaulf. enum. 225. Owahou Sandwiccnsium. {Cham. 

Lay et Collie.) 

514. Trichomanes reniforme Forst, prodr. n. 462. Hook 

et Grev. Ic, t. 31. Nova Zeelandia, riviere Tamise. 

{Forst. Menz.) 

515. Tkichomanes membranaceum Linn. Hook. exot. Fl. 
t. 76. Insulae Societatis. {Lay et Collie.) 

516. Trichomanes humile Forst, prodr. «.464, Swartz 

synops. 143. Hook, et Grev. Ic. Fil. t. 85. Insulae S o- 

c i e t a t i s. {Forst.) Taiti. {Menz.) 

517. Trichomanes strictum Hook et Grev, Ic. Fil. 
t. 122. Nova Zeelandia, Dusky bay. {Menz.) 

518. Trichomanes minutulum Gaudich. adFreyc. 377. 
t. 12. f. 2. _ Insula Norfolk. {Ferd. Bauer) _ Archi- 
pelagus Societatis. {Lay et Collie.) Taiti. {d'Urv.) 

519. Trichomanes filicila Bory ad Duperr. t. 283. 
T. bilingue Menz. msc. T. bipunetatum Poir. Hymeno- 

phyllum Filicula AVilld. sp. V. 528. Taiti archipelagi 

Societatis. {Menz, d'JJrv. Lay et Collie.) 

520. Trichomanes BAUERiANirMEndl. prorfr. Flor. Nor f. 
n. 49. Insula Norfolk. {Ferd. Bauer.) 

521. Trichomanes venosum Hook, et Grev. Ic. Fil. 
t. 78. Nova Zeelandia. {Menz.) 

522. Hymenophyllum scabrum A. Rieh. Flor. Nov. 
Zeel. 90. t. 14. J. l._ Nova Zeelandia. {d'Urv.) 

523. Hymenophyllum thunbridgense Smith/*'/. brit.lll. 
1141. Swartz «y^vzo/?.?. 147. Schkuhr Fil. 147. H. cupressiforme 
Labill. Nov. Holl. t. 250. /. 2. _Nova Zeelandia 
{Less. et d'Urv.) Vanikoro. {Less.) 

524. Hymenophyllum Minimum A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. 
91. t. 14./. 2. _ Nova Zeelandia. {Less. et d'Urv.) 

525. Hymenophyllum recurvum Gaudich. ad Freyc. 
376. Insulae S an dwi c ens es. {Gaudich. Lay et Coli.) 

526. Hymenophyllum semibivalve Hook, et Grev. Fil. 
t. 83. Nova Zeelandia. {Menz. Less. et d'Urv.) 

527. Hymenophyllum lanceolatum Hook, et Arn. ad 
Beech. p. 109. Insulae San d wicens es. {Lay et Coli.) 

528. Hymenophyllum toktuosum Hook, et Grev. Fil. 
t. 129. _ Nova Zeelandia. {Menz.) 

529. Hymenophyllum secundum Hook, et Grev, Fil. 
t. 133. _ Nova Zeelandia. {Menz.) 

530. Hymenophyllum dilatatum Swartz synops. 147. 
Hook, et Grev. Fil. t. 60. Trichomanes dilatatum Forst. 
prodr. n. 467. Nova Zeelandia. {Menz.) 

531. Hymenophyllum nitens R. Urown prodr. I. 159. 



Hook, et Grev. Fil. t. 197. _ Nova Z e el an d i a.(Me«z. 
Less. et d'Urv.) 

532. Hymenophyllum obtisum Hook, et Arn. ad Beech. 
p. 109. Insulae Sandwicenscs, (Lay el Coli.) 

533. Hymenophyllum demissum Schkuhr Fil. t. 135. 

Trichomanes demissum Forst, prodr. n. 468. Nova 

Zeelandia. {Forst.) Hävre de l'Astrolabe. {Less. et 
d'Urv.) 

534. Hymenophyllum multifidum Swartz synops. 149. 
Hook, et Grev. Ic Fil. t. 167. Trichomanes multifidum 

Forst, prodr. n. 473. Nova Zeelandia. {Forst. 

Menz.) 

535. Hymenophyllum sanguinolenti m Schkuhr Fil, 
t. 135. c. Trichomanes sanguinolentum Forst, prodr. n. 
465. Nova Zeelandia. {Forst.) 

536. Hymenophyllum biyalve Schkuhr Fil, 135. h. Tri- 
chomanes bivalve Forst, prodr. n. 466. T. paeificum 
Hedw. Fil. 3. _ Nova Zeelandia. {Forst. d'Urv.) 

537. Cyathea medullaris Swartz synops. 140. Schkuhr 
Fil. t. 133. Polypodium medulläre Forst, prodr. 452. 
Plant, esc. p. 74. Sphaeropteris medullaris Bernh. in 
Schrad. Journ 1800.//. 122. t. l._Nova Zeelandia 
et Insula Norfolk. {Forst.) 

538. Cyathea affinis Swartz synops. 140. Polypodium 

affine Forst, prodr. n. 445. Insulae tropicis inclu- 

s a e. {Forst.) 

539. Cyathea dealbata Swartz synops. 140. A. Rieh. 
Flor. Nov. Zeel. t. 10. Polypodium dealbatum Forst. 

prodr. n. 454. Nova Zeelandia. {Forst.) Hävre 

de l'Astrolabe. {Less. et d'Urv.) Poghna. 

540. Alsophila lunulata R. Brown prodr. 158. Poly- 
podium lunulatum Forst, prodr. n. 4.36. Insulae tro- 
picis inclusae, {Forst.) 

Sil. Alsophila evtensa Desv. j»odr. 36. Polypodium 
extensum Forst, prodr. n. 453. Cyathea extensa Swartz 
synops. 139. Schkuhr Fil. t. 132. Insulae Societa- 
tis. {Lay et Collie.) 

542. Alsophila excelsa B. Brown prodr. 158. Endl. 
prodr. Flor. Nor'/, n. 48. _ Insula Nor f olk. {Ferd. 
Bauer.) 

543. Alsophila haenkei Presl reliq. Haenk. 68. In- 
sulae Marianna e. {Haenk.) 

544. Sphaeropteris barbata Wall, plant, as. rar. t. 48. 
_ Taiti archipelagi Societatis. {Dav. Nelson, Cook 
3. it.) 

XX. MABSILEACEAE. 

545. MARsiLEAQUADRiFOLiALinn. spec. 1563 — Owahou 
archipelagi S a n d w i c e n s i s. {Cham. Gaudich,) 

5i6. Marsilea villosa Kaulf. enum. 272. _ Owahou 
archipelagi Sandwicensis. {Cham.) 



II. PIIA1NE1106AMAE MON OCOT YLEDONEAE. 



XXI. GBAMINEAE. 

547. Coix lacryma Linn. spec. 1388. _. Tonga-Tabou, 
archipelagi Amicorum. {Forst.) 

548. Phalaris canariensis Linn, spec. 79. Forst, prodr. 
n. 34. Ph canadensis A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. 123. _ 



Nova Zeelandia. {Forst.) Bai des lies. {Less. et 
d'Urv.) 

549. Hierochloe banksiana * Holcus rcdolens Forst. 
prodr. n. 563. non Fahl. Cfr. R. Brown prodr. 209. __ 
Nova Zeelandia. {Banks et Sol.) 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



iö; 



550. PA9PAMJM filiforme Swartz prodr. 22. Panicum 
filiforme Linn. spec. I. 85. Forst, prodr. n. 38. Trin. 

ic. t. 148. Insulae Societatis et Paschatis. 

(Forst.) 

551. Paspalum littorale R. Brown prodr. 188. Var. 

Foliis longioribus" involutis Trin in litt. Radack Mi. 

cronesiae. (Cham.) 

552. Paspalum consanguineum Runth agrost. 46. Di- 
gitaria consanguinea Gaudich ad Freyc. 410. — Archi- 
pelagus Sandwicensium. (Gaudich.) 

553. Paspalum kora Willd. spec. I. 332. Ro\b. Flor. 
ind. I. 332. Vanikoro.(/,e«) 

554. Paspalum orbiculare Forst, prodr. n. 35, R. 

Brown prodr. 188. Nova Zeelandia, Bai des 

lies. (Less. et d'Urv.) Insulae S o ci etatis. (Forst ) 

Taiti. (Lay et Collie.) _ Archipelagus Marianna e. 
(Haenk. Less.) 

555. Paspalum cartilagineum Presl reliq. Haenk. I. 
216. Insulae Marianna e. (Haenk.) 

556. Paspalum reimarioides Brongn. ad Duperr. 

t. 20. Taiti, archipelagi Societatis, et Oualan e 

C a r olin i s. (Less.) 

557. Paspalum FORSTERiANUMFlügg. monogr. 165. Rom. 
et Schult, syst. IL 309. Panicum undulatum Spreng, mant. 
I. 30. non Poir. Nova Caledonia. (Forst.) 

558. Garnotia stricta Brong. ad Duperr. p. 133. t.21. 
Taiti archipelagi S o ci e t a t i s. (d'Urv.) 

559. Panicum ciliare Retz. obs. IV. 16. Syntherisma 
ciliare Schrad. Flor. Germ. 161. Digitaria ciliaris Pers. 

synops. I. 85. Insulae Societa tis. (Lay et Coli.) 

Insulae San dwic e nse s. (Lay et Coli.) 

560- Panicum sanguinale Linn. spec. 84. Syntherisma 
vulgare Schrad. Flor. Germ. 161. Digitaria sancjuinalis 

Scop. carn. n. 72. Tongatabou archipelagi Amico- 

rum. (Less.) Insulae Societatis. (Forst.) ß. var. 

inaequalis Trin. in litt. Digitaria inaequalis Link. Ra- 
dach Micronesiae. (Cham.) Insulae Societatis 

et Sandwicenses. (teste Trin.) 

561. Panicum pruriens Trin. diss. IL 77. Ic. t. 92. 
Noukahiwa archipelagi Marchionis. (Langsd.) 

562. Panicum subquadriparum Trin.i'e. t. 186. Guam 

e Mariannis. (Herb. Acad. Petrop.) 

563. Panicum norfolkianum Nees in JEndl. prodr. 
Flor. Nor f. n. 52. _ Insula Nor folk. (Ferd. Bauer.) 

564. Panicum gaudichaudii Runth gram. t. 106. Digi- 
taria stricta Gaudich. ad Freyc. 409. Insulae M a- 

riannae. (Gaudich.) 

565. Panicum nephelophilum Gaudich. ad Freyc. Hl. 
Insulae Sandwicenses. (Gaudich.) 

566. Panicum beecheyi Hook, et Arn. ad Beech. p. 100. 
Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

56'. Panicum nubigenum Runth agrost. 98. P. monta- 
num Gaudich. ad Freyc. 411. Neurachne montana Gau- 
dich. op. cit. 94. t. 26. Insulae Sandwicenses. 

(Gaudich ) 

568. Panicum tenuifolium Hook, et Arn. ad Beech. 
p. 101, Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 



569. Panicum torridum Gaudich. ad Freyc. Hl. Neu- 
rachne torrida Gaudich. op, cit. 93. Insulae Sand- 
wicenses. (Gaudich.) 

570. Panicum pellitum Trin. ex Nees agrost. bras. 148. 
Ic. t. 237. P. gossypinum Hook, et Arn. ad Beech. 

p. 100. Owahou, archipelagi S an d wi c e n s i s.(Escho. 

Lay et Coli.) 

571. Panicum colliei * P. affine Hook, et Arn. ad 
Beech. p. 100. non Poir. nee Nees. Insulae Sandwi- 
censes. (Lay et Coli.) 

572. Panicum pseudagrostis Trin. ex Nees agrost. 

bras. 149. Owahou , archipelagi Sandwicensis. 

(Herb acad. Petrop.) 

573. Panicum crus galli Linn. Flor. suec. 55. var. lon- 
giseta. Oplismenus Crus galli Runth agrost. 143. In- 
sula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

574. Isachne minutula Runth gram. t. 117. Panicum 

minutulum Gaudich. ad Freyc. HO. Insulae Marian- 

n ae. (Gaudich.) 

575. Stenotaphrum glabrum Trin. fand. 175. Rott- 
boellia dimidiata Linn. suppl. 115. Insulae Sandwi- 
censes. (Lay et Coli.) 

576. Oplismenus stagninus Runth agrost. 144.? Pani 

cum hispidum Forst, prodr. n. 36. Nova Caledo- 

n i a. (Forst.) 

577. Oplismenus setarius Roem. et Schult, syst. IL 
481. Panicum setarium Lam. ill. I. 170. Taiti, archipe- 
lagi Societatis. (d'Urv.) 

578. Oplismenus colonus Humb. et Runth nov. gen. 

et spec. I. 109. Panicum colonum Linn. Guam e M a- 

r i a n n i s. (Less ) 

579. Oplismenus aem'ulus Runth agrost. 142. Orthopo- 

gon aemulus R. Brown prodr. 194. Insula Norfolk. 

(Ferd. Bauer.) 

580. Oplismenus compositum Böm. et Schult, syst. II 
484. Orthopogon compositus R. Brown prodr. 194. — 
Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) Insulae Sandwi- 
censes. (Lay et Coli.) Insulae Societatis. (Forst.) 

581. Oplismenus burmanni Paus, agrost. 54. Ortho- 
pogon Burmanni R. Brown prodr. 19'K Panicum Bur- 
manni Retz. obs. III. 10. Tongatabou archipelagi 

A m i c o r u m. (Less.) 

582. Setaria glauca Paus agrost. 51. Panicum gl au- 
cum Linn. spec. 83. Guam e Mari an ni s. (Less.) 

583. Cenchru8 anomoplevis Labill. Nov. Caled. lf. 

t. 19. C. australis var. Spreng, cur. post. 33. Nova 

C al e don i a. (Labill.) Taiti et Borabora archipelagi 

Societatis. (d'Urv.) 

584. Cenchrus echinatlh Linn. spec. Ii88. Cuv. ic. 

t. 462. Tongatabou archipelagi Amicorum, (iew.) 

Insulae Societatis. (Forst.) 

585. Cenchrus calyculati s Cav. ic. V. 39. t. 463. Pen« 

nisetum calyculatum Spreng, syst. I. 303. Babao, ar. 

chipelagi Amicorum. (Nee.) Taiti , archipelagi So- 
cietatis. (Lay et Coli.) Insulae Sandwicenses. 

(Lay et Coli.) 

586. TjioiAREA involuta R. Brown prodr, 197. hchae 

22 



198 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



mum involutum Forst, prodr. n. 385. T i k o p i a. (Less.) 

Passim in't e r tropicos. {Forst ) 

587. Thottarea media R. Brown prodr. 197. Taiti 

et Borabora archipelagi Societatis. (d'Urv.) Ra- 

dack Micronesiae. (Cham.) 

588. Spinifex sericeus R. Brown prodr. 19 Nova 

Zeelandia, detroit de Coole, hassin des Courans. 
(Less. et d'Urv.) 

589. Dichelachne montana Endl. prodr. Flor. Nor f. 
n 56. Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

590. Aristida pilosa Labil J. Nov. Caled. 12. t. 17 

Nova Caledonia. (Labill.) 

591. Cinna ovata Runth gram. I, 67. Agrostis ovata 
Forst, prodr. n. 40. R. Brown prodr. 171. Labill. Nov. 

Holl. t. 21. Echinopogon ovatus Palis. agiost. 42. t. 9. 

Nova Z e elandia. (Forst.) 

592. Sporobolus virginicus Runth gram. 1,67. Agros- 
tis virginica Linn. Labill Nov. Holl. t. 23, R.Brown prodr. 

170. Insulae S a n d w icenses, (Gaudich. Lay et 

Collie.) 

593. Agrostis crinita R. Brown prodr. 170. Antho- 
xanthum crinitum. Linn. suppl. 90. Forst, prodr. n. 18. 
Labill. nov, Holl. t. 263. _ Nova Zeelandia. (Forst.) 

594. *Agrostis rigida A. Rieh. Flor. nov. Zeel. 124. 

Nova Zeelandia, passe des Francais. (Less. et 

d' Urv.) 

595. * Agrostis frocera A. Rieh. Flor. nov. Zeel. 124. 
NovaZeelandia. (less. et d'Urv.) 

596. * Agrostis conspicua Willd. spec. I. 456. Arundo 
conspicua Forst, prodr. n. 48. Calamagrostis conspicua 

Gmel. syst. I. 172. Nova Zeelandia. (Forst.) — 

Insula P a s c h a t i s. (Forst ) 

597. * Agrostis pilosa A. Rieh. Flor. nov. Zeel. 134. 

f. 23 Nova Zeelandia, hävre de l'Astrolabe. (Less. 

et d'Urv.) 

598. Deyeuxia Chamissums Runth agrost. 242. Lach- 

nagrostis Chamissonis Trin. unifl. 216 Insula Pascha- 

t i s. (Cham.) 

599. Deyeitxia Billardieri Runth agrost. 244. Avena 
filifonnis Labill. nov. Holl. I. 24 t. 3£. non Forst. Agro- 
stis Billardieri R, Brown, prodr. 171. Lachnagrostis Bil- 
lardieri Trin. uuiß. 217. Nova Zeelandia, hävre 

de l'Astrolabe. (Less. et d'Urv.) 

600. Deyeuxia Forsteri Runth gram. I. 77. Avena 
filiformis Forst, prodr. n. 46. non Labill. Agrostis fili- 
formis Spreng, mant. /.82. A.avenacea Gmel. syst. I. 171. 
A. Forsteri Rom. et Schult, syst. II. 359. Lachnagrostis 

filiformis Trin. j und. 128. L. Forsteri Trin. uniß. 217 

Nova Zeelandia. (Forst.) Insula Paschatis 

(Forst.) 

601. Deyeitxia aemula Runth agrost. 244. Agrostis 
aemula R. Brown prodr. 172. _ Nova Zeelandia, 
hävre de l'astrolabe. (Less. et d'Urv.) 

602. Arundo Richakdi * A. australis A. Rieh. Flor. 
Nov. Zeel. p. 121._NovaZeelandia, hävre de TAstro- 
labe. (Less. et d'Urv.) 

603 Cysodon Daotylon Pers. synops 1. 85. var. 7. 



Brong ad Duperr. p. 53. Taiti archipelagi So c i e t a t i s. 
(d'Urv.) 

604. Dactylocteniu.w aegyptiacum Willd. enum. 1029. 

Cynosurus aegyptiusLinn..v/?ec. 106 Guam e Marian- 

n i s. (Less.) 

605. Eleusink indicv Gärln. /. 8. Trin. ic. t. 71. 
Cynosurus indicus Linn. spec. 106. Tongatabou Ar- 
chipelagi A m i c o r u m. (Less.) Insulae Societatis. 

(Forst. Lay et Coli. eT Urv.) Insulae Sandwicenses. 

(Lay et Coli.) Oiialan e Carolinis. (d'Urv.) 

606. Aira Sabulonum Labill. Nov. Caled. 16. t. 21. _ 
Nova Caledonia. (Labill.) 

607. Avena sativa Linn. spec. 118. Crescit in 

Nova Zeelandia, baie des lies , ab Europaeis disse- 
minata. (Less et d'Urv.) 

608. Avena Forsteri Runth agrost. 304. Aira antarc- 
tica Forst, prodr. n. 41. Avena antaretica' Rom. et 
Schult, syst II. 676. _ N o v a Zeelandia, Queen Char- 
lotles Sound. (Forst.) 

609. Bambusa arundinacea? Willd. spec. II. 245. Guam 

eMariannis. (Less.) Passim inter tropicos. (Forst) 

610. Triticum scabrum R. Brown prodr. 178. Festuca 
scabra Labill. Nov. Holl. t. 26. Agropyrum scabrum Palis. 
agrost. 102 — Nova Zeelandia, hävre de l'Astrolabe. 
(Less. et d'Urv.) _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

611. Triticum repens Linn. spec. 128 var. mutica. 

Nova Zeelandia. (Less. et d'Urv.) 

612. Triticum Ringianum Endl. prodr. Flor. Nor/. 

n. 58 Philipps-Island prope insulam Norfolk. (King. 

Ferd. Bauer.) 

613. Lepturus repens R. Brown prodr. 107. Brongn. 
ad Duperr. t. 16. Rottboella repens Forst, prodr, n. 151. 
Passim inter tropicos (Forst.) Borabora archipe- 
lagi Societatis, et Oualan e C ar ol i nis (d'Urv.) 

Insula Romanzoff. (Cham.) Radack Mikronesiae 

(Cham.) Insula Paschatis, (teste Trin.) 

614. Saccharum officinariim Linn. spec. 79. Var. ocea- 

nica Passim inter tropicos (Forst.) __ Tongatabou 

archipelagi A mic o rum. (Less.) Ti kop ia. (Less.) 

Taiti archipelagi Societatis. (Lay et Coli.) Insulae 

Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

615. Saccharum spontaneum Linn. mant. 183. Forst. 
prodr. n. 32. Insulae Societatis. (Forst.) 

616. Saccharum insulare Rrong. ad Duperr. p. 99. 

Oualan e Carolinis. (d'Urv.) 

617. Erianthus floridulus Schult, mant. III. 563. 

Saccharum floridulum Labill. Nov. Caled. M8. Nova 

Caledonia. (Labill.) Taiti archipelagi Societatis. 

(d'Urv.) 

618. Erianthus maximus Rrong. ad Duperr. p. 97. — 
Taiti archipelagi Societatis. (d'Urv.) 

619. Eulalia glabrata Brogn. ad Duperr, p. 93. M9. 
„.Borabora archipelagi S o cie t ati s. (d'Urv.) 

620. Coelorachis Forsteriana * Rottboella Coelora- 
chis Forst, prodr. n. 49. Labill. nov . Caled. 15. t. 20. _ 
Tanna , Novarum Hebridum (Forst.) _ N o v a C a- 
ledonia. (Labilt.) 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



159 



621. Roeieria glomerata KuTith. gram. t. 2i9. Owa- 

hou archipelagi Sandwicensis, {Herb. Lindl.) 

622. Festuca littoralis Labill. Nov. Holl. I. t. 27. 

R. Brown prodr. 178. Nova Zeelandia. (Less. et 

d'Urv.) 

623. Poa owahouensis Runth agrost. 328. Eragrostis 

owahouensis Trin. in act. Petrop. VI. t. 412. Owahou 

archipelagi Sandwicensis. (Herb. Acad. petrop.) 

624. Poa monticojla Gaudich. ad Freyc. 408. In- 
sulae Sandwicenses. (Gaudich.) 

625. Poa variabilis Runth gram. t. 187. Eragrostis 
variabilis Gaudich. ad Freyc. 408. Insulae Sandwi- 
censes. (Gaudich. Lay et Coli.) 

626. Poa Diomedarum Runth agrost. 340. Eragrostis 
Diomedarum Trin. in Act. Petrop. VI. 1. 412. Alba- 
tros-Island. (Herb. Acad. Petrop.) 

627. Poa eq_vitaivs Runth agrost. 340. Eragrostis equi- 

tans, Trin. in Act. Petrop. VI. 1. 413. Owaihi , archi- 

pelagi Sandwicensis. (Eschholz.) 

628. Poa tenella Linn. spec. 101. Runth gram. M47. 
Insulae Mariannac. 

629. Poa caespitosa Soland, in Forst, prodr. n. 498, 
Spreng, in Mem. Acad. Petrop. 1810. II. 302. _ Nova 
Zeelandia. (Banks et. Sol.) 

630. Poa anceps Forst, prodr. n. 43. Willd. spec. I. 

390. Nova Zeelandia. (Forst.) Hävre de l'Astrolabe 

(Less. et d'Urv.) 

631. Poa Sprengelii Runth agrost. 363. Poa imbecilla 
Banks et Sol ex Forst, prodr. n. 499. Spreng, mant. I. 
33. _ Nova Zeelandia (Banks et Sol.) 

632. Centotheca lappacea Desv. Journ. bot. 1813. 
p. 70. Cenchrus lappaceus Linn. spec. Ü88. Poa latifolia 

Forst, prodr. n. 44. Vahl symb. II. 18 Taiti archipe- 

lagi Socictatis. (Forst, et d'Urv.) _ Oualan e C a- 
rolinis. (D'Urv.) Marianna e. 

633. Hapuachne pilosissima Presl in reliq. Haenk. 1. 
235. t. 38,_Guam e M a riannis. (Haenk.) 

634. Trachypogon avenaceus Nees in Mart. Flor. bras. 
II. 341. Holcus halcpensis Linn. spec. 1485. Andropogon 
halepensis Sibth. Flor, graec. t. 68. Andropogon a v ena- 
ceus Runth in Humb. et Bonpl. nov. gen. et spec. I. 169. 
Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

635. Andropogon chloridiformis Gaudich. ad Freyc. 
412. _ Insulae Marianna e. (Gaudich.) 

636. Andropogon Aelionh DC. Fl. fr. III. 97. Hete- 
ropogon glaber Pers. synops II. 533. _ Insulae Soci e- 

tatis. (Lay et Coli.) Insulae Sandwicenses. 

(Lay et Coli.) 

637. Andropogon acicularis Retz Obs. V. 22. Raphis 
trivialis Lour. Flor, cochin. 676. Trin. ic. t.8. 9. Insu- 
lae Societatis. (Lay et Coli.) Insulae Sandwi- 
censes. (Lay et Coli.) 

638. Andropogon taitensis Hook, et Arn. adßeech. 72. 
Insulae Societatis. (Lay et Coli.) 

639. Ischaemum murinum Forst, prodr. n. 384. Act. 
Upsal. III. 185. Willd. spec. IV. 940. _ Tanna , Nova- 
rum Hebridum. (Forst.) 



640. Ischaemum muticum Linn. spec 1487. Brong. ad 

Duperr. 68. 1. invohtfum Labill. msc. non Forst. Tanna, 

Novarum Hebridum. (Forst.) _ Nova C a 1 e d o n i a . 
(Labill.) 

641. Ischaemum intkrmedium Rrong. ad Duperr. 73. 

Oualan, arcliipelagi Carolinac. (d'Urv.) 

Ouid Poa Eragrostis Forst, prodr. «.42. e Nova 
Caledonia et Ixalum inermc Banks, et Sol. ex 
Forst, prodr. n. 564. e Nova Zeelandia? 
XXII. CYPERACEAE. 

642. Cyperus ustulatus A Rieh. Flor. Nov. Zeel. 101. 
tab. 17. Nova Zeelandia. (Less. et d'Urv.) 

643. Cyperus haematodes Endl. prodr. Flor. norf. 
n. 59. Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

644. Cyperus multiceps Hook et Arn. ad Beech. p. UM. 
Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

645. Cyperus Prescottianus Hook, et Arn ad Beech 
p. 100 Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

646. Cyperus caricifohus Hook, et Arn. ad Beech. 
p. 99 Insulae Sandwicenses. {Lay et Coli.) 

647. Cyperus penmatus Lam, illustr. 1. 144. Vahl 

enum. II. 305. Tongatabou archipelagi Amicorum. 

(Less.) _ Tikopia et Vanikoro. (Less.) Insulae 

Marianna e. (Less.) 

648. Cyperus difformis Linn. R. Brown prodr. 215. 

Insulae M a riann a e. {Less.) 

649. Cyperus mucronatus Vahl enum. II. 306 Oni- 

hou archipelagi Sandwicensis. (Lay et Coli.) 

650. Cyperus brunneus Swartz Flor. Ind. occ. 116. 

Vahl enum. II. 316. Insulae Sandwicenses. (Lay 

et Coli.) 

651. Cyperus caespitosus Poir. encyclop. VII. 251. 

Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

652. Cyperus paniculatus Rottb. gram. 40. Vahl 

enum. II. 333. Insulae Sandwicenses. (Lay et 

Coli.) 

653. Cyperus strigosus Linn. spec. 69. Valil enum. IL 
358. Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

654. Cyperus trachysanthos Hook, et Arn. ad Beech. 
p. 99. Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

655. Cyperus auriculatus Meyen Reise II. 119. 

Insulae S a n d wi ce n se s. (Meyen.) 

656. Cyperus owahouensis Meyen Reise II. 119. 

Insulae Sandwicenses. (Meyen ) 

657. * Cyperus venustus Sol. ex Forst prodr n 495.? 

R. Brown prodr. 217. Insulae Societatis. (Banks 

et Sol.) 

658. * Cyperus stuppeus Sol. ex Forst, prodr. n. 496. 
Insulae S oci e i ^a t i s. (Banks et Sol.) 

659. * Cyperus tinctus Sol. ex Forst, prodr. n. i97. 
Insulae Societatis. (Banks et Sol.) 

660. Papyrus odoratus Willd. in Act. Acad. berol. 
1816. p. 73. Cyperus odoratus Linn. Vahl. enum. II. 356. 
Insulae Societatis. (Forst.) 

661. Mariscus paniceu8 Vahl. enum. II. 373. Ryllin- 

gia panicea Linn. suppl. 105. Gärtn. t. 2. f. 8. Insulae 

Societatis. (Lay et Coli.) 



160 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



662. Mariscus laevigatus Rom. et Schult, syst. II. 
242. Insulac Societatis. (Lay et Coli.) 

663. Mariscus kunthianus Gaudich. ad Freyc. p.tl5. 
Insulac Sandwicenscs. (Lay et Coli.) 

664. Mariscus macrophyllus Brongn. adDuperr. p. 178. 

/. 38. Borabora archipelagi Societatis. (Less. et 

d'Uvv.) 

665. Ryllingia monocephala Rottb. gram. 13. t. 4. 
f. 4. R. monocephala et trieeps Forst, prodr. n. 30 et 31. 

Trichocephalon ncmorale Forst, gen. 55. Insulac S o- 

ci e tatis. (Forst.) Radack M icro nesi ae. (Cham.) 

— Vanikoro. (Less.) Marianna e. (Haenk, Less.) 

666. * Melancranis rubiginosa Spreng, syst. I. 236. 
Fuirena rubiginosa Spreng, mant. Schoenus rubigino- 

sus So], ex Forst, prodr. n. 493. Nova Zeelandia. 

(Banks et Sol.) 

667. Fuirena umbellata Rottb. gram. 70. t. 19. y! 3. 
R. Brown prodr. 220, — Guam e Mariannis. (Haenk. 
Less.) 

668. Fimbristylis iuncea R. Brown prodr. 226. Scir- 

pus iunceus Forst, prodr, «.29. Insulae Societatis. 

(Forst.) 

669. Fimbristylis dichotoma Vahl <?«mto. 11. 287. Scirpus 
dichotomus Linn. zeyt. 40. Insulae S o c i e t a t is. (Forst.) 

670. Fimbristylis pubehula Vahl enum. II, 289. Scir- 
pus puberulus Michx. Flor. bor. am. I. 31. Guam e 

Mariannis. (Less.) 

671. Fimbristylis mariamna Gaudich. ad Freyc. p. 
413. Insulae M a r i a nn ae. (Gaudich. Less.) 

672. Fimbristylis littoralis Gaudich. ad Freyc, p. 
413. Insulae Mariannae. (Gaudich. Less.) 

673. Fimbristylis pilosa Vahl enum. II, 290. In- 
sulae Mariannae. (Haenk.) 

674. Fimbristylis affinis Presl in reliq. Haenk. I. 91. 
Guam e Mariannis. (Haenk.) 

675. Fimbristylis hookeri * F. affinis Hook, adßcech. 
p. 72. Insulae Societatis. (Lay et Coli.) 

676. Fimbristyli8 cymosa B. Brown prodr. 228. 

Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

677. Fimbristylis striata Labill. Nov. Caled. t. 16. 
/. 2. _ Nova Calcdonia. (Labill.) 

678. Fimbristylis marginata Labill. Nov. Caled. 1. 16. 
f. 1. Nova Caledonia. (Labil.) 

679. Fimbristylis torresiana Gaudich. ad Freyc. p. 
413. Insulae Mariannae. (Gaudich ) 

680. Isolepis conspersa Nees in Endl. prodr, Flor. 
Nor/, n. 60. _ Insula N o r f o 1 k. (Fei d. Bauer.) 

681. Isolepis nodosa B. Brown prodr. 221. A. Bich. 
Flor. Nov. Zeel. t. 19. Scirpus nodosus Linn. Rottb. 
gram. t. 8. f. 2. _ Nova Zeelandia, detroit de Cook 
et hävre de l'Astrolabe. (Less. et d'Urv.) 

682. Isolepis setacea B. Brown prodr. 222. Scirpus 
setaceus Linn. sp. 73. I. setosa A. Bich. Flor. Nov. Zeel. 
p. 104. — Nova Zeelandia, hävre de l'Astrolabe. 

(Less. et d'Urv.) 

683. Isolepis spiralis A. Bich. Flor. Nov. Zeel. 105. 
t. 19. _ N o v a Z e e 1 a n d i a. (Less. et d'Urv.) 



684. Isolepis miliacea Presl. reliq. Haenk. I. 190. 
Fimbristylis miliacea Vahl enum. II. 287. Scirpus milia- 
ceus Linn. spec. 73. Guam e Mariannis. (Haenk.) 

685. Isolepis willdenowii Böm. et Schult, syst. III. 
120. Scirpus aneeps Willd. in Berl. Magaz. II. 288. t. 
VIII. f. 2. Scirpus complanatus Willd. spec. 1, 288. _ Guam 
e Mariannis. (Haenk.) 

686. Isolepis complanata Böm. et Schult, syst. III. 

119. Scirpus complanatus Vahl enum. II. 279. Tonga- 

tabou archipelagi Amicorum. (Less.) 

687. Ficinia guttata Endl. prodr. Flor. Nor f. n. 61. 
Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

688. Vauthiera australis A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. 
106. t. 20. _ Nova Zeelandia. (Less. et d'Urv.) 

689. Scirpus maritimüs Linn. spec. 74. Insulae 

Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

690. Scirpus lacustris Linn. spec. 72. R. Brown prodr. 

233. Nova Zeelandia, hävre de l'Astrolabe. (Less. 

et d'Urv.) Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli,) 

691. Scirpus meyenii Nees in Meyen's Reise II. 148. 
Insulae Sandwicenses. (Meyen.) 

692. Elaeocharis acicularis B. Brown prodr, 224. 
Scirpus acicularis Linn. spec. 71. Vahl enum, II. 245. 

Isolepis acicularis A. Bich. Flor. Nov. Zeel.p. 103. 

Nova Zeelandia, hävre de l'Astrolabe. (Less. et 
d'Urv.) 

693. Elaeocharis obtusa Gaudich. ad Freyc. p. 414. 

Scirpus obtusus Willd. Insulac Sandwicenses. 

(Gaudich. Lay et Coli.) 

694. Elaeocharis plantaginea Böm. et Schult, syst. 
III. 150. Scirpus plantagineus Retz. obs. V. 14. _ Insulae 
Mariannae. (Gaudich.) 

695. Elaeocharis atropürpurea Presl reliq. Haenk. I. 
196. Isolepis atropürpurea Böm. et Schult, syst. III. 106. 

Scirpus atropurpureus Vahl enum, II. 249. Guam e 

Mari annis. (Haenk.) 

696. Elaeocharis palustris Böm. et Schult, syst. III. 
151. Scirpus palustris Linn. spec. 70. Insulae Sand- 
wicenses. (Meyen.) 

697. Rhynchospora aurea Vahl enum. II. 229. Schoe- 
nus surinamensis Rottb. gram. t. 21. f. 1. Insulae 

Societatis. (Forst.) Guam e Mariannis. (Haenk. 

Less.) 

698. Rhynchospora castanea Meyen Heise II. 19. 

Insulae Sandwicenses. (Meyen.) 

699. Rhynchospora lavarum Gaudich. ad Freyc. p. 
415 Insulae S a n dwi cens e s. (Gaudich. Lay et Coli.) 

700. Rhynchospora sclerioides Hook, et Arn. adBeech. 
p, 99. Insulae S andwi c e n s e s. (Lay et Coli.) 

701. Baumea mariscoides Gaudich. ad Freyc. p. 417. 
Insulae M ar i ann ae. (Gaudich.) 

702. Schoenus imberbis B. Brown prodr. 231. A. Bich. 
Flor. Nov. Zeel. p. 108. _ Nova Zeelandia, hävre 
de l'Astrolabe. (Less, et d'Urv.) 

703. Schoenus arundinaceus Sparrm. ex Forst, prodr. 
n. 491. et Vahl enum. IL 220. _Nova Calcdonia. 
(Forst.) i 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 161 

XXV. NAJADEAE. 

724. Halopuila ovata Gaudich. ad Fi eye. 430. t. 40. 



704. * ScHOEMjg elkvatus So], ex Forst prodr. nAOb. 
Insulae S o c i e t a t i s. {Banks et Sol.) 

705. Cladium leptostachyum Meyen Reise II. 119. 

Insulae Sandwicenses. {Meyen.) 

706. Gaiinia procera Forst, pvodr. n. 158. Gär In, t 
181. A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. p. 112. _ Nova Zcc 
la ndia. (Forst.) 

707. Lampocarya lacera A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. p. 
109. Nova Zeelandia. (Less. et d'Urv.) 

708. Lampocarya setifolia A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. 
p, 111, Nova Zeelandia. (d'Urv.) 

709. Lampocarya affinis Rrongn. ad Ditperr. p. 166. 
t. 29 Nova Zeelandia. (Less. et d'Urv.) 

710. Lampocarya schoenoides R. Brown prodr. 238. 

Gaiinia schoenoides Torst.prodr. n. 159. Taiti, archi- 

pelagi Societatis. (Forst.) 

711. Morelotia gahniaeformis Gaudich, ad Freyc. 

416. t. 28. Nova Z eelan di a, Bai des lies. (Less. 

et d'Urv.) Insulae Sandwicenses. (G««f/i'c/i. I(jj 

et Coli.) 

712. Scleriamargaritifera Willd. spec, IV. 315. Carex 

lithosperma Forst, prodr. n. 339. Tanna Novarum 

II e b r i du m. (Forst.) 

713. * Vincentia angustifolia Gaudich ad Freyc. 
p. 417. Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

714. Uncinia australis Pers. synops. IL 534. Carex un- 
cinata Forst, prodr. n. 338. Uneinia compaeta A. Rieh. 
Flor. Nov. Zeel. p. 118. non R. Br. _ N ova Zeelan- 
dia. (Forst. Less et d'Urv.) Quid Carex hamata Sol. 

in Forst, prodr. n. 548. 

715. Carex polystachya A, Rieh. Flor. Nov. Zeel. p. 

118. t. 20. _Nova Zeelandia, havre de l'Astrolabe. 
(Less. et d'Urv.) 

716. Carex neesiana Endl. prodr. Flor. Nor f. n. 62. 
Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

717. Carex punctulata A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. p. 

119. t. 21. _ Nova Zeelandia. (Less. et d'Urv.) 

718. Carex fuirenoides Gaudich. ad Freyc. p. 412. 
Guam e Mari an n i s. (Gaudich.) 

719. Carex compacta Presl reliq. Haenk. I. 204. 

Guam e Mariannis. (Haenk.) 

720. * Carex ternaria Soland. ex Forst, prodr. n. 
549. C. geminata Willd. spec. IV. 249. _Nova Zeelan- 
d i a. (Banks et Sol.) 

721. Carex debihs Soland. ex Forst, prodr. n. 550. 
C. Forsteri Willd. spec. IV. 248. C. recurva Schkuhr car. t. 
Z. nn — Nova Zeelandia. (Banks et Sol.) 

XXIII. RESTIACEAE. 

722. Leptocarpus simplex R. Brown prodr. 250. Res- 
tio simplex Forst, prodr. n. 367._Nova Z c el andia. 
(Forst.) Hävre de l'Astrolabe , Anse des Torrens. (Less. 
et d'Urv.) Ouioui, 

XXIV. TYPIIACEAE. 

723. Typha angustifolia Linn. spec. 1377. R. Rrown 
prodr. 338. T. latifolia Forst, prodr. n. 336. non Linn. 
— Nova Zeelandia. (Forst.) Riviere Tamise. (Less. 
tt d'Urv.) 



f. 1. Caulinia ovalis R. Brown prodr. 339. Insulae 

Mar i a nna e. (Gaudich.) 

725. Ruppia maritima Linn. spec. 184. Rcichcnbach 

Iconogr. t. 174. f. 307. Owahou Sandwicensium. 

(Cham. Lay et Coli.) 

726. Najas major Roth gerni. II. 499. _ Owahou 
S andwic ens ium. (Cham.) 

727. Potamogeton pauciflorus Pursh Flor. Amer ■ 
sept. I. 121. Cham, in Linnaea II. 176. t. 4. f. 7. __ Owa- 
hou archipelagi Sandwiccnsis. (Cham.) 

728. Potamogeton gaudichaudii Cham, in Linnaea II. 

199. Fluvius Agana insulae Guam e Mariannis. 

(Gaudich) 

729. Potamogeton fluitans a. mariannensis Cham, in 
Linnaea II. 228. Fluvius Agana insulae Guam c Ma- 
riannis. (Gaudich.) ß. owaihiensis Cham. /. c. Owailii 

archipelagi Sandwicensis. (Cham.) 

XXVI. BALANOPHORI AE. 

730. Balanophora fungosa Forst, char. gen. 50. prodr. 
n. 333. L. C. Rieh, in Mein. Mus. VIII. 431. _ Tanna 
Novarum Hebridum etNova Cal e do n i a. (Forst.) 

XXVII. ARACEAE. 

731. Colocasia esculenta Schott melet. 18. Aruni 

esculentum Linn. Forst./;/, esc. 26. Passiin inter tropi- 

c os, nee non in Nova Zeelandia colitur. (Fors/. et rel.) 

732. Colocasia macrorrhiza Schott melet. 18. Arum 

macrorrhizum Linn. Forst, pl. esc, 27. Insulae tro- 

pico inclusae. (Forst.) 

733. Scindapsus forsteri * Dracontium pcrtusuin 
Forst, prodr. n. 331. non Mill. _ Tanna, Novarum 
Hebridum. (Forst.) 

734. Dracontium polyphyllum L. Forst, pl. esc. n. 29, 
Colitur in insulis S o c i e t a tis. (Forst.) 

XXVIII. PANDANEAE. 

735. Pandanus odoratissimis Linn. syst. 878. Forst. 
pl. esc. p. 38. Arthrodactylis spinosa Forst, char. gen. 75. 

Inter tropicos p a s s i in. (Forst, etc.) Plurimae spe- 

cies sub uno hoc nomine latent. (Cfr. Cham. Bemerk, u. 
Ansicht, p. 110.) 

736. Freycinetiae spec. Nova Zeelandia. 

(Banks et Sol.) 

737. Freycinetia baueriana Endl. prodr- Flor. Norf. 
n. 63. _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

738. Freycinetia arborea Gaudich. ad Freyc. p. 431. 
t. 41. Insulae Sandwicenses. (Gaudich.) 

739. Freycinetia scandens Gaudich. ad Freyc p. 432. 
Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

XXIX. TACCACEAE. 

740. Tacca pinnatifida Linn. Forst, prodr. n. 209. pl. 
esc. p. 28. Ubic[uc inter tropicos eul t a. (Forst, et rel.) 

XXX. JUNCACE4E. 

741. Juncus communis E. Meyer synops. 12, N o v a 

Zeelandia, (d'Urv. et Less) 

23 



162 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SLDSEEINSELN. 



742. Jimcrs filiformis Linn. sp. 465. NovaZee- 

i a n d i a. (d'Urv. et Less.) 

743. JuNcirs maritimes Lam. clict. III. 264. Nova 

'/cclandia. (d'Urv. et Less.) 

744. JuNcirs tenax Soland. ex Forst, prodr. n. 514. 

Nova Zeelandia. (Banks et So/.) An ad Juncum glau- 
cum , snspicante Dryandro ex Wickstr. in Act. Hohn. 
1813. p. 2.? 

7*5. Lüzitla picta A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. p. 146. 

Nova Zeelandia, havre de l'Astrolabc. (d'Urv. 

et Less.) 

746. Li/zitla campbstrts DC. Flor. Fr. n. 1827. Jun- 

cus eampestris Linn. spec 468. Forst, prodr. n. 154. 

Insulae Societatis. (Forst.) 

747. Astelia banksii Brown prodr. 291. Nova 

Z e e 1 a n d i a. (Banks et Sol.) 

748. Astelia solandri Brown prodr 291. Nova 

Zeelandia. (Banks et Sol.) 

749. Astelia richaudi ' Hamelinia veratroides A. 
Rieh. Flor. Nov. Zeel. t. 24. _ Nova Zeelandia. 
(d'Urv. et Less ) 

750. Astelia menziesiana Smith in Rees cyclop. Ast. 
Insulae Sandwicenses. (Menz. Lay et Coli.) 

751. Astelia veratroides Gaudich. ad Freyc. p. 420. 

f. 31. Insulae Sandwicenses. (Gaudich.) Praece 

dentis varietas suspicante cl. Hooker. 

XXXI. COMMELYNACEAE. 

752. Commelyna PACiFicv Valil enum. II. 168. C. vir- 

ginica Forst, prodr, n. 26. non Linn. Tongatabou , ar- 

chipelagi Amicorum, (Forst.) 

753. Commelynae sp. Guam e Mar i ann i s. (Less.) 

XXXII. HYPOXIDEAE, 

754. CitRcirLiGo stans Labill. Nov. Caltd. 18. t. 24. 
Nova Caledonia. (Labill. ) Tau.. 

XXXIII. IRIDEAE. 

755. Libertia ixioides Spreng, syst. I. 168. excl. syn. 
Fevill. Sisyrinchium ixioides Forst, prodr. n. 325. A. Rieh 

Fl. nov. Zeel. p. 161. Nova Zeelandia ad margi- 

nes nemorum. (Forst.) 

756. Libertia grandiflora Sweet hört. brit. 498. Re- 

nealinia grandiflora R. Brown prodr. I. addend. 

Nova Zeelandia (Banks et Sol.) 

XXXIV. AMARYLLIDEAE. 

757. Crinum asiaticum? Forst, prodr. n. 147. an Linn. 
Archipelagus Amicoru in. (Forst.) 

758. CRiNirM brevilimbum Carey ex Herb, in Bot. Mag. 
2121. p. 7. App. 22. Insulae Oceani paeifici. 

XXXV. ASPHODELEAE. 

759. Phormium tenax Forst, char. gen. 24. prodr. 
n. 153. Cunningh in Bot. Mag, t. 3199. _Nova Zee- 
landia et insula Norfolk. (Banks. Forst. Bauer. 
Cunningh.) 

760. Arthropode:« cirrhatvm R Rrown in Bot . Mag. 
t. 2350. Bot. Heg, t. 709. Anthericum cirrhatum Forst. prodr. 
ii. 148. A, Rieh. Fl. nov. Zeel. p. 155. Anthericum latifo- 



lium Ranks et Sol. msc _ N o v a Zeelandia (Banks 
et Sol. Fo> st.) 

761 *Duni:lu i.nsifolia Linn. manl. 63. Dracaena 

lenninalis Forst, prodr. n. 152. non Linn. Insulae S o- 

ci e t a tis. {Forst.) 

762. * Dianella ? Forsteri * Conanthera Forsten 
Spreng, syst. II. dl. Phalangium Adenanlhera Poir. suppl. 

V. 252. Anthericum Adenanthera Forst, prodr. n. 149. 

Nova Caledonia. (Forst.) 

763. Diwella intermedia Endl. prodr. Flor. norf. 
n. 66 Insula N'orfolk (Ferd. Bauer.) 

764. Dianella sandwicensis Hook, ad Beechey p. 97 
Insulae Sandwicenses. (Lay et Collie.) 

765. Geitonoplesium cymosum Cunningh. in Bot- Mag. 

t 3131. Luzuriaga cymosa R. Rrown. prodr. 282. In 

sula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

766. Cordyline indivisa * Dracaena indivisa Forst. 

prodr, n. 150. PI. esc. n. 33. Nova Zeelandia ad 

Dusky bay. (Forst.) 

767. Cordyline austrvlis Endl. prodr. Flor. norf. 
n. 67. Dracaena australis Forst, prodr. n. 151. Bot. Mag. 
t. 2835. Dracaena obteeta Graham. Nova Zeelan- 
dia; Oueen Charlotte's Sound. (Forst.) Insula Nor- 
folk. (Ferd. Bauer.) 

768. Cordyline stricta * Dracaena strieta Sims 
Bot. Mag. t 2575. Bot. Reg. t. 956. Charlwoodia stricta 
Sweet ß. (tust. t. 18. _ Nova Zeelandia. 

769. Cordyline Ti Schott in Bot. Zeit. 1828. p. 575. 
Cordyline Eschholziana Mart. ex Schult. Syst. VII. 847. 
Insulae Sandwicenses. (Eschholz.) Tea-Root. 

XXXVI. SMILACEAE. 

770. Ripogonijm scandens Forst, char. 26. A. Rieh. 
Fl. nov. Zeel. p. 131. Ripogonum parvillorum R. Brown 
prodr. p. 293. Smilax Ripogonum Forst, prodr. n. 372. _ 
Novae Zeelandiae sylvae (Forst.) 

771. Ripogonum d^bium Endl. prodr. Fl. Norf. n- 69. 
Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

772. Smilax purpitrata Forst, prodr. n. 373. Labill. 
nov. Caled. £.22 Nova Caledonia. (Forst. Labill.) 

773. Smilax orbiculata Labill. nov. Caled. t. 23. 

Nova Caledonia. (Labill.) 

774. Smilax pseudo - china Linn.? Hook, ad Beechey 
p. 97. Insulae Sandwicenses. (Lay et Collie.) 

XXXVII. DIOSCOREAE. 

775. Dioscorea pentaphylla Forst, prodr. n. 37* — 
Insulae S o c i et ati s. (Forst.) 

776. Dioscorea alata Forst, prodr. n. 375. _ Passim 
colitur inter tropicos. (Forst, et rel.) 

777. Dioscorea bulbifera Forst, prodr. n. 376. — In- 
sulae Societatis et Marchionis. (Forst. Lay et 
Collie.) 

XXXVIII. ORCHIDEAE. 

a. Malaxideae. 

778. Oberoma iridifolia Lindl. Orchid. 15. Malaxis 
cnsiformis Swartz. Cymbidium iridifolium Roxb. catal. 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEESINELN 



63. Cymbidium equitans Herb. Banks. Taiti, archi- 
pelagi Societatis. {Banks.) 

779. Oberonia bkevifoliv Lindl. Orchid. \6 Brongn 
ul Duperr. tAOf. B. Epidendrum equitans Forst, prodr. 

n. 316. Cymbidium equitans Swartz act. upsal. VI. 72. 
Thouar. Orchid. t. 92. PJeurothallis disticha A. Rieh. 

Orchid. maur. I. 8. f. 2. Archipelagus Societa- 

ti s. (Forst. Lay et Collie) 

780. Oberoma micranthv A. Rieh. Seit. Astrolab. 
p. 7. t. 3. Van i kor o. (Less.) 

781. Titania MiMATvEndl Fl. Norf. n. 71. Oberonia 
Myosurus Lindl. Orchid. 16. Epidendrum Myosurus Forst. 
prodr. n, 317. Dendrobium Myosurus Swartz act. upsal. 

VI. 82. Archipelagus Societatis. (Forst. Lay 

et Collie.) _ Insula Norfolk. (Forst.) 

782. Microstyms Rheedii Lindl. Orcliid. 21 Epiden- 
drum resupinntum Forst, prodr. n. 322 Malaxis Rhedii 
JVilld.sp.I V. 90. Crepidium Rheedii Blum. Hydr. 387. __ 
Taiti, archipelagi Societatis. (Banks. Forst.) 

783. Liparis revolvta Hook, ad Beechey p. 70. 1. 16. 
Insulae Societatis. (Lay et Collie.) 

784. Liparis Clypeolum Lindl. Orchid. p. 29. Cym- 
bidium Clypeolum Willd. Epidendrum Clypeolum Forst. 

prodr. n. 323. Taiti, archipelagi Societatis. 

(Forst.) 

785. Bulbophyllum pygmaeum Lindl. Orchid. p. 59. 

Dendrobium pygmaeum Smith in Rees cyclop. Nova 

/> e e 1 a n d i a. (Menz.) 

786. Cirrhopetalum thouarsii Lindl. Orclüd. p. 58. 
C umbellatum Hook, ad Beechey p. 71. Cymbidium um- 
bcllatum Spreng, syst. III. 723. Zygoglossum umbellatum 
Reinwardt in sylloge p/.IIA. Bulbophyllum longiflorum 
Thouar. Orchid. t. 98. Epidendrum umbellatum Forst. 
prodr. n. 321 non Swartz. Insulae Societatis. 

(Forst. Lay et Collie.) 

787. Earina mucronata Lindl. Bot. Reg. n 1699. Epi- 
dendrum autumnale Forst, prodr n. 319 Cymbidium 

autumnale Swartz. A. Rieh. Flor. Nov. Zeel, p 169. 

Nova Zeelandia. (Forst.) Baie des lies. (Cunningh.) 

788. Dendrobium biflorum Swartz in Act. Holm. 1800. 
p. 246. A . Rieh. Fl. Nov. Zeel. t. 26. Lindl. Bot . Reg n. 1 756. 

Epidendrum biflorum Forst, prodr. n. 318 Insulae 

Societatis. (Forst. Lay et Collie.) Taiti. (Mat- 
thews.) Nova Zeelandia ad bävre de l'Astrolabc. 

(Lesson.) 

789. Dendrobium Cunninghamii Lindl. in Bot. Reg. 
n, 1756. Nova Zeelandia borealis. (Cunningh.) 

790. Dendrobium linguaeforme Swartz in Act. Holm. 
1800. p. 247. Smith exot. Bot. I. 11. R. Brown prodr. 
p. 333. Insulae Societatis. (Banks.) 

791. Dendrobium crispatum Swartz in Act. holm, 1800. 

p. 247. Epidendrum crispatum Forst, prodr. n. 315. 

Insulae Societatis. (Banks. Forst.) 

792. Dendrobium hispidum A. Rieb. Seit. Astrolab 
p. 13. t. 5. Vanikoro. (Less.) 

793. Dendrobium macranthum A.Rich. Sert. Astrolab- 
P- 15. t. 6. _ Vanikoro (Less.) 



163 
Sert. Asti 'Haf/ 



794. Dendrobium calcaratum A. Rieh 
p. 18. t. 7. Vanikoro. (Less.) 

795. Macrolepis lonciscapa A. Rieh. Sert. Asti 

p. 18. t 10. Vanikoro. (Less.) 

b. Van de a e. 
796 Cymbidium triste Willd. spec. IV. 99. Lindl. 
Orchid. 167. Epidendrum triste Forst, prodr. ».314. Luisa 

teretifolia Gaudich ad Freyc. p. 427. t. 37. Nova 

Caledonia. (Forst.) Insulae Matiannac. (Gau- 
dich.) 

797. Dipodium squamatum R. Brown prodr. 33 1 Lindl. 
Orchid. p. 186. Ophrys squamata Forst, prodr. n. 310 
Cymbidium squamatum Swartz Act. Holm. 1800. p. 288. 
Nova Caiedonia, (Forst.) 

798. Calanthe veratkifolia Rer in Bot. Reg. t 720 
Bot. Mag. t. 2615. Hook, ad Beech. p. 71. _ Insula.- 
Societatis. (Lay et Collie.) 

c. Arethuseae. 

799. Microtis Banksii Cunningh. ex Bot. Mag n 3377 
Ophrys unifolia Forst, prodr. n, 811. Epipactis porrifolia 
Swartz in Act. Holm. 1800. p. 233. Microtis porrifolia 

Spreng, syst. III 713. Nova Zeelandia. (Banks 

Forst, Cunningh.) 

800. Pterostylis banksii R Brown in Bot. Mag.t. 317l\ 
Nova Zeelandia. (Banks. Cunning/i.) 

801. Thelychiton argyropus Endl. prodr. Flor. Nor/. 
n. 72. Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

802. Thelychiton brachypus Endl. prodr. Flor Norf. 
n. 73. _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

803. Thelychiton macropus Endl. prodr. Flor. Norj. 
n. 74. _ Insula Norfolk (Ferd. Bauer.) 

d. Neottieae. 

804. Thelymitra forsteri Swartz Act. Acad. Hohn. 
1800. /a228. A. Bich. Flor. Nov. Zeel, t 25./. 2 T. lon- 
gifolia Forst, char. ^en. 49, Serapias regularis Forst. 
prodr. n. 312. _ Nova Zeelandia. (Forst.) 

805. Diuris novae zeblandiae A. Rieh. Flor. Nov. 
Zeel. p. 183. t. 25. _ Novae Zeclandiae montes. 
(Less. et d'Urv.) 

806. Plexaure limenophylax Endl. prodr. Flor Norf. 
n. 70. _ Insulae Norfolk Anson's-Bay. (Ferd. Bauer.) 

e. D üb i i Loci. 

807. Limodorum fasciola Swartz in Act. Hohn. 1800. 
p. 230. Epidendrum Fasciola Forst prodr. n. 320. \ .< 
nilla Fasciola Gaudich. ad Freyc. p. 427. Insulae Socie- 
tatis. (Forst) _ Insulae M a r i a n n a e. {Gaudich.) 

808 Limodorum unguiculatum Labil!. Nov. Caled 
t. 25. _ Nova Caledonia. (Labil l.) 

809. Epidendrum tuberosum Forst, prodr. n. 31 i 
Nova Caledonia. (Forst.) 

810. Nervima akragoana Gaudich. ad Freyc. p. 422 
t. 23. Guam e Maria n n i s. (Gaudich ) 

811. Nervilia oviTt Gaudich. ad Freyc p i22. — 
Rota e M a r i a n n i s. (Gaudich.) 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 

XLI. MUSACEAE. 

817. Musa paradisiaca Linn. special! — Ubiquc i n- 



164 

812. Pterochilus plantaginea Hook, et Arn. ad Bcech. 
p. 71. t. 17. Insulae Societatis. (Lay et Coli.) 



XXXIX. CANNACEAE. 

813. Piirynium dichotomum Roxb. in Asiat. Res. XI. 
324. Maranta dichotoraa Dietr. sp. pl, I. 17. Thalia can- 

naeformis Forst, prodr. n. 3. Mallicolo, Novarum 

Jlebridum. (Forst.) 

814. Canna iNdica Ait. hört. kew. II. 1» p. 11. In- 
sulae S and wie en s c s. (Lay et Collie) Guam e 

Mariannis. (Less.) 

XL. AMOMEAE. 

815. Zingiber Zerumbet Rose, in Transact. Linn. 
Soc. VIII. 384. Amomum Zerumbet Linn. sp. 1, Forst. 

prodr. n. 1. Insulae Societatis. (Forst.) Nova 

Caledonia. (Labill.) Guam e Mariannis. (Less.) 

816. Curcuma longa Linn. sp. 3. Amomum Curcuma 

Murray syst. 40. Forst, prodr. n. 2. Culta i n t e r Tro- 

picos et in Paschatis insula. (Forst.) 



tcr Tropicos. (Forst.) Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

818. Musa tbxtilis Nee inCav. Annal.scienc.nat. IV. 
123. Insulae Mariannae c Philippinis introdueta ? 

XLII. PALMAE. 

819. Cocos nucifera Linn. spec. 1658. Lam. illustr. 
t. 894. Int er Tropicos ubique. (Forst, etc.) 

820. Corypha umbracuhfera Linn. spec. 1658. Rheed. 

malab. III. t. 1. Insulae Marchionis. (Forst. 

Langsd.) Insulae Ami cor um. (Cook it. III. Less.) 

821. Abeca sapida Soland. ex Forst, pl. esc. p. 66. 
Endl. prodr. Flor. Nor/, n. 64. _ Nova Zeelandia. 
(Banks ei Sol.) _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

822. ? Areca oleracea Linn, syst. 828. Jacq. amer. 
t. 170. — TikopiaetVanikoro. (Less.) _ Insulae 
Mariannae. (Less.) 

823. Sagus Rumphii Willd. spec. IV. 404. Rumph. amb. 
Lt. 17. 18. _ Vanikoro. (Forst.) 



III. DICOTYLEDONES. 



XLIII. CYCADEAE. 

824. Cycas circinalis Linn. spec. 1658. Lam, illustr. 

t. 891. Arcbipelagus Novarum Hcbridum et 

Amicorum. (Forst.) Insulae Mariannae, (Gau- 

dich.) Insulae Carolina e. (test t Gaudich.) 

XL1V. PIPERACEAE. 

825. Piper Betel Linn. spec. 40. T i k o p i a. 

(Less.) Guam e Mariannis. (Less.) 

826. Piper potamogetomfolium Opiz in reliq. Haenk. 
I. 156. Archipelagus Mariannae. (Haenke.) 

827. Piper siriboa Linn. Fl. Zeyl. 21. Blum. Act. 
Batav. XI. 208. f. 24, Forst, prodr. n. 19. _ Nova 
Caledonia. (Forst.) 

828. Piper excelsum Forst, prodr. n. 20. Vahl enum. 
I. 335. _ Nova Zeelandia. (Forst.) 

829. Piper psittacorum Endl. prodr. Flor. Norf. n. 80. 
Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

830. Piper methysticum Forst, prodr. u. 21. Plant. 
esc. p. 76. Vahl enum. I. 334. Archipelagus Amico- 
rum. (Forst.) Societatis. (Forst.) Sandwiccn- 

s i s. (Cook. Meyen.) 

831. Piper latifolium Forst, prodr. n. 22. Vahl. enum. 
I. 336. Piper methysticum Linn.y, suppl. 91. Archipe- 
lagus Societatis. (Lay et Collie.) Amicorum 

(Forst.) Novarum Hebridum. (Forst. ) 

832. Piper marianum Opiz in reliq. Haenk. 1. 159. 
Insula Guam archipclagi Mar i annae. (Haenke.) 

833. Piper adscendens Endl. prodr. Flor. Norf. n. 78. 
_ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

834. Piper simplex Endl. prodr. Flor. Norf. n. 79. 
_ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

835. Peperomia pallida Dietr, sp. pl. I 153. Piper 
pallidum Forst, prodr. n. 24. Vahl enum. I. 345. Insu- 



lae Societatis. (Forst.) Insulae Sand wiceJis es. 

(Lay et Coli.) 

836. Peperomia aemula* Piper aemulum Endl. prodr. 
Flor. Norf n.11 Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

837. Peperomia reflexa Dietr. sp. pl. I. 180. Piper 
reflexum Linn. suppl. 91. Vahl enum. I. 353. Piper tetra- 

phyllum Forst, prodr. n. 25. Insulae Societatis. 

(Forst.) 

838. Peperomia rhomboidea Hook, ad Beechey p t 70. 

Piper acuminatum Forst, prodr. n. 23. (?) non Linn. 

Insulae Societatis. (Forst. Lay et Collie.) 

839. Peperomia itrvilliana A. Rieh. Fl. nov. Zeel. 

n. 371. Novae Zeelandia e baie Tasman 

(d'Urv.) 

840. Peperomia leptostachya Hook, et Arn, ad Beecli. 
p.96 Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli. Meyen.) 

841. Peperomia membranacea Hook, et Arn. ad Beecli. 
p. 96. Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli. Meyen.) 

XLV. CHLORANTHACEAE. 

842. Ascarina polystachya Forst, char. gen. 59. Prodr. 
n. 364. Insulae S o ci etat is. (Forst.) 

XLVI. ABIETINAE. 

843. Araucaria ercelsa R. Brown in Ait. Hort. Kew. 
2. V. 412. Dombeya excelsaLamb. Pin. t. 39. 40. EiUassa 
heterophylla Sa3isb. in Linn. Transact. VIII. 316. Cu- 
pressus columnaris Forst prodr. n. 351. Insula Nor- 
folk et Nova Caledonia. (Forst. Ferd. Bauer.) 

V 

XLVII. TAXINEAE. 

844. Podocarpiis dacryoides A. Bich. Flor ■. Nov . Zeel, 
p. 358. t. 39. Dacrydium excelsum Bennct in Lo.mb. Pin. 
ed. 2. app. _Nova Zeelandia; secus torreines sylva- 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



165 



rura tractus efformans in littoribus ad baie Tasman ; golfe 
Shouraki ; baie des lies. (Less. et d'Urv.) Kai- Katea. 

845. Podocarpus ? zamiaefolius A. Rieh. Fl. Nov. Zeel. 
p. 360. Dammara australis Bennet in Lamb. Pin. ed. 2. 

app. Nova Zeelandia; Bai des lies. (cTUrv.) 

Kouowri. 

846. Podocarpus matai Bennet in Lamb. Pin. ed. 2. 
app. Nova Zeelandia. (Bennet.) Matai, Mai. 

847. Podocarpus ferrugineus Bennct in Lamb. Pin. 
ed. 2. app. Nova Zeelandia. (Bennet.) Miro. 

848. Podocarpus totara Bennet. in Lamb. Pin. ed. 2. 
app. Dacrydium taxifolium Sol. msc.ex Lamb. Pin. n. 69. 
Nova Zeelandia. (Banks. Sol. Menz.) Totara. 

849. Dacrydium cupressinum Sol. ex Forst, pl. exe. 
p. 80. Lamb. Pin. 93. /. 41. Rieh, conif. 127. t. 2. _ Nova 
Zeelandia. (Forst.) Hävre de FAstrolabe. (d'Urv.) 
Remu. 

850. Dacrydium plumosum Bennet in Lamb. Pin. 
ed. 2. app. Nova Zeelandia. (Bennet.) Kawaka. 

851. Phyllocladus rhomboidale Rieh, conif. 129. t. 3. 
Ph. trichomanoides Bennet in Lamb. Pin. 2. app. Podo- 
carpus aspleniifolius Labill. Nov. Holl, II, 71. t. 221. 

Nova Zeelandia; in sylvis ad baie des lies. (d^Urv.) 
Toatoa. 

XLVIII. CASUARINAE. 

852. Casuarina equisetifolia Forst, prodr. «.334. 

Insulae tropico inclusae. (Forst,) 

853. Casuarina nodifeora Forst, prodr. n. 335. 

Nova Caledonia. (Forst.) 

XLIX. URTICACEAE. 

854. Pilea pepeoides Hook, et Arn. ad Beech. p. 96. 

Dubreulia peploides Gaudich ad Freyc. p. 495. Insu- 

lac Sandwicenses. (Gaudich. Lay et Coli.) 

855. Urtica inermis Spreng, syst, III. 836. U. hastata 
Forst, msc. Insulae oceani a u s tr ali s. (Forst.) 

856. Urtica grandis Hook, et Arn. ad Beech. p. 95 

Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

857. Urtica ferox Forst, prodr. n. 346. Nova 

Zeelandia. (Forst.) 

858. Urtica virgata Forst, prodr. n. 345. Insulae 

Societati s. (Forst. Lay et Coli.) 

859. Urtica affinis Hook, et Arn. ad Beech. p. 69. 

Insulae Societatis. (Lay et Coli.) 

860. Urtica argentea Forst, prodr. n. 343. Insu- 
lae S o ei et a t i s. (Forst.) 

861. Urtica debilis Endl. prodr. Flor. Norf. n. 81. 
Parietaria debilis Forst, prodr. n. 387. Nova Zee- 
landia. (Forst.) Insula Norfolk. (Ferd, Bauer.) 

862. Schychowskya ruderalis * Urtica ruderalis Forst. 

prodr. 344 Insulae S o ci e t a t i s. (.Forst*. Lay et Coli.) 

Radack Micronesiae. (Cham.) Vid. App. Nr. 1. 

863. Boehmeria paniculata * Fleurya paniculata Gau- 
dich. adFreyc. p. 497 Rota e M ari anni s. {Gaudich.) 

864. Boehmeria spicata* Fleurya spicata Gaudich. 
ad Freyc. p. 497. Vanikoro. (Less ) 

865. Boehmeria australis Endl. prodr. Flor. Norf. 
n. 82 _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 



866. Boehmeria albida Hook, et Arn. ad Beech. p. 96. 

Insulae Sandwicenses. (Liy et Coli.) Radack 

Micronesiae. (Cham.) Arome. 

867. Boehmeria melastomaefolia Hook, et Arn. ad 
Beech. ;i>. 96. Neraudia melastomaefolia Gaudich. adFreyc. 

p. 500. t. 117. Insulae Sandwicenses. (Gaudich. 

Lay et Coli.) 

868. Boehmeria ovata * Neraudia ovata Gaudich. ad 
Freyc. p. 501. Insulae Sandwicenses. (Gaudich.) 

869. Boehmeria glabra * Neraudia glabra Meyen 
Reise II. 124. Insulae Sandwicenses. (Meyen.) 

870. Procris glabra Hook, et Arn. ad Beech. p. %Q. 
Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

871. Procris integrifolia Don prodr, Flor, nepah 
61. Insulae Societatis. (Lay et Coli.) 

872. Procris pellucida Gaudich. ad Freyc. p. 500. 
Urtica pelkicida Labill. Nov. Cal. t. 80. _ N o v a C a 1 c- 
d o n i a. (Labill.) 

873. Procris candolleana Gaudich. adFreyc. p, 499. 
t. 118. Guam e Mariannis. (Gaudich.) 

874. Procris nivea Gaudich ad Freyc p. 499. Urtica 

nivea Rumph. Amb, V. t. 79.f. 1 Guam e Mariannis. 

(Gaudich. Less.) 

875. Procris sessilis Hook, et Arn. ad Beecli. p, 70. 
P. australis Spreng, syst. III. 846. Elatostcmma sessile 
Forst, char. gen. 53. Dorstenia pubescens Forst, prodr. 
n. 59. Insulae Societatis. (Forst. Lay et Coli.) 

876. Procris cephalida Commers. exPoir. dict. II. £7. 
Vanikoro. (Less.) 

877. Procris cASTANEAEFOLiA*Elatostemmamontanuin 
Endl. prodr. Flor. Norf. n. 83. ? Böhmeria castaneaefo- 

lia Cunningh. ex Loud. suppl, I. 583 Insula Norfolk. 

(Ferd. Bauer. Cunningh.) 

878. Procris lucida Spreng, syst, III. 846. Elato- 
stemma peduneulalum Forst, char. gen. 53. Dorstenia 

lucida Forst. proHr. n. 58. Insulae Societatis 

(Forst.) 

879. Procris Torresiana* Sciophila Torresiana Gau- 
dich. ad Freyc. 493. 1. 102, Insulae Mari a n n a e. (Gau- 
dich.) 

880. Procris divaricata * Pellionia divaricata Gau 
dich, ad Freyc. 494. Guam eM aviannis, (Gati<li< U. | 

L. MISANDRE iE. 

881. Gunnera petaloidea Gaudich. ad Freyc y. 5 12. 
Insulae Sandwicenses. (Gaudich.) 

LI. ARTOCARPEAE. 

882. Artocarpijs incisa Georg. Forst. Monogr. 178 1. 

4. Plant, esc. p. 1 Insulae tropicae passim. Uru. 

Maira , Patea, Tutarra. 

883. Ficus granatum Forst, prodr. n. 408. PI MC 8. 
Tanna Novarum Hebridum. (Forst) 

884. Ficus tinctoria Forst, prodr. n. 405. Insulae 

Societatis. (Forst.) 

885. Ficus prolixa Forst, prodr. n. 410. _ Insula« 
Societatis. (Forst.) 

886. Ficus verrucosa Vahl symb. II. 16. Ficus septica 

2* 



1G6 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



Forst, pvodr. n. 407. _ Tanna , Novarum II ebridum 
(Forst.) 

887. Ficus religiosa Linn. spec. 1514. Forst, prodi . 
n. 402. Tanna Novarum Hebridum, (Forst.) 

888. Ficus scabra Forst, prodr. n. 403. Tanna No- 
varum Hebridum, et Namouka archipelagi Amico- 
r u m. (Forst.) 

889. Ficus aspera Forst, prodr. n. i0i.pl. esc.p. 7 
Tanna Novarum Hebridum. (Forst.) 

890. Ficus forsteriana * Ficus indica Forst, prodr, 

n. 406. pl. esc. p. 9. Insulae Amicorum, N o v a r u m 

Hebridum, Nova Caledonia. (Forst.) 

891. Ficus OBLiquA Forst, prodr. n. 409. Tanna N o- 

varum Hebridum. (Forst ) 

892. Ficus stipulacea Forst, prodr, n. 571. _ Tanna 
Novarum Hebridum. (Forst.) 

893. Hedycaria dentata Forst, char. gen. 57. prodr. 
n, 379. _ Nova Zeelandia. (Forst.) 

LH. MOREAE. 

894. Rroussonetia papyrifera Duham. arbr. IL XVI. 
t.5. Morus papyrifera Linn. spec. 1399. Forst, prodr. 847. 
Inter tropicos passim. (Forst.) — Nova Zee- 
landia. (Forst.) 

895. Morus pendulina Endl. prodr. Flor. Norf. n. 8'i. 
_ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

896. Morus insularis Spreng, syst. I. 432. _ Insulae 
M a r c h i o n i s. (Forst.) 

LIH. CELTIDEAE, 

897. Celtis orientalis Linn. spec. 1478. Insulae 

Societa t is. (Forst.) 

898. Solenostigma panicuxatum Endl. prodr. Flor. 
Norf. n. 85 _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer) 

LIV. CHENOPODEAE. 

899. Salicornia indica Linn. spec. 5. R. Brown 

prodr. 411. S. australis Sol. ex Forst, prodr. n. 487. 

Nova Zeelandia, havre de l'Astrolabe. (Less. et 
d'Urv.) 

900. Salsola fruticosa Linn. spec. 324. Forst, prodr. 
n. 131. Nova Zeelandia. (Forst.) 

901. Salsola kau Linn. spec. 322. Forst, prodr. n. 130. 
Insula Botanices prope Nova m Caledonia m. (Forst.) 

902. Chenopodium maritimum Linn. spec. 321. Nova 

Zeelandia, anse de l'Astrolabe. (Less. et d'Urv,) 

903. Chenopodium hybridum Linn. spec. 319. _ In- 
sulae Sandwicense s. (Lay et Coli.) 

904. Chenopodium triandrum Forst, prodr. n. 129. 

A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. p. 180 Nova Zeelandia. 

(Forst.) Havre de l'Astrolabe. (Less. et d'Urv.) Poipapa. 

905. Atriplex owahouensis Mcyen Reise IL 124. 

Insulae Sandwicenses. (Meyen.) 

LV. AMARANTACEAE. 

906. Amarantus tricolor Linn. spec. 1403. Insulae 

S oc i e t a t i s. (Forst.) 

907. Amarantus gangeticus Www. spec. 1*03, Insulae 

Societatis, (Forst.) 



908. Amarantus viridis Linn, spec. 1405. Insulae 

Societatis et Sandwicenses.(L(ij et Coli.) 

909. Amarantus spinosus Linn. spec. 1407. _ Guam e 
Mariannis. (Less.) 

910. Amarantus bliti:m Linn. spec. 1405. Tikopia. 

(Less.) 

911. Gomphrena globosa Linn. spec. 326. "Willd, spec. 
I. 1321. _ Insulae S oc ie ta ti s. (Lay et Coli.) 

912. Achyranthes aspera Linn. spec. 294. Willd. spec. 
I. 1191. __ Insulae t r op i c a c. (Forst.) _ Insulae So- 
cietatis. (Lay et Coli.) / 

913. Achyranthes viiigata Poir dict. IL 10. Tonga 

archipelagi Amicoru m. (Less.) 

914. Achyranthes argentea Lam. dict. I. 545. T i- 

ko pi a. (Less.) 

915. Achyranthes canescens R. Brown prodr. 273. 
Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

916. Achyranthes velutina Hook, et Arn, ad Beech. 
p. 68. _ Bow - Island P o lynesi ae Orient alis. (Lay 
et Coli.) — Insulae Sandwicenses. (Menz. Macrae.) 

917. Achyranthes arborescens R, Brown prodr. 273. 
Endl. prodr, Flor, Norf. n. 89. _ Insula Norfolk. 
(Ferd. Bauer.) 

918. Charpentera obovata Gaudich. ad Freyc, 444. 
t. 48. — Insulae Sandwicenses. (Gaudich, Lay et 
Coli. Meyen.) 

919. Charpentiera ovata Gaudich. ad Freyc. 444. 

t. 47. Insulae Sandwicenses. (Gaudich. Lay et 

Coli.) 

920. Desmochaeta micrantha DC. cat. hört, monsp. 
p. 103. — Insulae Societatis. (Lay et Coli.) 

LVI. POLYGONEAE. 

921. Polygonum forsteri * Polygonum australe- A. 
Rieh. Flor. Nov. Zeel, p 178. non Pers. Coccoloba austra 

lis Forst, prodr. n. 176. Nova Zeelandia, Dusky 

bay. (Forst.) Hävre de l'Astrolabe , detroit de Cook, Bai 

des lies. (Less. et d'Urv.) Insula Norfolk. (Ferd. 

Bauer.) 

922. Polygonum prostratum R. Brown prodr. 419. 

Nova Zeelandia, Bai des Des. (Less. et d'Urv.) Tou- 
tonaoue. 

923. Polygonum glabrum Willd. spec. 77.447 Owaliou 

S a n d w i c e n s i u m. (Chain.) 

924. Polygonum barbatum Willd. spec. IL 4i7 Guam 

e Mariannis (Less.) 

925. Polygonum persicaria Linn. spec. 516. Insulae 

S ocl e ta ti s. (Lay et Coli.) 

926. Polygonum imberbe Sol. ex Forst, prodr. n. 517. 
Insulae Societatis. (Banks et Sol.) 

927. Rumex crispus Linn spec. 476. Nova Zee- 

1 andia, hävre de l'Astrolabe. (Less. et d'Urv.) Poou, 

928. Rumex flexuosus Forst, prodr. n. 515. Spreng. 
mant. 38. Nova Zeelandia. (Forst.) 

929. Rumex giganteus Ait. Hort, Kew. II. 2. 323. 

Cham, et Schlecht, in Linnaea V. p. 60 Owahou S a n d- 

wicensiutn, (Menz. Cham.) 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SUDSEEINSELN 

LVIL NYCTAGINEAE. 

9o0. * Boerhayia erecta Linii, spec. 4. Forst, prodr 



167 



n. 4. pl, esc, n. 41. Vahl enum. I. 284. _ Insulac So- 
cietatis. (Forst.) 

931. Boerhayia tetrandr a Forst, prodr. n. 5. Vahl 
enum. I 284. _ Insulae Societatis. (Forst. Lay et 
Coli.) — RadacJs Micronesiac. (Cham.) — Archipc- 
lagus Sandwicensis. (Lay et Coli.) 

932. Boerhavia hirsuta Linn. spec. 4. B. hirsuta, 

diffusa et repanda Willd. Insulae Societatis et 

Sandwicenses. (Lay et Coli.) Tikopia, ctGuam 

c Mariann is. (Less.) 

933. Fisonia mitis Willd. spec. III. 284. P. inermis 

Forst, prodr. n, 397. non Jacrr. Insulae S ocietatis. 

(Forst.) Ovvahou Sandwiccnsium. (Meyen.) 

934. Pisonia brunoniana Endl. prodr. Flor. Norf. 
n. 88. _ Insula N or fo lk. (Ferd. Bauer.) 

LVIII. LAURINEAE. 

935. Cassytha filiformis Linn. spec. 530. R. Brown 

prodr. 403. Insulae Societatis et Amicorum. 

(Forst.) Tongatabou. (1 ess.) 

L1X. SANTALACEAE. 

936. Exocarpus cupressiformis R. Brown prodr. 356. 
Insulae Sandwicenses, (Lay et Coli.) 

937. Exocarpus phyllanthoides Endl. prodr. Flor. 
JSorf. n. 91. _ Insula Norfolk. (Ferd, Bauer.) 

938. Exocarpus longifolius * Xylophylla longifolia 
Forst, prodr. n. 143. Xylophyllos ceramica Rumph. Amb. 
VII, 19. t. 12. _ L o c u s ? 

939. Santalum freycinetianum Gaudich. ad Freyc 

442. t. 45. Insulae Sandwicenses. (Gaudich. Lay 

et Coli.) 

940. Santalum ellipticum Gaudich ad Freyc. 442. 

Insulae Sandwicenses. (Gaudich.) 

941. Santalum paniculatum Hook, et Arn. ad Beech. 
p, 90. Owaihi, archipelagi S andwi c ensis. (Macrae.) 

LX. THYMELEAE. 

942. Pimelea gnidia Vahl enum. I, 305, Wickstr. Act. 
Holm. p. 278. A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. n. 223. Passerina 
Gnidia Linn. f. suppl. 226. Forst, prodr. n. 170. Banksia 
Gnidia Forst, char. gen. p. 8. Act. Upsal, III. 173. Coo- 

kia Gnidia Gmel. syst. 24. Nova Zeelandia in fis- 

suris rupiuin ad Dusky bay, et in montium borcalium 
raciimine (Forst.) ad havre de l'Astrolabe (d'Urv.) 

943. Pimelea prostrata Vahl enum. I. 306. Wickstr. 
Act. Holm, p, 277. A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. n. 228. Pas- 
serina prostrata Linn. f. I. c, Forst, prodr. n. 172. P. lae- 
vigata Garin, /. 86. t. 39. Banksia prostrata Forst, char. 
gen. p. 8. Act. Upsal. III. 175. Cookia prostrata Gmel. 

syst. 24. Novae Zeclandiae montes aridi. (Forst.) 

Havre de i'Astrolabe. (d'Urv.) 

944. Pimelea urvilliana A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. 

n. 227. Nova Zeelandia, Tasman Bay. (d'Urv.) 

Praecedentis fortassis mera varietas. 

945. Pimelea pilosa Vahl enum. I. 306. Wickstr. op. 
cit, p. 279. A. Rieh. Flor, Nov. Zeel. n. 224. Passerina 



pilosa Linn. f. /. c. Forst, prodr. n. 171. Banksia pilosa 
Forst. Act. Upsal. III. 174. Banksia tomentosa Forst. 

char. gen. p, 8. Cool.ia pilosa Gmel. syst. p. 23. N <>- 

vae Zcelandiae montes et fruticela. (Forst.) 

946. Pimella sericev var ß. yillosa Wickstr, op, cit. 
p.282. Passerina villosa Tlmnb. Act. Upsal. XIII. 106. _ 
Nova Zeelandia. (Sparrm.) 

947. Pimelea virgata Valil enum. I. 366. Wiokslr. op. 
cit. p. 280. Passerina axillaris Thunb. Mus. Upsal. XIII. 
106. __ Nova Zeelandia. (Sparrm.) 

948. Pimelea longifolia Wickstr. op. cit. p. 280. Pas- 
serina longifolia Thunb. Mus. Upsal. XXII, 32 Nn\ a 

Zeelandia. (Sparrm ) 

949. Pimelea linifolia Smith Nov. Hall. I. 31. t. 11. 
Bot. Mag. t. 891. Vent. malmais. t. 31. _. Insula N o r f o 1 k. 

950. Daphne indica var. foetida R. Brown prodr. 
362. Hook, ad Beech. p. 68. t. 15. D. foetida Linn. f. suppl. 
225. Forst, prodr, n. 168. Capura purpurata Linn. mant- 

225. Insulae Societatis. (Forst. Lay et Coli.) 

Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

951. Daphne rotundifolia Forst, prodr. n. 169. H. 

Brown prodr. 362. in not. Namouka, archipelagi Am i- 

co rum. (Forst.) 

952. Wickströmia australis Endl. Flor. Norf. n, 93. 
Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

953. Dais? disperma Forst, prodr. n. 192 Tongata- 
bou archipelagi Amicorum. (Forst.) Dais disperma! 
quanta in adjeeto contradictio ! 

LXI. PROTAEACEAE. 

954. Knightia excelsa R. Brown in Linn. Transact. X. 

t. 2. Nova Zeelandia, prope Tologa et Opuragi. 

(Banks.) 

955. Stenocarpus forsteri B, Brown in Linn. Trans- 
act. X. 86. Labill. Nov. Caled. t. 26. Embothrium umbel 
latum Forst, char. gen. t. 8. prodr. n. 60. Nova Ca- 
led o n i a. (Forst. Labill.) 

LXII. PLUMBAGINEAE. 

956. Plumbago zeylanica Linn. spec. 223. l\. Broun 

prodr. 326. Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) Insulae 

Societatis. (Forst.) Archipclagus Sandwicenses. 

(Lay et Coli.) 

LXHI. PLANTAGINEAE. 

957. Plantago major Linn. spec. 163. Nova Zee- 
landia, Biviere Tamise. (F^css. et d'Urv.) 

958. Plantago queeleniana Gaudich. ad Freyc. p, 

t, 50. Insulae Sandwicenses. (Gaudich. Cham, 

Lay et Coli.) 

LXTV. SYNANTHEBAE. 

959. Centairea apula Lam. dict. I. 667. Lessing in 
Linnaea VI. 86. Calcitrapa palibilcensis Runth nov. gen 
et spec. IV. 18. Insula P a s c h a t i s. (Cham.) 

960. Sonchus (iLERicKis Linn. Forst, prodr. n. |2?0. 

A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. n. 270. Nova Zeelandia. 

(Forst. Lesson et d'Urv.) Archipclagus A m i cor um. 

(Forst.) 

961. Etiiulia ageratoidüs Hook, ad Beechey p. 66, 



168 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



excl synon. Archipelagus Societatis. {Lay et Coli.) 

Fortassis ad Vernoniam chinensem trahenda. 

962. Vernonia chinensis Lessing in Linnaea VI. 105. 
Centratherum chinense Lessing op. cit. V. 320. Conyza 
chinensis Lam. dict. 11. 83. Isonema ovata Cass. in Dict. 

sc. nat. XXIV. 25. Guam, archipelagi Marianna e. 

{Cham.) 

963. Elephantopus carolinianus Willd. sp. III. 2390. 
Lessing in Linnaea V. 324. Guam , archipelagi Ma- 
ri a n n a e. {Gaudich t Cham.) verisimiliter introduetus. 

964. DisTREPTirs spicatus Cass. in Dict. sc. nat. XIII. 
366. Lessing in Linnaea V. 32S. Elephantopus spicatus 
Swartz prodr. 113. Guam , archipelagi Marian- 
na e. {Cham. Less.) Verisimiliter introduetus. 

965. Agerati/m conyzoides ? Linn. sp. 1175. Forst. 
prodr. n. 285. Tanna, N o v a r u m Hebridum. 

{Forst*) 

966. Adenostemma viscosum Forst, char. gen. 45. prodr. 
n. 284. Lavenia ereeta Swartz Flor. ind. occ. 1333. Ver- 

besina Lawenia L. Archipelagus S o ci et ati s. {Forst. 

Lay et Coli.) Insulae Radack Microncsiae.(C//aw.) 

Owahou , archipelagi Sandwicensis. {Cham.) 

Guam, archipelagi Mariannae. {Cham.) 

967. Adenostemma glutinös vm * Lavenia glutinosa 
Gaudich. ad Freyc. 471. Archipelagus Sandwicen- 
sis alt. 450 500 hexap. {Gaudich.) Oholekremekari. Ro- 

kolekreme-kari, 

968. Shawia paniculata Forst, char. gen, 48. prodr. 
n. 307. A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. n. 284. „ Nova Z ee-, 
1 a n di a. {Forst.) 

969. Solidago arboresces Forst, prodr. n. 298. A. 
Rieh. Flor. Nov. Zeel. n. 290. _ Nova Zeelandia. 
{Forst.) 

970. Aster subulatus Rieh, in Michx. Flor. bor. amer. 

11. 111. Owahou, archipelagi Sandwicens. {Cham. 

Lay et Coli.) 

971. Aster tenerrimus Lessing in Linnaea VI. 120. 
Owahou, archipelagi Sa nd wi cen s i s. {Cham.) 

972. Aster furfuraceus A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. 
n. 286. Eurybiae spec. DC. in litt. Nova Zeelan- 
dia, loco dicto Riviere Tamise. {Less. etd'Urv.) Tarata. 

973. Aster holosericeus Forst, prodr n. 296. A. Rieh. 

Flor. Nov. Zeel. n. 287. Novae Zeelandiae ru- 

pes adDuskybay et varietas in sunimis montibus.(/o/\sf.) 

974. Aster coriaceus Forst, prodr. n. 297. Nova 

Zeelandia. {Forst.) 

975. Vittadinia australis A. Rieh. Flor. Nov. Zeel, 
n. 289. Brachycome spathulata Gaudich. ad Freyc. pA67. 

Novae Zeelandiae arenosa saxosa , passe de 

Francais {Less. et d'Urv.) 

976. Erigeron canadensis Linn. spec 1210. Owahou, 

archipelagi Sandwicenses. {Cham.) 

977. Erigeron lepidotus Lessing in Linnaea VI. 502. 
Owahou, archipelagi Sandwicensis. (CAam.) 

978. Erigeron miiltiflorus Hook, ad Beechey p. 87. 
Archipelagus Sandwicensis. {Lay et Coli.) 

979. Erigeron pauciflorus Hook ad Beechey p. 87. 



Archipelagus Sandwicensis. {Lay et Coli.) 

Macrac. 

980. Lagenophora forsteri * Microcalia australis 
A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. n. 271. t. 30. Calendula pumila 

Forst, prodr. «.305 Nova Zeelandia {Forst.) 

Havre de l'Astrolabe. {Less. et d^Ui v.) 

981. Monenteles forsteri * Gnaphalium redolcns 
Forst, prodr. n, 533. Conyza redolcns Willd. spec. III. 

1951. Tessaria redolens Lessing in Linnaea VI. 151. 

Nova Cale do n i a. {Forst.) 

982. Monenteles spicatus Labill. Nov. Caled. t. 43. 

Baccharis Forst, prodr. n. 536. Nova Caledonia. 

{Labill.) 

983. Monenteles sphacelatus Labill. Nov. Caled. t. 44. 

Raccharis Forst, prodr. n. 537. Nova Caledonia. 

{Labill.) 

984. Sigesbekia orientalis? Linn. Hook, ad Beechey 
p. 66. Archipelagus Societatis. {Lay et Coli.) 

985. Glossogyne tenuifolia Cass. in Dict. sc. nat. LI. 
475. Bidens tenuifolia. Labill Nov. Caled. t. 45. _ No v a 
Caledonia. {Labill.) Guam archipelagi Marian- 
nae. {Gaudich.) 

986. Eclipta erecta Linn. Guam archipelagi M a- 

r i a n n a e. {Cham. Lesson.) 

987. Eclipta palustris Forst, ex Spreng, syst. III, 
603. E. prostrata. Forst, prodr. n. 302 Tanna Nova- 
rum Hebridum. {Forst.) 

988. Wedelia aristata Lessing in Linnaea VI. 160. ? 
Buphthalmum helianthoides Forst, n, 304. non l'Hcrit. 
Buphthalmum australe Spreng, syst. Hl. 605. Verbesina 

strigulosa Gaudich. ad Freyc. 463. Inter tropicos 

passim {Forst) Radack Micronesiae. {Cham.) 

989. Wedelia ? tannensis * Buphthalmum procum- 
bens Forst, prodr. n. 542 Tanna Novarum Hebri- 
dum. {Forst.) 

990. Wedelia chamissonis Lessing in Linnaea VI. 161. 

Verbesina canescens. Gaudich. ad Freyc. 463. Guam 

archipelagi Mariannae. {Cham. Gaudich.) 

991. Bidens pilosa Forst, prodr. n 281. A. Bich. Fl. 

Nov. Zeel. n. 275 Tongatabou archipelagi Ami cor um. 

{Forst.) Nova Zeelandia, frequens. {Lesson et 

d'Urv.) Roeriki. 

992. Bidens sandwtcensis Lessing in Linnaea VI 508- 

? B. luxurians Hook, ad Beechey p. 86. non W T illd. 

Owahou insularum Sandwicensium. {Cham. Lay et 
Collie.) 

993. Bidens paniculata Hook ad Beechey p. 66. — 
Taiti archipelagi Societatis. {Collie.) 

994. Bidens odorata ? Cav. ic. I. 1. 13. Hook, ad Bee- 
chey p. 66 Archipelagus Societatis {Lay et Collie.) 

995. Campylotheca australis Lessing in Linnaea VI 
509. Bidens australis Spreng, syst. 111. 435. Coreopsis 
fruticosa Forst, prodr- n. 544. Bidens micrantha Gau- 
dich. ad Freyc. 464. _ Insulae tropico inclusae. 

{Forst.) Archipelagus Sandwicensium. {Gaudich. 

Lay et Collie.) Owahou. {Cham.) 

996. Campylotheca? helianthoides * Coreopsis hclian- 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



169 



thoides Forst, prodr. «.543. _ Insulac tropicis inclu- I Lessing in Linnaea fl.525 Owahou, archipelagi S a n d- 



sae. {Forst.) 

997. Campylotheca ? ? tannensis * Coreopsis Forst. 
prodr. n. 545. Tanna Novarum Hebridum (Forst.) 

998. Dubautia plantaginifolia Gaudich ad Frey c 469. 

Lessing in Linnaea VI. 162 Insulae Sandwicenses, 

alt. 550_600 hexap. (Gaudich.) Owahou (Cham.) 

999. Dubautia laxa Hook, ad Beechey p. 87 Insulae 

Sandwicenses. (Lay et Collie.) 

1000. Railliardia linearis Gaudich ad Freyc. 469. 

t, 38. Archipelagus Sandwicensis, (Gaudich.) — 

Raillardiae tres species ineditas, a Menziesio et Macrae 
in insulis Sa n d \vi c e n s i b u s detectas, commeinorant 
Hook, et Arn. ad Beechey p. 88. 

1001. Lipotriche australis Lessing in Linnaea VI. 
510.? Vcrbesina lobata Gaudich. ad Freyc. 464. Hook, ad 
Beechey p. 87. Archipelagus Sandwicensis. {Gau- 
dich, Lay et Collie.) Owahou. (Cham.) 

1002. Verbesina lawarum Gaudich ad Freyc. 464. — 
Insulae Sandwicenses, alt. 350_400 hexap. (Gaudich.) 

1003. Verbesina connata Gaudich. ad Freyc. 464; 

Insulae Sandwicenses. (Gaudich.) 

1004. Verbesina? hastulata Hook, ad Beechey p. 87. 
Archipelagus S andwic en siuni. (Lay et Collie.) 

1005. Verbesina ? succulenta Hook, ad Beechey. p.87. 

Owahou archipelagi Sandwicensiura, (Lay et 

Collie.) Nehe. Nenehe. 

1006. Verbesina? argentea Gaudich. ad Freyc. 463 
Guam archipelagi Mariannae. (Gaudich.) 

1007. Cotula? coronopifolia Forst, prodr. n. 300. A. 
Rieh. Fl. Nov. Zeel. n. 276. _ Nova Zeelandia. 
{Forst.) 

1008. Artemisia vulgaris Linn. Culta in Guam, 

archipelagi Mariannae. (Gaudich. Less.) Yerva St. 
Maria Hisp. 

1009. Artemisia australis Lessing in Linnaea VI. 522. 
_ Owahou archipelagi Sandwicensis. (Cham.) 

1010. Myriogyne minuta Lessing in Linnaea VI. 219» 
Cotula minuta Forst, prodr. n 301. A. Rieh. Fl. Nov. 
Zeel. «.277. Grangea minuta Poir. Die«. X 825. _Nova 

Calcdonia. (Forst.) Nova Zeelandia, Bai des 

lies. (Lesson et d'Urv.) Pouanoneko. 

1011. Craspedia uniflora Forst, prodr. n. 306. C. 
glauca Spreng, syst. III. 441. Richea glauca Labill. Nov. 

Holl. t. 16. Nova Zeelandia, Queen Charlottes 

Sound. (Forst.) 

1012. Craspedia fimbriata Forst, msc. in Herb. Mus. 
par, exDC. in litt. Nova Zeelandia. (Foist.) 

1013. Cassinia leptophylla R. Brown in Linn. Trans- 
act. XII. 126. Calea leptophylla Forst, prodr. n. 287. A. 
Rieh. Fl. Nov. Zeel. n. 273. _ Nova Zeelandia 
prope Tolaga. (Banks.) Queen Charlottes Sound. (Forst.) 

1014. Helichrysum (Ozothalmus) pinifolium R.Brown 
in Linn. XII. 125. Transact. Calea pinifolia Forst, prodr. 
n 288. A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. «.274. _ Nova Zee- 
landia. (Forst.) 

1015. Gnaphalium sandwicense Gaudich, ad Freyc. (66. 



wicensis. (Gaudich. Cham. Lay et Collie.) 

1016. Gnaphalium luteo -album var. incanum. A. Rieh. 

Fl. Nov. Zeel. «.278. Nova Zeelandia. (Lesson et 

d'Urv.) Poukatea. Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

Nova Caledonia. (Forst.) 

1017. Gnaphalium simplex A. Rieh. Fl. nov. Zeel. «.279. 

Novae Zeelandiae rupes, loco havre de l'Aslro- 

labe. (Lesson et d'Urv.) Poukatea. 

1018. Gnaphalium lanatum Forst, prodr. n. 290. A. 
Rieh. Fl. nov. Zeel. n. 280. _ Nova Zeelandia. 
(Forst.) Passe de Francais et havre de TAstrolabe. (Les- 
son et d'Urv.) 

1019. Gnaphalium trikerve Forst, prodr. n. 289. A. 
Rieh. Flor. Nov. Zeel. «.281. _ Nova Zeelandia, 
ad Dusky Bay. (Forst.) 

1020. Gnaphalium (Lasiopogon) involucrati m Forst, 
prodr. n. 291. A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. «. 282. _ Nova 
Zeelandia. (Forst.) Havre de l'Astrolabe, Bai des 
lies etc. (Lesson et d'Urv.) Poukatea. Pouklimou. 

1021. Arnica? oporina Forst, prodr. n. 299. A. Hieb. 

Fl. nov. Zeel. n. 272. Nova Zeelandia. ad Dusky 

Bay. (Forst.) 

1022. Senecio reinoldi * Brachyglottis rotundil'olia 
R. Forst. cJiar. gen. 46. «. 1. Cineraria rotundifolia G. 
Forst, prodr. n. 294. A. Rieh. Fl. nov. Zeel. n. 291. _ 
Nova Zeelandia, ad Dusky Bay. (Forst.) 

1023. Senecio Georgii * Brachyglottis repanda R. 
Forst, char. gen. 46. «. 2. Cineraria repanda G. Forst. 
prodr. «. 292. A. Rieh. Fl. nov. Zeel. «. 292. __ Nov a 
Zeelandia, Queen Charlottes Sound. (Forst.) 

1024. Senecio lautus Soland ex Forst, prodr. n. ö;!8. 
Willd. sp. III. 1981. _ Nova Zeelandia. (Forst.) 

1025. Senecio australis "Willd. sp III. 1981. A. Rieh. 
Sert astrolab. p. 131. /. 39. S. anguslifolius Soland. ex 

Forst, prodr. «. 539. non Linn. N \ a / e elaftdi a 

(Forst.) 

1026. Senecio neglectus A. Rieh. Fl. Nov. Zeel. 

n. 295. Nova Zeelandia, havre de l'Astrolabe. 

(Lesson et d'Urv.) 

1027. Senecio argutus A Rieh Ft. Nov. Zeel. n. 296. 
Sert. Astrolab. p. 10t. _ Nova Zeelandia, liävre 
de l'Astrolabe. (Lesson et d'Urv.) 

1028. Senecio capillaris Gaudich. ad Freyc 168. — 
Insulae Sandwicenses. (G(«irf/cA.) Pamokani. 

1029. Senecio sandwickv-'is Lessing in Linnaea 

VI. 526 Owahou , archipelagi Sandwieensia 

(Cham.) 

1030. Xeranthkmim ? bei.i.idioidkr Forst prodr. n. 298 
A. Rieh Fl. Nov Zeel. «.283. _ Nova Zeelandia. 
(Forst.) 

1031. Chrysocoma ? PiKi'. ui:v Forst, prodr n 
Tanna Novarum Hebridum. (Forst.) 

1032. Cotula bicolor Soland er Forst. prodr. n. 540. 
Tanna Novarum Hebridum. (Forst) 

1033. Scorzonera soapigkki Soland. e r Fors'. piodi 
«.634. _ Nova Zeelandia. (Forst.) 

25 



170 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



LXV. STYLIDEAE. 

103'±. Stylidiijm sPATHirtATVM R. Brown prodr. I. 569. 
A. Rieh. Fl.nov. Zeel. n. 268. _ Nova Zeelandia, 
haic Tasman. (d'Urv.) DifFert a planta Novae -Hollan- 
diae scapo basi piloso. 

1035. Forstera sedifolia Linn, f. in nov. Act. upsul. 
III, 18*. t, 9. _Nova Zeelandia, DuskyBay. {Forst.) 

LXVI. GOODENIEAE. 

1036. Goodenia repens Labill. nov . Iloll. I. 53. f. 76. 
A. Rieh. FL nov t Zeel. n. 267. Selliera radieans Cav. ic. 
V. 49. t. 474. /. 2. _ Nova Zeelandia, hävre de 
l'Astrolabe (Lesson.) Renoreko. 

1037. Scaevola königii Vahl symb. III. 36. S. Lobe- 
lia Linn. Forst, prodr, n. 87. Tongatabou , archipelagi 

Amicoruin. (Forst.) Tikopia. (Less.) Insulae 

S o c i e t a t i s. {Lay et Collie.) T a i t i. (Macrae.) Insula 

Romanzoff. (Cham.) Guam c Mariannis. (Less.) 

1038. Scaevola sericea Forst, prodr. n. 504. R. Brown 

prodr, I. 588 Insula Botanices prope N o v a m Ca- 

ledoniam. (Forst.) Tongatabon, archipelagi Ami- 

co r u m. (Less ) 

1039. Scaevola montana Labill. nov. Caled. t. 42. non 
Gaudich. Nova Caledonia. (Labill) 

1040. Scaevola mollis Hook, ad Beechey 89. In- 
sulae Sandwieenses. (Lay et Collie.) 

1041. Scaevola saligna Forst, prodr. n. 505 Nova 

Caledonia. (Forst.) 

1042. Scaevola Gaitdichaudii Hook, ad Beeckey 89. 
S. montana Gaudich. ad Freyc. 460. non Labill. Insu- 
lae Sandwicens-es. (Gaudich. Lay et Collie.) 

1043. Scaevola chamissoniana Gaudich. ad Freyc. t. 82, 
Hook, ad Beechey 89. Insulae Sandwicense6. (Gau- 
dich. Lay et Collie.) 

1044. Scaevola menziesiana Cham, in Linnaea VIII. 
227. Owahou Sandwieensium. (Cham,) 

1045. Scaevola glabra Hook, ad Beechey 89 Insu- 
lae Sandwieenses. (Lay et Collie.) 

LXVII. LOBELIACEAE. 

1046. Lobelia alata Labill. nov. Iloll. I. 51. t. 72. 
A.Rich..f7. nov. Zeel. n.265._Nova Zeelandia, 
hävre de l'Astrolabe. (Lesson ) Pourao. ß. stolonifera 
Endl. Fl. Nor/, n. 97. Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

1047. Lobelia angi/lata Forst, prodr. n. 309 Nova 

Zeelandia. (Forst.) 

1048. Lobelia arborea Forst, prodr. n. 307. Insu- 
lae S o ciet a t i s. (Forst.~) 

10i9. Lobelia pinnatifida Cham, in Linnaea VIII. 
220. Owahou Sandwieensium. (Cham.) 

1050. Lobelia ambigua Cham, in Linnaea VIII. 221. 
Owahou Sandwieensium. (Cham.) 

1051. Lobelia calycina Cham, in Linnaea VIII 222. 
Owahou Sandwiccns i.u m. (Cham.) 

1052. Lobelia supekba Cham, in Linnaea VIII. 223. 
Owahou Sandwieensium. (Cham.) 

1053. Lobelia (delissea) subcordata Gaudich. ad 
Freyc A56.t. 77 Insulae Sandwieenses. (Gaudich) 



1054. Lobelia (delissea) undt lata Gaudich. ad Freyc. 
457, t. 78. Insulae Sandwieenses. (Gaudich.) 

1055. Lobelia (delissea) ac; minata Gaudich. ad Freyc. 
457. t. 76 — Insulae Sandwieenses. (Gaudich. Lay et 
Collie.) 

1056. Lobelia (delissea) angi:stifolia Cham, in Lin- 
naea r///.2l9. _ Owahou Sandwieensium. (Cham.) 

1057. Lobelia (cyanea)grimesiana Gaudich. ad Freyc. 

457. t. 75. Insulae Sandwieenses. (Gaudich. Lay 

et Collie,) Toue-novi. 

1058. Lobelia (rollandia) lanceolata Gaudich. ad 
Freyc. 458. t. 74. Hook, ad Beechey 88 Insulae Sand- 
wieenses. (Gaudich. Lay et Collie. Macrae.) 

1059. Lobelia (rollandia) crispa Gaudich. ad Freyc. 
459. Insulae Sandwieenses. (Gaudich.) 

10S0. Lobelia (clermontia) oblongifolia Gaudich. ad 
Freyc. 159. t. 72 Insulae Sandwieenses. (Gaudich.) 

1061. Lobelia (clermontia) persicifolia Gaudich. ad 
Freyc. 459 t. 72. Insulae S an dwicens es. (Gaudich.) 

1062. Lobelia (clermontia) grandiflora Gaudich. ad 

Freyc. 459. t. 73 Insulae Sandwieenses. (Gaudich. 

Macraee.) 

1063. Lobelia (clermontia) macrostachys Hook, ad 
Beechey 88. Insulae Sandwieenses. (Lay et Collie.) 

1064. Lobelia (clermontia) kakeana Meyen Reise II. 
139, Insulae Sandwieenses. (Meyen.) 

LXVIII. CAMPANULACEAE. 

1065. Wahlenbergia gracilis var. polymorpha Alph. 
DC. camp. IQ. W. gracilis A. Rieh. Fl, nov. Zeel. «.364. 
Campanula gracilis. Forst, prodr. n. 84. Campanula poly- 
morpha diffusa. Sol. msc, Nova Zeelandia. (Banks 

et Sol. Forst.) Hävre de l'Astrolabe. (Lesson,) Kouletao. 
Nova Caledonia. (Forst.) 

LXIX. VACCINIEAE. 

1066. Vaccinium cereum Forst, prodr. n, 167. An- 

dromeda cerea Linn. Taiti , archipelagi Societatis. 

(Forst.) 

1067. Vaccinium penduliflorusi Gaudich. ad Freyc. 
454. t. 68. Insulae Sand wi c e n s e s. (Gaudich.) 

LXX. ERICINEAE. 

1068. Andromeda rupestris Forst, prodr. n, 195. A. 
Rieh. Flor. Nov, Zeel. n. 254. t. 27 Novae Zeelan- 
dia© australioris rupestria. (Forst) 

1069. Gaultheria antipoda Forst, prodr. n. 196. A. 
Rieh. Flor. Nov, Zeel. n. 255.*. 28. _ Nova Zeelan- 
d ia. (Forst.) Bai des lies. (Less.) Tovaye. 

LXXI. EPACRIDEAE. 

1070. Cyathodes tameiameiae Cham, et Schlecht, in 

Linnaea. I, 539. In aridis prope Hanaroro insulae 

Owahou e S a n d wie e ns i bu s. (Cham.) 

1071. Cyathodes banksii Gaudich. ad Freyc. 98. absq. 
pbrasi. Insulae S and wice n s e s. (Gaudich.) 

NB. Species tres ineditae imberbes Taitensis et duae 
Sandwicensis , quarum una a Gaudichaudio indicatur , a 
Banksio et Solandro deteetae, apud Browncum comme- 
morantur. 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEESINELN 



171 



1072. Epacris pauctflora A. Rieh. Flor. Nov, Zeel. 

n. 256. f. 29. Nova Zeelandia, Bai des lies. (Less.) 

Toetoe. 

1073. Leucopogon fasciculatus A. Rieh. Flor. Nov. 

Zeel. n. 257. Epacris fasciculata Forst, prodr. n. 72. 

Nova Zeelandia. (Forst.) 

1074h Leucopogon forsteri A. Rieh, Flor. Nov. Zeel. 
n. 258. Epacris juniperina Forst, char. gen. 10. prodr 

n. 71. Nova Zeelandia. (Forst.) Hävre de l'Astro 

labe. (d'Urv.) 

1075. Leucopogon cymbulae Labill Nov. Caled. £.39 
Nova Caledonia. (Labill.) 

1076. Pentachondra ptimila R. Brown prodr. I. 549. 

Epacris pumila Forst, prodr. n. 70. Novae Zeelan- 

diae alpes. (Forst) 

1077. Dracophyllum longifolium R. Brown predr. I. 
556. A. Rieh. Flor, Nov. Zeel. n. 260. Epacris longifolia 
Forst, char. n. 10. prodr. n. 68. Nova Zeelandia. 

(Forst.) 

1078. Dracophyllum rosmarinifolium B Brown prodr. 
556. A. Bich. Flor. Nov. Zeel. n. 261. Epacris rosma 

rinifolia Eorst, prodr. n. 69. Novae Zeclandiac 

alpes. (Forst.) 

1079. Dracophyllum urvillianum A. Bich. Flor, Nov. 

Zeel. n. 262. Novae Zeelandiae rupes , Bai de 

Tasman. (d'Urv.) 

1080. Dracophyllum lessonianum A. Bich. Flor. Nov. 
Zeel, n, 263. Novae Zeelandiae rupes. (d'Urv) 

LXXII. EBENACEAE. 

1081. Maba elliptica Forst, char. gen. 61. prodr. n. 

366. Labill. Nov. Caled. t. 35. Insulae Ami cor um. 

(Forst.) Nova Caledonia. (Labill.) 

1082. Maba rufa Labill. Nov. Caled, t. 36. _ Nova 
Caledonia. (Labill.) 

1033. Maba major Forst, pl. esc. 21. prodr. n. 557. 
Insulae Amicorum. (Forst.) 

1084. Ximenia elliptica Forst, prodr. n. 162. Labill. 
Nov. Caled, t. 37. _ Nova Caledonia (Forst. Labill.) 

1085. Phelline comosa Labill. Nov, Caled. t. 88. 

Nova Caledonia. (Labill.) 

LXXIII. SAPOTACEAE. 

1086. Achras costata Endl. Flor. Norf, n. 96. In- 

sula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

1087. Mimusops dissecta B. Brown prodr. 531. Achras 
disseeta Forst, pl. esc. 13. _ Insulae A m i • o r u m. (Forst.) 

1088. Bassia obovata Forst, prodr. n. 200. Tanna 

Novaruin Hebridum. (Forst) 

LXXIV.. MYRSINEAE. 

1089. Myrsine crassifolia R, Brown prodr. 534. 

Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

1090. Myrsine urvillei Alph. DC. in Linn. Transact. 
XVL1. 105. _ Nova Zeelandia, Bai Tasmann. 
(d'Urv.) 

1091. Myrsine richardiana * Suttonia australis A. 
Rieh. Flor. Nov. Zeel. p. 849. t. 38. _ N o v a Zee- 
landia, passe des Franc,ais. (Less. et d'Urv.) 



1092. Maesa nemoralis Alph. DC. in Linn. Transact, 
XVII. 139. Baeobotrys nemoralis Forst, char. gen. 23. 
Mart. choix des plant, t. 6. _ Tanna Novarum He 
b r i d u m. (Forst.) 

LXXV. PRIMULACEAE. 

1093. Samolus littoralis R. Brown prodr. 428. Sücf- 

fieldia repens Forst, prodr. n. 67. char. n. 9. Nova 

Zeelandia. (Forst.) Hävre de l'Astrolabe. (Less.)Ma- 
koako Insula Paschatis. (Forst.) _ Insula Nor- 
folk. (Ferd. Bauer.) 

1094. Lysimachia recurrens Forst, prodr. n. 65, 

Tanna Novarum Hebridum. (Forst.) 

LXXVT. SCBOPHULARINEAE. 

1095. Veronica salicifolia Forst, pordr. n. 11. A. 

Rieh. Flor. Nov. Zeel. n. 237 Novae Zeclandiac 

littora. (Forst.) Havre de l'Astrolabe. (Less.) Kolokian. 
Vid. App. n. 2. 

1096. Veronica angustifolia A. Rieh. Flor, Nov. Zeel, 
n. 238. — Novae Zeelandiae littora, locis dictis: 
bassin des Courans , passe des Francois etc. (Less.) 

1097. Veronica elliptica Forst, prodr. n, 10. A. Rieb. 
Flor. Nov. Zeel. n. 239. _ Nova Ze e 1 andi a.(Foi st.) 

1098. Veronica cataractae Forst, prodr. n. 9. A. Rieh. 
Flor. Nov. Zeel, n 240. _ Nova Ze el andi a. (Forst.) 

1099. Euphrasia cuneata Forst, prodr, n. 234. A. Rieh. 
Flor. Nov. Zeel. n. 241. _ Novae Zeelandiae ru- 
pes maritimae (Forst.) loco dicto baie Tologa (Less.) 
Rata. 

1100. Tittmannia ovata Reichenb. hört. I. t. 38. 
Hornemannia ovata Link. Antirrhinum hexandrum 

Forst, prodr. n. 230. Taiti archipelagi Societatis. 

(Forst.) 

1101. Scoparia dulcis Lina. spec. 168. Insulae 

Societatis. (Lay et Coli.) 

1102. Limnophila gratioloides R. Brown prodr. I. 
442. Insulae M a r i a n n a e. (Gaudich.) Gne-gne. 

1103. Limnophila serrata Gaudich. ad Frcyc. in 

t. 57. f. 2. Insulae M ar i a nn a c, (Gaudich.) Gne-gne. 

sousowangam. 

1104. Scrophularoides arborea Forst, prodr. n. 528. 
Insulae Societatis et Marchionis. (Forst.) 

LXXVII. CYRTANDRACEAE. 

1105. Cyrtandra biflora Forst, char. t. 3. Besleria 
biflora Forst, prodr. n 236. Taiti arcnipelagi Socie- 
tatis. (Forst. Lay et Coli.) 

1106. Cyrtandra cordifolia Gaudich. ad Freyc. Jt46. 

t. 56. Insulae S a n d w i ce ns c s. (Gandich. Lay et 

Coli.) Fafara. 

1107. Cyrtandra cranbiflora Gaudich. ad Fi eye. 447. 

t. 54. Insulae S an dwi c c ns c s. (Gaudich. Lay e[ 

Collie.) 

1108. Cyrtandra lessoniana Gaudich. ad Freyc 447. 

t. 54. Insulae Sandwiccnses. (Gaudich. Lay et 

Collie.) 

1109. Cyrtandra triflora Gaudich. ad Frey. i'i7 
t, 52. Insulae Sandwicenscs. (Gaudich.) 



172 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



1110. Cyrtandra ruckiana Meyen Reise II. 125. In- 

sulae Sandwicenses. {Meyen.) 

1111. Cyrtandra garnotiana Gaudich. ad Freyc AH. 

t. 53. Insulac Sandwicenses. (Gaudich. Lay et 

Collie.) 

1112. Cyrtandra paludosa Gaudich. ad Freyc. Ü7 

In»ulae Sandwicenses. (Gaudich. Lay et Coli.) 

1113. Cyrtandra menziesii Hook, ad Beechey 91. 

Insulac Sandwicenses. (Menz.) 

1114. Cyrtandra cymosa Forst, char. 3. Besleria cy- 

mosa Forst, prodr. n. 237. Tanna No var um He br i- 

dum. (Forst.) 

LXXVIII. MYOPORINAE. 

1115. Myoporum laetim Forst, prodr. n, 238. Nova 

Zetlandia. (Forst.) 

1116. Myoporijm obscuriim Endl. Flor. Norf. n.110. 

Insula Norfo lk. (Ferd. Bauer.) 

1117. Myoporim pubescens Forst, prodr. n. 239. 

Nova Zeelandia. (ror^.) 

1118. Myoporim cra8sifolium Forst, prodr. «.240. 

Insula Botanices. (Forst.) 

1119. Myoporim tenuifolium Forst, prodr. n. 241. 

Nova Cal e d o ni a. (Forst.) Insulac Sandwicen- 
ses. (Lay et Coli. Menz. Macrae.) 

1120. Myoporum? euphrasioides YS.ook.ad Beechey 67. 
Whitsunday Island. (Lay et Coli.) 

1121. Avicennia resinifera Forst, pl. esc. 44. prodr. 
n. 246. A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. n. 245. __ Nova Zee- 
landia. (Forst.) Bai des lies. (Less.) Manaoua. * 

1122. Avicennia tomentosa? Linn. syst.b8k Insulae 

Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

LXXIX. VERBENACEAE. 

1123. Clerodendron inerme R. Brown prodr, 511. 

Volkameria inermis Linn. Forst, prodr. n. 244. In i n- 

sulis tropico inclusis passim. (Forst. Less. Cham.) 

1124. Vitex trifolia Linn. spec. 890. Forst, prodr. n. 
245. Insulae A m i c o r u m. (Forst.) 

1125. Vitex incisa Lam. dict. II. 605._Guam e M a- 
riannis. (Less.) 

1126. Premna integrifolia Linn. niant. 253. Insulae 

Societatis (Lay et Coli.) _ Guara e Mariannis. 
(Less.) 

1127. Lantana annla Linn. spec. 874. _ Insulae 
Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

1128..Verbena bonariensis Linn. spec. 28. Insulae 

Societatis. (Lay et Coli.) 

1129. Zapania nodiflora R Rrown. prodr. n. 514. 

Verbena nodiflora Linn. Forst prodr. n. 17. Tanna 

iVovarura Hebridura. (Forst.) 

1130. * Oxera pulchella Labill. Nov. Caled. t. 28. 
Nova Caledonia. (Labill.) 

LXXX. LABIATAE. 

1131. Ocymiim canum Siins. Bot. Mag. t. 2455 Insu- 
lae Mariannae. (Gaudich.) 

1132. Ocymum gratissimum Linn. sp. 832. Insulae 

Societatis (Lay et Collie.) 



1133. Ocymum sanctum Linn. mant. 85. Guam e 

Mariannis. (Cham.) 

1134. Coleij8 atropurpireus Benth. Labiat. 54. Ocy- 
mum scutellarioides Forst, prodr. n 233. non Linn. 

Tanna, Novarum Hcbridum. (Forst.) 

1135. Plectraisthus parviflorus Willd. hört, berol. 

t. 65. ? P. australis Hook, ad Beechey 92. Insulac 

Sandwicenses. (Cham. Lay et Co'lic , Macrae.) 

? Insulae Societatis. (ex Benth.) 

1136. Plectranthus forsteri Benth. Labiat, 38. Ocy- 
mum pusillum Forst, prodr. n. 527. Tanna, Nova- 
rum Hebridura. (Forst) 

1137. Hyptis capitata Jacq. ic. rar. t. 114. Guam 

e Mariannis. (Less.) 

1138. Hyptis pectinata Poit. in Annal. Mus. VII. 47. 

Nepeta pectinata Linn. spec 799. Guam e Mariannis. 

(Less. Gaudich.) 

1139. Micromeria cinsNiNGHAMii Benth. Labiat . 730. 

Nova Zeelandia borealis, ad fluvium Mangamaka 
Hokianga. (Cunnin&h.) 

1140. Leicas decemdentata Smith in Rees Cyclop. 
Benth. Labiat. 609. L. staehyoides Spreng, syst. II. 124. 
Phlomis decemdentata Willd. spec. III, 124. Stachys de- 
cemdentata Soland. ex Forst, prodr. n. 526. Insulae 

Societatis. (Soland.) Taiti. (Mathews,) Polyne- 

s i a oc ci de nt ali s. (Beech.) 

1141. Phyllostegia dentata Benth. in Bot. Heg. n. 1292. 

Labiat. 651. Ovvaihi archipelagi Sandwicensis. 

(Macrae.) 

1142. Phyllostegia vestita Benth. inBot. Reg. n. 1292. 

Labiat. 651. Owaihi archipelagi Sandwicensis. 

(Macrae.) 

1143. Phyllostegia grandiflora Benth. in Ltnnaea 
FI. 78. Labiat. 651. Prasium grandiflorum Gaudich. ad 
Freyc. 253. t. 65. f. 2.. Owahou archipelagi Sandwi- 
censis. (Gaudich. Cham Lay et Collie , Macrae.) 

1144. Phyllostegia glabra Benth. Labiat. 652. Owa- 
hou archipelagi Sand wice n s is. (Nels. Macrae. Beech.) 

1145. Phyllostegia chamissonis Benth. in Linnaea VI. 
79. Labiat.- 651. Prasium glabrum Gaudich. ad Freyc. 

252. t. 64. Archipelagus Sandwicensis. Owahou. 

(Cham.) Movi. (Menz.) 

1146. Phyllostegia macrophylla Benth. in Bot. Reg. 
n. 1292. Labiat. 652. Prasium macrophyllum Gaudich. ad 

Freyc. 253. t. 65. f. 3 Arch ipelagus Sandwicensis. 

(Menz. Nels Gaudich.) Owaihi. (Macrae.) 

1147. Phyllostegia parviflora Benth. in Linnaea VI. 
79. Labiat. 652. Ph. leptostaehys Benth. in Bot. Reg. n. 
1293. Prasium parviflorum Gaunich. ad Freyc. 253. t. 65. 

f. 1. Owahou archipelagi Sandwicensis, (C«(«/('c/j. 

Cham. Lay et Coli. Macrae.) 

1148. Phyllostegia mollis Benth. in Linnaea VI. 79. 
Laliat 652. Insulae Sandwicenses. (Cham.) 

1149. Phyllostegia clavata Benth. Bot. Reg. n. 1292. 

Labiat. 653. Owaihi archipelagi Sandwicensis. 

(Macrae.) 

1150. Phyllostegia racemosa Benth. in Bot. Heg. n. 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



173 



1292. Labiat. 653. _ Owaihi archipelagi S a n dwic e n- 
s i s. (Macrae.) 

1151. Phyllostegia hirsuta Benth. in Bot. Reg. n. 

1292. Labiat, 653. Cnvahou archipelagi Sandwicen- 

s i s. (Mucrae.) 

1152. Phyllostegia floribunda Benth. Labiat, 653. 
Insulae S a n dw ic en s es. (Nelson.) 

1153. Stenogyne macrantha Benth. in Bot. Reg. 1292. 

Labiat. 654. Owaihi archipelagi Sandwicensis. 

(Macrae.') 

1154. Stenogyne skssius Benth. Labiat. 654. In- 
sulae Sandwicenses. (Menz.) 

1155. Stenogyne cordata Benth. Labiat, 654. In- 
sulae Sandwicenses. (Nels.) 

1156. Stenogyne rugosa Benth. in Bot. Reg. 1292. 

Labiat. 655. Owaihi archipelagi Sandwicensis. 

(Menz. Macrae.) 

1157. Stenogyne microphylla Renth. Labiat, 655. 

Owaihi archipelagi San d wi c e n s i s. (Macrae.) 

1158. Stenogyne scrophularioides Benth. in Bot. Reg. 

n. 1292, Labiat. 655 Insulae S and wice ns e s.(Menz.) 

Owaihi (Macrae.) 

1159. Stenogyne nelsonii Benth. Labiat. 655. In- 
sulae Sandwicenses. (Nelson.) 

1160. Teucrium inflatum Swartz prodr. 88. Benth. 
Labiat. 672. T. palustre Kunth in Humb. et Bonpl. nov. 

gen. et spec. II. 306. T. villosum Forst, prodr. «.232. 

Tongatabou archipelagi Amicorum, (Forst.) 

LXXXI. ACANTHACEAE. 

1161. Justitia repanda Forst, prodr. n. 12. Tanna 

Novarum Hebridum. (Forst.) 

1162. Justitia longifolia Forst, prodr, n. 13 Tanna 

Novarum Hebridum. (Forst.) 

1163. Dianthera coerula Forst, prodr. n, 14. Insula 

Botanices ad Novam Caledoniam. (Forst.) 

1164. Dianthera clavata Forst, prodr. n. 15. In- 
sulae Societatis. (Forst,) 

1165. Ruellia reptans Linn. Forst, prodr. n. 242. 

Tanna Novarum Hebridum. (Forst.) 

1166. Ruellia fragrans Forst, prodr. n. 243. Taiti 

archipelagi Societatis. (Forst.) 

1167. Acanthus ilicifolius Forst, prodr. n. 247. 

Tanna, Novarum Hebridum. (Forst.) 

LXXXII. CONVOLVULACEAE. 

1168. Convolvulus multivalvis R. Brown prodr. 463. 

C. corymbosus Forst, prodr. n. 80. Nova Caledo- 

n i a (Forst.) 

1169. Convolvulus ovalifolius Vahl eclog. II. 16 In- 
sulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

1170. Convolvulus grandiflorus Forst, prodr. n. 76. 
Tanna Novarum Hebridum. (Forst.) 

1171. Convolvulus coelestis Forst, prodr. n. 77. 

Tanna Nova rum H ehr i dum. (Forst.) 

1172. Convolvulus peltatus Forst, prodr. n. 78. 

Insulae So c i e t a ti s. (Forst.) 

1173. Convolvulus CHRY30RBH1ZUS Soland. ex Forst. 



pl. esc. 24, prodr. 24. An Batatas ? Passim cul't us. 

(Forst. Soland.) Noukahiwa. (Langsd.) 

1174. Calystegia sepium R.Brown^ro^r. 483. A Rieh. 
Flor, Nov. Zeel. n. 247. Convolvulus Sepium Linn. Con. 

volvulus Tuguriorum Forst, prodr. n. 74. Nova Zee- 

1 a n d i a. (Forst.) 

1175. Calystegia affinis Endl. prodr. Flor. Nor/, n. 
103. __ Insula N o rf ol k. (Ferd. Bauer.) 

1176. Calystegia soldanella ß. alstralis A. Rieh. 
Flor. Nov. Zeel, n- 248. C. reniformis R. Brown prodr. 

484. Convolvulus Soldanella Linn. Nova Zcelan- 

dia. (Less.) Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

1177. Ipomaea turpethum B. Brown prodr. 485. Con- 
volvulus Turpethum Linn. Forst, pl. esc. 52. prodr. n. 75. 
Insulae Societatis et Amicorum. (Forst.) 

1178. Ipomaea batatas Lam. Convolvulus Batatas Linn. 

Insulae Societatis et Sandwicenses,(i«j et 

Coli.) Noukahiwa. (Langsd.) 

1179. Ipomaea carinata Endl. prodr. Flor. Norf, n. 
107. _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

1180. Ipomaea ambigua Endl. prodr. Flor. Norf. n. 108. 
Insula Norfolk. (Ferd. Bauer,) 

1181. Ipomaea cataractae Endl. prodr. Flor. Norf. n. 
106. _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

1182. Ipomaea pendula R. Brown prodr. 486. Con- 
volvulus mucronatus Forst, prodr. n. 79. Tanna et 

Nova Caledonia. (Forst.) _ Insula Norfolk. (Ferd. 
Bauer.) 

1183. Ipomaea bona nox Linn. Forst, prodr. n. 82. 

Tanna Novarum Hebridum. (Forst.) Insulae 

Sandwicenses. (Meyen.) 

1184. Ipomaea carnea Forst, prodr. n. 83. Insulae 

Societatis. (Forst.) 

1185. Ipomaea tuberculata Böm. et Scliult. syst. IV. 
208. Convolvulus tuberculatus Desv. _ Insulae Sand- 
wicenses, Onihou. (Lay et Coli.) 

1186. Ipomaea maritima R. Brown prodr. 486. Con 
volvulus brasileensis Linn. Forst, prodr. n. 81. Convol- 
vulus Pes Caprae Linn. Insulae tropico subjee- 

tae. (Forst.) Insulae Societatis. (Lay et Coli.) _ 

Guam e Mariannis. (Less.) 

1187. Ipomaea palmata Forsk. Convolvulus kairieus 

Vahl. Insulae Sandwicenses, Onihou. (Lay 

et Coli.) 

1188. Ipomaea purpurea Lam. Convolvulus purpu- 

reus Linn. Insulae Sandwicenses, Onihou 

(Lay et Coli.) 

1189. Dichondra repens Forst, char. gen. 20. prodr. 
n. 134. _ Nova Zeelandia. (Forst.) 

1190. Evolvulus heterophyllus Labill. Nov . Caled. 
t. 29. _ N o v a Caledonia. (Labill.) 

LXXXIII. SOLAN ACE AE. 

1191. Physalis flaccida Soland. ex Forst, prodr. n. 
506. Insulae Societatis. (Soland. et Forst.) 

1192. Physalis angitlata Linn. Hort. Clin". 62 _ In 
sulae Societatis. (Lay et Coli.) 

26 



174 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



1193. Physalis lanceifolia Nees in Linnaea VI. 473. 
Guam e Mariannis,(Ie«,) 

1194. Physalis parviflora R. Brown prodr, 447. 

Vanikuro. (Less.) 

1195. Nicotiana fruticosa? Linn. Forst, prodr. n. 104. 
Insula B ota nie es. {Forst.) 

1196. Solanum viride Soland. ex Forst, prodr. n. 507. 
pl. esc. 42. Insulae Socictatis. (Forst, et Soland.) 

1197. Solanum astroites Forst, prodr. n. 508. In- 
sulae Socictatis. (Forst.) 

1198. Solanum repandum Forst, prodr. n. 105. In- 
sulae Societatis et M a r c h i o n i s. (Forst.) 

1199. Solanum nigrum I.inn.sp. 266 InsulaPascha 

t i s. (Forst.) Insulae S ocietatis. (Lay et Coli.) 

1200. Solanum aviculare Forst. prodr. n 107. A. Rieh, 

Flor. Nov. Zeel. «.242. Solanum laciniatum Ait. Nova 

Zeelandia. (Forst.) Detroit de Cook, Bai des lies. 
(Less.) Poro-Poro. 

1201. Solanum bauerianum Endl. prodr. Flor. Nor f. 
n. 109. _ Insula Norfolls. (Ferd. Bauer.) 

1202. Solanum tuberosum Linn, spec. 265. A No- 
vae Zeelandiae incolis, quibus Europaeorum dono 
est advectura , nomine Tihou colitui*. 

1203. Solanum quitense Lam. illustr. n, 2326 Insulae 

Societatis. (Lay et Coli.) 

1204. Solanum sandwicense Hook ad Beechey 92. 

Insulae Sandwiccnses. (Lay et Coli.) 

1205. Solanum argenteum Dun. synops. 19. Insulae 

Sandwiccnses. (Lay et Coli.) 

1206. Lycopersicum rsculentum Dun. synops. 4. Sola- 
num Lycopersicum L. Insulae S ocietatis. (Lay et 

Collie.) 

1207. Lycoporsicum cerasiforme Dun. synops. 4. 

Guam e Mariannis. (Less.') 

LXXXIV. CORDIACEAE. 

1208. Cordia sebestena Linn. Forst, prodr. n. 108 

Insulae So ei e t at i s. (Forst.) Insulae Sa n dwi- 

censes, (Lay et Coli. Meyen.) Culta? 

1209. Cordia aspera Forst, prodr. n. 109. Ton- 

gat-abou archipelagi Ami c omm. (Forst.) 

12^0. Cordia dichotoma Forst. prodr «.110. R.Brown 
prodr. 498. _ Nova Caledonia. (Forst.) 

1211. ? Cordia discolor Cham, in Linnaea VIII. 130. 

Insulae Societatis. (Lay et Coli.) 

1212. Cordia s ubcord ata Cham, in Linnaea IV. 474. 

Owahou S a n d wi c e nsi u m. (Cham.) Radack M i- 

cronesiae. (Cham.) 

1213. Carmona heterophylla Cav. ic. t. 438. Guam 

e Mariannis. (Nee.) 

LXXXV. HELIOTROPICEAE. 

1214. Heliotropium? anomalum Hook, ad Beechey p. 

67. ?Lithospermum incanum Forst, prodr. n. 63 Whit- 

sunday Island. (Lay et Coli.) Savage Island 

et Teutca, (Forst.) 

1215. Heliotropium curassayicum Linn. spec. 188. 

Insulae S a nd wi c e n s es, (Lay et Coli.' Cham.) 



1216. Heliotropem zeylanicum Lam. diel. III. 94. 

Guam c Mariannis. (Lcss.) 

1217. Tiaridium indicum Lehm, asperif. 14. Heliotro- 
pium indicum Linn. spec. 187. Guam e Mariannis. 

(Cham. Less.) 

1218. Tournefortia argentea Linn. spec. 189. Forst. 
prodr. n. 64. Insulae Amicorum. (Forst.) Insu- 
lae Societatis. (Lay et Coli.) Insulae Radack et 

R omanzoff. (Cham.) Guam e Mari annis,(Z,m.) 

1219. Tournefortia gnaphalodes R. Brown prodr. 
496. Heliotropium gnaphalodes Linn. Insulae Socie- 
tatis. (Lay et Coli.) 

LXXXVI. BORRAGINEAE. 

1220. Anchusa spatiiulata R. Rrown ;t>rod/\ 494. Myo- 
sotis spatiiulata Forst, prodr. n. 62. Lehm, in Schrift. 
Natur/. Gesellsch. zu Halle III. 2. t. 1. A. Rieh. Flor. 
Nov. Zeel. n. 246. _ Nova Zeelandia (Forst.) 
Pascua irrigua prope hävre de l'Astrolabe. (Lcss.) 

1221. Myosotis forsteri Lehm, asperif. p. 95 Nova 

Zeelandia. (Forst.) 

LXXXVII. GENTIANEAE. 

1220. Gentiana saxosa Forst, prodr. n. 132. A, Rieh. 

Flor. Nov. Zeel. n. 250. Novae Zeelandiae aus- 

tralioris rupes maritimae (Forst.) 

1223. Gentiana montana Forst. p?orfr./z. 133. B.Brown 
prodr. 450. A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. n. 251 Novae 

Zeelandiae montes praealti, sylvis distituti. (Forst.) 

1224. Menyanthes spec. Forst, prodr. n. 502. Nova 

Caledonia. (Forst.) 



1225. 



LXXXVIII. LOGANIACEAE. 

Labordia fagraeoidea Gaudich. ad Freyc. 450. 



t. 60. Insulae Sandwiccnses. (Gaudich.) 

1226. Geniostoma rupestre Forst, char. gen. 12, 
prodr. 103. Nova Zeelandia. (Forst.) 

LXXXIX. ASCLEPIADEAE. 

1227. ? Sarcostemma viminale Rom. et Schult, syst. 
VI. 112. Cynanchum viminale Linn. Forst, prodr. n. 127. 

Botanices insula prope Novam Caledoniam. 

(Forst.) 

1228. Sarcostemma australe R. Brown prodr. 463 — 
Nova C al c donia. (ex R. Brown.) 

1229. Hybanthera riglandulosa Endl. prodr. Flor. 
Norf. n. 115. Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

1230. ? Hoya viridiflora B. Brown in Mem. wem 
soc. I. 364. Asclepias volubiiis Linn. suppl. 170. Forst. 
prodr. n. 128 Tanna NovarumHebridum. (Forst.) 

1231. Conchophylli spec. Vanikoro. (Less.) 

1232. Asclepias curassavica Linn. spec. 314, Insulae 

Societatis. (Lay et Coli.) 

XC. APOCYNEAE. 

1233. Cerbera manghas Linn. Forst prodr. n. 120. 

Insulae Societatis. (Forst.) Tongatabou archipe- 
lagi Amicorum, (Im.) 

1234. Cerbera parviflora Forst, prodr. n. 121. _ 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



175 



fnsulae Ami cor um et Sa vage I sl a nd. (Forst.) 

Insulae S a n dw ic e n s e s. (Lay et Coli.) 

1235. Parsonsii capsularis R. Brown in Mem. wem. 
soc. I. 402. Periploca capsularis Forst, prodr. n. 126. A. 
Rieh. Flor. Nov. Zeel n. 252. _Nova Zeelandia. 
(Forst.) 

1236. Ochrosia elliptica Labill. Nov. Caled. t, 30. 

Nova Caledonia (Labill.) 

1837. Tabernaemontana ciTRiFOLiALinn, Forst, prodr. 
n. 124. Namouka archipelagi A m i cor um. (Forst.) 

1238. Alstonia costata R. Brown in Mem.wern.soc. 

I. 413. Echites costata Forst, prodr. n. 123. excl. syn. 

Insulae Societatis. {Forst.) Insulae. T a i t i et U 1 i e- 
tea inter juga montium Attahe insularibus d'icta. (Banks.) 

1239. Alstonia plumosa Labill. Nov. Caled. t. 32. 

Nova Caledonia. (Labill.) 

1240. Echites scabra Labill. Nov. Caled. t. 31. _ 
Nova Caledonia. (Labill.) 

1241. Inocarpus edulis Linn. Forst, prodr. n. 179. 

Insulae Societatis, Amicorum et Novae Hebri- 

des. (Forst.) Tongatabou. (Labill. Less.) Vani- 

koro. (Less.) Noukahiwa. (Langsd.) 

1242. Melodinus scandens Forst, char. gen. 19. prodr. 

n. 125 Nova Caledonia. (Forst.)— Tongatabou. 

(Labill. Less.) 

1243. Melodinus phylliraeoides Labill. nov. Caled. 
t. 33. Nova Caledonia. (Forst.) 

1244. Melodinus baueri Endl. prodr. Fl. NorJ. 113. 
Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

1245. Alyxia stellata Rom. et Schult, syst. IV. 439. 
Gynopogon stellatum Forst, char. gen. «.36. f. 18. prodr. 

117. Labill. nov. Caled. t. 34. Insulae Amicorum et 

Societatis. (Forst.) Nova Caledonia. (Labill.) 

1246. Alyxia olivaeformis Gaudich. ad Freyc p. 451. 
Insulae S andw i c ens e s. (Gaudich Mey.) 

1247. Alyxia sulcata Hook, et Arn. ad Beech. p. 90, 
Insulae S a n d wi c e n s e s. (Lay et Coli.) 

1248. Alyxia torresiana Gaudich. ad Freyc. p. 451. 
Insul ac M a r i a n n a c, (Gaudich.) 

1249. Alyxia gynopogon Rom. et Schult syst. IV. 440. 
Endl. prodr. Flor. Nor/, n. 114. A. Forstcri Cunningh. 

msc. Gynopogon Alyxia Forst, prodr. n. 118. Insula 

Norfolk. (Forst. Ferd. Bauer , Cunningh.) 

1250. Alyxia scandens Rom. et Schult, syst. IV. 440. 
Gynopogon scandens Forst, prodr. n. 119. Insulae So- 
cietatis. (Forst. Lay et Collie.) 

1251. Alyxia daphnoides Cunningh. in Bot Mag. t. 
3312. _ Insula Norfolk. (Cunningh.) 

XCI. RüBIACEAE. 
a. Cinchonaccae. 

1252. Nauclea rotundifolia Roxb. ind. II. 124. DC. 
prodr. IV. 345. Hook, ad Beechey p. 64 Insulae So- 
cietatis. (Lay et Co'lie.) 

1253. Nauclea orientalis Linn. DC. prodr. IV. 345. 
Forst, prodr. n. 85. Insulae Societatis. (Forst.) 

1254. Exostema corymbiferum Rom. et Schult, syst. 
V. 20. Cinchona corymbifera Forst, in Act. Upsal. III. 



176. Lainb. cinch. I. 5. Insulae Tongatabou et Eoa 

archipelagi Amicorum, (Forst.) 

b. Gardeniaccae. 

1255. Missaenda frondosa Linn sp. 251. Forst, prodr. 
n. 102. — Insula Taiti archipelagi Societatis, et Na- 
mouka archipelagi Amicorum. (Forst) Tongatabou. 
(Labill. Less.) 

1256. Stylocoryne racemosa Cav. ic. t. S68. Gaertn. 
/. ///. t. 197. /. 4. Hook, ad Beechey p. 64. _ Insulae 

Societatis. (Lay et Collie ) 

1257. Petesia carnea Hook, ad Beechey p. 64. In- 
sulae Societatis. (Lay et Collie.) 

1258. Petesia terminalis Hook, ad Beechey p. 85. 

Insulae S andwice n s e s, (Lay et Collie.) 

1259. Petesia coriacea Hook, ad Beechey p. 85. 

Insulae Sandwicenses. (Lay et Collie.) 

1260. Gardenia Florida Linn. spec. 305. Insulae 

Societatis et Amicorum. (Forst.) 

1261. Gardenia taitensis DC. piodr.IV.380 _ Taiti 
archipelagi Societatis. (d'Urv.) 

c. He dyo t i d e a e. 

1262. Bikkia australis DC. prodr. IV. 405. _ tt. For- 
steriana DC. Portlandia tetrandra Forst, prodr. n. 86. 

Hoffmannia Amicorum Spreng, syst. I. 416. Sa vage 

Island et O-Weggio. (Forst.) 

1263. Ophiorhiza subumbellata Forst, prodr. n. 66. 

Taiti archipelagi Societatis. (Forst.) 

1264. Dentelia repens Forst, char. t, 13. prodr. n. 
98. _ N o v a Caledonia. (Forst.) 

1265. Hedyotis gracilis DC. prodr. IV. 419. _ Nova 
Caledonia. (Labill.) 

1266. Hedyotis laperousii DC. prodr. IV. 420. 

Vanikoro. (Lesson.) 

1267. Oldenlandia tenuifolia Forst, prodr. n. 57. non 
Burm, Hedyotis tenuifolia Smith in Rces cyclop. 17. n. 19. 

Spreng pugill. II. 30. Tanna Novarum H ebr i d u m. 

(Forst.) 

1268. Oldenlandia foetida Forst, prodr. n. 55. He- 
dyotis foetida Spreng, pugill. II. 28. Tongatabou ar- 
chipelagi Amicorum. (Forst.) 

1269. Oldenlandia debilis Forst, prodr. n. 56. Ton- 
gatabou archipelagi A m ic o r um. (Forst.) 

1270. Oldenlandia pvmculata Linn. spec. 1667. 

Tongatabou archipelagi Amicorum. (Forst.) Var. ß, 
arenarioides DC. prodr IV. 427. Gcrontogea racemosa 

Cham, et Schlecht in Linnaea IV. 155. Radack M i 

cronesiae. (Cham ) 

1271. Radua cordata Cham, et Schlecht, in Linnaea //'. 
160. Hook, ad Beechey 85. _ Insulae Sandwicenses. 
(Menz.) Osvahou. (Chain.) 

1272. Radua glomkrata Hook, ad Beechey 85. In- 
sulae Sandwicenses. (Lay et Collie.) 

1273. Radua conostyla Hook, ad Beechey 85. Hedyotis 
conosty'a Gaudich. ad Freyc. p. 471. t. 9i. Oldenlandia 

conostyla DC. prodr. IV 428. Insulae S andwice n- 

ses. (Gaudich.) Kiovrc, 



176 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 

Insulae S o c i e t a t i s. {Forst. 



1274. Radi'a cENTRANTHOiDEsHoolt. adBecch. p. 85. 

Insulae Sandwiccnses. (Macrae.) 

1275. Radua acuminata Cham, et Schlecht, in Linnaea 

IV. 163. Hook ad Beechey p. 85. Owahou Sandwiccn. 

sium. (Cham. Macrae.) 

1276. Radua romanzoffiensis Cliam. et Schlecht, in 
Linnaea IV. 162. Insula R o m a n z o f f 1 i. (Cham.) 

1277. Radua cookiana Cham, et Schlecht, in Linnaea 
IV. 158. Owahou Sandwicensium. (Cham.) 

1278. Radua menziesiana Cham, et Schlecht, in Lin- 
naea IV. 160. excl. syn Owahou Sandwicensium, 

(Cham.) 

1279. Radua smithii Hook, ad Beechey 86. Hedyotis 

coriacea Smith in Rees. cyclop. n. 11, Insulae Sand- 

wicenses. (Menz.) 

1280. Radua affinis Cham, et Schlecht, in Linnaea 
IV.lßi. Owahou Sandwicensium. {Cham.) 

d. II am el ie a c. 

1281. Olostyla corymbosa DC. prodr. IV. 440. Stylo 
corina corymbosa Labill. nov Caledon. t. 48. ? Gardenia 

corymbosa Reichenb. ic. exot. t. 106. Nova Caledo- 

n i a. (Labill.) 

e. Guettardaceae. 

1282. Morinda citrifolia Linn. sp. 250. Foi st. prodr. 

n. 100. Hook, ad Beechey 65. Insulae Societatis. 

(Forst. Lay el Collie.) Insulae Amicorum. (Forst.) 

Insulae San dw icenses. (Cham.) Radak. (Cham.) 

1283. Morinda umbellata Forst, prodr. n. 99. an 
Linn. ? Insulae Societatis. (Forst.) 

1284. Morinda phylliraboides Labill. nov. Caled.t. 49. 
Nova Caledonia. (Labill.) 

1285. Nertera depressa Ranks ex Gä'rtn. I. 124. t. 26. 
Nova Zeclandia. (Soland. ex Forst, prodr. n. 501.) 

1286. Guettarda speciosa Linn. sp. 1408. Hook, ad 

Beechey p. 65 Insulae Societatis. (Forst.) W h i t- 

sunday Island. (Lay et Collie.) Radak et Insula 

Romanzoffii. (Cham.) 

1287. Timonius forsteri DC. prodr. IV. 461. Hook. 
ad Beechey 65. Burneya Forsteri Cham, et Schlecht, in 
Linnaea IV. 190. Erithalis polygama var. oc Forst, prodr. 

n. 101. Eisithalis cymosa Spreng pug. I. 17. Insulae 

Societatis. (Forst. Lay et Collie) Insula Roman- 

zo f f ii. (Cham.) 

1288. Timonius gaudichaudii HC. prodr. IV. 461. Bur- 
neya Gaudichaudii Cham, et Schlecht, in Linn. IV. 190. 
Bobea elatior Gaudich. ad Freyc. t. 93 Owahou Sand- 
wicensium. (Cham, et Gaudich.) 

1289. Myonyma umbellata Barth ex DC. prodr. IV. 

463. Hook, ad Beechey p. 86. Insulae Sandwicen- 

s e s. (Lay et Collie.) 

f. Coffeaceae. 

1290. Canthium lucidum Hook, ad Beechey p. 65. 

Insulae Societatis. (Lay et Collie.) 

1291. Chiococca barbata Forst, prodr. n. 96. Hook. 
ad Beechey p. 65. t. 14. _ Insulae Marchionis et 



Amicorum. (Forst.) 
Lay et Collie.) 

1292. Eumachia carnea DC. prodr. IV. 478. Petesia 
carnca Forst, prodr. n. 51. Gärtn. f. III. t. 193. _ Na- 
mouka, archipelagi A m i c o r u m. (Forst.) 

1293. Pavetta opulina DC. prodr. IV. 492. Coffca 
opulina Forst, prodr. n- 93. Chiococca opulina Spreng. 
syst. 1. 756. Nova Caledonia. (Forst.) 

1294. Payetta sambucina DC. prodr. IV. 492. Coffca 
sambucina Forst, prodr. n. 92. Spreng, pugill. I 16. Chio- 
cocca sambucina Spreng, syst. 1.756. Insulae Ami- 
corum. (Forst.) 

1295. Pavetta triflora DC. prodr. IV 492. Coffea 
triflora Forst, prodr. n. 95. Chiococca triflora Spreng. 
syst. I 756. Taiti archipelagi Societatis. (Forst.) 

1296. Paaetta dubia * Coffea odorata Forst, prodr. 
n. 94. DC. prodr. IV. 500. Ixora odorata Spreng. syst.I. 

409. Chiococca odorata Hook, ad Beechey p. 65. Tanna, 

Novarum II e brid um et Insulae Amicorum. (Forst.) 
Elizabeth-Island. (Lay et Collie.) 

1297. Coffea kaduana Cham, et Schlecht, in Linnaea 
IV. 32. Hook, ad Beechey p. 86. _ Insulae Sandwicen- 
s e s. (Lay et Collie.) Owahou. (Cham-) 

1298. Coffea mariniana Cham, et Schlecht. I. c. — 
Owahou S an dwi c e n s i u m. (Cham.) 

1299. Coffea chamissonis Hook, ad Beechey p. 86, — 
Insulae Sandwicenses (Lay et Collie.) 

1300.* Ronabea AusTRALisA.Rich. Fl. nov. Zeel.p. 265. 
Nova Zeelandia. (d'Urv. et Lesson.) 

1301. Psychotria asiatica Forst, prodr. n. 90. an Linn. '. 
Taiti archipelagi Societatis (Forst.) 

1302 Psychotria collina Labill. nov. Caled. t. 47 — 
Nova Caledonia (Labill.) 

1303. Psychotria speciosa Forst, prodr. n. 89. Cephae- 
lis speciosa Spreng, syst. I. 749 Taiti archipelagi So- 
cietatis. (Forst.) 

1304. Cephaelis fragrans Hook, ad Beechey p. 64. 
t. 13. _ Elizabeth-Island. (Lay et Collie.) 

1305. Geophila reniformis Cham, et Schlecht, in Lin- 
naea IV 137. Hook, ad Beechey p. 66. Psychotria herba- 

cea Forst, prodr. n. 90. Insulae Societatis. (Lay et 

Collie.) Taiti. (Forst.)— Guam e Mari an nis. (Cham.) 

g. Spermacoccae. 
1306 Diodia rigida Cham, et Schlecht in Linnaea 
III. 341. Hook, ad Beechey p.[66. _ Insulae Societa- 
tis. (Lay et Collie.) 

1307. Mitracarpum torresianum Cham, et Schlecht. 
in Linnaea III. 363. t. 3. f. 2. _ Guam e Mariannis. 
(Cham. Less ) 

1308. ? Mitracarpum hirtum DC. prodr. IV. 573. Hook. 
ad Beechey 66 _ Insulae Societatis. (Lay et Collie.) 

1309. Wiegmannia glauca Meycn Reise IL 139. — In- 
sulae Sandwicenses. (Meyen.) 

h. Anthospermeae, 

1310. Coprosma foetidissima Forst, prodr. n. 138. A. 
Rieh. Fl. nov. Zeel.p. 261. _Nova Zeelandia, Queen 
Charlottes Sound. (Forst.) 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



1311. Coprosma lucida Forst, prodr. «. 137. A. Rieh. 
Fl. nov. Zeel. p. 262. Endl. prodr. Fl. Norf. n. 116. _ 

Nova Zeelandia. (Forst.) Insula Norfolk. (Ferd. 

Bauer.) 

1312. Coprosma pilosa Endl. prodr. Fl. Norf. n. 117. 
Insula N orfolk. (Ferd. Bauer) 

1313. Coprosma repens A. Rieh, Fl, nov. Zeel. p. 264. 

Coprosma pusilla Soland. ex Forst, prodr. n. 513. Nova 

Zeelandia. (Soland. d'Urv. et Lesson.) 

i. Stellatae. 

1314. Galium umbrosum Soland. ex Forst, prodr. n. 
500. _ Nova Zeelandia. (Soland.) 

k. Rubiaceae d u b i a e. 

1315. Rondeletioides Soland ex Forst, prodr. «.511. 
Insulac S oc i e t a t i s. (Soland.) 

XCII. OLEINAE. 

1316. Olea apetala Vabl symb. III. 3. Nova Zee- 
landia. (Sparrm.) Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

XCIII. JASMINEAE. 

1317. Jasminum simplicifolium Forst, prodr. n. 7. 

Insulae Amicorum. (Forst.) 

1318. Jasminum didymum Forst, prodr. n. 8. J. azori- 

ctini, Hook, et Beechey non Linn. Insiilae Societa- 

tis. (Forst. Lay et Collie.) 

1319. Jasminum gracile Andr. Bot. Reposit. t. 157. J. 

geniculatum Vent. choix t. 8. Insula Norfolk. (Ferd. 

Bauer.) 

1320. Jasminum divaricatum Labill. nov. Caled. t. 27. 
Nova Caledonia. (Forst. Labill.) 

XCIV. LORANTHACEAE. 

1321. Viscum moniliforme Blum. Bydr. 667. Viscum 

opuntioides Forst, prodr. n. 369. Insulae Societa- 

t i s (Forst. Lay et Coli.) O wahou Sandwicensium. 

(Cham.) 

1322. Viscum distichum Endl. prodr. Fl. Norf. n. 118. 
_ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

1323. Tupeia antarctica Cham, in Linnaea II. 203. 
Viscum antaretieum Forst, prodr. «.370. A. Rieh. Fl. nov. 
Zeel. p. 269. _Nova Zeelandia. (Forst.) Hävre de 
l'Astrolabe. (d'Urv.) 

1324. LORANTHUS TETRAFETALUS Linn. f. Sllppl . 211. 

Forst, prodr. n. 156. Schult, syst. VII. 96. A. Rieh. Fl. 

nov. Zeel. 268. Nova Zeelandia, Queen Charlottes 

Sound. (Forst.) 

1325. LORANTHUS FOR8TERIANUS Schult. Syst. VII 114. 

L. Stelis Forst, prodr. «.[157. Insulae Societatijs. 

(Forst.) 

XCV. UMBELLIFERAE. 

1326. Hydrocotyle heteromeria A. Rieh, monogr. 
60. H. flaccida R. Brown msc. iNova Zeelandia. 

(Banks.) 

1327. Hydrocotyle compacta A. Rieh, monogr. 61. II. 
capitellata Banks et Soland. msc. H. Novae Zeclandiae 
DC. Nova Zeelandia. (Banks, d'Urv. et Lesson.) 

1328. Hydrocotyle moschata Forst, prodr. n. 135. A. 



t. 60. /. 24. _ Nova 



177 

Z c e 1 a n di a. 



Rieh, monogr 
(Forst.) 

1329. Hydrocotyle interrupta Mühlcnb. cat. p. 10. 

DC. prodr. IV. 59. Insulae Sandwiccnses. (Lay 

et Collie , Meyen.) Radack Micronesiae. (Cham . > 

1330. Eryngium aquaticum Linn. DC. prodr. IV. 95. 
Insulae Societatis. (Lay et Collie.) 

1331. Peucedanum geniculatum Forst, prodr. n. 136. 
A.Rich. Fl nov. Zeel. «.305. Bowlesia geniculata Spreng. 
sp. umbell. t.5. f. 11. Nova Zeelandia. (Forst.) 

1332. Ligusticum aciphylla Spreng, in Rom. et Schult, 
syst. VI. 554. A. Rieh. Fl. nov. Zeel. «. 306. Laserpitium 
Aciphylla Forst, prodr. «. 139. Aciphylla squarrosa Forst. 

char. gen. 68. Nova Zeelandia, Queen Charlot- 

tes Sound. (Forst.) 

1333. Ligusticum gingidium Forst, prodr. n. 140. DC. 
prodr. IV. 159. A. Rieh. Fl. nov. Zeel. n. 307. Gingidium 
montanum Forst, char. gen. 21. Nova Zeelan- 
dia, Queen Charlottes Sound. (Forst.) 

1334. Apium graveolens Linn. Forst, prodr. n. 141. 

Nova Zeelandia. (Forst-) An introdueta ? 

1335. Petroselinum prostratum DC. prodr. IV. 102. 

Apium prostratum Labill. nov. Holl. t. 103. In Nova 

Zeelandiae rupibus graniticis, loco havre de l'Astro- 
labe. (Lesson.) Rauorou. 

1336. Petroselinum filiforme A. Rieh. Fl. nov. Zeel. 

«. 310. In humidis Novae Zeelandiae, .locis de- 

troit de Cook, et havre de l'Astrolabe. (Lesson.) 

XCVI. ARALIACEAE. 

1337. Panax simplex Forst, prodr. n. 399. A. Rieh. 

Flor. nov. Zeel. t. 31. Nova Zeelandia ad Dusky 

Bay. (Forst.) 

1338. Panax arboreum Forst, prodr. n. 398. A. Rieh. 
Fl. nov. Zeel. p. 281. _ Nova Zeelandia, Dusky 
Ray. (Forst.) Baie Tasman. (d'Urv.) Jpp.n.IIl.tab. KV. 

1339. Panax? lessonii DC. prodr. IV. 252. Cussonia 

Lessonii A. Rieh. Fl. nov. Zeel. f. 32. NovaZeela n- 

dia, Baie Bream. (Lesson.) Quaow-ouaow. 

1340. Panax? gaudichaudii DC. prodr. IV. 253. Aralia 

trigyna Gaudich. ad Freyc. t. 98. Insulac Sand w i- 

c e n s e s. (Gaudich. Lay et Coli.) 

1341. Panax? ovatum Hook, et Arn ad Beech. p. > s '* 
Insulac Sandwiccnses. (Lay et Coli.) 

1342. Panax? platyphyllum Hook, et Arn. ad Beech. 
p. 84. Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

1343. Polyscias pinnata Forst, char. gen. 63 t. 32. 
Lam. dict. V. 559. DC. prodr. IV. 257. P. umbellata 
Spreng. Nova Zeelandia. (Forst.) 

1344. Aralia schefflerv Spreng, pug. I. 28. A. Rieh. 
Fl. nov. Zeel. n. 283. Schcfflera digitata Forst, char. gen. 

f. 23 Nova Zeelandia, Dusky Bay. (Forst.) Bävre 

de TAstrolabc. {d'Urv.) 

1345. Botryodendrum latifoliim Endl. prodr. Flor. 
Norf. n. 119. ? Aralia macrophylia Cunningh. ex Loud. 

hört. brit. suppl. I, p. 581. Insula Norfolk. (Ferd. 

Bauer.) '■ 

27 



178 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



1346. Botryodendritm angustifolium Endl. prodr. Fl. 
Norf. n. 1*20. Insula N orf o lk. (Ferd. Bauer.) 

XCVII. MEN1SPERMEAE. 

1347. Coccirurs forsteri DC. syst. I. 517. Menispcr- 

lmim japonicum Forst, prodr, n. 378. Insulae Socie- 

i atis. {Forst.) 

1348. Cocctlus ferrandiants Gauclich. ad Freyc. 477. 
t- 101. Insulae Sandwicenscs. (Gaudich. Mcyen.) 

XCVIH. DILLENIACEAE. 
1849. Tktracera eiryandra Vahl symb. III. 71. Eu- 
ryandra scandens Forst, gen. t, 41. prodr. n. 288. Lam. 
t. 482. _ Nova Zeelandia. (Forst. Labi/l.) 
XCIX. DRIMYDEAE. 
1350. Drimys axillaris Forst, gen. t. 42. Nov. act. 
upsal, III. 182. Lam. t. 494. _ No va e Zcelandiae 
nemora. (Forst.) 

C. ANONACEAE. 

1851. Unona fülgens Labill. Nov. Caled. t. 57. U. ni- 
tidissima Dunal anon. 109. t. 23. _ N o v a Caledonia, 
(Labill.) 

CI. BANUNCULACEAE. 

1352. Clematis hexasepala DC. syst. I- 146. Linn. f. 
suppl. 271. Forst, prodr. n, 230. C. Forsteri Gmel. syst. 

873- Nova Zeelandia, Queen Charlottes Sound. 

(Forst.) 

1353. Clematis indivisa Willd. sp. II. 1291. DC. syst. 
1. 148. C. integrifolia Forst, prodr. n. 231. non Linn. C. 

paniculata Gmel. syst. 873. non Thunb. Nova Z e e- 

1 an d i a. (Forst.) 

1354. Ranukci'ii's rivularis Banks et Soland. exDC. 

syst. I. 270. Nova Zeelandia, prope Totaramou. 

(Banks et Soland.) 

1355. Ranunculus acaulis Banks et Soland. ex DC. 

syst. I. 270. Nova Zeelandia, prope Opuragi. 

(Banks et Soland.) 

1356. Ranvncijlus hirtus Banks et Soland. ex DC. 

syst. I. 289. Nova Zeelandia prope Tigada ; To- 

loga ; Opuragi ; Totaramou. (Banks ei Soland.) 

1357. Ranunculus acris ß. sylvaticus DC. syst. I. 277. 

A. Rick Fl. nov. Zeel. 289 Bay des lies, Novae 

Zeelandiae. (Lesson et d'Urv.) Poukoupoukow s. 

Poukookoo. 

CIL PAPAVERACEAE. 

1358. Argemone mexicana Linn. spec. 727. Insulae 

Sandw icenses. (Cham. Lay et Coli.) 

CHI. POLYGALEAE. 

1359. Soulamea amara Lam. dict. I. 449. Rex Amaro- 
ris Rumph Amb. IL 129. t. 41. _ Insula Roman z off. 
(Cham.) Vid. App. Nr. IV. Tab. XVI. 

CIV. CRUCIFERAE. 

1360. NASTi'RTiriw sylvestre R. Brown, bort. kew. 

ed 2. IV. 110. Sisymbrium sylvcstre Linn. spec. 916. 

Nova Zeelandia, passe de Francis (Less et d'Urv.) 
_ Cbiqui. 



1361. Card amine debilis Banks msc. ex DC. syst. II. 
265, Sisymbrium heterophyllum Forst, prodr. n. 250. _ 
Nova Zeelandia. (Forst.) 

1362. Cardamine sarmentosa Forst, prodr. n. 529. DC. 
syst. 11.265, _ Archipelagus Societatis. (Lay et Coli.) 
Teautea. (Forst.) 

1363. Lkpidium (»leraceum Forst, prodr. n. 248. pl. 
esc. 38. DC. syst. II. 5^7. A. Rieh. Flor. nov. Zeel. p. 310. 
(.35. _Nova Zeelandia, Queen Charlottes Sound. 
(Forst.) IIävre de l'Astrolabe. (Less. et d'Urv ) Eketara. 

1364. Lepidii-m piscidifm Forst, prodr. n. 249. L. bi- 
dentatum Moniin Act. nat. Cur. VI. 324. t. 5. _ Archi- 
pelagus S o e i e t a t i s. (Banks et Sol. Forst. Lay et Coli.) 

1365. Lepidiijm owaihiense Cham, et Schlecht, in 
Linnaea 1. 32 — Archipelagus S a nd wi c e nsi s. (Cham. 
Lay et Coli. Meyen.) 

Obscrv. Brassica sativa et Raphanus sati- 
v u s a Nautis introduetae, parce per Novam Zeelan- 
dia m vegetant. 

CV. CAPPARIDEAE. 

1366. Gynandropsis pentaphylla DC. prodr. I. 238. 
Cleome pentaphylla L. BoVMag. I. 1681. _ Insulae So- 
cietatis. (Lay et Collie.) 

1367. Cleome spinosa Linn. spec. 939 Insulae Sand- 
wicenscs. (Lay et Coli.) 

1368. Polanisia viscosa DC. prodr. I. 242. Cleome 
viscosa Linn. spec. 938 Guam e Mariannis. (Less.) 

1369. Crataeva religiosa Forst, prodr. n. 203. PI. 
esc. 14. _ Insulae Societatis. (Forst. Lay et Collie.) 
Tikopia. (Less.) 

1370. Capparis mariana Jacq. bort. Schönbr. 1. 109 

Insulae Marianna e. 

1371. Capparis sandwich-jana DC. prodr. 7.245 In- 
sulae Societatis. (Lay et Collie.) Insulae Sand- 

wicenses. (Menz.) 

1372. Busbeckia NOBitis Endl. prodr. Fl. Norf. n. 121. 
Insula Nori'folk. (Ferd. Bauer,) 

CVI. SAMYDEAE. 

1373. Casearia ? imupnctata Hook, et Arn. ad Beech- 
p. 61. Insulae Societatis. (Lay et Coli.) 

1374. * Casearia meeis taurum DC. prodr. II 51. Me- 
listaurum distichum Forst, char. gen. t. 72. prodr. n. 570. 

Samyda polyandra Willd. spec. II 626. Nova C a 1 e- 

ni a. (Forst) 

CVII. PASSIFLOREAE. 

1375. Passiflora tetrandra Banks ex DC. prodr. III. 

323. Mein. soc. Gen. I. 2.435 Nova Zeelandia. 

(Banks et Sol.) 

1376. Disemma adiantifolia DC prodr. III. 333. Pas- 
siflora aurantia Andr. Bot. Rep. t. 295. non Forst. P. 
Adiantum Willd. enum. P. glabraWendl. collect. I. t. 17. 

P. adiantifolia Rer Bot Reg. (.233 Insula N orf o lk. 

(1792 in Angliam introduet.) 

1377- Disemma baveriana Endl. prodr. Flor. Norf. 
n. 123. Murucuja Baueri Lindl. collect, t. 36. _ Insula. 
Norfolk. (Ferd. Bauer. ) 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



179 



1378. Disemma aurantia Labill. nov. Caled. t. 79. 
Passiflora aurantia Forst, prodr. n. 426. Cav. diss. X. 457. 

Murucuja aurantia Pers. euch. II, 222. Nova C a 1 e- 

d o n i a. (Forst. Labill.) 

CVIII. CUCURBITACEAE. 

1379. Lagenaria vulgaris Ser. in DC. prodr. III. 299. 
Cucurbita Lagenaria Linn. spec. 1434 Insulae tropi- 
ca e. (Forst, elc.) Insula P as c h a t is. (Forst.) 

1380. Cucumis melo Linn. spec. 1436. Insulae Sand- 

wicenses. (.^ a .T e t Coli.) 

1381. Cucumis sativus Linn.*/;ec. 1437 Insulae So- 

cictatis. (Lay et Coli.) 

1382. Cucumis citrullus Scr. in DC. prodr. III. 301. 

Cucurbita citrullus Linn. spec. 1435. Insulae Sand- 

wicenscs. (Lay et Coli.) 

1383. Cucurbita pruriens Sol. ex Forst, prodr. n. 554. 
Insulae Societatis. (Forst.) 

1384. Cucurbita aspera Sol. ex Font, prodr. n. 555. 
Insulae Societatis. (Forst ) 

1385. Cucurbita multiflora Sol. ex Forst, prodr. n. 
556. Insulae Societatis. (Forst.) 

1386. Zehneria baueriana Endl. prodr. Flor. Norf. 
n. 126. _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

1387. Bryonia affinis Endl. prodr. Flor. Norf. n. 125. 
Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

1388. Sicyos australis Endl. prodr. Flor. Norf. n, 
124.? S. angulata Forst, prodr. n. 363. Insula Nor- 
folk. (Ferd. Bauer.) Nova Zcelandia. (Forst.) 

1389. Sicyos pachycarpus Hook, et Arn. ad Beech. p. 
83. Owahou Sandwicensiuin. (Lay et Coli.) 

CIX. PAPATACEAE. 

1390. Carica papaya Linn. spec. 1466. Tongatabou 

arcliipelagi Ami cor um. (Less. et d'Urv.) 

CX. FLACOURTIANEAE. 

1391. Melicytus ramiflorus Forst, char. gen. 62. 
prodr. n. 371. Lam. illustr. t. 812. A. Rieh. Flor. Nov. 

Zeel. p. 313. Nova Zcelandia. (Forst.) llävre de 

l'Astrolabe. (Less. et d^Urv.) Mahoe. 

CXI. MARCGRAVIACEAE. 

1392. Antholoma montanum Labill. voy. t. 41, Nov. 
IIoll. IL 121. _ Nova Caledonia. (Labill.) 

CXII. VIOLARIEAE. 

1393. Hymenanthera latifolia Endl. prodr. Flor. 
Norf. n. 127. _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

CXIII. HYPEBICINEAE. 

1394. Hypericum gramineum Forst, prodr. n. 281. La- 
bill. Nov. Caled. t. 53. _ N o v a C al ed o n ia. (Labill.) 
Insula Botanices. (Forst.) 

CXIV. GÜTTIFERAE. 

1395. * Clusia pedicellata Forst, prodr. n. 390. 

Nova Caledonia. (Forst. ) 

1396. * Clusia sessilis Forst, prodr. n. 391. Tonga- 
tabou archipelagi Ami cor um. (Forst.) 

1397. Calophyllum inophyllum Linn. spec. 732. 



Nova Caledonia. (Forst.) Insulae Societatis. 

(Lay et Coli.) Guam e Mariannis. (Less.) 

CV. PHYTOLACCACEAE. 

1398. Prytolacca sandwicensis * PIi. abyssiuica Hook. 
et Arn. ad Beech. p. 94. (Lay et Coli. Meyen.) 

CXVI. SCLERANTHACEAE. 

1399. Mniarum biflorum Forst, char. gen. 1. t. i. 

prodr. n. 6 Ditoca muscosa Gärtn. t. 126. Nova 

Zeelandia. (Forst.) Harre de l'Astrolabe, Passe des 
Francais. (Less. et d'Urv.) Nacreore. 

CXVII. PORTULACACEAE. 

1400. Trianthema polyandra Blum. Bijdr. 1137. 

Tongatabou archipelagi Amicorum, (Less.) 

1401. PORTULACA OLEltACEA SYLVESTRIS Linil. SpCC. 638. 

P. lutea Forst, prodr. n. 520. Insulae Societatis. 

(Forst. Lay et Coli.) Insula Romanzoff. (Cham.) 

1402. Portulaca quadrifida Linn. niaiit. 78. T i- 

k op i a. (Less.) 

1403. Portulaca villosa Cham, in Linnaea VI. 565. 
Owahou Sandwicensi um. (Cham.) 

1404. Portulaca fruticosa Cham, in Linnaea Z 7 /. 5(>.~> 
Owahou Sandwicensiuin. (Cham.) 

1405. Talinum patens Willd. spec. II. 863. var. <x. DC. 
prodr, III. 357. Insulae Societatis. (Lay et Coli.) 

CXVIII. ALSINEAE. 

1406. Arenaria media Linn. spec. 606. A. Rieh. Flor. 
Nov. Zeel. p. 815. A. marina Smith FLbritA80. A. mar- 
ginata DC. Ic. pl. gall. t. 48. A. glandulosa Jacq. hört. 

Schönbr. III. f. 355. Novae Zeelandiae rupes ad 

havre de l'Astrolabe. (Less. et d'Urv.) Notenoho. 

1407. Alsinb media Linn. Lam. illust. £.214. Stellaria 

media Smith E. B. t, 537. Nova Zeclandia. (Less. 

et d'Urv.) Kaikaka. 

1408. Schiedea ligustrina Cham, et Schlecht, in Lin- 
naea I. 46. Fenzl in Endl. Atakt. p. 14. t. 14. _ Owahou 
archipelagi Sandwicensis. (Cham.) 

CXIX. AIZOIDEAE. 

1409. Sesuvium portulacastrum Linn. spec. 446. 

Tongatabou archipelagi Amicorum. (Forst.) Insulae 

Societatis et Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

1410. Tetragonia expansa Sol. ex AU. hört, kew II 
178. DC. pl. gr. t. 114. T. cornuta Gärtn. t. 197. T. hau 

mifolia Forst, prodr. n. 223. pl. esc. p. 67. RT<n a /. e c- 

1 a n d i a. (Banks et Sol. Forst.) Insula A o r fo 1 k. (Forst. 

Ferd. Bauer.) Insulae Amicorum. (Forst.) Var. 

ß. str on gyl oc arpa Endl. prodr. Flor. Norf. n. 130. 
Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

14-11. Mesembryantukmim vi -stimm-. Sol. ex Forst, 
prodr. n. 523. AU. hört. kew. II. 187. _ No va Z c e I a n 
dia. (Banks et Sol. Forst.) _ Insula Norfo 1 k. (Forst.) 
CXX. CRASSULACEAE. 

1412. Tillaea verticillaris DC. prodr. HL 382. T. 

muscosa borst, prodr. n. 61. non Linn, N o va /, ee- 

lan d ia. (Frorst-) 



180 ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 

CXXI. SAXIFRAGACEAE. 
a. Cunoniaceae. 
1418. Codia montana Forst, char, gen. 30. prod 



n. 175. Labill. Nov. Calcd. t. 46. _ Nova Caledonia. 
(Forst. Labill.) 

1414. Leiospermum racemosum Don in Edinb. philos. 
Journ. 1830. //. 84. Weinmannia racemosa Forst, prodr. 

n. 173 Nova Zeclandia. (Forst.) Havre de l'Astro- 

labe. (Less.) 

1415. Leiospermum parviflorum Don in Edinb. phi- 
los. Journ. 1830. II. 84. "Weinmannia parviflora Forst. 
prodr. n. 17i. Taiti archipelagi S o c ie t at i s. (Forst.) 

b. Geissoideae. 

1416. Geissois racemosa Labill. JSov. Caled. t. 50. 

Nova Caledonia. (Labill.) 

c. H y dr an g e a e. 

1417. Broussaisia arguta Gaudich. ad Freyc. p. 479. 
t. 69. Insulae Sandwicenses. (Gaudich.) 

CXXII. HALORAGEAE. 

1418. Haloragis prostrata Forst, gen. t. 31. prodr. 

n. 179. Herit. stirp. I. p. 82. Insula Botanices et Pino- 

rura prope Novam Caledoniam. (Forst.) 

1419. Haloragis alata Jacq. Miscell. austr. II. 332. 
Ic. rar. t. 26. Forst, prodr. n. 180. H. Tetragonia Herit. 
stirp. I. p. 82. H. Cercodia Ait. hört. kew. II. 37. Cer- 
codia ereeta Murr. Comment. Gott. III, 1780. p. 3. t. 1. 

Nova Zeelandia. (Forst.) Bai des lies» (Less. et 

d'Urv.) Ti-Toatva. 

CXXHI. LYTHRARIEAE. 

1420. Ammannia octandra Linn. f. suppl. 127. Boxb, 
cororn. t. 133. Guam e Mariannis. (Less.) 

1421. Lythrum maritimum Runth in Humb. et Bonpl. 

nov. gen. et sp. VI. 193. Insulae S a n dw i c en s e s. 

(Lay et Coli. Meyen.) 

1422. Cuphea parsonsia R.Brown. Lythrum Parsonsia 
Linn. spec. 641. Insulae Societatis. (Lay et Coli.) 

1423. Pemphis acidula Forst, gen. t. 34. Lythrum Pem- 
pliis Linn.y. suppl. 249. Mangium porcellanicum Bumph. 

amb. III. t. 84. Insula Teautea et Bomanzoff 

Polynesiae orientalis. (Forst. Cham.) Guam eMarian- 

n i s. (Less-) 

CXXIV. ONAGBARIAE. 

1424. Fuchsia excorticata Linn. fil. suppl. 217. Bot. 
Reg. t, 857. Skinnera excorticata Forst, char. gen. t. 29. 
prodr. 163. A. Bich. Flor. Nov. Zeel. p. 331. _ Nova 
Zeclandia. (Forst.) 

1425. Epilobium microphyllum A. Bich. Flor. Nov. 
Zeel. p. 325. £.36. _ Nova Zeelandia, hävre de 
l'Astrolabe. (d'Urv.) Popa. 

1426. Epilobium rotundifolium Forst, prodr. n. 161. 
A. Bich. Flor. Nov. Zeel. p. 326. _ Nova Zeelandia, 
Queen Charlottes Sound. (Forst.) 

1427. Epilobium glabellum Forst, prodr. n. 160. A. 
Bich. Flor. Nov. Zeel. p. 328. _ Nova Zeelandia. 



(Forst.) Detroit de Cook; hävre de l'Astrolabe. (Lew. et 
d'Urv.) Matipourctgui. 

1428. Epilobium pubens A. Rieh. Flor, Nov, Zeel. p. 

329. Nova Zeclandia, detroit de Cook, hävre de 

l'Astrolabe. (Less. et d'Urv.) Katapouragui. 

1429. * Epilobium junceum Sol. ex Forst, prodr. n. 
516. Nova Zeelandia. (Banks et Sol.) 

1430. Jussiaea angustifolia Lam. dict.III. 331. J. 280. 
f. 3. Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli, Meyen.) 

CXXV. RHIZOPHOREAE. 

1431. Rhizophora mangle Linn, spec. 634. Forst, prodr. 
n. 202. Insulae Societatis, Amicorum, Nova- 
rum Hebridum, Nova Caledonia. (Forst.) V a- 

n i k o r o. ( Less.) 

1432. Brugviera gymnorhiza Lam. dict. t, 397. Bhizo- 
phora gymnorhiza Linn. spec. 634. Namouka archipe- 
lagi Amicorum. (Forst.) Guam e Mariannis. 

(Less.) 

CXXVI. COMBBETACEAE. 

1433. Terminalia catappa Linn. mant. 519. Tanna 

Novarum Hebridum, (Forst.) 

1434. Terminalia moluccana Lam. dict. I. 349. 

Guam e Maria nn i s. (Haenk.) 

1435. Terminalia glabrata Forst, prodr. n. 389. pl. 
esc. p. 20. Spreng, antia. bot. t. 2. Insulae Amico- 
rum et Societatis. (Forst.) 

1436. Laguncularia haenkei *Lumnitzera pedicellata 

Presl reliq. Haenk. II. 23. Guam e Mariannis. 

(Haenk.) 

1437. Laguncularia purpurea Gaudich. ad Freyc. 481. 
t. 104. Guam e Mariannis. (Gaudich. Less.) 

CXXVII. MELASTOMACEAE. 

1438. Melastoma denticulatum Labill. Nov, Caled. 
t. 64, _ Nova Caledonia. (Labill.) 

1439. Melastoma taitense DC. prodr. III. 144. 

Insulae S o cie t a ti s, (Lay et Coli.) 

1440. Melastoma malabathrum Linn, spec. 559. 

Insulae Societatis. (Forst.) 

1441. Conostegia glabra Don in Mein. Wem. Soc. 
IV. 316. Melastoma glabrum Forst, prodr. n. 194. In- 
sulae Societatis. (Forst.) 

1442. Medinilla rosea Gaudich. ad Freyc. p, 484. 
t. 106 Insulae Mariannae. (Gaudich.) 

CXXVIII. MTRTACEAE. 
14^3. Metrosideros diffusa Smith in Linn. Trans- 
act. III. 268. A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. n. 351. Melaleuca 
diffusa Forst, prodr, «.213. Melaleuca lucida Linn. f. 

suppl. 342. Nova Zeelandia. (Forst. Menz.) 

Taiti archipelagi Societatis. (Nelson. Lay et Coli.) 

1444. Metrosideros villosa Smith l. c. M. speetabi- 
lis Soland. msc. Melaleuca villosa Linn. f. suppl. 342. 
Melaleuca aestuans Forst, prodr, n. 215. ?Leptosper- 

mum collinum Forst, char. gen. 36. Taiti archipelagi 

Soci et a tis. (Forst. Menz. Lay et Coli.) 

1445. Metrosideros obovata Hook, et Arn. adBcecft, 
p. 63. t. 12. _ Insula Gambier. (Lay et Coli.) 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



181 



1446. Metrosideros lucida A Rieh. Flor, Nov. Zeel. 

n. 353. Melaleuca lucida Forst, prodr. n. 216. Nova 

Zeelandia. (Forst.) 

1447. Metrosideros umbellata Cav. ic. IV. 20. £.338. 
M. lucida Menz, Nova Zeelandia. (Menz.) 

1448. Metrosideros Florida Smith in Linn. Tr ansäet. 
III. 268. A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. n. 352. Melaleuca 
florida Forst, prodr. n. 114. Leptospermum scandens 
Forst, char. gen. 36. Nova Zeelandia. (Forst.) 

1449. Metrosideros perforata A. Rieh. Flor, Nov. 
Zeel. n. 354. Melaleuca perforata Forst, prodr. n. 212. 

Leptospermum perforatum Forst, char. gen. 36 Nova 

Zeelandia. (Forst.) Havre de l'Astrolabe. (d'Urv.) 

1450. Metrosideros tomentosa A. Rieh. Flor. Nov. 

Zeel. n. 355. t. 37. Nova Zeelandia Bai ides lies. 

(Less. et d'Urv.) Poutu-Kaoma. 

1451. Metrosideros opekculata Labill. Nov. Caled. 
t. 60. Nova Caledonia. (Labill.) 

1452. Metrosideros polymorpha Gaudich. ad Freyc. 

t. 85. Hook, et Arn. ad Beech. p. 82. Insulae Sand- 

wicenses. (Menz, Gaudich. Lay et Coli. Meyen.) 

1453. Metrosideros macropus Hook. etArn. ad Beech. 

p. 83. Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli. Ma- 

crae.) 

1454. Metrosideros ciliata Smith l. c. Labill. Nov. 
Caled. I. 59. Melaleuca ciliata Forst, prodr. n. 217. Lep- 
tospermum ciliatum Forst, char. gen. 36. Nova Ca- 
ledonia. (Forst. Labill.) 

1455. Leptospermum scoparium Forst, char. gen. 36. 
A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. n. 356, Melaleuca scoparia 
Forst, pl. esc. p. 53. prodr. n. 210. Nova Zeelan- 
dia, havre de l'Astrolabe, Bai des lies. (Forst. Lcss. 
et d'Urv.) Kai-Katoa. 

1456. Leptospermum ericoides A. Rieh. Flor. Nov. 
Zeel. n. 357. Nova Zeelandia, hävre de l'Astro- 
labe. (Less. et d^Urv) Manouca. 

1457. Melaleuca viridiflora Gärtn. /. 173. t. 35. M. 
Leucadendron angustifolia Linn. M. Leucadendron lati- 
folia Forst, prodr. «.218 NovaCaledonia. (Forst.) 

1458. Baekea parvula DC. prodr. III. 229. Leptos- 
permum parvulum Labill, Nov. Caled. t. 61. Nova 

Caledonia. (Labill.) 

1459. Baekea virgata Andr. Bot. Repos. t. 598. Bot. 
Mag. t. 2127. Leptospermum virgatum Forst, char. gen. 

36. Melaleuca virgata Forst, prodr. n, 211. Nova 

C al edonia. (Forst.) 

1460. Baekea pinifolia DC. prodr. 229. Leptosper- 
mum pinifolium Labill, Nov. Caled. t. 62. Nova Ca- 
led o n i a. (Labill.) 

1461. Callistemon ellipticum Cunningh. ex Bot. Reg. 
n. 1756. — Nova Zeelandia borealis. (Cunningh.) 

1462. Nelitris jambosella Gärtn. I. 134. t. 27. Psi- 
dium decaspermum Linn. f. Forst, prodr. n. 219. Decas- 
permum fruticosum Forst, char. gen. 37. _ Insulae S o- 
cietatis. (Forst.) _ Nova C a 1 e d o n i a. (Labill.) 

1463. Caryophyllus ellipticus Labill. Nov. Caled. 
t- 63. _ Nova Caledonia. (Labill.) 



1464. Psidium pomiferum Linn. spec. 672. Guam e 

M a r i a n n i s. (Less.) 

1465. Jossinia cotinifolia DC. prodr. III. 238. In- 
sulae Societatis. (Lay et Coli.) 

1466. Jambosa malaccensis DC. prodr. III. 286. Eu- 

genia malaccensis Linn. Forst, prodr. n. 220. I n t e r 

t ropic o s passim eul t a. (Forst. I. c.) Insulae Sand- 
wicenses. (Lay et Coli. Meyen.) 

1467. Barringtonia speciosa Linn. J. suppl. 312. IJ. 

Butonica Forst, char. gen. 37. Insulae Societatis 

et Ami cor um. (Forst.) Tikopia et Vanikoro. 

(Less.) Guam e Mariannis. (Less.) 

1468. Barringtoma racemosa Gaudich. ad Freyc. 483. 
t. 107. Insulae Maria n na e. (Gaudich.) 

1469. * Eugenia paniculata Forst, prodr. n. 522. 

Tongatabou archipelagi Amicorum. (Forst.) 

1470. * Eugenia racemosa Forst, prodr. n. 221. 

Nova Caledonia. (Forst.) Vix ad Barringtoniam 

racemosam pertinet. 

1471. * Crossostvlis biflora Forst, char. gen. t. 44. 
prodr. n. 266. Insulae Societatis. (Forst.) 

CXXIX. TILIACEAE. 

1472. Grewia mallococca Linn. f. suppl. 409. Forst. 
prodr. n. 327. Mallococca crenata Forst, char. gen. t. 39. 

Archipelagus Amicorum. (Forst.) Babao. (Nee.) 

Insulao Societatis. (Forst. Lay et Coli.) 

1473. Grewia tiliaefolia A. Rieh. sert. Astrolab. />. 
IX. Tongatabou archipelagi Amicorum. (Less.) 

1474. Triumfetta procumbens Forst, prodr. n. 20t 

Insulae Societatis. (Forst. Lay et Co'l.) Radack Mi- 

cronesiae. (Cham.) 

1475. Triumfetta fabraeana Gaudich. ad Freyc 47X. 
t. 102. Insulae Marianna e, (Gaudich.) 

1476. Corciiorus torresianus Gaudich. ad Freyc. 47ü. 
Rota e Mariannis. (Gaudich.) 

1477. Entelaea arborescens R. Brown in Bot. Mag. 
t. 2480. Apeiba australis A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. t. 34. 

Nova Zeelandia, prope Tigada, Tologa, Opuragi 

et Matouaro. (Banks et Sol.) 

1478. Microsemma salicifolia Labill. Nov. Caled, t. 
58. Nova Caledonia. (Labill.) 

CXXX. ELAEOCARPEAE. 

1479. Elaeocarpus bifidis Hook et Arn. ad Beech. 
p. 110. t. 24. Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

1480. Dicera vEtiTATA.Forsl.char. gen. t. iO./.l. prodr. 
n. 226. A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. p. 303. _ Nova Zee- 
landia. (Forst.) 

1481. Dicera serrata Forst, char. gen. t. 40. f. 2. 
prodr. n. 227. A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. p. 304. _ N o v a 
Zeelandia. (Forst.) 

CXXXI. STERCULIACEAE. 

1482. Sterculia balanghas Linn. spec 1438. Forst. 
prodr. n. 258. Tanna Novarum 11 ebrid um. (Forst.) 

1483. Sterculia foetida Linn. spec. 1431. Forst, prodr. 
n. 359. _ Tanna Novarum H ebridum. (Forst.) 

28 



182 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



Ü84. Ungeria floribunda Schott et Endl. Melet.bot. 
p. 27. t. 4. _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

1485. Heritiera littoralis Ait. /iort. kew. II. 546. 
Balanoptcris Tothila Gärtn. II, t. 99. _ Guam e M a- 
r i annis. (Less.) 

Ü8G. Plagianthus divaricatus Forst, chcir. gen.t.iS. 
A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. p. 299. Hook, in Bot. Mag. t, 
3271. Nova Zcelantlia. (Forst. Cunningh.) 

CXXXII. BYTTNERIACEAE. 

1487. Commersonia echinata Forst, char. gen. 43. t. 22. 

prodr. «.144 InsulaeS oc i et &ti s. (Forst. Lay et Coli.) 

Amicoru m. (Forst.) Nova Cale donia.(Fo7\s£.) 

1488. WaiiTübria americana ß. indica Linn. spec. 941. 

Insulae Socictatis. (Forst. Lay et Coli.) Insulae 

Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

1489. Waltheria elliptica Cav. diss. VI. p. 316. t. 
171. f. 2. Guam e Mariannis, (Less.) 

1490. Waltheria lophanthus Forst, prodr. n. 252. 

Lophantbus tomentosus Forst, char. gen. 14. Insulae 

Marclii o n i s. (Forst. ) 

1491. Riedleia odorata DC. prodr. I 491. Melochia 
odorata Forst, prodr. n. 253. AVisenia indica Gmel. syst. 
515. Tanna et Eaoa Novarum Hebridum. (Forst.) 

Ü92. Melochia hispida Hook, et Arn. ad Beech.p, 60. 
Insulae S ocietatis. (Lay et Coli.) 

CXXXIII. MALVACEAE. 

1493. Malva rotundifolia Linn. spec. 969. M. pusilla 
Smiths. B. t. 241. _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.)—. 
Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

1494. Urena lobata Linn. spec. 974. Bot.Mag.t.SObS. 

Insulae tropicis inclusae. (Forst.) T i k o p i a. 

(Less.) Insulae Socictatis. (Lay et Coli.) 

1495. Hibiscus boryanus DC. prodr. I. 446. Insulae 

Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

1496. Hibiscus youngianus Gaudicli. ad Freyc. p. 91. 

Hook, ad Beech. p. 79. Insulae Sandwicenses. 

(Gaudich. Lay et Coli.) 

1497. Hibiscus manihot Linn. spec. 980. Cav. diss. III. 
p. 172. t. 63. / 2. Insulae Societatis. (Lay et Coli.) 

1498 Hibiscus rosa-sinensis Linn. spec. 977. Cav. diss. 

III. t. 69. /. 2. Insulae tropicae. (Forst.) Archi- 

pelagus Societatis. (Lay et Coli.) Vanikoro.(Iw5.) 

Guam c Mariannis. (Less.) 

1499. Hibiscus esculentus Linn, spec. 980, Forst. 
prodr. «.264. Cav. diss. III. f. 61./ 2. Insulae Socie- 
tatis. (Forst.) 

1500. Hibiscus abelmoschus Linn. spec. 980. Cav, diss. 
III. t. 62. f. 2. __ Insulae So c iet a t i s. (Forst.) 

1501. Hibiscus diversifolius Jacq. collect. II. Ic.rar. 
t. 551. H, ficulneus Cav. diss. III. 148. t, 51. f. 2. _ In- 
sula Norfol k. (Ferd. Bauer.) 

1502. Hibiscus insulaius Endl. prodr. Flor. Norf. 
n. 132. — Pig-Island prope insulam N o r f olk. (Ferd. 
Bauer.) 

1503. Hibiscus tricuspis Cav. diss. III. 152. t. 55./. 2. 
H. hastatus Linn. f, suppt. 310. Forst, prodr, «.265. non 



Cav. _ Insulae Societatis. (Forst. Lay et Coli.) __ 
Pitcairn-I s 1 a n d. (Lay et Coli.) 

1504. Hiciscirs tiliacecs Linn. spec. 976. Forst, prodr. 
«. 261. plant, esc. p. 73. Cav. diss. III, t. 55./. 1. Gärtn. 
II. t. 135. /. 4. Paritium tiliaceum Adr. Juss. in St. HU. 
Flor. Bras. I. 225. _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) __ 
Insulae tropicae. (Forst.) _ Vanikoro. (Less.) 
Pitcairn Island. (Lay et Coli.) _ Insulae Sand- 
wicenses. (Meyen.) _ Guam e Mar i annis. (Less.) 

1505. Lagunaria patersonia Endl. prodr. Flor. Nor f. 
n. 134. Hibiscus Patersonii Ait. Hort. kew. IV. 224. La- 

gunea Patersonia Sims in Bot. Mag. t. 769. Insula 

Norfolk. (Paters. Ferd. Bauer.) 

1506. Thespesia populnea Corr. Annal. du Mus. IX. 
290. Hibiscus populneus Linn. spec. 976. Cav. diss. III. 
t 56. f. 1. H. baeeiferus Forst, prodr. n. 260. __ Insulae 
Societatis. (Banks , Sol. Forst. Lay et Coli.) __ Insu- 
lae Ami cor um. (Forst.) _ Insula P ascha ti s.(Forst.) 

1507. Gossvpium religiösem Linn. spec. 975. Cav. 
diss. VI. t. 164./ 1. _ Tongatabou archipelagi Amico- 
r um. (Less.) Insulae Societatis. (Forst.) 

1508. Gossypium indicum Lam. dict. II, 134. In- 
sulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

1509. Gossypium barbadense Linn. spec. 975. In- 
sulae Societatis. (Lay et Coli.) 

1510. Anoda ovata Meyen Reise II. 139. Insulae 

Sandwicenses. (Meyen.) 

1511. Sida glomerata Cav. diss. I. 18. t. 2, f. 6. 

Guam e Mariannis. (Less.) 

1512. Sida carpinifolia Linn./. suppl, 307. Guam 

e Mariannis. (Less.) 

1513. Sida rhombifolia Linn, spec. 961. Guam e 

Mariannis. (Less.) Insulae Societatis. (Lay et 

Coli.) Insulae Amicorum et Novarum Hebri- 
dum. (Forst.) 

151*. Sida rotitndifolia Cav. diss. I. 20. t. 3. / VI. 
t. 194./ 2. Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

1515. Sida maura Link enum. II. 20i Insulae Ma- 
ri a n n a e. (Cham.) 

1516. Abutilon periplocifolium * Sida periplocifolia 

Linn. spec. 962. Cav. diss. I. t. 5. / 2. Insulae S o- 

cietatis. (Lay et Coli.) 

1517. Abutilon incanum * Sida incana Link enum. II. 
204. Insulae San dwi c ens e s. (Cliam.) 

1518. Abutilon julianae Endl. prodr. Flor. Nor f. 
n. 135. _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

1519. Abutilon elongatum Mönch meih. 310. Sida in- 
dica Linn. spec. 964. Forst, prodr. n. 257. Tanna N o- 

var um Hebridum et Nova Caledonia. (Forst.) 

Quid Sida e Nova Zeelandia Forst, prodr. 
n. 532? 

CXXXIV. GERANIACEAE. 

1520. Geranium pilosum Sol. ex Forst, prodr. n. 531. 

Sweet geran. t. 119, Nova Zeelandia, (Banks 

et Sol.) 

1521. Geranium retrobsum Herit. ex DC. prodr. I. 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 

Nova 



183 



644. G. patulum Sol. ex Forst, prodr. n. 530. 
Zcelandia, (Banks et Sol.) 

CXXXV. LINEAE. 



1522. Linum monogynum Forst, prodr. n. 1-45. A Rieh. 

Flor. Nov. Zeel. p. 317. Nova Zeelandi a. (Forst.) 

Hävre de l'Astrolahe. (Less. et 'Urv.) Nav. 

CXXXVI. OXALIDEAE. 

1523. Oxalis reptans Sol. ex Forst, prodr. n. 519? 

O. ambigua A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. p+ 296. Nova 

Zcelandia et archipclagus Societatis. (Banks et 
Sol.) Insula Norfolk. (Forst. Ferd. Bauer.) 

1524. Oxalis corniculata Linn. spec. 623. O. repens 

Gaudicli. ad Freyc. non Thunb. Insulac So ci et a- 

tis. (Lay et Coli.) Insulae Sandwicenscs, (Gau- 

dich, Lay et Coli. Mayen.) 

CXXXVII. MELIACEAE. 

1525. Nemebra elaeagnoidea Adr. Juss. in Mem. Mus. 
XIX. 259. _ Nova Caledonia. (Labill.) 

1526. Mallea rothii Adr. Juss. in Mem Mus. XIX. 
270. Tongatabou archipelagi Amicorum. (Less.) 

1527. Hartighsea billardierii Adr. Juss. in Mem. 
Mus. XIX.21Z. Trichilia bijuga Labill. Nov. Caled. t. 54. 
Nova Caledonia. (Labill.) 

1528. Hartighsea spectabilis Adr. Juss. in Mem. 
Mus. XIX. 229. 236. (descr. Forst). Trichilia spectabilis 
Forst, prodr. n. 188. Trichilia cauliflora Banks msc. 
Novae Zeelandiae sylvae. (Forst.) 

1529. Hartighsea pattersoniana Endl. Fl. norf. n. 139. 
Insula Norfolk. (Patters.) 

1530. Hartighsea forsteri Adr. Juss, in Mem. Mus. 
XIX. 265. (descr. FoBst.) Trichilia alliacea Forst, prodr. 

n. 189. non Spreng. Namouka archipelagi Amicorum. 

(Forst.) 

1531. Trichilia monophylla A. Rieb. Fl. Nov. Zeel. 
n. 328. _ Nova Zeelandi a. (d'Urv.) 

CXXXVIII. SAPINDACEAE. 

1532. Cardiospermuji halicacabum Linn. sp. 925. — 

Insulae Societatis. (Forst. Lay et Collie.) Rota archi. 

pelagi Mariannae. (Gaudich.) Insulae Sandwi- 

c ens e s. (Lay et Coli. Meyen.) 

1533. Schmidelia ternata Cambess. in Mem. Mus. 
XVIII. 24. Aporetica ternata Forst, gen. 66. Pomctia 
ternata Forst prodr. n. 393. Ornitrophe pannigera Labill. 
Nov. Caled. t.52. _Nova C ale donia. (Forst. Labill.) 

1534. Sapindus saponaria Forst, prodr. n. 178. an 
Linn. ? Insula Paschatis. (Forst.) 

1535. Cupania glauca Cambess. in Mem. Mus. XVIII. 
28. Dimereza glauca Labill. Nov. Caled. t. 51. Diplopeta- 

lon glaueum Spreng, cur. post. 150. Nova Caled o- 

ni a (Ijabill.) 

1536. Cupania apetala Labill. Nov. Caled. t. 73. 

Nova Caledonia. (Labill.) 

1537. Cupania lentiscifolia Pers, euch. I. 413. Guiva 



lentiseifolia Cav. ic. IV. * t 373. Rabao archipelagi 

Amicorum. (Nee.) 

1538. Nephelium pinnatum Cambess. in Mem, Mus- 
XVIII. 30. Pomctia pinnata Forst, gen. 55. prodr. n. 392. 
Aporetica pinnata DC. prodr. I. 610. Hook, ad Beechey 

p. 61. Tanna Novarum Hebridum. (Forst.) 

Namokua archipelagi Amicorum. (Forst.) Insulae 

Societatis (Lay et Collie.) 

1539. Dodonaea viscosa Linn. mant. 238. Forst, prodr. 

n. 164. D. spathulala Smith in Rees eye!. XII. 2. 

Nova Zcelandia. (Forst.) Baiede Tasmann. (Lesson.) 

Insulae Societatis. (Forst. Lay et Collie.) II a d a k 

(Cham.) Guam archipelagi IVlAriannae (Gaudich.) 

Insulac Sandvvicenses, (Menz. Lay et Collie. ) 

1540. Dodonaea eriocarpa Smith in Rees cycl. XII. 
n. 6. Insularum S a n d w ice n si um montes (Menz.) 

CXXXIX. CORIARIACEAE. 

1541. Coriaria sarmentosa Forst, prodr. n. 377. 

Nova Zeelandi a. (Forst.) 

CXL. EUPHORBIACEAE. 

1542. Bradleia zeylanica Gärtn. //. 127. 1. 109. Labill. 
Nov. Caled t. 76. _ N o v a Caledonia. (Labill. ) 

1543. Bradleia glochidion Forst, msc. Glochidion 

ramiflorum Forst, char. gen. 57. prodr, n. 361. 

Insulae Societatis. (Forst. Lay et Coli. ) Novae 

H e b r i d e s. (Forst.) 

1544. Bradleia glauca Labill. Nov. Caled. t. 11. 

Nova Caledonia. (Labill.) 

1545. Bradleia macrophylla Labill. Nov. Caled. t.18. 
Nova Caledonia. (Labill.) 

1546. Phyllanthus cernuus Poir. dict. II. 14. Breynia 
disticha Forst, char. gen. 73. prodr. n. 400. Nova Ca- 
ledonia. Tanna Novarum Hebridum. (Forst.) 

1547. Phyllanthus distichus Hook, et Arn. ad Becch. 
p. 95. Insulac S an d wi ce n s c s. (Lay et Coli.) 

1548. Phyllanthus virgatus Forst, prodr. n. 841. 

Insulae Societatis. (Forst. Lay et Coli.) 

1549. Phyllanthus niruri hinn. spec, 1392. Guam c 

Mariannis (Less.) 

1550. Crozophora peltata Labill. Nov. Caled. t. 75 
Nova Caledonia. (Labill.) 

1551. Rottlera inophyllum * Croton inophyllum 
Forst, prodr. n. 355. Trewia inophyllum Spreng, syst. III. 
906. _ Nova Caledonia. (Forst.) 

1552. Codiaeum variegatum Adr. Juss. Euphorb.p.Si, 
Croton variegatum Linn. spec. 1424. Forst, prodr. zi.353. 

Tanna et Mallicolo Novarum Hebridum; (Forst.) 

_ Vanikoro. (Less.) 

1553. Baloghia llcida Endl. prodr, Flor. Norf. n. 
143, _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

1554. Aleukites triloba Forst, char. gen. 56. prodr. 
360. _ Insulae Societatis. (Forst. Lay et Coli.) _ 
Pitcairn Island. (Beech.) Insulae Sandwi- 
censcs. (Lay et Coli. Meyen ) 

1555. Mappa moluccana Spreng, syst. III. 878. Ricinus 



184 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SUDSEEINSELN 
Tanna 



Mappa Linn. spec. 1430. For, *. prodr. n. 356. 
Novarum Hebridum, (Forst). 

1556. Mappa tannensis Spreng, syst. III. 873. Ricinus 

dioicus Forst, prodr. n. 357. Tanna Novarum He- 

bri dum. (Forst.) 

1557. Acalypha virgata Linn. spec. '1423. ? Forst. 
prodr. n, 352. Tanna Novarum Hebridum.(i*c>r.sf.) 

1558. Stillingia nutans Vahl symb. II. 16. Croton nu- 

tans Forst, prodr. n. 354. Insulae Societatis, Am i- 

corum et Novarum Hebridum. (Forst.) 

1559. Excoecaria agallocha Linn. spec. 1451. Lam. 
illustr. f. 805. _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) _ 
Tongatabou archipelagi Ami cor um. (Forst.) 

1560. Euphorbia multiforme Gaudich. ad Freyc. p. 

100. Hook et Arn. ad Beech.p. 95. Insulae Sandwi- 

c e n s e s. (Gaudich. Lay et Coli.) 

1561. Euphorbia cordata Meyen Reise II. 150. 

Insulae Sandwicenses. (Meyen.) 

1562. Fuphorbia obliqua Endl. prodr. Flor. Norf. 
n. 144. _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer). 

1563. Euphorbia clusiaefolia Hook et Arn. ad Be eck 
p. 95. Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

1564. Euphorbia arnottiana * E. myrtifolia Hook, et 

Arn. ad Beech. p. 95 Insulae Sandwicenses. (Lay 

et Coli) 

1565. Euphorbia ramosissima Hook, et Arn. ad Beech. 

p.96. Elisabeth Island Polynesiae orientalis 

(Lay st Coli.) 

1566. Euphorbia atoto Forst, prodr. n. 207 Insulae 

Societatis. (Forst.) 

1567. Euphorbia piluhfera Linn. spec. 651 Guam e 

\laria nnis. (Lep.) 

1568. Euphorbia origanoises Forst, prodr. n. 206. 

Insulae Araicorum, (Forst.) 

1569. Euphorbia hirta Linn. spec. 651. Insulae 

Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

1570. Euphorbia tannensis Spreng, syst. III. 791. 
Croton elutioides Forst, prodr. n. 551. Tanna Nova- 
rum Hebridum. (Forst.) 

1571. Euphorbia laevigata Vahl symb. II. 16 Tonga- 
tabou archipelagi Amicorum, (Lees.) 

1572. Euphorbia glauca Forst, prodr. n. 208. A. Rieh. 
Flor. Nov. Zeel. p. 352. _ Nova Ze el and i a. (Forst.) 
__ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer. ) 

CXLI. HERNANDIACEAE. 

1573. Hernandia sonora Linn. spec. 1391. Insulae 

Societatis et Amicorum. (Forst.) . Vanikoro. 

(Less.) Radack Mi c r ones i a e. (Cham.) 

1574. Hernandia ovigera Linn. spec. 1392 — Tongata- 
bou archipelagi Amicorum. (Less.) 

CXLII. CELASTRINEAE. 

1575. Celastrus crenatus Forst, prodr. n. 113. 

Insulae Societatis. (Lay et Coli). _ Insulae Mar- 
ch i o n is. (Forst.) 

1576. Elaeosendron curtipbndui.um Endl. prodr. Flor. 
Norf. n t 141. _ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 



1577. Byronia sandwicensis * Hex anomala Hook, et 
Arn. ad Beech.p. 111. t. 25. _ Insulae Sandwicen- 
ses (Lay et Coli.) 

CXLIII. RHAMNEAE. 

1578. * Rhamnus polifolius Forst, prodr. n. 509. Vahl 
symb. III. 41. Nova Zeelandia (Forzt.) 

1579. Coi,ubrina ATiATicARrogn. Rham. 62. Ceanothus 
asiaticus Linn. spec. 284. Ceanothus capsularis Forst. 

prodr. 112 Insulae Societatis. (Forst. Lay et Coli.) 

Tongatabou archipelagi Amicorum. (Less.) Insular 

Sandwicenses. (Lay et Coli. Beech. ) 

1580. Pomaderris zizyphoides Hook, et Arn. ad Beech. 
p. 61. Rhamnus zizyphoides Sol. ex Forst, prodr. n. 510. 

Spreng, syst. I. 768. Taiti archipelagi Societatis. 

(Banks et Sol. Lay et Coli.) 

1581. Gouania domingensis Linn. spec. 1663. In- 
sulae Societatis. (Lay et Coli.) 

1582. Gouania integrifolia Meyen Reise II, 150. 

Insulae Sandwicenses. (Meyen.) 

1583. *Pennantia corymbosa Eorst. char. gen. 67. 
prodr. n. 396, Endl. prodr. Flor. Norf. n. l40._Nova 
Zeelandia. (Forst.) Insula N o r f o 1 k. (Ferd. Bauer.) 

CXLIV. PITTOSPOREAE. 

1584. Pittosporum cornifolium Cunningh. in Bot. 
Mag. t. 3161. _ Nova Zeelandia. (Cunnigh.) 

1585. * Pittosporum glabrum Hook, et Arn. ad Beech. 
p. 110. Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

1586. Pittosporum bracteolatum Endl. prodr. Flor. 
Norf. n. 138. _ Insula N o r f o 1 k. (Ferd. Bauer.) 

CXLV. ZYGOPHYLLEAE. 

1587. Raestroemia cistoides * Tribulus cistoidesLinn. 
spec. 554. Jacq. hört, schönbr. t. 103. Insulae Sand- 
wicenses. (Lay et Coli. Meyen.) 

1588. * Guaiacum dubium Forst, prodr. n. 186 Ton- 
gatabou archipelagi Amicorum. (Forst.) 

CXLVI. ZANTHOXYLEAE. 

1589. Erunellia sandwicensis Gaudich. ad Freyc. 93. 
Hook, et Arn. ad Beech. p. 80. _ Insulae Sandwi- 
censes. (Gaudich. Lay et Coli.) 

1590. Zanthoxylum novae zeelandiae A. Rieh. Flor. 
Nov. Zeel. p. 291. t. 33. _ Nova Zeelandia. (d'Vrv.) 

1591. Blackburnia pinnata Forst, char. gen. t. 6. 
prodr. n. 53. Endl. prodr. Flor. Norf. n. 147. Ptelea pin- 
nata Linn. f. suppl. 126. Samara Blackburnia Spreng. 
syst. I. 141. _ Insula Norfolk. (Forst. Ferd. Bauer.) 

CXLVII. DIOSMEAE. 

1592. Eriostemon corymbosum Labill. Nov. Caled. t. 
58. Nova Caledonia. (Labill.) 

1593. Acronychia laevis Forst, char. gen. 27. Lavv- 
sonia Acronychia Linn, /. suppl. 1593. Labill. Nov. Caled. 
t. 65. _ Nova C aledonia. (Forst. Labill-) 

1594. Acronychia endlicheri Schott Rutac. t. 2. Ve- 
pris simplieifolia Endl. prodr. Flor. Norf. n. 148. _ 
Insula Norf olk. (Ferd. Bauer.) 

1595. Mblicope ternata Forst, char. gen. 28. prodr. 



ENDLICHER, ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



J85 



n. 166 Laut, illustr t. 294 Entoganum laevigatum Banks 
nuud Giirtn. t. 68. N ov a Z ee 1 a n di a. (Banks et Sol. 

Forst.) 

1596. Evodia HORTENsiS'Forst. char. gen.t. 7. Fagara 

Evodia Linn. f. suppl. 125. Forst, prodr. n. 54. In- 

sulae Amicorum et Novarum Hebridu m. (Forst.) 

1597. Evodia littoralis Endl. prodr. Flor. Norf.n. 
146. Schott Hutaceae t, 1. _ Insula Norfolk. (Ferd. 
Bauer.) 

1598. Evodia drupacea Labill. Nov. Caled. t. 74. _ 
Nova Caled onia. (Labill.) 

CXLVIIL AÜRANTIACEAE, 

1599. Limonia mtcida Forst, prodr. a, 191. Malli- 

colo Novarvim Hebridu m. (Forst.) 

1600. * Limonia mintta Forst, prodr. n. 190. In- 

sulae Amicorum. (Forst.) 

1601. Citrits aurantium Risso Ann. Mus. XX, t. 1. 
f 2. Tanna Novarum Hebridu m. (Forst.) 

1602. Citrus decumana Linn. spec. 1100. Insulae 

Amicorum. (Forst.) 

CXLIX. TEREBINTHACEAE. 

1603. * Rhus atra Forst, prodr. n. 142. Nova 

Caled onia. (Forst.) 

1604. Spondias dulcis Forst, prodr. n. 198. Gärtn. 

t. 103. S. Cytheraea Sonner. it. II. t. 123. Insulae 

So c i e ta t is. (Forst.) 

CL. SURIANEAE. 

1605. Suriana maritima Linn. spec. 284. Forst, prodr. 

199, Insula Botanices ad Novam Caledoniam. 

(Forst.) Insulae Societatis. (Lay et Coli,) 

CLL PAPILIONACEAE. 

1606. Sophora tomentosa Linn spec. 533. Lam. illustr. 
t.325.f.2. _ Insulae S o c i c t a t i s. (Forst. Lay et Coli.) 
Radack Micronesiae. (Cham.) 

1607. Edwardsia microphylla Salisb. in Linn. Trans- 
act. IX. 299. Sophora microphylla Ait. hört. kew. II. 42. 
Jacq. Hort. Schönbr. t. 269. S. tetraptera Linn.y. suppl. 
230. Forst, prodr. n. 183. _ N o v a Z e e 1 a n d i a. (Forst.) 

1608. Edwardsia grandifloka Salisb. /. c. Sophora 
tetraptera Ait. hört. kew. II. 43. Bot. Mag. t. 167. _ 
Nova Zeelandia. (Banks et Sol.) 

1609. Edwardsia myriophylla Wenderoth in Linnaea 
K2Q2. _ Nova Z e ei an dia. (Hort.) 

1610. Edwardsia chrysophylla Salisb. I. c. t 26. f. 1. 

Bot. Reg. t. 738. Insulae S an dwi c en se s. (Menz. 

Meyen.) 

1611. Tephrosia piscatoria Pers. ench. II. 329. T. to- 
xicaria Gaudich. ad Freyc. Galega littoralis Forst. 

prodr n. 277. non Linn. Insulae tropicae. (Forst.) 

— Insulae Societatis. (Lay et Coli.) Archipelagus 

Sandwicensis (Gaudich. Meyen.) 

1612. Tephrosia mariana DC. II. 253. _ Insulae 31a- 
riannae. (Herb. DC.) 

1613. Tephrosia capitulata Link enum. II. 251 _ 
Insulae Sandwicenses. (Cham.) 



181 ■>. AcAn con iMii'M Desv. Joum. Bot. 111 120. / i- 
f. 6. Acstliynoiuene coccinea Linn. f. suppl. 330. Forsl 

prodr. n. 263. Insulae Societatis. (Forst.) Insula 

Botanices ad Novam Caledoniam. (Forst.) 

1615. Clianthus puniceus Banks et Sol. msc. Donia 

punicea G. Don Dict. I. 468 N o v a Z c e 1 a n d i a. (Banks 

et So'.) 

1616. Clianthus pictus * Streblorrhiza speciosa Endl. 

prodr. Flor. Norf. n. 151. Philipp's Island prope in- 

sulam Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

1617. Carmichaelia australis R. Brown in Bot. Heg. 
t. 912. Lotus arborcus Forst, prodr. n. 278. Lotus ar bo- 
re us et Bossiaea scolopendiina A. Rieh. Flor. l\ov. Zeel. 

p. 342. Novae Zeelandia e ora occidcntalis inier 

37_39° L. A. (Banks et Sol.) Dusky bay. (Forst.) 

1618. Desmodiitm aüstrale DC. prodr. II. 326. Iledv- 
sarum umbellatum Forst prodr. n. 27'*- non Linn. M. 

australe Willd. spec. III. 1185. Tanna Novarumlic- 

b ri d um. (Forst.) N o v a C a 1 e d on i a. (Forst. Labill.) 

Guam e Mariannis. (Less.) 

1619. Desmodium purpureum Hook, et Arn. ad Beech- 
p. 62. Hedysarum purpureum Boxb. cat. Hort. beug. \>- 
57. Insulae Soci c tat is. (Lay et Coli.) 

1620. Desmodium scorpiuris Desv. Jouin. Hot. 11 1. 122 
DC. prodr. II. 333. Hedysarum Scorplurus Swartz Flor. 
Ind. occ. 1268. Insulae Societatis. (Lay et Colt.) 

1621. Desmodium varians * Hedysarum varians Labill 
Nov. Caled. t. 71. _ Nova Caled onia. (Labill.) 

1622. Desmodium tubehculatum * Hedysarum tuber- 
culatum Labill. Nov. Caled. t. 72. _ Nova Caled <>- 
n i a. (Labill.) 

1623. Desmodium lagopodioides * Hedysarum lagopo- 

dioides Forst prodr. n. 276. Nova C a 1 e d o u i a. 

(Forsl.) 

1624. Desmodium heterocaupi m * llodysarum hetero- 

carpum Forst, prodr. n. 275. Insulae Societatis. 

(Forst.) 

1Q25. Abrus prkcatorius Linn. syst. 533. Insulat 

Societatis. (Forst. Lay et Coli.) 

1626. Bennedya tabacina Labill. Nov. Caled. t. 70- — 
Nova Caled onia. (Labill.) 

1627. Bhynchosia rosea DC. prodr. II. 387. Ghcine 
rosea Forst, prodr. «.271 Insulae Societatis (Forst.) 

1628. Rhynchosia lucida DC. prodr, II 887. Glyciae 
lucida Forst, prodr. n. 272. _ Insulae Societatis 
(Forst.) 

1629. * Phaseolu9 amoenus Sol. ex Forst, prodr- n. 533. 
Insulae Societatis. (Banks et Sol.) 

1630. Callicysthus volibims Endl. prodr» Flor. Am f 
n. 149. Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

1631. Dolichos luteus Swartz Flor. Ind. occ. I2i6. 

Hook, et Arn. ad Beech p.$l Insulae Soc i o t a t i s el 

Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

1632. \ic;vv \illosa Savi Mein. Hl. 8. Hook, et Arn. 

ad Beech. p. 81. Insulae Sandwicenses. (/-'/> ti 

Coli.) 

29 



186 



ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 



1633. Canavallia pubescens Hook, et Arn, ad Beech. 
p 81. Insulae Sandvvicenscs. (Lay et Coli.) 

1634. Canavallia gavdiciiaudii * Dolichos galeatus 
Gau dich, ad Fi eye. 486. t. 115. Insulae Sandwicen- 
ses. (Gaudich ) 

1635. Canavallia obtusifolia A. Rieh. seit. Astrolas 
p. XVI. Vanikoro, (Less.) 

1636. Canavallia baijeriana Endl. prodr. Flor, Norf. 
n. 150. Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

1637. MircuNA pruriens DC. prodr. II. 405. Doüchos 

pruriens Linn. spec. 1020. Namouka Archipelagi Ami 

corum. {Forst.) 

1638. Mucuna gigantea DC. prodr. II. 405. Dolichos 

gigantcus Willd. spec. III. 1041. Guam e Marian- 

nis (Less.) Insulae Sandwicenses. (Lay et Coli.) 

1639. Cajanus flavus DC. prodr. II. 406. Cytisus 

Cajan Linn. spec. 1041. Insulae Societatis (Lay 

et Coli.) 

1640. Erythrina indica Lam. diät. II. 391. var. ct.. E. 

Corallodendron var. ß. Linn spec. 992. Insulae S o- 

c i e t at i s. (Forst. Lay. et Coli.) 

1641. Erythrina monosperma Gaudich. ad Fr eye. 486. 
t. 114. Iusulae Sandwicenses. (Iny et Co//.) 

1642. Pongamia glabra Vent. malm. t. 28. Robinia mi- 
tis Linn. spec. 1044. Vanikoro. (Less.) 

1643. Pongamia nov. spec. Vanikoro. (Less.) 

1644. Pterocarpus australis Endl. prodr. Flor. Norf, 
n. 152. __ Insula Norfolk. (Ferd. Bauer.) 

CLII. CAESALPINIEAE. 

1645. Guillandina bonduc Ait. hört, kew. III. 32. 

Nova Z e e 1 a n d i a. (Forst.) 

1616. Caesalpima nuga Ait. hört. kew. III. 32. Gui- 
landina Nuga Linn. spec. 546. Vanikoro. (Less.) 

1647. Caesalpinia panicüiata Desf. cat . ed. II. p. 210. 

Guillandina panicüiata Lam. dict.I. 435. Vanikoro. 

(Less.) 

1648. Radackia amicorum Cham, et Endl. Flor.Radack. 

msc. Endl. yitakt. t. 49. Radack Microncsiae. 

(Cham ) 

1649. Cassia sophora Linn. spec. 542. DC. prodr. II. 
492. — Tongatabou archipelagi Amicorum, (Forst.) 

1650. Cassia gaudichaudii Hook, et Arn. ad Beech. 
p. 81. Insulae Sandwi c ens c s. (Lay et Coli.) 

1651. Cassia angustissima Lam. dict. I. 650. DC. 
prodr. II. 505. Guam eMariannis. (Less.) 

CLIII. MIMOSEAE. 

1652. Entada pi/rsaetha DC. prodr. II. 425. Insu- 
lae Mari anna e. 

1653. Entada adenanthera DC. prodr. II. 425. Ade- 

nanthera seandens Forst, prodr. n. 117. Mallicolo N o- 

varum He bri d um. (Forst.) 

1654. Inga javana DC. prodr. II. 436. Guam e 

M arian ni s. (Less.) 

1655. Acacia heterophylla Lam. dict. I. 14. Hook, 
et Arn. ad Beech. p. 81. A. laurifolia Willd. spec. IV. 



1053. Labill. Nov. Caled. t. 68. Mimosa simplieifolia 
Linn. suppl. 436. M. Mangium Forst, prodr. n. 395. _ 
Nova C a 1 e d o n i a. (Forst. Labill.) _ Novae II e- 
brides. (Forst.) _ Insulae Amicorum. (Forst.) _ 
Insulae Sandwicenses. (Menz. Lay et Coli.) 

1656. Acacia spirorbis Labill. Nov. Caled. t. 69. 

Nova C a 1 e d o n i a. (Labill.) 

1657. Acacia fclgens Labill. Nov. Caled. t. 67. 
Nova Caledonia, (Labill.) 

1658. Acacia granulosa Labill. Nov. Caled. t. 66. _ 
Nova Caledonia. (Labill. ) 

1659. * Mimosa glandulosa Sol. ex Forst, prodr. n. 
565. — Insulae Societatis. (Banks et Sol.) 

CLIV. ROSACEAE. 

a. Dryadeae. 

1660. Rubus australis Forst, prodr. n. 224. A. Rieh. 
Flor. Nov. Zeel. 340' _Nova Zeelandia, Queen 
Charlottes Sound. (Forst. ) 

b. Sanguisorbeae. 

1661. Ancistrum diandrum Forst, prodr. n. 52. A. Rieb. 
Flor. Nov. Zeel. 341. A. anserinaefolium Forst, char. 
gen. t. 2. A. Sanguisorbae Linn.y Suppl. 189. A. decum- 
bens Gaertn, t. 32. Acaena Sanguisorbae Vahl. enum. I. 
294. DC. prodr. 1. 592. _ Nova Zeelandia Dusky 
Ray. (Forst.) Detroit de Cook; havre de l'Astrolablc. 
(Lesson.J 

c. Pomaceae. 

1662. Osteomeles anthyllidifolia Lindl. in Lina. 
Tr ansäet. XIII. 98. t. 8. Pyrus anthyllidifolia Smith in 
Rees cyclop. n. 29. Insulae Sandwicenses. (Menz. ) 

CLV. GENERA DURIAE SEDIS. 

1663. Argophyllum ellpticum Labill. Nov. Caled t. 41. 
Nova Caledonia. {Labill.) 

1664. Argophyllum nitidium Forst, prodr. n. 115. 
Labill. Nov. Caled. I. 40. _Nova Caledonia. (Forst. 
Labill.) 

1665. Carpodetus serratus Forst, char. gen. 17. prodr. 
n. 111. Nova Zeelandia. (Forst?) 

1666. Ceodes umbellata Forst, char. gen. 71. prodr. 
«.569. Tanna Novarum Heb ridum. (Forst.) 

1667. Cliffortioides cordata Sol. ex Forst, prodr. 
;i. 660. Nova Zeelandia (Banks et Sol. ) 

1668. Griselinia lucida Forst. prodr. 401. Scopolialu- 
eida Forst, char. gen. 70. Nova Zeelandia. (Forst.) 

1669. Merista laevigsta Sol. ex Forst, prodr. n. 550. 
Nova Zeelandia (Forst.) 

1670. Meryta lanceolata Forst, char. gen. 60. prodr. 
n. 558. Insulae Societatis. (Forst.) 

1671. Xvlosma suaveolens Forst, prodr. n. 380. My- 

roxylon svaveolens Forst, char. gen. 63. n. 1. Insulae 

Societatis. (Forst.) 

1672. Xvlosma orbicuxatum Eorst. prodr. n. 341. 

Myroxylon orbiculatum Forst, char. gen. 63. n. 2. Sa- 

vage Island. (Forst.) 



Observationum Botanicarum Appendix. 



I. SCHYCHOWSKIA. 

Jj lores diclines , monoeci. Masculi in apicibus ramulorum receptaculis carnosis grumosis im- 
positi , squamis interstincti , decidui. Calyx quadrifidus. Stamina quatuor calycis laciniis oppo- 
sita ; filamenta basi petaloideo- dilatata; antherae subglobosae biloculares. Flores feminei rare 

mosi. Calyx quadripartitus , laciniis inaequalibus. Ovarium Achenia oblique ovata. 

stylo apiculata , compressa, angustisime mebranaceo marginata, tuberculosa. 

Genus filamentorum dilatatione petaliformi in tota Urticearum classe insigne , a F o rs t e- 
ris cum Urtica confusum , et a Chamissone in celeberrimo Russorum periplo Roman- 
zoffiano iterum detectum, dicamus honori botanici rossici , amici nostri Joannis Schy- 
chowsky Kalugensis, Philos. et Med. D. , qui Aefrucius plantarum plianerogamarum na- 
tura Dorpati 1832. egregie disputavit. 

SCHYCHOWSKIA RUDERALIS. Tal). XIII. 

Urtica ruderalis Forst, prodr. n. 344. Herb. Willd. n. 174:38. F 1 e u r y a r u d e r a 1 i s 
Gaudich. ad Frejc. £97. 

Frutex foliis alternis , longe petiolatis , in apice ramulorum confertis, ovatis, serratis, sub- 
tus discoloribus reticulato venosis , racemis pedunculatis folio longioribus. 

Crescit in insulis Societatis. (Forst.) Radack Mi er onesiae. (Cham.) 

II. Veronica salicifolia Forst. Tab. XIV. 

V. fruticosa, foliis lineari-lanceolatis , acuminatis , coriaeeis, integerrimis , glabris ; spicis 
axillaribus pedunculatis folio longioribus , calycis et corollae laciniis lanceolatis acutis. 

Veronica salicifolia Forst, prodr. n. 11. A. Rieh. Flor. Nov. Zeel. p. 186. (de- 
script. opt.) 

Crescit in Nova Zeelandia, ad Dusky Bay (Forst, in herb. Acad. Monac), et in lit- 
toribus arenosis ad portum Astrolabii (Less. et d J Un>.), ubi vulgo Kolokian ab tndigenis dicitnr. 

III. Panax arboreum Forst. Tab. XV. 

P. foliis digitatis longe petiolatis, foliolis 3 7 petiolulatis, obovatis, acutis, argute serra- 
tis, glabris; umbella composita terminali v. axillari 10 12radiata, involucro involucellisque 

nullis, calyeibus basi calyculatis. 

Panax arboreum Forst, prodr. n. 398. DC. prodr. IV. p. 253. A. Rieh. Flor. Nw. 
Zeel. p. 281. (descript. opt.) 

Crescit in Nova Zeelandia, ad Dusky Bay (Forst.), nee non in locoTasman Bay dicto. 
(d'Urville.) 



188 ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 

IV. Soulamea Lam. 

Catyx triphyllus. Petala tria linearia, reflexa. Stamina sex, aequalia (tria petalis oppo- 
sita praecocia), disco hypogyno extus inserta; filamenta brevissima ; antherae biloculares , sub- 
globoso - didymae , longitudinaliter dehiscentes. Ovarium compressum, apice truncato emargi- 
natum. Stigmata duo sublateralia , sessilia. Capsula obcordata subsuberosa , indehiscens , bilocu- 
laris , loculis monospermis. Semina ovato-globosa pendula , hilo prope apicem ventrali , funi- 
culi expansione carnosula tecto. Albumen nulium. Cotyledones orassae foliaceae. Radicula brevis 
conica verticem fructus spectans. 

Soulamea amara Lam. Tab. XVI. 

Rex Amaroris Rumph. amb. II. 129. t. 4:1. 

Soulamea amara Lam. dict. I. 449. DC. prodr. I. 335. 

Arbuscula, foliis alternis, petiolatis, ovali-oblongis, costatis, glabris, in apice ramorum con- 
fertis , racemis axillaribus petiolo brevioribus. 

Crescit in insulis Moluccanis (Rumph.) Manilla. (Mejen.) Radack Micro- 

nesiae. (Cham ) — Specimina Manillana in herbario amiciss. Meyen visa, a Radackensibus nullo 
modo diversa sunt. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tab. XIII. 



SCHYCHOWSKIA RUDER ALIS Endl. Nach einem von Chamisso auf den R adack - Ins ein 

gesammelten Exemplare. 

Fig. 1. Eine männliche Blüthe. 
Fig. 2. Dieselbe von oben angesehen. 

Fig. 3. Staubfaden mit der blumenblattartigen Ausbreitung des Trägers, von der den Kelchblättchen 
zugewendeten Seite betrachtet. 

Fig. 4. Derselbe von der vorderen Seite angesehen. 

Fig. 5. Unvollkommener Stempel aus der männlichen Blüthe. 

Fig. 6. Der männliche Blüthenbodcn , mit den die Blüthen schützenden Schuppen. 

Fig. 7. Ein weiblicher fruchttragender Zweig. 

Fig. 8. Ein Früchtchen, am Grunde von den Ueb erbleib sein des weiblichen Kelches umgeben. 

Fig. 9. Dasselbe, nachdem der Rest des Kelches entfernt worden, von der breiteren Seite angesehen, 

Fig'. 10. Dasselbe von der schmälern Seite betrachtet. 

Fig. 11. Dasselbe von oben nach unten durchschnitten. 

Fig. 12. Der Same. 

Fig. 13. Der Keim. 

Tab. XIV. 

VERONICA SALICIFOLIA Forst. Nach einem von Förster in der Dusky Bay auf Neu- Zeel and 
gesammelten Exemplare, des Sehr ebersch en Herbariums der königl. Academie der Wissensrh.il 

ten zu München. 

Fig. 1. Die ganze Blume. 

Fig. 2. Ein einzelner Kelchlappen. 

Fig. 3. Die Blumenkrone mit den Staubfäden geöffnet. 

Fig. 4. Der Eierstock mit dem Griffel. 

Fig. 5. Die Spitze des Griffels mit der Narbe. 

Fig. 6. Wagerechter Durchschnitt des Eierstockes. 

Fig. 7. Die halbreife Frucht. 

Fig, 8. Wagerechter Durchschnitt derselben. 

Fig. 9. Senkrechter Durchschnitt derselben. 

Fig. 10. Grundriss der Blume. 

Tab. XV. 

PANAX ARBOREUM Forst. Nach einem von Forst er in der Dusky Bay auf Neu Zeel, in <1 
gesammelten Exemplare, des Sehr cb er seh en Herbariums der königl. Academie der Wissenschaften 

zu 31 ü n c h e n. 

Fig. 1. Ein Blüthenast. 

Fig. 2. Eine Blumenknospe. 

30 



190 ENDLICHER , ÜBER DIE FLORA DER SÜDSEEINSELN. 

Fig. 3 und 4. Eine völlig aufgeblühte Blume in verschiedener Richtung. 
Fig. 5 und 6. Ein Staubfaden in verschiedener Lage angesehen. 

Fig. 7. Der mit dem Kelche verwachsene Eierstock, nachdem Blumenblätter, Kelchzähne und Staubfä- 
den entfernt worden. 

Fig. 8. Derselbe senkrecht durchschnitten. 
Fig. 9. Derselbe wagerecht durchschnitten. 

Tab. XVI. 

SOULAMEA AMARA Lam. Nach einem von Gliamisso auf den Radack-Inseln gesam 

melten Exemplare. 

Fig. 1. Eine vollständige Blume. 

Fig. 2. Dieselbe , nachdem der Kelch und ein Theil der Staubfäden entfernt Morden. 

Fig. 3 und 4. Ein Blumenblatt in verschiedener Lage betrachtet. 

Fig. 5. Ein Staubfaden mit dem jungfräulichen Staubbeutel. 

Fig. 6. Ein dessgleichen , mit einem geborsteten Staubbeutel. 

Fig. 7. Derselbe Staubbeutel von oben angesehen. 

Fig. 8. Die reife Frucht. 

Fig. 9. Dieselbe senkrecht durchschnitten. 

Fig. 10. Dieselbe wagerecht durchschnitten. 

Fig. 11. Die arillusartige Ausbreitung des Samenstranges. 

Fig. 12. Der Samen. 

Fig. 13. Ein Samenlappen , von dessen Spitze das Würzelchen abgebrochen ist. 

Fig. 14. Ein Theil des anderen Samcnlappcns mit dem Würzelchen. 

Fig. 15. Grundriss der Blume. 



PLANARIA EHRENBERGII 



VON 



Dr. GUSTAV WOLDEMAR FOCKE. 



'■"■x~>ST>- — 



Mit einer Kupfertafel. 



31 



Planaria Ehrenbergii. 



Unter den zalilreichen Gegenständen aus den niederen Thierclassen , welche die Entdeckungen 
neuerer Zeiten in das Sehfeld des Mikroskopes gezogen haben, müssen für jeden Physiologen 
diejenigen ein besonderes Interesse gewähren, welche es ihrer Durchsichtigkeit wegen gestatten. 
die ganze Structur und den Zusammenhang aller inneren Theile ohne jede weitere Präparation 
zu betrachten. Hier ist es , wo man die Natur in ihrer geheimsten Werkstätte belauschen kann, 
und wenn nun ein solches Thier nicht zu selten ist, und der ganze Entwicklungscyclus desselben 
in einem kurzen Zeiträume beendigt wird, so bleibt für den Beobachter nichts weiter zu wün- 
schen übrig, als dass die Optik recht bald die Gränzen unserer Sehkraft noch weiter ausdehnen 
möge , um bei so interessanten Erscheinungen auch über die kleinsten Zweifel Gewissheit zu 
geben. 

In jeder dieser Rücksichten entspricht das unten weiter zu beschreibende Thier allen Anfor- 
derungen, und ich glaube daher den Zoologen in Nachstehendem eine nicht unwillkommene 
Gabe darzubieten, welche hoffentlich unsere Kenntniss der Naturgeschichte der Planarien um 
ein Bedeutendes erweitern wird. 

Das Thier selbst ist nicht sowohl eine neue Entdeckung, als ein Wiederauffinden eines 
früher schon bekannt gewesenen; denn bereits vor mehr denn sechzig Jahren beschrieb Pallas 
eine Fasciola quadr angularis und später O. F. Müller eine Planaria telragona _, worunter 
Beide einen besonderen Zustand des hier zu betrachtenden Thieres verstanden, während der 
eigentliche Normalzustand desselben, vielleicht nur ein einziges Mal von Müller beobachtet 
wurde (Zoologia danica Tab. 106 Fig. 5). Seitdem scheint das Thier nicht wieder beobachtet 
worden zu sein , denn man findet es in den verschiedenen Schriften über Planaria und ver- 
wandte Geschlechter durchaus nicht erwähnt, und dennoch scheint es nicht nur in Deutsch- 
land, sondern auch in den Niederlanden und Dänemark vorzukommen, und war da, 
wo es vorkam, immer häufig, so dass es nur seiner Durchsichtigkeit wegen übersehen worden 
zu sein scheint. 

Die Gattung Planaria j mitEinschluss des Prostoma und Derostoma von Duges, begreift 
noch sehr verschiedenartige Thiere, welche sich eben desshalb nicht in bestimmte Geschlechter 
zusammenfassen lassen, weil wir mit ihrem inneren Baue noch nicht hinreichend vertraut sind. 
Ich hoffe später einen systematischen Versuch über Planaria liefern zu können, muss mich aber 
vor der Hand mit der einfachen Beschreibung des in Rede stehenden Thieres begnügen, weil 
meine Untersuchungen noch nicht die gehörige Ausdehnung erreicht haben. 

Selbst nach den trefflichen Diagnosen der Geschlechter seiner Classe der Turbellarien 
von Ehrenberg findet sich hier eine Schwierigkeit, um das Thier in ein bestimmtes Genus 
einzuordnen , obgleich dieses der Stellung der Augen nach leicht sollte geschehen können , näm- 
lich der Bau des Danncanals. 

31 * 



19* FOCKE , PLANARIA EHRENBERGII. 

Betrachten wir Ehrenbergs Disposition der Turbellarierij so weit sie zu diesem Zwecke 
nothwendig ist , so bedürfen wir nur der ersten beiden Ordnungen. 

TURBELLARIA. 

OrdoI. Dendrocoela. 

Tubus cibarius ramosus, arbusculiformis , oris apertura unica, 
apertura analis discreta nulla. 
Familia I. Planariea. 

a) ocellis nullis 

a) ecornia. Typhloplana. 
]3) cornuta. Planoceros. 

b) ocellata 

a) ocellis sessilibus. 

f) ocello unico. Monocelis. 
if) ocellis duobus. Planaria. 
fit) — tribus. Tricelis. 
ffff) — quatuor. Tetracelis. 
fftff) ocellorum plurimorum serie frontali. Polycelis. 
ß) ocellis tentaculis suffultis. Stylochus. 

Ordo IL Rhabdocoela. 

Intestiuo simplici cylindrico aut conico, apertura oris hinc ani 

illinc terminata. 

SECTIO I. AMPH1STEREA. 

Nee oris nee ani apertura terminali sed utraque, aut infera, aut supera. 
Familia II. Vorticina. Corpore ciliis vibrante utplurimum tereti. 

a) ocellis duobus. Turbella. 

b) ocellis quatuor. Vortex etc. 

Bis hieher wäre unser Thierchen einzureihen , welches nun aber einen einfachen Darm , 
ohne bestimmten After, einen flachen Körper und zwei Augen hat, mit einem deutlichen After 
würde es also zu Turbella gehören; da ich diesen aber nicht habe ermitteln können, so muss 
ich das Thier zu Planaria zählen, bis es vielleicht später als eigenes Genus mit verwandten 
Arten aufgeführt werden kann. 

Ehrenberg, der Begründer der Turbellarienclasse und der Schöpfer einer genaueren 
vergleichenden Mikrotomie, war derjenige, welcher mich bei einer meiner Zeichnungen zuerst 
auf die Eigenthümlichkeiten dieses , von mir mit schon bekannten verwechselten Thieres auf- 
merksam machte , und dadurch zu Untersuchungen anregte , deren vorläufige Resultate hier fol- 
gen sollen, und dessen ich daher bei den glänzenden Erfolgen derselben dankbar zu geden- 
ken hatte. 

Die Planaria Ehrenbergü in ihren verschiedenen Entwicklungsstufen gleicht einem wahren 
Proteus j und es lässt sich daher schwer bestimmen, was von den schon beschriebenen Plana- 
rienformen hieher gehört oder nicht, besonders weil meine Untersuchungen über das Thier 



FOCKE , MANAMA EHRENBERGII. 195 

selbst noch nicht ausreichen. Fassen wir daher das Thier selbst in seiner schönsten und regelmäs- 
sigsten Entwicklungsperiode in's Auge , um nachher die übrigen Formen davon abzuleiten. 

Die Form des Körpers ist ein flaches, längliches Oval, das nach vorne in eine etwas län- 
gere und abgestumpfte, nach hinten in eine kürzere und scharfe Spitze ausgezogen ist. Die Länge 

des Thieres beträgt W 5 y " und die Breite IV2'" 2'". Die Farbe des Thieres ist schwach 

gelblich , so dass man bei durchfallendem Lichte von der durchsichtigen Substanz des Thieres 
fast nichts erkennen kann , und nur den braun gefärbten Darmcanal und etwa vorhandene roth- 
braune Eier bemerkt. 

Verdauungswerkzeuge. 

Ein Drittel der Körperlänge vom vorderen Ende an der Bauchfläche befindet sich die, so 
viel sich bis jetzt hat ermitteln lassen, einzige Öffnung des Verdauungsapparates, welches die 
kreisrunde Mündung eines durchbohrten, halbkugeligen Saugnapfes ist. Von diesem geht nach 
vorne und hinten ein breiter brauner Streifen in der Mitte des Körpers, welcher nach vorne dicht 
hinter den Augen aufhört , und nach hinten bis zu der Stelle reicht , wo sich der breitere Theil 
iles Körpers plötzlich in den Schwanztheil verjüngt. Die braune Farbe des Darmcanals scheint 
nicht allein den genossenen Nahrungsmitteln zuzuschreiben zu sein , da manche Dinge , welche 
diese Thiere fressen, eine ganz andere oder gar keine Farbe haben , und dieses Braun dennoch 
bei frisch gefangenen Thieren immer sehr intensiv ist. 

Der halbkugelige Saugnapf mit der MundöfTnung bewirkt das Verschlucken der aufgenom- 
menen Stoffe, und besteht zu dem Ende aus einer durchsichtigen, weichen, biegsamen Sub- 
stanz, in welcher von der Basis der Halbkugel, die dem Darme zugekehrt ist, gegen die 
Mundöffnung verschiedene dunklere Streifen verlaufen , welche oft am Grunde mit zwei oder 
drei Bündeln entspringen, die sich bald zu einem gemeinschaftlichen Strange vereinigen. Diese 
Stränge sind eben so viele Muskeln; denn bei ihrer Verkürzung erweitert sich die Mundöffnung 
und wird zugleich gegen den Darm zurückgezogen , und dadurch wird eben das Aufsaugen oder 
Einschlucken des Futters bewirkt. Die Verengerung und Erweiterung der Mundöffnung geht 
aber sehr schnell, und wie es scheint, auch sehr kräftig vor sich, ohne dass man etwas einem 
Sphinkter Ähnliches , als Antagonisten der erwähnten Muskeln auffinden könnte , und es ist 
daher wohl anzunehmen, dass diese Thätigkeit durch die ganze Substanz des Saugnapfes bewirkt 
wird, in welche die einzelnen Muskelbündel eingesenkt sind. 

Die in die Mundhöhle aufgenommenen Nahrungsstoffe (der Saugnapf ist hier , w ie bei Pla- 
naria überhaupt, Mundhöhle, Speiseröhre und Magen zugleich) gelangen von dort in den 
Darmcanal , dessen Wandung bei stärkerer Vergrösserung aus lauter kleinen dünnwandigen Bläs- 
chen besteht, die beim jüngeren Thiere zum Theil in der Mitte eine weit kleinere braune Kugel 
enthalten. Die Höhle des Darmes ist keineswegs beträchtlich, und man findet in derselben auch 
nie feste Stoffe , daher auch diese Planaria ihre Beute nur auszusaugen und nicht zu verschlin- 
gen scheint. Vielleicht spricht schon die grosse Ähnlichkeit in dieser Hinsicht mit Planaria 
lacteavLXY& torva dafür, dass auch hier kein After vorhanden sei, den ich trotz des eifrigsten 
Suchens nicht habe finden können. Indess muss ich gestehen, dass ich ältere und jüngere 
Exemplare zu verschiedenen Zeiten vergebens in Wasser, welches mit Indigo, Carmin, Augen- 
pigment etc. gefärbt war, gesetzt habe, denn die Thiere starben in diesen Emulsionen meistens 
sehr bald , ohne etwas von dem Farbstoffe in sich aufgenommen zu haben. Der Grund dieser 



_ 



19fi FOCKE , PLANARIA EHRENBERGII. 

Erscheinung mag in Folgendem liegen : Man findet diese Planaria im Freien nie an der Ober- 
fläche des Wassers, wo sich zum Beispiele Poljrcelis nigra häufig aufhält, sondern sie pflegt 
tiefer im Wasser über Grashalme und andere Pflanz entheile an lebenden Pflanzen zu kriechen. 
Trifft man aber zufällig kleine Tümpel , die bis auf ein Minimum von Wasser ausgetrocknet sind, 
oder setzt man viele Individuen in ein grösseres Gefäss mit Wasser zusammen , so versammeln 
sich in beiden Fällen die Thiere an der Oberfläche des Wassers. Es scheint daher, als ob sie 
in diesem Falle einer directeren Wechselwirkung mit der Luft bedürften , weil in solchen gerin- 
geren Quantitäten der Luftgehalt des Wassers verringert ist. Dieses findet nun in noch höherem 
Grade Statt , wenn man einen fein vertheilten Körper dem Wasser beimischt , wo sich bei der 
geringsten Temperaturveränderung der Atmosphäre eine Menge Luft entwickelt , deren Mangel 
im Wasser den Tod der Thiere zu verursachen scheint ; denn in gleichen Gelassen , die mit der- 
selben Wassermenge neben einander standen, starben die Thiere in dem Wasser, welchem In- 
digo zugesetzt wurde, früher, als in dem anderen, und der Indigo kann an und für sich die 
Schuld davon nicht tragen, weil er sich bei anderen Thieren zu Fütterungsversuchen sehr gut 
eignet. 

Übrigens habe ich aber auch vergebens erwartet, eine solche Defecation zu beobachten, wie 
sie Duges von der Planaria subtentaculata (PI. torva ?) und dem Derostoma squalus be- 
schreibt, wozu aber auch der Umstand beigetragen haben mag, dass es mir in der Regel an 
einem schicklichen Futter fehlte. 

Bei den Verdauungswerkzeugen lasse ich hier die Beschreibung zweier anderer Organe fol- 
gen, die ihrer Lage und Beschaffenheit nach mit der Digestion in Beziehung zu stehen scheinen, 
deren sichere Deutung aber vor der Hand unmöglich ist. 

Zu beiden Seiten des Saugnapfes in der Mitte desselben entspringt ein ziemlich weites, sehr 
durchsichtiges , aber mit scharf begränzten Wandungen versehenes Gefäss , welches in gleicher 
Weite nach hinten und aussen bis in die Gegend des Eileiters verläuft , hier eine Schlinge bildet 
und gegen den Darmcanal zurückkehrt. Hier scheint es sich in zwei Äste zu theilen , von denen 
der eine über den Darmcanal forlgeht und sich vielleicht mit dem der anderen Seite verbindet, 
während der andere in leichten Biegungen an der Seite des Darmcanals herabläuft. Ein gleiches 
Gefäss begleitet den oberen Theil des Darmcanals nach vorne , und tritt etwas höher , als der 
Hauptstamm , unter dem Saugnapfe hervor. 

Der Ursprung dieser Gefässe liegt gerade unter oder über dem Saugnapfe , und lässt sich 
wegen der Undurchsiehtigkeit dieses Körpers nicht beobachten ; der Verlauf des Hauptstammes 
bis zur Schlinge und von da wieder zum Darmcanal ist deutlich; hier aber lässt sich der Ast, 
welcher gegen den Darm tritt, wiederum nur mit Schwierigkeit bemerken, man sieht jedoch 
seinen Ursprung, und das Geläss muss sich zertheilt haben, weil es plötzlich um die Hälfte 
enger geworden ist. 

Noch schwieriger lässt es sich entscheiden , ob die seitlich am Darmcanale herablaufenden 
Äste unten zusammenmünden , und die nach vorne verlaufenden zwischen Darm und Augen eine 
Anastomose bilden. Es schien mir allerdings immer so, und ist auch viel wahrscheinlicher, als 
dass jeder Ast blind endiget oder sich feiner vertheilt; doch habe ich es nicht gewagt, etwas in 
die Zeichnung des Thieres hineinzutragen, was mir nicht wirklich objectiv geworden ist. 

Der Inhalt dieser Gefässe muss ein farbloses , durchsichtiges Fluidum sein, denn man be- 
merkt nicht die geringste Bewegung im Lumen des Getässes. Die Wand desselben wird durch 



FOCKE , PLANARIA EHRENBERGII. 197 

eine feine Membran gebildet, die nach innen ganz glatt ist, und nicht wie die innere Fläche 
der Blutgefässe höherer Thiere bei stärkeren Vergrösserungen einen minder scharfen Rand zeigt, 
wie bei schwächeren. Übrigens ist diese Wandung ganz unthätig in Hinsicht auf die Bewe- 
gung der Flüssigkeit in dem Gefässe, und von einem Pulsiren ist daher auch gar nichts zu 
bemerken. 

Alle diese Erscheinungen deuten genugsam darauf hin , dass diese Gefässe keinen dem Blute 
analogen Saft zu führen bestimmt sind, sondern viel wahrscheinlicher ein Secret, welches die 
* erdauung bethätigen hilft , oder einen Auswurfsstoff zum Ende des Darmes leiten , und sie 
würden so an die Speichel- und Gallgefässe der Insecten erinnern. Es bleibt dieses jedoch nur 
Yermuthung, bis ihre anatomischen Verhältnisse und namentlich ihr Zusammenhang mit dem 
Saugnapfe deutlicher erkannt wird. 

Hier will ich nur noch bemerken, dass das vordere Gefäss, welches oberhalb des weiteren 
Stammes neben dem Saugnapfe hervortritt, wahrscheinlich isolirt in den Darm mündet, weil 
sein Lumen nicht grösser ist, wie das des hinteren Astes, während es, wenn dieses Gefäss 
durch Vertheilung seines Hauptastes in diesen Arm und jenen , welcher die Schlinge bildet , 
entstanden -wäre, es in Hinsicht der Weite seines Lumens ihm auch gleichkommen würde; was 
aber nicht der Fall ist. 

Eben so merkwürdig wie die Anordnung dieser Gefässe ist die eines anderen Apparates , 
welcher mit den Digestionsorganen in Beziehung zu stehen scheint, und welcher aus zwölf drü- 
senartigen Gebilden besteht, die zu beiden Seiten des Darmes sehr regelmässig gelagert sind. 
Eine solche Drüse besteht aus zehn, zwölf und mehreren grösseren ovalen Blasen, die in ihrem 
vorderen , dem Darme zugewandten Theile wieder mehrere kleine , rundliche Blasen enthalten. 
Zu jeder Seite des Darmcanales liegen sechs solcher Drüsen, und von diesen zwei oberhalb und 
vier unterhalb des Saugnapfes. Die einzelnen Häufchen hängen durch zerstreute Blasen zusam- 
men , und von den beiden vorderen Häufchen jeder Seite gehen feine Fäden bis zum Saugnapfe 
herab; diese treten an verschiedenen Stellen aus dem Häufchen hervor, und vereinigen sich im 
Verlaufe gegen den Saugnapf zu einem gemeinschaftlichen Faden. Dennoch haben sie mehr das 
Ansehen von Nerven oder Ligamenten , wie das von Ausführungsgängen , besonders weil sie im 
\ erhältnisse zum Volumen der Drüse viel zu fein dazu sind. Bei den vier hinteren Häufchen 
habe ich diese Fäden wenigstens nicht deutlich gesehen. 

Unter den organischen Partikeln , welche sich bei mikrotomischen Untersuchungen niederer 
Thiere im Sehfelde des Mikroskopes präsentiren, sind bei weitem die meisten kugelig, und be- 
stehen aus einer zarten, häutigen Blase, welche mit irgend einer Flüssigkeit gefüllt ist. Diese 
Flüssigkeiten sind von verschiedener lichtbrechender Kraft, und je nachdem diese der des Was- 
sers , unter welchem ja alle diese Gegenstände beobachtet werden , gleich oder davon verschie- 
den ist, entsteht auch ein anderes Bild im Mikroskope. Für meinen Zweck reicht es hin , drei 
\ erschiedenheiten hier zu charakterisiren. 

Bei einer Vergrösserung von zwei- bis dreihundertma! im Durchmesser erscheint die Sub 
stanz der Planarien aus kleinen Kugeln zusammengesetzt , die eine äusserst feine Begränzung 
haben. Man nimmt hiebei eigentlich nur wahr, dass eine kreisrunde Linie im Sehfelde des Mi- 
kroskops mehr licht gefärbt ist, das heisst, eine gelbliche Färbung hat, während das Sehfeld 
eigentlich bläulich erscheint, ohne dass man einen schwarzen Strich als Glänze des Kreises 
erkennt. 



198 FOCKE , PLANARIA EHRENBERGII. 

Bei der zweiten Art ist die Begränzung stärker, die Kugeln sind viel kleiner und eine 
starke , scharfe , schwarze Linie umgränzt den Kreis. Diese finden sich bei der Planaria Ehren- 
bergii vorzugsweise im Darmcanale. 

Die dritte Art endlich besteht aus solchen Bläschen , die eine mehr Ölige oder fettartige 
Beschaffenheit haben , durch diese wird das Licht weit mehr gebrochen , wie durch die umge- 
benden Medien, und da in solchen Kugeln die Lichtstrahlen zur Axe gebrochen werden, so 
entsteht an der Gränze der Kugel, wo der noch in sie fallende Lichtstrahl zur Axe gebrochen 
wird, der nächste ausser ihr liegende aber mehr gerade durchfällt, ein Raum, wohin gar kein 
Licht gelangt, und welcher daher schwarz erscheint. Diese Kugeln umgibt daher ein breiter, 
schwarzer Ring, dessen Glänzen nicht scharf , sondern nach innen breiter, nach aussen schmä- 
ler verwischt sind. 

Zu dieser dritten Art gehören die ovalen Bläschen, aus denen die Drüsen zu beiden Seiten 
des Darmcanals unseres Thierchens (Fig. W.ff^) bestehen, und welche eben desshalb mit der 
Digestion in Beziehung zu stehen scheinen, weil das Fett allenthalben nur in der Nähe des 
Darmcanals so bestimmt begränzt gefunden wird. Trotz dieses Fingerzeiges bleibt aber die 
Deutung dieser Organe dennoch höchst unsicher, und so wie man den Fettkörper der Insecten 
für ein Analogon der Leber gehalten hat, so ist es auch in diesem Falle zweifelhaft , ob der 
Überschuss der Assimilation an diesen Stellen deponirt, oder ob ein Fluidum für die Verdauung 
hier abgesondert wird. 

Man könnte die Frage aufwerfen , ob die vorhin erwähnten Gefässe oder diese Drüsen , 
oder beide zusammen, bei einem hinsichtlich der einzelnen Organe so hoch entwickelten Thiere, 
wie es die Planaria Ehrenbergii ist , nicht für Respirationsorgane angesprochen werden müss- 
ten. Nach meiner Meinung wird aber durch solche Conjecturen nichts gewonnen, so lange nicht 
in der Structur der Theiie oder auf dem Wege der Analogie solche Gründe aufgefunden werden, 
welche deutlich auf die Function des in Rede stehenden Gebildes hinweisen. Solche Andeutun- 
gen scheinen mir hier aber ganz zu fehlen, und wir müssen daher dieses Räthsel wie so man- 
ches Andere in der Hoffnung der Zukunft anvertrauen , dass einst sicherlich in ihrem Schoosse 
seine Auflösung gefunden wird. 

Respirationsorgane und Gefässsystem 

habe ich daher bis jetzt nicht entdecken können, und erst weiter unten wird von Organen, 
welche vielleicht damit in Beziehung gebracht werden könnten , die Rede sein. 

Muskelsystem. 

In Hinsicht auf die Vertheilung der Muskeln ist diese Planaria von den übrigen sehr ver- 
schieden. Ausser den schon erwähnten Muskelbündeln des Saugnapfes finden sich noch im vor- 
deren Theiie des Körpers zwei Muskelstreifen ; diese entspringen zu beiden Seiten des vorderen 
Endes des Darmcanals , indem sie sich allmälig aus dem Parenchym hervorbilden , und treten 
convergirend bis zu den Augen, wo die Streifen beider Seiten zusammenfliessen , und eben auf 
dieser Vereinigung die Augen trsgen. Von hier aus gehen aber jederseits ein Schenkel weiter, 
und diese laufen parallel bis an die vorderste Spitze des Körpers. Ein gleicher Muskel liegt in 
der Schwanzspitze, und entspringt gleich hinter dem unteren Ende des Darmes, und läuft als ein 
schmaler Streifen bis an die hinterste Spitze des Körpers. 



FOCKE , PLANARIA EHRENBERGII. 199 

Im Ganzen hat also das Thier nur wenige Muskeln , die aber für sehr kräftige Bewegungen 
ausreichen , wovon man sich am besten überzeugt , wenn man das Thier auf einer Glasplatte 
in einem Wassertropfen beunruhigt. Sehr schön sieht man auch die Thätigkeit dieser sämmtli- 
chen Muskeln beim Fressen des Thieres in Fig. 12. Mit der Schwanzspitze halt sich das Thier 
an der Wand des Glases fest, indem der übrige Körper herabhängt; der vordere Theil hat sich 
aber wieder in die Höhe gebogen, und eine Daphnia pennala umklammert, welche der Saug- 
napf an ihrem unteren Ende umschlungen hat und aussaugt. Ist dieses Geschäft vollbracht , so 
dehnt sich das Thier wieder aus und überlässt die leere Daphnien - Schale ihrem Schicksair. 

Nervensystem und Sinnesorgane. 

Zwei unter schwächerer Vergrösserung schwarz, bei stärkerer röthlichbraun erscheinende 
unregelmässige Pigmentflecken sind die einzigen Rudimente eines Sinnesorganes bei diesem 
Thiere, so wie bei den übrigen Planarien_, wo wir ja bis jetzt noch immer vergebens nach einem 
Nervensysteme suchen. Das Thier reagirt gleich lebhaft gegen die Berührung jeder einzelnen 
►Stelle, sie sei, welche sie wolle; aber ein Organ, welches der Perception von äusseren Ein- 
drücken vorstände , lässt sich nicht auffinden. 

Geschlechtsorgane. 

Für die Fortpflanzung ist auf eine hinreichende Weise gesorgt , und es sind zu dem Ende 
Organe vorhanden, welche sowohl hinsichtlich ihrer Masse im Vergleich zu der des ganzen 
Körpers als auch hinsichtlich ihrer Anordnung und Zusammengesetztheit die Aufmerksamkeit 
des Naturforschers erregen. 

Männliche Geschlechtsorgane. 

Am äussersten Rande des Thieres zieht sich an jeder Seite, neben dem Saugnapfe beginnend 
und bis über den letzten Drüsenhaufen hinausragend, ein körnigdrüsiges Organ herab , das nach 
innen einen mehr geraden Rand hat, nach aussen aber in viele unregelmässige Läppchen und 
Fortsätze zerschlitzt ist. (Fig. 11. K.) Ungefähr in der Mitte treten vom äusseren Rande zwi- 
schen den Fortsätzen zwei feine Fäden hervor, welche convergirend gegen den inneren Rand 
verlaufen und jenseits desselben sich bald in einen Stamm vereinigen. Das drüsige Organ ist 
der Hode und die Fäden sind vasa deferentia. Der gemeinschaftliche Stamm derselben läuft 
gegen den Darmcanal und erweitert sich auf diesem zu einer spindelförmigen bauchigen Samen- 
blase, die nach vorne mit der der anderen Seite zusammenfliesst. Eine dritte retorteniormige 
Samenblase entspringt mit ihrem kugeligen Ende aus dieser Vereinigung, und biegt sicli an der 
rechten Seite der vorigen herab gegen den Penis. {Fig. 11 m.m.m.) Von dem oberen Ende 
dieser letzteren geht ein ziemlich breiter Canal gerade nach links und erweitert sich sehr 
bald in einen blinden Sack, dessen Mitte einen braungefärbten Körper zu enthalten scheint. 
{Fig. 11 n.) Am anderen Ende biegt sich dieser Canal gerade nach hinten (Fig. 11 q.) , trifft mit 
dem Ausgange der dritten unpaaren Samenblase zusammen und umgibt wie eine Scheide den 
untersten Theil des Penis. (Fig. 11 o.) Dieser besteht nämlich aus drei Abtheilungen , wovon 
die hinterste noch im Inneren braun gefärbt ist (Fig. 11 o.) , die folgende cylindrische ist gelb- 
lich, durchsichtig und fein geringelt, die dritte endlich scheint nur häutig zu sein und endigt in 
eine abgerundete Spitze. 

32 



200 FOCHE, PLANARIA EHRENBERGII. 

Weibliche Geschlechtsorgane. 

Zw ischen dem Hoden und den Drüsenhäufchen , fast so hoch hinaufreichend wie der Darm, 
und nach unten den Hoden noch um etwas überragend, zieht sich ein ziemlich dickes, hell- 
gelbes, abwechselnd erweitert und eingeschnürtes Gefäss herab, welches sich durch die oft in 
ihm enthaltenen Eier (Fig. 11 h.) als Eileiter zu erkennen gibt. (Fig. 11 g. g.) In der Gegend 
des Penis tritt aus diesem ein Canal in gerader Richtung gegen den Darm (Fig. 11 *'.), und 
senkt sich hinter der Samenblase von seiner Seite w eggehend in den vorhererwähnten gerade her- 
absteigenden Canal. (Fig. 11 g.) 

So bietet also das Geschlechtssystem einen sehr zusammengesetzten Apparat dar, aus Ho- 
den, Samengefässen , Samenblasen, Penis und Eierstock, der zugleich Eileiter ist, bestehend, 
und ich bedaure nur, dass ich nicht Müsse genug hatte, mich von der Lage der äusseren 
GeschlechtsöfFnung , die ohne allem Zweifel vorhanden ist , zu überzeugen. Man sieht alle diese 
Theile nur, wenn das Thier gepresst wird, und einige nur, wenn man das Thier ganz zwischen 
Glasplatten zerdrückt, wodurch alle Theile aus ihrer Lage gedrängt werden. Bei gehöriger 
Müsse und einer hinreichenden Anzahl von Individuen könnte man aber unter der Loupe oder 
einer schwachen Vergrösserung gewiss das Ausscheiden der schon mit unbewaffnetem Auge 
sichtbaren Eier beobachten , und dadurch die Lage der äusseren GeschlechtsöfFnung constatiren, 
was mir jedoch bisher nicht gelungen ist. 

Anderweitige Organe. 

Die ganze Oberfläche des Thieres ist mit denjenigen Wimpern bekleidet, wegen welchen 
Ehrenberg der ganzen Classe den Namen Turbellaria gegeben, und über die besonders 
Purkinje in neuerer Zeit Licht verbreitet hat. Schon aus dem Vorkommen dieser Wimpern 
ergibt sich , dass sie w enigstens nicht allenthalben als Organe der Ortsbew egung dienen können, 
und so sinkt denn auch ein unter die Oberfläche des Wassers getauchtes Thier dieser Art, 
obgleich jene Wimpern nie ruhen , im Gefässe langsam zu Boden. Man sieht diese Wimpern 
nur am Rande des Thieres (Fig. 16), und bei hellem Lichte bemerkt man sie oft wegen ihres 
schnellen Schwunges gar nicht, wie diess bei Parameciwn ebenfalls vorkommt, indess sie 
wieder manchmal schon bei schwacher Vergrösserung ungemein deutlich wahrgenommen werden. 

Weit merkwürdiger wie diese Erscheinung ist eine andere, welche sehr isolirt bis jetzt 
dasteht und mit der vorhergehenden nicht zu verwechseln ist. Wenn man eines dieser Thiere , 
welches durch Auflegen einer Glasplatte flacher gedrückt und dabei durchsichtiger geworden 
ist, bei einer starken Vergrösserung {2 — 300 Mal linear) beobachtet, so bemerkt man an ver- 
schiedenen Stellen des Körpers ohne Ordnung zerstreut , vorzüglich aber in der Nähe der Augen 
ein Flimmern, welches das Bild gibt, als ob ein äusserst feiner Faden in Wellenlinien hin und 
her geschlängelt würde. Die grösste Ähnlichkeit mit dieser Erscheinung hat das Flimmern der- 
jenigen Organe bei den Räderthieren _, worüber Ehrenberg die Vermuthung aufgestellt hat, 
dass sie vielleicht Kiemen sein möchten ; dieselbe Erscheinung findet Statt in dem , was Nord- 
mann als Gefässsvstem des Diplozoon paradoocum beschrieben hat, und welche ich auch bei 
Nais in den Samencanälen wiedergefunden habe, welche gleich hinter der Einsenkung des 
engeren Ösophagus in den weiteren Darm zu beiden Seiten desselben liegen. Bei diesem Thiere 



FOCKE , PLANARIA EHRENBERGII. 201 

erscheint das Flimmern aber immer nur auf kurzen Strecken {Fig. 17) , und findet also wahr- 
scheinlich nicht in gefässartigen Gebilden Statt. 

Die Art und Weise, wie dieses Flimmern in verschiedenen Thieren vorkommt, scheint 
allerdings dafür zu sprechen, dass es mit den Geschlechtsorganen in Beziehung stehe; vor der 
Hand mag ich es jedoch nicht wagen , irgend eine weitere Deutung desselben zu versuchen. 

Das übrige Parenchym des Thieres besteht meistens aus 1 /i k0 l " im Durchschnitt grossen, 
ovalen, gelblichen Blasen, zwischen denen die übrigen Organe eingesenkt sind. 

Entwicklungsgeschichte, 

Wenn das bisher Erwähnte schon hinreichen würde, die Aufmerksamkeit der Naturforscher 
auf dieses Thier zu lenken, so muss seine Entwicklungsgeschichte, sowohl wegen der Leichtig- 
keit , mit welcher sie beobachtet werden kann , als auch w egen der merkwürdigen Data , welche 
sie liefert , diess noch bei weitem mehr thun. 

Bei der Copula kriechen die Thiere nicht w'iePlanaria torva und lactea nur nebeneinander 
und legen den hinteren Theil des Körpers dem zu befruchtenden Individuum an, sondern sie 
berühren sich mit der ganzen Bauchfläche , so dass der Kopf des einen Thieres auf dem Schwanz- 
ende des anderen ruht {Fig. 19). Den Zustand der Geschlechtstheile eines in der Copula von 
dem anderen getrennten Individuums zeigt die eilfte Figur. In Folge der Begattung, oder ohne 
dieselbe bringen diese Thiere , wie einige Entomostraca entweder lebendige Junge zur Welt 
oder legen mit einer harten braunen Schale umgebene Eier, aus denen sich die Jungen ent- 
wickeln. 

Im Frühlinge und beim Beginn des Sommers findet man Individuen, welche bis zu dreissig 
farblose runde Eier zu beiden Seiten des Körpers in der Substanz zerstreut enthalten. In den 
meisten derselben pflegen lebendige Junge enthalten zu sein , welche man unter dem Mikroskope 
auskriechen sieht. Solche Eier zeigt Fig. 3 , w ährend in Fig. ^ ganz junge Eier dargestellt sind, 
welche eine aus grossen wasserhellen Blasen bestehende Dottermasse enthalten. Fig. 5 zeigt die 
ausgekrochenen Jungen in schwacher Vergrösserung und Fig. 6 zeigt ein Junges im Ei liegend 
Stärker vergrössert , wo man den Saugnapf und die Augen durchschimmern sieht. 

Diejenigen Organe, welche sich am frühesten entwickeln, scheinen allerdings auch der 
Saugnapf und die Augen, mit den zu ihnen gehörigen Muskeln zu sein. Das aus dem Ei geschlüpfte 
Junge hat merkwürdiger Weise die Fähigkeit, sehr schnell das Wasser nach allen Richtungen 
zu durchkreuzen, welche dem ausgebildeten Thiere ganz abgeht, und scheint sich noch eine 
Zeitlang von dem in sein Inneres aufgenommenen Dotter zu ernähren. Die Gegend, wo alle 
später zu entwickelnden Organe liegen , besteht aus lauter grösseren und kleineren Blasen, von 
denen einige deutlich Fetttropfen sind, und sogar manchmal eine rothe Farbe haben, wie bei 
Cjrclops quadricornis und anderen Entomostracis {Fig. 7). Nur der Saugnapf ist deutlich 
abgegränzt und ragt bei der Seitenlage über die Bauchfläche vor {Fig. 8). Diese Seitenlage 
kann man aber nur dadurch erhalten, dass man das Thier platt drückt und dann die Glasplatten 
so verschiebt , dass der Saugnapf an den Rand zu liegen kommt ; denn das Thier ist ganz flach 
und hätte sonst in der Seitenlage die Breite nicht, welch© die achte Figur zeigt. Die Muskel- 
bündel im Saugnapfe bestehen noch aus unregelmässigen Klumpen, und die Erweiterungen der 
MundöfTnung sind daher auch bei weitem noch nicht so häufig und so kräftig , wie bei dem 
erwachsenen Thiere. 

32 * 



202 FOCKE , PLANAMA EIIRENBEIIGII. 

Weit regelmässiger bilden sich die Muskeln im vorderen Theile des Körpers aus , und be- 
stehen hier ihrer ganzen Länge nach anfangs aus kurzen cylindrischen Schläuchen , welche theils 
dicht neben einander liegen, theils im Parenchym zerstreut sind. Ich hoffe diese interessante 
Beobachtung für die Histologie bei einer anderen Arbeit nächstens weiter besprechen zu können. 
Schon im Anfange des Sommers und bis gegen Ende Herbst, wenn die Thiere so lange 
leben, findet man statt der farblosen Eier in den Eileitern grössere, mit einer braunen Schale 
bekleidete , den Eiercapseln der übrigen Planarien analoge Körper , welche eine glän- 
zend weisse Körnermasse enthalten. In der bisher beschriebenen Form (Fig. 1) findet man 
meistens nur zwei bis drei solcher Körper im Eileiter jeder Seite, wie in Fig. 11 h.; aber mit 
der Entstehung dieser Körper beginnen auch die Metamorphosen dieses Thieres , welche mit zu 
den merkwürdigeren Erscheinungen der ganzen Naturgeschichte gehören. Man findet nämlich 
gegen den Herbst auf einmal statt der flachen Thiere (Fig. 1) , welche den Durchschnitt (Fig. 2) 
liefern , lauter grössere , vierkantige Thiere , welche mit einer grossen Menge solcher braunen 
Eiercapseln angefüllt sind, weichein der Gegend der Eierleiter oder Eierstöcke liegen (Fig. 9 
und im Durchschnitt Fig. 10). Es scheint, als wäre das Thier gleich einem polygastrischen 
Infusorium in der Längetheilung begriffen, dem jedoch die besonders in der einen Hälfte ange- 
häufte Menge der Eier widerspricht, und dabei sind die bei der vorigen Form so schön zu 
überblickenden Organe hier in einander gewirrt und so undeutlich geworden , dass man ausser 
dem Saugnapfe, Darm, Augen und Eiern nichts bestimmt unterscheiden kann. Offenbar entsteht 
diese Form durch eine Spaltung des seitlichen Randes , was am strictesten dadurch bewiesen 
wird , dass auch achttheilige Individuen vorgekommen sind. Immer findet man bei diesen Exem- 
plaren eine grosse Anzahl von Eiern bis mehr wie zwanzig , welche in zwei Reihen neben dem 
oberen Rande liegen. Pallas (Spicilegia Zoologie a Fascicul. X. p. 20. et 21.) und O. F. Mül- 
ler (Bist. verm. Nr. 197. — Zool. danica. Tab. CVI.f. 1 — 5. Planaria tetragond) hatten 
nur diese Form vor Augen. 

Es ist wohl als gewiss anzunehmen, dass diese braunen Eiercapseln (Fig. 15) mehr wie 
ein Junges enthalten, obgleich ich dieses nicht direct beobachten konnte, weil die Hitze dieses 
Sommers zu nachtheilig auf im Zimmer beherbergte Thiere und Eier einwirkte. Jedoch habe ich 
im Freien die daraus entwickelten Jungen angetroffen, und zu meinem grössten Erstaunen gesehen, 
dass diese weder flach noch viereckig, sondern ganz stielrund sind (Fig. 13 und im Durch- 
schnitt Fig. 14r), und obgleich sie noch kaum die Länge einer Linie erreicht haben, schon wie- 
der mehrere Eier in ihrem Inneren zur Reife bringen. Auch in diesen lassen sich ausser dem 
Saugnapfe, dem Darme, den Augen und Eiern keine bestimmten Organe unterscheiden , und 
letztere liegen auch nicht mehr regelmässig zu beiden Seiten des Körpers, sondern mehr im 
Parenchyma zerstreut. 

Wirft man einen Blick auf diese Metamorphosen der Gestalt des Thieres, so sieht man, dass 
sie gleichzeitig mit einer zunehmenden Forlpflanzungskraft erfolgen. Schon bei der flachen Form 
finden sich bis 30 Eier mit einem lebenden Jungen, bei der viereckigen sind 20 und mehr Cap- 
seln , deren jede gewiss mehrere Junge enthält, die, kaum aus dem Ei geschlüpft, schon wieder 
Keime zu einer neuen Generation in ihrem Innern erzeugen. Bedenkt man, dass diese Vermeh- 
rung im Sommer geschieht, während die Gewässer, in denen das Thier vorkommt, oft fast ver- 
trocknen, so ist zu verwundern, dass man die Thiere nicht im Herbste zu Tausenden findet , 
und doch sind sie oft plötzlich an einem bestimmten Orte alle verschwunden. 



FOCKE , PLANARIA EHRENBERGII. 203 

Aufenthalt und Fang. 

Die Planaria Ehrenbergli hält sich nur in einem reinen, klaren Wasser auf, welches nach 
Überschwemmungen in tiefer gelegenen Orten in der Nähe der Flüsse zurückbleibt , und worin 
mehr Gräser, als die eigentlich stationären Wasserpflanzen vorkommen. In diesen Wassern glei- 
tet sie über die Grashalme dahin und frisst die daran sitzenden Vorticellen _, Nuiden und selbst 
Crustaceeri j wie schon oben erwähnt wurde. 

Um dieser Thiere habhaft zu werden, muss man daher mit einem feinen Netze diese Gras- 
halme abstreifen, und zwar darf dieses Netz nicht von Fäden gestrickt oder von Leinwand sein 
(wie das Rösel'sche), weil man auf diesen das Thier gar nicht sehen würde, oder wenn man 
es gesehen, ohne dasselbe zu verletzen oder zu zerstören, nicht wieder davon trennen könnte. 
Alle verwandten Thiere fängt man am besten mit einem feinen Drahtgitter, welches über einen 
blechernen Reif gespannt ist, den man durch eine solche Vorrichtung an den Spazierstock befe- 
stigen kann, durch welche das Bajonet auf die Musquete gesteckt wird. Hat man die Thiere 
so gefangen , so kann man sie nicht etwa mittelst einer Pincette in ein Gefäss mit Wasser setzen, 
sondern man muss das Netz umkehren, auf die Stelle , wo das Thier liegt, einen Wasserstrom 
fallen lassen , und dieses dadurch in ein untergesetztes Gefäss spülen. 

Beobachtungsmethode. 

Nicht ohne Schwierigkeiten bringt man ein so leicht zerfliessendes Thier auf den Object- 
träger, was jedoch bei einiger Übung mit der Feder oder dem Pinsel auch gelingt. Z\veckmä>- 
siger aber bedient man sich eines 6" langen Stückes einer gewöhnlichen Barometerröhre , indem 
man deren oberes Ende luftdicht mit dem Finger verschliesst, und nun das untere in das Was- 
ser taucht und in die Nähe des Thieres bringt. Jetzt entfernt man den Finger; der eindringende 
Wasserstrom reisst das Thier mit in die Glasröhre, und indem man den Finger schnell wieder 
auf die obere Öffnung legt , kann man diese Wassersäule mit dem Thiere aus dem Gefässe her- 
ausheben. In dieser Wassersäule sinkt nun das Thier langsam wieder herunter und fällt mit dem 
ersten oder zweiten Tropfen auf den daruntergehalteneu Objectträger. 

So kann man sich bei einer schwachen Vergrösserung von der Form des Thieres und der 
Lage einzelner Organe überzeugen; zur genaueren Beobachtung bei stärkeren Vergrösserungen 
ist es aber nothwendig, das Thier fest zu legen. Beschwert man es zu dem Ende mit einer 
kleinen dünnen Glasplatte, so kriecht es damit fort, und durch eine schwerere wird es ganz 
zerquetscht ; daher ist es nothwendig , eine schwere Glasplatte zu nehmen und ihren zu starken 
Druck durch zwischengelegte dünne Körper zu verhindern , als : dünne Fäden, Papierstreifen etc. 
Bei genauerer Beobachtung wird man aber finden, dass man eines Druckes von verschiedener 
Stärke bedarf, um sich verschiedene Organe deutlich zu machen , wozu man jedoch mit einer 
Maschine, wie etwa der Purkinj e'sche mikrotomische Quetscher, nicht ausreicht, weil der 
Druck zu gewaltsam geschieht. Ich habe zu diesem Ende conische Pflanzentheile , wie z. B. 
Blätter von Ranuncidus fiuviatilis genommen und diese zwischen den Glasplatten langsam 
immer weiter hervorgezogen, bis der Druck stark genug war, und bei ganz jungen Thieren, 
für die solche Theile noch zu dick waren, nahm ich Äste der Conferva glomerata j und zog 
einen Faden nach dein anderen zurück , bis das Thierchen fest lag und ganz durchsichtig war , 
ohne zerrissen zu sein. 



204 FOCKE , PLANARIA EHRENBERGII. 

Für die gewöhnliche Beobachtung reicht eine zwanzig- bis dreissigmalige Vergrösserung im 
Durchmesser hin; um jedoch den Verlauf der (Speichel-?) Gefässe, die Structur des Hoden, 
die flimmernden Fäden etc. zu beobachten , bin ich bis zu einer 420fachen Vergrösserung ge- 
stiegen , welche durch ein schwaches Ocular meines mit Schick'schen Linsen versehenen 
Mikroskopes hervorgebracht wird. 

Geschichte, Synonymie und geographische Verbreitung. 

Ein Thier, welches unter so wechselnden Formen erscheint, kann man aus einer schlechten 
Beschreibung und mangelhaften Abbildung natürlich nicht mit Sicherheit erkennen , und es kann 
daher dieses Thier schon oft abgebildet sein, ohne dass man bestimmt die Figur zu diesem 
Thiere ziehen könnte. Bei manchen wird jedoch der Verdacht sehr dringend, und diese will 
ich hier kurz erwähnen. 

Gewiss handeln Pallas {Spicileg. Zool. Fase. X. p. 20. et 21. Tab. I.f. 12. a e) und 

O. F. Müller (Hist. verm. Nr. 197. Zool. dan. Tab. CVI. f. 1 5.) von derjenigen 

Form dieses Thieres, welche meine Fig. 9 darstellt. Nur die Fig. 5 der Zool. danica bezieht 
sich deutlich auf die schöne flache Form {meine Fig. 1), wie aus den Worten des Textes erhellt : 
»Unicam bilateram se quoque invenisse refert Beatus Auetor _, in qua interanea _, quorum 
in vulgaribus nulla vestigia > visu pulcherrima apparebant.« Schon Pallas sagt, aber gleich- 
sam im Widerspruche, damit: »Viscera ubique in hjalina substantia pellucent/ a dorso 
striga seu intestinum longitudinale fuscum et moleculae lutescentes ab utroque latere fere 
ternae. A latere ventrali granula seu forte ovula ovali globosa _, opaca _, punicea j sine 
ordine nidulantia .... Horum aliqua int er dum dilute sanguinea ., imo pallide alba obser- 
vantur j forte im/natura.« Pallas beobachtete also schon den Darm und die zwei Sorten von 
Eiern , und wahrscheinlich waren die erwähnten blassrothen Körper solche Oltropfen , wie sie 
bei meiner Fig. 7 erwähnt sind. Diese scheinen mehrere Beobachter irregeführt zu haben ; denn 
sieht man von diesen Körpern ab, so passen Müller's Abbildungen seiner Planaria grossa 3 
rostrataj lingua und strigata {Zool. dan. Tab. CV.f. 5 8.) recht gut auf junge Exem- 
plare unseres Thieres in der flachen Form. Wegen dieser Ähnlichkeit möchte ich daher auch 
nicht nur das Derostoma grossum von Duges {Ann. des sciences naturelles. Tome XV. 
Octobre 1828/?. 142. PI. 4 fig. 6.), sondern auch sein Derostoma megalops _, rostratum und 
fusiforme {Ann. d. sc. nat. Tom. XXI. Septembre 1830 p. 18. Planche II. f. 14- 17.) hie- 
herziehen (indem die letzte Figur mit meiner 13ten übereinstimmen würde), besonders weil hier 
die hervorstechendsten Charaktere , der Saugnapf und das obere Ende der Eileiter , so wie auch 
die Eier immer so deutlich angegeben sind. 

Demnach könnte man für dieses Thier folgende Synonymie zusammenstellen: 

Planaria Ehrenbergii Mihi. 

a) plana. 

Planaria grossa , rostrata , Lingua et strigata. Müller. 

Derostoma grossum , rostratum , megalops. Duges. 
|3) quadrangularis. 

F a s c i o 1 a quadrangularis. Pallas. 

Planaria tetragona. Müller. 



FüCKE , PLANARIA EHRENBERGII. 205 

y) teres. 

Planaria linearis. Abilgaard {Zool. dan. Tab. ClX.f. 7 9). 

Derostoma fusiforme. Dag es. 

Hieraus Hesse sich dann auf die geographische Verbreitung des Thieres schliessen, da 
es Pallas in Holland, Müller in Dänemark, Duges bei Montpellier und ich 
selbst bei Halle (auf überschwemmten Wiesen vor dem Klausthore, rechts neben der langen 
Brücke) , Berlin (auf dem Wege vom Oranienburger -Thor zu den Pulvermühlen gelangt man 
in einer Vertiefung des Weges an einen Bach , der in die Spree fliesst. Vor der Brücke ist ein 
Graben hart am Wege rechter Hand, der reines Wasser enthält, worin das Thier vorkommt, 
jedoch nicht in den mit diesem parallelen Gräben, mit Torfwasser) und Wien (im Prater und 
der Brigittenau) gefunden habe. 



Erklärung der Abbildungen. 



Fig. 1. Planaria Ehrenbergii, die flache Form zwölfmal im Durchmesser vergrössert. 

Fig. 2. Dieselbe im Querdurchschnitt. 

Fig. 3. Eier mit lebenden Jungen. 

Fig. 4. Eier mit Dottermasse im unreifen Zustande. 

Fig. 6. Ein Junges im Ei liegend, kurz vor dem Auskriechen. 

Fig. 7. Ein Junges von wenigen Tagen im ausgedehnten Zustande mit rothen Fetttropfen im Innern. 

Fig. 8. Dasselbe Thier zusammengezogen und in der Seitenlage. 

Fig. 9. Die vierkantige Form achtmal im Durchmesser vergrössert mit vielen Eiern. 

Fig. 10. Dieselbe im Querdurchschnitt. 

Fig. 11. Die einzelnen Digestions- und Geschlechtsorgane stärker vergrössert. a. Saugnapf. bb. Darm- 
canal. c. Speichel? -Gefäss. d. Unterer Ast desselben, e. Oberes Speichel *?- Gefäss. ff. Die beiden oberen 
Drüsenhäufchen, gg. Eierstock oder Eileiter, h. Eine darin enthaltene Eiercapsel. *. Canal zur äusseren Ge- 
schlechtsöflhung. h. Hode. I. Samenleiter Qvas deferensj. mmm. Samenbläschen, n. Blind endigende Er- 
weiterung des Canals C^rostata ?J. o p. Männliches Glied, q. Verbindungscanal zwischen den männlichen 

und weiblichen Geschlechtstheilen. 

Fig. 12. Zeigt die Stellung eines Thieres , welches sich mit der Spitze des Schwanzes an der Wand 
des Glases festhält, und mit ihrem Körper eine Daphnia pennata umschlungen hat, um sie auszusaugen. 

Fig. 13. Die runde Form, welche sich aus den Eiercapscln entwickelt, mit drei unreifen Eiercapseln. 

Fig. 14. Dieselbe im Querdurchschnitt. 

Fig. 15. Reife Eiercapseln vergrössert. 

Fig. 16. Ein Stück des Randes mit der Bewimperung. 

Fig. 17. Eine Andeutung der flimmernden Organe in der Nähe der Augen. 

Fig. 18. Eine Parthie des Hodens stärker vergrössert. 

Fig. 19. Die Umrisse zweier Individuen in der Copula. 



DECAS ORTHOPTERORÜM 

NOVORUM. 



- « y&g» 



DESCRIPSIT 

AUGUSTUS FREDEMCUS Comes MARSCHALL. 



33 



Locus ta Viennensis. Kollar. 



Fig. 1. 

Jcilytra in mare abdominis longitudine , in femina paulo breviora , testacea , margine anteriore 
pallide viridia; ovipositor brevis, valde recurvus; thorax planus, carina media postice subele- 
vata , ceterum obsoletissima , dorso testaceo , lobis lateralibus viridibus ; abdomen viride , dorso 
testaceo ; femora pallide viridia , linea obscure fusca in facie externa. 

Statura: exigua, robusta. 

Caput: vix declive , latum, vertice angusto , subconvexo, testaceo -viridi nitentc, linea' angusta 
testacea; labio pallide viridi; in nonnullis vertice toto testaceo, lineola tenuissima flavescenti utrinque 
marginato. 

Oculi: mediocres, hemisphaerici , obscure testacei, junctioni capitis cum prothorace proximi. 

Antennae: corpore duplo fere longiores , testaceae , articulo basali, praecipue in mare, squami- 
formi, viridi. 

Pro thorax: dorso planus , in mare postice sensim dilatatus , productus , rotundatus , in femina pau- 
lum productus, vix rotundatus; carina mediana per totam longitudinem , parte anteriore obsoletissima; 
lobi laterales in ambobus sexubus breves, rotundati; color in dorso e pallido et obscure testaceo varius, in 
lobis flavo -viridis. 

Abdomen: crassiusculum, in mare longius quam in femina, dorso fuscum, inferne flavo -viride; in 
mare appendicibus duobus subulatis, aculeo laterali subrecurvo armatis, in femina appendicibus duobus su- 
bulatis, rectis, inermibus, et ovipositore brevi, valde recurvo, testaceo, margine superiore obscuriori, basi 
laete viridi terminatum. 

Elytra: in mare longitudine abdominis pallide testacea, margine anteriore laete viridia , disco hva- 
lino, circulari, viridescente , nervis validis ; in femina abdomine paulo breviora, pallide viridia, gupenie 
testacea. 

Pedes antici et medii:longi, robusti, spinulosi, femoribus viridibus, tarsis et tibiis testaceis. 

Pedes saltatorii: respectu corporis longiores, femora viridia, linea obscure fusca tenuissima in 
facie externa, in nonnullis linea pallide fusca, limbo superiore tenui albescente; tibiae et tarsi testacei. 

Femina a mare praecipue ovipositore, elytrorum brevitate et laterum abdominis colore viridi ore 
differt. 

Mensurae in lineis parisicnsibus: 

Longitudo a verticis apice ad abdominis apicem 

capitis ..... 

prothoracis .... 

femorum posticorum 

tibiarum posticarum . 

ovipositoris .... 

Latitudo prothoracis .... 

A clarissimo entomologo Kollar in pede montis Kahlenbcrg prope Vlennam in pratis [nventa, 
ubi mensibus Augusto et Seplembri Locustae f'uscae consociata rarius occurrit. Valde affinia hoc. 
brevipenni et Loc. brachyplerae (Charpentier Ilor. Eut.) differt: a prima defectn marginis albi posterioris 

33 * 



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1% 


iy 2 



810 MARSCHALL, DECAS ORTHOPTERORUM NOVORUM. 

loborum thoracis et dcfectu vittae nigrae in facie interna femorura posticorum; a secunda dcfectu marginis 
albi totius lobi prothoracis , elytris maxima parte viridibus. 

2. Scaphura chalybea. Mihi. 

Mas totus chalybeus , macula pallide cinereo - fusca in trochantere et media parte femorum 
pedum posticorum; antennis basi rufis. 

Statura: crassa, quantum a specimine exsiccatione dcformato cerni potest. 

Caput: medium , partim declive , vertice convexo, gcnis subinflatis , facie glabra; labio brevi, inte- 
gre-; palpis longis , articulo ultimo elongato, ovato. 

c u 1 i : laterales , modici , sphaerici , cinereo - fusci. 

Antennae: in specimine nostro mutilato, capite cum prothorace longiores, articulis cylindricis, 
quarto, oetavo, nono cetcris paulo, duodeeimo multo brevioribus, pilosis; basali, seeundo et basi tertii 
cyaneo -nigris, ceteris rufis. 

Ex analogia scaphurarum brasiliensium a Spixio et Martiv depietarum concludi licet, antennarum 
partem anteriorem setaceam et multo longiorem in specimine hie descripto deesse. 

Prothorax: capitis longitudinem aequans, superne convexus, postice gibbus, lobis lateralibus longis, 
medio inflatis , marginc inferiore ovali , rotundato , subreflexo. 

Abdomen: capite cum thorace brevius, crassum, lamellis duabus lanceolatis erectis, marginc supe- 
riore ciliatis et uncis duobus lateralibus terminatum. 

Pedes anteriores et medii: longi, robusti, tarsis longioribus , articulo primo , seeundo et tertio 
triangularibus , primo et seeundo connatis, tertio exserto; quarto quadrato bilobo , quinto gracili , pilis ob- 
sito , uncis duobus recurvis armato , pulvillo intermedio nnllo , colore chalybeo. 

Pedum posterior um: trohanteres robusti, quadrati; femora gracilia, facie externa convexa, interna 
coneava, carina inferna subserrata, geniculis vix dilatatis ; tibiae tricarinatae , femoribus longiores et latio- 
res, parte superiore tota , inferiore apicem versus spinosae. 

Color: totius corporis et pedum omnium obscure chalybeus, maculis pallide cinereo -fuscis in tro- 
chanteribus et parte media femorum posticorum. 

Elytra: corpore fere dimidio longiora , lata , tenuia, margine anteriore subarcuato, inferiore subsi- 
nuato , apice rotundato; colore fuligineo, apicem versus dilutiore. 

Alae: elytror um longitudinem aequantes, elliptico - elongatae , apice rotundatae, nervis validis, api- 
cem versus angustius reticulatae; pallide fuligineae, margine superiori obscuriore , basi et lineis tribus lon- 
gitudinalibus pallidioribus. 

Mensurae exaete non desumi poterant, ob deformationem , quam insectum siccatione passum erat. 

Specimen unicum , a Domino Kammer l acher , defunetae Brasiliae Imperatricis medico Mu- 
seo Caesareo -Regio Viennensi allatum. 

Scaphurae nitidae, a Spixio et Martio tab. XXIII. fiff. 12. depietae simillima; differt tarnen colore 
rufo antennarum, et chaJybeo capitis, prothoracis et pedum posticorum, in scaphura nitida fusco. 

3. Gryllus cylindricus. Mihi. 

Fig. 2. 

Gryllus testaceus ; elytris longitudine abdominis ; thorace cylindrico , piano, postice vix elon- 
gato , rotundato , lobis lateralibus brevibus , margine inferiore linea reeta truncatis , carina me- 
diana obsoletissima; femoribus posticis facie interiore sanguineis ; mandibulis, tibiarum postica- 
rum facie inferiore et linea interrupta in facie interna femorum posteriorum atro-coeruleis- 

Statura: gracilis, forma, alis complicatis, cylindrica; Vertex, prothorax et abdomen in eodem piano 
sita» Color generalis testaceus. 



MARSCHALL, DECAS ORTHOPTERORUM NOVORUM. 211 

Caput: valde declive, vertice subconvexo, fronte in apicem obtusum horizontalem producta, labio 
longo emarginato subpiloso; colore testaceo, in vertice et genis pallidiore, lineis duabus obscurioribus per 
totam longitudinem verticis et lituris obscurioribus in genis ; mandibulis atro - coeruleis. 

Antennae: capite paulo longiores , cylindricae. 

Prothorax: cylindricus, postice paulum in angulura obtusum rotundatum productus, lobis lateralis 
bus brevibus, latis , margine inferiore linea rccta quasi abscissis; superficie scabriuscula, carina mediana 
obsoletissima, rugis transversis tribus in dorso obsoletissimis, quarum anterior in dorso tantum apparet, 
ceterae marginem inferiorem loborum fere tangunt. Color prothoracis testaceus , margine inferiore loborura 
pallidiori , macula obscuriore in parte supcriore loborum. Meso- et Metasternum longum , concavum. 

Abdomen: gracile , rectum , compressum, testaceum, segmcntis per mediam partem fuscis ; oviposi- 
tore e lamellis duabus subdeflexis , denticulis nigris , terminatum. 

Ely tra: longitudinem abdominis acquantia, angusta, linearia, apice rotundata, pallide testacea, nervis 
et parte basali obscurioribus. 

Alae: longitudinem elytrorum aequantes , forma elongata, hyalinae, nervis testaceis. 

Pedes anteriores et medii: breves, tibiis et femoribus longitudinc fere acqualcs , tibiis forfe 
interiore spinosis. 

Pedes saltatorii: respectu corporis breves, tibiis femoribus paulo brevioribus , parte superiore 
spinis brevibus nigris armatis. Color femorura testaceus , punctulis nonnullis nigris in margine superiore 
faciei externae , facie inferiore et interiore sanguineus , linea virgata atrocoerulea in facie interiore. Tibia- 
rum color testaceus , facie inferiore tota , superiore circa tarsorum radiccs atro - coeruleus. 

Mensurae in lineis parisiensibus: 

Longitudo a vertice ad abdominis apicem . . . . . . 17 V2 

capitis ............ 2V2 

prothoracis . . . . . . . . . . . 3 1 /* 

antennarum .*......... 3 

femorum posticorum ......... 7 f / 3 

. . tibiarum posticarum ......... b 1 /» 

Latitudo prothoracis ........... 3 

Unicum speeimen foemineum exstat, a Dom. Grohmanno e Sicilia Museo Caes. Reg. Viennena 
raissum. Nulli speciei nostrati affinis , nisi forte Gryllo migratorio , quoad mandibularum colorem , tarnen 
statura , liabitu et colore ab isto toto coelo diversus. 

4. Oryllus fusco vittaius. Mihi. 

Fig. 3. 

Gry lus flavus; elytris abdomine vix longioribus ; prothorace cylindrico, non carinato, postice 
obtuse rotundato , lobis lateralibus brevibus ; vitta fusca laterali lata in capite et prothorace ; aus 
pallidissime fuscis ; tibiis posticis colore corneo , spinis brevissimis. 

Statura: gracilis, subrobusta. 

Caput: robustum, modice declive, vertice subconvexo, antice horizontaliter prominente, rotundato; 
labio retracto rotundo, mandibularum magnarum flavarum apices tantum tegente; color verticis et genarurn 
flavus , vitta laterali fusca , lata , frontis fuscus , faciei testaceus. 

Oculi: magni, convexi, oblique siti , parte anteriore linea reeta , posteriori segmento circuli termi- 
nati, testaeei. 

Antennae: tenues, capitis cum prothorace longitudinem vix aequantes, squalide fuscae, articulo 
basali flavo. 

Pro thorax: cylindricus, postice subdilatatus, antice paulo caput versus productus, postice paulo pro- 
ductus, angulo obtusissimo terminatus, lobis lateralibus brevibus, margine inferiore recto, rugis tribus 



213 MARSCHALL, DECAS ORTHOPTERORUM NOVORUM. 

transversis , in dorso obsoletissimis , in lobis profundis , marginem inferiorem non attingentibus ; color pro- 
thoracis flavus, vitta lata laterali fusca, cum vitta genarum conjuncta, macula laterali fusca obsoletissima. 

Meso- et Metastern um: latum , planum , glabrum. 

Abdomen: compressum , testaceum, dorso squalide fuscum, lamellis quatuor brevibus , recurvis , 
acuminatis , ciliatis terminatum *) . (In femina.) 

Elytra: abdomine vix longiora , angusta , fusca , apicem versus pallidiora , margine interno ad basin 
usquc flava , ita nt , elytris complicatis , vitta lateralis fusca prothoracis in elytris continuata videatur. 

Alae: pallidissime fuscae, nervis obscurioribus. 

Pedes anteriores et medii: testacei. 

Pedum posterior um femora robusta , tota flava, geniculi lunula et macula fusca obsoleta; tibiae 
breviores , cornei coloris , spinis brevissimis armatae. 

Mensur ae in lineis parisiensibus: 

Longitudo a vertice ad elytrorum apicem 13% 

capitis ............ 2 

prothoracis ........... 3 

femorum posticcrum ......... 7 Vi 

tibiarum posticarum ......... 6 1 /* 

Latitudo prothoracis 2 

femorum posticorum .......... l 2 / 3 

Patria: forsan India orientalis vel Caput bonae spei. 

Unicum exstat specimen in Musco Caes. Reg. Viennensi, a Fichtelio huc allatum. 

5. Gryllus frenatus. Mihi. 

Fig. 4. 
Gryllus squalide luteo-viridis ; elytris abdomine longioribus ; alis pellucidis japice et margine 
inferiore nigrescentibus , basi pallide thalassinis ; thorace cylindrico , postice vix producto , carina 
mediana obsoletissima ; vitta laterali fusca in capite et thorace ; tibiis posticis subtus pallide viri- 
dibus, apice nigrescentibus, spinis multis armatis. 

Statura: gracilis. 

Caput: parum declive, vertice subconvexo, fronte depressa , in apicem triangulärem horizontalem 
producta, gcnis subinflatis, labio horizontali, integro , lato. Color capitis fusco -luteus, parte superiore gena- 
rum laete viridi - luteus, lineis duabus obscurioribus obsoletis in vertice, frontem versus convergentibus, vitta 
laterali lata obscure fusca, in prothorace et elytris complicatis continuata. 

Oculi: laterales , magni , ovales, convexissimi , griseo - fusci. 

Antennae: capite cum prothorace longiores, graciles, apice rotundatae, pallide rubrae, apicem ver- 
sus fuscescentes. 

Prothorax: cylindricus, postice vix productus, angulo obtusissimo terminatus; lobis lateralibus bre- 
vibus, margine inferiore sinuato ; carina mediana obsoletissima; rugis tribus transversis, tantnm in lobis 
lateralibus ccnspicuis, superficie punctis numerosis impressa. Color dorso squalide flavo - viridis , lobis late- 
ralibus luteus, macula obsoletissima fusca, vitta laterali fusca cum vitta capitis exacte correspondente et in 
meso- et metathoracem continuata. 

Meso- et metasternum: breve , planum , nitidum , squalide luteo - viride. 

Abdomen: squalide luteum, dorso fuscum, lamellis quatuor brevissimis, triangularibus , apice 
spina rccurva armatis, apice nigris, terminatum. (In femina.) 



*) Lamellarura istarum par inferius pcculiari , mihi saltcm nondum observata structura gandet j in facic nempe 
inferiori quaque media parte exstat excavatio, ita ut laminae ambac conjunctae cavitatem haemisphaericam 
inter se ostendunt, modulo, in quem globuli sclopctarii funduntur (Rugelform) simillimam. 



lVs 
2 

3V 2 
8% 
5% 
We 

IV. 

IV. 



MARSCHALL, DECAS ORTHOPTERORUM NOVORÜM. 213 

Elytra: abdomine longiora, linearia, apice rotundata, pallide fusca, margine anteriore obscuriori, 
inferior! pallide ferrugineo , apice pellucido nigrescente. 

Alae: trianguläres, elongatae, margine anteriore rectilineo, pellucidae, basi pallidissime thalassino- 
virides, apice et margine inferiore pallide nigrescentes , nervis obsenris. 

P c d c s a u t i c i et m e d i i : squalide luteo - virides. 

Pcdum posticorum femora et geniculi robustiores , squalide flavo - virides ; tibiae femoribus bre- 
viorcs, subtus lividae, apice nigrescentes, spinis multis concoloribus , apice nigris , armatae. 

Mensurae in lineis pari siensib us: 

Longitudo a vertice ad abdominis apicem ... . 10V» 

capitis ....... 

prothoracis . . • • 

antennarum ...... 

elvtrorum ...... 

femorum posticorum .... 

tibiarum posticarum ..... 

Latitudo prothoracis ...... 

femorum posticorum ..... 

Patria: Brasilia, unde a Dom. Kammerlacher Museo Caes. Reg. allatus. 
Gryllo fusco - vittato proxime affinis , tarnen certe speeifice diversus , non mera varietas. 

6. Gry 11 us squalidus. Mihi. 

Fig. 5. 
Gryllus squalide flavus ; elytris abdomine longioribus , pallide ferrugineis , apice pellucidis ; 
prothorace cylindrico , subdepresso , lobis lateralibus longioribus , carina mediana obsoletissima ; 
femoribus posticis et tibiis luteis, his spinis brevibus armatis , carina inferiore ciliatis; pilorum 
fasciculis in parte inferiore ultimorum articulorum abdominis. 

Major et robustior ceteris affinibus , minus tarnen Gryllo fusco - vittato. 

Caput: minus declive quam in ceteris affinibus, prominentia frontali horizontal! depressa , obtuse 
triangulär!, labio angusto , brevi, subbilobo, foveola impresso, mandibulis validis , flavis. Color capitis fla- 
vus, lineis duabus obscurioribus obsoletissimis in vertice frontem versus convergentibus et vitta pone oculos, 
per totum prothoracem continuata , obscurioribus, in singulis individuis plus minusve expressis. 

Ocu li: ovales, margine posteriore rotundati, magni, convexissimi, castanei vel testaeei. 

Antennae: capite cum prothorace longiores , cylindricae, apice obtuse acuminatae, testaceae, api- 
cem versus saturatiores. 

Protliorax: latus, cylindricus, paulo depressus , postice dilatatus, in angulum obtusum produetus; 
lobis lateralibus longioribus, rotundatis, subimpressis ; superficie, praeeipue partis posterioris dorsi et in- 
ferioris loborum, punetis impressis , carina mediana obsoletissima, rugis tribus transversis, anteriore mar- 
gini proxima, dorso obsoleta, ceteris profundis et media marginem inferiorem prothoracis fere tangente. 
Color squalide flavus , dorso rufescens , vitta laterali obscuriore. 

Meso- et metasternum: latum, breve, margine convexum , medio ceneavum , nitidum, squalide 
fusco - testaceum. 

Abdomen: crassiusculum, subcompressum , dorso squalide flavum , subtus et lateribus partis posti- 
cae obscurum*), parte inferiore articulormn ultimorum pilorum fasciculis consitum; lamella breu , lata, 
cymbiformi et stylis duobus brevibus, acutissimis, in basi latioribus, tenninaturr. 

Elytra: abdomine longiora et latiora, linearia, apice subineurva. rotundata, margine inferiore et 
parte basali pallide ferruginea, cetcrum pellucida. 



f ) In uno speeimine annulis angusfissimis nigris in quoque artirulo. 



214 MARSCHALL, DECAS ORTIIOPTERORUM NOVORUM. 

Alac: grisco-fuscae. 

Pedes anteriores et mcdii: longi , fcmoribus cylindricis volidis , tibÜ8 subspinosis, obsctire 
viridi - testaceis. 

Pedura posticorum femora valida, lutea vel colore corneo , geniculis pallide fuscis; tibiae femo- 
mm longitudinera fere aequantes , luteae vel cornei coloris , spinis brevibus apice nigris armatae , carina in- 
feriore ciliatae. 

Pedum omnium pulvilli plantarum majores , cordiformes. 

Mensurae in lineis parisiensibus. 

Longitudo a vertice ad abdominis apicem 12%. 

capitis ............ 1%. 

prothoracis 2 2 / 3 

elytrorum ........... IOV2 

femorum posticorum ......... 7 

tibiarum posticarum ......... 6% 

Latitudo prothoracis . . . . . . . . . . l 1 /» 

femorum posticorum .......... iy 2 

Patria: Brasilia, unde a Dom. Kammer l acher allatus. 

Gryllo frenato et fusco -vittato ita similis, ut difficilime discerni possit, certe tarnen ab iis specifice 
diversus , respectu abdominis et tibiarum ciliatarum , elytrorum picturae et praecipue apparatus genitalis , et 
labii formae. 

7. Gryllus vitreipennis. Mihi. 

Fig. 6. 
Gryllus luteus ; elytris abdomine longioribus , subhyalinis , parte basali luteis ; alis hyalinis, 
nervis griseis , margine superiore pallide flavis; prothorace cylindrico , antice paulo producto, 
postice productiore rotundato , carina obsoleta in parte postica ; femoribus posticis ferrugineis , 
facie externa vix convexis , interna planis, glaberrimis, nitidis, litura nigra; tibiis posticis ciliatis, 
»spinis brevioribus albis, apice nigris, armatis. 

Statura: gracilis. 

Caput: forma et situ capiti Grylli cylindrici simillimum, prominentia frontali triangulari lata , im- 
pressa; labio lato, integro. Color luteus , lineis utrinque tribus in vertice et genis obscurioribus , obsoletissi- 
mis , faciei, labii et mandibularum obscurior. 

Oculi: magni , convexi , ovales, oblique siti, lutei. 

Antcnnae: capite cum prothorace paulo breviores, crassiusculae , subcompressae, apice acuminatae, 
articulo basali luteo , ceterum fuscae, annulis tenuissimis pallidis in quoque articulo. 

Prothorax: cylindricus, anticepauloproductus,rotundatus, postice productior, margine circulari ; lobis 
lateralibus brevioribus , margine inferiore subsinuato ; superficie punctulata, rugis tribus transversis, quarum 
anterior obsoleta loborum marginem non attingit , ceterae profundiores fere usque ad marginem inferiorem 
decurrunt; carina obsoleta in parte posteriore dorsi; color luteus, medio dorsi pallide ferrugineus. 

31eso- et metathorax: robustus, sterno elliptico, coneavo, glabro , fusco. 

Abdomen: gracile, compressum, dorso carinatum, superne nitide fuscum, inferne basi pallidius , 
ceterum luteum. 

Apparatus gener ationis: nil extraordinarii offert. 

Elytra: abdomine longiora , angusta, linearia, apice lanceolata , subhyalina, nervis flavis, parte 
basali usque ad tertiam partem longitudinis lutea. - 

Alae: elytrorum longitudine , trianguläres, elongatae, hyalinae, nervis griseis, margine superiore pal- 
lide flavo. 

Pedes antici et medii: saturate lutei. 



MARSCHALL, DECAS ORTHOPTERORUM NOVORUM. 215 

Pcdum posticorum femora gracilia, facie externa vix convexa , interna plana, glaberrima , niti- 
dissima colore ferrugineo , geniculis pallidioribus , litura nigra parte inferiore faciei intornae ; tibiae fo- 
moribns breviores , squaluie luteae , ciliatae, spinis brevibus albis , apice nigris armatae. 



Mensnrae in lineis parisiensibus. 

Longitudo a vertice ad abdominis apicem .... 

capitis ......... 

prothoracis ...•••♦• 

antennarum ...••••• 

femorum posticorum 

tibiarum posticarum 

Latitudo prothoracis 

femorum posticorum 

P a t r i a : Georgia Am er ic es. 



14% 

1% 

2% 

3% 

8 

6V* 

V/% 

1% 



8. Gry llus xanthochlorus. Mihi. 

Fig. 7. 

Gryllus gracillimus , nitide luteo -viridis ; elytris abdomine longioribus, linearibus, pellu- 
cidis nervis pallide fuscis , parte basali luteo -virescentibus; alis hyalinis, nervis validis 
plumbeis; prothorace cylindrico ecarinato, punctulato, rugis 4 transversis; labio carneo, 
mandibulis luteo -viridibus ; abdomine laete luteo, dorso fusco ; femoribus posticis et tibiis 
luteo -virescentibus; pedum anticorum femoribus luteis, tibiis squalide viridibus. 

Statura: gracillima. 

Caput: declive, vertice cylindrico - convexo, prominentia frontali depressa, triangulär!; labio angusto, 
plusquam dimidio bifido, pallide carneo, mandibulis latis luteo - viridiBus. Color vcrticis et genarum nitide 
luteus , prominentiae frontalis obscurior, faciei virescens. 

Oculi: magni, convexissimi, ovales, oblique siti, testacei. 

Antennae: capite cum prothorace paulo longiores, crassiores, apice acuminatac , brunneae, apice 
obscuriores , articulo basali flavo - viridi. 

Prothorax: perfecte cylindrieus , pone vix productus , margine postico rotundato, lobis lateralibus 
longioribus, quam in ceteris affinibus, margine inferiore antice subsinuato; superficie punctis multis im- 
pressa; rugis 4 transversis, prima margini antico loborum proxima etparallela, secunda obsoleta in dorso 
tantum adparente, ceteris usque ad marginem inferiorem loborum decurrentibus. Color prothoracis nitide 
luteus . dorso vix ferrugineus , margine antico et postico virescens. 

Meso- et Metathorax: longus, punctis numerosis impressus, luteo -virescens. 

Meso- et Met aste rn um: longum, ovale, concarum, squallide luteum maculis brunneis, antice el 
superne carneum. 

Abdomen: gracile, compressum, nitide luteum, dorso obscurius fuscum ; lamcllis duabus lateralibus. 
latis, apice acuminatis, depressis, appendice laterali praeditis terminatuin. 

Elytra: abdomine longiora, linearia, apice subacuminata, pellucida, nervis pallide fuscis, parte 
basali luteo -virescente. 

Alae: el\trorum longitudine, elongato - trianguläres , apice rotundato -acuminatac, h valinae , irides- 
centes, nervis validis plumbeis. 

Pedum anticorum et mcdiorum : femora robusta, lutea; tibiae et tarsi virescentes, in auticis 
obscuriores. 

Pedum posticorum: femora gracilia virescenti- lutea; tibiae virescentes, spinis brevissimis ; tar- 
sorum articuli 1. et 2. carnei, ultimus virescens. 

Variat vitta laete ferruginea in dorso prothoracis, labio et prosterni apice non carneis , sed ViridibuB. 

34 



216 



MARSCHALL, DECAS 0RTH0PTER0RÜ31 NOVORUM. 



Mcnsurac in lineis parisiensibus. 
Longitudo a vertice ad abdominis apicem .... 

capitis ........ 

prothoracis ....... 

elytrorum ....... 

femorum posticorum ..... 

tibiarum posticarum ..... 

Latitudo prothoracis ....... 

femorum posticorum ..... 

Patria: Brasilia, unde a Dom. Kammerlacher allatus. 



10% 

1% 
1% 
9% 
5% 
4% 
1% 
1 



9. Grjllus euceros. 

Fig. 8. 

Gryllus cinero - fuscus ; elytris abdomine longioribus ; alis pallide fuscis , nervis et mar- 
gine antico obscurioribus, parte axillari glaucis; prothorace cylindrico, pone paruin producto, 
rotundato, non carinato, lobis lateralibus brevibus; antennis capite cum prothorace duplo lon- 
gioribus, nigris, apice pallide auranüacis ; abdomine carmineo, annulis latis nigris in quoque 
segmento; femoribus anticis et mediis et facie interna femorum posticorum carmineis. 

S t a t u r a : gracillima. 

Caput: valdc declive, vertice subconvexo, prominentia frontali parva, acuminata; labio angustato, in- 
tegro. Color capitis opace cinero - fuscus , linea longitudinali per totum verticem et mandibulis nigris , litu- 
ris duabus obscurioribus obsoletissimis in genis. 

Oculi: magni, ovales, convexissirni , colore capitis. 

Antennae: capite cum prothorace duplo longiores , crassiusculae , subcompressae, articulis distinc- 
tis; nigrae, apice pallide aurantiacae. 

Prothorax: c\lindricus , medio vix concavus , pone paulo productus , margine rotundato; lobis la- 
teralibus brevibus, margine inferiore, rectilineo; superficie punctis impressa, rugis 4 transversis, dorso 
vix conspicuis , in lobis profundioribus. Color prothoracis opace cinereo-fuscus , linea angustissima mediana 
nigra usque ad dimidiam longitudinem. 

Meso- et metathorax: brevis , robustus, sterno subconvexo; cinereo fuscus nitidus. 

Abdomen: gracile, compresso - cylindricum , dorso carinatum , glabrum , nitidum, sublus xinereo- 
fuscum fasciculis pilorum brevium flavorum in quoque articulo , superne carmineum, annulis nigris , dorsuin 
versus evanescentibus , in quoque segmento. 

Elytra: abdomine longiora , linearia, apice rotundata; cinero - fusca. 

Alae: trianguläres, elongatae, apice productae, rotundato - acuminatae , margine inferiore rotundato ; 
pallidae fuscae , axillis glaucae , nervis validis et margine superiore obscure fuscis. 

Pedes antici et medii: graciles , longiores, femoribus sanguineis, tibiis et tarsis griseo- fuscis. 

Pedum posticorum: femora robusta, facie externa colore rubro - corneo , geniculis nigris , facie 
interna et inferiori laete carmineis; tibiae et tarsi picei, tibiae ciliatae spinis validis. 

Mensurae in lineis parisiensibus. 

Longitudo a vertice ad abdominis apicem . . . . . . . 11%. 

capitis ............ 1% 

prothoracis ........... 2 

femorum posticorum ......... 5% 

tibiarum posticarum ......... 4% 

antennarum ........... 6% 

Latitudo prothoracis lY 3 

femorum posticorum ......... % 

Patria: Brasilia, unde a Dom. Kamm er lach er allatus. 



MARSCHALL , DECAS ORTHOPTERORÜM NOVORTJM. 217 

Nota: Xiphicerae erythrogastrae a Martio in ar ticulatis Brasil, descriptae et 
täb. 24. fig. 3. depictae abdominis et femorum posticorum coloratione affinis, certe tarnen, si vel antennas 
inspexeris, specifice diversus. 

10. Gryllus buceplialus. 

Fig. 9. 

Gryllus obscure fuscus; capite rotundo, latissimo; oculis maximis rotundis; prothorace 
lato, brevi, cylindrico, medio constricto, pone non producto, ecarinato; elytris abdomine 
vix longioribus, angustis, pallide fusco-maculatis; vitta alba per genarum partem inferiorem et 
totum thoracem currente ; abdomine laete aurantiaco , dorso viridi fusco ; femoribus posticis 
luteis, canali inferiori prasino - viridi ; tibiis posticis obscure viridibus, longe ciliatis. 

Statura: gracilis ; magnitudo minima. 

Caput: rotundum, latissimum , brevissimum, vix declive, vertice convexo, in apicem brevem hori- 
zontalem rotundato - ovalem , superne depressum producto; labio integro. Color fusens , vitta lata alba in 
parte inferiore genarum, prominentia verticis pallide lutea. 

Oculi: maximi, rotundi, convexissimi , vertice fere se invicem tangentes, squalide virides, punetis 
irregularibus flavis et obscurioribus conspersi. 

Antennae: capite cum prothorace paulo longiores , fulvae, articulo basali cylindrico , flavo , apice 
subacuminato. 

Prothorax: robustus, latus, cylindricus, medio constrictus , pone rotundatus , non produetus, 
lobis lateralibus brevibus , margine inferiore subsinuato ; rugis tribus transversis , in lobis profundioribus ; 
color obscure fuscus , dorso pallidior, vitta lata alba margine inferiore loborum. 

Meso- et metathorax: obscure fusci, vitta lata alba cum vitta prothoracis correspondente. 

Meso- et Metastern um: breve, rotundum, planum, nitidum, obscure fuscum. 

Abdomen: crassiusculum, subcompressum, stylis duobus lateralibus terminatum; dorso et Iateri- 
bus segmentorum anticorum nigro- viridibus, ceterum aurantiacum (in insecto vivo forsan laete miniaceum). 

Elytra: abdomine vix longiora , linearia, angusta, margine antico basin versus convexo, apice ro- 
tundato, colore pallide fusco , parte antica, praeeipue basin versus , maculis nonnullis obscurioribus, mar- 
gine inferiore squalide flavo. 

Pedes antici et medii: obscure fusco-virescentes. 

Pedum posticorum: femora robusta, geniculis latis interne nigro - fuscis ; facie externa lutea, 
vittis duabus transversis obsoletissimis pallide fuscis, punetis nonnullis nigris, irregulariter dissitis; canali 
inferiori profundo, prasino- viridi; facie interna nitida, diluto lutea, vittis duabus prasino -viridibus, admo- 
dum obsoletis, vittis externis correspondentibus. Tibiae femoribus paulo breviores, obscure prasino- virides, 
macula basali faciei inferioris et parte tota postica faciei superioris nigris, longo ciliatae, pone spinis bre- 
vissimis armatae. Tarsi longi, squalide virides, pulvillis conicis. 

Mensur ae in lineis parisiensibus. 

Longitudo a vertice ad abdominis apicem 7 

capitis ............ 1 

prothoracis ........... 1% 

elytrorum ........... 4% 

femorum posticorum 3 5 / 6 

tibiarum posticarum 3y t 

Latitudo prothoracis 5 / 6 

femorum posticorum . . . . . . . . . 1% 

capitis iy 2 

Patria: Brasilia, unde a Dom. Kammerlacher allatus. 

Capite latissimo rotundo, oculis maximis rotundis fereDiptera nonnulla refert, et ab omnibus congene- 
ribus distinguitur. 



3^ 



% 



Indicatio figurarum Tabulae XVIII. 



Fig. 1. Locusta Viennensis. Kollar. Femina. 

Fig. 2. Gryllus cylindricus. Femina. 

Fig. 3. Gryllus fuscovittatus. Femina. 

Fig. 4. Gryllus frenatus. Femina. 

Fig. 5. Gryllus squalidus. Femina. 

Fig. 6. Gryllus vitreipennis. 

Fig. 7. Gryllus xanthochlorus. Femina. 

Fig. 8. Gryllus euceros. 

Fig. 9. Gryllus bucephalus. 



ÜBER EINIGE NEUE, 

ODER 

NICHT GEHÖRIG UNTERSCHIEDENE 

CYPRINEN, 

NEBST EINER 
SYSTEMATISCHEN DARSTELLUNG 

DER 

EUROPÄISCHEN GATTUNGEN DIESER GRUPPE 

VON 

JACOB H E C K E L. 



Mit zwei Kupfer- und einer Steindrucktafel. 



Es unterliegt wohl keinem Zweifel, dass es sehr schwer ist, bei so nahe verwandten Arten, 
wie es die der Cyprinen (Linn.) sind, Kennzeichen aufzufinden, durch welche die Arten 
mit Bestimmtheit von einander unterschieden werden können. Weder die Kennzeichen von 
einem einzigen Theile des Fisches entlehnt, noch die Merkmahle von mehreren äusseren Orga- 
nen hergenommen , schienen mir hinreichend , die verwandten Arten gehörig von einander zu 
trennen. So ist z. B. die Anzahl der Flossenstrahlen zu unbeständig, um allein als sicheres 
Unters cheidungs-Merkmahl dienen zu können; die Zahl der Schuppenreihen ist gleichfalls 
nicht genügend, da bisweilen sonst ganz verschiedene Arten hierin übereinkommen; der Bau der 
Schlund -Zähne bei den verwandten Arten ist zu übereinstimmend, ja selbst das Verhältnis der 
verschiedenen Dimensionen des Körpers zu einander wird durch das Trocknen der Exemplare 
oder durch die Aufbewahrung in Weingeist gestört, und kann daher keineswegs als ein sicherer 
Leiter bei Unterscheidung der Arten, wie sie in den Museen aufgestellt sind, gebraucht werden. 

Von der Unzulänglichkeit der Charaktere, die bisher zur Unterscheidung der Cvp ri- 
llen angewendet wurden, durch die Erfahrung sattsam überzeugt, war ich darauf bedacht, 
andere Kennzeichen aufzusuchen, und glaube ein solches , und zwar ein sehr beständiges, in der 
Stellung des Auges in Bezug auf die MundöfTnung gefunden zu haben , indem ich eine Linie 
vom Anfange der Mundspalte durch die Mitte des Schwanzes ziehe, wodurch sogleich hervor- 
geht, ob der untere oder obere Augenrand mehr oder weniger von dieser Linie durchschnitten 
wird, oder ob das Auge gänzlich von ihr entfernt steht. 

Bei Zählung der Flossenstrahlen habe ich den letzten , bis auf seine Wurzel gespaltenen, 
daher doppelt scheinenden Strahl , in der Rücken - und Anal - Flosse nur für einen Strahl ge- 
zählt; der erste ungetheilte Strahl dieser Flossen ist, besonders, wenn ihrer vier vorhanden 
sind, sehr kurz, und von der Flossenhaut so überzogen, dass man ihn erst bei der Bewegung 
der Flosse, oder mit dem Messer bemerkt. 

Die Schuppenreihen ober der Seitenlinie sind von dieser perpendikulär nach aufwärts , bis 
zum ersten Strahl der Rückenflosse gezählt, und ich habe bei jenen Cyprinen, deren Rü- 
ckenfirste dachziegelartig mit Schuppen belegt ist, die oberste oder mittlere Schuppenreihe, 
welche eigentlich zu keiner der Seiten des Fisches gehört, für neutral angesehen, und nicht 
mitgezählt; die Schuppenreihen unter der Seitenlinie sind nach abwärts senkrecht bis zum 
Rande der Anal -Öffnung gezählt; allein bei den Ab ra m is- Arten , wo auf der Rückenfirste 
keine neutrale Schuppenreihe steht, und diese scheitelförmig sich theilen , sind die Reihen alle 
gezählt, mit Ausnahme der einzigen Seitenlinie selbst. Diese Zählung der Schuppenreihen, 
welche früher schon vom Herrn Professor Jurine zu Genf *) auf ähnliche Weise als spe- 
zifisches Kennzeichen gebraucht wurde, lässt sich nach meiner Erfahrung (den Zustand der 



*') Histoire abregee des poissons du lac Leman. Memoires de la sociale de physique et d hisloire naturelle de 
Geneve. Tom, III. premiere parlie. 



222 HECKEL , ÜBER EUROPÄISCHE CYPRINEN. 

frühesten Jugend ausgenommen) auf jedes Alter des Fisches anwenden, ohne dass an den, 
zu einer Art gehörigen Individuen, die Reihen-Anzahl im normalen Zustande abweichet; obgleich 
es nicht selten der Fall ist, dass eine Schuppenreihe sich theilet, oder dass umgekehrt zwei 
Reihen in eine verschmelzen ; diese Abnormität wird aber einem etwas geübteren Auge , im 
ersten Falle , an den plötzlich kleiner werdenden Schuppen , und im zweiten an einer oder 
zwei vergrösserten , leicht kennbar sein. 

Bei der Angabe der Dimensionen bezeichne ich mit dem Ausdrucke : die ganze Körperlänge, 
den Kopf und Leib sammt der Schwanzflosse; unter Kopflänge verstehe ich die Entfernung von 
dessen äusserstem Vorsprunge zu jenem Rande des Kiemendeckels, der am meisten dem Schwänze 
sich nähert. 

CYPRINUS. Cuvier. 

Im Anfange der Rücken- und Anal -Flosse ein gezähnter Knochenstrahl; vier Bartfäden, 
zwei in den Mundwinkeln, zwei am Oberkiefer; die Rückenflosse, senkrecht über den Bauch- 
flossen anfangend, viel länger als die Analflosse; die Schlundzähne dick, mit abgeflachter ge- 
furchter Krone , drei, selten vier in eine Reihe gestellt, dann dem mittleren dieser drei Zähne 
zur Seite , einen , meistens zwei kleinere nach innen , welche eine an die vorige im rechten 
Winkel anstossende Linie bilden. 

Es sind stark und rauh beschuppte, meist etwas hohe, dicke Fische mit stumpfem Kopfe 
und ziemlich fleischigem Munde; sie haben meist eben so viele Schuppenreihen ober als unter 
der Seitenlinie. 

Cyprinus hungaricus. Hechel. 

Tab. XIX. Fig. 1. 

Cyprinus I. Marsilius Danub. Panon. Mysicus tab. 19. 

S e e p i n k 1 Kramer Elench. paff. 390. 

Cyprinus Carpio, var. lacustris , Fitzinger Prodom der österreichischen Fauna. 

Corpore teretiusculo; oculis, magnitudine squammis maximis aequa- 
libus; squammarum seriebus sex supra, et infra lineam lateralem. 

Dem Cyprinus Carpio ähnlich, allein durch seine weniger hohe, breitere, bei alten 
Individuen fast walzenförmige Gestalt, durch seine grösseren Augen und mehr abgerundete 
Schuppen auffallend verschieden. 

Die grösste Höhe des Körpers ist viermal in dessen ganzer Länge enthalten , und seine 
grösste Breite ist */s der Höhe ; der Kopf, 4rV 2 mal in der ganzen Körperlänge , ist beinahe wie 
an den gewöhnliehen Karpfen gestaltet , nur dicker , weniger hoch , mit flacherer Stirne und 
längeren Bartfäden; die Augen, deren Durchmesser einem Fünftel der Kopflänge gleichet, lie- 
gen mit ihrem vorderen Rande lV 2 dieser Durchmesser von dem äussersten Ende der Nase 
entfernt ") ; eine gerade Linie vom Anfange der Mundspalte durch die Mitte des Schwanzes ge- 
zogen, lässt den unteren Augenrand um V* Durchmesser des Auges über sich, trifft dann den 
Anfang der zweiten Schuppenreihe unter der Seitenlinie, und durchschneidet ober den Bauch- 
flossen die Seitenlinie selbst; diese senket sich dann um eine ganze Schuppenreihe tiefer, und 



') Bei Cyprinus Carpio liegen die Augen, deren Diametcr beinahe x / 7 der Kopflänge gleichet, um 2V2 
dieses Diameters von der äussersten Nasenspitze entfernt. 



HECKEL , ÜBER EUROPÄISCHE CYPRINEX. 223 

vereiniget sich erst vor der Schwanzflosse wieder, mit der gezogenen Durchschniüslinie ; 
39 Schuppen bilden die Seitenlinie; alle Schuppen sind verhältnissmässig kleiner als bei C. Car- 
pio , die Breite der grössten ist nur einem Durchmesser des Auges gleich, und ihr unbedeck- 
ter etwas buchtiger Rand beschreibet beinahe einen halben Zirkel, während bei C. Carpio 
dieselben Schuppen IV2 Durchmesser des Auges gleichen , und ihr unbedeckter Rand kaum 
über % seines Zirkels beschreibet, daher einen weit flacheren Bogen bildet; der Fächer dieser 

Schuppen besteht aus 20 30 erhabenen Strahlen, wie bei C. Carpio. 

Die Flossen sind alle eben so gestaltet und gestellt, wie an C. Carpio, ausgenommen 
die Schwanzflosse , welche etwas weiter von der Rücken- und Analflosse entfernt ist; allein in 
den Schlundknochen liegt noch ein merklicher Unterschied, diese sind bei unserem Fische stär- 
ker als bei C. Carpio, und die flachen Zahnkronen sind durch ihre gezähnten Furchen, bei 

Individuen aus jedem Alter , ausgezeichnet. 

8 

P. 1/17. V. 2/8. A. 3/5. D. V20. C. n . 

10 

Die Hauptfarbe des ganzen Fisches ist gelblich , grau -grün von oben, die Iris violett, um 
die Pupille ein goldgelber Ring, Rücken und Schwanzflosse von der Farbe des Rückens, Brust- 
Bauch- und Anal-Flossen , schmutzig gelb mit grauem Saum; an ausgestopften Exemplaren wird 
der Rücken und die Seiten bis gegen den Bauch hinab schwarz. 

Diese Karpfen- Art, hier gewöhnlich Seekarpfen genannt, gehört zu den zahlreichsten 
Bewohnern des Neusiedler- Sees in Ungarn, von wo sie in Menge auf den hiesigen Markt 
gebracht wird, und nicht selten ein Gewicht von 20 Pfunden und darüber erreicht. In demsel- 
ben See, welcher durch Abzugs - Canäle, mit dem bald darauf in die Donau sich ergiessenden Flüss- 
chen Rabnitz in Verbindung steht, kommen auch zuweilen, wiewohl selten, gewöhnliche hohe 
Karpfen C. Carpio vor. Dieses geschieht jedoch nur nach einem sehr hohen Wasserstand der 
Donau, oder nach einer Überschwemmung derselben, und die unwillkürlich eingewan- 
derten Bewohner der raschen Fluthen pflanzen sich in dem stehenden moorigen Gewässer des 
Sees wenig oder gar nicht fort. Gegenwärtig , da nun beinahe vier Jahre verflossen sind , seit- 
dem durch den hohen Wasserstand und das Austreten des Flusses eine Einwanderung von Do- 
naufischen durch die seit dieser Zeit ausgetrockneten Kanäle möglich war, fängt man selten 
einen Flusskarpfen darin; indessen habe ich docli dieses Jahr einige massig grosse, und na- 
mentlich auch einige so junge Individuen erhalten, welche zur Zeit der letzten Überschwem- 
mung nicht hinein getrieben sein konnten , und deutlich beweisen, dass die Flusskarpfen C. C a r- 
pio, wenn sie sich darin fortpflanzen, die Identität ihrer Gattung auch im See bewahren, eben 
so wie in cultivirten Teichen, ohne in unseren Cyprinus hungaricus im mindesten überzugehen. 

Cyprinus Kollarii. Heckel. 

Tab. XIX. Fig. 2. 

Dorso elevato; cirrhis brevissimis; squammarum seriebus Septem s u- 
pra, et sex infra lineam lateralem. 

Ein ziemlich hoher, zu beiden Seiten sehr flach gedrückter Karpfen, der im Allgemeinen 
der Karausche Cyp. Carassius etwas ähnlich sieht, kaum etwas länger ist, mit spitzerem 
Kopfe , runderen kleineren Schuppen und schwarzen Flossen. 

35 



324 HECHEL, ÜBER EUROPÄISCHE CYPRINEN. 

Die grösste Höhe des Körpers ist dreimal in seiner ganzen Länge , und seine grösste Breite 
2V 2 mal in der Höhe enthalten. Der Kopf, 4V 2 mal in der ganzen Körperlänge , ist dick und 
etwas zugespitzt, der Mund wie bei gewöhnlichen Karpfen , die Bartfäden aber sehr kurz, kaum 
eine Linie lang; die Augen, deren Durchmesser einem Fünftel der Kopflänge gleichet, liegen 
mit ihrem vorderen Rande lV 2 dieser Durchmesser von dem Ende der Nase entfernt; eine ge- 
rade Linie, vom Anfange der Mundspalte durch die Mitte des Schwanzes gezogen , lässt den 
unteren Augenrand um V* Durchmesser über sich, durchschneidet nach dem Kiemendeckel die 
zweite Schuppenreihe unter der Seitenlinie, und trifft mit dieser Seitenlinie erst an ihrem Ende 
wieder zusammen *). Der Rücken steigt, wie bei Cvp. Carassius, vom Hinterhaupte in hohem 
Bogen gegen die Rückenflosse empor , ist sehr schmal und vor der Flosse beinahe schneidend, 
die Seitenlinie besteht aus 34 36 Schuppen; die Schuppen sind im Allgemeinen stark abgerun- 
det, mit zart ausgebuchtetem Rande, auf ihrer unbedeckten Fläche rauh, von einem Fächer mit 

18 25 Strahlen durchzogen, die grössten unter ihnen sind einem Durchmesser des Auges 

gleich. 

Die Flossen haben alle dieselbe Stellung und Gestalt wie bei Cyprinus Carpio. 

8 

P. 1/17. V. 2/8. A. 3/5—6. D. 4/18—20. C. 17 . 

s 

Der Zahnbau ist vorzüglich ausgezeichnet; es sitzen nämlich vier Zähne in einer Reihe, 
und nur ein sehr kleiner diesen zur Seite; die Kronen der mittelen Zähne sind nicht so dick, 
aber eben so flach als an andern eigentlichen Cvp rinen, und nur von einer Furche durch- 
zogen. 

Es erreichet dieser Karpfen eine Länge von ungefähr acht Zollen; in der Jugend ist er, so 
wie alle hochrückigen Fische, mehr gestreckt, und erst wenn er beinahe seine ganze Länge er- 
reicht hat , breitet sich sein Wachsthum mehr in die Höhe aus , und bildet den hochgewölbten 
Rücken; seine Farbe ist dunkelgrün, gelbgrün auf den Seiten, und gelb auf dem Bauche; die 
Iris gleichfalls gelb, und alle Flossen schwarz. 

Man findet unsern Fisch ziemlich häufig in dem Neusiedler See in Ungarn , wo ihn die 
Fischer für einen Bastard des Seekarpfen und der Kar aus ch e (yulgo Gareis sl) halten, und 
ihm daher den Namen Karpf-Gareissl gegeben haben ; es ist allerdings wahr, dass die 
Form des Kopfes einem Karpfenkopfe ähnlich sieht, und der hohe Rücken an die Karausche 
erinnert , allein das häufige Vorkommen des Fisches , dessen Gestalt sich immer gleich bleibt, 
und nicht bald mehr als Karpfen oder mehr als Karausche erscheint, scheinet hier keineswegs 
für die Wirklichkeit einer solchen Bastardirung zu sprechen, die allenthalben sich zeigen müsste, 
wo Karpfen und Karauschen beisammen wohnen, und zwar weit häufiger noch in den 
der Cultur unterworfenen Teichen , als im grossen freien See ; übrigens, warum sollten nur ge- 
rade diese beiden Species so häufige Blendlinge in dem weiten Bassin erzeugen, während daselbst 
von gleichfalls häufig vorkommenden noch näher unter sich verwandten Gattungen, wie z.B. Abra- 
mis, Brama und Blicca, Leuciscus rutilus und ei y t hro phthalmus, keineinzi- 



*) Dieselbe Linie würde bei Cyp. Carassius den unteren Augenrand, dann nach dem Kiemendeckel die erste 
Schuppenreihc unter der Seitenlinie durchschneiden, und sich schon über den Baucbflossen mit letzterer wie- 
der vereinen. 






HECHEL , ÜBER EUROPÄISCHE CYPRIKEN. 225 

ger bekannt ist ; wie selten ein solcher Fall vorkommen mag, lässt sich schon daraus schlies- 
sen, dass Bloch in seinem grossen Fischwerke T. I. pag. 98 gesteht, nie einen Blendling 
vom Karpfen und der Karausche selbst gesehen und untersucht zu haben, und sich nur in 
Betreff derselben auf Erzählungen von Teich -Besitzern, und auf die Angabe älterer Schriftstel- 
ler bezieht. Unter diesen gibt Marsilius tab. XXI. , mit dem Namen Sittigkarpfen, Halb-Karass, 
die Abbildung eines vom Karpfen und der Karausche entstanden sein sollenden Blendlings aus 
unserem Gewässer; er ist o h n e Bartfäden , die Rücken und Analflosse ohne gezähntem Kno- 
chenstrahl, scheinen vielmehr lauter weiche Strahlen zu enthalten, seine ganze Gestalt und 
Grösse macht ihn dem Karpfen ähnlich, und er ist daher von unserem Fische sehr weit verschie- 
den. Aus dem Angeführten geht \ nun deutlich hervor : Erstens , dass die Befruchtung der 
Karpfen -Eier von der Karausche, oder umgekehrt, der Karauschen-Eier durch Karpfen, wenn 
sie auch wirklich zuweilen Blendlinge hervorbringen sollte, selten gelingen mag; zweitens, dass 
diese angeblichen Blendlinge ihrer Beschreibung und Abbildung nach sehr weit von unserem 
Fische abweichen; ich bin daher fest überzeugt, dass dieser schöne kurzbärtige Karpfen , den 
ich zuerst der Güte meines geehrten Freundes, Herrn Vinc. Kollar, Custos am k. k. Na- 
turalienkabinete , verdanke , als eine eigene , sich selbst fortpflanzende Art bestehe. 

ASPIUS Agassis. Leuciscus Cuvier. 

Unterkiefer vorragend , mit einer Erhöhung an der Symphisis, welche in eine Ausbuchtung 
des Oberkiefers passt; Rückenflosse senkrecht nach den Bauchflossen anfangend, mit weniger 
Strahlen als in der Analflosse; die Schlund -Zähne langkonisch mit einwärts gekrümmten Spi- 
tzen, in zwei parallele Reihen gestellt, die äussern mit fünf , die innern mit drei Zähnen. 

Es sind gestreckte Fische , deren Bauch zwischen den Bauch- und Analflossen mehr oder 
weniger gekielt ist, bei einigen sind die Zähne der äusseren Reihe nach innen gekerbt; an 
schmalen Gattungen ist die untere Spitze des Schwanzes länger als die obere , ihre längere 
Analflosse beginnt schon unter dem Ende der Rückenflosse, und ihre zarten Schuppen sind sehr 
leicht abfallend. 

Aspius Mento. Agassis. 

Tab. XIX. Fig. 3. 
Aspius. Heckelii. Fitzinger. Prodrom zu Fauna von Österreich. 

Oculis magnis; squammarum Serie bus decem supra, et quatuor infra 
lineam lateralem. 

Zwischen Aspius rapax Agass. und Alburnus, von ersterem durch den kürzeren 
Kopf, den weit vorstehenden dicken Unterkiefer, das grössere Auge und die grösseren Schup- 
pen auffallend verschieden; von letzterem , welchem er weit näher steht , durch seinen breiten 
Rücken, dickeren Körper, und vorzüglich durch seinen längeren Kopf sehr ausgezeichnet. 

Die Höhe dieses Fisches ist 5%mal in dessen Länge enthalten, und seine Breite oder Dicke 
lVsinalin dessen Höhe. Der Kopf, 5V2inalinder ganzen Körperlänge, ist etwas spitz und mehr ab- 
wärts gebogen als an Asp. rapax; der Mund beginnt sehr von oben, ist schief abwärts gespalten, mit 
Stark hervorragendem sehr verdicktem Unterkiefer ; das Auge ist sehr gross, sein Durchmesser ist 

35 * 



226 HECHEL, ÜBER EUROPAISCHE CYPRINEN. 

3 2 /3nialin der Kopflänge enthalten, es liegt um einen seiner Durchmesser vom Anfange des geschlos- 
senen Mundes entfernt, eine gerade Linie von diesem mitten durch den Schwanz gezogen, be- 
rührt den oberen Rand der Pupille, durchschneidet gleich hinter dem Kopfe die erste , ober 
den Bauchflossen die fünfte , und ober dem Anfange der Analflosse die dritte über der Seiten- 
linie gelegene Schuppenreihe , und trifft mit der Seitenlinie kurz vor ihrem Ende zusammen. 
Der Rücken ist bald nach dem Kopfe beinahe gerade, dick und rund, der Bauch nach den 
Bauchflossen deutlich gekielt; die Schuppen sind sehr zart, leicht abfallend, die grössten ha- 
ben 2 / 3 Durchmesser des Auges , ihre concentrischen Ringe sind sehr fein, und ihr Fächer, aus 
6 12 Strahlen, bildet am Rande eben so viele Kerben; die Seitenlinie besteht aus 58 Schup- 
pen, die Flossenschuppen sind spitz und halb so lang als die Bauchflossen. 

Alle Flossen sind weniger spitz , nämlich im stumpferen Winkel abgeschnitten , als bei 
Asp. rapax; die Brustflossen reichen zurückgelegt bis auf % gegen die Bauchflossen, diese 
wieder zurück gelegt reichen bis über die Hälfte der Analflosse , die Basis der Analflosse glei- 
chet der Länge der Brustflosse , ihr vierter längster Strahl gleichet der Basis der Rückenflosse, 
und ihr letzter kürzester ist halb so lang ; senkrecht ober dem Zwischenräume der Bauch- und 
Analflossen beginnt die Rückenflosse mit ihrem ersten Strahle, dem Kinne näher stehend als dem 
Schwanzende, ihre längsten Strahlen sind mit jenen der Bauchflossen gleich lang, ihr kürzester 
aber nur halb so lang; die Schwanzflosse ist massig ausgeschnitten, das untere Ende kaum län- 
ger als das obere. 

P. 1/16. V. 2/9. D. 3/8. A. 3/15. C. "17" . 

5 
An einem Exemplar aus der Traun. D. 3/7. A. 3/14. 

Die Farbe dieses Fisches ist auf dem Rücken und dem Kopfe dunkelgrün , silbern an den 
Seiten , deren leuchtender Glanz sich am besten mit einer hell geschliffenen Stahlplatte verglei- 
chen Hesse; die unteren Flossen sind weiss, etwas ins Gelbliche ziehend, Rücken und besonders 
Schwanzflosse schwärzlich gesäumt , die Iris perlenmutter oben schwarz punktirt. 

Ich fand diesen schonen Aspius von der Länge einer Spanne bei Gmunden in Ober- 
Oesterreich im September 1824, und zwar ziemlich häufig unter der über die Traun füh- 
renden Brücke. Er pflegt, gegen den schnellfliessenden Strom gerichtet, bald wie eine Forelle auf 
einem Punkte ruhig zu stehen, sein Rücken spielt dann im Sonnenschein das schönste Smaragdgrün, 
von krystallner Fluth überspült; bald verändert er rasch seine Stelle, mit einer Schnelligkeit 
in seinen Bewegungen , welcher das Auge kaum zu folgen vermag. Die Fischer nennen ihn 
dort Haserl (diminutiv von Hase), ein Name, welchen man hier dem Leuciscus vulgaris gibt. 
Später erhielt das hiesige Museum durch die Güte des Herrn Professor Agassiz sehr schöne 
Exemplare seines Aspius Mento aus München; ich habe nun diese Exemplare auf das sorg- 
fältigste mit jenen aus der Traun verglichen , und halte sie für eine und dieselbe Species , ob- 

schon ich an einigen 16 17 Strahlen in der Analflosse fand, eine kleine Abweichung, die, wie 

bekannt, sehr oft bei Strahlenanzahl Statt findet ; in Baiern gibt er an Grösse dem Aspius rapax wenig 
nach. Vor Kurzem erhielt ich auch ein in der Donau bei Wien gefangenes 9 Zoll langes Exem- . 
plar dieses Aspius, nach welchem ich obige Beschreibung nach dem Leben entwarf. Die 
hiesigen Fischer unterscheiden ihn nicht, und nennen ihn gleich dem As pius rapax: Schied. 



HECKFL , ÜBER EUROPÄISCHE CYPBINEN. 227 

AB RA 31 IS. Cuvier. 

Die Schuppen bilden vom Hinterhaupte bis zur Flosse auf der Rückenfirste einen Schei- 
tel; Oberkiefer vorragend; die Rückenflosse kurz und hoch, sehr schief abgestutzt, senkrecht 
nach den Bauchflossen anfangend, Analflosse sehr lang, unter dem Ende der Rückenflosse be- 
ginnend ; die Schlundknochen schwach , die Zähne zusammengedrückt, schief abgeschnitten mit 
etwas hackigen Spitzen, die Krone längs ihrer Mitte vertieft , fünf Zähne in einer Reihe ste- 
hend, selten (nur bei Abr. Blicca) hinter dieser, eine zweite parallele Reihe von zwei kleineren Zähnen. 

Es sind meistens sehr hohe Fische mit schmalem Rücken, deren Bauch nach den Bauch- 
flossen bis zum Anus schneidig gekielt ist, das untere Ende ihrer Schwanzflosse ist länger als 
das obere , und bei einigen raget die Nase als ein weicher kegelförmiger K norpel über den 
kleinen Mund hervor. 

Abramis schreibersii. Hechel. 

Tab. XX. Fig. 4> 

Capite brevi; rostro incrassato obtuso; squammarum seriebus decem 
supra, et octo infra lineam lateralem. 

Im Ganzen gleichet die Gestalt dieses Fisches am meisten dem Cyprinus Ballerus L i n n., 
mit Ausnahme des Kopfes , der sich durch seine vorstehende Nase und dem darunter befindli- 
chen Munde dem Cyprinus Vimba Linn. nähert, von welchem er sich wiederum durch 
seine sehr lange Analflosse unterscheidet. 

Die grösste Höhe des Körpers ist3V 2 mal in dessen ganzer Länge, und seine grösste Breite 
oder Dicke SVWal in der grössten Höhe enthalten. Der Kopf, 1 / 6 der ganzen Körperlänge, bil- 
det mit dem Rücken beinahe einen ununterbrochenen Bogen , welcher am Hinterkopfe wenig 
gesenkt ist; die Nase ist kurz, dick und abgerundet , über den kleinen Mund hervorragend, 
der unter ihr in beinahe horizontaler Richtung nur bis unter die Nasenlöcher gespalten ist; 
die Augen liegen nicht ganz in der vorderen Hälfte des Kopfes, ihr Diameter gleichet beinahe einem 
Drittheil von dessen ganzer Länge; eine vom Anfange der Mundspalte durch die Mitte des 
Schwanzes gezogene gerade Linie würde den unteren Rand des Auges berühren, gleich 
nach dem Kiemendeckel die zweite unter der Seitenlinie gelegene Schuppenreihe durchschnei- 
den, schon vor den Bauchflossen sich mit der Seitenlinie selbst vereinen, und dann mit ihr bis 
zur Schwanzflosse fortlaufen *). Der schmale Körper erreichet mit dem Anfange der Rücken- 
flosse seine grösste Höhe, so wie mit dem Anfange der Analflosse seine grösste Tiefe; der Rü- 
cken ist nach seiner Flosse geradlinig, senket sich allmälig nach dem Schwänze zu, gegen die 
dahin etwas schneller aufsteigende, gleichfalls gerade Analflossen - Basis , bis ihre mindeste Ent- 
fernung von einander der Länge der Rückenflosse gleichet. Die Seitenlinie bieget sich nur we- 
nig gegen die Bauchflossen und läuft dann gerade fort , von 50 bis 51 Schuppen bedeckt. Die 
Schuppen im Allgemeinen sind massig gross , die grössten erreichen den Durchmesser des Au- 
ges , ihr unbedeckter Bogen beträgt den dritten Theil eines Zirkels , ihre concentrischen Ringe 



) Bei Cypr. Ballerus würde dieselbe Linie das Auge an seinem oberen Bande durchschneiden , dann 
die Seitenlinie selbst dicht an ihrem Ursprünge durchkreuzen, und erst ober dem Ende der Annlflossc sich 
wieder mit ihr vereinen, so dass diese Linie eine Sehne der abwärts gebogenen Seitenlinie vorstellen würde, 
welche in der grössten Entfernung l l / 2 Schuppenreihe von ihrem Bogen abstünde. 



228 IIECREL, ÜBER EUROPÄISCHE CYPRINEN. 

sind sehr fein und zart, der Fächer besteht aus circa 15 Strahlen, welche am lebenden Fische 
weniger, aber bei Exemplaren in Spiritus deutlich dem freien Auge zählbar sind. 

Die Brustflossen reichen zurückgelegt etwas über die Bauchflossen; diese, etwas kürzer als 
erstere , reichen zurückgelegt bis zum Anus ; die Rückenflosse entspringt in der Mitte zwischen 
der Nasenspitze und dem Anfange der Schwanzflosse, sie steht senkrecht zwischen Bauch- und 
Analflossen in der Mitte , ihr vierter längster Strahl und das obere Ende der Schwanzflosse sind 
gleich lang , ihr letzter aber um % kürzer ; die Länge der Analflosse gleichet einem Drittheile 

der ganzen Körperlänge , sie ist gleichfalls schief abgeschnitten , ihr längster 3 ^ Strahl über 

V 3 kürzer als der längste der Rückenflosse , und ihr letzter ist 3V 2 mal in der Länge ihres 
dritten enthalten ; der Schwanz ist halbmondförmig ausgeschnitten , sein unteres Ende aber um 
V 5 länger als das obere. 

P. 1/16. V. 2/8. A. 3/39 — 43. D. 3/8. C. TT. 

Der ganze Fisch ist hell glänzend , silberweiss und Perlenmutter spielend, die Augen blass- 
gelb ; Anal-, Rücken- und Schwanzflossen sind an ihrem Rande schwärzlich gesäumt, übrigens 

so wie die Brust- und Bauchflossen milchweiss. Er erreichet gewöhnlich eine Grösse von 10 12 

Zollen , ist ziemlich häufig in den schnellfliessenden Stellen der Donau unter Wien, auch in 
der March kömmt er vor; wie weit sein Aufenthalt aber von Wien aufwärts sich erstreckt , 
ist mir unbekannt. 

Als Nahrungsmittel wird unser Fisch , seiner vielen Gräten wegen , hier wenig geachtet, 
wohl aber wegen seiner hellglänzenden Schuppen unter Aspius Alburnus und andern zur Berei- 
tung der Perlenfarbe benützt; sein gewöhnlicher Name ist hier Pleinzen, zuweilen auch 
Spitzpleinzen. 

Da nun ähnliche Namen von älteren und neueren Schriftstellern, welche unsere Donau- 
fische beschrieben oder abgebildet haben, verschiedenen Gattungen beigelegt worden sind; so 
scheint es mir nicht überflüssig , um alle Verwirrung zu vermeiden , welche durch Beziehung 
auf diese Provinzial-Nomenclatur veranlasst werden könnte, hier ihre darunter verstandenen 
Fische kurz auseinander zu setzen. Die Scheich pleinze des M a r s i 1 i u s , DanubiuSj Pa- 
iionico- Mjrsicus IV. Tab. 17 j halte ich für ein jüngeres Exemplar von CyprinusBrama 
Linn., hier B räch se n, auch S cheibpleinz egenannt. Kramer, Elenchus Vegetab. et 
Animal. pag. 393, gibt die Scheibpleinze als Cyprinus Ballerus Linn. der hier nur 
im Neusiedler-See, und selten vorkommt; allein nach dem angegebenen Gewichte von 

6 7 Pfunden zu urtheilen, welches dieser Fisch niemals erreicht, scheint er vielmehr die 

wahre Scheibpleinze Cyp. Brama vor sich gehabt zu haben, wie es bereits Bloch in seiner 
grossen Ichthyologie. I. pag. 64 mit Recht vermuthet hat. Kr am er s Zobelpleinze pag. 
392 ist unbezweifelt Cypr. Blicca Bloch. Mei din ger Icones piscium Austriae indige- 
norum > Dec. I, gibt die Z o b e 1 p 1 e i n z e als Cypr. Ballerus Linn. j pinna ani radiis 40j, 
bildet aber dazu einen ziemlich hohen Abramis ab, mit röthlichen Brust- und Bauchflossen, 
in welchem Blochs Cyprinus Blicca pinna ani radiis 25 nicht schwer zu erkennen ist, 
und welcher hier auch gewöhnlich Zobelpleinze genannt wird. Die hiesigen Provinzialna- 
men für Abramiden sind also folgende : 



HECKEL, ÜBER EUROPÄISCHE CYPRINEN. 229 

Braxen 



Scheibpleinzen 
Zobelpleinzen 
Pleinzen 
Spitzpleinzen . 



I 



Abramis Brama. 



t 



Bli cca. 
Schreibe rsii. 
Leuckartii. 
B a 1 1 e r u s. 
Vetula. 
Vimba. 



Pleinzen . 
Rheinankel 

Abramis Leuckartii. Heckel. 

\Tab.XX. Fig. 5. 

Capiteoblongo; squammarum seriebus undecim supra, quinque i n- 
fra lineam lateralem. 

Seine Gestalt gleichet am meisten dem Cyprinus Blicca, Bloch tab. X. ., nur ist sie 
weniger hoch , mehr gestreckt , mit längerem Kopfe , kürzerer Analflosse und etwas kleineren 
Schuppen , die Schlundknochen haben nur eine Reihe Zähne. 

Die grösste Höhe ist 3 3 Amal in seiner ganzen Länge, und die grösste Breite oder Dicke 
2 2 / 3 mal in der grössten Höhe enthalten ; der Kopf, 5V 3 mal in der ganzen Körperlänge, bildet 
mit dem Rücken einen fortlaufenden Bogen , welcher am Hinterhaupte kaum merkbar gesenkt 
ist , der Oberkiefer ragt wenig über den unteren vor , gerade wie bei Blicca, die Augen aber 
sind kleiner, ihr Diameter gleichet dem vierten Theile der Kopflänge, und ihr hinterer Rand 
liegt in dessen Hälfte , während ihr vorderer um einen Diameter von der Nasenspitze entfernt 
ist. Eine gerade Linie, vom Anfange der Mundspalte durch die Mitte des Schwanzes gezogen, 
würde die Pupille an ihrem unteren Rande berühren, den Anfang der ersten Schuppenreihe u n- 
ter der Seitenlinie treffen, nach den Brustflossen die Seitenlinie selbst durchschneiden, über 
den Bauchflossen die zweite , und über der Analflosse die erste Schuppenreihe ober ihr durch- 
ziehen, und erst an ihrem Ende sich mit ihr vereinen *). Die Höhe des Körpers vor der 

Schwanzflosse gleichet 2 / 3 der Rückenflossen-Länge; 45 46 Schuppen bedecken die ziemlich 

stark gesenkte Seitenlinie; die grössten Schuppen erreichen den Diameter des Auges, ihre con- 
centrischen Ringe sind weniger fein als bei C. Blicca, und ihr Fächer enthält bei jenen ober 
der Seitenlinie gelegenen 3 — 4 Strahlen. 

Brust- und Bauchflossen sind beinahe gleich lang , zurückgelegt endet die erste V 3 vor der 
Anheftung der zweiten, und diese wieder eben so vor dem Anfang der Analflosse ; die Rücken- 
flosse beginnt der Schwanzflosse etwas näher als der Nasenspitze , senkrecht über den letzten 
Strahlen der Bauchflosse, sie ist schief abgeschnitten, ihr längster Strahl ist dein oberen 
Schwanzende gleich, ihr letzter um 2 / 3 kürzer; senkrecht unter diesem letzten, ein wenig mehr 
noch rückwärts , beginnt die Analflosse, deren Basis nur wenig länger als jener der Rücken- 
flosse, 1 / 7 der ganzen Körperlänge beträgt, sie ist schief abgeschnitten, etwas ausgeschweift, ihr 
letzter Strahl nicht halb so lang als ihr längster , welcher 1 / 3 kürzer als jener längste der Rü- 



*) Dieselbe Linie, bei Cypr. El i c c a gezogen, -würde den unteren Pupillenrand berühren, dann den Anfang 
der zweiten Schuppenreihe unter der Seitenlinie, nach den Brustflossen die Seitenlinie selbst durchschneiden, 
dann über Bauchflossen und Anus die erste Schuppenreihe ober ihr; ober dem Ende der Analflossc aber würde 
sie wieder mit ihr zusammen treffen und fortlaufen. 



230 HECHEL, ÜBER EUROPÄISCHE CYPRINEN. 

ckenflosse ist; die Schwanzflosse ist tief ausgeschnitten, ihr unteres Ende nur wenig länger als 

das obere. 

8 

P. 1/16. V. 2/8. A. 3/15—17. D. 3/10. C. ~ 

6 

Die Farbe dieses Fisches ist hell glänzendes Silber, auf dem Kopfe und dem Rücken in 
das Grünliche spielend, alle Flossen sind milchweiss, nur Rücken und Schwanzflosse etwas 
dunkel gesäumt , die Iris ist gelblich. 

Ich erhielt diesen schönen Abramis, welcher mir gleich durch die auffallende Kürze sei- 
ner Analflosse in die Augen fiel , aus schnellfliessenden Stellen der Donau bei Fischament 
unter Wien, er scheint aber nur zufällig hier vorzukommen, und so wie Aspius Mento, ent- 
ferntere Fluthen zu bewohnen, denn ich konnte bis jetzt nur weniger Exemplare, die ungefähr 
acht Zoll lang sind, habhaft werden. Unsere Fischer, die es überhaupt im Unterscheiden selte- 
ner Arten nicht sehr genau nehmen , nennen ihn Pleinzen oder Spitzpleinzen y so wie den Abr. 
S ehr eibersii. 

Man dürfte vielleicht geneigt sein, unseren Fisch, den wir als eine eigene noch unbe- 
schriebene Gattung hier aufstellen, für den wenig bekannten Cyprinus Buggenhagii, 
Bloch tob. 95, zu erklären, welcher ihm allerdings wegen seiner kurzen Analflosse etwas ähn- 
lich sieht; ein Exemplar unsers Museums, das ich mit der Blochischen Beschreibung und Ab- 
bildung 1. c. vollkommend übereinstimmend fand, unterscheidet sich von unserem Fische auf 
eine sehr bestimmte Weise durch den kürzeren, stumpfen, ober den Augen gewölbten Kopf, die 
12 Strahlen in der Rückenflosse (nämlich drei ungetheilte, acht getheilte) und die 19 in der 
Analflosse (drei ungetheilte, 16 getheilte), vorzüglich aber durch nur acht, daher breiteren 
Schuppenreihen ober der Seitenlinie; die fünf Schuppenreihen unter derselben sind mit unserem 
Abramis der Anzahl nach übereinstimmend. 

Abramis Vetüla. HecTcel. 
Tab. XX. Fig. 6. 

Capite magno, corpore crassiore; dorso antice maxi nie elevato; pin- 
nis solito longioribus, squammarum seriebus tredecira supra, Septem 
infra lineam lateralem. 

Am meisten dem Ab ramis Br a ma ähnlich; ist aber durch seinen schmäleren, weni- 
ger hohen und gestreckteren Körper, dessen schneidende Rückenfirste über den Brustflossen 
schon ihre ganze Höhe erreicht hat, und von da nach der Rückenflosse in gerader Linie abwärts läuft, 
so wie durch seinen dicken grossen Kopf, mit stark abwärts gebogener Nase, leicht zu erkennen. 

Die grösste Höhe des Körpers ist 4 x / 3 mal in seiner ganzen Länge , und die grösste Breite 
oder Dicke des Leibes SVsnial in dessen Höhe enthalten; die Länge des Kopfes ist der fünfte 
Theil der ganzen Körperlänge, und seine Dicke übertrifft um */ 3 jene des Leibes , die Nase ist 
dick und stumpf, sie bildet einen längeren Bogen bis zur Mundöffnung, als bei Abr. Brama, 
daher liegt der Mund tiefer unten , dieser ist klein , beinahe horizontal gespalten , sein Ober- 
kiefer ragt nur wenig über den Unterkiefer hervor ; das Auge ist ziemlich gross , sein Durch- 
messer gleichet % der Kopflänge und sein hinterer Rand liegt in dessen Hälfte ; eine gerade 
Linie , von der äussersten Mundspalte durch die Mitte des Schwanzes gezogen , würde den 



HECKEL, ÜBER EUROPAISCHE CYPR1NEN» 231 

unteren Augenrand berühren, dann den Anfang der dritten Schuppenreihe unter der Sei- 
tenlinie , und ober den Bauchflossen die Seitenlinie selbst durchschneiden , ferner die erste 
Schuppenreihe über dieser Linie durchziehen und sich ober dem Ende der Analflosse mit der 
Seitenlinie wieder vereinen *) . Der Rücken erreichet bald nach dem Hinterhaupte, mit welchem 
er einen fortlaufenden Bogen bildet, seine grösste Höhe, und geht sodann in gerader Linie 
bis zur Rückenflosse fort, welche, wenn der Fisch nach obiger Durchschnittslinie in eine hori- 
zontale Stellung gebracht wird, viel tiefer liegt, als die höchste Stelle des Rückens; die Rü- 
ckenfirste ist sehr schmal, beinahe schneidend, nach der Flosse aber etwas runder; die Höhe 
des Schwanzes vor dessen Flosse beträgt 1% Augen - Diaineter ; das untere Profil des Kopfes, 
Brust und Bauch bilden eine gerade Linie; 51 — 52 Schuppen decken die Seitenlinie, alle 
Schuppen sind ziemlich klein, die grössten erreichen 2 / 3 Augen - Diameter , ihr Fächer hat un- 
gefähr 15 Strahlen, welche bei jenen dem Rücken näher liegenden weniger ausgebildet sind. 

Alle Flossen sind mehr zugespitzt und länger, als an andern Abramis - Arten ; der kürzeste 
Strahl in der Rückenflosse ist V 3 so lang als ihr längster, welcher mit den oberen Strahlen der 
Schwanzflosse und mit der Basis der Analflosse von einerlei Länge ist; die Brustflossen sind so 
lange als der Kopf , reichen zurückgelegt über dem Anfange der Bauchflossen und diese wieder 
eben so über den Anfang der Analflosse; der dritte und vierte der Analflosse ist fünfmal länger 
als der letzte, und reichet zurückgelegt beinahe an das Ende seiner Flosse, deren Rand 
stark ausgeschweift ist; die unteren Strahlen der Schwanzflosse sind etwas länger als die 

oberen, und übertreffen beinahe an Länge den grössten Höhe -Durchmesser des Körpers. 

5 
P. 1/7. V. 2/8. A. 3/25. D. 3/9. C. TT. 

6 

Die Farbe dieses Fisches ist auf dem Rücken grünlich grau, auf dem Kopfe röthlich, 
Seiten und Bauch wie glänzendes Blei, Rücken-, Brust und Bauchflossen sind an ihrer Ba- 
sis röthlich, Anal- und Schwanzflossen milchweiss , alle Flossen an ihrem Rande schwärzlich 
gesäumt , besonders aber sind die Rücken- und Analflossen an ihrer Spitze schwarz. 

Man findet unsern Abramis, welcher wegen seinen am dicken Kopfe mehr als gewöhn- 
lich hervorstehenden Knochen ein alterndes Aussehen hat, im Neusiedler - See, wo er nicht 
sehr häufig vorkommt, und daselbst, so wie auch Abramis Baller us, Pleüi.zeu ge- 
nannt wird. 

PHOXINÜ S. Agassiz. 

Leuciscus. C u v i e r. 
Die Schuppen sehr klein und zart, kaum bis zum Centralpunkte ihres Fächers sich überde- 
ckend; der Oberkiefer vorragend; die Rückenflosse senkrecht nach den Bauchflossen anfan- 
gend, kurz, mit der Analflosse von gleicher Strahlen - Anzahl ; die Zähne an der Basis sub-cy- 
lindrisch, mit comprimirter schiefer Krone und einwärts gebogener Hakenspitze, in zwei 
parallelen Reihen gestellt , fünf Zähne auf der äusseren , drei auf der inneren Reihe. 



*) Bei Abramis Braraa und namentlich bei Exemplaren aus demselben Gewässer, in welchem unsere V c- 
tula vorkömmt, durchschneidet diese Linie den unteren Rand der Pupille, den Anfang der ersten 
Schuppenreihe unter der Seitenlinie, nach den Brustflossen die Seitenlinie selbst, ober dem Bauche die 
zweite Schuppenreihe über ihr, und vereinigt sich erst wieder mit der Seitenlinie an ihrem Ende. 

36 



S32 HECHEL , ÜBER EUROPÄISCHE CYPRINEN. 

Es sind kleine , beinahe walzenförmige Fischchen , deren Bauch keinen Kiel hat , und die 
sich im klaren über Steine fliessenden Gebirgswasser aufhalten. Ich kenne bis jetzt davon zwei 
gut unterschiedene Arten , beide als Cyprinus Phoxinus L i n n. bekannt. 

Phoxinus laevis. Beton. Agassi*. 

Phoxinus Belonii Aldrovandes pag. 5S2. 
Linea laterali interrupta, supra pinnam analem evanescente, squam- 
marum seriebus septemdecim supra, quatuordecim infra hanc lineain. 

Die grösste Höhe des Körpers ist fünfmal in dessen ganzer Länge enthalten , seine grösste 
Breite oder Dicke beträgt % der Hohe; der Kopf, V 5 der Körperlänge, ist dem Höhe- Durch- 
messer des Körpers gleich. Die Schuppen sind ziemlich compact, ihr Fächer wird von 18 — 20 
Strahlen gebildet , die erst, nachdem sie etwas vertrocknet sind , so deutlich hervortreten , dass 
sie mit Hülfe der Loupe bemerkbar sind. Die Seitenlinie besteht aus 50 — 55 Schuppen, ist 
oft unterbrochen und erlischt ober dem Ende der Analflosse gänzlich, es folgen nach ihr bis 
zur Schwanzflosse noch 27 — 30 Schuppen, welche nicht die mindeste Spur dieser Linie an 

sich tragen, es sind daher in Allem vom Kopfe bis zur Schwanzflosse 80 82 Schuppen. 

6 
P. 1/14. V. 2/8. A. 3/7. D. 3/7. C. TT. 

7 

Unser Museum verdanket viele Exemplare dieser Species der Güte des Herrn Professor 
A g a s s i z , welcher sie in Baiern fand , und unter dem Namen Phoxinus laevis der k. k. 
Sammlung überschickte. Wie weit sich diese Art in der Färbung unserem hiesigen Phoxinus 
Marsilii nähert, von dem sie sich durch grössere Schuppen und die vor dem Schwänze erlö- 
schende Seitenlinie leicht unterscheidet, wage ich nach Exemplaren in Spiritus nicht zu bestim- 
men; indessen ist der schwarze Fleck an der Schwanzflosse deutlich daran sichtbar, der Rü- 
cken erscheint hellbraun mit dunkleren Flecken, die Seiten der Länge nach schwarz gefleckt und 
der Bauch silbern ; an Grösse übertreffen sie wenigstens um 1 / 3 den folgenden. 

Phoxinus Marsilii. Hechel. 

Cobitis, Pfriln; Marsilius. Danub. Panon. Mysicus tab. g. fg. I. 
Cyprinus Phoxinus; Meidinger Icones pisc. Austr. indig. Decuria IV. 
Cyprinus Aphya; Meidinger l. c. Dec. U. 
Phoxinus laevis. Fitzinger Prodrom. 

Linea laterali integra, c au dam attingente, squammarum seriebus vi- 
ginti supra, septemdecim infra hanc lineam. 

Die Verhältnisse des Körpers sind ganz dieselben wie bei der vorhergehenden Species. Die 
Schuppen sind sehr zart und weich, so dass etwas vertrocknet, ihre divergirenden Strahlen 
oder Falten dermassen hervortreten, dass jede einzelne Schuppe unter dem Vergrösserungs-Glase 
als ein erhabener Stern mit circa 20 Strahlen bei jenen unter , und mit 15 bei jenen ober der 
Seitenlinie erscheint; dieses eigene sternförmige Hervortreten der divergirenden Strahlen, welche 
bei anderen Fischen, so lange die Schuppen in ihrer natürlichen Lage sich decken, nur als ein 
nach rückwärts gerichteter Fächer auf ihrer unbedeckten Fläche erscheinen , rühret aus der Ur- 
sache her , weil hier die Schuppen nicht bis auf den Vereinigungspunct ihrer Strahlen sich de- 
cken, dann aus der grossen Zartheit dieser Schuppen, deren häutig dünner Rand die an der 



HECKEL, ÜBER EUROPÄISCHE CYPRINEN. 233 

Basis stärkeren Strahlen der folgenden darunter liegenden Schuppe deutlich hervortreten lässt. Die 

Seitenlinie wird durch 85 90 Schuppen gebildet , sie läuft ununterbrochen vom Kopfe bis zur 

Schwanzflosse fort. 

8 
P. 1/17. V. 2/8. A. 3/7. D. 3/7. C. ±7 . 

8 

Zur Laichzeit im Mai und Juni ist dieses Fischchen, welches höchstens 3V 2 Zoll lang wird, 
mit den herrlichsten Farben geschmückt , der Rücken ist dunkelgrün , die Seiten goldgelb , der 
Bauch hochroth und die Kehle schwarz , Brust- und Bauchflossen sind , so lange das Fischchen 
im Wasser schwimmt , an ihrer Basis blendend weiss ; ausser dieser Zeit ist der Rücken hell- 
braun, die Seiten silberweiss , der Länge nach schwarz gefleckt , der Bauch weiss, die Kehle 
schwarzgrau oder weiss. Man findet unser Fischchen sehr häufig und in grossen Gesellschaften 
in allen klaren Bächen der Wiener -Gegend und weiter; es wird zu allen Jahreszeiten in Menge 
zu Markte gebracht , und unter dem Namen Pfriln oder Haberfischel verkauft. 

Darstellung der Gruppe europäischer Cyprinen, mit in Zahlen ausge- 
drückten Diagnosen jener Arten, welche ich selbst zu untersuchen 

Gelegenheit hatte. 

Tab. XXL 
Bei der Zusammenstellung der hier angeführten Genera habe ich mich nach keinem der 
bisherigen Svsteme streng halten können , sondern bin allein von dem Gesichtspunkte ausgegan- 
gen , dass eine auf natürliche Verwandtschaft gegründete scharf begränzte Eintheilung der Fa- 
milien oder Gruppen, am zweckmässigsten sei, um ohne grosse Mühe und mit Bestimmtheit 
eine Art auffinden zu können, deren Gruppe man früher erkannt hat; ich habe hierzu eine kreis- 
förmige Zusammenstellung am natürlichsten und dienlichsten gefunden. Die um den Discus 
gezogenen concentrischen Linien zeigen nebst denen sie durchschneidenden Radien das dicho- 
tome Zerästeln der Gruppe in Genera; der grosse diese umgebende Ring, aus Streifen ver- 
schiedener Farben zusammengefügt, zeiget die Verwandtschaft oder natürliche Fügung der Ge- 
nera aneinander; die Radien ausserdem Farben- Ringe enthalten die Species , denen ich als 
kürzeste Diagnose eine Zahlenformel beigesetzt habe, welche ich nach Untersuchung sehr vieler 
Exemplare aus jeder Gattung aufgestellt habe. 

Die Formel bezeichnet: 

i 4/8 .... 4 ungetheilte, 8 getheilte Strahlen in der Rückenflosse. 
XIII .... 13 Schuppenreihen über der Seitenlinie. 
X .... 10 Schlippenreihen unter der Seitenlinie. 



3/5 .... 3 ungetheilte , 5 getheilte Strahlen in der Analflosse. 



36 



Erklärung der Tafeln. 



Tafel XIX. 



Fig. 1. Cyprinus hungaricus. 

a) Durchschnitt vor der Rückenflosse. 

b) Schuppe ober der Seitenlinie , vergrössert. 

c) Schlundknochen mit den Zähnen. 
Fig. 2. Cyprinus Kollarii. 

a) Durchschnitt vor der Rückenflosse. 

b) Schuppe ober der Seitenlinie , vergrössert. 

c) Schlundknochen mit den Zähnen. 
Fig. 3. Aspius Mento. 

a) Durchschnitt vor der Rückenflosse. 

b) Schuppe ober der Seitenlinie , vergrössert. 

c) Schlundknochen mit den Zähnen. 

Tafel XX. 
Fig. 4. Abramis Schreibersii. 

a) Durchschnitt vor der Rückenflosse. 

b) Schuppe ober der Seitenlinie , vergrössert. 

c) Schlundknochen mit den Zähnen. 
Fig. 5. Abramis Leu ckartii. 

a) Durchschnitt vor der Rückenflosse. 

b) Schuppe ober der Seitenlinie , vergrössert. 

c) Schlundknochen mit den Zähnen. 
Fig. 6. Abramis Vetula. 

a) Durchschnitt vor der Rückenflosse. 

b) Schuppe ober der Seitenlinie, vergrössert. 

c) Schlundknochen mit den Zähnen. 

Tafel XXI. 
Darstellung der Gruppe europäischer Cyprinen. 



MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN 

AMPHISTOMA und DIPLODISCUS 

VON 

Dr. CARL MO BIZ DIE SING. 



Mit zwei Kupfer- und einer Steindruck-Tafel. 



Einleitung. 



Die von Rudolphi begründete Gattung Amphistoma 1 ) (Zapfemvurm Zed.) zerfallt 
nach ihm in zwei Abtheilungen. Die erste Abtheilung begreift jene Arten, bei denen das Kopf- 
ende vom Rumpfe geschieden ist (capite discretö) , bei denen der zweiten Abtheilung sind 
Rumpf und Kopf noch zu einem Ganzen verwachsen {capite continiiö). 

Die erste dieser Abtheilungen wurde später von Nitzsch zu einer eigenen Gattung er- 
hoben, die er mit dem Namen Holostomum bezeichnete 2 ). Diese Trennung beibehal- 
tend, beschränken wir uns auf die Bearbeitung der zweiten Abtheilung der eigentlichen Am- 
p bist om en, aus welchen aber noch zwei Arten als nicht hierher gehörig ausgeschieden werden 
müssten , nämlich Amphistoma subclavatum und Amphistoma unguiculatum; 
die eine für sich bestehende Gattung bilden, die wir als Diplodiscus beschreiben werden. 

Die Gattung Hol ostom um, von der wir mehrere neue höchst ausgezeichnete Arten be- 
sitzen, behalten wir einer späteren Arbeit vor 

Ueber das Vorkommen der Gattungen Amphistoma und Diplodiscus. 

Nur bei Wirbelthieren ist bisher die Gattung Amphistoma gefunden worden. Unter 
den Säugethieren scheinen Amphistomen sowohl in der alten als neuen Welt vorzugs- 
weise den Wiederkäuern anzugehören, worin sie in drei Gattungen und vier Arten (meist 
Hirschen) aufgefunden wurden. Unter den Vielhufern fand Natterer eine neue Art im 
Blinddarme des P e k a r i (Dicotyles torquatas Cuv.~) und des w e i s s r ü s s e 1 i g e n B i- 
sa in seh weines {Dicotyl. albirostris Illig.) . Unter den Nagern beherbergt der gemeine 
Biber eine, und unter den Flossent liieren wurde eine andere Art von Otto und 
Rudolphi im Magen und in der Leber des Seekalbes {Phoca vitidiiia L.) gefunden. 

Bei Vögeln gehört das Vorkommen dieser Gattung zu den seltneren Erscheinungen. 
Eine noch zweifelhafte Art wurde am kais. Naturalienkabinete im Goldammer {Emberiza 
cltrinella L.) gefunden ; die wenigen übrigen aus drei Gattungen und vier Arten (meist Was- 
servögeln) gehören dem tropischen Amerika an. 

In vier Gattungen und sieben Arten von Fischen (meist Flussfischen) wurde die Gat- 
tung Amphistoma ebenfalls zuerst von Natter er in Brasilien entdeckt. 

Das Vorkommen dieser Gattung in europäischen Thieren zu denen von Süd - Amerika 
verhält sich beiläufig wie 2 : 5. 



1 ) Rudolphi hist. entozoorum. Vol. II. P. I. pag. 21 et 840. 

2 ) Nitzsch Nachricht an die Mitarbeiter der allgemeinen Encyclopädic der "Wissenscharten , von Ersch und 
Gruber, und in der allgcm. Encyelop. d. Wissenschaft, von Ersch und Gruber. 3 Thl. Seite 397. Art. Am- 
phislo/niim. 



238 DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPHISTOMA UND DIPLODISCUS. 

Man findet diese Würmer, und zwar namentlich Amphistoma conicum, bei Wieder- 
käuern meist im Pansen und im Netzmagen; ausser diesem scheinen sie nur zufällig und regel- 
widrig vorzukommen; eine neue Art (Amphist. lunatum) wurde im Blinddarme 
des grossen brasilianischen Hirschen {Cervus dichotomus Hlig.) gefunden, und sie 
stimmt sonderbarer Weise sowohl in den äusseren als inneren Kennzeichen mit der Art aus 
den Blinddärmen der Wasservögel vollkommen überein. In der Ordnung der Vielhufe r beher- 
bergt der Blinddarm Amphistoma giganteum, und bei Flossenthieren, wie schon 
oben bemerkt wurde, der Magen und die Leber Amphistoma truncatum. Bei Nagern 
lebt Amphistoma subriquetrum im Dünn- und Blind-, wie auch im Grimm -Darme. 

Bei Vögeln kommt ausser dem Amphistoma lunatum und Hirudo, aus dem 
Blinddarme, noch eine andere Art, (Amphistoma unciforme) im Dannkanale des ge- 
färbten Tropials (Oriolus cristatus L.) vor; eine dritte Art fand v. Olfers in dem 
Beutel des Fabricius (bursaFabricii) der siebenfältigen Tangara (TanagraTatao'L.) . 

Bei Fischen wurde Amphistoma oxycephalum, attenuatum, Ferrum equi- 
num und megacotyle in verschiedenen Stellen des Darmkanales gefunden. 

Die Gattung Diplodiscus ist auf die Ordnung der Be'trachier beschränkt ; man 
fand Diplodiscus subclavatus häufig im Dickdarme und ein Mal in der Urinblase der 
Frösche, und Diplodiscus unguiculatus im Dannkanale des Molchs. 

Anatomie der Gattung Amphistoma. 

Die Gattung Amphistoma, und zwar Amphistoma conicum, wurde zuerst von 
Zeder, dem Begründer einer systematischen Helminthologie, anatomisch untersucht *), und land 
durch Bojanus 2 ) und Laurer 3 ) eine musterhafte Vollendung. 

Nach solchen Vorgängern würden wir es nicht gewagt haben, nochmals eine anatomische 
Darstellung dieser Gattung zu versuchen, wenn uns nicht die Grösse einer neuen Art, die 
wir aus diesem Grunde Amphistoma giganteum nennen, angeeifert hätte, zur eigenen 
Belehrung den inneren Bau dieser merkwürdigen Thiere noch anschaulicher zu machen. Un- 
sere Untersuchung hat das früher Beobachtete im Allgemeinen bestätiget, und es bleiben nur 
wenige bei dieser Art vorkommende Abweichungen zu bemerken übrig. 

Ueber die Aussentheile und die Gebilde der allgemeinen Bedeckung. 

Zu den äusseren Organen unseres Thieres gehören die Aussenfläche der allgemeinen Be- 
deckung (integumentum commune); der fast kreisrunde Mund (ps) ; die auf der Bauchseite 
liegende gemeinschaftliche , sowohl männliche als weibliche , meist in die Quere gezogene Ge- 
schlechtsörfnung {foramen genitale); der am dickeren Ende ebenfalls auf der Bauchseite lie- 
gende Saugnapf {acetabalum suctorium) , und endlich die am Rücken befindliche , bald war- 
zenförmig, bald napfförmig erscheinende, oft bis zum Verschwinden kleine Hervorragung, 
die den neueren Helminthologen unter dem Namen des foramen caudale bekannt ist. 

Der Saugnapf ist fast kreisrund, undurchbohrt, und mit einem dünnen Rande umgeben; 
Bündel von Längsfasern entspringen an seinem äusseren Rande, laufen nach rückwärts und 

*) Zeder in den Schriften d. Berl. Gesellsclift. naturforsch. Freunde. X. Bd. 1. Stck. p. 65 _ 7*- Tab. 2. fig. 6_7. 
2; Bojanus in Mein, de la soc. imp. d. natural, d. Moscou. 1817. V. p. 270. Tab. X. und in der Isis. 1821. 2. Heft. 

p. 164. Tab. 2. fig. 5_12. 
3 ) Laurer de Amphistomo conico. Gryph. 1830. 



DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPHISTOMA UND DIPLODISCUS. 239 

bilden einen muskulösen Ring, der sich nach Willkür auszudehnen oder zusammenzuziehen 
vermag. (Tab. XXII. Fig. 2. 3 .) Die von L a u r e r bei Amphistoma conicum bemerkten 
ringförmigen Muskelfasern konnten wir eben so wenig gewahr werden , als die etwas unter- 
halb der gewölbten Fläche zu beiden Seiten entspringenden, und dann an jedem Ende des 
Darmkanales verlaufenden Muskelbündel. 

Die Aussenfläche der allgemeinen Bedeckung des Amphistoma giganteum ist weiss 
und glatt, nur gegen das schmälere Kopfende umgeben Falten ringförmig den Leib. 

Die erste Lage der allgemeinen Bedeckung bildet die gleichförmige , ganz durchsichtige 
Oberhaut. (Tab. XXII. Fig. 1. a.) Unterhalb der Oberhaut liegt ein körniges, wie es 
scheint aus Bläschen bestehendes, meist licht-gelb gefärbtes Gebilde, welches wir bei Pen- 
tastoma (oben p. 7) mit dem m alpig hischen Seh leim netze verglichen haben. 
(Tab. XXII Fig. 1. b.) Die darauffolgende Lage besteht aus Quer- und Längsfasern, die sich 
in einem rechten Winkel kreuzen; die Längsfasern sind stellenweise unterbrochen, und bilden 
daher mehr für sich bestehende Bündel. (T'ab. XXII. Fig. 1. c.) Die folgende Unterlage ist eben- 
falls ein Gewebe von Quer- und Längsfasern , die sich aber nicht wie die vorhergehenden 
in einem rechten Winkel, sondern schief durchkreuzen. (Tab. XXII. Fig. l.d.) Auf der inner- 
sten Hautmuskelfläche erblickt man eine aus zelligem Gebilde netzförmige Ausbreitung , und 
innerhalb ihrer Räume ein sich in feine Aeste verzweigendes Gefässnetz. (Tab. XXII. Fig. I.e.) 

Die einzelnen Lagen lassen eine wechselseitige Trennung zum Theile zu, die letzte Lage 
aber steht mit den darunter liegenden Organen im innigsten Zusammenhange, und kann nur 
mit einiger Gewalt von denselben getrennt werden. 

Bei Amphistoma conicum wurde von L aurer das aus kleinen Bläschen bestehende 
Gebilde nicht angegeben, wiewohl seine Abbildung (c. I. Fig. 15. ö.) von dem Organe, 
welches er Epidermis nennt, mit der von uns gegebenen vollkommen übereinstimmt. 

Unter der allgemeinen Bedeckung, und zwar in innigem Zusammenhange mit ihrer inne- 
ren Fläche, erscheinen nach ihrer Wegnahme die zur Ernährung und Fortpflanzung bestimm- 
ten Organe von einem parenehymatoesen Gebilde umgeben, und ihren freien Raum bilden 
unregelmässige, grössere oder kleinere Lücken, durch welche diese Organe durchziehen. 
(Tab. XXII. Fig. 4—8.) 

Verdauungsorgane und Gefässsystem. 

Gleich anderen Gattungen der Trematoden zerfallen hier die Organe der ersten Ver- 
dauung in den Magen, und in den sparrig getlieilten, blind endenden Darmkanal. 

Die am schmäleren Ende des Wurmes liegende kreisrunde MundöfTnung erweitert sich 
nach rückwärts in einen eiförmigen Sack, den Magen, von Anderen Schi und köpf (pha- 
rynx) genannt. Er besteht aus zwei verschiedenen Lagen, von denen die innere aus kreis- 
förmigen und aus in die Länge gestreckten Fasern besteht, während die äussere Fläche von 
einem mehr gleichartigen Gewebe gebildet wird. Etwas oberhalb dem Grunde des Magens, 
und zwar auf seiner Kehrseite, entspringt der Anfangs eine kurze und gerade RÖhre bildende, 
endlich sich gabelförmig theilende Darmkanal, der zu beiden Seiten in gerader Richtung 
herabläuft und etwas über dem oberen Rande des Saugnapfes stumpf endiget. {Tab. XXII. 
Fig. 9 — 11.) Seine innere Fläche umkleidet ein Gebilde von, wie es scheint, zelliger Struc- 
tur, und in gewisser Beziehung einem Pflanzengewebe nicht unähnlich, nur dass die Zellen 

37 



240 JJIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPIIISTOMA UND DIPLODISCUS. 

gestreckt erscheinen, und daher gewissermassen den Prosenchym -Zellen gleichen. 
{Tab. XXII. Fig. 12.) Die Aussenfläche hingegen besteht aus einem Gewebe von nach der 
Länge und der Quere laufenden Fasern. {Tab. XXII. Fig. 13.) 

Asif der Oberfläche sowohl des Magens als des Darmkanals entspringen zahlreiche , un- 
regelmässig vertheilte Kanäle {vasa nutrititid) , und diese Kanäle bilden endlich Bündel, die, 
von Parenchym umgeben, durch die oben erwähnten Lücken durchziehen, sich vereinigen, 
und dann in einen Hauptstamm zusammenfliessen , der fast vom Kopfende bis gegen den 
oberen Rand des Saugnapfes sich mehrfach schlängelnd verlauft, und endlich am Rücken des 
Thieres etwas über dem Saugnapfe mit einer kleinen, warzenförmigen, oft aber verschwin- 
denden Erhöhung endiget. {Tab. XXII. Fig. & 5.) 

Durch diese seine Verzweigungen , und durch die Bildung von Hauptstäinmen weicht das 
Gefässsystem des Amphistoma giganteum von dem von Laurer am Amphistoma 
conicum beschriebenen in einigen Punkten ab. Na ch Laurer liegt an jeder inneren Fläche 
des Darmkanals ein Hauptstamm, der gegen das Ende des Darmkanals zu beiden Seiten in zwei 
kleinere Stämme sich theilt, und gleich dem gegen das Kopfende laufenden Stamme sich 
mehrfach traubenförmig verästelt , und an der Spitze in Form kleiner runder Bläschen endiget, 
während bei Amphistoma giganteum sich die feinen Aeste in die innerste Hautschichte 
verlieren. Die beiden Hauptstämme des Amphistoma conicum verbinden sich seitlich mit- 
telst eines ungefähr eine Linie langen , fast eiförmigen Schlauches {cistenia chyli) , der am 
Grunde, unterhalb den beiden Blinddärmen und auf ihrer Rückseite liegt, und dadurch einen 
Theil der Gebärmutier und des Eierschlauches deckt. Der breitere Grund ist etwas nach ab- 
wärts gebogen, erreicht fast die Wölbung des Saugnapfs; die schmälere Spitze hingegen 
lauft nach abwärts, und endet in die am Rücken liegende kleine Erhöhung, oder den lichten 
Fleck, das sogenannte foramen caudale. Bei mit heissem Wasser getödteten Individuen 
sah Laurer den Chylus-Schlauch {cistenia chyli) von einer Menge kleiner Gefässe durch- 
webt. 

Die Gegenwart eines solchen Gefässsystems ist bereits bei mehreren Gattungen von T re- 
in a t o d e n durch Melius, v. Baer, Creplin, v. Nord mann und v. S i e b o 1 d nach- 
gewiesen worden, und es hat bei verschiedenen Gattungen und Arten auch eine verschiedene 
Gestalt. So fand es v. Siebold bei Distoma cirrigerum und duplicatum Baer , in 
Form eines einfachen blinden Kanals gestaltet, der sich zuweilen in zwei blinde hohle An- 
hänge theilt, (wie bei Distoma Lima und D. chilostomum Melius , und nach Crep- 
lin bei Diplodiscus s u b c 1 a v a t u s {Amphistoma subclavatum R.) und Distoma ele- 
gans), und so die Form der Blinddärme mehrerer kleiner Distomen nachahmt. 

Nach Mehlis verästelt sich dieser Kanal bei Distoma hepaticum und Holosto- 
mum Spatula, und stellt ein förmliches Gefässnetz dar, so zwar, dass es oft den ganzen 
Leib des Thieres umgibt, wie bei Mono Stoma foliaceum, Amphistoma oxycepha- 
lum, Amphistoma lunatum, Distoma militare, D.echinatum und mehreren anderen 
stachelköpfigen Doppellöchern. 

Eine aus runden , selten ovalen Bläschen zusammengesetzte ungefärbte Masse bildet 
den Inhalt dieser Gefässe, welche von jener des Darmkanals durch eine ungleich körnige, 
krummliche und gefärbte Masse sich unterscheidet. Die meisten Trematoden, bei 
welchen man dieses Gefässnetz beobachtet hat, und es ist nicht wahrscheinlich, dass es je 



DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPIHSTOMA UND DIPLODISCUS. 2ii 

fehlt, geben, wenn man sie lebend ins Wasser legt, nach Siebold, von Baer, und meh- 
rern anderen Beobachtern, durch das sogenannte foramen caudale den Inhalt desselben mit 
einer gewissen Gewalt von sich; ist es leer, so wird es leicht übersehen. Dieses foramen cau- 
dale befindet sich bei Diplostomen und D i s t o m e n immer an der Schwanzspitze , wo 
es entweder in einer Grube oder in einer warzenförmigen Hervorragung verborgen liegt. Auf 
dem Rücken des Wurms befindet es sich nur bei den eigentlichen Amphistomen, und zwar 
in der Nähe des Saugnapfes. Bei Holostomum urnigerum sah Siebold diese Öffnung 
in einer am Schwanzende seitlich stehenden cylinderförmigen Hervorragung eingebracht , die 
aus- und eingezogen weiden konnte. 

Dieses Organ wird von Siebold *), nach dem Vorgange von Mehlis, Baer, 
u. in. A. für nichts anderes, als für ein Excret ionsorgan gehalten, für welche Meinung 
er folgende Gründe anführt: 

1. Ist die Mündung desselben immer an dem der Mundöffnung entgegengesetzten Ende 
gelegen. 

2. Bei keinem derjenigen Trematoden, welche diesen Apparat besitzen, kann man in der 
Nähe seiner Mündung eine Einrichtung erkennen, mittelst welcher das Contentum desselben 
von Aussen aufgenommen werden könnte. 

3. Immer hat dieses Contentum bei allen Trematoden dieselbe Beschaffenheit : während 
der Inhalt des Darmcanals nach Verschiedenheit der Nahrung an Farbe und Gestaltung ver- 
schieden ist. 

4. Sieht man endlich diese Trematoden das Contentum jenes Organs immer willkürlich 
entleeren, und sie wissen dabei, selbst wenn sie nur wenige Bläschen enthalten, die kleinste 
Quantität derselben auf das Geschickteste herauszuschaffen. 

Es entsteht nunmehr die Frage, ob diese vermeintliche Öffnung {foramen caudale) , in 
Bezug zu dem damit in Verbindung stehenden Gefässnetze und den ausgeleerten Stoff, After 
genannt werden könne, wie Nardo und von Baer 2 ) anzunehmen geneigt sind; oder ob 
es mit einem andern Organe verglichen werden könne ? 

Bevor wir zur Beantwortung dieser Frage übergehen, erachten wir es für nöthig, den von 
Sieboldfür seine Meinung aufgestellten Gründen folgende entgegenzustellen; 

1. Ist nicht bei allen jenen Amphistomen, bei welchen das foramen caudale 
beobachtet wurde, dasselbe an dem der Mundöffnung entgegengesetzten Ende, sondern bei 
einigen am Rücken, oberhalb der Endigung des Darmcanals gelegen, daher man es hier bes- 
ser mit der Benennung foramen dorsale bezeichnen könnte. 

2. Der zweite Punkt enthält einen negativen Beweis , der dahin entscheiden soll , dass es 
kein zur Aufnahme von Aussen bestimmtes Organ sei, und zwar aus dem Grunde, weil in der 
Nähe seiner Mündung man keine Einrichtung erkennt , mittelst w elcher das Contentum desselben 
von Aussen aufgenommen werden könnte. 

3. Die Richtigkeit des dritten Satzes lässt sich nicht läugnen; berücksichtigen wir aber den 
innigen Zusammenhang dieses Gefässnetzes mit dem eigentlichen Danncanal , und betrachten 
wir den flüssigen Inhalt in den Gefässen als Product einer höheren Entwickelung einer mehr 



1 ) Wicgmann's Archiv der Naturgeschichte 1835. I. Bd. 1. Heft, pag. 57. 

2 ) Nova acta physico-medica academ, caes. Leopold Carolinae. Vol. XIII. sect. II. und Hcusingcr's Zeitschrift 
f. d. organische Physik, I. Stck. 1. Heft, p. 68. II. Stck. 2. Heft, p. 197. 

37 * 



2i2 DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPHISTOMA UND DIPLODISCUS. 

homogen gewordenen Masse, ähnlich der Lymphe oder dem Blute, so wird diese Verschie- 
denheit eben so wenig auffallen, wie die jener Stoffe, die man im Darmcanal und in Lyinph- 
oder Blutgefässen höherer Thiere findet. 

4> Sieht man diese Trematoden das Contentum jenes Organs immer willkürlich ent- 
leeren. Diesem Factum kann ich nur die Vermuthung entgegen stellen, dass ich glaube , diese 
Entleerung geschehe nicht willkürlich, sondern in Folge einer Zerreissung des feinen Häut- 
chens, mit welcher diese Stelle umkleidetest, und sich wenigstens bei Ainphistomen mehr 
durch einen lichten Fleck oder kleine Erhöhung auszeichnet , denn ein Loch, oder überhaupt 
eine eigentliche Öffnung konnte ich durchaus nicht bemerken. Diese Entleerungen wurden nur 
bei solchen Thieren bemerkt , die man in Wasser gebracht ; dadurch schwellen sie bedeutend 
an und die dünne Bedeckung leistet keinen Widerstand und berstet, und der Inhalt der 
Gefässe wird ausgeleert; auch wenn man den Wurm leise drückt, wird die früher trocken ge- 
machte Oberfläche nass. Diese Erscheinung findet aber an jeder gedrückten Stelle des Wurmes 
Statt, und spricht vielmehr für eine Porosität der ganzen Haut, und wird noch übrigens durch 
den Umstand bestätigt, dass selbst schon todte etwas eingetrocknete und zusammengefallene In- 
dividuen , in Weingeist oder Wasser gebracht , wieder ihre ursprüngliche Form annehmen. 

Demnach sind wir mehr geneigt, mit Laurer das Gefässnetz der Trematoden, und 
jenes der Pentastomen, die wir zu einerneuen Ordnung erhoben haben (oben p. 15), dem 
Lymphsystem analog zu halten ; welches, aus dem Darmcanal entspringend, der Idee nach ver- 
schieden, seinem organischen Zrsammenhange nach eigentlich nichts anderes ist, als ein in 
seine feinsten Verästlungen zerfallener Darmcanal, wie das bei Tristoma *) recht anschaulich 
ist. Übrigens bilden diese Verzweigungen oft grössere Stämme, und erscheinen durch ihren ver- 
edelten Inhalt als ein neues Gebilde. 

In der Voraussetzung der Richtigkeit der Annahme, dieses Gefäss für Lymphe führend zu 
halten, müssten wir das foramen caudale als ein Sicherheitsventil gegen Vollsäftigkeit 
betrachten , um die überflüssigen Säfte zu entleeren ; wie aber der willkürliche Verlust einer 
zur Ernährung bestimmten Flüssigkeit zum Normalzustände gehören könne , ist nicht leicht 
begreiflich , und eine solche Annahme stünde gegen die Gefässverrichtung in der ganzen 
übrigen Thierwelt als unerhört da. Dass die Entleerung der grösseren nicht aufnehmbaren 
Stoffe bei den Trematoden, welchen demnach ein eigentlicher After fehlt, durch die 
Mundöffnug bewirkt wird, ist eine auf vielfältige Beobachtungen begründete, und unter den 

Helminthologen ausgemachte Sache. Gegen die Annahme eines Afters bei Trematoden, 

sind übrigens die von Creplin 2 ) und Laurer 3 ) vorgebrachten Gründe entscheidend ; 
und wir halten die am Rücken oder am Schwanzende befindliche, bald warzenförmige , bald 
porusähnliche Stelle, mit jenen den Leib der Pentastomen umgebenden Erhöhungen für 
gleichbedeutend, die von Nord mann und mir für Athemlöcher (stigmata) gehalten werden. 

Die Geschlechtst heile. 
Mit einem verzweigten und geschlossenen Darmcanal scheint die Vereinigung beider Ge- 
schlechtsapparate in einem Individuum zum Normalzustande und zur Gesetzmässigkeit zu gehö- 



1 ) Monographie der Gattung Tristoma. Act. acad. caes. Leop. Carol. nat. cur. vot. XVIII. P. 1. Tab. 1. Fig. 1. 

2 ) Creplin observ. de entozois. pag. 62 64. 

3 ) Laurer. 1. c. pag. 11 12. 



DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPHISTOMA UND D1PLOD ISCUS. 2*3 

ren, wenigstens bietet die Ordnung der Trematoden kein Beispiel als Ausnahme von 
dieser Regel. 

4r. Die männlichen G es chl echtstheile. 

Bevor wir die innern Organe der Fortpflanzung genauer betrachten , müssen wir noch einen 
Blick auf die äusseren werfen. Die Stelle , an welcher die beiden Geschlechtsapparate aus- 
münden , befindet sich bei allen A m p h i s t o m e n auf der Bauchseite , etwas unterhalb der 
MundöfFnung ; gewöhnlich macht sich hier eine kleine Papille bemerkbar, die aber, zuweilen 
zurückgezogen, dieser Stelle mehr das scheinbare Ansehen einer kleinen Öffnung gibt, und 
auch wirklich von dem gewandten Zeder anfangs für eine Mundöffnung gehalten , und als 
solche beschrieben wurde. BeiAmphistomaconicum bildet Laurer auch eine papillenförmige 
Hervorragung, mit einem durch einen Schliessmuskel bedingten etwas aufgeworfenen Rande 
ab, und so erscheint sie auch bei Amph ist oma giganteum, und den meisten übrigen Ar- 
ten. Bei der Vergleichung des Amphistoma conicum aus dem Magendes grossen brasilia- 
nischen Hirschen (Cervus dichotomus) fanden wir aber ganz kleine Individuen, die uns die 
eigentliche Form des Penis recht deutlich machten, und uns überzeugten, dass die gewöhn- 
lich dafür gehaltene Hervorragung noch nicht der eigentliche männliche Geschlechtstlieil sei, 
den erst aus dieser Papille tritt eine fadenförmige, gewöhnlich nach aufwärts gerichtete Ruthe, 
umgeben von einer wulstigen Vorhaut, die am Grunde mit einem von der allgemeinen Be- 
deckung gebildeten und aufgeworfenen Rande umgeben ist, hervor (Tab. XXIII. Fig. 1). 

Über die Bedeutung der verschiedenen Theile des männlichen Geschlechtsapparates sind 
die Zootomen dieser Gattung nicht übereinstimmend, denn wasBojanus Samenblase 
nennt, hält Laurer für Hoden u.a. m. Wir bleiben hier, um neuen Verwechslungen vor- 
zubeugen, bei Laurers Bestimmung der einzelnen Theile, nach welchem dieser Geschlechts- 
apparat aus zwei Hoden (testiculis) , den ausführenden Samen gefässen (yasa deffe- 
retitici) , der Sa inen blase (yesicula seminalis) und der Vorstehdrüse (prost ala) 
besteht. 

Innerhalb des sparrig getheilten Darmcanals erscheint der männliche Geschlechtsapparat, 
den mittleren Theil dieses Raumes ausfüllend. Etwas über dem unteren Ende des Blinddar- 
mes liegt ein Hoden (testiculus ; vesiculae dichotomaeBoj.) von unregelmässiger Form eines 

Büschelkörpers, der aus 8 10 zwei bis dreitheiligen Anhängseln besteht, die blind enden (Tab. 

XXII. Fig. 9 und 14 — 18). Aus seinem obern Rande entspringt ein kurzer gerader Canal, das 

ausführende Samengefäss (vas deferens , Tab. XXII. Fig. 1^1 15.), welches in einen 

unregelmässigen, doch der Lanzetform sich nähernden, und wie es scheint, von beiden Seiten 
etwas flach gedrückten Körper mündet, den wir für die Samen blase (yesicula seminalis) 

halten. (Tab. XXII. Fig. 17 18) An dem oberen breiteren Ende der Samenblase liegt ein aus 

mehreren Windungen bestehendes Organ, das wir nach der Analogie von Amphistoma co- 
nicum mit der V o r s t e h d r ü s e (prostata) zu vergleichen geneigt sind (Tab. XXII. Fig. 
16 — 19.) , und die mit der eigentlichen Ruthe (penis, cirrus) in innigem Zusammenhange steht. 
Die männliche fadenförmige Ruthe verläuft endlich in eine fast trichterförmige, von der all- 
gemeinen Bedeckung gebildeten Höhle, und mündet dann, von einer Vorhaut umgeben, nach 

Aussen, wie schon oben bemerkt wurde. (Tab. XXII. Fig. 16 19.) Der zweite Ho d e n, der 

über dem ersten liegt , mündet mit seinem Samengefässe am vorderen Rande des breitesten 



214 D1ESING , MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPHISTOMA UND DIPLODISCUS. 

Durchmessers der Sainenblase. {Tab. XXII. Fig. 17 — 18.) Die Substanz der Hoden ist kör- 
nig , und sie enthalten nach B o j a n u s eine helle Flüssigkeit. 

In ihrer Form weichen die einzelnen Theile des männlichen Geschlechtsapparates bei 
den bisher näher untersuchten drei verschiedenen Arten dieser Gattung in manchen Punk- 
ten ab. So besteht der Hoden des Amphistoma subtriquetrum aus vier Paaren zwei- 
theiliger Anhängsel, die zusammen 16 blinde Ende haben 1 ), während er bei Amphistoma co- 
lli cum in 4- 5 stumpfe Lappen getheilt ist, die unter sich zu einem kugelförmigen Körper ver- 
bunden sind 2 ). Die Hoden des Amphistoma subtriquetrum stehen mit der Samenblase 
durch zwei lange, nach oben zu sich verdickende und ähnlich sich verbindende Samengefässe in 
Verbindung 3 ) ; die bei Amphistomaconicum ebenfalls langgezogen, aber von gleichem Durch- 
messer sind *) ; bei Amphistoma giganteum hingegen sind diese Samengefässe ganz kurz, 
und von gleichem Durchmesser ; der untere Hoden mündet in die untere Spitze der Samen- 
blase, während jenes des höher liegenden Hodens, seitlich in die Samenblase mündet. (Tab* 

XXII. Fig. 9. 17 18.) Die Samenblase von Amphistoma subtriquetrum bildet einen 

nach oben zu verdickten Schlauch, der nur wenige Windungen macht 5 ), die des Amphist. 
c o n i c u m besteht aus einem vielseitig gewundenen , und sich endlich am Ausgange verschmä- 
lernden Schlauch 6 ) ; und bei Amphistomagiganteum erscheint sie als ein etwas zusammen- 
gedrückter fast lanzetförmiger Körper. {Tab. XXII. Fig. 17 18.) Die Vorstehdrüse end- 
lich bildet bei Amphist. subtriquetrum 7 ) und Amphistoma conicum 8 ) ein in die 
Länge gezogenes Bläschen, während sie bei Amphist. giganteum als mehrfach gewun- 
dener und in sich verschlungener Schlauch erscheint. {Tab. XXII. Fig. Yl 18.) 

Die weiblichen Geschlechtstheile und die Eier. 

Der weibliche Geschlechtsapparat zerfällt in den Eierstock {pvariuni) , die Gebärmut- 
ter {uterus), den Ei er schlauch {oviductus) , der an seiner Spitze nach aussen als weib- 
liche Scheide {vagina) endiget. 

An den beiden äusseren Rändern des Darmcanals liegt der traubenförmig gestaltete E i er- 
stock, der fast den ganzen Raum zwischen dem äusseren Rand des getheilten Darmcanals und 
dem äusseren Rand des Wurms einnimmt, und gleich den männlichen Organen von Parenchym 
umgeben ist. Die Zweige des Eierstockes , an deren Enden eine Unzahl kleiner Bläschen kopf- 
förmig zusammengedrängt liegt, bilden in der Mitte einen Hauptstamm, wovon der obere und 
untere rechte , wie auch der obere und untere linke sich endlich verbinden , und zu beiden 
Seiten etwas über den blinden Enden des Darmcanals als einfache Canäle , ähnlich den F ato- 
pisch en Röhren {tubae falopianae) , in die untere Hervorragung der Gebärmutter endigen. 
{Tab. XXII. Fig. 9. 19 — 20.) Die Gebärmutter {uterus) gleicht einem stumpf ungleich 
dreilappigen Körper, in dessen weniger abgerundeten Lappen, wie schon oben bemerkt, die Schläuche 



i) Bojanus. 1. c. p. 167. Tab. II. Fig. 16_17. 

2 ) Laurer. 1. c. Fig 24. a. b. Fig. 25. a. b. Fig. 21. c. 

3 ) Bojanus. 1. c. Tab. II. Fig. 16. 
*) Laurer. 1. c. Fig. 21. Fig. 23. a. 

5) Bojanus. 1. c. Tab. II. Fig. 14. Fig. 16. 

6) Laurer. 1. c. Fig. 21. g. Fig. 23. b. 
') Bojanus. 1. c. Tab. II. Fig. 14. 

8) Laurer. ]. c. Fig. 21. g. Fig. 23. c. 



DIESING , MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPI1ISTOMA UND DIPLODISCUS. 2i5 

des Eierstockes einmünden. {Tab. XXII. Fig. 9 — 19.) Sie liegt schief, mit ihrer breiteren Seite 
gegen die Bauchfläche, mit dem verschmälerten Ende hingegen der Rückenseite zugewendet. In- 
nerhalb der gegen die Bauchseite liegenden Ausrandung der Gebärmutter entspringt der Eier- 
schlau ch (ovitluctus) , der, in seinem Verlaufe immer schmächtiger werdend, endlich nach ge- 
machten vielfältigen Windungen unterhalb der männlichen Ruthe nach aussen endiget. {Tab. XXII. 
Fig. 9. 17- 18. 21.) 

Gleich den männlichen Zeugungsorganen weichen auch die weiblichen Organe in ihrer 
Form bei den verschiedenen Arten dieser Gattung ab. Von der Verbindung des Eiersto- 
ckes mit der Gebärmutter hat Bojanus keine bildliche Darstellung gegeben, sondern der 
Analogie nach mit ähnlichen Gattungen einen solchen Zusammenhang vermuthet. Mit wenigen 
Abweichungen in der Verästelung stimmen die Eierstöcke des Araphistoma g i g a n t e u m mit 
jenen von Am phisto ma conicum vollkommen überein. Abweichender hingegen ist die Form 
der Gebärmutter, die nach Bojanus bei Amphistoma s u b t r i q u e t r u m als ein weisser 
markig scheinender Knoten erscheint, seine Abbildung aber *) stellt einen nach rechts aufstei- 
genden Schlauch dar , der, gegen die linke Seite sich erhebend, verschmälert in den Eiergang 
übergeht. 

Sehr abweichend davon ist der U t e r u s des Amphistoma conicum, der eine hohle Kugel 
bildet, die mittelst eines kurzen Canals mit einer viel kleineren am Grunde der eigentlichen Ge- 
bärmutter liegenden Blase (jwdidus Laur.) in Verbindung steht, und aus welcher seitlich der 
Eierschlauch entspringt 2 ) . Der Eierschlauch endlich ist bei Amphistoma s u b t r i q n e t r u m 
sackförmig, oben und unten verschmälert, und spiralförmig gewunden 3 ) . Eben so erscheint er bei 
Amphistoma conicum, nur ist er nicht spiralförmig, sondern hin und her gebogen *) ; wäh- 
rend er bei A m p h i s t o m a g i g a n t e u in gleich weit ist, in seinem Verlaufe oftmals schlängelt, 
und erst gegen den Ausgang allmälig verschmälert , unterhalb der nämlichen Ruthe endiget. 
{Tab. XXII. Fig. 9_21.) 

Das Ei, oder eigentlicher der Ei er sack ist bei unserer Art länglich rund, die ihn uni- 
gebende Hülle scheint einfach zu sein , oder was wahrscheinlicher ist, der Zwichenraum zwi- 
schen Amnion und Chorion ist unbedeutend, und bringt diese scheinbare Einfachheit her- 
vor. (Tab. XXII. Fig. 23 — 2 ; i.) Den Inhalt des Eiersackes bilden viele kleine an einander ge- 
drängte lichtbraune Körperchen, die wir mit Laur er für Dotter oder eben so viele Keime zu 
halten geneigt sind. (Tab. XXII. Fig. 25.) Die Eiersäcke aus dem der Gebärmutter näher 
liegenden Eierschlauche sind nicht vollkommen mit Dottern ausgefüllt , mehr nach der Mitte zu- 
sammengedrängt , und der Eiersack erscheint dadurch an seinem Rande licht und durchsichtig, 
die Eiersäcke hingegen aus den dem Ausgange näher liegenden Eierschlauche sind vollkommen 
mit Dotter ausgefüllt, und der Umfang jedes Dotters hat hier fast um's Doppelte zugenommen. 
Die Eiersäcke des Amphistoma conicum sind an demeinen Ende mehr zugespitzt, und 
50 — 60 Dotter erfüllen ihren Raum 5 ). 



*) Bojanus. 1. c. Tab. IL Fig. 16. g. 

2 ) Laurer. 1. c. Fig. 23. i. k. m. 

3 ) Bojanus. 1. c. Tab. II. Fig. 16 
*) Laurer 1. c. Fig. 23. n. 

5 ) Laurer 1. c. Fi°r. 29. 



216 DIESING, MONOGRAPHIE DEE GATTUNGEN AMPHISTOMA UND DIPLODISCUS. 

Über das Nervensystem. 

Die erste Entdeckung eines Nervensystems, oder Cerebral - Ganglions, bei der Gattung Am> 
phistoma, verdanken wir dem berühmten Zootomen Bojanus, der ein solches am Am- 
phistoma subtriquetrum mit der grössten Bestimmtheit nachwies ; später wurde seine Ge- 
genwart auch an dem bei weitem kleineren Am phistoma conicum von Lau r er bestätiget, 
und eben so wenig fehlt ein solches unserer riesenhaften Art. Es entspringen nämlich auch hier 
unterhalb des Magens Nervenzweige, wovon einer ihn ringförmig umgibt. Zu beiden Seiten die- 
ses Nervenringes, an seinem äussern Rande , entspringen zwei Nervenfäden , die nach vorne 
verlaufen, und endlich steigt nach abwärts an beiden Seiten des äusseren Randes des Darm- 
canals , und in seiner Nähe ein Hauptstamin herab , der in seinem Verlaufe mehrere Fäden an 
die benachbarten Organe spendet ; an seinem Ende , fast da, wo der Darmcanal aufhört , theilt 
er sich nochmals in mehrere Zweige, die endlich in den zunächst liegenden Organen verschwin- 
den. (Tab. XXII. Fig. 9.) Auf ähnliche Weise verzweigt sich das Cerebral-Ganglion des 
Am phistoma subtriquetrum und conicum, und wurde da von Bojanus *) und L au- 
rer 2 ) in diesen seinen Verzweigungen noch umständlicher beschrieben. 

Was die Art der Verrichtung aller hier beschriebenen Organe anbelangt , bedarf es weiter 
keiner physiologischen Erklärung, und wir gehen demnach zur Feststellung der Gattung und 
zur Beschreibung der einzelnen Arten über. 



Amphistoma *) Rud. Nitzsch. Nob. 

D i stomatis spec. Boj. Fasciolae spec. Schrank. Müller. Festucaria Zed. Mo- 
nostomatis spec. Paul. Amphistomum Nitzsch. 

Corpus molle compressum vel teretiusculum. Os terminale aut laterale. Acetabulum sucto- 
rium imperforatum , in postica corporis parte situm , terminale vel laterale. Genitale masculum 
simplex filiforme aut papilliforme. 

1. Amphistoma conicum R. Tab. XXIII. Fig. 1 — 4> 

A. corpore tereti subincurvo , postice incrassato , ore terminal*! orbiculari exiguo nudo in 
statu juvenili ciliato ; acetabulo suctorio orbiculari subinfero. 

Daubenton in der Allgem. Histor. der Natur IL Bd 2. Hamburg und Leipzig. 1754. S. 250. tab. 16. 
Fig. 3. 

Falk, Untersuchung der sogenannten Viehseuche , oder Beweisgründe , dass diese Viehkrankheit 
nicht pestilenzial oder ansteck. Art ist etc. Hamburg 1782. Tab, 2. Fig. 6 7. 

Fasciola hepatica. 0. F.Müller im Naturforscher 18. pag. 34. Tab. 3. Fig. ll.ad sinist. 

Festucaria Cervi Zed. in den Schriften der Berlinischen Gesellschaft naturforschend. Freunde. 
X. Seite 65_74. Tab. 3. Fig. 8—11. 

1) Bojanus. 1. c. Tab. II. Fig. 19. 

2) Laurcr. 1. c. Fig. 26. B. 

3) Von a>ift utvinque , (Tröpa, os, eine Benennung, die unrichtig ist, da nur an einem Ende eine wahre Mundbff- 
nung vorkömmt, das andere o-to'/kx aber kein Mund, sondern ein undurchbohrter Saug na pf {acetabulum 
suetorium) ist. 



DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPHISTOMA UND DIPLODISCUS. 2*7 

Fasciola Cervi Schrank in: Vetensk. Akadem. Nya Handl. 1790. pag. 123. Nro. 23. 
Fasciola Elaphi Gmelin. System, tiatur. Tom. I. Pars. VI. pag. 3054. Nro. 7. 
Monostoma conicum Zeder Anleitung zur Naturgeschichte der Eingeweidewürmer. Bamberg 
1803. Seite 188. Nro. 1. 

Araphistoma conicum R. Entozoor.hist. nat. Vol.\H. pag. 349. Entozoor. Synopsis pag. 91. et 
mantiss. pag. 360. Lamark. Anim. sans verleb. T. III. pag. 189. Westrumb in d. Isis. 1824. 4. Heft. Seite 397. 
Deslongchamps Encyclopedie meth. Tom. II. (1824) pag. 56. Gurlt path. Anat. der Haussäugethiere. 1. 
TA. m Anhange. Seite 369. Taö. FJII. tfty. 25_28. 

Amphistoraum conicum Nitzsch in der Allgemeinen Encyclop. der Wissenschaften und 

Künste etc. von Ersch und Gruber. Halle. 1819. 3. TA. Seite 398. Laurer de Amphislomo conico. pag. 3 4. 

Fig. 1_14. 

Diese Art wurde bisher nur in den Mägen der Wiederkäuer gefunden, wo sie sich mit ihrem 
Saugnapfe an einzelnen Warzen desselben festhält; zuerst fand sie Daubenton im Jahre 1755 in Bos 
Taurus dorn., dann Treutier im Pansen (ingluvies) von Ovis Aries im August, Zeder und Wrede 
im Cervus Elaphus, Nitzsch im Cervus Capreolus; und im Cervus Dama wurde dieser Wurm am 
kaiserl. Hof-Naturalien-Cabinette unter neun Individuen zwei Mal in den Herbstmonaten aufgefunden. End- 
lich fand ihn Natterer in nachstehenden brasilianischen Hirschen: 

Cervus campestris Cuv. Nro. 69 im Pansen eines Männchens zu Rio Araguay im October 1823. 

Cervus dichotomus Illig. Nro. 86 im Faltenmagen eines Weibchens zu Rio Araguay im Octo- 
ber 1823. 

Cervus Namby Natt. im Faltenmagen eines Männchens zu Villa Maria im September 1825. 

Cervus rufus Illig. Nro. 36 im Pansen eines Männchens zu Cuyaba im Februar 1821 und im Falten- 
megen eines Männchens zu Caicara im Jänner 1826. 

Cervus simplicicornis Illig. Nro. 13 im Faltenmagen eines Weibchens zu Irisanga im December 
1822, und im Faltenmagen zweier Männchen zu Caicara im Jänner 1826. 

Beschreibung. Die kleinsten Individuen sind 2 — 3, die grösseren ^ 6 Linien lang, 

nach vorne etwa V 2 ? ani hintern Ende aber 1 lV 2 Linie breit. Im Leben ist der Leib röth- 

lichweiss , und wird im Weingeiste blendend weiss. Der schmälere Vorderleib ist gerunzelt , bei 
den im Weingeist aufbewahrten Exemplaren verschwinden aber die Runzeln oft gänzlich. Der 
Körper ist drehrund , ein wenig eingebogen , nach hinten dicker , und an beiden Enden abge- 
stumpft. An der Spitze des schmäleren Endes liegt der kreisrunde Mund, der zuweilen einge- 
zogen eine Querfurche bildet, und als zweilippig erscheint. Bei jungen Individuen aus Cer- 
vus dichotomus fanden wir den Mundrand mit 12 15 Wimpern besetzt (Tab. XXIII. Fig. 

1.) Der Saugnapf liegt an der Spitze des Schwanzendes, erscheint aber durch die Krümmung 
des Körpers etwas nach der Seite stehend , er ist ebenfalls kreisrund , tief napfiormig und am 
Rande wulstig. Auf der Bauchseite unterhalb dem Munde liegt die GeschlechtsöfThung in 
Form eines kleinen Grübchens, in welches Eiersehlauch und Ruthe münden, letztere tritt zuwei- 
len in Form einer kleinen Papille hervor, die dann wieder von der allgemeinen Bedeckung mit 
einer Wulst umgeben ist; nur in den ganz kleinen Individuen tritt erst aus der Spitze der Pa- 
pille die eigentliche fadenförmige, etwas nach aufwärts gebogene Ruthe heraus, und die kleine 
Papille umgibt sie dann in Form einer Vorhaut. Auf der Rückseite ungefähr ein Linie, und etwas 
über dem Saugnapfe, bemerkt man noch eine kleine Erhabenheit, oder auch einen lichten 
Fleck; über die Bedeutung dieser Stellen haben wir uns bei der Anatomie dieser Gattung aus- 
gesprochen. 

38 



2i8 DmSING, MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPHISTOMA UND DIPLODISCUS. 

Auf den Hautrunzeln wurden von Laurer bei einer starken Vergrößerung, und bei Be- 
handlung der Haut mit Salpetersäure sternförmige Erhöhungen, vorzüglich um die Geschlechts- 
öffnung beobachtet, die aber mit den Runzeln verschwinden. 

Es ist wahrscheinlich, dass die Periode der Fortpflanzung in die Zeit fällt , wo die Indivi- 
duen noch nicht die Grösse von £ — 6 Linien erreicht haben , denn nur bei kleinen Individuen 
fanden wir den männlichen Geschlechtsfaden herausgestreckt; in den grösseren hingegen sind die 
Geschlechtsorgane nach innen gezogen, und diese Stelle gewinnt scheinbar das Ansehen einer 
Grube (porus) , und wurde auch wirklich von dem erfahrnen Z e d e r als solche beschrieben. 
Bei kleinen Individuen ist die Haut fast durchsichtig , und lässt die darunter liegenden Organe 
durchscheinen. 

Die bei Amphistoma zuerst von uns beobachteten Wimpern um die Mundöffnung wurden 
übrigens schon früher an einigen andern Trematoden beobachtet. Sojfand sie Mehlis *) 
an den Jungen des Distoma hiartSj v o n Nord mann 2 ) an den Jungen von Distoma nodu- 
losiurij und kürzlich v o n S i e b o 1 d 3 ) an den Jungen von Monostoma mutabile. 

Von den frühern Beobachtern wurde das Schwanzende mit dem Kopfende verwechselt, 
welche Unrichtigkeit selbst von Rudolphi erst in seiner Synopsis berichtiget wurde. 

2. Amphistoma giganteum. Tab. XXIII. Fig. 5 6. 

A. corpore oblongo-ovato compressiusculo transversim plicato, postice incrassato, ore orbi- 
culari terminali ; acetabulo suctorio infero subovali. 

Diese Art fand zuerst Natterer im Blinddarme von zwei Weibchen des Dlcotyles albirostris Illig. 
Nro. 14, zu N as Fr echas im Juli 1S25 , und zu Caiyara in einem Weibchen, im Februar 1826, wie 
auch in einem Männchen des Dicotyles torquatus Cuv. Nro. 59 zu Mato grosso im August 1827. 

Beschreibung. Der Körper ist 9 — 10 Linien lang, am vorderen Ende eine Linie, nach 
hinten gegen drei Linien breit , länglich eiförmig , von beiden Seilen etwas zusammengedrückt, 
der Quere nach mit schwachen Falten umgeben, gelblichweiss und meist durchscheinend. Die an 
der Spitze liegende Mundöffnung ist kreisrund; etwa drei Linien unterhalb derselben liegen die 
äusseren Geschiechtstheile. Die Ruth e ist bei allen Individuen eingezogen, wodurch an dieser 
Stelle eine in die Quer gezogene Vertiefung entsteht. Eine Linie über dem hinteren Rande liegt 
auf der Bauchseite der fast eiförmige tiefe Saugnapf, von einer schmalen Wulst umgeben, seine 
Aushöhlung bildet eine hohle Halbkugel. 

Diese Art bildet sowohl im innern als äussern Bau ein Mittelglied zwischen A. conicum 
und den zunächst folgenden A. sub trique tr um. 

3. Amphistoma subtriquetrum R. Tab. XXIII. Fig. 7 9. 

A. corpore subclavato compressiusculo subtriquetro postice incrassato loiuudato, ore orbi- 
culari terminali; acetabulo suctorio infero crbiculari. 

Distoma amphistomoi des iJojanus in Mem. de la snc. imp. d natural, ä Moscau 1S17. V 
V. 270. Tab. IX. Fig. 1_8. 



») Mehlis in d. Isis 1831. 2. Heß Seite 174 und 190. 

2 ) v. Nordmann, mikrographische Beiträge, Heß 2. Seite 139. 

3 ; v. Sicbold, in Wiegmanns Archiv. 1. Bd. 1. Heß. Seite 73. 



DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPHISTOMA UND DIPLOD1SCUS. 2i9 

Amphistoraa subtriquetrura R. Sgn. ento%. pag. 91. Mantissa 360. Bojanus in d. Isis 1S21. 
2. Heft. Seite 164. Tab. 2. Fig. 5_12. Westrumb in d. Isis 1823. 4. Heft. Seite 397. Bremser Icones 
helminth. pag. 7. Tab. VIII. Fig. 32_33. Deslongehamps Encycl. meth. pag. 57. 

Bojanus, Bremser, Rudolphi und Walterfanden diese Art im Blind- und Grimmdarmc, wie 
auch im Dünndärme des Bibers (Castor Fiber). Unter 56 Individuen wurde dieser Wurm am kais. Hof- 
Naturalien- Cabinette zwei Mal im Frühjahre, ein Mal im Sommer, acht Mal im Herbst, und neunzehn 
Mal in den Wintermonaten gefunden. 

Beschreibung. Die Individuen sind 3 — 7 Linien lang, nach vorne verschmälert, 

endlich abgestutzt, etwa ein Linie breit, am hinteren Ende 2 3 Linien dick, und kolbenförmig 

abgerundet , an der Bauchseite etwas platt gedrückt, am Rücken gewölbt, und zuweilen gekielt, 
wodurch der Körper fast stumpf dreikantig wird. Der Mund liegt am schmäleren Ende und ist 
kreisrund. Der Saugnapf liegt etwa V* Linie über dem Schwanzende auf der Bauchseite, und ist 
ebenfalls kreisrund, gross und tief, mit einem wulstigen Rande umgeben. Der Grund des Saug- 
napfes wird bisweilen in Form einer Kugel herausgetrieben. Unterhalb der Mundöffnung liegt 
der äussere Geschlechtsapparat in Gestalt eines kleinen Knötchens, meist aber eingezogen, und bil- 
det dann eine kleine Vertiefung, Bojanus brachte daher diesen Wurm zuerst in die Gattung Distoma. 

Der Wurm ist im Leben graulichweiss , oft graugelb , und wird im Weingeist braungelb. 
Unter der Haut erscheint schon bei massiger Vergrösserung ein zierliches Gefässnetz, das die 
ganze Oberfläche des Leibes umgibt. {Tab. XXIIL Fig. 9.) 

4. Amphistoraa Hirudo. Tab. XXIII. Fig. 10—12. 

A. corpore ovato-lanceolato planiusculo, antice attenuato transversim plicato, margine cre- 
nato ; ore orbiculari subterminali ; acetabulo suctorio infero , orbiculari. 

Diese ausgezeichnete Art fand Natter er im Blinddarme eines Männchens des Kamichi (Palamedea 
cornuta L. Gm. ]\ro. 225.) zu Engenho do Cap Gama im August 1S26. 

Beschreibung. Die wenigen Individuen unserer Sammlung erreichen eine Länge von 1 V 2 
Linie, und sind am vorderen Ende kaum l / 2 , am hinteren Ende an eine Linie breit. Der Körper ist lanzet 
eiförmig, platt gedrückt, mit schmalen Querfalten umgeben, am Rande schwach gekerbt, gelblich- 
weiss. Das Schwanzende ist gegen die Bauchfläche gebogen , und diese dadurch wie ausgehöhlt. 
Die etwas unterhalb dem schmäleren Ende liegende Mundöffnung ist kreisrund. Der etwas über 
dem unteren Rande des Schwanzendes liegende Saugnapf ist ebenfalls kreisrund, tief, und mit 
einem sehr aufgeworfenen Rande umgeben , so dass dieser fast die Form einer hohlen Halbku- 
gel erhält. 

5. Amphi Stoma cy lindricum. Tab. XXIII. Fig. 13 15. 

A. corpore cylindrico , utrinque obtuso , transversim rugoso , ore termhuili orbiculari pro- 
minulo; acetabuli suctorii orbicularis lateralis limbo elevato. 

Natter er fand diesen Wurm im Barmcanal des Cataphractus Murica Natt. Nro. 33, zu Villa Maria 
im August 1825. 

Beschreibung. Die Individuen der kais. Sammlung sind vier Linien lang und zwei 
Linien breit, von weisser Farbe. Der Körper ist vollkommen walzenförmig, der Quere nach ge- 
runzelt, an beiden Enden abgerundet. Die in der Mitte des einen Endes liegende Mundöffnung 
kreisrund , mit einem etwas aufgeworfenen Rande umgeben. Der kreisrunde Saugnapf liegt 
gleich oberhalb des Schwanzendes und eine breite Wulst bildet seinen Rand. 

38 * 



2Ö0 DILS1KG, MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AIMPFIISTOMA UND DIPLODISCUS. 
6. Amphi Stoma Ferrum equinum. Tab. XXIII. Fig. 16 18. 

A. corpore cylindrico compressiusculo rugoso, utrinque obtuso, ore terminali subrotundo ; 
acetabuli suctorii lateralis orbicularis limbo lato postice emarginato. 

N attcrer fand diese Art zuerst im Darmcanal eines Männchens des Cataphractus Murica Natt. Nro. 
33 zu Cuyaba im Jänner 1824, und in drei Weibchen des Cataphractus Corome Natt. Nro. 39 zu Cu- 
yaba im Februar 1824, zu Villa Maria im August 1825, und endlich zu Matogrosso im Novem- 
ber 1826. 

Beschreibung. Die Würmer sind über sechs Linien lang und drei Linien breit, wal- 
zenförmig, etwas zusammengedrückt, an beiden Enden abgerundet, von braunlicher Farbe. 
Die an dem einen Ende liegende Mundöffnung fast kreisrund. Der über dem unteren Rande des 
Schwanzendes liegende Saugnapf kreisrund, mit einer breiten nach hinten ausgerandeten Wulst 
umgeben, und daher fast hufeisenförmig. Der Körper ist der Quere nach gerunzelt, und nach- 
dem die ihm anhängende Flüssigkeit verdunstet ist, bemerkt man schon bei einer massigen Ver- 
grosserung zwischen diesen Runzeln viele kleine Grübchen auf der Oberfläche. {Tab. XXIII. 
Fig. 18.) 

7. Amphi Stoma megacotyle. Tab. XXIII. Fig. 19 — 20. 

A. corpore subrylindrico antice ineurvato attenuato , postice obtuso; ore terminali orbicu- 
lari exiguo; acetabulo suetorio amplissimo infero , suborbiculari , postice extrorsum sinuato. 

Natter er fand diese Art im Darmcanal eines Männchens des Silurus Palmito Natt. Nro. 34 zu 
Matogrosso im August 1827. 

Beschreibung. Die nur sparsam aufgefundenen Individuen dieser Art sind etwas über 
drei Linien lang, vorne 1 / 2 , hinten eine Linie breit, am Vorderende hakenförmig eingebo- 
gen , von weisser Farbe, der Saugnapf aber ist gelblichbraun. Der Körper ist fast walzenförmig, 
verschmälert höher gegen das Kopfende ; das Schwanzende ist abgerundet. Der an der Spitze 

des Vorderendes liegende kreisrunde kleine Mund ist unterhalb mit 3 ^ Querfalten umgeben. 

Etwa eine Linie unter dem Munde liegt eine kleine Erhöhung , wahrscheinlich Geschlechtsöff- 
nung. Der tiefe sehr grosse Saugnapf liegt gleich über dem unteren Rande des hinteren Endes 
auf der Bauchseite, nimmt beinahe ihre ganze Breite ein, ist fast kreisrund, nach hinten und 
auswärts aber gebuchtet und mit einem schwachen Saume umgeben. 

8. Amphistoma lunatum. Tab. XXIII. Fig. 21—22. 

A. corpore subelliptico compresso , supra convexiusculo subtus piano ; ore subinfero orbi- 
culari ; acetabuli suctorii inferi limbo suborbiculari , basi coaretato , callo lunaeformi aueto. 

Diese merkwürdige Art, die durch die auffallende Bildung des Saugnapfes eine besondere Abthei- 
lung in der Gattung ausmacht, fand Natter er zuerst im Blinddarme eines Männchens des Cervus di- 
chotomus Illig. Nro. 86 zu Caijara im Decembcr 1825, und höchst sonderbarerweise ebenfalls im 
Blinddarme eines Männchens der Anas melanolus Lath. Nro. 19S zu Caicara im Mai 1S26, im Blind- 
darme eines Männchens der Anas Ipecutiri Vicill Nro. 197 zu Cai$ara im April 1826, und endlich im 
Blinddarme eines Männchens und eines Weibchens des Himantopus Wilsonii Tem. Nro. 212 ebenfalls zu 
Caicara im April 1826. 

Beschreibung. Die Individuen sind fast alle von gleicher Grösse, nämlich drei Linien 
lang, und im breitesten Durchmesser 1 1% Linie breit. Der Körper ist fast elliptisch, flach- 
gedrückt, der Rücken etwas gewölbt, die Bauchseite platt, er ist durchscheinend, von gelbli- 
cher Farbe , und schon bei massiger Vergrösserung erscheint das ihn auf der ganzen Oberfläche 



DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPJIISTOMA UND DIPLODISCLS. 251 

umgebende Netz. Der kreisrunde Mund liegt etwas unterhalb des oberen Endes. Der sehr ge- 
räumige, fast kreisrunde, aber etwas in die Quere gezogene Saugnapf liegt etwas oberhalb des 
Schwanzendes, und verläuft mit seinem verschmälerten Grunde nach vorne, und erscheint da- 
her fast in Form eines abgestutzten Kegels. An seinem unteren Rande erhebt sich eine Wulst, 
ähnlich dem Segmente eines Kreises, dessen beide Spitzen verschmälert auswärts gebogen sind. 

Unerachtet der genauesten Vergleichung der Individuen aus dem Cervus dichotomus. 
mit jenen der Anas melanotus, Ipecutiri, und des Hi mantopus AVi 1 s o ni i konnte ich 
keine Verschiedenheit bemerken, und dieses Beispiel des Vorkommens einer und derselben Art 
in Säugethieren und Vögeln steht meines Wissens als das Erste da. 

9. Amphistoma oxycephalum. Tab. XXIV. Fig. 1 9. 

A. corpore polymorphe, planiusculo, compresso aut tereti , oblongo ovato , aut ovato 
lanceolato, ore terminali orbiculari; acetabuli suctorii lateralis orbicularis hinc postice sinuati 
limbo prominulo. 

Natterer fand diese Species im Darmcanal folgender Fische: 

Salmo auratus Natt. Nro. 9, drei Männchen zn Cuyaba in Octobcr und November 1824. 

Salmo Pacu Natt. Nro. 43, ein Männchen, fünf Weibchen zu Cuyaba im März, Mai und Octo- 
bcr 1824. 

Salmo Pacupeba Natt. Nro. 26, zwei Männchen, ein Weibchen zu Rio Parana im April und Juni 
1823, und in einem Männchen zu Rio Araguay im Octobcr 1823. 

Silums megacephalus Natt. Nro. 30 , ein Männchen zu Cuyaba im Octobcr 1824. 

Beschreibung. Die Individuen sind sowohl der Form als Grösse nach sehr verschie- 
den, doch lassen sich ungeachtet dieser Verschiedenheit keine festen Charaktere zu ihrer Unter- 
scheidung aufstellen, denn eine Form geht ailmälig in die andere über. Ihre Länge schwankt zwi- 
schen 2 — 6 Linien , die Breite von 1 3 Linien. Der Körper ist entweder flach , oder zu- 
sammengedrückt oder gar drehrund, länglich eiförmig, oder eiförmig lanzetförmig , schmutzig 
braun oder weisslich. 

Die Individuen von länglich - eiförmiger und mehr oder weniger drehrunder Gestalt, sind 
ganz undurchsichtig , und der Körper gegen das Kopfende mit Querfalten umgeben. Bei 
den mehr zusammengedrückten oder ganz flachen ist der Körper durchscheinend , oder so 
durchsichtig , das man die inneren Organe deutlich unterscheiden kann. Ein Gefässnetz umgibt 
den Leib. Sie sind dann gegen das schmälere Ende sehr zugespitzt ., und die bei allen an der 
»Spitze liegende kreisrunde Mundöffnung ist bei einigen mit einem aufgeworfenen Rande um- 
geben; wahrscheinlich ist hier der Mund ganz ausgestreckt, bei den mehr oder weniger 
drehrunden Formen scheint der Mund sehr eingezogen zu sein, und daher die am vorderen Y.m\v 
mehr abgerundete Form zu entstehen. Der Saugnapf liegt bei allen am Rande des Schwänzen- 
des, doch so, dass sein wulstiger Rand zuweilen ausserhalb dem Rande des Schwanzendes zu 
liegen kömmt; er ist kreisrund, aber zuweilen nach hinten etwas ausgebuchtet, mit einem wul- 
stigen Rande umgeben. Unterhalb dem Munde liegen die äusseren Geschlechtsthcile meist in 
Form eines kleinen Wärzchens. 

Grössenverhältnisse haben auf Form keinen Einfluss ; vielleicht hängt die Verschie 
denheit von einem mehr oder weniger vorgerückten Zustande der Befruchtung ab, denn bei den 
flachen Formen stehen die Geschlechtstheile mehr hervor, während sie bei den mehr oder we- 
niger walzenförmigen nur als kleiner erhabner Punkt erscheinen. 



252 DIESING , MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPHISTOMA UND DIPLODISCUS. 
10. Amphistoma attenuatum. Tab. XXIV. Fig. 9 12. 

A. corpore subelliptico compresso aut tereti, postice attenuato ore subinfero orbiculari ; 
acetabulo suctorio laterali ovato - oblongo , postice sinuato. 

Natter er fand diese Art im Darmcanal eines Männchens des Salmo Paccu Natt. Nro. 43, zuCai- 
9 a r a im Mai 1826. 

Beschreibung. Die Würmer sind 1 V 2 bis an zwei Linien lang, am Mundende an eine, am 
Schwänzende 1 / 2 Linie breit , von weisser Farbe, undurchsichtig. Der Leib ist fast elliptisch, 
nach hinten etwas verschmälert, zusammengedrückt oder drehrund, in die Quere gerunzelt. Etwas 
unterhalb des obern Randes liegt die kleine kreisrunde Mundöffnung , und unterhalb derselben 
bemerkt man bei den drehrunden und dann immer grösseren Individuen die äusseren Ge- 
schlechlstheile in Form einer kleinen Papille. Der auf der Bauchseite liegende Saugnapf be- 
ginnt gleich oberhalb dem Schwanzende, ist länglich- eiförmig, nach hinten ausgebuchtet, und 
mit einem schmalen aufgeworfenen Rande umgeben. An den mehr platten Formen ist der Saug- 
napf gar nicht bemerkbar, und nur sein oberer Rand ist sichtbar, denn die Schwanzspitze ist 
hier immer eingezogen, und das Schwanzende dadurch wie abgeschnitten; eben so wenig be- 
merkt man da die äusseren Geschlechtstheile. 

11. Amphistoma truncatumR. Tab. XXIV Fig. 13 — 15. 

A. corpore ovato lanceolato compressiusculo , aut tereti , antrorsum attenuato postice trun- 
cato; ore orbiculari subinfero; acetabulo suctorio terminali antice emarginato. 

Amphistoma truncatura Itud. Syn. enloz. pay. 91. Mantissa pay. 359. Westrumb Isis 1823,4. 
Heft, Seite 597. Deslongchamps Encycl. vneth. Tom. II. pay. 56. 

Professor Otto fand diesen Wurm zuerst zu B r e s 1 a n in der Leber des Seekalbes (Phocavitulina L.) 
und Rudolphi im Juni zu Berlin, im Magen wie auch im Darmcanal desselben Thieres in grosser Menge. 

Beschreibung. Die Individuen der kais. Sammlung sind an lV 2 bis zwei Linien lang, 
am Kopfende 1 / 3 Linie, an dem endlich wieder schmäler werdenden Schwanzende eine Linie breit, 
und mit Ausnahme der in der Mitte liegenden und durchscheinenden , theils gelb theils braunge- 
färbten Organe, von weisser Farbe. Der Körper lanzet- eiförmig , etwas flach gedrückt, bei 
den im Weingeist aufbewahrten Exemplare ist der Leib fast durchgehends drehrund , am vor- 
deren Ende abgerundet, am hinteren dickeren Ende aber wie abgeschnitten. Die etwas unterhalb 
des schmälern Endes liegende Mundöffnung ist kreisrund. Der an der Schwanzspitze liegende 
Saugnapf ist gross , mit einem wulstigen Rande umgeben , der gegen die Bauchseite etwas aus- 
gerandet ist. 

12. Amphistoma unci forme R. Tab. XXIV Fig. 16—18. 

A corpore clavato , subtereti , antice attenuato uncinatim ineurvato, postice incrassato 
truncato ; ore inconspicuo; acetabuli suetorii tenninalis limbo orbiculari prominente. 

Amphistoma uneiforme Rud. Synops. entoz. in Appendice pay. 674. Westrumb in d. Isis 1823 
4. Heft. Seile 397. 

Diese Art fand Natterer im Darmcanal des gehäubten Trupials (Oriolus cristatus L.) 

Beschreibung. Die nur wenigen, fast aschgrauen Exemplare der kais. Sammlung sind 
meist über eine Linie lang, der Körper ist keulenförmig, vorne verschmälert und hakenförmig 
eingebogen , hinten verdickt , und am Schwanzende wie abgeschnitten. Die Mundöffnung ist bei 



DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPHISTOMA UND DIPLODISCUS. 253 

allen eingezogen, und daher nicht sichtbar. Der an der Schwanzspitze liegende kreisrunde Saug- 
napf mit einem breiten Rande umgeben. 

Rudolphi hat in seiner Beschreibung, das Kopfende mit dem Schwänzende ver- 
wechselt. 

Zweifelhafte Arten. 

Die von R u d o 1 p h i in seiner Synopsis entozoorum als zweifelhaft angeführten Arten gehören 
theils anderen Gattungen an, oder lassen sich wegen Unvollständigkeit der Exemplare nicht ge- 
nau bestimmen; wir versuchen demnach, diese zweifelhaften Arten dahin zu berichtigen. 

Amphistoma Tanagrae. R synops. entoz. Mantissa pag. 674, bleibt zweifelhaft. 

Amphistoma Falconis peregrinilt. synops. entoz. pag, 92 ist ein II o 1 o s t <> m u m. 

Amphistoma L a r i g 1 a u c i R. synops. entoz. p. 92 ist ein II o 1 o s t o m u m. 

Amphistoma Anatis Querquedulae R. synops. entoz. p. 92 ist ein D i s t o in a. 

Amphistoma Sylvia e R. synops. entoz. Mant. pag. 675 vielleicht auch ein Distoma; die 
Exemplare sind zu schlecht und verdorben, um darüber mit Bestimmtheit urtheilen zn können. 

Amphistoma Emberizae citrinellae M. C. Die kais. Sammlung besitzt in ihrer kostbaren 
Sammlung von Originalzeiehnnngen eine Abbildung dieses Thieres, den Wurm aber selbst konnte ich nicht 
wiederfinden, und ich ziehe es vor, darüber zu schweigen, als etwas Unhaltbares zu sagen, da ich mich auf 
die Itichtigkeät dieser Abbildung, die in der frühesten Zeit der Sammlung gemacht wurde, nicht verlassen darf. 



DlPLODISCUS*). 

Planariae sp. Goeze. Fasciolae sp. Schrank. FrÖlich. Distomatis sp. Zed. Hirndinis sp. 
Braun. Amphistomatis sp. R. Nitzsch, 

Corpus molle teretiusculum vel compressum. Os terminale. Acetabulum suctorium ter- 
minale aut laterale, vaginans aperturam genitalem disciformem , protractilem. 

1. Diplodiscus subclavatus. Tab. XXIV. Fig. 19_24- 

D. corpore conico polymorphe postice truncato ; ore orbiculari; acetabuli suctoiii termina- 
lis limbo membranaceo. 

Planaria subclavata Goeze Naturg.pay. 93 et 178. Tab. 15. Fig. 2 3. 

F a s c i o 1 a subclavata Schrank Verzelchniss pag. 19. Nro. 56. 

Fasciola Ranae Gmel. Syst. nat.pag. 3055. Nro. 18. Frölich im Naturforscher. 25. Bd. pag. 69. 
Tab. 3. Fig. 7_8. 

Distoma subclavatum, Zed. Nachtrag pag. 185. 

II im do Tuba Braun. Hist. Tlirud. pag. 49. Tab. 5. Fig. 5 8. 

Amphistoma subclavatum It. in Wied. Archiv III. pag. 92. Zeder Naturg pag. 1 9S . Nro. 1. Tab. 
3. Fig. 3. Rud. hist. entoz. Vol. II. P. I. pag. 343. Synops. entoz. pag. 90. et Mant. p. 358. Lam. Anim. 
sans verteb. Tab. III. pag. 189. Westrumb Isis 1823. 4. Heft pag. 369. Bremser icon. heim. Tab. VIII 
x'iy. 30 — 31. Deslongchamp. Encycl. meth. pag. 56. 

A m p h i s t o ra u ra subclavatum Nitzsch Encycl. der Wissenschaften u. Künste. III. Th. pag. 398. 

Diese Art wurde zuerst von Goeze im August 1782 im Laubfrosche (Hyla arborcä) entdeckt, und 
später von Zeder, Rudolphi, Bremser u. m. A. im Mastdärme der Rana temporaria, esculenta. und 
des Bufo einer eus gefunden. Rudolphi fand diesen Wurm ein Mal in der LFrinblasc , es lasst sich aber 



') Von &»rXo5, duplex und &TX05, discus. 



254 DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPIIISTOMA UND DIPLODISCUS. 

nicht bestimmt angeben, ob in der des Bombinator igneus (Bufo igneus) oder in der desflw/b cine- 
reus , weil die Angabe in der Synopsis mit jener in der Mantissa nicht übereinstimmt. Natterer fand 
diese Art in vier Männchen und vier Weibchen des Leptodactylus Sibilatrix Fitz, zu Caicara im Novem- 
ber und Dcceinber 1S25. 

Unter 125 Individuen des Bufo cinereus wurde diese Art am kaiserl. Hof- Naturaliencabinette eilf 
Mal in den Sommermonaten, und in 427 Exemplaren der Rana temporaria acht Mal im Frühjahre und 
eilf Mal im Sommer , endlich in 1315 Individuen der Rana esculenta drei Mal im Frühjahre, sechzehn 
Mal im Sommer, zwölf Mal im Herbst, und siebzehn Mal im Winter gefunden. 

Beschreibung. Die Würmer sind 1 / 2 1% Linien lang, am schmäleren Ende 1 / 3 — /„ 

am dickeren hinteren Ende aber über eine Linie breit , zuweilen durchscheinend , von gelbli- 
cher Farbe. 

Die Körperformist im Leben sehr veränderlich, und die mannigfaltigen Formveränderungen, 
die das Thier annimmt, hat Zeder umständlich beschrieben. 

Im Zustande der Ruhe ist die Hauptform die eines abgestutzten Kegels. 

Am schmälern Ende liegt die kreisrunde Mundöffnung von einem wulstigen Rande umge- 
ben. Die ganze hintere, dem Munde gerade entgegengesetzte Fläche des Schwanzendes erscheint 
hier als Saugnapf, eine dünne Membran bildet seinen Rand; er ist scheibenförmig, nach Goeze s 
und Zeders Beobachtung strahlig , verändert aber bei den mannigfaltigen Formveränderungen 
des Körpers auch seine Gestalt. In seinem Mittelpunkte liegt die bald kopfförmige, bald zu einer 
kleinen Scheibe sich ausdehnende , aus- und einziehbare Geschlechts Öffnung, die nach Goeze 
ebenfalls strahlig sein soll, und aus welcher zuerst Zeder am 15. August 1797 lebendige 
Junge herauskommen sah. Höchst wahrscheinlich sind diese ihrer Mutter nicht vollkommen 
gleich, denn Zeder glaubt schon gesehen zu haben, dass die Haut mit Häkchen bewaffnet 
sei , was man an den Alten nicht bemerkt. Ich habe diesen Herbst nach diesen Wurm gesucht, 
aber leider keinen gefunden. Untersuchungen der eben gebornen Jungen bei starker Vergrösse- 
rung lassen hier noch manches Neue erwarten. 

Bemerkungen. Goeze und Zeder haben das Vorderende mit dem Hinterende nicht verwechselt, 
wie es Rudolphi in seiner histstoriaentoz. gethan, in seiner synops. entoz. aber wurde diese Verwechselung be- 
richtiget. Die Abbildung von Goeze Tab. 15 Fig 2 ist mittelmässig. Fig. 3 aber durch den Pressschieber 
sehr entstellt. Zeders Darstellung Tab. 3 Fig. 3 ist die beste. 

Westrumb erwähnt (/. c), in der Sammlung des kaiserlichen Hof-Naturaliencabinettes diesen 
Wurm in der Begattung gesehen zu haben, das ist aber offenbar eine Täuschung, ich habe dasselbe Paar, 
von welchem Westrumb spricht, Tab. XXIV. Fig. 24 abbilden lassen, und man ersieht daraus, dass sich ein 
Individuum mit seinem grossen Saugnapfe an dem etwas gebogenen Rücken eines andern festgemacht hat, 
wie diess bei Amphistoma conicum schon häufiger beobachtet wurde. 

2. Diplodiscus un guic ulatu s. Tab. XXIF. Fig. 25— 21. 

D. corpore oblongo compresso, ore terminali orbiculari; acetabuli lateralis limbo membra- 
naeeo. 

Amphistoma unguiculatum R. Synops. entoz. pag. 91. Mant. pag. 360. Deslongch. Encycl. 
meth. pag. 56. Westrumb. Isis 1823. 4. Heft. pag. 397. 

Rudolphi fand diese Art zuerst im Mai zu Berlin im Darmcanal des Triton taeniatus (Sala- 
mandra palustris) . Am kais. Hof-Naturaliencabinette wurde sie unter 186 Individuen ein Mal im Frühjahre, 
und neun Mal im Sommer angetroffen. 

Beschreibung. Die Länge der Würmer beträgt fast eine Linie, die Breite V 2 Linte, sie 
sind meist durchscheinend , und von gelblichweisser Farbe. 



DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPIHSTOMA UND DIPLODISCUS. 255 

Die Individuen der kais. Sammlung sind fast eiförmig, am Rücken gewölbt, am Bauche 
flach. Der kreisrunde Mund liegt am schmäleren Ende , von einer schwachen Wulst umgeben. 
Am hinteren Ende liegt auf der Bauchfläche der fast den dritten Theil der ganzen Länge des 
Thieres einnehmende scheibenförmige Saugenapf (seinen aufgeworfenen Rand bildet ebenfalls 
eine fast durchscheinende Haut), indessen Mittelpunct die kreisrunde Geschlechtsöflhung liegt. 

Auch diese Art ist höchst wahrscheinlich lebendig gebärend. 



Systematische Übersicht der Thiere, in welchen Amphistomen und 

Diplodisci gefunden wurden. 



Amphistoma. 



Mammalia. 

Glires. 

Ca stör Fiber L. 

Amphistoma subtriquetmm. R. t. er. 

Multungula. 

Dicotyles albirostris IlUg. Nro. 14. 

Ampbistoma giganteura. coec. 
Dicotyles torquatus Cuv. Nro, 50. 

Amphistoma giganteum. coec. 

Bisulca. 

Cervus campestris Cuv. Nro. 69. 

Amphistoma conicum. R. v. 
Cervus Capreolus L. 

Amphistoma conicum. R. v. 
Cervus Dama L. 

Amphistoma conicum. R. v. 
Cervus dichotomus Illig. Nro. 86. 

Amphistoma conicum. R. t\ 

Amphistoma lunatum. coec. 
CervusElaphusL, 

Amphistoma conicum. R. v. 
Cervus NambiJVaW. 

Amphistoma conicum. R. v. 
Cervus rufus lllig. Nro. 36. 

Amphistoma conicum. R. v. 
Cervus simplicicornis Illig. Nro. 13. 

Amphistoma conicum. R. v. 



Ovis Aries L. 

Amphistoma conicum. R. v. 
BosTaurus dornest. L. 

Amphistoma conicum. R. v. 

Palmipedes. 

Phoca vitul ina L. 

Amphistoma truncatum. jR. hep. v. i. 

Aves. 

Omniv orae. 

Icterus er istatus Tem. Nro. 47. 
Amphistoma uneiforme. R. i. 

Granivorae. 

Emberiza citrinella L. 

Amphistoma sp. dub. i. 
T a n a g r a T a t a o L. 

Amphistoma Tanagrae. R. i. 

Alectroi d es. 

Palamedca cornutaL. Gm. \ro. 22.5. 
Amphistoma Ilirudo. coec. 

Gra IIa t o r es. 

Ilimantopus Wilsonii Tem. Nro. 212. 
Ampliistoma lunatum. coec. 



Anmerkung, Die hier angeführten Nro. beziehen sich auf die von II. N a tt er c r eingesendeten Original -Ver 
zeichnisse. 

39 



256 D1ESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPHISTOMA UND DIPLODISCUS. 

Natatores. 

(JPennipedes) . 
Anas Ipecutiri Yicill. Nro. 197. 



Araphistoma lunatum. coec. 
Anas melanotus Latt. Nro. 198. 
Aniphistoraa lunatum. coec. 

Pisces. 

Malacopterygii. 

(Abdominales.') 
Sil u r u s megacephalus Natf. Nro. 30. 
Araphistoma oxycephalum. i. 



Silur us Palmito Natt. Nro. 34. 

Araphistoma megacotyle. i. 
Cataphractus Coromc Natt. Nro. 39. 

Amphistoma Ferrum equinum. i. 
Cataphractus M urica Natt. Nro. 33. 

Amphistoma cylindricum. i. 

Amphistoma Ferrum equinum. i. 
S a 1 m o auratus Natt. Nro. 9. 

Amphistoma oxycephalum. i. 
Salmo Pacu Natt. Nro. 43. 

Amphistoma attenuatum. i. 

Amphistoma oxycephalum. i. 
Salmo Pacupeba Natt. Nro. 26. 

Amphistoma oxycephalum. i. 



DlPLODISCUS. 



Amphibia. 

D i p n o a. 

Leptodactylus Sibilatrix Fitz. Nro. 99. 

Diplodiscus subclavatus. er. 
Bombinator igneus Merrem. 

Diplodiscus subclavatus. er. 
Bufo cinereus Schneider. 

Diplodiscus subclavatus. er, ur. 



Rana esculentaü. 

Diplodiscus subclavatus. er. 

Itanatemporaria L. 

Diplodiscus subclavatus. er. 
"II y 1 a a r b o r e a Laur. 

Diplodiscus subclavatus. er. 
Triton taeniatus Schneider. 'j 

Diplodiscus unguiculatus. i. 



Erklärung der Abbildungen. 



Tab. XXII. 
Anatomie des Amphistoma giganteum. 

Fig. 1. Ein Stück der allgemeinen Bedeckung mit den verschiedenen Lagen der sie bildenden Orgaue. 

a. Die Oberhaut (epidermis). 

b. Das malpighische Schleimnetz (reticulum cutaneum) , ein aus kleinen Bläschen bestehendes Gewebe. 

c. Die aus Länge- und Querfasern gebildete Muskelhaut {Stratum musculare). 

d. Die aus schief sich durchkreuzenden Fasern gebildete Muskelhaut. 

e. Die innerste Fläche der allgemeinen Bedeckung, als Gefässhaut (membrana vasculosa) und mit einem 
Theil der ihr noch fest anliegenden Parenchymzellen. 

Fig. 2. Ein Längendurchschnitt des aus Muskelfasern bestehenden Saugnapfes. 

Fig. 3. Einige Bündeln dieser Muskelfasern noch mehr vergrössert. 

Fig. 4. Das ganze Thier an 4 Mal vergrössert; die allgemeine Bedeckung ist hier weggenommen, 
und man sieht in der Mitte den geschlängelten Hauptstamm des Gefässnetzes von Parenchym umgeben, durch 
dessen Lücken der Eierstock sichtbar wird. 

Fig. 5. Das hintere Ende noch mehr vergrössert, mit der Anheftung des Gefässstammes an die innere 
Fläche des Rückens des Wurms, und etwas tiefer die den Saugnapf bildenden , und hier in einem Halb- 
kreise vertheilten Muskelfasern. 

Fig. 6. Ein Längen -Durchschnitt aus der Mitte. An der oberen Spitze die halbgeöffnete Magenhölile, 
tiefer unten der zum Theil durchschnittene Eierschlauch, mit der am Grunde liegenden noch ganz erhalte- 
nen Gebärmutter; am innern Rande des Eierschlauches die übereinander liegenden bandförmigen Hodni. 
und endlich am Schwanzende die halbkreisförmig gestellten Muskelfasern des Saugnapfes. 

Fig. 7. Ein Theil des Gefässnetzes noch in Verbindung mit einem Stück des Darmcanals ; sehr ver- 
grössert. Die vomDarmcanal auslaufenden Gefässbündel sind vom Parenchym locker umgeben, und ein Theil 
des Eierstockes geht durch die grossen Lücken durch. Zur linken Seite der Verlauf dieser Gefässbündeln in 
die Gebilde der allgemeinen Bedeckung. 

Fig. 8. Ein Querdurchschnitt aus der Mitte. Der aus mehreren Gefässbündeln bestehende Ilauptstamm 
liegt oben, unterhalb desselben zu beiden Seiten der Darmcanal, an seinem äusseren Rande liegt der Eier- 
stock , und an seinem inneren Rande die durchschnittenen männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane. 

Fig. 9. Idealer Längen- Durchschnitt , die Rückenseite des Wurmes darstellend. Am oberen Ende .dir 
Magen, mit dem sparrig gctheilten und blind endenden Darmcanal durch einen einfachen kurzen Canal in 
Verbindung, an dessen äusserem Rande der traubenförmige Eierstock, dessen Ilauptstamm nach unten verlauft, 
und in die hier fast stumpf dreilappig erscheinende Gebärmutter, ähnlich Fallopischcn Röhren, mündet; inner- 
halb der beiden oberen Lappen entspringt der Eierschlauch, der nach oben verläuft, und an der Bauch- 
fläche ausmündet. Am inneren Rande des Eierschlauchcs liegen die übereinander gestellten männlichen Ge- 
schlechtsorgane. Am Schwanzende die gewölbte hintere Fläche des Saugnapfes , hier nur in Umrisse darge- 
stellt. Unterhalb des Magens das ihn ringförmig umgebende Cerebral - Ganglion mit seinen Hauptverzw« i- 
gungen. 

39 * 



258 DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPIIISTOMA UND DIPLODiSCUS. 

Fig. 10. Der Magen und Darmcanal mit den an seiner Oberflache entspringenden Gcfässcn , für sich 
dargestellt. Alles ist noch zum Theil mit Parenchym umgeben. 

Fig. 11. Derselbe Gegenstand von der Seite gesehen, aber ohne Gefässe und Parenchym. 

Fig. 12. Ein Stück der Innern Fläche des Darmcanals, sehr vergrössert. 

Fig. 13. Ein Stück der Muskelhaut, die den Darmcanal von aussen umgibt; ebenfalls stark vergrössert. 

Fig. 14. Der obere Hoden mit seiner inneren Flache. An seinem oberen Rande entspringt ein kur- 
zer Canal , das ausführende Samengefäss (vas deferens) . 

Fig. 15. Der untere Hoden von der Rückseite gesehen. 

Fig. 16. Männlicher und weiblicher Geschlechtsapparat, mit Wcglassung der Eierstöcke ; beide sind 
hier zum Theil noch vom Parenchym umgeben, wie auch die Ausmüudung beider Geschlechtsorgane in 
die trichterförmige Höhle. 

Fig. 17. Derselbe Gegenstand, aber ohne Umgebung von Parenchym, die Verbindung des unteren 
Hodens wird hier anschaulicher. 

Fig. 18. Die Samenblase mit einem Theil des Eierschlauches noch mehr vergrössert, und selbst- 
ständig dargestellt; über der Samenblase liegt die in einen Knoten verschlungene Vorstehdrüse (prostata). 

Fig. 19. Die Gebärmutterhöhle der Länge nach durchschnitten , mit einem Stücke der Fallopischen 
Röhren, und einem Theile des Eierschlauches. 

Fig. 20. Die Gebärmutter in aufrechter Stellung, von oben gesehen; an ihrer Spitze die Einmün- 
dung der gabelförmig getheilten Fallopischen Röhren, und unterhalb der aus ihr entspringende Eierschlaucb. 

Fig. 21. Der Aveibliche Geschlechtsapparat, für sich dargestellt, aber mit Weglassung des Eiersto- 
ckes und des ihn umgebenden Parenchyms. 

Fig. 22. Ein Stück des Eierstockes sehr vergrössert. 

Fig. 23. Ein Ei, oder eigentlicher Eiersack, aus der unteren Windung des Eicrschlauches. 

Fig. 24. Ein Eiersack aus dem oberen Theile des Eierscldauches. 

Fig. 25. Dotter aus dem Eiersacke. 

Tab. XXIII. 

Fig. 1 4. Amphistoma conicum R. 

Aus dem Pansen de« Cervus dichotomus Illig. Nro. 225. 

Fig. 1. Im jugendlichen Zustande, mit Wimpern iun die Mundöffhung; natürliche Grösse. 

Fig. 2. An 17 Mal vergrössert. 
Hg. 3 4. Aus dem Pansen des BosTaurus dornest. L. 

Fig. 3. Ausgewachsene Individuen in natürlicher Grösse. 

Fig. 4. Etwas über 3 Mal vergrössert. 
Fig. 5 6. Amphistoma giganteum. Aus dem Blinddarm des Dicoiyles albirostris lllig. Nro. 14. 

Fig. 5. Natürliche Grösse. 

Fig. 6. An 3 Mal vergrössert. 
Fig. 7 9. Amphistoma subtriquetrum R. Aus dem Blinddarm des Castor Fiber L. 

Fig. 7. Natürliche Grösse. 

Fig. 8. Über 4 Mal vergrössert. 

Fig. 9. Ein Stück des Netzes stark vergrössert. 
Fig. 10—12. Amphistoma Hirudo. Aus dem Blinddarm der Palamedea cornuta L. Gm. .\ro. 225. 

Fig. 10. Natürliche Grösse. 

Fig. 11. Gegen 9 Mal vergrössert, in natürlicher Stellung. 

Fig. 12. An 14 Mal vergrössert, und ausgestreckt, um den Saugnapf deutlicher darstellen zu 
können. 



DIESING , MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPHISTOMA UND DIPLODISCUS. 259 

Fig. 13 15. Amphistoraa cylindricum. Aus dem Darmcanal des Cataphractus Murica Natt. Nro. 33. 

Fig. 13. Natürliche Grösse. 

Fig. 14. An 6 Mal vergrössert. 

Fig. 15. Eine Seitenansicht. 
Fig. 16 18. AmphistomaFerrum equinum. Aus dem Darmcanal des Cataphractus Corome Natt. \r. 39. 

Fig. 16. Natürliche Grösse. 

Fig. 17. Über 5 Mal vergrössert. 

Fig. 18. Ein Stück der allgemeinen Bedeckung, mit den Runzeln und Grübchen auf der Oberfläche; 
stark vergrössert. 
Fig. 19 20. Amphistoraa megacotyle. Aus dem Darmcanal des Silurus Palmito Natt. Nro. 3i. 

Fig. 19. Natürliche Grösse. 

Fig. 20. tber 20 Mal vergrössert. 

Fig. 21 22. Amphistoraa lunatum. Aus dem Blinddarm der Anas Ipecufiri Ficill. Nro. 197. 

Fig. 21. Natürliche Grösse. 
Fig. 22. An 13 Mal vergrössert. 

Tab XXIV. 

Fig. 1 9. Amphistoma oxyeephalum. 

Fig. 1 4. Aus dem Darmcanal des Salmo Pacupeöa Natt. Nro. 26. 

Fig. 1. Natürliche Grösse. 

Fig. 2. An 9 Mal vergrössert, der Leib ist fast platt gedrückt, die inneren Organe sind deutlich 

zu erkennen. 
Fig. 3. Natürliche Grösse. 

Fig. 4. An 13 Mal vergrössert, der Leib nur an der Bauch- und Rückenseite wenig zusammenge 
drückt, die innern Organe scheinen noch durch. 

Fig. 5 6. Aus dem Darmcanal des Salmo Pacu Natt. Nro. 43. 

Fig. 5. Natürliche Grösse. 

Fig. 6. Über 20 Mal vergrössert , der Körper noch etwas zusammengedrückt, weniger durchscheinend. 
Fig. 7 8. Aus dem Darmcanal des Salmo Pacupeöa Natt. Nro. 26. 

Fig. 7. Natürliche Grösse. 

Fig. 8. An 6 Mal vergrössert; der Leib drehrund, oben gerunzelt, die Innern Organe icheinen 
nicht mehr durch. 

Fig. 9 12. Amphistoma attenuatum. Aus dem Darmcanal des Salmo Pacu Natt. Nro. '^3. 

Fig. 9. Natürliche Grösse. 

Fig. 10. Über 13 Mal vergrössert, Leib drehrund. 
Fig. 11. Natürliche Grösse. 

Fig. 12. An 20 Mal vergrössert; Leib sehr zusammengedrückt 
Fig. 13 — 15. Amphistoma truncatum R. Aus dem Magen der Phoca vitulina L. 
Fig. 13 — 14. Natürliche Grösse. 
Fig. 15. An 16 Mal vergrössert. 

Fig. 16—18. Amphistoma un eiforme R. Aus dem Darmcanal des Oriotus cnslatus I,. 
Fig. 16_17. Natürliche Grösse. 
Fig. 18. Über 25 Mal vergrössert. 

Fig. 19—24. Diplodiscus subclavatus. Aus dem Dickdarm der Rana femporaria L. 
Fig. 19. Natürliche Grösse. 



260 DIESING, MONOGRAPHIE DER GATTUNGEN AMPIIISTOMA UND DIPLODISCUS. 

Fig. 20 23. An 17 Mal vergrössert, und stellenden Saugnapfin verschiedenen Formen dar; bei einem 

Individuum scheinen die innern Organe noch zum Theil durch, die übrigen sind undurchsichtig. 
Fig. 24. Ein auf dem Rücken eines anderen Individuums aufsitzender Wurm. 

Fig. 25 27. Diplodiscus unguicu latus. Aus dem Darmcanal des Triton taeniatus Law. 

Fig. 25. Natürliche Grösse. 

Fig. 26. Über 30 Mal vergrössert. 

Fig. 27. Durchschnitt des Saugnapfes von der Seite gesehen. 



MONOGRAPHISCHE DARSTELLUNG 



DER 



GATTUNG ACIPBNSER 

VON 

L. J. FITZINGER und J. HECKEL. 



Unstreitig gehört die Gattung Stör {Acipenscr) in die geringe Zahl derjenigen Fiscbgattun- 
gen, deren Arten bisher von den Naturforschern vielfach mit einander verwechselt wurden, und 
bis zur Stunde noch am wenigsten gesichtet sind. 

Die Hauptursache liegt wohl in dem Mangel an Autopsie; denn nur Wenige hatten Gelegen- 
heit, ausser der gemeinsten Art des mittelländischen und atlantischen Meeres, anderer Arten 
ansichtig zu werden, deren Aufenthalt sich grösstenteils auf das schwarze Meer, den caspi- 
schen und seine Nachbar -Seen im westlichen Asien beschränkt, von wo sie in die Flüsse des 
östlichen Europa aufsteigen, das lange, und zum Theile auch jetzt noch den Naturforschern eine 
wahre Terra incognita ist. 

Die wenigen, jedoch keineswegs genügenden Beschreibungen, und die höchst mittelmas- 
sigen, ja man darf es ungescheut sagen, schlechten Abbildungen , welche bis zur neuesten 
Zeit von den osteuropäischen und westasiatischen Störarten bekannt wurden, reichten durchaus 
nicht hin , über die Selbstständigkeit und Zahl der Arten ins Reine zu kommen ; und so geschah 
es denn, dass vielfältige Verwechslungen derselben Statt fanden; zumal die Mehrzahl grosse 
Verwandtschaft mit einander hat und die Charaktere zu allgemein , und daher der früheren Zeit 
angemessen, grösstenteils auch zu unbestimmt angegeben waren. 

Diejenigen Autoren, welche das Meiste noch zur näheren Kenntniss derselben beitrugen, 
waren der Graf Mars i gli , Güldenstädt und Pallas; vorzüglich aber letzter, dessen 
treffliche monographische Ausarbeitung in seiner Zoographia Ilosso- Asiatica ') leider noch 
immer nicht öffentlich bekannt wurde. 

Da wir während der Zeit unserer Beschäftigung mit Ichthyologie diesen grossen Mangel 
fühlten, und vermöge der Verhältnisse unseres Aufenthaltes und unserer Stellung in der Lage 
waren, die meisten dieser osteuropäischen und westasiatischen Störarten im frischen Zustande 
selbst sehen und untersuchen zu können , indem sie beinahe durchgehends in der Donau bis 
nach Österreich aufsteigen , und sämmtlich zu Markt gebracht werden, so wollten wir es ver- 
suchen, durch genaue Untersuchungen die bestehenden Verwirrungen zu lösen. 

Wir haben zu diesem Behufe durch mehrere Jahre hindurch regelmässig den Fischmarkl 
besucht und eine höchst bedeutende Anzahl von Individuen genau untersucht; auch keine 
Gelegenheit unbenutzt gelassen, um uns Störe auch aus anderen Theilen Europas, so wie 
aus der neuen Welt zu verschaffen; und hierdurch glaubten wir uns in die Lage gesetzt, den 
Naturforschern über die bisher so wenig gekannten und unterschiedenen Arten der Store 
Aufschluss geben zu können. 

Wir hatten unsere Abhandlung bereits grossentheils vollendet, als wir in Erfahrung brach- 
ten, dass die Herren Doctoren Brandt und Ratze bürg denselben Zweig für ihre »Ge- 



*) Dieses classische Werk, welches im Jahre 1811 zu St, Petersburg gedruckt wurde , und einen Srlmt/ von 
Beol achtungen enthält, ist wegen Unterbrechung des Stiches der Kupfcrtafeln , von der Akademie der Wis- 
senschaften, deren Eigenthum es ist, zurückbehalten und nur an sehr wenige Institute und Gelehrte aufgege- 
ben worden. 



10 



o 6i FITZINGER UND IIECKEL , GATTUNG ACIPENSER. 

treue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneimittellehre in Betracht kommenden 
T liiere," (Band IL) , welche späterhin den Titel : ))Medicinische Zoologie" erhielt, bearbeiten 
■wollten ; und diess war die Ursache , dass wir mit der Bekanntmachung zögerten ; wiewohl uns 
dieselben schriftlich aufforderten, unser Vorhaben in Ausführung zu bringen. 

Wenn gleich diese beiden Gelehrten den grössten Mängeln in der genauen Kenntniss 
der Störarten, durch ihre vortreffliche Arbeit bereits abgeholfen haben und dieselbe mit vor- 
züglichen Abbildungen begleiteten, so scheint es uns doch nicht überflüssig, nun auch un- 
sere Arbeit , welche das Resultat gemeinschaftlicher Untersuchungen ist , zur öffentlichen 
Kenntniss zu bringen; indem wir durch eine so grosse Anzahl von Exemplaren, die wir zu 
untersuchen Gelegenheit hatten , nicht nur allein in der Lage sind , so manche Zusätze und 
Berichtigungen zu den bereits beschriebenen Arten anzubringen, sondern auch mehrere neue, 
oder noch sehr wenig gekannte Arten zur näheren Kenntniss bringen zu können. 

Bei dieser Gelegenheit halten wir es für Pflicht, dem Herrn Hofrathe und Director des 
k. k. naturhistorischen Museums, Ritter von Schreibers, unseren Dank für die Liberali- 
tät auszudrücken, mit welcher er unser Unternehmen durch den Ankauf einer grossen An- 
zahl von Exemplaren aller hier vorkommenden Arten unterstützte. 

Auch fühlen wir uns gegen den Herrn Geheimen Medicinalrath und Professor Dr. Lich- 
tenstein zu Berlin, für die Mittheilung einer Abschrift der Pallas'schen Monographie, aus 
seiner Zoographia Rosso-Asiatica, so wie gegen die Herren Doctoren Brandt und Ratze- 
burg, zu dem lebhaftesten Danke verpflichtet, welche uns mit seltener Uneigennützigkeit, 
die für ihr damals noch ungedrucktes Werk bestimmten Hauptresultate ihrer Untersuchungen 
über die Störe mittheilten. 

Die Gattung Stör {Acipenser') gehört in die Ordnung der Knorpelfische (Pisces 
cartilaginei) und bildet mit der verwandten Gattung Schaufelnase {Scaphiorhynchus. 
Heckel) aus Nord -Amerika, eine eigene natürliche Familie in der Zunft der Freykie- 
m e r {Eleutherobranchi) , welche sich durch die Anwesenheit von Kiemendeckeln und der 
dieselben umgebenden strahlenlosen Kiemenhaut, so wie durch einen mit fünf Längsreihen 
von Knochenschildern besetzten Körper charakterisirt, und welche wir mit dem Namen Stör- 
artige Fische {Acipenseres) bezeichnen wollen. 

Acipenser *) Linne. 

Character essentialis: Rostrum elongatum, acuminatum. Siphones di- 
stincti. Cauda rotundata, apice lobo pinnae superiori dupliciter mar- 
gina ta. 

Gattungsbeschreibung: Die Gesammtbildung ist im Allgemeinen der der Haye 
ähnlich. Das Skelet ist knorpelig, in einzelnen Theilen aber knochenartig; und der knor- 
pelige Schädel besteht nur aus einem einzigen Stücke, ohne durch Näthe getrennt zu seyn. 

Dagegen ist die Wirbelsäule deutlich in Wirbel getheilet , welche mit Fortsätzen 
versehen sind. Der Kopf ist vierseitig, nach vorne zu abgeflacht und in eine gegen das 
Ende zugespitzte, von keinem häutigen Saume umgebene Schnauze verlängert. DerSchei- 

') 'Axifrsxm? 



FITZINGER UND HECHEL, GATTUNG ACIPENSER. 265 

tel ist mit starken, dicht auf dem Schädel aufliegenden Knochenplatten gepanzert, welche 
durch ihre Abgränzung die einzelnen Knochenstücke des Fischschädels andeuten. Die Schä- 
delstücke, welche bei dem Störkopfe durch diese Knochenplatten vertreten werden, sind: 
die vorderen Stirnbeine {Ossa frontalia anterior a) , die eigentlich enStirnbeine 
(Ossa front alia principaliä) , die hinteren Stirnbeine {Ossa frontalia posterior tf), 
das S i e b b e i n {Os ethmoideum) , die Scheitelbeine ( Ossa parietal'ui) , die Zitzen- 
beine {Ossa mastoidea) , das obere Hinterhauptsbein {Os occipitale superius) , 
die unteren Augen randknochen {Ossa suborbitalici) *), die oberen Stücke des 
Gürtels {Ossa scapularia et suprascapulariä) , und die Kiemendeckel {Opercula) . 
Die Schnauze ist ebenfalls knorpelig und wird durch das Zusammenschmelzen der X a- 
senknochen und des Siebbeines gebildet und durch die Pflugschaar gestützt, welche 
auf der Unterseite eine vorspringende Knochenleiste bildet und die Schnauze der Länge nach 
in zwei Hälften theilet. Ausserdem befindet sich noch auf ihrer Unterseite , vor dem Munde, 
ein eigener knöcherner Fortsatz, welcher demselben bald mehr, bald weniger genä- 
hert steht, und vier Bartfäden trägt, die entweder mit fransenähnlichen Anhängen oder 
einer Fahne versehen, oder einfach sind, und dem Thiere als Tastorgan dienen. Ihre Sei- 
ten sind zuweilen mit beweglichen knöchernen Schuppen bedeckt, welche wahre Schuppen 
sind und den allmäligen Übergang des äusseren oder Hautskeletes in das innere oder Kno - 
chenskelet deutlich erweisen; da ihre Bildung ganz ähnlich der, der Knochenschilder des 
Scheitels ist. Zahlreiche Schleimdrüsen überziehen die Unterseite der Schnauze und sind 
auch über die Oberseite des Kopfes , je nach der Art in verschiedener Richtung verbreitet. 
Der Mund liegt auf der unteren Seite der Schnauze, in einer eigenen Vertiefung, meist 
hinter den Augen, bisweilen aber auch unter denselben. Er ist vollkommen zahnlos, der Que- 
re nach gestellt , eiförmig und bei den meisten Arten gross. Er wird von einem Kno r- 
pelvorsprunge, der aus drei Gelenken besteht, getragen, und erhält dadurch die Eigen- 
schaft, dass er sehr stark vorschiebbar ist. Die Oberkinnlade wird durch die Gaumenkno- 
chen {Ossa palatind) und die mit denselben verbundenen Rudimente der Kinnladenkno- 
chen {Ossa maxillarid) gebildet. Der aus zwei Stücken bestehende Zwischenkiefer- 
knochen {Os intermaxillare) ist nur als Rudiment vorhanden, steckt im Knorpel der 
Oberlippe und lehnt sich an die plattenförmigen , knorpeligen Anhänge der Gaumenbeine. Die 
Unterkinnlade ist vollkommen und wird durch die Unt erkinnl aden k noc hen {Ossa 
mandibular id) gebildet. DenMundrand umziehen bald mehr, bald minder fleischige Lip- 
pen, von denen jene der Unterkinnlade meist nur als Rudimente in den Mundwinkeln erschei- 
nen. Die Augen befinden sich an den Seiten des Kopfes. Sie stehen meist vor, seltener über 
dem Munde und sind bei einigen Arten , selbst bei einem und demselben Individuum , von un- 
gleichem Durchmesser. In geringer Entfernung vor den Augen, und zwar ebenfalls seitlich, 
befinden sich die durch eine Knochenleiste getrennten doppelten Nasenlöcher, von denen das 
dem Auge näher gelegene tiefer steht und länglich ist, das entferntere aber höher liegt und 
rundlich ist. Von einem äusseren Gehör gange ist keine Spur zu sehen und das Laby- 
rinth ist tief in dem Schädelknorpel verborgen. Die Kiemen stehen wie bei den Knochen- 



*) Die oberen, den hinteren Augenrand begränzenden Schildclicn , werden von Brandt {Med. Zoul. II p. 2 ) 
als den Jochbeinen {Ossis zygomaticis) analog erliläret. 

io * 



266 FITZINGER UND HECHEL , GATTUNG ACIPENSEB. 

fischen auf fünf beweglichen Kiemenbogen , sind kammförmig und an ihrem äusseren Rande 
frei; ausserdem befindet sich noch eine bogenförmig gestellte Reihe derselben, in der Mitte 
der Innenseite des Kiemendeckels. Die Kieme nö ff nungen, deren sich auf jeder Seite nur 
eine befindet, sind sehr stark gespalten, und daher von ansehnlicher Grösse. Sie sind mit gros- 
sen , häutigen , rund gelandeten , unbewaffneten Kiemendeckeln überdeckt, welche die Kiemen- 
öfFnung nicht vollkommen verschliessen und in ihrem Mittelpunkte die eigentlichen knöcher- 
nen Kiemendeckel (Opercula) tragen. Die Kiemenhaut, welche die Kiemendeckel 
halbmondförmig umsäumet, ist von keinen Knochenstrahlen unterstützet. Ein kleines Spritz- 
loch, das sich hinter den Schläfen am oberen Rande des Kiemendeckels , fast in der Mitte 
zwischen den Augen und dem hinteren Anheftungspunkte desselben befindet, stellt mit den Kie- 
menÖffnungen in Verbindung ; und wurde von Klein 1 ) und Pallas 2 ) fälschlich für eine Aus- 
mündung des Gehörorgans betrachtet. Der Leib ist langgestreckt und mit fünf Längsreihen 
von Knochenschildern besetzt, deren eine sich unmittelbar an die Scheitelschilder lehnt 
und über die Firste des Rückens bis zur Rückenflosse ausdehnet; die beiden anderen an den 
Seiten, auf oder über dem Schulterblatte beginnen und sich längs der mittleren Seitenlinie hin- 
ziehen, und von denen zwei sich an die Schlüsselbeine reihen und längs der Seiten des Bau- 
ches bis zu den Bauchflossen erstrecken. Der Rücken, die Seitenlinie und die beiden Seiten 
des Bauches sind daher gekielt, der B auch flach, und dadurch erscheint der Durchschnitt bis 
zu den Bauchflossen fünfeckig. Diese Knochenschilder sind wahre Schuppen und stecken 
in der Haut. Jene des Rückens sind die grössten, die der Seitenlinie die kleinsten. Die Schil- 
der an den Seiten nehmen von vorne nach rückwärts an Grösse erst zu , dann allmälig ab und 
sind in der Richtung der Seitenlinie gekielt. Die Haut ist in den Zwischenräumen dieser Kno- 
chenschilder nackt und mit bald grösseren , bald kleineren , mehr oder weniger dicht stehenden 
Knochen -Schüppchen und einzelnen Knochenschildchen von verschiedener Gestalt und Grösse 
übersäet. Das S chwanz ende ist mit eigenthümlichen, bald viereckigen , bald trapezoida- 
len und länglichen, flachen, dicht aneinander schliessenden Schuppen bedeckt. Zwei grosse Kno- 
chenschilder , welche sich mitten auf der Brust , dicht hinter den Kiemenspalten befinden , de- 
cken die Schlüsselbeine {Claviculae) . Brust-, Bauch-, Rücken-, After- und 
Schwanzflosse sind vorhanden. Die Flossen sind dick und die Strahlen dicht aneinan- 
der gereihet. Nur der erste Strahl in den Brustflossen ist ein dicker Knochenstrahl ; alle übri- 
gen Strahlen sind gegliedert. Die vordersten Stützen in der Rücken-, After-, Schwanz- und 
Bauchflosse , deren Zahl beträchtlich ist , sind kurz und unzerästet. Auch in den Brustflossen 
befinden sich hinter dem eisten, dicken Knochenstrahle , ein oder mehrere unzerästete Glietter- 
strahlen. Die Brustflossen sind von mittelmässiger Grösse und in der Mitte der Seite der 
Brust eingefügt. Die Bauch flössen sind klein, stehen weit hinter den Brustflossen, aber 
noch vor der Rückenflosse. Die Rückenflosse liegt weit zurück, beginnt hinter den Bauch- 
flossen und steht der Afterflosse mit ihrem mittleren und hinteren Theile gegenüber. Die After- 
flosse steht in der Mitte zwischen dem After und der Schwanzflosse. Die Schwanzflosse, 
welche in der Gestalt grosse Aehnlichkeit mit der der Haye hat, ist halbmondförmig. Ihr un- 
terer Lappen ist breiter als der obere , und dieser , welcher die Wirbelsäule am Schwanzende 



l ) Jlist. Pisc. Miss. I. p. 19. 

~) Zoograph. rosso - asiat. T. III. pag. 88, 9'±, 100, 105, 108. 



FITZINGER UND HECHEL GATTUNG ACIPENSER. 267 

doppelt umsäumet , reicht weit über den unteren hervor. Der After ist rund und liegt etwas 
hinter den Bauehflossen; doch ziemlich weit vor der Afterflosse. Die Schwimmblase ist 
von bedeutender Grösse, hat nur eine einfache Höhle und steht mittelst eines eigenen Kanals 
mit dem Magen in Verbindung. Die Bauchspeicheldrüse besteht aus einer einfachen 
Masse, und im Inneren des Darmkanals befindet sich am unteren Ende, durch den ganzen 
Di ckd arm hindurch, eben so wie bei denHayen, eine Spi ralk läpp e. 

Die jungen T liiere unterscheiden sich von den alten auffallend, durch die verhält- 
nissmässig längere, spitzere und etwas nach aufwärts gekrümmte Schnauze; durch die stärkere 
Knochenleiste auf der Unterseite derselben; durch die gedrängtere Stellung der Knochenschup- 
pen auf dem Rücken, der Seitenlinie und dem Bauche, welche auch im Verhältnisse grösser 
sind , als bei alten ; so wie durch die stärkeren , schärferen und spitzeren Leisten und Haken 
dieser Schilder sowohl , als auch der Kopfschilder ; und in ihrer ersten Jugend auch durch 
eine Art von Fontanell , welches sich zwischen den Scheitelschildern und dem mitteren Stirn- 
schilde , durch welches das Siebbein angedeutet wird , befindet. 

Die Weibchen sind von den Männchen durch einen dickeren Körper unterschieden. 

Die Störe gehören sowohl der alten als der neuen Welt an; doch ist die Zahl ihrer Arten 
in der alten Welt weit überwiegend. Ihr vorzüglichster Aufenthalt sind das Meer und die gros- 
sen Ländseen; sie steigen aber auch schaarenweise zu Zeiten in die Flüsse auf, welche sich in 
jene Meere und Seen einmünden , und verweilen Monate lang in denselben. 

Am zahlreichsten sind sie im schwarzen und azow'schen Meere, im caspi 
sehen See, und den grossen Landseen der Tartarei, welche einst mit dem caspi- 
schen und mäotischen in Verbindung standen ; namentlich im A r a 1 , B a 1 c h a s c h und 
Alak-Tughul, so wie in den Flüssen, welche sich dahin ergiessen. Aus dem schwarzen 
Meere steigen sie in den Dniester, Dnieper, und durch die Donau bis in die W a a g, 
die Theiss, Marosch und S a m o s c h, in die S a v e und die Drau; aus dem a z o w's c h e n 
Meere in den Don; aus dem caspi s chen See in die Wolga, bis in die Kaina und 
Oka; in den Ural, dieEmba, den Sifidrud, Kur, Terek und die Kuma; in die 
Swidura, den Koisu und den S am u r. Ihre Verbreitung reicht weit nach dem Osten hin; 
so finden sich Störe in dem Ir tisch und dem Tom, wohin sie aus dem arktischen 
Meere, durch den obischen Meerbusen und den Ob gelangen; ja noch weit östlicher, 
im Jenisey , in welchen sie gleichfalls aus dem arktischen Meere aufsteigen; ferners im Bai- 
kal-See, von welchem sie in die obere Angara , die Selenga und den Bar gusin zie- 
hen; endlich im weitesten Osten von Asien, im ochotskischen Meere, aus welchem sie 
in den Amur und durch diesen bis in die n ertschins kis chen Flüs se , dieSchilka. 
den O n o n und den Argun wandern. 

Aber auch im a dr iatischen, mittelländischen, atlantischen und balti- 
schen Meere, sowohl der Nord- als Ost -See, so wie in den dahin sich erg iwei iden 
Flüssen, werden einige, doch ungleich weniger Arten von Stören getroffen. Pallas 1 ) irrt« 
sehr, da er glaubte, sie gehören eben den Arten an, welche dem schwarzen Meere und den 
asiatischen Seen eigen sind, und seien nur Flüchtlinge aus denselben. Aus dem ad ria ti- 
sch e n Meere steigen sie in den P o, die E t s c h, B r e n t a, Pia v e und den T a g 1 i a in e n t o ; 

*) Zoogmph, rosso-asiat. T. III. p. 83. 



268 FITZINGER UND HECHEL, GATTUNG ACIPENSER. 

aus dem mittelländischen in die Tiber, dieRhone und Saone; vom atlantischen 
Meere ziehen sie in den Adour, die Garonne, Loire und die Seine; durch die 
Nordsee in den Rhein und die Elbe bis in die Havel und die Spree; und aus der 
Ostsee in die Eyder, die Oder, Weichsel, das frische und kurische Haff, dia 
Düna u. s. w. 

Die Störe der neuen Welt kommen theils aus dem atlantischen Ocean in die 
mit demselben in Verbindung stehenden Flüsse , wie in den Delaware und den Hudsons- 
F 1 u s s, theils wohl auch durch den mexicanischen Meerbusen und den Mississippi, 
in den Ohio. Ihre vorzüglichste Heimat sind aber auch hier die grossen Landseen; wie der 
Ontario-, Erio- und Huronen-See, und der Michigan. So wie sie in Amerika vor- 
zugsweise den östlichen Theil bewohnen , schliessen sie sich aber auch wieder durch ihr Er- 
scheinen im Westen der grossen Halbinsel, und namentlich in der Nordsee, an den Küsten der 
aleutischen Inseln, an den Aufenthalt der Store der alten Welt an. 

Schon Pallas *) ahnte ihre Verschiedenheit von den Stören der alten Welt, hielt aber 
die Spatularia irrigerweise für einen Stör. 

Es ergibt sich sonach für die Gattung eine ungeheure geographische Verbreitung , da sie 
rings über die ganze nördliche Hälfte der Erde vertheilet ist. Doch scheint es , nach Allem, was 
wir hierüber bisher mit Bestimmtheit wissen, dass sie nicht unter den 35. und nicht über den 
70. Grad nördlicher Breite in der Regel hinaussteigt ; wiewohl ihre häufigste Verbreitung in der 
alten Welt zwischen dem 35. und 55, und in der neuen Welt zwischen dem 37. und 4:7. Grade 
zu seyn scheint. 

Die Störe sind Wanderfische. Im Frühjahre ziehen sie schaarenweise in die Meeresbuchten 
und gegen die Mündungen der Flüsse, in welche sie oft in ungeheurer Anzahl aufsteigen, um 
zu laichen. Sie bleiben oft durch längere Zeit in denselben , kehren aber dann wieder in das 
Meer zurück und suchen erst gegen den Winter zu die tieferen Stellen der Flüsse , so wie die 
Buchten des Meeres, in der Nähe ihrer Ausinündungen auf , um denselben, zu ganzen Schaa- 
ren vereiniget , in Ruhe und einer Art von Erstarrung zuzubringen. Die Mehrzahl der Störar- 
ten erreicht eine ansehnliche Grösse. Sie sind höchst gefrässige Thiere und ihre Nahrung be- 
steht in Würmern, Weichthieren , Fischeiern und Fischen, bei grösseren Arten auch in Seevö- 
geln und kleinen Seehunden, welche sie ganz verschlucken. Die Störe sind eierlegend und ihre 
Vermehrung ist ausserordentlich gross; ihre Zahl daher höchst bedeutend. Pallas 2 ) machte 
die Berechnung, dass die Eierstöcke eines Hausen (Acipenser Huso), bei einem Gewichte 
von zwei Centnern , wenn man den Drittheil des Gewichtes auf Fibern und Häute derselben 
abrechnet und nur vier Eier auf einen Gran anschlägt , über 300,000 Eier enthalten müssen ; 
so wie jene des Sternstörs (Acipenser stellatus), bei einem Gewichte von 11 — 12 Pfunden, 
über 34r,000 Eier. Es soll auch Zwitter unter ihnen geben 3 ). 

Schon Rafinesque *) versuchte es, die Gattung Acipenser, von welcher er 20 ver- 
schiedene Arten zu kennen vorgab, in Unterabtheilungen zu bringen , war aber sehr unglücklich 
in der Aufstellung derselben; da er ein Kennzeichen zum Grunde legte, das lediglich nur auf 



*) Zoograph, rosso-asiat. T. III. p. 85. 

2 ) Zoograph, rosso-asiat. T. III. p. 85. 

3) Pallas Reise. B. II. S. 341. 

*_) Rafinesque Ichthyologia Ohiensis. 



FITZINGER UND HECKEL, GATTUNG ACIPENSER. 269 

Altersverschiedenheit gegründet ist und den verschiedensten Arten zukommt; nämlich das 
Schwinden der Bauchschilder. Hiernach bildete er zwei Untergattungen : 

I. Sturio. *) Mit fünf Längsreihen von Knochenschildern. 

II. Sterlet us. 2 ) Mit drei Längsreihen von Knochenschildern. 

Glücklicher war Brandt 3 ), w elcher zweierlei Vorschläge zur Abtheilung der Gattung A c i- 
penser in Antrag brachte, und zwar die erste mit vier Abtheilungen *). 

I. Husones. Hausenähnliche. Rüssel spitzig oder stumpflich , kurz, mit vor- 
waltender Knorpelbildung, und daher mehr oder weniger durch.sch.ei_ 
nend. Die Leiste desselben schwindend. Schildchen entfernt von ein- 
ander. {A. Huso. A. clauricus. A. brevirostris. A. rubi- 

cundus.) 

II. Sturiones. Stör ähnliche. Rüssel stumpf oder pfriemformig, von starken Kno- 

chenschildchen bedeckt, und daher nicht durchscheinend. Leiste deut- 
lich , aber meist ohne Fortsätze. Schildchen entfernt voneinander. 

(A. Güldenstaedtii. A. Sturio. A. Liclitensteinii A. Schr- 

pa. (A. Scliypa. Nob.) A. Heckelü.) 

III. Sterletae. Sterlet ähnliche. Rüssel pfriemformig, von starken Knochen- 

schildchen bedeckt, nicht durchscheinend. Leiste nach hinten mit 
deutlichen , vorragenden Fortsätzen. Schildchen ziegeldachartig. (A. 
Ruthenus. A. species. (A. Aleutensis. Nob.~) 

IV. Helopes. Helopsähnliche. Rüssel sehr lang (Vc — V? derj Körperlänge) , 

von starken Knochenschildchen bedeckt. Leiste desselben ansehnlich, 

ohne Fortsätze. Schildchen entfernt. {A. stellatus. A. oocyrhyn- 

chus. A. maculosus.') 

Später reducirte Brandt dieselben auf drei 5 ) mit folgenden Kennzeichen. 
I. Husones. Barteln einfach, gesäumt, bis an die Oberlippe reichend oder diese 
überragend. {A. Huso. A. Schypa. {A. dauricus. Nob.) 

II. Sturiones. (Eine Vereinignng seiner früheren Sturiones und Helopes). Bar- 
teln einfach , rundlich (kaum etwas gesäumt). (A. Sturio. A. Gül- 

denstaedtii. A. stellatus.) 

III. Sterletae. Barteln rundlich, mit kleinen warzenförmigen Anhängen. {A. Ru- 

thenus.) 
Wir glauben die Gattung Acipenser nach dem nachstehenden Schema in sechs Unterab- 
theilungen bringen zu sollen. 

A. Rückenschilder nur nach vorne zu abgedacht, hinten am höchsten, 
in einen Haken endigend und bis zum Haken hinauf offen. 

a) Die Haut nur mit kleinen , kammförmigen Knochenschüppchen bedeckt. Die Bartfäden gefranset. 

1. Die Unterlippe vollkommen zusammenhängend. Lionisci. (A. glalier.) 

2. Die Unterlippe getrennt, nur als Rudiment zu beiden Seiten der Mundwinkel vorhanden. Acipcnscrns 
s. str. {A. sinensis. — A. Gmelini, _ A. Ruthenus. A. Aleutensis. __ A. maculosus. _ A. oxyi hynchus.) 

1 ) Rafmesque Ichthyol. Ohicns. p. 79. 

2 ) Rafinesque /. c.p. 79. 

3 ) Rrandt und Ratzeburg. Med. Zool. 
*) Rrandt und Ratzeburg l, c. p. 3, 
5 ) Rrandt und Ratzeburg l. c. p. 349. 



270 FITZINGER UND HECHEL , GATTUNG ACIPENSER. 

b) Die Haut mit grosseren und kleineren kammförmigen Knochenschüppchen, und grosseren sternförmi- 
gen Knoehenschildchen bedeckt. Die Bartfäden einfach. Die Unterlippe getrennt, nur als Rudiment zu bei- 
den Seiten der Mundwinkel vorhanden. Helopes. CA. stellatus.) 

B. Rückenschilder nach beiden Seiten zu abgedacht, in der Mitte am 
höchsten, in einen Haken endigend. 

a) Die Haut mit kleineren und grösseren sternförmigen Knoehenschildchen bedeckt Die Bartfäden ein- 
fach. Die Unterlippe getrennt, nur als Rudiment zu beiden Seiten der Mundwinkel vorhanden. Antacei. 
(A. Schypa. A. Güldenstaedtii) . 

b) Die Haut chagrinartig, mit stumpfeckigen Knochenschüppchen gekörnt. Die Bartfäden einfach. Die 
Unterlippe getrennt, nur als Rudiment zu beiden Seiten der Mundwinkel vorhanden. Sturiones. CA. He- 
ckelii. A. Sturio.') 

c) Die Haut durch spitze Knochenschüppchen rauh punktirt. Die Bartfäden plattgedrückt, bandförmig, 
mit einer Fahne versehen. Die Unterlippe getrennt , nur als Rudiment zu beiden Seiten der Mundwinkel 

vorhanden. Husones. (A. brevirostris. A. rubieundus. A. macrostomus. A. dauricus. A. 

Huso.y 

Es sind bis jetzt 17 verschiedene Störarten bekannt, von denen 11 der alten, und 6 der 

neuen Welt angehören; und zwar aus der Abtheilung der Lionis ci, 1 Art, aus der alten Welt, 

aus der Abtheilung der Acipens eres s. str. 6 Arten, wovon 3 der alten, und 3 der neuen 
Welt angehören, aus der Abtheilung der H e 1 o p e s, 1 Art, aus der alten Welt, aus der Ab- 
theilung der Antacei, 2 Arten, beide in der alten Welt, — aus der Abtheilung der Sturiones, 2 
Arten , ebenfalls beide aus der alten Welt , — und aus der Abtheilung der Husones, 5 Ar- 
ten , wovon 2 der alten und 3 der neuen Welt eigenthümlich sind. 

I. Abtheilung: Lionisci, 

Scuta dorsalia antice declivia, postice altissima, in acumen desinen- 
tia, ad basin acuminis usque aperta. Cutis squamulis osseis parvis, pec- 
tinatis obteeta. Cirri fimbriati. Labium inferius continuum. 

Acipens er glaber. HeckeL 

Tab. XXV. Flg. 3. Tab. XXVIIL Flg. 5—6. 
Centra scutorum temporalium a rostri apice magis remota, quam centra scutorum pari eta- 
lium. Porca rostri ossea processubus duobus uncinatis. Cirri reclinati oris marginem attingentes. 
Labium superius sinuatum , profunde incisum. Oculi magnitudine aequales. Centra scutorum cla- 
viculas tegentium magis remota, quam centra scutorum frontalium anteriorum. 

(Stirne gewölbt, sehr stark ansteigend. Mund gross. Erstes Rückenschild mit dem Hinterhauptsschilde 
fest verbunden.) 

Altes Thier: Schnauze kurz, kegelförmig, breit, stumpf. Bartfäden nur wenig der Schnauzen- 
spitze näher stehend. Schilder ziemlich entfernt. Bauchschilder sehr schwach , schwindend. 

Junges Thier. Schnauze verlängert, zugespitzt. Bartfäden dem Munde um Vieles näher stehend. 
Schilder aneinander liegend. Bauchschilder stark. 

Huso II. seu Antaceus glaber. Marsigli Danubiits Pannonico • Mysicus. Tom. IV. tab. 10. (auf der Tafel 

fälschlich auch mit dem Namen Jesestra und Jesetra bezeichnet.) 
Acipenser turritus. Mus. Vindob. 
Acipenser Schypa. Mus. Vindob. 

Acipenser glaber. Hechel. Mscpl Fitzinger. Prodr. e, Faun. v. Oesterr. Beitv. zur Landeskunde Oeste.rr. 

B. I. S. 340. 



FITZINGER UND HECHEL, GATTUNG ACIPENSER. 2 ?1 

Acipenser nudiventris. S c h y p a-B eluga. Lovetzky. Novoi Magazin Jestvennoiisloi ii. T. II. n 1.2.3. 
Acipenser Marsiglii. Brandt und Batzcburg. Medic. Zool. ß. II. S, 352. A'ote. 

Acipenser Schipa. Lovetzky. Diagn. Pisc. ad gen. acipenser in pert. Nouv. Mein, de laSociet. d. Natu- 
ralist, de Moscou. T. III. p. 260. tob. 17. Fig. 3. 4. (Jünger.) 
A ci p en s er Schipa, n ud ive n tri s. Lovetzky. Z. c. tab. 15. Fig. 2. a. b. (Alt.) 

Schip-Belugie. Russ. (Lovelzky)_ Serrewensertsi. Rascian. (Marsigli) Tok. Hnng. (Marsigli) _ Glatt- 

Tüek oder Glatt - Dick. O esterreich, 
Beschreibung. Der Kopf, welcher der Gestalt nach dem von A. Schypa ähnlich ist, ist nicht sehr 
breit, mit dem Leibe von gleichem Durchmesser und 5%Mal in der ganzen Länge des Körpers enthalten. 
Er ist mit einer schon von der Schnauzenspitze an gewölbten , gegen den Rücken zu sehr stark ansteigen- 
den Stirne, und mit einer kurzen, geraden, dicken, breiten nnd vorne abgestumpften, kegelförmigen 
Schnauze versehen , deren Länge iy 2 Mal den Querdurchmesser des Mundes in sich fasst. Den Scheitel 
decken sieben grosse, feingestrahlte, in ihrer Mitte nur wenig erhabene, aber genarbte, lange und schmale 
Knochenschilder, und ein kleines, oft getheiltes Zwischenschild , welche sehr dicht aneinander schliessen 
und nur hie und da einige wenige, mit Schleimdrüsen ausgefüllte Zwischenräume zeigen; die Oberseite der 
Schnauze, mehrere kleinere, längliche, in ihrer Mitte genarbte, am Rande aber unmerklich gestrahlte 
Knochenschildchen , welche gleichfalls sehr dicht aneinanderschliessen und bis zu ihrer Spitze reichen. Die 
beiden grössten, in der Mitte des Kopfes liegenden Scheitelschilder (Ossa parietalia) , welche sich seitlich 
an die Schläfenschilder (Ossa mastoidea) anreihen, und langer sind als bei irgend einer anderen Störart 
da sie die Hälfte des Kopfes an Länge übertreifen , sind die längsten und schmälsten. Ihre hinteren abge- 
rundeten Enden umfassen das kleine pfriemenformige , bis auf die Hälfte vor ihrer Mitte eingeschobene, und 
mit dem fersten Rückenschilde fest zusammenhängende Hinterhauptsschild (Os occipitale superius). reichen 
bis zu dessen Mittelpunkt hinauf, und lehnen sich an das obere Schulterschild (Os suprascapulare) ; mit 
ihren vorderen, nur wenig spitzeren Enden, umfangen sie das kleine mittere Stirnschild (0« ethmoideum) 
und dringen zwischen die eigentlichen Stirnschilder (Ossa frontalia prineipalia) bis zu ihren Mittelpunkten 
vor. Die Mittelpunkte der Scheitelschilder stehen sehr genähert und ihre Entfernung voneinander ist 2 
Mal in jener vom äusseren Rande der Schläfenschilder enthalten. Den Scheitelschildcrn zur Seite liefen 
die kürzeren, den Kiemendeckel begränzenden Schläfenschilder, welche sich mit ihren hinteren, schief 
abgeschnittenen Enden an das obere Schulterschild lehnen und von diesem durch einige Schleimdrüsen ge- 
lrennt werden; mit ihren vorderen, an die hinteren und eigentlichen Stirnsehilder (Ossa frontalia po- 
steriora et prineipalia) stossen. Ihre vorderen Enden sind ausgeschnitten und umfangen mit diesen 
Ausschnitten die gleichfalls gestrahlten hinteren Stirnschilder. Ihre sehr schwach erhabenen, halb 
mit Schleimdrüsen umgebenen Mittelpunkte stehen weiter nach rückwärts als jene der Scheitelschilder 
und ihre Entfernung von diesen ist 1*4 Mal so gross , als die Entfernung der beiden Mittelpunkte der 
Scheitelschilder voneinander. Die langen, schmalen, eigentlichen Stirnschilder, welche durch die vorderen 
Enden der Scheitelschilder und den mitteren, oft getheilten Sümsehild weit voneinander getrennt sind, 
schieben ihre hinteren Enden zwischen die Scheitel- und Schläfenschilder ein, von denen sie durch we- 
nige Schleimdrüsen geschieden sind, und reihen sich seitlich an die vorderen und hinteren Stirnsehilder 
(Ossa frontalia anteriora et posteriora), welche sich dicht miteinander verbinden , durch eine stark besetzte 
Reihe von Schleimdrüsen von den eigentlichen Stirnschildern geschieden werden, und von denen die hinteren 
mit ihrem spitzeren hinteren Ende in den Ausschnitt der Schläfenschilder passen. Die schwach erhabenen 
Mittelpunkte der eigentlichen Stirnschilder sind viel weiter auseinander gestellt, als jene der Scheitelschil- 
der, und bilden mit diesen, in der Mitte des Scheitels, eine schmale, sehr seichte, rinnenförmige Ver- 
tiefung. Das obere Schulterschild, in seiner Bildung den übrigen Kopfschildern ähnlich , sendet seine läng- 
sten Strahlen in eine Bucht des ersten Rückenschildes, schliesst sich dicht an dasselbe an, ohne wie bei V 
Schypa und Gülden s t a e d tii, dieses bis zu seinem Mittelpunkte einzuschliessen ; verbindet sich durch ein 
kleines Zwischenschild mit dem Hinterhauptschilde, und mit seinem vorderen, kürzeren Ende, eben so dicht 
mit den Scheitel- und Schläfenschildern , und nur wenige Schleimdrüsen sind in seiner Anfügung mit den 
Schläfenschildern gelagert. Das eigentliche Schulterschild (Os scapulare) , von der Gestalt eines lang ge- 
zogenen Dreiecks mit nach abwärts gekehrter Spitze , ist drei Mal so gross als die grössten Schilder der 
Seitenlinie, und schliesst mit seinem halbmondförmigen oberen Ausschnitte ziemlich dicht an das obere 

11 



272 FITZINGER UND HECHEL , GATTUNG ACIPENSER. 

Schultcrsehild. Es ist strahlenartig, grob gefurcht. Das Kiemendeckelschild (Operculum) sitzt am oberen 
Rande des Kiemendeckels, dem eigentlichen Schulterschilde gegenüber. Es bildet eine unvollständige Scheibe, 
von deren beiden nach vorwärts gekehrten Drittluilen der untere gänzlich mangelt, und der obere nur 
zur Hälfte vorhanden ist. Es ist mehr genarbt , als strahlenförmig gefurcht. Die Seiten der Schnauze sind 
mit! kleinen, beweglichen Schildchen netzförmig besetzt, und durch eine von den Nasenlöchern bis zur 
Schnauzenspitze reichende breite Reihe von röthlichen, mit einem weissen Fadennetze überstrickten Schleim- 
drüsen , von dem dichten Panzer, welcher die Schnauze von oben bedeckt, gänzlich getrennt. Mit solchen 
Schleimdrüsen ist die Gegend hinter den Augen in der Form eines Halbkreises , und die Unterseite der 
Schnauze besetzt, von welcher sie sich bis an den unteren Augenrandknorpel hinziehen. Vor den Bartfäden 
sind sie am grössten und häufigsten, hinter denselben minder deutlich. Die feste , knorpelige Knochenleiste 
auf der Unterseite der Schnauze, welche von der Schnauzenspitze bis an den Mund reicht, ist gegen das 
Ende der Schnauze mit einer rauhen Haut bedeckt und beinahe eben. Erst kurz vor den Bartfäden , und 

dann wieder nach denselben, und zwar da noch weit stärker, zeigt sie sich als eine vorspringende Leiste, 

die bei getrockneten Exemplaren einem vorstehenden Haken ähnlich ist. Die Bartfäden stehen der Schnau- 
zenspitze nur wenig näher als dem Munde. Sie sind ziemlich lang, in gleicher Richtung gestellt und rei- 
chen zurückgelegt fast bis an den Mund. Sie sind von gleicher Länge, glatt, an ihrer Basis rund, gegen 
die Mitte zusammengedrückt , und von da bis an ihre Spitze mit kurzen , flachen , bandförmigen, anfangs 
paarweise , dann einzeln stehenden, fransenähnlichen Anhängen besetzt. Die mitteren stehen voneinander 
doppelt su weit entfernt, als die äusseren von den mitteren. Der Mund ist gross, regelmässig gestellt und 
mit einer fleischigen , stark erhabenen, breiten Lippe umgeben , welche an beiden Kiefern zusammenhän- 
gend, in der Mitte eingebuchtet und tief eingeschnitten , keineswegs aber getrennt ist. Die Augen sind 
klein, eiförmig und von gleicher Grösse. Ihr Durchmesser ist 6V2 Mal in der Entfernung beider Augen 
voneinander enthalten. Sie stehen um etwas mehr als die Hälfte ihres Durchmessers vor der senkrech- 
ten Linie des vorderen Mundrandes , und sind durch den stark vorspringenden Augenrandknorpel ge~ 
schützt. Die Iris ist gelb. Die Nasenlöcher sind klein, eiförmig, die unteren grösser als die oberen, und 
durch eine knorpelige Leiste miteinander verbunden. 

Der Leib ist gestreckt, um etwas höher, als er in der Breite fasst , und sein grösster Durchmesser ist 8, 
Mal in der ganzen Körperlänge enthalten. Er ist mit fünf Längsreihen von ziemlich entfernt stehenden Kno- 
chenschildern besetzt, deren obere allein nur stark, die übrigen aber sehr schwach und auf dem Bauche 
fast schwindend sind. Die Haut in den Zwischenräumen ist mit sehr kleinen, nach rückwärts kammförmig 
gezähnten Knochenschüppchen dicht übersäet, welche gegen den Bauch zu immer kleiner w r erden und ihre 
Zähnung verlieren. Selten steht zwischen den Rücken- und Seitenschildern eine Reihe sehr kleiner Stern- 
schuppen. Die Zahl der Rückenschilder ändert zwischen 12 und 14, nach Brandt *) bis 15. Das am Kopfe 
ganz festsitzende erste Schild, welches zugleich das grösste, höchste und stärkste ist, zeichnet diese 
Art durch seine besondere Höhe vor allen übrigen aus. Diesem folgen bis zu einer ansehnlichen Entfernung 

von der Rückenflosse, noch 11 13 ähnliche, aber bei Weitem kleinere Schilder. Alle, mit Ausnahme des 

letzten Schildes, welches rautenförmig ist, haben eine herzförmige Basis, mit hinten in die Höhe gezoge- 
nem Lappen, sind nur schwach strahlenförmig gerippt und mit einer erhabenen , stumpfen Schneide verse- 
hen , welche kaum Spuren eines Hakens trägt. Die Seitenlinie trägt 60 kleine und schmale , ziemlich weit 
auseinander stehende, rautenförmige Knochenschilder, w r elche gegen den Kopf zu am grössten sind, und 
in ihrer Mitte eine wenig erhabene stumpfe Schneide haben. Zwischen denselben zeigt sich die Seitenlinie 
als eine stark hervortretende, wellenförmige Reihe kleiner, runder, dachziegelförmig übereinanderliegen- 
der Knochenschüppchen. Zu beiden Seiten des Bauches befinden sich 12 sehr schwache , voneinander noch 
entfernter stehende, kleine Schilder -Rudimente, welche gegen die Brustflosse zu noch am deutlichsten, 
sonst aber heinahe schwindend sind. Der Raum zwischen dem After und der Afterflosse , so wie zwischen 
der Rücken- und Schwanzflosse, ist ohne Schild. Die schön und feingestrahlten Deckschilder der Schlüssel- 
beine zeichnen sich durch einen besonders hohen und scharfen Kiel aus. Ihre 3Iittelpunkte stehen weiter 



} ) Brandt und Ratzcburg Med. Zool. B. IL p. 352. 



FITZINGER UND HECKEL, GATTUNG ACIPENSER. 273 

auseinander als jene der vorderen Stirnschilder, deren Entfernung nicht ganz die Hälfte des grösstcn Leibes- 
durchmessers beträgt. 

Brust-, Bauch- und Afterflosse sind länger als breit. Die Länge der ersteren ist dem grösstcn Durch- 
messer des Leibes gleich \md ihr sehr starker Knochenstrahl endiget im vierten Fünftel ihrer Länge. Jene 
der Bauchflossen ist gleich der Entfernung der Schnauzenspitze vom vorderen Augenrande , und jene der 
Afterflosse um % länger als die Entfernung der Schnauzenspitze vom vorderen Mundrande. Sie sind daher 
verhältnissmässig lang und schmal. Die Entfernung der Afterflosse von der Schwanzflosse verhält sich zur 
Länge ihrer Basis wie 1 zu lV 4 , und ihr vorderer Rand steht vor der senkrechten Linie der Mitte der 
Rückenflosse. Die Rückenflosse ist abhängig, sehr wenig ausgeschweift, und ihre Länge, welche um % gerin- 
ger ist als jene ihrer eigenen Basis , ist beinahe um *4 kürzer als die Afterflosse. Die Schwanzflosse ist 
ßtark ausgeschweift, der obere Lappen derselben lang, ziemlich breit und sichelförmig zugespitzt, der un- 
tere um die Hälfte kürzer, breit und stumpf. Vor der After- und Rückenflosse, so wie vordem unteren 
Lappen der Schwanzflosse befindet sich ein schützendes Knochenschild. Die Brustflossen enthalten 1 
starken Knochenstrahl , keinen ungetheilten und 30 getheilte Gliederstrahlen; die Bauchflossen 12 Vorder- 
stützen und 15 getheilte Strahlen; die Afterflosse 14 Vorderstützen und 15 getheilte Strahlen ; die Rücken- 
flosse 13 Forderstützen und 30 getheilte Strahlen, und die Schwanzflosse am oberen Lappen 39, am unte- 
ren 16 Vorderstützen und 65 getheilte Strahlen, 

Die Färbung des Obertheiles ist röthlich grau, jene der Seiten bleicher und die des Bauches schmutzig 
weiss. Die Knochenschilder und die Haut zwischen den einzelnen Schildern der Rücken- und Seitenreihe, 
sind von schmutzig weisser Farbe. Die Bartfäden sind weiss , nach vorne lichtbraun. 

Unterschiede der jüngeren Thiere. 

Ein Exemplar von zwei Fuss fünf Zoll. 

Der Kopf ist mehr gestreckt und seine Länge beträgt etwas mehr als den fünften Theil der ganzen Kör- 
perlänge. Die gewölbte Stirne ist an ihrer Basis oberhalb der Nasenlöcher etwas ausgeschweift. Die längere, 
minder stumpfe , doch gerade Schnauze , welche 2V2 Mal länger ist als der Querdurchmesser des Mundes, 
gleicht in ihrem Umrisse einem Dreiecke mit stark nacli auswärts gebogenen Seiten. Die grossen Schilder 
des Scheitels sind in ihrer Mitte erhabener, und regelmässiger gestrahlt. Der Raum für die Schleimdrüsen, 
zwischen den Scheitel- und Schläfenschildern, dann dem Hinterhauptssehilde und den oberen Schulterschil 
dem ist grösser; doch sind die Schläfenschilder nicht so wie bei den Alten, von denselben durchbohrt. Die 
kleinen, dicht aneinander schliessenden Schilder, welche die Oberseite der Schnauze bedecken, sind nur 
rauh, ohne Spur einer Strahlung. Die Seiten der Schnauze bekleiden viele, zum Theil e ineinander ver- 
schmolzene und mit der Decke der oberen Schildchen zusammenhängende gröbere Knochensehildchen. welche 
sich an den unteren Augenrandknochen stützen und durch viele Schleimdrüsen durchbrochen sind, die ins- 
besondere zwischen den Nasenlöchern und der Schnauzenspitze in einer dichteren Reihe folgen. Die Bart- 
fäden stehen dem Munde viel näher als der Schnauzenspitze, sind vom Munde um %j der Schnauzcnlänge 
entfernt und reichen zurückgelegt bis an seinen Band. Die Schilder -Reihen des Leibes sind stärker als bei 
alten. Die 12 Schilder des Rückens sind ausgezeichnet strahlenförmig gestreift , an ihrer Basis durch die 
breiten hervortretenden Strahlen, welche sich noch unter die Haut fortschieben , dornartig ausgezähnt, und 
nach hinten offen , so dass die folgenden Schilder unter die vorangehenden eingeschoben sind. Nur das letzte 
Rückenschild stellt getrennt. Sie sind alle mit einem schneidigen , nach rückwärts gerichteten Kiele verte- 
ilen, und ihre spitzen, nach rückwärts gebogenen Dornen haben eine scharfe Schneide, welche besonder« 
bei dem ersten Schilde sehr ausgezeichnet in die Höhe steigt, vorne etwas eingebuchtet ist und eine nur 
wenig gekrümmte Spitze trägt, die über alle anderen ebenfalls starken Dornen weit hervorraget. Die Seiten 
linie trägt 56 ziemlich nahe aneinander gereihte, gegen den Schwanz zu aber ganz dicht stehende Schilder, 
von der Gestalt einer langgezogenen Raute , mit scharfem, in eine Spitze endenden Kiele. Die mitter» n die- 
ser Schilder sind am längsten und zwischen denselben ist die wellenförmige Seitenlinie nur gegen den Kopf 
zu sichtbar. Die 13 starken Bauchschilder sind halb so gross als dieBückenschildcr und gleichen ihnen auch 
an Gestalt, Sie stehen etwaa weiter voneinander, und haben eine scharfe, schief aufsteigende Schneide, 

*1 * 



274 FITZINGER UND IIECKEL , GATTUNG ACIPENSER. 

aber keine Ilaken. Die Schwanzflosse ist nur wenig ausgeschweift und ihr unterer Lappen nicht % so lang 
als ihr oberer, zugespitzter. 

Ein Exemplar von einem Fuss. 
Der Kopf ist schmäler und noch mehr gestreckt. Er ist 4 Mal in der Körperlänge enthalten. Die 
etwas längere und spitzere Schnauze ist 3 Mal länger als der Querdurchmesser des Mundes. Ihre kno- 
chige Kante ist mit den unteren Augenrandknochen verbunden. Zwischen dieser und den beinahe ganz in- 
einander verschmolzenen Knochenschildchen , welche die Oberseite der Schnauze decken , befindet sich 
eine Reihe von Schleimdrüsen, welche von den Nasenlöchern bis zur Schnauzenspitze reicht. Die Bartfäden 
stehen beinahe um 2 / 3 der Schnauzenlänge von ihrer Spitze entfernt, und reichen zurückgelegt bis zum 
Mundrande. Die Knochenleiste auf der Unterseite der Schnauze bildet vor und hinter den Bartfäden einen 
scharfen , hervorspringenden Haken. Die Haut in den Zwischenräumen der Schilder - Reihen , welche bei 
etwas älteren Individuen schon mit den kammförmigen Schüppchen besäet ist, bekleiden hier nur kleine, 
ungezähnte, spitze, stachelähnliche Schüppchen. Die 16 Schilder der Rückenfirste sind alle dicht in- 
einander geschoben und decken sich gegenseitig. Ihre Schneiden und Dornen sind viel schärfer, erhabener 
und durchscheinend. 35 gleichfalls mit durchscheinenden scharfen Schneiden und Haken versehene Kno- 
henschilder decken die Seitenlinie vollkommen zu und schliessen dicht aneinander. 13 — 14 Bauchschilder, 
mit ähnlich gebildeten Schneiden und Haken stehen nicht ganz so dicht gereihet. Die Kiele der Schlüssel- 
bein-Deckschilder, sind überaus stark und schneidend. Die Brustflossen sind überwiegend ausgebildet, bei- 
nahe noch einmal so lang als der grosste Durchmesser des Körpers, und kaum kürzer als der Kopf ). Die 
Sehwanzflosse ist noch weniger ausgeschweift; ihr unterer Lappen kaum hervortretend. An allen Flossen 
sind nur die hinteren Strahlen, und zwar an ihren Enden, durch die Louppe kaum bemerkbar getheilt. 

Ausmass der einzelnen Theile. 

Totallange c... * * — 

Länge des Kopfes bis zum unteren Winkel des Schultcrschildes — ' 9" 9'" 

Breite des Kopfes am obersten Rande der Kiemenspalte * — ' **" 5 

Breite des Kopfes zwischen den Augen — ' 3" 1 

Höhe des Kopfes über den Augen — ' — " 6" 

Länge der Schnauze bis zum hinteren Augenrande — ' «* 8 

Länge der Schnauze bis zum vorderen Mundrande — ' ** 9 

Breite der Schnauze über den Bartfäden , — ' 2 9 

Höhe der Schnauze über den Bartfäden — ' 1" 9 

Länge der äusseren Bartfäden — ' 1 8 

Entfernung der mitteren Bartfäden von der Schnauzenspitze — ' * ^ 

Entfernung der mitteren Bartfäden vom vorderen Mundrande • — ^ — 

Ouerdi rchmesser des Mundes • — 2 4 

Grösster Durchmesser des Leibes — . 6 6 

Geringster Durchmesser des Leibes • — 2 — 

Länge der Brustflossen — ' 6 6 

Breite der Brustflossen — ' 2 11 

Längender Bauchflossen — " *> 

Breite der Bauchflossen — 2 8 

Länge der Afterflosse • — * 3 

Breite der Afterflosse — «* * 

Länge der Bückenflosse • • — 3 

Breite der Rückenflosse — 5 

Länge des oberen Lappens der Schwanzflosse • — ' 8 " 

Länge des unteren Lappens der Schwanzflosse •• — * ° 



m 



l ) Diese Eigenheit der schon in der Jugend so stark ausgebildeten Brustflossen ist dieser Art allein zukom- 
mend, und dadurch wird es erklärlich, warum nur von dieser Art die Jungen viel weniger selten als von 
allen übrigen , so weit stromaufwärts gehen. 



FITZISTGER UND HECKEL, GATTUNG ACIPENSER. 275 

Der Aufenthalt des Glatt - Störs ist sicher nur auf einen sehr kleinen Theil der alten Welt 
beschränket; denn man kann nur das schwarze und azow'sche Meer, von welchem er in 
die Donau bis in die Save und Drau, die Theiss und Waag, und wohl auch in den 
Dnieper, Dniester und den Don aufsteigt, mit Bestimmtheit als seinen Wohnort bezeich- 
nen. Nach Lovetzky x ) soll er sich auch im Aral-See finden. 

Im ersteren Falle ist sein Vorkommen durch den 33. bis 60. Grad östlicher Länge und den 
40. bis 50. Grad nördlicher Breite, im letzteren durch den 33. bis 80. Grad östlicher Länge und 
den 40. bis 50. Grad nördlicher Breite begränzet. 

Er wandert eben so wie die andern Störarten in die Flüsse, und scheint daselbst zumTheile 
auch zu überwintern. Er gehört zu den wenigen Arten dieser Gattung, welche auch im jugend- 
lichen Zustande in den Flüssen getroffen werden. Von seiner Lebensart ist übrigens nichts Nä- 
heres bekannt und er scheint selbst in seinem Hauptwohnsitze selten zu sein ; da er, obwohl er 
eine so höchst ausgezeichnete, und mit keiner anderen zu verwechselnde Art ist, selbst von 
denjenigen Naturforschern übersehen wurde, welche Gelegenheit hatten, an Ort und Stelle ihre 
Untersuchungen über die Störe vorzunehmen, wie Güldenstaedt, Lepechin, Pallas 
und Gmelin. 

Er erreicht eine Grösse von 6 — 7 Fuss und ein Gewicht von 60 Pfunden. Ein Glatt- Stör 
von 4% Fuss wiegt ungefähr 23 Pfunde. 

In der Donau steigt er höchst selten über Comorn und äusserst selten bis nach Öster- 
reich auf; wiewohl er sich einzeln selbst auch noch weiter aufwärts verirren kann; denn höchst 
wahrscheinlich war es ein Glatt -Stör, von welchem Hochberg 2 ) berichtet, dass ein 12 
Pfund schweres Exemplar einst bei Regens b urg gefangen wurde. In Ungarn wird er nur 
selten gefangen und zwar nie über 60 und sehr selten unter 30 Pfunden. Er kommt daher auch 

nicht häufig nach Wien zu Markte. Seine gewöhnliche Grösse beträgt 3 4 Fuss. Jung wird 

er nur sehr selten in der Donau gefangen. 

Das kaiserlich zoologische Museum zu Wien ist im Besitze von Exemplaren von l/bis^' V 
Länge. 

II. Abtheilung: Acipenseres s. slr. 

Scuta dorsalia antice declivia, postice altissima, in acumen desinen- 
tia, ad basin acuminis usque aperta. Cutis squamulis osseis parvis, pec- 
tinatis obtecta. Cirri fimbriati. Labium inferius incontinuum, seu labü 
solaque rudimenta in utroque oris angulo. 

Acipcnser sinensis. Gray. 

Frons convexa. Rostrum conicum , acuminatum , antice rotundatum. 

Acipcnser sinensis. Gray. Proceedings of the Zoological Society of London. Part. II. 1884. p. 122. 

Bes chreibung. (Nach Gray.) Der Kopf ist mit einer gewölbten Stirne und einer kegelförmig« n 
dünnen , zugespitzten und vorne abgerundeten Schnauze versehen. 

Der Leib ist mit fünf Längsreihen von Knochenschildern besetzt. Die Haut in den Zwischenräumen ist 
glatt (?) und silberartig. Die Kückenfirste decken 15 16 strahlenförmig gefurchte, mit einem scharfen. 

*) Lovetzky loc. cit. T. III. p. 261. 

2 ) Hohbergius Georgia Curiosa. T. II. L. XI, c. 88. p. 522. __ Grossinger Hist. phys. regn. Hang. P. III, p. 87. 



276 FITZINGER UND HECHEL , GATTUNG ACIPENSEH. 

nach rückwärts in eine Spitze auslaufenden Kiele versehene Knochenschilder, welche von vorne nach rück- 
wärts alhnälig an Grösse zunehmen und von denen die heiden letzten ungekielt sind. Die Seitenlinie ist 
mit 40 41 kürzeren Knochenschildern Desetzt, welche ebenfalls gekielt sind, deren Kiele aber nach rück- 
wärts in eine doppelte Spitze auslaufen. Die Zahl der Bauchschilder wechselt zwischen 13 und 14. 

Der Obertheil ist braun. 

Der chinesische Stör gehört der alten Welt an. Über sein Vorkommen ist nichts Näheres bekannt. Man 
weiss nur, dass ihn John Russell Reeves aus China sandte. Vielleicht ist er gar nur das junge 
Thier von Acipenscr dauricus und daher nicht zu dieser Abtheilung, zu welcher wir ihn nur 
muthmasslich brachten , sondern zu jener der Hausen gehörig. 

Acipenser Gmelini. Fitz. 

Tab. XXV. Fig. 2. Tab. XXX. Fig. 17—18. 

Centra scutorum temporalium a rostri apice minus reinota , quam centra scutorum parieta- 
lium. Porca rostri ossea processubus quatuor verucaeformibus. Cirri reclinati oris marginem fere 
attingentes. Labium superius leviter sinuatum ; incisura nulla. Oculi magnitudine aequales , dex- 
ter paulo major. Centra scutorum claviculas tegentium cum centris scutorum frontalium anterio- 
rura in distantia aequali. 

(Stirne schwach gewölbt , stark ansteigend. Schnauze kurz, dreieckig, breit, spitz. Bartfäden von 
der Schnauzenspitze viel entfernter stehend als vom Munde. Mund massig. Schilder sehr genähert. Erstes 
Rückenschild mit dem Hinterhauptsschilde fest verbunden.) 

Altes Thier: Bauchschilder schwach. 

Hostcra. Gmelin. Reis. d. Russl. B. III. S. 239. (Alt.) 

Koster. Gmelin. Reis. d. Russl. B. III. S. 238. (Jung.) 

Acipenser s t c 1 latu s. ß. Gmelin. Linne. Syst. nat. ed. XIII. T. I. P. III. p. i486 u. 5 ß. (Alt.) 

Acipenser dubius. Heckel. Mscpt. 

Kostera. (Alt.) Koster. (Jung.) Russ. (Gmel.) 

Beschreibung. Der Kopf ist ziemlich schmal, mit dem Leibe von einerlei Durchmesser, 
und 5 Mal in der Totallänge des Körpers enthalten. Er ist mit einer schwach gewölbten , gegen den 
Rücken zu stark ansteigenden Stirne, und einer viel kürzeren, dickeren und breiteren Schnauze versehen, 
als A. Ruthenus; welche beinahe dreieckig, abgeflacht, gerade, zugespitzt, vorne abgestumpft, 
und 2% Mal so lang ist, als der Querdurchmesser des Mundes. Den Scheitel decken sieben grosse, rauh, 
aber deutlich gestrahlte, in ihrer Mitte nur wenig erhabene, harte Knochenschilder, und ein kleines 
Zwischenschild, welches vollkommen flach ist. Diese Schilder schliessen sehr dicht aneinander, lassen 
aber dennoch hie und da einige ziemlich grosse, mit Schleimdrüsen ausgefüllte Zwischenräume zwi- 
schen sich. Die Oberseite der Schnauze ist mit mehreren kleineren, ähnlich gebildeten, langen und schma- 
len, sehr dicht aneinander schliessenden Knochenschildchen bedeckt, welche bis an die Schnauzenspitze 
reichen , gegen dieselbe ineinander verschmelzen und die strahlige Textur gänzlich verlieren , so dass die 
ganze Schnauze, wie aus einem einzigen rauhen, der Länge nach gefurchten Knochen gebildet zu sevn 
scheint. Die beiden grössten , in der Mitte des Kopfes liegenden Scheitelschilder (Ossa parietalia), welche 
sich seitlich an die Schläfenschilder (Ossa mastoidea) anreihen, sind die längsten und schmälsten, Ihre 
hinteren, zugespitzten Enden umfassen das kleinere, bis auf die Hälfte vor ihrer Mitte eingeschobene, 
keilförmige Hinterhauptsschild (Os occipitale superius) und reichen bis über dessen kaum zu erkennen- 
den Mittelpunkt, indem sie sich an das obere Schulterschild (Os suprascapulare) lehnen; mit ihren 
vorderen , gleichfalls zugespitzten , aber dicht aneinander liegenden Enden dringen sie zwischen die ei- 
gentlichen Stirnschilder (Ossa frontalia prineipalia) bis zu ihren Mittelpunkten vor, ohne das mittere 
Stirnschild (Os ethmoideum) zu umfangen. Die Mittelpunkte der Scheitelschilder stehen sehr genähert, und 
ihre Entfernung von einander ist 2 Mal in jener vom äusseren Rande der Schläfenschilder enthalten. 
Den Scheitelschildern zur Seite liegen die kürzeren, der Kiemendeckel begränzenden Schläfenschilder, 
welche sich mit ihren hinteren Enden an das obere Schulterschild, mit ihren vorderen, an die hinteren 



FITZLNGER UND HECHEL , GATTUNG ÄCIPENSER. 277 

und eigentlichen Stirnschilder (Ossa frontalia posteriora et principalia) reihen , und von diesen durch 
eine Reihe von 7 8 in ihrem Grunde schwarz punktirten Schleimdrüsen geschieden werden. Ihre vor- 
deren Enden sind nur wenig eingebuchtet, die hinteren abgerundet. Ihre Mittelpunkte stehen viel wei- 
ter nach vorwärts, als jene der Scheitelschilder und zwar noch mehr, als bei A. Ruthen us. Ihre Entfer- 
nung von diesen ist beinahe doppelt so gross, als die Entfernung der beiden Mittelpunkte der Scheitel- 
schilder voneinander. Die langen, schmalen, eigentlichen Stirnschilder, welche durch die vorderen Enden 
der Scheitelschilder, und durch den mitteren Stirnschild gänzlich getrennt sind, schieben ihre hinteren 
Enden zwischen die Scheitel- und Schläfenschilder ein, und reihen sich seitwärts an die vorderen und 
hinteren Stirnschilder (Ossa frontalia anteriora et posteriora). Einige wenige Schleimdrüsen scheiden sie in 
ihrer Mitte, so wie deren vordere Enden so dicht mit den Schnauzenschildchen verwachsen sind, dass 
sie bis zur Schnauzenspitze zu reichen scheinen. Überhaupt sind alle Kopfschilder so dicht aneinander ge- 
fügt, und ihre Nathe so unmerklich, dass die Strahlen aus ihren sechs grössten Mittelpunkten ununterbro- 
chen in einander überzugehen scheinen. Die schwach erhabenen Mittelpunkte der eigentlichen Stirnschilder 
stellen viel weiter voneinander entfernt, als jene der Scheitelschilder, und bilden mit diesen, in der Mitte 
des Scheitels , eine ziemlich schmale , aber sehr seichte rinnenförmige Vertiefung , welche zwischen den 
Scheitelschildern etwas deutlicher, zwischen den Stirnschildern aber kaum bemerkhar ist. Das obere Schul- 
terschild, welches mit den übrigen Kopfschildern ähnliche Bildung hat, ist von länglicher Form, in seiner 
Mitte durch einige Schleimdrüsen getrennt und schliesst mit seinem vorderen Ende dicht an die Scheitel- 
Bad Schläfenschilder, ohne das Hinterhauptsschild zu berühren, und eben so dicht an den vorderen Theil 
des ersten Rückenschildes. Der Zwischenraum zwischen der Anfügung des oberen Schulterschildes an die 
Scheitelschilder und das erste Rückenschild, ist mit einigen Schleimdrüsen ausgefüllt. Das eigentliche 
Schulterschild (ös scapulare) gleicht einem regelmässigen Dreiecke mit nacli abwärts gekehrter Spitze, ist 
noch einmal so gross, als die grössten Schilder der Seitenlinie und reiht sich mit seinem beinahe geraden 
oberen Rande nicht dicht an das obere Schulterschild. Es ist rauh und unregelmässig gefurcht. Das kie- 
mendeckelschild (Operculum) hat dieselbeLage und Gestalt, wie bei A. Ruthenus. Es ist verhältnissmäs- 
sig klein, rauh und sehr grob gestrahlet und mit Schleimdrüsen durchbrochen. Die Seitenschilder der 
Schnauze sind dicht ineinander verschmolzen, und werden durch eine oft unterbrochene Reihe von Schleim- 
drüsen von den Knochenschildchen der Oberseite der Schnauze getrennt. Die ganze Unterseite der Schnauze, 
mit Ausnahme der Knochenleiste , ist sehr dicht mit Schleimdrüsen besetzt , und eine zusammenhängende 
Reihe solcher grauer Schleimdrüsen trennt die Schläfen- von den Scheitelschildern. Auch die Gebend um 
die Augen, und ein der Grösse der beiden Nasenlöcher zusammengenommen entsprechender Kaum zwischen 
dem oberen Schulterschilde und dem ersten Rückenschilde ist mit Schleimdrüsen bedeckt. Besonders ausge- 
zeichnet ist die Knochenleistc auf der Unterseite der Schnauze, welche sich von der Spitze derselben gegen 
die Bartläden zu allmälig verschmälert und hier vier Mal gänzlich unterbrochen wird, so dass sie nur in der Ge- 
ltalt von vier knorpeligen Warzen erscheinet, von denen sich drei vor den Bartfäden, und eine hinter den- 
selben befinden , und von welchen die beiden den Bartfäden zunächst stehenden wie Knochenzähne hervor- 
treten. Die Bartfäden stehen dem Munde näher als der Spitze der Schnauze, und ihre Entfernung von die- 
sem beträgt nicht ganz 2 / 5 der ganzen Schnauzenlänge. Sie sind ziemlich lang, etwas zusammengedrückt, 
und ihre nach vorwärts gerichtete dickere Kante ist stark der Quere nach gerunzelt, ihre nach rückwärts 
gekehrte Schneide aber gegen die Spitze zu mit fransenähnlichen Anhängen versehen. Die nutfeeren sind 
etwas länger als die inneren, und reichen zurückgelegt nicht völlig bis zum Munde. Die mitteren stehen dem 
Mundrande etwas mehr genähert, und ihre Entfernung von einander ist noch einmal so gross . als die Ent- 
fernung der äusseren von den mitteren. Der Mund ist von massiger Grösse und etwas schief gestellt 
dass der rechte Mundwinkel von der Schnauzenspitze etwas entfernter steht, als der linke. Den knorpeligen 
Mundrand umzieht ein etwas fleischiger, schwacherhabencr, faltiger Lippenwulst, welcher am Oberkiefer 
schmal und sanft eingebuchtet, aber weder eingeschnitten noch getrennt, am Unterkiefer hingegen breit 
und durch einen tiefen Einschnitt in der Mitte vollkommen getrennt ist; dessen Hälften aber dicht aneinan- 
der stossen *). Die Augen sind ziemlich gross, beinahe rund und von ungleichem Durchmesser. Das rechte 

*) Bei trockenen Exemplaren sowohl, als solchen, welche im Weingeiste aufbewahret werden, stellen die beiden 
Lippen- Hälften des Unterkiefers, durch die Zusammcn/ächum;, welche sie erleiden, weit voneinander entfernt. 



278 FITZINGER UND 11ECREL, GATTUNG AGIPENSER. 

ist etwas grösser [als das linke, und der Durchmesser dieses ist 3 Mal in der Entfernung beider Augen 
voneinander enthalten. Ihr hinterer Rand steht in senkrechter Linie mit dem vorderen Mundrande. Die Iris 
ist gelb. Die Nasenlöcher sind klein und eiförmig; die unteren, deren Grösse nicht- ganz 3 / 5 des Durchmes- 
sers des rechten Auges beträgt, sind flach; die oberen, nur wenig kleineren, von einem schwachen Wulste 
umgeben. 

Der Leib ist nicht besonders gestreckt, nur wenig höher, als seine Breite beträgt, und sein 
grösstcr Durchmesser ist 8 ! / 3 Mal in der ganzen Körperlänge enthalten. Es besetzen ihn fünf Längsreihen 
schwacher, doch sehr nahe aneinander gereihter Knochenschilder. Die Haut in den Zwischenräumen ist mit 
kleinen, beinahe gleichgrossen , nach rückwärts kammförmig gezähnten Knochenschuppen besäet, welche 
grösser sind als bei A. Ruthenus, auf dem Bauche etwas kleiner werden, und auch viel dichter stehen, als 
bei diesem. Auch die bei den übrigen Arten dieser Gattung gewöhnlich glatten Stellen sind hier mit rau- 
hen Knochenpunkten überzogen. Die Zahl der Rückenschilder beträgt 14. Ihre Basis ist sehr breit, bald 
herzförmig, bald dreieckig, und nur das letzte Schild gegen die Rückenflosse zu ist länglich. Sie sind strah- 
lenförmig gerippt und mit einer stark erhabenen, scharfen, glatten, der ganzen Länge des Schildes nach 
schief aufsteigenden Schneide versehen, welche vor ihrem sie endigenden, nur wenig nach rückwärts ge- 
krümmten, spitzen, kurzen Haken, sehr schwach ausgehöhlet ist. Das erste Schild ist das grösste und 
höchste; noch einmal so gross als die übrigen, und schliesst vollkommen dicht an das Hinterhauptsschild 
au , mit welchem es eine fortlaufende Schneide bildet. Das dritte und vierte sind kleiner als die darauf fol- 
genden, welche aber gegen die Rückenflosse zu allmälig an Grösse wieder abnehmen. Übrigens sind alle 
Rückenschilder sehr dicht an einander gereihet. Die Seitenlinie decken 62, anfangs weniger, gegen ihr 
Ende aber sehr dicht aneinander gereihte , strahlenförmig gestreifte, nach rückwärts aber kammförmig ge- 
zähnte Knochenschilder, welche die Gestalt einer schiefen, langgezogenen Raute haben, und mit einem 
schwachen Kiele versehen sind, der in eine nach rückwärts gerichtete Spitze ausläuft. Die Bauchschilder, 
13 15 5 nach Gmelin *) 10 an der Zahl, sind etwas weiter auseinander gestellt, sehr klein, mehr oder we- 
niger herzförmig gestrahlt, und mit einer nach rückwärts in eine kleine Spitze ausgehenden Schneide 
versehen. Zwischen dem After und der Afterflosse liegen 2 — 3 runde, sternförmige, unbewaffnete, flache 
Schildchen. Der Raum zwischen der Rücken- und Schwanzflosse ist ohne Schildchcn. Die Schilder , welche 
die Schlüsselbeine decken, zeichnen sich durch einen besonders starken Kiel aus. Sie sind "sehr scharf ge- 
strahlet und ihre Mittelpunkte eben so weit voneinander entfernt, als die vorderen Stirnschilder, deren Ent- 
fernung die Hälfte des grössten Leibesdurchmessers beträgt. 

Brust- , Bauch- und Afterflosse sind länger als breit. Die Länge der ersteren übertrifft den grössten 
Durchmesser des Leibes um die Hälfte, und ihr sehr starker Knochenstrahl verliert sich kurz vor ihrem 
Ende. Jene der Bauchflosse ist IV7 Mal in der Entfernung der Schnauzenspitze vom vorderen Augenrande 
enthalten, und jene der Afterflosse ist nur wenig geringer, als die Entfernung der Schnauzenspitze vom vor- 
deren Mundrande. Sie sind daher verhältnissmässig kurz und schmal. Die Entfernung der Afterflosse von 
der Schwanzflosse ist der Länge ihrer eigenen Basis gleich und ihr vorderer Rand ist der Mitte der Rücken- 
flosse beinahe senkrecht gegenüber gestellt. Die Rückenflosse ist abhängig, stark ausgeschweift, und ihre 
Länge, welche 1% Mal in der Breite ihrer eigenen Basis enthalten ist, ist um % kürzer als die Afterflosse. 
Die Schwanzflosse ist stark ausgeschweift, der obere Lappen derselben lang, schmal und sichelförmig zu- 
gespitzt, der untere beinahe um die Hälfte kürzer, breit und spitz. Die hinteren Flossen haben jede zu 
Anfang ihrer Strahlen einen schmalen , schützenden Schild. Die Brustflossen enthalten 1 starken Knochen- 
strahl, 2 ungetheilte und 34 getheilte Gliederstrahlen; die Bauchflossen 11 Vorderstützen? und 13 ge- 
theilte Strahlen ; die Afterflosse 17 Vorderstützen und 15 getheilte Strahlen ; die Rückenflosse 15 Vorder- 
stützen und 36 getheilte Strahlen; und die Schwanzflosse am oberen Lappen 45, am unteren 19 Vorderstü- 
tzen und 69 getheilte Strahlen. 

Die Oberseite ist bräunlich, die Unterseite so wie die Knochenschilder sind gelblich weiss. 



») Gmelin Reise d. Russl. B. III. p. 240. 



V" 

nt 



FITZINGER UND HECKEL , GATTUNG ACIPENSER. 279 

Ausmass der einzelnen Theile. 

Totallänge 1' 8" 6'" 

Länge des Kopfes bis zum unteren Winkel des Schulterschildes ' 4" 3'" 

Breite des Kopfes am obersten Rande der Kiemenspalte ' 1" 5'" 

Breite des Kopfes zwischen den Augen ' 1" 3'" 

Höhe des Kopfes über den Augen — ' " 8' 

Länge der Schnauze bis zum hinteren Augenrande ' 2" ' 

Länge der Schnauze bis zum vorderen Mundrande ' 1" 9'" 

Breite der Schnauze über den Bartfäden ' 1" '" 

Höhe der Schnauze über den Bartfäden ' " 7"' 

Länge der äusseren Bartfäden — ' — " 8V2'" 

Entfernung der mitteren Bartfäden von der Schnauzenspitze ' 1" 1 2 '" 

Entfernung der mitteren Bartfäden vom vorderen Mundrande ' " 8V2'" 

Querdurchmesser des Mundes • — ' " 8 l / 2 '" 

Grösster Durchmesser des Leibes ' 2" C" 

Geringster Durchmesser des Leibes — ' ^_" 8'" 

Länge der Brustflossen _' 3" 8'" 

Breite der Brustflossen — ' _" 11'" 

Länge der Bauchflossen _' 1" 3'" 

Breite der Bauchflossen ' " 11'" 

Länge der Afterflosse _' 1" 8'" 

Breite der Afterflosse _' 1" 1'" 

Länge der Rückenflosse __' 1" 3'" 

Breite der Rückenflosse _' 2" 1'" 

Länge des oberen Lappens der Schwanzflosse ' 4" "' 

Länge des unteren Lappens der Schwanzflosse ' 2" 7'" 

Der Gmelin'sche Stör ist ein Bewohner der alten Welt und in derselben nur auf einen kleinen Theil 
beschränkt. Mit Sicherheit kann man nur das schwarze und azow'sche Meer und den caspi- 
schen See als seinen Wohnort bezeichnen. Wahrscheinlich steigt er aber auch in die dahin sich er- 
giessenden Flüsse auf, wiewohl er nicht weit in denselben aufwärts zu ziehen scheint und sich dadurch 
in seiner Lebensart wesentlich von dem ihm zunächst verwandten Sterlet unterscheidet. 

Er dürfte demnach in seinem Vorkommen zwischen dem 45. und 75. Grade östlicher Länge und 
dem 35. und 50. Grade nördlicher Breite beschränket sevn. 

Von seiner Lebensart ist nichts weiter bekannt, als dass er im Frühjahre laichet. Übrigens scheint 
er selbst in seinem Hauptwohnsitze seltener zu seyn als der Sterlet. Eben so wenig weiss man etwas 
Bestimmtes über die Grösse und das Gewicht, das er erreichet. Wahrscheinlich kommt er hierin mit dem 
Sterlet überein. Seine gewöhnliche Grösse beträgt 1 bisl'/sFuss. In der Donau ist er bisher noch nicht 
gefangen worden. 

Das kaiserl. zoologische Museum zu Wien besitzt ein einziges Exemplar von 1' S"jß'" Länge. 

Acipenser Ruthenus. Linne. 

Tab. XXVI. Fig. 5. Tab. XXX. Fig. 15—16. 

Centra scutorum temporalium a rostri apice minus remota , quam centra scutornm parieta- 
lium. Porca rostri ossea processubus tribus verucaeformibus. Cirri reclinati oris marginem attin- 
gentes. Labium superius leviter sinuatum ; incisura nulla. Oeuli magnitudine aequales. Centra 
scutorum claviculas tegentium vix magis remota, quam centra scutorum frontalium anteriorum. 

(Stirne gewölbt, ziemlich stark ansteigend. Schnauze lang, pfiiemenfönnig , schmal spitz. Bartfäden 
von der Schnauzenspitze viel entfernter stehend als vom Munde. Mund massig. Schilder sehr genähert. Kr 
stes Rückenschild mit dem Hinterhauptsschilde fest verbunden.) 

Altes Thier: Bauchschilder schwach. 

Junges Thier: Bauchschilder stark. 

42 



280 FITZINGER UND HECREL , GATTUNG ACIPENSER. 

'AvSjac. Dorion bei Athenaeus. Lib. VIII. 

'O^fp'^X 01 - Aclian. Lib. XVII. c. 32. 

Acipenser. Plinius. Hist. nat. Lib. IX. c. 17. Lib. XXXII. c. 54. Macrobius. Saturn. Lib. II, c. 12. _ Cicero. 

Fragm. de fato bei Macrobius. _ Martial. Lib. XIII. epigr. 91. Ovid. Haleiut. 

Huso IV. Sturio II. Marsigli. Danubius Pannonico - Mysicus. T. IV. p. 35. tob, 11. Fig. 2. (AU.) 
IIuso III. Sturio I. Marsigli. op. eit. T. IV. p. 35. tob. 11. Fig. 1. (Jung.) 

Acipenser e cincreo flavo ctrosaceo varius. Rlein. Hist. Pisc. Miss. T. IV. p. 13. u. 4. tab. 1 . 
Acipenserquinqueordinibus ossium in acumenretro speetansassurgentium, qui 

corpus longitudinalitcr percurrunt et fere pentagonum redduntj rostro longo 

gracili, exterius ossc tanquam vagina obdueto. Rlein. op. cit. T. IV. p, 13. Nr. 3. 
Acipenser ordinibus 5. squamarum ossearum: intermedio ossiculis 15. Linne. Fauna, 

suecica. ed 1. p. 272. 
Sterleta: Acipenser rostro subulato, recto, diametro oris quadruplo longiore; 

cirris vixori propioribus; labiis integris. Güldenstaedt. Nov. Cotnm. Petrop. T.XVI.p. 533. 
Sterlet, de Rruyn. Reizen, over Moscovie door Persie en lndie.p. 93, tab. 33. 
Acipenser ruthenicus. Linne. Mus. Adolph. Frid. T I. p. 54. tab. 27. Fig. 2. <i£.28. Fig.l. Fauna 

suecica. ed. 2. p. 300. 
Acipenser ruthenus. Linne. Syst. nat. ed. XII. T. I. p. -103, Nr. 2. Der Sterlett. Gmelin. Reis. d. 

Russl. B. I. S. 142. B. III. S. 234. _ Wulff. Ichthyol, bor. p. 17 Nr 23. _ Gmelin. Linne. Syst. nat. ed. 

XIII. T. I. P. III. p. 1485. Nr. 2. _ (Der Sterlet oder Stierl). Rrandt und Ratzeburg. Medic. Zool.B.II. 

S. 21. Taf. IL F. 2. D. E. F. G. H. I. K. L. M. N. S. 353. 
Acipenser ruthenus minor, rostro elongato acuminato recto. Forster. Philos. Transact. Vol. 

LVILp.353. 
Acipenser Ruthenus (Der Sterljäd.) Lepechin. Tageb. e. Reis. d. versch. Prov. d. russ. Reich. B. I. S. 

154. Taf. 9. Fig. 1. 2. _ (Der Sterlet.) Bloch. [Oekon. Naturgesch. der Fische Deutschi. ed. 8. B. III. S. 

125. Tafel 89. _ ed. 4. B. III. S. 98. Taf .89. _ Schneider Bloch. Syst. ichthyol. p. 347. Nr. 2 Mül- 
ler. Linne's Natursyst. B. III. S. 290. _ (Sterlet.) Shaw. General Zoology. Vol. V. P. II. p. 376. tab. 

160. (Copie nach Bloch.) (Lc petit Esturgeon ou Sterlet.) Cuv. Regne anim. ed. 1. T. IL p. 142. ed. 

2. T. II. p. 379. (mit Ausnahme des Synonyms Flops veterum.) (Söreg.) Reisinger. Pisc. aquar. 

dule. Ilung. p. 90. Fitzinger. Prodi: e. Faun. v. Oesterr. Beytr. zur Landesk. Oesterr. B. I. S. 

339. _ Lovetzky. Nouv. Mein, de la Societ. d. Naturalist, de Moscou. T. III. p. 261. tab. 18. F. 2. (Jung.) 
Acipenser pygmaeus. Pallas. Zoograph, rosso - asiat, T. III. p. 102. tab. 16. 
Sturio Hungarorum Retsege. Grossinger. Hist. phys. regn. Hung. T. III. p. 93. 
Acipenser Sturio. Schrank. Fauna boiea. T. I. P. IL p, 805. (mit Ausnahme der Synonyme.) 
Acipenser strelet. D'Aubenton. Encycl. meth. 
L'A cipensere Strelet. Lacepede. Hist. nat. des Poiss. T. I. p. 435. 
Le strelet. Diction. class. T. VI. p. 318. 

Acipenser? Rrandt und Ratzeburg. Medic. Zool. R. II. S. 29. Note. (Alt.) 
Acipenser Ramensis. (Auf der Tafel Acipenser camensis.) Lovetzky. Diagn. Pisc. ad gen. aeipenserin 

pertin. Nouv. Mem. de la Societ. des Naturalist, de Moscou T. III. p. 262. tab. 16. Fig. 2. a. b. (Alt.) 

Schugurluk. Ralm. Gmel. _ Sugürlik. Ralm. Pall Jos-dsheri. Permec. Pall. Hölä. Assan und 

Co low. Pall. _ "Wadsik und Roja. Jurac. Pall. _ Rarei. Votjac. Pall Chyrri. Samojed. Pall. _ Ryrri, 

Rirre, Rorri und Nodok. Ostjac. Pall. Schodoki und Röldcchtschon. Tungus. Pall. Ok oder Ot. Ari nz» 

Pall. Oswei, Tschugae oder Tschuge, Tat. Pall. Gmel Tschüka. Armen und Georg. Fall Süga. Tsche- 
remi s s. Pall. Tschetschschüga und Sterled. Russ. Pall Restcheke. R a s c i a n. Marsigl. Retschegi. Ras- 

rian. Pall. Rccsiga. R a s c i a n. Fitz. Resteke. Hung." Pall Retschegi. Hung. Marsigl. Retsege. Hung. 

Grossing. _ Stjr. Slav. Grossing. Sterlet. Deutsch Grossing. Sterlet, Stür oder Störl, auch Stierl. Oc st er r. 

Literatur der Anatomie. 
Rölreuter« Nov. Conun. Petrop. T. XVI. p. 511. (Magen, Pancreas , Leber, Milz, Herz) tab. l'i.fig. 1—5, 

(Herz.) T. XVII. p. 521. tab. 10. Fig. 1_11. (Gehörorgan.) 
Rrandt und Ratzeburg. Medic. Zoolog. B. II. S. 24. 353. 355. Tafel 4. Fig. 1. 2. 4. (Skelet) 5. 6. 7. 8.9. 

(Eingeweide , Schwimmblase , Eier.) 
Beschreibung. Der Kopf ist ziemlich schmal, mit dem Leibe von gleichem Durchmesser und 
4V2 Mal in der ganzen Länge des Körpers enthalten. Er ist mit einer gewölbten, gegen den Rücken zu 
ziemlich stark ansteigenden Stirne, und einer langen, dünnen und schmalen, zugespitzten, abgeflachten 
pfriemenförmigen Schnauze versehen, welche fast gerade, an ihrer Spitze etwas abgestumpft, und 3%. 
Mal so lang ist, als der Querdurchmesser des Mundes. Den Scheitel decken sieben grosse, rauh und 



FITZINGER UND HECHEL, GATTUNG ACIPENSER. 28t 

sehr undeutlich gestrahlte, in ihrer Mitte erhabene, harte Knochenschilder und ein kleines, oft getheil- 
thes, flaches Zwischenschild, welche sehr dicht aneinander schliessen und nur wenige, mit Schleimdrü- 
sen ausgefüllte Zwischenräume zeigen; die Oberseite der Schnauze, mehrere kleinere, ähnlich gebildete, 
lange und schmale, sehr dicht an einander schliessende Knochenschildchen , welche bis an die Schnau- 
zenspitze reichen , gegen dieselbe in einander verschmelzen und die strahlige Textur ganz verlieren ; so 
dass die ganze Schnauze, wie aus einem einzigen rauhen, der Länge nach gefurchten Knochen, gebildet 
zu seyn scheint. Die beiden grössten, in der Mitte des Kopfes liegenden Scheitelschilder (Ossa parietalia), 
welche sich seitwärts an die Schläfenschilder (Ossa mastoidea) lehnen , sind die längsten und schmäl- 
sten. Ihre hinteren , zugespitzten Enden umfassen das kleinere , keilförmige , bis gegen die Hälfte vor 
ihrer Mitte eingeschobene Hinterhauptsschild (Os occipitale superius) und reichen bis über dessen Mit- 
telpunkt, indem sie sich an das obere Schulterschild (Os suprascapulare) lehnen; jnit ihren vorderen, 
gleichfalls zugespitzten Enden, umfassen sie das kleinere, längliche mittere Stirnschild (Os ethmoidcum) 
und dringen zwischen die eigentlichen Sürnschilder (Ossa frontalia prjncipalia) , aber nicht bis zu 
ihren Mittelpunkten vor. Die Mittelpunkte der Scheitelschilder stehen sehr genähert, und ihre Entfer- 
nung von einander ist 2 Mal in jener vom äusseren Rande der Schläfenschilder enthalten. Zu beiden 
Seiten der Scheitelschilder liegen die kürzeren , den Kiemendeckel begränzenden Schläfenschilder, welche 
sich mit ihren hinteren Enden an das obere Schulterschild, mit ihren vorderen an die hinteren und 
eigentlichen Stirnschilder (Ossa frontalia posteriora et principalia) reihen. Ihre Enden sind tief, beinahe 
gabelförmig eingeschnitten, und einige wenige, mit grauen Schleimdrüsen ausgefüllte Zwischenräume, sind 
an ihrer inneren Seite , zunächst der Scheitelschilder gelagert. Ihre Mittelpunkte stehen viel weiter nach 
vorwärts, als jene der Scheitelschilder, und ihre Entfernung von diesen, ist um die Hälfte grösser, als die 
Entfernung der beiden Mittelpunkte der Scheitelschilder voneinander. Die langen , schmalen , eigentlichen 
Stirnschilder, welche durch die vorderen Enden der Scheitelschilder, und durch den mittexen, oft getheil- 
ten Stirnschild gänzlich getrennt sind, schieben ihre hinteren Enden zwischen die Scheitel- und Schläfen- 
schilder ein, und reihen sich seitlich an die vorderen und hinteren Stirnschilder (Ossa frontalia anteriera 
et posteriora), von denen die hinteren, mit ihrem spitzen hinteren Ende in den Ausschnitt der Schläfcn- 
schilder passen. Die stark erhabenen Mittelpunkte der eigentlichen Stirnschilder sind viel weiter auseinan- 
der gestellt, als jene der Scheitelschilder, und bilden mit diesen, in der Mitte des Scheitels, eine ziemlich 
schmale, starke rinnenförmige Vertiefung , welche zwischen den Scheitelschildern mehr hervortritt. Das 
obere Schulterschild, welches den übrigen Kopfschildern ähnlich gebildet ist, ist von länglicher Gestalt, 
schliesst mit seinem vorderen spitzen Ende, dicht in den hinteren Ausschnitt der Schläfenschilder, mit sei- 
nem hinteren, meist mit einer eingreifenden Spitze an die Seiten des ersten Rückenschildes, und lehnt sich 
eben so dicht an den Hinterhauptsschild und die Scheitelschilder an. Das eigentliche Schulterschild (Os scu- 
pulare) gleicht einem ziemlich regelmässigen Dreiecke mit nach abwärts gerichteter Spitze, ist doppelt so 
gross , als die grössten Schilder der Seitenlinie und legt sich mit seinem geraden oberen Rande, nicht dicht 
an das obere Schulterschild an. Es ist rauh, und mehr unregelmässig gefurchet, als gestrahlet. Das Kie- 
mendeckelschild (Operculum) liegt am oberen Rande des Kieraendeckels, dem eigentlichen Schulterschilde 
gegenüber. Es bildet eine unvollständige Scheibe, von deren beiden nach vorwärts gekehrten Drittheilen der 
untere gänzlich mangelt, und der obere nur zur Hälfte vorhanden ist; ist rauh, und nur gegen die Brust- 
flosse zu deutlicher gestrahlet. Die Seitenschilder der Schnauze sind ziemlich dicht ineinander verschmolzen 
und haben nur sehr wenige Schleimdrüsen zwischen sich und den Schildchen , welche die Oberseite der 
Schnauze decken. Die ganze Unterseite der Schnauze, mit Ausnahme der Knochenleiste, ist sehr dicht mit 
solchen Schleimdrüsen übersäet. Auch um die Augen sind einige derselben, so wie zwischen den eigentli- 
chen und den vorderen und hinteren Stirnschildern gelagert. Höchst ausgezeichnet ist bei dieser Art die kno- 
chenleiste auf der Unterseite der Schnauze , welche sich von der Spitze derselben gegen die Rartfäden zu 
allmälig verschmälert und hier dreimal gänzlich unterbrochen wird; so dass sie nur in Gestalt von dn i 
knorpeligen Warzen erscheinet, von denen sich zwei vor den Bartfäden, und eine hinter denselben befindet. 
Bei getrockneten Exemplaren treten aber nur zwei dieser Warzen in der Gestalt von Knochenzähnen hervor; 
indem die erste, nur durch eine seichte Vertiefung getrennte , in die Knochenleiste verschmilzt. Die Bartlä- 
den sind dem Munde näher gestellt als der Schnauzenspitze, und ihre Entfernung von diesem beträgt nicht 

42 * 



282 FITZINGER UND HECKEL , GATTUNG ACIPENSER. 

ganz den dritten Theil der ganzen Schnauzenlänge. Sie sind ziemlich lang, an der inneren Seite, gegen die 
Spitze zu , mit sehr kleinen , fransenähnlichen Anhangen versehen , etwas zusammengedrückt und glatt. Die 
äusseren sind langer als die inneren , und reichen zurückgelegt bis zum Munde. Die mitteren stehen dem 
Munde etwas näher, und ihre Entfernung von den äusseren verhält sich zu ihrer eigenen Entfernung von- 
einander, wie 1 zu iy 2 . Der Mund ist nur von massiger Grösse und etwas schief gestellt; sodass der 
rechte Mundwinkel von der Schnauzenspitze entfernter steht, als der linke. Den knorpeligen Mundrand 
umzieht ein etwas fleischiger, schwach erhabener, faltiger Lippenwulst, welcher am Oberkiefer schmal, 
nur sanft eingebuchtet, aber keineswegs eingeschnitten oder getrennt, am Unterkiefer hingegen breit , und 
durch einen tiefen Einschnitt in der Mitte vollkommen getrennt ist ; dessen Hälften aber dicht aneinander 
stossen *). Die Augen sind klein, beinahe rnnd und von gleichem Durchmesser, und dieser ist 3V2 Mal in 
der Entfernung beider Augen voneinander enthalten. Sie sind so gestellt, dass der hintere Augenrand bei- 
nahe um die Hälfte des Durchmessers des Auges , vor der senkrechten Linie des vorderen Mundrandes zu 
stellen kommt. Die Iris ist gelb, bisweilen gelblich - silbern , oberhalb bräunlich. Die Nasenlöcher sind klein 
und eiförmig; die unteren, deren Grösse 3 / 5 des Augendurchmessers beträgt, sind flach; die oberen, wenig 
kleineren, von einem schwachen Wulste begränzet. 

Der Leib ist nicht besonders gestreckt , nur wenig höher als breit, und sein grösster Durchmesser 
ist 10 V* Mal in der ganzen Länge des Thieres enthalten. Er ist mit fünf Längsreihen schwacher, doch sehr 
nahe aneinander stellender Knochenschilder besetzt. Die Haut in den Zwischenräumen ist mit sehr kleinen, 
beinahe gleichgrossen , nach rückwärts kammförmig gezähnten Knochenschüppchen, welche auf dem Bauche 
zu kleinen rauhen Punkten werden , dicht übersäet. Auch sind die bei anderen Arten gewöhnlich glatten 
Stellen hiervon nicht ganz befreit. Die Zahl der Rückenschilder wechselt zwischen 11 und 14, nach Pal- 
las 2 ) und Gmelin 3 ) bis 15, nach Lepechin selbst *) bis 17. Ihre Basis ist sehr breit, bald herzför- 
mig, bald dreieckig, und nur das letzte Schild gegen die Rückenflosse zu ist rautenförmig. Sie sind strah- 
lenförmig gerippt und mit einer stark erhabenen, scharfen, glatten, schief aufsteigenden Schneide versehen, 
welche vor ihrem sie endigenden , nach rückwärts gekrümmten , spitzen , langen Haken , etwas ausgehöh- 
let ist. Das erste Schild ist das grösste und schliesst dicht an das Hinterhauptsschild an, mit welchem es 
eine fortlaufende Schneide bildet. Das fünfte, sechste und siebente, sind am höchsten gestellt. Übrigens sind 
alle Rückenschilder sehr dicht an einander gereihet, und je näher sie der Rückenflosse stehen, desto kleiner 
und schmäler werden sie. Bei ganz alten Thieren sind auch das zweite, dritte und vierte Schild kleiner als die 
drei folgenden. Zuweilen finden sich noch zwischen dem letzten Rückcnschilde und der Kückenflosse einige 
flache, unregelmässige Knochenschilder. Die Seitenlinie trägt 60 — 66, nach Pallas 5 ) bis 67, nach Lepe- 
chin 6 ) bis 70, sehr dicht aneinander gereihte, strahlenförmig gestreifte Knochenschilder, welche die 
Gestalt einer schiefen, langgezogenen Raute haben und mit einem scharfen Kiele versehen sind, der in 
eine nach rückwärts gerichtete Spitze ausgeht. Die Bauchschilder, 11 — 14, nach Gmelin 7 ) von 10 nach 
Brandt selbst s ) , bis 18 an der Zahl, sind etwas weiter auseinander gestellt, sehr klein, mehr oder we- 
niger herzförmig, gestrahlt, und mit einer nach rückwärts in eine kleine Spitze auslaufenden Schneide 
versehen. Zwischen dem After und der Afterflosse liegen 3 4 sehr lange und schmale, eiförmige, unbe- 
waffnete Schildchen. Der Raum zwischen der Rücken- und Schwanzflosse ist ohne Schildchen. Die Deck- 
schilder der Schlüsselbeine sind durch den starken Kiel höchst ausgezeichnet, und bei sehr alten Thieren 
kaum gestrahlet. Ihre Mittelpunkte stehen kaum entfernter, als die vorderen Stirn schilder, deren Entfer- 
nung nicht ganz % des grössten Leibesdurchraessers beträgt. 



x ) Bei trockenen und Weingeist- Exemplaren stehen die beiden Lippenhälften des Unterkiefers durch dieZusam- 
menziehung weit auseinander. 

2 ) Zoographia rosso - asiat. T. III, p. 105. 

3 ) Reise d. Russl. B. III. p. 234. 

4 ) Lepechin. Tageb. e. Reise d. versch. Provinz, d. russ. Reich. B. I. S. 154. 
s ) Pallas l, cit. p. 105. 

6 ) Lepechin Z. c. p. 154, 

7 ) Gmelin l. c. p. 234. 

8 ) Brandt und Ratzeburg. Medic. Zool. B.II. p. 23. 



FITZINGER UND HECHEL , GATTUNG ACIPENSER. 



283 



Brust-, Bauch- und Afterflosse sind langer als breit. Die Länjrc der ersteren übertrifft bei weitem 
den grössten Durchmesser des Leibes und ihr starker Knochenstrahl verliert sieh nur kurz vor ihrem Ende. 
Jene der Bauchflosse ist beinahe 2 Mal in der ^Entfernung der Schnauzenspitze vom vorderen Augenraude 
enthalten, eben so wie jene der Afterflosse in der Entfernung der Schnauzenspitze vom vorderen Mundrandc. 
Sie sind daher verhältnissmässig lang und schmal. Die Entfernung der Afterflosse von der Schwanzflosse 
kommt der Länge ihrer eigenen Basis gleich und ihr vorderer Rand steht der Mitte der Rückenflosse beinahe 
senkrecht gegenüber. Die Rückenflosse ist abhängig, stark ausgeschweift, und ihre Länge, welche die 
Breite ihrer eigenen Basis etwas mehr als zur Hälfte enthält, ist nur wenig kürzer als die Afterflosse. Die 
Schwanzflosse ist stark ausgeschweift, der obere Lappen derselben lang, schmal und sichelförmig zuge 
spitzt, der untere beinahe um die Hälfte kürzer, breit und spitz. Die hinteren Flossen haben jede zu 
Anfang ausser den gezähnelten Stützen ein sie deckendes schmales Schild. Die Brustflossen enthalten 1 star 
ken Knochenstrahl, keinen ungetheilten und 24 getheilte Gliederstrahlen; die Bauchflossen 9 Vorderstü- 
tzen und 13 getheilte Strahlen; die Afterflosse 9 Vorderstützen und 14 getheilte Strahlen; die Rücken- 
flosse 13 Vorderstützen und 28 getheilte Strahlen ; und die Schwanzflosse am oberen Lappen 33 , am unte- 
ren 13 Vorderstützen und 67 getheilte Strahlen. 

Der Obertheil des Thieres ist bräunlich, der Untertheil und dieKnochcnschilder sind von gelblichweis 
ser Farbe. 

Das Weibchen unterscheidet sich vom Männchen durch eine etwas niederere Stirne und eine verhält- 
nissmässig längere, auch an der Spitze dünnere und mehr nach aufwärts gebogene Schnauze *). 

Unterschiede der jüngeren Thiere. 

Ein Exemplar von einem Fuss. 
Die Schnauze ist etwas länger zugespitzt und sehr wenig nach aufwärts gebogen. Die Schilder des Ko- 
pfes sind noch nicht durch eine besondere Abgränzung gesondert, und ihre Strahlenfurchen ineinander flies - 
send; so dass jene von der Stirne kommenden bis zur Schnauzenspitze reichen, und ihre Vertiefungen sind 
mit einer schleimigen Haut überkleidet , welche unter der Luppe schwarz punktirt erscheinet. Die vier er 
habenen Mittelpunkte in der Mitte des Scheitels stehen ziemlich in gleicher Entfernung voneinander. Der 
grösste Durchmesser des Leibes ist 10 Mal in der ganzen Körperlänge enthalten. Die 12 Rückenschildev 
stehen sehr gedrängt und von ihren scharfen sie endigenden Dornen , ragt der erste mehr gerade stehende. 
über die anderen hervor. 59 kleine, aber scharf bedornte und gegen den Schwanz zu gefranste Seitenschil 
der stehen so dicht aneinander, dass sie sich zu decken scheinen. Eben so dicht stehen die gleichfalls scharf 
bedornten Bauchschilder. Die Brustflosse ist fast noch ein Mal so lang als der grösste Durchmesser des Lei 
bes. Sie enthält nebst dem starken Knochenstrahle, 3 ungctheilte Strahlen. Die Schwanzflosse ist wie bei den 
Alten ausgeschweift. 



Ausmass der einzelnen Theile. 

Totallänge 1 

Länge des Kopfes bis zum unteren Winkel des Schulterschildes .....' 

Breite des Kopfes am obersten Bande der Kiemenspalte 

Breite des Kopfes zwischen den Augen 

Höhe des Kopfes über den Augen 

Länge der Schnauze bis zum hinteren Augenrande 

Länge der Schnauze bis zum vorderen Mundrande 

Breite der Schnauze über den Bartfäden — 

Höhe der Schnauze über den Bartfäden 

Länge der äusseren Bartfäden • • 

Entfernung der mitteren Bartfäden von der Schnauzenspitze — 

Entfernung der mitteren Bartfäden vom vorderen Mundrandc — 



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*) Brandt und Katzcburg. Medic. Zool. B. IL S. 28. 



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28* FITZIKGER UND HECHEL , GATTUNG ACIPENSER. 

(,)uerdiirchmesscr des Mundes __' _" 8V 2 '" 

Grüsster Durchmesser des Leibes ' 1" 7'" 

Geringster Durchmesser des Leibes ) . ' (' 7'" 

Länge der Brustflossen __' 2" 3'" 

Breite der Brustflossen __' __" 9'" 

Länge der Baucliflossen _' _" 11'" 

Breite der Bnuchflosscn ' . . . . _' _" 9'" 

Länge der Afterflosse _' 1" 1'" 

Breite der Afterflosse __' " 11'" 

Länge der Rückenflosse ' " 11' 

Breite der Rückenflosse _' 2' 

Länge des oberen Lappens der Schwanzflosse _' 3" 7' 

Länge des unteren Lappens der Schwanzflosse ' 1" 11'" 

Der Sterlet ist in der alten Welt zu Hanse; aber eine der verbreitetsten Arten in derselben. Sein 
Hauptwohnsitz sind das schwarze und azoVsche Meer und der caspische See, von wo aus er 
in die sich dahin ergiessenden Flüsse aufsteigt. Aus dem schwarzen Meere zieht er in die Donau 
und von dieser in die Save und Drau, und durch die Theiss bis in die Saraosch undMarosch; 
eben soindieWaag; ferners in den Dnicper und Dnieste r. Aus dem azo w's chen 31 e e r e gelaugt 
er in den Don, und aus dem caspischen See durch die Wolga bis in die K a m a und Oka; ferners 
in den Ural, dieEmba, den Sifidrud, dieKuma, Swidura, den Koisu und Samur, und wahr- 
scheinlich auch in den Terek und den K 11 r, wiewohl Güldenstädt *) sein Vorkommen in diesen bei- 
den letzteren Flüssen läugnet. Nicht minder ist der Sterlet im arktischen Oceane heimisch; von 
welchem er in den Ienisey und durch den Ob in den Irtisch und den Tom hinaufzieht. Auch soll er 
im Baikal-See sich finden und den Flüssen, welche sich dahin ergiessen, als der oberen Angara, der 
Selenga und dem Bargusin. Sehr zweifelhaft ist sein Vorkommen in der Ost-See 2 ), welche Angabe 
sehr wahrscheinlich auf einer Verwechslung mit A. S t u r i o im jugendlichen Zustande beruhet. In den L a- 
doga-See und die Newa wurde er erst in neuerer Zeit durch Fischer gebracht, welche daselbst Schiffbruch 
litten. Friedrich der Grosse Hess ihn in den Madui-See in Pommern, so wie in den K ü s t r i- 
ner Stadtgraben, und Friedrich der Erste, König von Schweden, in den Mälar-See, oder wie 
Pallas gegen Linne behauptet, in den Hamarby-Se e verpflanzen. 

Die Verbreitung des Sterlets reicht daher vom 32. bis zum 130. Grade östlicher Länge , und vom 
35. bis zum 70. Grade nördlicher Breite. 

Er macht eben so wie die anderen Stör -Arten seine Wanderungen in die Flüsse und erscheint daselbst 
ungefähr gleichzeitig mit dem Güldenstädt'schen Stör; also später als der Hausen und früher als 
der Stern stör. Vorzüglich liebt der Sterlet weichen Grund und soll nach Marsigli im Frühjahre ins 
Meere wandern und im April laichen. Er ist eine der sehr wenigen Arten dieser Gattung, welche auch im 
ganz jugendlichen Zustande in Flüssen getroffen werden. 

Er wird selten über zwei Fuss , nach Güldenstädt 3 ) bis drei Fuss lang. Ein Sterlet von 2% Fuss 
wiegt ungefähr sechs Pfunde. Er kann daher höchstens ein Gewicht von acht Pfunden erreichen; und es ist 
unbegreiflich, wie Pall as 4 ) von einem Gewichte von 15 20 Pfunden sprechen kann , das er dem Ster- 
let zuschreibt. Dass seine Angabe 5 ) von vier Fuss langen und 229 Pfund! schweren Sterleten, welche als 
Seltenheitim Tom vorkommen sollen, eine andere Art, wahrscheinlich A. Güldenstä dtii betreffe, ist 
ausser allem Zweifel; doch auch hier beruhet die Angabe des Gewichtes offenbar auf einem Irrthume. 

In der Donau findet er sich regelmässig nur bis Wien, steigt aber auch nicht selten bis über Pas- 
sau auf. Im Jahre 1673 wurde ein Exemplar selbst bei Stepperg in Baiern gefangen 6 ). Der Sterlet 



*) Güldenstädt Reis. B. I, p. 173. u. Nov. Comment. Petrop. T. XVII. p. 318. 

2 ) Bloch Naturg. d. Fisch. Deutscht. B. III. p. 126. _ Wulff. Ichth. p. 17. 

3) Güldenstädt Nov. Comment. Petrop. T. XVII. p. 518. 
*) Pallas Zoogr. rosso -asiat. T. III, p. 104. 

5) Pallas I.e. p. 104. 

6 ) Schrank. Fauna boiea. T. I. P. IL p, 306. 






FITZINGER UND HECKEL, GATTUNG AGIPENSER. 285 

wird häufig in Ungarn und Oesterreich gefangen und nach Wien zu Markte gebracht; nie aber über 
7 und meist nur unter 3 Pfunden. Seine gewöhnliche Grösse ist 14 — 16 Zoll. Ganz junge gehören zu den 
grösstcn Seltenheiten. 

Das kaiserl. zoologische Museum zu Wien besitzt eine Reihe von Exemplaren von 4" bis 2' 4" Lange. 

Acipenser Aleuten sis. Fitz. 

Corporis latera grisea , areis nigris transversim liturata , alboque maculata. Abdomen al- 
bum. Caucla flava. Cirri anteriores crocei, posteriores albi. 

Acipenser rutheno affinis. Pallas. Zoograph, rosso-asiat. T. III. p, 107, (Nach dem Manuscripte 

von Merk.) 
Acipenser? (dem Sterlet ähnlich.) Brandt und Ratzeburg, Medic, Zool. B. II. S. 25. Note. 
Roshadang- witsch. Aleut. Pall. 

• Beschreibung. (Nach Merk bei Pallas.) Die Iris ist gelblich-silbern, mit einem braunen Strei- 
fen zu beiden Seiten , vor und hinter der Pupille. 

Der Leib ist mit fünf Längsreihen von Knochenschildern besetzt. Die Zahl der Rückenschilder beträgt 
13 15, jene der Seitenschilder 60 62, und die der Bauchschilder 14 — 16. Zwischen dem After und der Af- 
terflosse befinden sich 1 3 , ja selbst 10 Schildchen, 

Der Körper ist an den Seiten grau , der Quere nach mit schwarzen Ringen und weissen Flecken be- 
setzt. Der Untertheil ist weiss , der Schwanz gelb. Die vorderen Bartläden sind safTrangelb , die liinteren 
weiss. 

Der aleutische Stör gehört wahrscheinlich nur der neuen Welt an, wo er sich in der JNordsee an 
den Küsten der aleu tischen Inseln im Westen von Amerika findet. 

Die Exemplare, nach welchen Merk seine Beschreibung entwarf, wurden in einer Bucht der Insel 
Canaga gefangen. 

Seine Verbreitung mag sich daher auf den 190. — 220. Grad östlicher Länge und den 50. bis 60. Grad 
nördlicher Breite beschränken. 

Acipenser maculosus. Le Sueur. 

Rostrum valde longum , antice rotundatum. Cirri ori propiores, quam apici rostri. Os 
magnum. Scuta dense adposita. 

Junges Thier: Bauchschilder stark. 

Acipenser maculosus, Le Sueur. Transactions of the americanphilosoph. Society hell at Philadelphia 
New - Series. Vol.I. p. 393. _ Cuvier. Regne anim. ed. 2. T. II. p. 880. Note. _ (Gefleckter Stür.) 
Brandt und Ratzeburg. Medic. Zool. B. II. S. 28. Note. — Lovctzky.Diagn.Pisc.adgen. acipenserin. per* 
tin. Nouv. Mem. de la Socie't. des Naturalist, de Moscou. T. III. p. 257. 
Accipenser maculosus. {Spotted Sturgeon.) Rafinesque. Ichthyolog. Ohiens. p. 79. 
Beschreibung. (Nach L e Sueur und Rafinesque.) Der Kopf ist 4 Mal in der ganzen Länge 
des Körpers enthalten, zwischen den Augen breit und vertieft, und mit einer sehr langen, vorne abg< run- 
deten Schnauze versehen. Die Knochenleiste auf der Unterseite der Schnauze ist schwach. Die Bartfäden 
stehen dem Munde näher als der Spitze der Schnauze und sind gleichweit von einander entfernt. Der Mund 
ist gross. Die Augen sind gross und länglich. Die Iris ist gelb. Das obere Nasenloch ist klein und länglich, 
das untere grösser und länger. 

Der Leib ist mit fünf Längsreihen von Knochenschildern besetzt , welche sehr nahe aneinander gerei- 
het sind. Die Haut in den Zwischenräumen ist mit kleinen, nach hinten zu spitzen, einzeln oder gruppen- 
weise stehenden Rauhigkeiten bedeckt. Die Rückenschilder, 13 an der Zahl, sind beinahe dachziegelartig 
übereinanderliegend, rauh und gestrahlt, und mit scharfen, nach rückwärts in eine Spitze ausgehenden 
Kielen versehen. Die Seitenlinie besetzen 33 35 ähnliche Knochenschilder; den Bauch 10, von ansehnli- 
cher Grösse und derselben Bildung , welche jedoch sehr genähert stehen und von denen die beiden ersten 
in eines verbunden sind. 

Die Brustflossen sind gross und breit. An der Basis der Bauch-, After-, Rücken- und Schwanzflosse 



286 FITZINGER UND HECHEL, GATTUNG ACIPENSER. 

befindet sich ein einfacher Schild. Die Brustflossen enthalten 45 48, die Bauchflossen 30 35, die Afterflosse 

25 , und die Rückenflosse 45 Strahlen. 

Das Thier ist röthlich - olivenfarben mit schwarzen Flecken. Die Enochcnschilder 6ind von derselben 
Färbung. 

Der gefleckte Stör gehört ausschliesslich der neuen Welt an, wo er aus dem atlantischen 
c e an e durch den mexicanischen Meerbusen in den Ohio steigt. 

Seine Verbreitung scheint sich nur auf den 280. bis 300. Grad östlicher Länge und den 24. bis 40. Grad 
nördlicher Breite zu beschränken. 

Seine Lebensweise ist unbekannt; man weiss nur, dass er sowie die anderen Störarten, und zwar 
auch selbst im jugendlichen Zustande in die Flüsse zieht. 

Er soll nicht über 2 Fuss lang werden, und ist überhaupt selten. 

Das Museum der Akademie der Naturwissenschaften zu Philadelphia besitzt 2 Exemplare, von 7" 
6'" und 14" 6'" Länge. 



Acipenser oxyrhynchus. MitchilL 






Rostram longum , acutum. Os parvum. Scuta fere dense adposita. 
Altes Thier: Bauchschilder stark. 
Acipenser oxyrinchus, (Sharp - nosed Sturgeon.) Mitchili. Transactions of theliterary and philosoph. 

Society of New - York. Vol.I. p. i62. — Le Sueur. Transactions of the american philosoph, Society 

helt at Philadelphia. New - Series, Fol, I. p. 394. 
Accipcnser oxyrinchus. Rafinesqne. Ichthyolog Ohiensis.p. 79. 
Acipenser oxyrhynchus. Cuvier. Regne anim. ed. 2. T. II. p. 880. Note. Lovetzky. Diagn, Pisc. ad 

gen, aeipenserin, pertin. Nouv, Mim, de la Societ. des Naturalist, de Moscou. T. III. p. 257. 
Acipenser oxyrrhynchus. (Der spitzschnauzige Stör) Brandt u. Ratzeburg. Medic.Zool. B, IL S. 28 Note 

Beschreibung. (Nach Mits chill und Le Sueur.) Der Kopf ist ungefähr 4 Mal in der ganzen 
Länge enthalten, doch verhältnissraässig etwas kürzer als bei A. maculo s us, und mit einer spitzen Schnauze 
versehen. Den Scheitel decken grössere Knochenschilder, die Oberseite der Schnauze kleine Knochens child- 
chen. Die Knochenleiste auf der Unterseite der Schnauze ist stark. Der Mund ist eng. Die Augen sind kleiner 
als bei A. m a c u 1 o s u s. Die Iris ist golden. 

Der Leib ist mit fünf Längsreihen von Knochenschildern besetzt, welche ziemlich nahe aneinander 
gereihet sind. Die Haut in den Zwischenräumen ist rauh , durch kleine kristallähnliche Knochenspitzen, 
welche nach rückwärts gerichtet sind. Die Zahl der Rückenschilder ist 10. Sie sind strahlenförmig gerippt, 
gekielt, und enden nach rückwärts in eine Spitze. Die vorderen und hinteren nehmen allmälig gegen die 
Mitte des Rückens an Grösse zu; die drei mittelsten sind am grössten. Die Seitenlinie trägt 25 Schilder, 
welche eben so Avie die Rückenschilder gestrahlt, und mit einem nach rückwärts in eine Spitze endenden 
Kiele versehen sind. Die Bauchschilder, 9 an der Zahl, sind den Rückenschildern ganz ähnlich gebildet. 

Die Brustflossen sind klein. An der Basis der Bauch-, Rücken- und Schwanzflosse befindet sich ein 

doppelter Schild. Die Brustflossen enthalten 36 38, die Bauchflossen 28 30, die Afterflosse 23 25, und die 

Rückenflosse 38 Strahlen. 

Die Farbe des Rückens ist gelblich -olivengrün, jene des Bauches weiss. Unter jedem Schildchen der 
Rücken- und Seitenreihe befindet sich ein schwarzer Fleck. 

Der spitzschnauzige Stör ist ein Bewohner der neuen Welt. Er gehört dem atlantischen 
Oceane an, und steigt aus demselben in den Delaware und Iluds onsfluss. 

Er scheint nur zwischen dem 300. und 310. Grade östlicher Länge , und dem 35. und 45. Grade nörd- 
lich er Breite vorzukommen. 

Von seiner Lebensart ist nichts weiter bekannt, als dass er in die Flüsse zieht. 

Er soll eine Grösse von 5 Fuss erreichen. Seine gewöhnliche Grösse beträgt 3 4 Fuss. 

Er scheint sehr häufig zu seyn, denn er wird jährlich in Menge nach Albany zu Markte gebracht. 



FITZINGER UND HECKEL , GATTUNG ACIPENSEB. 287 

III. Abtheilung: Helopes. 

Scuta dorsalia antice declivia, postice altissima, in acumen de sine n- 
tia, ad basin acuminis usque aperta. Cutis squamulis osseis parvis et 
majusculis, pectinatis, et scutulis majoribus stellulatis obtecta. Cirri 
simplices. Labium inferius incontinuura, seu labii solaque rudimenta 
in utroque oris angulo. 

Acipenser stellatus. Pallas, 

Tab. XXVI. Flg. 6. Tab. XXX. Flg. 13—14. 

Centra scutorum temporalium a rostri apice magis reraota, quam centra scutorum parieta- 
lium. Cirri reclinati oris marginem miniine attingentes. Labium superius sinuatum, incisura null«. 
Oculi magnitudine inaequales, sinister multo minor. Centra scutorum claviculas tegentium minus 
remota , quam centra scutorum frontalium anteriorum. 

(Stirne gewölbt, massig ansteigend. Schnauze sehr lang , schwertförmig, schmal, spitz. Bartfaden 
von der Schnanzenspitze viel entfernter stehend als vom Munde. Mund massig. Erstes Rückenschild von 
dem Hinterhauptsschilde entfernt. Bauchschildcr stark.) 
Altes Thier: Schilder weit voneinander entfernt. 
Junges Thier: Schilder dicht aneinander stehend. 

'EXXo^, Aristoteles. Hisl. animal. L. II. c. 13. Dorion , bei Athenaeus. L. VII. 

EIops. Ovid. Halieut. v. 132. _ Columella. Lib. VIII. 0, 16. — Aelian. Lib. VIII. c. 28. — Plinius. Hisl. tut. 

Lib. XXXII. c. 54. 
Elops Rhodius. Varro. Lib. II. c. 6. _ Gellius. Lib. VII. c. 16. 

lluso VI. Antaceus rostratus. Marsigli. Danubius Paanonico - Mysicus. T. IV. p. 37. ta 1 ». 12. /7g. 2. 
Acipenser, rostro graciliori et longiori, ad sextam partem suac extensionis 5 dorso ossium ordine serrato •, 

in ventre ossibus carens, ad shnilitudinem praecedentis (seil. A. Güldcnstaedtii) stellatus. Klein. Jlist. 

Pisc. 3Iiss. T. IV. p. 14. Nr. 7. 
Scurug'a: Acipenser rostro spatulato subrecurvo , diametro oris transverso scxtuplo longiorc, cirris ori 

propioribus , labiis integris. Güldenstaedt, Nov. Comm. Petrop. T. XVI. p. 533. 
Die Sewrjuga, Lepecliin. Tageb. e. Reis. d. versch. Prov. d. }-uss. Reich. B. I. S. 156. Tu f. 10. Fig. 1. 2. 
Acipenser stellatus. Pallas. Reise. B. I. S. 131 und Anhang S. 460. Nr. 20. Gmelin. Linne. Syst. 

nat. ed. XIII. T. I. P. III. p. i486. Nr. 5. (Mit Ausnahme der Varietät ß.). _ Schneider. Bloch. Syst. 

Ichthyol. />. 348 Nr. 5. (Stellated Sturgeon.) Shaw. General Zoology. Vol. V. P. II. p. 378. (mit Aus- 
nahme des Synonyms: Acipenser Koster.) (Sircg tsillagos.) Keisinger. Pisc. aq. dulc. Ilungar. />■ 

92 Fitzinger. Prodr. e.Faun. v.Oestcrr. Beiträge z. Landeskunde Oeslerr. ß. I. S. 3i0. (Gesternter 

Stör.LangrüssIiger Stör. Scherg.) Brandt und Ratzeburg. Medic. Zool. B. II S. 25. Tafel 3. Fig. 3. G. 

H. I K. L. S. 351. 352. Lovetzky. DLign. Pisc. ad gen. aeipenserin. perlin. N.mv. Mcin.de laSocict. des 

Naturalist, de Moscou. T. III. p. 262. Tab 13. Fig. 1, und 1. a. (Jünger.) 
Acipenser stellatus donensis. (Auf der Tafel Acipenser donensis.) Lovetzky. Diagn. Pisc. ad geh. 

aeipenserin. pertin. Nouv. Mein, de laSocict. des Naturalist, de Moscou, T. III. p. 2G3. Tab. 19. Flg. 1. 

(Sehr alt.) 
Acipenser II elops Pallas. Zoograph, rosso - asiat. T. III. p. 97. 
Acipenser helops. (Le Scherg des Allemands , S e vre j a des Kusses.) Cuvier. Regne anLii. cd. 2. 

T. II. p. 380. 
Acipenser rostro acuto corpore tuberculis spinosis aspero. Kramer. Elenchus Plant, et Animal. Auslr. p. 

3S3. Nr. 3. (Mit Ausnahme der Synonyme von Gesner, Aldrovand, YVilloughby , llajus und Liane.) 
Acipenser Sturio, Mcidinger. Icon.Pisc. Auslr. Dec.V. (Mit Ausschluss aller Sy lonymc bis auf jenes von 

Kramer.) 
Lausa Georgia nis, Kilische balyk Turcarum. La Moltrayc. Hin. T. II. p. 8*. 
Acipenser Hungarorum Sörcg. Grossinger 1Iist.pliys.regn. Ifung. T. HI. />. 88- 
L'Acipensere etoilc. Lacepede. Ilist. nat. des Poiss. T. I. />. 439._ Diction.class. d'liist. n.it. T. VI. p. 318 
L'Acipensere Seuruga. üiction. class. d'hist. nat. T. VI. p. 318. 
Acipenser rostratus. Hechel. Mscpt. 

13 



w. 

288 FITZINGER UND HECHEL , GATTUNG ACIPENSER. 

Monstrosität mit besonders stark entwickelten Haken. 

Varietas Acipenseris stellati oppido rara descripta. Lepechin. Nova Acta Academ. Petropol. T. IX. Ilist. p. 35. 

Tab. A. 
Acipenser Rateeburgii. (Der Ratzcburg'sche Stör.) Brandt und Ratzeburg. Medic.Zool. B. II. 5.351. Tafell.a. 

Fig. 3. S. 352. 
Zoochul. Kalm. Gmel. Tshuochul , Zoochur und Zachur. Kalm. Pull. Dsümchi oder Dshügi. Ar- 
men, und Georg. Pall Lausa. Georg. Palt. Rilische balyli. Türk. Fall Siurink. Tatar. Gmel. _ Sy- 

ryk. Tat. Pall. Sewrjuglia und Pestrugha. Russ. Pall. Pasterma. Rascia n. Fitz. Schereghi. Rascian. 

Pall. Schereck. Hung. Pall. Söreg oder Söregc. Hung. Grossing. Sclierk oder Scherg , Schirk oder 

Schirnkl. Oesterr. Fitz. Schörgel, Sternhausen, Schitznasen und Lachsstöhr. Deutsch. Grossinger. 

Literatur der Anatomie. 

Marsigli Danubias Pannonico- Mysicus. T. VI. tob. 21. Fig. 3. 4. (Magen.) Fig. 6. (Herz.) 

Pallas Zoographia rosso- asiat. T. III. p. 102. 

Brandt und Ratzeburg. Medic. Zool. B. II. S. 27. 353. 354. Tafel. 1. Fig. H. (Schädel.) 

Be Schreibung. Der Kopf ist ziemlich schmal, mit dem Leibe von einerlei Durchmesser und 4% 
Mal in der Totallänge des Körpers enthalten. Er ist mit einer gewölbten , gegen den Rücken zu massig an- 
steigenden Stirne und einer sehr langen , dünnen und schmalen, zugespitzten, abgeflachten, schwertförmigen 
Schnauze versehen, welche schon von ihrer Basis an etwas nach aufwärts gebogen, an ihrer Spitze abge- 
stumpft und 5 Mal so lang ist , als der Querdurchmesser des Mundes. Den Scheitel decken sieben grosse, 
rauh und regelmässig gestrahlte, in ihrer Mitte stark erhabene, harte Knochenschildcr und ein kleines, oft 
getheiltes, flaches Zwischenschild, welche sehr dicht aneinander schliesscn und fast gar keine Zwischen- 
räume zeigen ; die Oberseite der Schnauze , mehrere kleinere ähnlich gebildete längere und schmälere, sehr 
dicht aneinander schliessende Knochenschildchen, welche bis an die weiche Schnauzenspitze reichen, gegen 
dieselbe an Grösse abnehmen , aus ihren Mittelpunkten zartere Knochenstrahlen senden und nur gegen den 
Schnauzenrand einige Schleimöffhungen zwischen sicli haben. Die beiden grössten , in der Mitte des Kopfes 
liegenden Scheitelschilder (Ossa parietalia), welche sich seitlich an die Schläfenschildcr (Ossa mastoidea) 
reihen, sind die längsten und schmälsten. Ihre hinteren abgerundeten Enden, welche sich an das obere Schul- 
tcrschild (Os suprascapulare) lehnen, umfassen das kleinere, keulenförmige, bis über die Hälfte vor ihrer 
Mitte eingeschobene Hinterhauptsschild (Os occipitale superius) und reichen so weit als dasselbe; mit ihren 
vorderen , schief zugespitzten , längeren Enden , umfassen sie das kleinere , längliche mittere Stirnschild 
(Os ethmoideum) und dringen zwischen die eigentlichen Stirnschilder (Ossa frontalia prineipalia) bis auf 
die Hälfte ihrer Länge und zu ihren Mittelpunkten vor. Die Mittelpunkte der Scheitelschilder stehen genä- 
hert, und ihre Entfernung voneinander ist 1% Mal in jener vom äusseren Rande der Schläfenschilder ent- 
halten. Zu beiden Seiten der Scheitelschilder liegen die kürzeren, an den Kiemendeckel grunzenden Schlä- 
fenschilder, welche sich mit ihren hinteren Enden an das obere Schulterschild, mit ihren vorderen an die 
hinteren und eigentlichen Stirnschilder (Ossa frontalia posteriora et prineipalia) reihen. Ihre Enden sind 
tief eingeschnitten und ihre Mittelpunkte stehen etwas weiter zurück, als jene der Scheitelschilder. Die Ent- 
fernung dieser, beinahe am äusseren Rande der Schläfenschilder liegenden Mittelpunkte, von jenen, be- 
trägt mehr als l l / 5 der Entfernung der Mittelpunkte der Scheitelschilder. Die langen , schmalen eigentlichen 
Stirnschilder, welche durch die vorderen Enden der Scheitelschilder und durch den mitteren, getheilten 
Stirnschild gänzlich getrennt sind, schieben ihre hinteren Enden zwischen die Scheitel- und Schläfenschil- 
der ein, und reihen sich seitlich an die vorderen und hinteren Stirnschilder (Ossa frontalia anteriora et po- 
steriora), von denen die hinteren, besonders grossen, welche durch einige mit Schleimdrüsen ausgefüllte 
Zwischenräume von ihnen getrennt sind, mit ihrem hinteren Ende in den Ausschnitt der Schläfenschilder 
passen. Die stark erhabenen Mittelpunkte der eigentlichen Stirnschilder sind weiter auseinander gestellt, 
als jene der Scheitelschilder, und bilden mit diesen, in der Mitte des Scheitels, eine ziemlich breite, starke, 
rinnenförmige Vertiefung, welche zwischen den Scheitelschildern mehr hervortritt. Das obere Schulterschild, 
welches den Kopfschildern ähnlich gebildet ist, ist von länglicher Gestalt und sendet aus seinem, ganz am 
äusseren Rinde gelegenen Mittelpunkte, einen sich ausbreitenden Lappen gegen das erste Rückenschild hin- 
auf. Es ist von diesem, M'ic vom Hinterhauptsschilde und den Scheitelschildern, durch einen breiten, mit 



FITZINGER UND HECHEL , GATTUNG ACirENSER. 



389 



unregelmässigen kleinen Knochenpunkten und Schleimdrüsen ausgefüllten Zwischenraum getrennt, schlicsst 
aber mit seinem vorderen, schmalen Ende, dicht in den hinteren Ausschnitt der Schläfenschilder. Das 
eigentliche Schulterschild (Os scapulare) gleicht einem langgezogenen Dreiecke , mit abwärts gerichteter 
Spitze, dessen gegen die Brustflosse gerichteter Winkel weiter als bei anderen Arten ragt. Es übertrifft die 
grössten Schilder der Seitenlinie 1% Mal an Umfang, legt sich mit seinem geraden oberen Rande nicht 
dicht an das obere Schulterschild an, und zeigt nur wenige, grobe Strahlen. Das Kiemendeckelschild (Oper- 
culum) liegt am oberen Rande des Kiemendeckels , dem eigentlichen Schulterschilde gegenüber. Es bildet 
eine unvollständige Scheibe, von deren beiden nach vorwärts gekehrten Drittheilen der untere gänzlich 
mangelt, und der obere nur zur Hälfte vorhanden ist; ist aber im Allgemeinen mehr ausgebildet, als bei 
anderen Arten. Aus dem Mittelpunkte dieser Scheibe, welche, wie die übrigen Kopfschilder, sehr regelmäs- 
sig und bis in ihre Mitte gestrahlet ist , ziehen sich einige grössere und stärkere Strahlen nach auswärts 
gegen den Augenwinkel zu. Die Seitenschilder der Schnauze schliessen dicht aneinander und werden nur 
durch wenige Schleimdrüsen von den Knochenschildchen, welche die Oberseite der Schnauze decken, ge- 
trennt. Zahlreiche , sehr dicht gereihte graue Schleimdrüsen bedecken beinahe die ganze Unterseite der 
Schnauze. Sie beginnen ungefähr einen Zoll weit von der Spitze derselben und reichen bis zu einem kleinen 
Halbkreise vor der Oeffhung des Mundes. Nur die Gegend um die Bartfäden und die Knochenleiste auf der 
Unterseite der Schnauze sind von denselben frei. Auch am innern Saume der unteren Augenrandknochen 
sitzen einige wenige kleine Schleimdrüsen. Die glatte, weit vorstehende keulenförmige Knochenleiste der 
Unterseite der Schnauze entspringt vor den Bartfäden, und -wird gegen die Spitze der Schnauze immer dicker 
und breiter; so dass sie beinahe die ganze Breite der Schnauze einnimmt und sich sodann mit der weichen 
Knorpelspitze derselben vereiniget. Die Bartfäden stehen dem Munde viel näher als der Schnauzenspitze und 
ihre Entfernung von dieser beträgt etwas mehr als das Doppelte ihrer Entfernung vom Munde. Sie sind kurz, 
einfach, ohne Anhänge, rundlich und glatt, und zeigen einen eiförmigen Durchschnitt. Die äusseren sind 
etwas länger als die inneren und reichen zurückgelegt nur bis zur Hälfte ihrer Entfernung vom Munde. Die 
mitteren stehen der Mundöffnung etwas näher und ihre Entfernung voneinander ist nocli ein Mal so gross, 
als die Entfernung der äusseren von den mitteren. Der Mund ist nicht sehr gross und etwas schief gestellt; 
so dass der linke Mundwinkel der Schnauzenspitze näher steht. Er wird durch einen schmalen , flachen, 
aber festen, knorpeligen Lippen -Wulst begränzet, der am Oberkiefer sanft eingebuchtet, aber nicht ge- 
trennt, noch eingeschnitten, am Unterkiefer hingegen vollkommen getrennt ist; so dass nur zu beiden Sei- 
ten desselben nächst der Mundwinkel, Rudimente dieses Wulstes sichtbar sind. Die Augen sind klein, eiför- 
mig und von ungleichem Durchmesser. Das rechte Auge ist stets um l / 7 grösser als daslinke, und der Durch- 
messer dieses ist 5V 2 Mal in der Entfernung beider Augen voneinander enthalten. Ihr hinterer Rand stellt 
um den halben Durchmesser des Auges vor der senkrechten Linie des vorderen Mundrandes. Die Iris ist 
gelb; nach Pallas l ) und Brandt 2 ) silbern. Die unteren Nasenlöcher sind länglich und von der Grösse 
des linken Auges; die oberen, bei weitem kleineren sind rund und mit einem fleischigen, hervorstehenden 
Wulste versehen. 

Der Leib ist sehr gestreckt, eben so hoch als breit, und sein grösster Durchmesser ist 12 Mal in der 
ganzen Körperlänge enthalten. Er ist mit fünf Längsreihen ziemlich starker, weit voneinander entfernt ste- 
hender Knochenschilder besetzt. Die Haut in den Zwischenräumen ist mit sehr kleinen, M'enig erhabenen, 
kammförmigen Knochenschuppen unregelmässig besäet, welche gegen die Brustflossen zu grösser werden 
und zAvischen der Rücken- und Seitenschilder - Reihe in grössere , zerstreut stehende , sternförmige Kno- 
chenschuppen übergehen , welche eine verworrene Reihe bilden. Hinter den Brustflossen stehen diese Stern- 
schuppen meist am dichtesten und erreichen bisweilen selbst die Grösse der vorderen Bauchschilder. Auf 
dem Bauche sind diese kleinen Knochenschüppchen weit regelmässiger gebildet und vertheilet , und es zieht 
sich häufig in der Mitte desselben, von der Brust «in bis zur Aftergegend, eine scharfbegränzte Reihe der- 
selben, welche jedoch beim Weibchen minder ausgezeichnet ist. Zuweilen findet sich auch zu beiden Seiten 
der Bauchschilder eine zweite Reihe , diesen sehr ähnlicher, und ihnen an Grösse fast gleich kommender 



*) Pallas Zoograph, rosso-asiat. Tom. III. p. 99. 
2 ) Brandt und Ratzeburg. Mcdic. Zool. B. II. p. 26, 



43 



290 FITZINGEB. UND IIECKEL , GATTUNG ACIPENSER. 

Stcrnsehuppen. Die Unterseite der Schnauze , so wie die Gegend um die Augen und Nasenlöchor ist glatt. 
Die keineswegs gedrängt stehenden Riickenschilder ändern an der Zahl zwischen 12 und 15, nach Lepe- 
cliin his 16 *)'. Ihre Basis ist meist herz- oder rautenförmig. Sie sind strahlenförmig gerippt und mit einer 
stark erhabenen , etwas coneaven Schneide verseilen , welche nach rückwärts, gegen das Ende des Schildes, 
in einen grossen starken Haken endiget, der bisweilen etwas abgerundet ist. Das sechste, siebente und 
achte Schild sind am höchsten, das zweite und dritte am niedersten gestellt. Das erste, welches dem sech- 
sten, siebenten und achten an Grösse nachstehet, schlicsset nicht dicht an das Hinterhauptsschild an. Die 
Zahl der Schilder der Seitenlinie ändert zwischen SO und 35, nach Pallas 2 ) selbst bis 40. Sie sind von 
rautenförmiger Gestalt, mit sternförmigen Rändern. Im Übrigen gleichen sie den Rückenschildern ; nur sind 
sie kleiner als diese und stehen oft um den Durchmesser ihrer eigenen Basis weiter voneinander entfernt. 
Die Bauchschilder, 10 11, nach Pallas 3 ) und L epe chin *) bis 12 an der Zahl, sind gleichfalls rauten- 
förmig, sternförmig gerandet und den Rückenschildern ähnlich gebildet. An Grösse stehen sie denselben 
nach ; übertreffen aber jene der Seitenlinie. Auch hier enthalten oft nicht beide Reihen eine gleiche Zahl 
der Schilder. Zwischen dem After und der x\fterflosse befinden sich ein bis drei, den Bauchschildern ähn- 
lich gebildete Knochenschilder. Der Raum zwischen der Rücken- und Schwanzflosse ist ohne Schildchen. 
Zwei grosse ziemlich flach gekielte und grob gestrahlte, halbrautenförmige Knochenschilder decken die Schlüs- 
selbeine , und ihre Mittelpunkte stehen um den Vierttheil ihrer Entfernung voneinander näher beisammen, 
als die vorderen Stirnschilder, welche beinahe um die Hälfte des grössten Leibesdurchmessers voneinander 
entfernt sind. 

Brust- , Bauch- und Afterflosse sind länger als breit. Die Länge der ersteren übertrifft den grössten 
Leibesdurchmesser um %, und ihr ziemlich starker Knochenstrahl verliert sich am vierten Theile ihrer Länge 
in den weichen Theil der Flosse. Jene der Bauchflosse ist 3 l / 2 Mal in der Entfernung der Schnauzenspitze 
vom vorderen Augenrande enthalten, und jene der Afterflosse 2% Mal in jener der Schnauzenspitze vom 
vorderen Mundrande. Sie sind daher verhältnissmässig kurz und breit. Die Entfernung der Afterflosse von 
der Schwanzflosse, von welcher übrigens eine knöcherne Stütze beinahe bis zu ihr reicht, ist der Länge 
ihrer eigenen Basis gleich und ihr vorderer Rand ist der Mitte der Rückenflosse senkrecht gegenüber ge- 
stellt. Die Rückenflosse ist abhängig, sehr stark ausgeschweift, und ihre Länge, welche l 2 / 3 Mal in der 
Breite ihrer Basis enthalten ist, kommt jener der Afterflosse gleich. Die Schwanzflosse ist sehr stark ausge- 
schweift, der obere Lappen derselben sehr lang, schmal und sichelförmig zugespitzt, der untere um 2 / 3 
kürzer, breit und spitz. Die Brustflossen enthalten 1 starken Knochenstrahl, 3 ungetheilte und 28 getheilte 
Gliederstrahlen; die Bauchflossen 10 Vorderstützen, und 20 getheilte Strahlen; die Afterflosse 11 Vorder- 
stützen und 17 getheilte Strahlen; die Rückenflosse 11 Vorderstützen und 40 getheilte Strahlen; und die 
Schwanzflosse am oberen Lappen 35, am unteren 16 Vorderstützen, und 90 getheilte Strahlen. 

Die Farbe des Rückens ist ein helles Röthlichbraun, das sich häufig bis ins Blauschwarze hinüberzieht, 
jene der Seiten und des Bauches weiss. Die Knochenschilder sind schmutzigweiss, die Unterseite der Schnauze 
ist fleischfarben. 

Das Weibchen unterscheidet sich vom Männchen durch eine etwas kürzere Schnauze und kürzere Brust- 
flossen, deren Knochenstrahl auch schwächer ist; so wie durch die weiter auseinander gestellten Schlüssel- 
bein-Deckschilder, deren Entfernung jener der vorderen Strinschilder beinahe gleich kommt; endlich durch 
kleinere Scitenschilder und etwas schmälere Rückenschilder, deren Haken länger und nicht abgerieben sind. 

Unterschiede der jüngeren Thiere. 
Ein Exemplar von zwei Fuss zwei Zoll. 
Der Kopf ist 4 Mal in der ganzen Körperlänge enthalten. Die Schnauze ist etwas mehr aufwärts ge- 
bogen und 4 Mal länger als der Querdurchmesser des Mundes. Zwischen den mitteren und äusseren Schildern 



>) Lcpechin Tageb. d. Reis, d, v. Prov. d. russ. Reich. B. I. p. 157. 

-) Pallas Zoograph, i osso - asiat. Tom. III. p. 100. 

3) Pallas / c.p. 100. 

*j J.epecliin /. c. p. 157. 



FITZINGER UND HECHEL, GATTUNG ACIPENSER. 291 

des Scheitels sind mehrere Schleimdrüsen gelagert. Alle Mittelpunkte der grossen Schcitelschilder und sogar 
jene der vorderen und hinteren Stirnschilder, so wie des oberen Schulterschildes sind mit nach rückwärts 
gekrümmten, scharfen Haken versehen (von welchen man selbst bei Exemplaren von 4 Fuss Länge, beson- 
ders aber bei weiblichen Thieren , nicht nur sehr deutliche Spuren, sondern auf den Scheitelschildern selbst 
vollständige Reste findet), wodurch zwischen den Scheitel- und Schläfen schildern , so wie zwischen den 
eigentlichen und den vorderen und hinteren Stirnschildern gleichfalls eine ziemlich breite, starke, rinnen- 
förmige Vertiefung gebildet wird. Die langen, schmalen Schnauzenschilder, deren Strahlen nur sehr schwach 
ausgebildet sind, tragen in ihren Mittelpunkten ebenfalls kleine Ilaken. Der grösste Durchmesser des Lei- 
bes ist etwas über 11 Mal in der Körperlänge enthalten. Die 14 Schilder der Rückenfirste sind mit einem 
sehr hohen, scharfen Kiele und spitzen Haken versehen und stehen fast dicht aneinander. Auch die 36 
gleichfalls scharf bewaffneten Seitenschilder, so wie die 11 Bauchschilder, folgen ziemlich dicht aufeinander. 

Ein Exemplar von ein Fuss acht Zoll. 
Der Kopf ist 3% Mal in der Totallänge enthalten. Die Schnauze ist noch mehr aufwärts gebogen wei- 
cher und enthält etwas über 4 Mal den Querdurchmesser des Mundes. Die Strablenbildung der grossen Schei- 
telschilder ist wenig entwickelt. Das Kiemende ckelschild ist mehr ausgebildet, als bei erwachsenen Exem- 
plaren. Die 13 Rückenschilder decken sich; indem zwischen die hinteren, in die Höhe gezogenen, herzför- 
migen Lappen, die mit einer schiefen Schneide beginnende Basis der folgenden Schilder eingeschoben ist. 
45, im Verhältnisse zu alten Exemplaren grosse, langgezogene, fast jenen des A. Sturio ähnliche Sei- 
tenschilder, deren mittere das gleichfalls mit einer Hakenschneide versehene eigentliche Schulterschild 
an Grösse übertreffen, folgen dicht aufeinander; eben so die 11 gleichfalls stark bedornten Bauchschilder. 
Die Brustflosse übertrifft um */ 3 den grössten Durchmesser des Leibes, und die Schulter, mit welcher sie 
verbunden ist, trägt ebenfalls einen Hakenansatz. Der untere Lappen der Schwanzflosse ist sehr unbedeu- 
tend , 4V2 Mal in der Länge des oberen enthalten. 

Monstrosität mit besonders stark entwickelten Haken, von vier Fuss vier Zoll 1 ). 

Die Seitenschilder der Schnauze sind mit Haken versehen, welche breit, nach rückwärts gebogen sind. 
1" G //y in der Länge und einige Linien in der Dicke haben , und von denen einige noch besonders mit einzel- 
nen Zähnchen und Furchen versehen sind. Aehnliche , kleinere Haken tragen die mitteren Schildchen der 
Oberseite der Schnauze, so wie die sämmtlichen, den Scheitel deckenden Schilder und die Schulterschil- 
der, deren Strahlen sehr stark gezähnelt sind. Die Knochenleiste auf der Unterseite der Schnauze endet 
gleichfalls in einen starken , spitzen Haken. Die 12 Rücken- , 33 Seiten- und 12 Bauchschilder sind mit 
einem sehr scharfen Kiele versehen, der in einen sichelförmigen, trapezoidalen, oder konisch- sichelförmi- 
gen, 1 — 2'" dicken, 3 — 6'" langen und 2 9'" breiten, hakenförmigen, am vorderen Rande und an der 

dreieckigen Spitze zusammengedrückten Fortsatz ausläuft, welcher unter der Spitze, am hinteren Rande 
bisweilen noch besonders gezähnt , und auf einer seiner breiten Flächen gefurchet ist. Die Haken der Sei- 
tenschilder sind auf dem Schwänze am kleinsten, gegen den Kopf zu und insbesondere in der Mitte des Kör- 
pers am meisten entwickelt. Von der zwischen den Rücken und Seitenschildern gelagerten Reihe grösserer 
Knochenschuppen, so wie von der Doppelreihe dieser Schuppen, welche sich zwischen den vorderen Bauch- 
schildern befindet, tragen mehrere derselben eine ansehnliche Hakenspitze. 

Diese merkwürdige Monstrosität, welche zuerst von Lepechin in den Nov. Act. Acad. Petrop. T. IX. 
1795 beschrieben wurde, befindet sich im kais. zoologischen Museum zu St. Petersburg. 

Ausmass der einzelnen Theile 

Totallänge 5' 3" _'" 

Länge des Kopfes bis zum unteren Winkel des Schulterschildes 1' 3" _'" 

Breite des Kopfes am obersten Rande der Kiemcnspalte '3" 2'" 

Breite des Kopfes zwischen den Augen _'•,"' <j'" 



x ) Die Schnauzenspitze ist abgebrochen. 






29g FITZ1NGER UND HECKEL, GATTUNO ACIPENSEH. 

Höhe des Kopfes über den Augen — — % 9" 

Länge der Schnauze bis zum hinteren Augenrande — ' 9 " 9 '" 

Länge der Schnauze bis zum vorderen Mundrande — ' 9 " W 

Breite der Schnauze über den Bartfäden — ' 2 " 6 " 

Höhe der Schnauze über den Bartfäden _' 1" 1'" 

-. r . , ' All A A II t 

Länge der äusseren Barttaden — L. 

Entfernung der mitteren Bartfäden von der Schnauzenspitze — ' 6" 8'" 

Entfernung der mitteren Bartfäden vom vorderen Mundrande • • _' 3" 2"' 

Querdurchmesser des Mundes — * * u 

*■ i t •!. l Kit am 

Grösster Durchmesser des Leibes — ° * 

Geringster Durchmesser des Leibes — * ' 

D / Cll III 

Länge der Brustflossen — u — 

Breite der Brustflossen • — * — 

Länge der Bauchflossen _' 2" 10"' 

Breite der Bauchflossen — 2 " 3 "' 

Länge der Afterflosse • • • • — 8 " 6 " 

Breite der Afterflosse _' 3" 1"' 

Länge der Rüchenflosse — ' 3 " 6 "' 

Breite der Rüchenflosse — ' 5" V 

Länge des oberen Lappens der Schwanzflosse __' 9" _''' 

Länge des unteren Lappens der Schwanzflosse _' 4" 6'" 

Der Stern -Stör scheint nur über einen kleinen Tlieil der alten W e 1 1 verbreitet zu seyn ; denn 
sein Aufenthalt beschränket sich auf das schwarze und azow'sche Meer, aus welchem er in den 
Dnieper Dniester und den Don, und durch die Donau seltener bis in die T h e i s s aufsteigt ; \md 
auf den casp isch en See, von dem er in die Wolga, den Ural, Kur, Terek, und wahrscheinlich 
auch in den Sifidund, Koisu, Samur, die Swidura, Emba und die Kuma zieht. Auch soll 
crimAral-See getroffen werden. 

Seine geographische Verbreitung ist daher durch de